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Dienstag, 30. Januar 2018

Der schwedische Architekt Björn Hedvall

Als der Architekt Björn Hedvall am 30. Januar 1982 im Alter von 92 Jahren in Stockholm starb, so ging er mit seinem selbst ernannten Prädikat „Kinospezialist“ in die Geschichte ein, wobei der Architekt in der Tat in den 30er und 40er Jahren etwa 20 Kinos in Stockholm gebaut hat und damit das Aussehen der früheren Kinos in Stockholm vollkommen prägte. Auch wenn Hedvall sicher ein „Kinospezialist“ war, so hat er weitaus mehr andere Gebäude gebaut, denn allein in Stockholm entstanden knapp 300 Häuser, für die der Architekt die Verantwortung trug.

Björn Hedvall war am 10. August 1889 als Sohn eines Zeitungsherausgebers in Gävle zur Welt gekommen und besuchte von 1913 bis 1916 die Kungliga Tekniska högskolan (KTH) in Stockholm, und ergänzte sein Architekturstudium zwischen 1918 und 1920 mit einem Besuch an der Kunstakademie. Bereits während seines Studiums begann Hedvall, der sich erst 1921 als Architekt selbständig machte, im Architekturbüro Gustav Lindén zu arbeiten, um jedoch nach dem Studium in ein anderes Architekturbüro zu wechseln. Als Hedvall seine eigene Firma gründete, hatte er vor allem im städtischen Villen- und Hausbau Erfahrungen gesammelt, dem Gebiet, in dem er auch später sehr aktiv war.

Von Beginn an strebte Björn Hedvall nach einem vereinfachten Stil bei dem sich der Dekor vor allem auf Fassaden, das Portal und die Eingangshalle beschränkte. Beim Innenausbau sollte die Wohnung möglichst stilfrei sein, so dass die Bewohner sich auch das bis dahin nahezu obligatorische Hausmädchen sparen konnten. Es ist daher auch logisch dass Hedvall gegen Ende der 20er Jahre zum Funktionalismus fand. Während der Architekt am Mälarstrand dann für die gehobene Schicht einen Baustil zwischen modernem Klassizismus und Funktionalismus wählte, wurden seine Gebäude im Zentrum Stockholms, unter anderem ein Ärztehaus, rein praktisch, was auch dazu führte, dass der Baustil Hedvalls nahezu die gesamt Innenstadt Stockholms eroberte.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1927: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme 
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Januar 2018

Der schwedische Mathematiker Helge von Koch

Helge von Koch kam am 25. Januar 1870 in Stockholm zur Welt und gehörte einem sehr alten livländischen Adelsgeschlecht an, dem zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten angehörten. Nach seiner Hochschulreife im Jahr 1887 schrieb sich von Koch an der Hochschule in Stockholm ein, um jedoch bereits nach einem Jahr an die Universität Uppsala zu wechseln, da Stockholm um diese Zeit noch keine Examen abnehmen durfte. Das Jahr in Stockholm war für den zukünftigen Mathematiker dennoch von großer Bedeutung, da er dort Schüler von Gösta Mittag-Leffler war.

Bereits 1892, im Alter von 22 Jahren, hatte Helge von Koch zwei Doktorarbeiten zur Mathematik abgegeben und seinen Doktortitel in Uppsala erhalten. Auf Grund seiner außerordentlichen Leistungen erhielt von Helge dann unmittelbar eine Dozentenstipendium für die Hochschule in Stockholm und 1905 wurde er an der KTH  in Stockholm zum Mathematikprofessor ernannt und trat damit die Nachfolge von Ivar Otto Bendixson an. Nur sechs Jahre später wechselte der Mathematiker dann jedoch zur Hochschule über um  die Stelle seines früheren Lehrers, Gösta Mittag-Leffler anzutreten.

Auch wenn der Mathematiker Helge von Koch heute vor allem mit der nach ihm benannten Koch-Kurve verbunden wird, so zeigte er sich während seiner wissenschaftlichen Aktivität sehr vielseitig und zeichnete sich durch sehr zahlreiche Veröffentlichungen aus. Von Koch erweiterte die Theorie der Primzahlen, arbeitete an unendlichen Matrizen, beschrieb das unendliche System der Differentialgleichungen und gehörte mit zu den Gründern der Funktionsanalyse. Auch seine Vorleistungen zur Quantenmechanik machen den Mathematiker, der am 11. März 1924 in Danderyd starb, in der Welt der Mathematik unsterblich.


