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Sonntag, 29. Januar 2017

Der grüne Politiker Birger Schlaug

Birger Schlaug kam am 29. Januar 1949 in Stockholm zur Welt und gibt aus seiner Vergangenheit sehr wenig preis, obwohl er über Presseartikel in den unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften seit Mitte der 80er Jahre einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaftsdebatte Schwedens leistet, als Buchautor aktiv ist und, vor allem während der letzten 20 Jahre, durch Vorträge Meinungsbildung betreibt und vor allem die Werke Elin Wägners diskutiert und in die Gegenwartsdebatte einzuflechten weiß.

Auch wenn Birger Schlaug heute kein politisches Amt mehr ausübt, so war er von 1985 bis 1988 und von 1992 bis 2000 der Vorsitzende der Grünen Schwedens und arbeitete in diesem Rahmen vor allem mit Klimafragen und zeigte sich als deutlicher Gegner der Kernkraft, zwei Themen, über die er auch zahlreiche Artikel und auch Bücher veröffentlichte. Schlaug gehört damit zu jenen Personen, die den tatsächlichen Grundstock der Grünen (Miljöpartiet) schufen und die wichtigsten Fragen der Partei in die öffentliche Diskussion brachten.

Heute versuchen die Grünen Schwedens Birger Schlaug, der auch Mitbesitzer der Firma ProVoka ist, die in der Meinungsbildung und Kommunikationsausbildung aktiv ist, möglichst zu verschweigen, denn der ehemalige Politiker gehört mit zu den bedeutendsten Kritikern der aktuellen Entwicklung der Grünen und sieht vor allem in den Handlungen der Führungsschicht der Partei einen Verrat der Grundideen einer grünen Alternative, Meinungen, die er auch häufig in Fernsehgesprächen ausdrückt, was natürlich auch dazu führt dass Teile der Grünen und auch die Bevölkerung das Vertrauen in die grüne Politik der Partei verlieren.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Juli 2016

Die Schauspielerin und Politikerin Solveig Ternström

Solveig Ternström, geborene Johansson, kam am 17. Juli 1937 als Tochter eines fahrenden Händlers in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch in Koppom im Värmland auf. Nach ihrer Hochschulreife zog Ternström unmittelbar nach Stockholm um dort Theatergeschichte zu studieren, aber ihre Teilnahme an studentischen Aufführungen führte dazu, dass sie sich mehr mehr für das Schauspiel interessierte. Nach einigen kurzen Filmversuchen besuchte Ternström dann zwischen 1959 und 1962 die Schauspielschule des Dramaten und erhielt anschließend ein festes Engagement an diesem Theater, jeweils kurz unterbrochen von Aufträgen im Film und für das Fernsehen.

Der Durchbruch im Dramaten kam für Solveig Ternström 1967 in der Rolle der Elvira in Cirkus Madigan und im Fernsehen mit dem Stück "Ein Puppenheim" im Jahre 1970. Während Ternström in diesen Rollen vor allem von einem kleinen Publikum und der Kritik bemerkt wurde, kam der Publikumserfolg bei einer Zusammenarbeit mit Carin Mannheimer in einer Fernsehserie in der sie die verschiedene ausgesetzte Frauenrollen spielte, zum Beispiel mit einem dementen Vater oder einem Alkoholiker als Mann. Auf Grund dieser Rollen war Ternström sehr bald jedem Schweden bekannt und als sie auch noch in der Fernsehserie Svenska Hjärtan spielte, war die Schauspielerin eine Kultfigur geworden.

Solveig Ternström ist den Schweden allerdings nicht nur als Schauspielerin ein Begriff, sondern auch als Politikerin, eine Aufgabe, die gewissermaßen in der Loge des Dramaten über sie hereinbrach, als eine unbekannte Stimme sie fragte, ob er sie auf die Wahlliste der Zentrumspartei schreiben dürfe. Auf diese Weise landete Ternström 2006 an der Spitze der Liste der Partei für den Wahlkreis Stockholm, und wurde in das Parlament gewählt, wo sie sich vor allem in sozialen Fragen engagierte, entsprechend ihrer Fernsehrollen. Die Zusammenarbeit mit der Centerpartiet sollte jedoch nicht sehr lange halten, denn am 7. Juli 2010 verließ sie die Partei aus Protest wegen der Untertützung des Ausbaus der Kernkraft, was die Politikerin und Schauspielerin als Verrat an den Wählern bezeichnete.


17. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
17. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
17. Juli 1813: Der schwedische Künstler Nils Månsson Mandelgren 
17. Juli 1862: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
17. Juli 1883: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. April 2015

Thorbjörn Fälldin, dreimal Ministerpräsident Schwedens

Thorbjörn Fälldin kam am 24. April 1926 als Sohn eines Landwirts in Högsjö im Ångermanland zur Welt und wurde nach seiner Realschulreife im Jahr 1945 selbst Landwirt. Nach seinem Wehrdienst  und dem Offiziersexamen des Jahres 1951 wurde Fälldin in mehreren Vereinen aktiv, wurde in mehreren von ihn zum Vorsitzenden gewählt und machte sich dadurch einen Namen im Ångermanland. Es war daher nahezu logisch, dass Fälldin ab 1958 auch ins Parlament gewählt wurde und 1971 auch zum Vorsitzenden der schwedischen Zentrumspartei (Centerpartiet) gewählt wurde, ein Amt, das der Politiker bis 1985 wahr nahm.

Als Thorbjörn Fälldin 1971 zum Vorsitzenden der Zentrumspartei gewählt wurde, war er gleichzeitig der natürliche Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, da die Partei um diese Zeit die größte bürgerliche Partei war. Diese „natürliche“ Entscheidung sollte sich jedoch bald als problematisch zeigen, denn als Fälldin bei den Parlamentswahlen des Jahres 1976 bei der entscheidenden Diskussion Olof Palme gegenüberstand, zeigte er sich als erbitterter Gegner der Kernkraft und forderte erst eine Lösung für die Endlagerung bevor man an den Bau von Kernkraftreaktoren denken sollte. Dies brachte zwar den bürgerlichen Block an die Regierungsmacht und machte Fälldin zum Ministerpräsidenten, aber es führte auch zu bürgerlichen Parteikämpfen, da die anderen Regierungsparteien Befürworter der Kernkraft waren. Das Ergebnis war, dass Thorbjörn Fälldin 1978 von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktrat.

Dies war jedoch nicht das politische Ende von Thorbjörn Fälldin, denn bei den folgenden Wahlen gewann wieder der bürgerliche Block und der Politiker wurde erneut zum Ministerpräsidenten Schwedens. Nur zwei Jahre später brachten jedoch die Diskussionen um die Steuerpolitik des Landes der Regeirung ein Ende und als eine neue Koalitionsregierung gebildet wurde, war Fälldin zum dritten Mal Ministerpräsident, allerdings nur für ein Jahr, denn als 1982 die nächsten Parlamentswahlen durchgeführt wurden, kamen die Sozialdemokraten an die Macht. Fälldin versuchte 1985 eine Rückkehr  in die vorderste Linie der Politik und begann dafür eine Zusammenarbeit mit der damals sozialkonservativen KDS (Christdemokraten), was jedoch dazu führte, dass die Centerpartiet bei den Wählern geradezu abstürzte. Fälldin verlor dann auch seinen Posten als Vorsitzender der Partei und kehrte in die Landwirtschaft zurück, auch wenn er in den Folgejahren noch mehrere politische Aufgaben übertragen bekam.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens 
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition 
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie 
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1901: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse 
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
24. April 1975: Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm 
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso 
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Mittwoch, 2. April 2014

Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Als Hannes Alfvén am 2. April 1995 in Djursholm bei Stockholm starb, hatte er für einen Physiker die höchst mögliche Stufe erreicht, da ihm 1970 der Nobelpreis in Physik überreicht worden war. Studiert hatte der am 30. Mai 1908 in Norrköping geborene Alfvén an der Universität Uppsala, wo er 1932 auch Dozent in Physik wurde, bevor er einige Jahre später als Professor zur Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm wechselte. Seine überragenden Forschungen fielen dann vor allem in die Jahre ab 1963, als Alfvén als Professor und Forscher für Plasmaphysik tätig war, eine Tätigkeit, die er bis 1973 ausübte, auch wenn ab 1967 in den USA lebte.

