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Sonntag, 13. Januar 2019

Der schwedische Politiker Lars Ohly

Lars Ohly wurde am 13. Januar 1957 in Spånga als Sohn eines Priesters geboren und schloss sich mit 13 Jahren dem Jugendbund der Volkspartei (heutige Liberale) an, um sich jedoch bereits wenig später weitaus mehr links zu engagieren, vor allem beeinflusst durch den Vietnamkrieg, die Apartheid und die Probleme in Chile und Palästina. Es war daher logisch, dass sich Ohly dann 1978 dem kommunistischen Jugendbund und 1979 der kommunistischen Partei (Vänsterpartiet kommunisterna) anschloss, der Partei, die seinen persönlichen Anschauungen am nächsten kam.

Lars Ohly, der ab 1976 bei der staatlichen Eisenbahn SJ arbeitete, zeichnete sich dort durch ein starkes gewerkschaftliches Engagement aus und als 1990 die heutigen Linken (Vänsterpartiet) gegründet wurde, begann sein politischer Aufstieg. Nur vier Jahre später war Ohly Parteisekretär, 1998 wurde er ins Parlament gewählt und 2004 übernahm er, nach Gudrun Schyman, die Parteiführung der Linken, eine Aufgabe, die er erst 2012 an Jonas Sjöstedt abgab. Problematisch war indes, dass sich Lars Ohly grundsätzlich als Kommunist bezeichnete, ein Label, das die Vänsterpartiet, mit einer revidierten Politik, absolut vermeiden wollte. 2005 erklärte Ohly schließlich vor Fernsehkameras dass er sich in Zukunft nicht mehr als Kommunist bezeichnen werde.

Im Jahr 2012 teilte Lars Ohly dann mit dass er in Zukunft nicht mehr als Vorsitzender der Linken zur Verfügung stehe und 2014 war er auch nicht mehr auf den Listen der Parlamentswahlen zu finden, er behielt jedoch andere Aufträge in verschiedenen Verbänden und innerhalb der Partei. Ohly stolperte dann jedoch über die #metoo-Bewegung, denn 2017 ging eine Anzeige gegen ihn wegen sexueller Belästigung ein. Ohly versicherte, zumindest bewusst, nie in diesem Sinne gehandelt zu haben, aber er respektiere, dass nun jede Frau ihrer Meinung und ihren persönlichen Auffassungen Ausdruck geben dürfe. Ohly verließ am 9. Januar 2018 die Linken und musste, ohne verurteilt worden zu sein, zwei Monate später auch seine Aufgabe als Vorsitzender einer Behindertenorganisation abgeben.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1544: Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Sonntag, 29. Januar 2017

Der grüne Politiker Birger Schlaug

Birger Schlaug kam am 29. Januar 1949 in Stockholm zur Welt und gibt aus seiner Vergangenheit sehr wenig preis, obwohl er über Presseartikel in den unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften seit Mitte der 80er Jahre einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaftsdebatte Schwedens leistet, als Buchautor aktiv ist und, vor allem während der letzten 20 Jahre, durch Vorträge Meinungsbildung betreibt und vor allem die Werke Elin Wägners diskutiert und in die Gegenwartsdebatte einzuflechten weiß.

Auch wenn Birger Schlaug heute kein politisches Amt mehr ausübt, so war er von 1985 bis 1988 und von 1992 bis 2000 der Vorsitzende der Grünen Schwedens und arbeitete in diesem Rahmen vor allem mit Klimafragen und zeigte sich als deutlicher Gegner der Kernkraft, zwei Themen, über die er auch zahlreiche Artikel und auch Bücher veröffentlichte. Schlaug gehört damit zu jenen Personen, die den tatsächlichen Grundstock der Grünen (Miljöpartiet) schufen und die wichtigsten Fragen der Partei in die öffentliche Diskussion brachten.