25. Januar 1622: Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip
25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
25. Januar 1865: Der Schriftsteller und Politiker Carl Henrik Anckarsvärd
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung
25. Januar 1922: Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden
25. Januar 1923: Arvid Carlsson und der Nobelpreis in Physiologie oder Medizin
25. Januar 1931: Der schwedische Musiker Stikkan Anderson kommt zur Welt
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus
25. Januar 1956: Der berühmte Alkoholhändler Ivan Bratt stirbt in Bettna
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher
25. Januar 1957: Die ersten Massenimpfungen gegen Polio in Schweden
25. Januar 1967: Das U-Boot HMS Sjöormen wird zu Wasser gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. April 2017

Der Architekt Erik Julius Lallerstedt

Erik Lallerstedt kam am 19. April 1864 als Sohn eines Gutsbesitzers in Skå  zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife von 1882 bis 1886 Architektur an der Königlich Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm, und ergänzte diese Ausbildung mit einem Studium an der Kunsthochschule, das er 1889 abschloss. Bereits im folgenden Jahr öffnete Lallerstedt dann sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er bis 1944 betrieb, nahm jedoch auch Aufgaben im staatlichen Bauwesen an, wobei der Architekt auch ein dreijähriges Reisestipendium erhielt um sich mit der Bauweise in anderen europäischen Ländern vertraut zu machen.

Eine der ersten Arbeiten des Architekten Erik Lallerstadt war der Bau der Peterskirche in Stockholm, die eine Mischung aus Neugotik und Jugendstil präsentiert, also einen gewissen Kontrast zu seinen anderen Bauten jener Epoche ausmacht, da Lallerstedt die ersten 20 Jahre zeitgemäß vor allem im Jugenstil und der nordischen Nationalromantik baute, was man sehr deutlich am Trygghuset und der KTH in Stockholm feststellen kann, die beide in Ziegelsteinen gebaut wurden und beide Stilrichtungen der Zeit, wenn auch auf unterschiedliche Weise, sehr deutlich zeigen. Ab 1911 ging Lallerstedt dann, ebenfalls der Zeitströmung folgend, mehr und mehr zum Neoklassizismus über.

Da Erik Lallerstedt über 50 Jahre lang als Architekt arbeitete, sowohl an privaten als auch öffentlichen Aufträgen, und zudem versuchte die Zeitströmungen zu erfühlen, findet man unter seinen Werken alle architektonischen Linien vom Stilpluralismus Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Funktionalismus. Eine gewisse zwiespältige Einstellung hatte Lallerstedt, der am 2. Februar 1955 in Stockholm starb, zum Funktionalismus, der in die letzte Phase seines Wirkens fiel, denn einerseits schätze er die rationalistische Einstellung zur Raumschaffung, zum anderen versuchte er grundsätzlich frühere Silrichtungen hinzuzufügen um die nüchterne Bauweise etwas aufzulockern.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Juli 2016

Der Physiker und Nobelpreisträger Kai Siegbahn

Kai Siegbahn ging bei seinem Tod am 20. Juli 2007, wie bereits sein Vater, Manne Siegbahn, als einer der bedeutendsten Physiker in die Geschichte Schwedens ein, da er zur ausgewählten Gruppe der Wissenschaftler gehört denen ein Nobelpreis verliehen wurde, auch wenn er 1981 den Preis mit Nicolaas Bloembergen und Arthur L. Schawlow teilen musste. Der Nobelpreis wurde an Siegbahn vergeben, weil es diesem gelungen war die Elektronenspektroskopie zu revolutionieren und Elektronenspektrometern eine bis dahin unmögliche Genauigkeit zu verleihen.

