Mittwoch, 25. Januar 2017

Der Schriftsteller und Politiker Carl Henrik Anckarsvärd

Auch wenn Carl Henrik Anckarsvärd bei seinem Tod am 25. Januar 1865 in Stockholm kaum noch eine politische Macht hatte, so entschied er über sehr viele Jahre hinweg über große Teile der schwedischen Politik und widersetzte sich dabei mehrmals den Wünschen des Königs  Karl XIV. Johan, der ihn wegen seiner freien Meinung einmal selbst hinrichten wollte. Anckarsvärd hatte jedoch während seiner Glanzzeit nahezu das gesamte Parlament hinter sich, obwohl der Politiker kaum eine Führungseigenschaft besaß, sondern lediglich mit Wort und Schrift ausgezeichnet umgehen konnte.

Carl Henrik Anckarsvärd war am 22. April 1782 als Sohn eines Generals und Politikers auf der Festung Sveaborg im heutrigen Finnland zur Welt gekommen, wurde im Alter von drei Jahren bereits als Offizier eingeschrieben, auch wenn er erst als 16-Jähriger seinen Dienst als Fähnrich in der Leibgarde antrat. Nach einem Auslandsaufenthalt und der aktiven Teilnahme am Feldzug nach Deutschland ging die Karriere Anckarsvärds steil nach oben und schon 1813 war er Generaladjutant beim Stab des Königs. Noch im gleichen Jahr kam allerdings auch der erste Knick in der Karriere, denn Anckarsvärd kritisierte sowohl den Krieg als auch die schwedische Politik in einem Brief an Karl XIV. Johan, der dies sehr übel aufnahm und ihn zum Rücktritt aus dem Militärdienst zwang.

Allerdings wurde Carl Henrik Anckarsvärd durch die Entscheidung des Königs nur noch mächtiger, denn bereits 1817 war er der politische Führer der Ritterhausopposition und vertrat seine Meinung noch deutlicher als früher. Nach einigen kritischen Äußerungen Anckarsvärds forderte  Karl XIV. Johan sogar die Todesstrafe, aber scheiterte daran dass dies zu deutlich nach einer Racheaktion aussah. Anckarsvärd wurde jedoch durch diese Anklage weiterhin gestärkt und 1828 hatte der Politiker einen so starken Einfluss erreicht, dass allgemein angenommen wurde Anckarsvärd würde eine neue Regierung einsetzen und dem König weitgehend die Macht nehmen, aber schnell zeigte sich dass der Politiker damit überfordert war und der Politiker griff wieder mehr zur Feder und verfasste eine Schrift zur Auflösung des Ständesystems im Reichstag. Mit einem weiteren Schriftstück des Jahres 1833 gelang es Anckarsvärd dann nahezu den König zu stürzen, aber dies jedoch misslang, war auch die politische Karriere Anckarsvärds zu Ende.


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Copyright: Herbert Kårlin

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