Die theoretischen Ausführungen von Hannes Alfvén, insbesondere im Gebiet der Magnetohydrodynamik, sind bis heute von größter Interesse der Physik, wobei Alfvén allerdings noch zu jener Gruppe an Wissenschaftlern gehört, die sehr breit arbeitetet und dessen Interesse nicht am Rande seines Fachbereichs endete. Als Kosmologe und Elektrotechniker untersuchte Alfvén daher auch die magnetischen Stürme und die elektrischen Felder und versuchte dabei auch die Entstehung der Polarlichter zu erklären.

Trotz seiner Errungenschaften für die schwedische Wissenschaft war Hannes Alfvén im Jahre 1967 gezwungen seine Forschung für mehrere Jahre in die USA zu verlegen, da er die schwedische Kernkrafttechnologie stark kritisiert hatte, was wiederum zur Folge hatte, dass ihm die schwedische Wirtschaft Forschungsgelder verweigerte und die Regierung den Physiker als persona non grata betrachtete. Erst nachdem Alfvén den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, wurde er wieder positiver in Schweden gesehen. Alvén war bis zu seinem Tode auch politisch als Kernkraftgegner aktiv, zu Beginn bei der Zentrumspartei und später bei den Grünen des Landes.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens 
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden 
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg 
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Januar 2014

Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte in Schweden immer stärker die Forderung auf dem Volk ein bedeutenderes Mitspracherecht zu bieten und damit den demokratischen Gedanken zu verwirklichen. Am 25. Januar 1922 kam daher das Parlament zur Entscheidung die Volksbefragung, auch oft als Referendum oder Volksentscheid bezeichnet, auf nationaler und lokaler Ebene zuzulassen. Allerdings war diese Entscheidung weniger vom demokratischen Gedanken geprägt als vielmehr davon, dass die Parteien in Fragen des angestrebten Alkoholverbots auf die Bevölkerung hofften ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.

Das Gesetz zur Volksbefragung sollte allerdings dem Volk nicht wirklich ein Machtwerkzeug in die Hände geben, sonder lediglich dazu dienen den Politikern einen Hinweis zur Volksmeinung zu bieten, denn in der Tat handelte es sich bei diesem Gesetz, das noch heute gültig ist, nur um eine ratgebende Volksbefragung, denn das Parlament ist in keiner Weise an die Volksentscheidung gebunden, was sich bei den bisherigen Volksbefragungen auch sehr deutlich zeigte, da die Schweden, zum Beispiel, mehrheitlich gegen den Rechtsverkehr stimmten und die Kernkraft auslaufen lassen wollten. In beiden Punkten entschied die Regierung nicht auf das Volk zu hören.

Auch wenn die Politiker die Idee der Volksbefragung als eigene Idee ausgaben, so war die Entscheidung im Jahre 1922 die Folge davon, dass die Bewegung der Antialkoholiker bereits 1907 eine eigenständige Volksbefragung veranstaltet hatte an der rund zwei Millionen Schweden teilnahmen und sich 99 Prozent unter ihnen für ein generelles Alkoholverbot ausgesprochen hatten. Dieses Problem des Alkoholverkaufs spaltete die Parteien, so dass die Regierung durch das neue Gesetz die eigenen Probleme auslagern konnten. Zum Erstaunen sehr vieler Schweden lehnte dann jedoch die Mehrheit der Wähler bei der Volksbefragung am 27. August 1922 ein generelles Alkoholverbot ab.


25. Januar 1622: Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip
25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der Modernist der schwedischen Literatur 
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Arbeiterbewegung 
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus 
25. Januar 1957: Polio-Epidemie in Schweden 
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher 
25. Januar 1967: Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 1. Mai 2013

Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze

Bereits im Jahre 1958 hatten sich die beiden staatlichen Unternehmen Vattenfall und AB Atomenergi entschieden zwei Kernkraftwerke in Schweden zu bauen. Eines davon erhielt den Namen Ågestaverket, das auch unter den Bezeichnungen R3 und Adam bekannt wurde. Bereits 1963 wurde das Ågestaverket in Huddinge (bei Stockholm) in Betrieb genommen. Der Reaktor war bis 1974 in Betrieb und lieferte Fernwärme an den Stockholmer Stadtteil Farsta, aber es wurde auch Strom ins öffentliche Netz eingespeist.