Kai Siegbahn war am 20. April 1918 als Sohn des Nobelpreisträgers Manne Siegbahn in Lund zur Welt gekommen und studierte nach seiner Hochschulreife in Uppsala Physik, Mathematik und Chemie. Da Siegbahn jedoch bereits ab 1942 als Forscher am Nobelinstitut in Stockholm zu arbeiten begonnen hatte, legte er 1944 auch in Stockholm sein Examen ab. Der Physiker arbeitete anschließend bis 1951 weiterhin am Nobelinstitut um jedoch in diesem Jahr als Professor in Physik an die KTH (Königlich Technische Hochschule) berufen zu werden, eine Aufgabe, die er nur drei Jahre lang wahrnahm, da er 1954 die Professur für Experimentalphysik an der Universität Uppsala annahm.

Kai Siegbahn arbeitete als Physiker in den Bereichen Kernphysik, Elektrooptik, Plasmaphysik, sowie Atom- und Molekülphysik und suchte dabei insbesondere nach genaueren Messmethoden, die es ermöglichen die Energie von Elektronen so genau wie möglich zu messen, wobei er hierbei auch Röntgenstrahlen zu Hilfe nahm. Auf diese Weise konnte Siegbaum nachweisen, dass die Energiemenge von der chemischen Umgebung der Atome abhängt. Die Forschungsarbeiten Siegbaums führten dazu, dass die Universität Uppsala heute weltweit führen in der Elektronenspektroskopie ist und eine enge Zusammenarbeit mit CERN hat.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 19. Juli 2016

Der schwedische Architekt Nils Einar Eriksson

Nils Einar Eriksson kam am 19. Juli 1899 als Sohn eines Glasermeisters in Stockholm zur Welt und begann im Alter von 15 Jahren ein Bauingenieurstudium an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack. Nach seinen eigenen Aussagen war dies die lehrreichste Zeit seiner Ausbildung, da nahezu alle seine Mitstudenten doppelt so alt wie er waren und bereits als Schreiner oder Maurer gearbeitet hatten, ihm also sehr viele praktische Informationen boten. Nach vier Jahren am Konstfack legte Eriksson seine Prüfung als Bauingenieur ab, entschied sich jedoch in dieser Zeit Architekt zu werden.

Nach dem Studium als Bauingenieur begann Nils Einar Eriksson Architektur daher 1918 Architektur an der KTH (Königlich Technische Hochschule) zu studieren und nach seinem Examen 1922 setzte er das Studium noch zwei Jahre in der Architekturabteilung der Kunsthochschule in Stockholm fort. Auf Grund seiner guten Ergebnisse erhielt Eriksson ein Stipendium, das ihm eine zweijährige Studienreise nach Italien, Frankreich, Griechenland und Tunesien erlaubte. Während seiner Studienjahre hatte Eriksson bereits bei Architekten wie Carl Åkerblad, Cyrillus Johansson und Hakon Ahlberg gearbeitet und Erfahrungen im Bauwesen gesammelt.

Nachdem Nils Einar Eriksson 1927 den ersten Preis in der Ausschreibung für das Nationernas Förbunds Hus in Genf gewonnen hatte, nahm Gunnar Asplund Kontakt mit ihm auf und Eriksson wurde Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Stockholmausstellung des Jahres 1930. Nach Abschluss dieser Arbeiten gründete Eriksson sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er jedoch bereits zwei Jahre später nach Göteborg verlegte. In Göteborg konnte Eriksson als ersten wichtigen Bau das Konzerthaus bauen, das am 4. Okober 1935 eingeweiht wurde und international gelobt wurde, da der Architekt hier zum einen zum spartanischen Funktionalismus griff, der sein Markenzeichen wurde, sondern auch, weil es ihm gelang die Akustik des Konzertsaals auf das höchste Niveau zu bringen. Anschließend sollte Eriksson noch mehrere bedeutende Bauten in Göteborg verwirklichen, unter anderem die Svenska Mässan, die Götaälvbron und das Folkets Hus.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Juni 2016

Der schwedische Architekt Alfred Grenander

Alfred Grenander kam am 26. Juni 1863 als Sohn eines Politikers in Skövde zur Welt und arbeite als Maurer bevor er Fortbildungskurse an der KTH (Königlich Technische Hochschule) in Stockholm besuchte. 1885 begann Grenander dann jedoch ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Berlin, das er 1888 abschloss. In den Folgejahren arbeitete Grenander in verschiedenen Architekturbüros, bis er 1896, gemeinsam mit Otto Spalding, ein unabhängiges Architekturbüro gründete, das allerdings nur bis 1903 existierte.

