Freitag, 16. November 2012

Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung

Der sozialdemokratische Politiker und Volkshochschullehrer Rickard Johannes Sandler hatte gegen 1910 die Idee eine Art Studienkreis und Bildungsverband zu schaffen, der Arbeitern den Zugang zu steigendem Wissen und einer Kompetenzentwicklung bietet. In diesem Rahmen suchte er unter den verschiedenen Gewerkschaften und Arbeiterverbänden Unterstützung. Bereits 1912 war es Sandler dann möglich genügend Gruppen zu vereinen, die gemeinsam bereit waren diese Aufgabe im Geiste der wachsenden Arbeiterbewegung zu übernehmen.

Am 16. November 1912 entstand dann der Arbetarnas Bildningsförbund ABF, der damit nicht nur der älteste Studienverband Schwedens ist, sondern sich auch zum größten Studienverband des Landes entwickelte und heute von 59 verschiedene Organisationen geleitet wird und mit weiteren 54 Organisationen eng zusammenarbeitet. Der ABF kann daher in allen Großgemeinden des Landes Kurse, Vorlesungen, kulturelle Veranstaltungen und Studienkreise anbieten, wobei der ABF auch dabei hilft, wenn Privatpersonen einen Studienkreis gründen oder aufbauen wollen.

Auch wenn jedes Jahr nahezu drei Millionen Schweden von einem der Angebote des ABF profitieren, so stellten die Verbände fest, dass immer mehr Personen die Organisation losgelöst von der schwedischen Arbeiterbewegung sehen. Seit 2006 will der ABF daher seine Aufgabe wieder deutlicher machen und darauf hinarbeiten, dass sämtliche Aktivitäten mit den grundlegenden Werten der schwedischen Arbeiterbewegung übereinstimmen und das Recht auf Ausbildung und die Teilnahme an kulturellen Ereignissen für Jedermann bedeutend hervorheben.


16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1940: Albert Engström, Humor als Ausdrucksmöglichkeit
16. November 1944: Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus

Copyright: Herbert Kårlin

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