Der Bau des Ågestaverkets hatte mehrere Ziele, sollte aber vor allem ausreichende Kenntnisse für die Entwicklung der Kernenergie in Schweden liefern. Warum Schweden sehr schnell zur Kernkraft griff, lag insbesondere daran, dass Schweden energiemäßig unabhängig von allen anderen Ländern werden wollte und ausschließlich Uran aus dem eigenen Land verwenden wollte. So nebenbei sollte auch Plutonium für eine schwedische Atombombe gewonnen werden, die Russland von jedem Invasionsplan abhalten sollte.

Am 1. Mai 1969  kam es jedoch im Ågestaverket erstmals zu einem bedeutenden Vorfall, da durch ein Leck eine Überschwemmung ausgelöst wurde durch den ein Teil des Sicherheitssystems ausgeschaltet wurde. Durch eine Kettenreaktion, die auch auf ein beim Vorfall zerstörtes Ventil zurückzuführen war, traten 500 Liter schweres Wasser aus und der Reaktor musste von Hand abgeschaltet werden. Da das Ågestaverket in diesem Fall nur sehr knapp einer Kernschmelze entkam, griffen die Medien den Fall wochenlang auf, was auch dazu führte, dass die schwedische Bevölkerung sich anschließend kritisch zur Kernenergie stellte, was sich letztendlich noch bei Volksbefragung zur Kernenergie im Jahre 1980 auswirkte.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. März 2012

Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Die Centerpartiet (Zentrumspartei) Schwedens entstand im Grunde in drei Stufen. Bereits 1908 wurde über eine Partei gesprochen, die die Rechte der Bauern vertreten sollte, aber da keine leitende Figur in den Vordergrund trat, begann sich die Partei erst am 1. Dezember 1910 zu formieren, als Carl Berglund einen Aufruf mit dem Titel „Bröder låtom oss enas!“ in der Zeitung Landsbygden veröffentlichte. Die Centerpartiet nennt daher diesen Tag als Geburtstag der Partei, obwohl sie erst am 2. März 1913 unter dem Namen „Bondeförbundet“ gegründet wurde.

Der Erfolg der Partei lag vor allem an seiner extrem konservativem Haltung und der Tatsache, dass sich die Bauern von den Sozialisten im Stich gelassen fühlten, die sich nur um Arbeiterrechte in einer steigenden Industrialisierung kümmerten. Die Einstellung der Partei zeigte sich insbesondere mit dem Parteiprogramm von 1933, nach dem die Partei dafür sorgen wollte den schwedischen Volksstamm in seiner Reinheit zu bewahren und seine Vermischung mit minderwertigen, ausländischen Rassen verhindern wollte.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde dann das Parteiprogramm immer wieder verändert und immer der Strömung angepasst. Selbst aus der Forderung Kernkraftwerke so schnell wie möglich abzuwickeln entstand die Meinung, dass Kernkraftwerke in Schweden ausgebaut werden müssen. Mit der Wahl von Annie Lööf zur neuen Vorsitzenden der Partei spielt die Partei erneut mit anderen aktuellen Karten. Nun will sich die Centerpartiet um Arbeitsbeschaffung, Firmengründungen, Wohlfahrt, Umwelt, Dezentralisierung und die Entwicklung von Dörfern kümmern, was allerdings immer noch nicht zu einem klaren Profil der Partei oder zurück zu ihren landwirtschaftlichen Wurzeln führt.

2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Am 6. Oktober 1958 wurde von „Radio Mosebacke“ in Stockholm die „Mosebacke Monarki“ ausgerufen, eine Monarchie, die von 1958 bis 1983 bestand, zumindest für alle, die dem beliebten humoristischen Radioprogramm folgten oder diese etwas eigene Monarchie im Fernsehen unter „Mosevisionen“ ab dem Jahre 1967 entdeckte. Die Radiosendung war die erste humoristisch-kritische öffentliche Auseinandersetzung mit der schwedischen Monarchie, ohne dass das schwedische Königshaus jedoch auch nur ein einziges Mal genannt wurde.