In Berlin engagierte sich Alfred Grenander ab 1902 am Bau der U-Bahn, was bereits 1905 dazu führte, dass Grenander zum Chefarchitekt des U-Bahn-Baus ernannt wurde. Bis 1931 war der Architekt dann mit dem Bau von rund 70 U-Bahnhöfen beschäftigt, die er teilweise im Jugendstil, teilweise in der modernen klassischen Bauweise entwarf. Noch heute sind große Teile dieser Bahnhöfe erhalten, was bedeutet, dass man die Hauptwerke Grenanders in Berlin findet, nicht in Schweden. Auch der Friedhof der schwedischen Gemeinde in Berlin, inklusive dem schmiedeeisernen Tor, entstammen der Feder des Architekten.

Auch wenn Alfred Grenander überwiegend in Berlin lebte und dort arbeitete, so hatte er bereits 1906 auch in Falsterbo ein Haus für sich gebaut in dem die Familie ihre Sommer verbrachte. In Falsterbo entstand die für die damalige Zeit vollkommen aus dem Rahmen fallende Villa Tångvalle, denn Grenander baute nicht nur ein rosa Gebäude im Jugendstil, sondern er schuf dabei auch ein Sommerhaus im modernsten deutschen Stil, denn das Gebäude glich in keiner Weise eine Stadtvilla, wie sie in Schweden zu jener Zeit üblich waren, und er passte das Gebäude zudem der Natur an, fügte eine große Veranda hinzu um im Freien essen zu können und baute einen Gesellschaftsraum in dem an auch  zahlreiche Freunde treffen konnte. Tångvalla unterscheidet sich noch heute von der schwedischen Architektur und selbst die anderen Häuser in Falsterbo, die Grenander entwarf, sind mehr dem schwedischen Geschmack angepasst.


26. Juni 1690: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs
26. Juni 1939: Der Göteborg-Kolorist Ivan Ivarson
26. Juni 1942: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens
26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
26. Juni 1987: Göteborger Humor in Film und Theater

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 28. Mai 2016

Der schwedische Architekt Lars-Erik Lallerstedt

Lars-Erik Lallerstedt kam am 28. Mai 1910 als Sohn eines renommierten Architekten in Stockholm zur Welt und studierte an der KTH (Kungliga Tekniska Högskolan) in Stockholm Architektur, ein Studium, das er 1936 erfolgreich abschloss. In den Folgejahren arbeitete Lallerstedt eng mit seinem Vater zusammen, wobei sein erster großes Projekt die Flugtechnische Versuchsanstalt in Stockholm war, die die beiden gemeinsam ab 1938 zeichneten, obwohl dieses Amt als solches erst 1940 gegründet werden sollte.

Ende der 40er Jahren übernahm Lars-Erik Lallerstedt das Amt seines Vaters als Chefarchitekt für die schwedische Post. Dies führte auch dazu, dass Lallerstedt heute als der Bauherr von Posthäusern gilt, die er überwiegend im Funktionalismus gestaltete. Sehr viele der Gebäude sind heute abgerissen oder, wie im Fall von Luleå, umgebaut worden und dienen heute anderen Zwecken. Lediglich das Posthaus in Sundsvall wurde mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt und ist damit ein typisches Baudenkmal des Architekten geworden.

Als in den 50er Jahren die Aufträge für Postgebäude abnahmen, begann Lars-Erik Lallerstedt, der am 1. März 1978 auf Mallorca starb, bei seinen Bauten mehr zu Beton und Glas zu greifen. Während Lallerstedt Mitte der 50er Jahre vor allem Bürohäuser und Krankenhäuser, unter anderem in Falköping und Karlskrona, baute, kam 1960 ein neuer bedeutender Auftrag, nämlich der Bau des vierten Hochhauses in der Sergelgatan in Stockholm, eine sehr bedeutende Aufgabe, denn fünf der bedeutendsten Architekten Schwedens sollten jeweils eines der Hochhäuser bauen, die stilmäßig eine Einheit ausmachen, jedoch bei der Gestaltung der Fassaden und der Materialwahl ein Markenzeichen jedes Architekten sein sollten.