Heute versuchen die Grünen Schwedens Birger Schlaug, der auch Mitbesitzer der Firma ProVoka ist, die in der Meinungsbildung und Kommunikationsausbildung aktiv ist, möglichst zu verschweigen, denn der ehemalige Politiker gehört mit zu den bedeutendsten Kritikern der aktuellen Entwicklung der Grünen und sieht vor allem in den Handlungen der Führungsschicht der Partei einen Verrat der Grundideen einer grünen Alternative, Meinungen, die er auch häufig in Fernsehgesprächen ausdrückt, was natürlich auch dazu führt dass Teile der Grünen und auch die Bevölkerung das Vertrauen in die grüne Politik der Partei verlieren.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Januar 2017

Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson

Als C.-H. Hermansson am 5. Januar 1964 zum Vorsitzenden der kommunistischen VPK (Vänsterpartiet kommunisterna) gewählt wurde, kam erstmals ein Kritiker des Sowjetsystems an die Spitzenposition der Partei, eine Person, die während ihrer Zeit als Vorsitzender zwischen 1964 und 1975 dem Kommunismus Schwedens ein neues Gesicht geben sollte und die Partei vom sowjetischen Gedankengut zu einem europäischen Kommunismus führte, der selbst eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten der westlichen Länder voraussetzte, auch wenn Hermansson dadurch mit zur Spaltung der Kommunisten Schwedens führte.

Als Carl-Henrik Hermansson die Führung der VPK übernahm, war diese Mitglied im Komintern (Kommunistische Internationale) und daher vom Kreml gesteuert, mit einer Vergangenheit, die im finnischen Winterkrieg die Position der Sowjetunion verteidigt hatte, die Besetzung Norwegens durch Hitler für gut geheißen hatte und auch den Mauerbau in Berlin als notwendig angesehen hatte. Vom ersten Tag als Parteivorsitzender wollte Hermansson die Partei von dieser strikten Sowjetlinie abbringen, was sich beim Parteikongress im Jahre 1967 sehr deutlich zeigte, denn Hermansson kritisierte dabei die Übergriffe der Sowjets und forderte eine internationale Solidarität, die auf Frieden, Freiheit, Sozialismus und eine nationale Unabhängigkeit baut.

Aber auch wenn C.-H. Hermansson die kommunistische Partei VPK von der Ideologie der Sowjetunion entfernte, so setzte er auf eine internationale Zusammenarbeit der kommunistischen Parteien und behielt daher auch enge Kontakte zur kommunistischen Partei der Sowjetunion, denn seine Ideologie war nicht das Moralisieren, sondern die Zusammenarbeit, die einen dritten Weltkrieg verhindern sollte. Hermansson versuchte während seiner Zeit als Parteivorsitzender der VPK auch die Klassenbegriff neu zu definieren und schloss in der Arbeiterklasse auch alle öffentlichen Angestellten in dieser Gruppe ein, da er nicht die Arbeit mit den Händen als Kriterium sah, sondern die Situation eines Menschen innerhalb der Gesellschaft.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm 
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 24. April 2015

Thorbjörn Fälldin, dreimal Ministerpräsident Schwedens

Thorbjörn Fälldin kam am 24. April 1926 als Sohn eines Landwirts in Högsjö im Ångermanland zur Welt und wurde nach seiner Realschulreife im Jahr 1945 selbst Landwirt. Nach seinem Wehrdienst  und dem Offiziersexamen des Jahres 1951 wurde Fälldin in mehreren Vereinen aktiv, wurde in mehreren von ihn zum Vorsitzenden gewählt und machte sich dadurch einen Namen im Ångermanland. Es war daher nahezu logisch, dass Fälldin ab 1958 auch ins Parlament gewählt wurde und 1971 auch zum Vorsitzenden der schwedischen Zentrumspartei (Centerpartiet) gewählt wurde, ein Amt, das der Politiker bis 1985 wahr nahm.

