Montag, 14. Januar 2013

Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz

Der Mord am 10-jährigen Bobby Äikiä am 14. Januar 2006 erschütterte ganz Schweden und gehört zu jenen Kriminalfällen des Landes, die nicht nur wegen ihrer Grausamkeit bekannt wurden, sondern der auch auf Probleme der schwedischen Gesellschaft aufmerksam machte, die zu häufig unter den Tisch gekehrt werden und nur nur in wenigen Fällen mit dem Tod eines Kindes enden. Der Fall Bobby Äikiä führte immerhin zum Gesetz Lex Bobby, das 2008 in Kraft trat und Kindern einen besseren Schutz bieten soll, aber auch dazu führt, dass jeder gewaltsame Tod eines Kindes von der Justiz untersucht werden muss.

Die Schwierigkeiten für Bobby Äikiä, der unter dem Fragil X-Syndrom litt, begannen als seine Mutter im Jahre 2005 einen neuen Partner fand, der auf harte Pornografie fixiert war, eine Vorliebe für Sadomasochismus hatte und so nebenbei bereits wegen zwei Vergewaltigungen verurteilt worden war. Von dieser Zeit an wurde der Junge systematisch einer Tortur ausgesetzt. Er wurde geschlagen, auf seinem Körper wurden Zigaretten ausgedrückt, er musste nackt im Schnee liegen, aber auch sexuelle Qualen waren an der Tagesordnung, was dazu führte, dass Bobby aus „Krankheitsgründen“ häufig der Schule fern blieb damit die Lehrer nicht auf die tatsächlichen Probleme aufmerksam wurden.

Als Bobby Äikiä eines Morgens tot in seinem Bett gefunden wurde, schafften die Eltern den Körper zur Seite und meldeten Bobby als vermisst. Als eine tagelange Suche keinen Erfolg zeigte, begann die Polizei ein Vergehen zu vermuten und verhörten die Eltern. Die Mutter brach bald zusammen und erzählte den Beamten wo die Leiche zu finden sei und sie gab zu Protokoll, dass auch sie selbst der Gewalt und den Drohungen ihres Mannes ausgesetzt gewesen war und nicht wusste wie sie dem Teufelskreis entkommen sollte.

Während der Verhandlung schoben sich der Stiefvater und die Mutter gegenseitig die Schuld zu und nur weniges war wirklich zu beweisen, so dass das Gericht auf Grund der technischen Beweislage die beiden nicht wegen Mordes verurteilen konnte, sondern nur wegen Misshandlung, Totschlag und Vergehen gegen das Beerdigungsgesetz. Das Strafmaß wurde für beide Täter auf zehn Jahre festgelegt und im Oktober 2012 konnten sie bereits das Gefängnis verlassen.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Januar 2013

Knut, ein klassischer nordischer Vorname

Der schwedische Vorname Knut gehört mit zu den typisch nordischen Vornamen, wobei allerdings die Bedeutung des Wortes nicht eindeutig geklärt ist und niemand so genau weiß, wann und wo dieser Vorname im nordischen Raum zuerst auftauchte, auch wenn der Verdacht auf den isländischen Namen Knútur fällt. Die meisten heutigen Namensforscher sind der Meinung, dass Knut soviel bedeutet wie „der Mutige“, aber dies ist natürlich nur eine Vermutung, da der Name mit größter Wahrscheinlichkeit älter ist als die älteste Runeninschrift und uns noch vieles aus der heidnischen Vorzeit Schwedens verborgen bleibt.

Wenn man in der schwedischen Geschichte sucht, so entdeckt man, dass Knut nicht nur am 13. Januar Namenstag hatte, sondern auch schon am 7. Januar und am 10. Juli, was sich jedoch daraus erklärt, dass man sich dabei auf verschiedene Knut berufen hat, denn am 10. Juli dachte am an Canutus Hahn, der im 17. Jahrhundert Bischof in Lund war, am 7. Januar war der Todestag des Heiligen Knut Lavard, einem dänischen Prinz und der 13. Januar ist dem Heiligen Knut (Knut IV.) gewidmet, der nach einer Legende im Jahre 1043 ermordet wurde. Nach der katholischen Kirche soll man sich jedoch am 19. Januar an den Heiligen Knut erinnern und nicht am 13. Januar wie im protestantischen Raum.

Auch wenn der Vorname Knut heute nicht mehr so verbreitet ist wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, so erlebte er in den letzten Jahren in Schweden wieder einen leichten Aufschwung, denn jedes Jahr bekommen wieder etwa 100 Neugeborene den Namen Knut und bei zehn bis fünfzehn unter ihnen wird er auch als Rufname eingetragen. Während des Mittelalters war der Name Knut in Schweden auch der Name einiger Könige, wobei insbesondere Knut Eriksson und Knut Långe eine bedeutendere Rolle spielten.