28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens
28. Mai 1858: Der schwedische Erfinder Carl Richard Nyberg
28. Mai 1914: Selma Lagerlöf, Mitglied der Svenska Akademien
28. Mai 1961: Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin
28. Mai 1999: Die Malexandermorde ändern das schwedische Rechtssystem

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Mai 2016

Der Ingenieur und Erfinder Ernst Alexanderson

Auch wenn Ernst Alexanderson überwiegend in den USA lebte und am 14. Mai 1975 auch in Schenectady bei New York starb, so zählt er als einer der bedeutendsten Erfinder und Ingenieure Schwedens, der in Schweden auch ein deutlich sichtbares Vermächtnis hinterlassen hat, nämlich das Weltkulturerbe Grimeton bei Varberg, das 1925 von RCA (Radio Corporation America) geliefert wurde, jedoch von Alexanderson aufgebaut wurde. Wie hoch geschätzt der Ingenieur in Schweden ist,  kann man auch daran erkennen, dass er 1949 den Ehrendoktor der KTH (Königliche Technische Hochschule) in Stockholm verliehen bekam.

Ernst Alexanderson war am 25. Januar 1878 als Sohn eines Professors der Universität Uppsala in Uppsala zur Welt gekommen und studierte, nach seiner Hochschulreife in Lund, an der Tekniska Högskolan KTH in Stockholm Ingenieurwissenschaften. Nach seinem Diplom als Ingenieur ging Alexanderson im Jahre 1900 für ein Jahr an die Technische Hochschule in Berlin um dort seine Ausbildung mit einem Elektronikstudium zu vollenden. Nur ein Jahr später wanderte der Ingenieur in die USA aus und entwickelte sich dort zu einem der bedeutendsten Erfinder seiner Zeit.

Ernst Alexanderson registrierte in den USA insgesamt 345 Patente, das letzte noch im Alter von 89 Jahren. Der Ingenieur gehört mit zu jenen Personen, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Gesellschaft revolutionierten, unter anderem durch die Erfindung eines Hochfrequenzgenerators, der die Grundlage für den Rundfunk und das spätere Fernsehen legte. Alexanderson zählt bis heute zu den wenigen Personen, die die Entwicklung der Elektronik in zahlreichen Bereichen revolutionierten, da er sich, im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen, nicht auf einen Bereich spezialisierte, sondern überlegte in welchen unterschiedlichen Bereichen die Elektronik sinnvoll eingesetzt werden kann. So schuf Alexanderson auch noch vor dem Zweiten Weltkrieg einen Elektromotor zum Antrieb von Fahrzeugen.


14. Mai 1670: Pehr Lennartsson Ribbing widersetzt sich der königlichen Macht
14. Mai 1860: Der schwedische Künstler Bruno Liljefors
14. Mai 1912: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
14. Mai 1931: Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens
14. Mai 1959: Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt
14. Mai 2011: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. März 2016

Der Architekt und Möbeldesigner Carl-Axel Acking

Carl-Axel Acking kam am 8. März 1910 in Helsingborg zur Welt und entschied sich bereits in frühester Jugend Architekt zu werden, denn mit 15 suchte er eine Stelle als Praktikant in einem Architekturbüro der Stadt und unmittelbar nach seiner Hochschulreife schrieb er sich im Konstfack in Stockholm ein um nur wenige Jahre später eine Studium an der KTH (Königlich Technischen Hochschule) in Architektur anzuhängen um die künstlerische Gestaltung mit den technischen Kenntnissen des Berufes zu ergänzen. Während seines Studiums arbeitete Acking auch beim Architekten Olof Thunström und gewann dabei die praktischen Kenntnisse eines Architekten.

Gunnar Asplund, der um diese Zeit Professor an der KTH war, bemerkte die Begabung von Carl-Axel Acking und als er 1937 den Auftrag erhielt das Rathaus in Göteborg mit einem Anbau zu erweitern, beschäftigte er den Studenten Acking um ihm beim Innenausbau behilflich zu sein. Heute ist leider nicht mehr zu sagen welche Details aus Asplunds Feder stammen und für welche der zukünftige Architekt Acking zuständig war. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1939 schloss sich Acking dem Architekten Sven Hesselgren an und beide gemeinsam betrieben bis 1955 ein Architekturbüro in Stockholm.