Als Thorbjörn Fälldin 1971 zum Vorsitzenden der Zentrumspartei gewählt wurde, war er gleichzeitig der natürliche Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, da die Partei um diese Zeit die größte bürgerliche Partei war. Diese „natürliche“ Entscheidung sollte sich jedoch bald als problematisch zeigen, denn als Fälldin bei den Parlamentswahlen des Jahres 1976 bei der entscheidenden Diskussion Olof Palme gegenüberstand, zeigte er sich als erbitterter Gegner der Kernkraft und forderte erst eine Lösung für die Endlagerung bevor man an den Bau von Kernkraftreaktoren denken sollte. Dies brachte zwar den bürgerlichen Block an die Regierungsmacht und machte Fälldin zum Ministerpräsidenten, aber es führte auch zu bürgerlichen Parteikämpfen, da die anderen Regierungsparteien Befürworter der Kernkraft waren. Das Ergebnis war, dass Thorbjörn Fälldin 1978 von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktrat.

Dies war jedoch nicht das politische Ende von Thorbjörn Fälldin, denn bei den folgenden Wahlen gewann wieder der bürgerliche Block und der Politiker wurde erneut zum Ministerpräsidenten Schwedens. Nur zwei Jahre später brachten jedoch die Diskussionen um die Steuerpolitik des Landes der Regeirung ein Ende und als eine neue Koalitionsregierung gebildet wurde, war Fälldin zum dritten Mal Ministerpräsident, allerdings nur für ein Jahr, denn als 1982 die nächsten Parlamentswahlen durchgeführt wurden, kamen die Sozialdemokraten an die Macht. Fälldin versuchte 1985 eine Rückkehr  in die vorderste Linie der Politik und begann dafür eine Zusammenarbeit mit der damals sozialkonservativen KDS (Christdemokraten), was jedoch dazu führte, dass die Centerpartiet bei den Wählern geradezu abstürzte. Fälldin verlor dann auch seinen Posten als Vorsitzender der Partei und kehrte in die Landwirtschaft zurück, auch wenn er in den Folgejahren noch mehrere politische Aufgaben übertragen bekam.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens 
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition 
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie 
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1901: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse 
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
24. April 1975: Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm 
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso 
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Sonntag, 20. Januar 2013

Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Am 20. Januar 1973 wurde der Lehrer Alf Svensson mit 34 Jahren, nach dem Tod seines Vorgängers Birger Ekstedt, der Vorsitzende der schwedischen Partei Kristen Demokratisk Samling (KDS), einer christlichen Partei, die gerade einmal seit neun Jahren existierte und bei der Svensson bereits seit der Gründung der Vorstand des Jugendverbandes war, also ausreichend Erfahrung für seinen neuen Posten gesammelt hatte.

Die Voraussetzung für die Führung einer christlichen Partei waren für Alf Svensson aber auch aus privater Sicht ideal, da er in einem Elternhaus aufwuchs, das der Pfingstbewegung angehörte, der größten Freikirche Schwedens, die wegen seiner konservativen Einstellung auch einen starken Zuspruch von den konservativen Mitgliedern der Svenska Kyrkan hat. Das Engagement von Svensson führte sehr bald dazu, dass die KDS mit ihm als Person verknüpft wurde, was letztendlich auch dazu führte, dass sein Nachfolger, Göran Hägglund, die Partei umbenannte und Kristdemokraterna (KD) nannte.

Alf Svensson blieb 31 Jahre lang der Vorsitzende der Kristen Demokratisk Samling und blieb damit  länger Parteiführer als jeder andere schwedische Politiker. Svensson gab der christlichen Partei nicht nur ihren Stempel, sondern führte sie auch zu bedeutenden Wahlerfolgen, die man allerdings sehr personenbezogen sehen muss, denn Alf Svensson ist auch der einzige Politiker Schwedens, der bei den Europawahlen 2009 ein Direktmandat erhielt, da er persönlich mehr Stimmen erhielt als die Liste der KD und damit verhinderte, dass die Topkandidatin der Partei in Europa einziehen konnte. Auch in Europa zeigt sich die konservative Einstellung des Politikers, denn er war der einzige Schwede, der sogar forderte, dass Provider auch die Suchen in den Suchmotoren speichern sollen.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman 

Copyright: Herbert Kårlin