13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten

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Samstag, 12. Januar 2013

Die drei Karrieren des schwedischen Musikers Per Gessle

Per Gessle wurde am 12. Januar 1959 in Halmstad geboren und wurde bereits zu Lebenszeit eine Legende der schwedischen Popmusik, obwohl seine Schallplatten als Soloartist kaum über die schwedischen Grenzen hinaus bekannt sind. Auch seine Hits, die er für andere Künstler der Musikszene schrieb, werden nur selten mit ihm verbunden, da die Privatperson und der Popkünstler Gessle neben den Weltkarrieren, die er mit zwei seiner Gruppen, bzw. einem Duo, machte, verblasst.

Im Jahre 1979 hatte Per Gessle seinen ersten großen Erfolg mit der Gruppe Gyllene Tider und dem Song Flickorna på TV 2. Die kommenden zwei Jahre war die Gruppe eine der meist gebuchten des Landes. Auf der Spitze des Erfolgs macht Gyllene Tider eine Pause und erst 1996 kam das Comeback mit der größten Skandinavien-Sommer-Tournee, die bis dahin existierte. Und wieder kam eine Pause für die Gruppe, die dann 2004 mit Finn 5 fel erneut auftauchte und bei der folgenden Skandinavien Tournee alle früheren Rekorde brach und bei den Konzerten 492.252 Zuschauer zählte.

Noch bedeutender war Per Gessles Erfolg mit seinem Duo Roxette, das er gemeinsam mit Marie Fredriksson bildete. 1989 kam der erste Welterfolg mit The Look, was auch zu zwei Welttourneen und zu 75 Millionen verkauften Platten führte. Aber schon 1995 machte auch Roxette eine vierjährige Pause um dann mit Wish I Could Fly zurückzukehren. Bevor Roxette jedoch 2003 auf Tournee gehen konnte, wurde bei Marie Fredriksson ein Krebs festgestellt und das Duo musste erneut eine Pause einlegen, die dieses Mal bis 2010 dauerte. Am 14. August 2010 waren dann Per Gessle und Marie Fredriksson mit Roxette zurück auf der Bühne und gab nach neun Jahren Unterbrechung wieder das erste öffentliche Konzert.


12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten

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Freitag, 11. Januar 2013

Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus

Peter Forsskål wurde am 11. Januar 1732 in Helsingfors (Helsinki) geboren und zählt als der erste Philosoph der Aufklärung in Schweden, was sehr eng mit der Wahl seines Studienortes zusammenhängt. Forsskål studierte nämlich im deutschen Göttingen Philosophie und Orientalistik, an der Universität, die zu jener Zeit als eine der modernsten und fortschrittlichsten Europas galt und stark von John Locke und Pierre Bayle beeinflusst war, die beide als geistige Revolutionäre ihrer Zeit galten.

Zurück in Uppsala, wo Peter Forsskål nach seinem Aufenthalt in Deutschland Dozent wurde, schrieb er seine bekannte politische Schrift Tankar om borgerliga friheten, was man als das erste liberale Gesamtprogramm Schwedens betrachtet, da sich Forsskål hier sowohl für die politische als auch die ökonomische Freiheit ausspricht und zudem die Pressefreiheit fordert, aber auch die Monarchie in Frage stellt, was natürlich dazu führte, dass die gesamte Auflage des Werkes vom Staat beschlagnahmt wurde.

Da Peter Forsskål in Uppsala auch bei Carl von Linné Botanik studiert hatte, so wurde er als „botanischer Orientalist“ für eine dänische Forschungsexpedition auf die arabische Halbinsel gewählt, die im Januar 1761 begann. Leider starb Forsskål bereits 1763 in Jemen an Malaria. Nur ein einziger Teilnehmer der Expedition kehrte 1767 mit dem wissenschaftlichen Material Forsskåls nach Dänemark zurück. Erst zehn Jahre nach dem Tod Forsskåls wurden dann die ersten Forschungsberichte des Wissenschaftlers veröffentlicht. An ihn selbst erinnert noch die Forsskaolea, eine Pflanze, die Linné nach ihm benannte. Seinen politischen Forderungen machte der frühe Tod ein Ende.


11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen

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Donnerstag, 10. Januar 2013

Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Am 10. Januar 2010 nahm sich Ulf Olsson in seinem Zimmer der rechtspsychiatrischen Klinik in Sundsvall das Leben und hinterließ auf seinem Blog einen öffentlichen Abschiedsbrief in dem er ein letztes Mal beteuerte, dass er unschuldig sei und nichts mit dem sadistischen Sexualmord an der 10-jährigen Helén Nilsson aus Hörby zu tun habe, einem Mord, der bereits im März 1989 stattgefunden hatte.

Helén Nilsson verschwand am 20. März 1989 spurlos als sie gegen Abend eine Freundin treffen wollte. Der grausam zugerichtete Körper des Mädchens wurde sechs Tage später in einen Plastiksack verpackt in einem Hain gefunden. Obwohl die Polizei DNA-Spuren sichern konnte und immer wieder wieder auf einen Verdächtigen stieß und sich auch das Fernsehen um eine Aufklärung des Falls bemühte, konnte man bis 2004 keinen der Verdächtigen an den grausamen Sexualmord binden.