Im Jahre 1955 machte sich Carl-Axel Acking selbständig und arbeitete vor allem in Stockhom und Lund, wo er von 1970 bis 1977 selbst zum Domarchitekten ernannt wurde. 1955 war Acking einer der drei zuständigen Architekten der Hälsingborgsausstellung H55, wodurch er auch international bekannt wurde. Die größten Leistungen Ackings sind indes nicht bei Bauwerken zu suchen, denn der Architekt und Designer gehört in Schweden zu den bedeutendsten Möbeldesignern der 40er und 50er Jahre. Auch hier zeigte Acking eine enorme Breite, denn neben Möbeln für NK und KF, gab er auch Tapeten, Textilien und selbst Telefonhäuschen ihre Form. Ein Teil dieser Arbeiten kann man heute im Nationalmuseum und im Nordiska Museet in Stockholm finden.


8. März 1817: Anna Maria Lenngren und die Frauenbewegung im 18. Jahrhundert
8. März 1844: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
8. März 1889: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas
8. März 1891: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten
8. März 1906: Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera
8. März 1912: Der Internationale Frauentag in Schweden
8. März 1934: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
8. März 1970: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
8. März 1990: Karin Carlson-Kavli, Schauspielerin und Theaterdirektorin

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Das Kulturhaus (Kulturhuset) am Sergels torg in Stockholm

Am 15. Oktober 1974 wurde am Sergels torg in Stockholm das Kulturhuset (Kulturhaus, Haus der Kultur), eingeweiht, obwohl die erste Etappe des Bauwerks bereits seit 1971 vom Reichstag benutzt worden war und den Namen Neues Reichstagsgebäude erhalten hatte, da dieser Einzug nur provisorisch war und der Reichstag 1983, nach Umbauten des alten Reichstagsgebäudes, wieder in das ursprüngliche Gebäude zog. Die Mieter dieses Teils wechselten in den Folgejahren, bis 1990 endlich das gesamte Gebäude der Kultur gewidmet wurde und das Stockholmer Stadttheater im ehemaligen privisorischen Reichstag einzog.


Dass sich das Kulturhaus an einem so zentralen Platz wie dem Sergels torg befindet, liegt an der Baugeschichte Stockholms, denn als man in den 50er und 60er Jahren die Innenstadt erneuerte, entstanden dort fast ausschließlich Geschäfte und Bürohäuser. Die Stadtverwaltung entschied sich daher diese Entwicklung dadurch zu unterbrechen indem man so zentral wie möglich auch ein Kulturzentrum schaffen wollte das diesen Teil der Stadt  auch am Abend beleben konnte. Das Ergebnis war eine Ausschreibung mit der Forderung eine Gebäude zu schaffen das die unterschiedlichsten kulturellen Aktivitäten für alle Altersgruppen ermögliche.

Im Jahre 1965 wurde das Projekt ausgeschrieben das der Stockholmer Architekt und Professor der KTH (Königliche Technische Hochschule) Peter Celsing gewann, mit einem Projekt, das Richtung Sergels torg nahezu ganz aus Glas besteht und eine Verbindung zwischen den Aktivitäten im Gebäude und dem Leben auf der Straße schaffen soll. Aber auch wenn man diese Glasfassade international lobte, so wurde die schlechte interne Verbindung zwischen den Ausstellungsteilen im inneren Teil des Kuturhuset von Beginn an kritisiert und musste 1998 durch den Bau von zusätzlichen Rolltreppen verbessert werden, was sich dann jedoch als deutlicher Stilbruch zeigte und erneut Kritik herausforderte.


15. Oktober 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
15. Oktober 1779: Johan Olof Wallin, von Gedichten zu Psalmen
15. Oktober 1858: Der schwedische Chemiker Carl Gustaf Mosander
15. Oktober 1919: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd
15. Oktober 1925: Die schwedische Schauspielerin Margaretha Krook
15. Oktober 1935: Der Verkehrsknotenpunkt Slussen in Stockholm
15. Oktober 1948: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
15. Oktober 1992: Das Reichssportmuseum in Stockholm
15. Oktober 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens
15. Oktober 2011: Gekås in Ullared schlägt den eigenen Verkaufsrekord

Copyright: Herbert Kårlin