Mittwoch, 13. Juli 2011

Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden

Am 13. Juli 1954 wurde in Schweden der erste Kernreaktor in Betrieb genommen, der unter dem Namen R1 bis zum 6. Juni 1970 in Betrieb war und vor allem Forschungszwecken diente. Der Reaktor war auf dem Campus der KTH (Kungliga Tekniska Högskolan) in Stockholm errichtet. Die Technik des R1 baute auf die Kenntnisse Enrico Fermis auf, der auch an der Entwicklung der ersten Atombombe maßgeblich beteiligt war und, nachdem er 1938 den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, wegen der Judenverfolgungen in Italien in die USA auswanderte.

Der Reaktor R1 hatte ursprünglich eine Leistung von 300 kW, die nach dem Umbau des Kühlsystems auf 1 MW erhöht wurde. Der R1 lief mit nicht angereichertem Uran, das aus Frankreich importiert wurde, wobei Pläne bestanden weiteres Uran direkt in Schweden abzubauen. Als der Reaktor 1970 still gelegt wurde, wurden 4,8 Tonnen Brennstoff nach Studsvik transportiert, wo das Material bis 2007 zwischengelagert war. Anschließend wurde es in Sellafield aufbereitet und kam nach Schweden zurück, wo es auf eine Endlagerung wartet.

Während die Entwicklung der Kernenergie in Schweden bis Ende der 70er Jahre positiv betrachtet wurde, veränderte das Unglück in Harrisburg im Jahre 1979 die Einstellung von Politikern und Bevölkerung zur Kernkraft, was 1980 schliesslich zu einer Volksbefragung über Kernenergie führte, nach der sämtliche Kernreaktoren bis 2010 still gelegt werden müssen. Die Regierung Reinfeldt hob jedoch die Entscheidung auf und erwartet eine Lebensdauer der Kernkraftwerke von bis zu 60 Jahren, da er es als unsinnig betrachtet billige Kernenergie gegen teure Windenergie auszutauschen.

13. Juli: Der Paltdagen (Knödeltag) in Schweden
13. Juli 1858: Der Berzelii Park und seine Statue in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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