Im Juni 2004 fand die Polizei dann einen Verdächtiges, dessen DNA am Körper des Opfer festgestellt worden war und das Amtsgericht sah die technische Beweisführung als überzeugend an, auch wenn bei diesem Fall noch einige Fragezeichen offen waren und die Polizei ursprünglich zwei Täter suchte. Ulf Olsson wurde daher im April 2005 zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Die Richter bei der Berufungsverhandlung kamen zwar zum gleichen Ergebnis, waren jedoch der Meinung, dass Olsson unzurechnungsfähig sei, da er bedeutende psychische Störungen aufwies. Statt im Gefängnis zu bleiben, wurde Ulf Olsson daher nun in der Psychiatrie untergebracht, wo er sich dann 2010 das Leben nahm.


10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde aus Nordschweden

10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen 

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Mittwoch, 9. Januar 2013

Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund

Der Frachtdampfer Nedjan war 1893 im englischen Greenock gebaut worden und hatte den Namen Well Park erhalten. Allerdings sollte das Schiff nur wenige Jahre unter englischer Flagge fahren, denn bereits 1904 wurde es von der Reederei Ångfartyg AB Pallas in Göteborg gekauft und in Pallas umgetauft. Wiederum 18 Jahre später kam der Dampfer nach Österlen in Skåne, wo ihn die Rederi AB Ostkusten in Nedjan umtaufte. Unter diesem Namen diente die Nedjan bis zum 9. Januar 1954, als ihr plötzlich ein Sturm zum Verhängnis wurde.

Die verhängnisvolle Nachricht ging am 9. Januar 1954 um 23 Uhr 55 bei der Reederei ein, als der Kapitän den Angestellten per Funk mitteilte, dass das Schiff nicht mehr steuerbar war und in der Geflebukten dem Unwetter ausgeliefert war. Um diese Zeit war die Nedjan mit einer bedeutenden Holzlast seit kaum acht Stunden auf See. Sie war in Simrisham bereits mit Schlagseite aufgebrochen, die jedoch nicht geklärt werden konnte, da die Last korrekt verstaut war und Taucher keinerlei Probleme am Rumpf des Schiffes entdecken konnten. Es war daher ein gewisses Risiko, das der Kapitän auf sich nahm, zumal er wusste, dass ein Sturm die Reise ohnehin sehr ungemütlich gestalten würde.

Als man am 10. Januar den Frachtdampfer Nedjan nicht mehr ausfindig machen konnte, startete ein Flugzeug, das die Suche nach dem Dampfer aufnahm und sehr bald feststellen musste, dass die Nedjan mit 26 Mann Besatzung gesunken war, denn im Laufe des Tages wurde schwimmendes Frachtgut gefunden, ein Rettungsboot und am nächsten Tag auch die Leichen von zwei Besatzungsmitgliedern. Die Ursache des Schiffbruchs konnte jedoch nicht festgestellt werden, da man den Dampfer erst am 13. Juli 1996 auf dem Meeresgrund entdecken konnte, also 42 Jahre nachdem er gesunken war. Unverständlich blieb auch warum die Nedjan keinerlei Hilfe angefordert hatte.


9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 

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Dienstag, 8. Januar 2013

Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt beim spanischen Krieg

Als im Juli 1936 der spanische Bürgerkrieg ausgebrochen war, verbot Schweden aus politischen Gründen allen seinen Bürgern Reisen nach Spanien. Rund 530 schwedische Kommunisten und Anarchisten kümmerten sich allerdings sehr wenig um dieses Verbot, denn in ihren Augen musste man alles tun um eine Regierung des Diktators Franco zu verhindern. 164 dieser Spanienfreiwilligen kehrten allerdings nicht nach Schweden zurück, sondern starben auf den Schlachtfeldern Spaniens.

Einer der ersten Schweden, die sich dem kommunistischen Widerstand in Spanien anschlossen war der Theologiestudent Olle Meurling, der in Uppsala bereits als Revolutionär bekannt war. Auch wenn Meurling von einigen anderen Schweden begleitet wurde, so war er der erste Schwede, der in der Liste der Internationalen Brigaden zu finden ist, was ihm zwar einen Platz in der Geschichte brachte, aber auch bedeutete, dass er einer der ersten Schweden war, die ihr Leben in Spanien ließen.

Bereits am 19. Dezember 1936 wurde Olle Meurling bei Boadilla del Monte in der Nähe von Madrid im Kampf getötet. Seinen Körper, der auf dem Friedhof der Internationalen Brigaden in Fuencarral beerdigt wurde, wurde jedoch erst am 25. Dezember gefunden, der Friedhof von Franco später eingeebnet. Als Schweden am 8. Januar 1937 vom Tod Meurlings informiert wurde, dachte man jahrzehntelang, dass er auch der erste Schwede gewesen sei, der im spanischen Bürgerkrieg getötet wurde. Erst in den 70er Jahren entdeckte man Aufzeichnungen aus denen hervorgeht, dass Edvard Wedin bereits im September 1936 getötet worden war, also drei Monate vor Meurling.


8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden

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