Bei der Mosebackes Monarchie wurde der Stockholmer Stadtteil Mosebacke (Södermalm) zu einer eigenen Monarchie ausgerufen, das eine Art Miniaturschweden darstellte. Von besonderer Bedeutung war, dass das aktuelle Tagesgeschehen Schwedens die Entwicklung der Mosebacke Monarki beeinflusste und damit auf humoristische Weise politische oder wirtschaftliche Entwicklungen kritisieren konnte ohne jemanden persönlich anzugreifen, denn alle Persönlichkeiten von Mosebacke waren frei erfunden.

Mosebackes Monarki wurde als unabhängiges Land gesehen, das Schweden als Nachbar hatte, wobei die erfundene Monarchie sicherlich in manchen Punkten auch die Volksmeinung Schwedens beeinflusst, so 1979, als die Monarchie Mosebacke über die Kernkraft in Schweden diskutierte, frei nach Shakespeare „sein oder nicht sein“. In der erfundenen Monarchie herrschte ein vom Volk gewählter König, wobei König Sune ein früherer Werkmeister der AB Plastsaker war, der nur ein Motto kannte: „Går det, så går det.“ (Geht es, so geht es).

6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Juli 2011

Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden

Am 13. Juli 1954 wurde in Schweden der erste Kernreaktor in Betrieb genommen, der unter dem Namen R1 bis zum 6. Juni 1970 in Betrieb war und vor allem Forschungszwecken diente. Der Reaktor war auf dem Campus der KTH (Kungliga Tekniska Högskolan) in Stockholm errichtet. Die Technik des R1 baute auf die Kenntnisse Enrico Fermis auf, der auch an der Entwicklung der ersten Atombombe maßgeblich beteiligt war und, nachdem er 1938 den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, wegen der Judenverfolgungen in Italien in die USA auswanderte.

Der Reaktor R1 hatte ursprünglich eine Leistung von 300 kW, die nach dem Umbau des Kühlsystems auf 1 MW erhöht wurde. Der R1 lief mit nicht angereichertem Uran, das aus Frankreich importiert wurde, wobei Pläne bestanden weiteres Uran direkt in Schweden abzubauen. Als der Reaktor 1970 still gelegt wurde, wurden 4,8 Tonnen Brennstoff nach Studsvik transportiert, wo das Material bis 2007 zwischengelagert war. Anschließend wurde es in Sellafield aufbereitet und kam nach Schweden zurück, wo es auf eine Endlagerung wartet.

Während die Entwicklung der Kernenergie in Schweden bis Ende der 70er Jahre positiv betrachtet wurde, veränderte das Unglück in Harrisburg im Jahre 1979 die Einstellung von Politikern und Bevölkerung zur Kernkraft, was 1980 schliesslich zu einer Volksbefragung über Kernenergie führte, nach der sämtliche Kernreaktoren bis 2010 still gelegt werden müssen. Die Regierung Reinfeldt hob jedoch die Entscheidung auf und erwartet eine Lebensdauer der Kernkraftwerke von bis zu 60 Jahren, da er es als unsinnig betrachtet billige Kernenergie gegen teure Windenergie auszutauschen.

13. Juli: Der Paltdagen (Knödeltag) in Schweden
13. Juli 1858: Der Berzelii Park und seine Statue in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. März 2011

Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Am 23. März 1980 wurde in Schweden ein Volksbegehren zur Frage der Kernenergie des Landes durchgeführt, da keine der politischen Parteien eine eindeutige Meinung hatte und daher alle Parteien die Entscheidung dem Volk überlassen wollten.

Die Wähler konnten zwischen drei Alternativen wählen, nämlich ob das Kernenergieprogramm weiterentwickelt werden sollte, ob die Reaktoren sobald wie möglich wieder abgeschaltet und abgewickelt werden sollten oder ob das Kernkraftprogramm unmittelbar abgebrochen werden muss. Die Mehrheit entschied sich für die zweite Lösung.

Da man 1980 davon ausging, dass ein Kernreaktor gefahrlos zwischen 25 und 30 Jahren betrieben werden kann, entschied sich die Regierung den letzten Reaktor im Jahre 2010 zu schließen. Noch Jahre bevor die Frist ablief, unternahm keine der schwedischen Regierungen Maßnahmen, die eine alternative Energieversorgung förderten, so dass bei Ablauf der Frist die aktuelle Regierung sich entschloss weiterhin auf Kernkraft zu setzen und die Entscheidung des Volksbegehrens außer Kraft setzte.

23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg