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Mittwoch, 8. März 2017

Die Ausstellung Din Post im Stockholmer Postmuseum

Das Postmuseum in Stockholm findet man in der Gamla Stan, in einem Gebäude, das bis zum 17. Jahrhundert zurückreicht und 1720 von der schwedischen Post gekauft wurde um in ein Postamt verwandelt zu werden. Bis 1869 fand man daher im heutigen Museum das einzige Postamt Stockholms. Im Jahr 1906 gab es dann so viele Postämter in der schwedischen Hauptstadt dass man in diesem Gebäude ein Postmuseum öffnen konnte das die gesamte Geschichte der schwedischen Post, und natürlich auch jene der Briefmarken, lückenlos aufzeigen kann. Mittlerweile gehört das Museum PostNord und damit nur noch zu 60 Prozent dem schwedischen Staat, und zu 40 Prozent Dänemark.

Am 8. März 2012 wurde im Postmuseum dann eine der vermutlich interessantesten ständigen Ausstellungen geöffnet, die den Namen Din Post (Deine Post) erhielt und die Geschichte der Post vom 17. Jahrhundert bis heute aufzeigt, auf eine Weise, die vor allem auch Kindern das Postwesen verständlich macht, denn hier erfährt man wie früher ein Brief aussah, kann eine Ansichtskarte mit dem eigenen Foto verschicken, Rätsel lösen, erfährt aber auch den Weg von der Postkutsche bis zu den Postwaggons und den elektrischen Fahrrädern mit denen die Briefträger heute unterwegs sind.

In der Ausstellung Din Post kann man auch frühere Uniformen der Postangestellten anprobieren, erfährt wer im 17. Jahrhundert überhaupt einen Brief bekam, warum Briefträger, die mit Booten die Post zustellten, Handschuhe hatten in denen Frauenhaar eingewebt war, und wann man einen Brief erstmals in ein Kuvert steckte, um schließlich in der modernen Zeit der elektronischen Briefe anzukommen. Wer sich für das gesamte schwedische Postwesen interessiert, sollte allerdings viel Zeit mitbringen, denn das gesamte Museum verfügt, ohne Archiv, über rund 18.000 Gegenstände die die Geschichte der schwedischen Post dokumentieren.

Das Postwesen in Schweden:

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Juli 2012

Die erste Briefmarke Schwedens

Auch wenn die Geschichte des schwedischen Postdienstes bis ins 17. Jahrhundert und damit zu Axel Oxenstierna zurückgeht und die erste Briefmarke bereits  im Jahre 1840 in Großbritannien entstanden war, so wurde in Schweden die erste Briefmarke erst am 1. Juli 1855 verwendet, die damals für Standardbriefe vier Schillinge kostete und die bis dahin vom jeweiligen Postamt abhängigen Gebühren durch einen Einheitspreis für ganz Schweden ersetzte.

Genau genommen weiß man nicht einmal, ob diese ersten Briefmarken am 1. Juli bereits verwendet wurden und wenn ja, wie viele dann die Briefe zierten, denn bekannt ist nur, dass die Postverwaltung an diesem Tag eine Million Briefmarken in den Postämtern Schwedens verteilte und, außer der Vier-Schilling-Briefmarke, auch Marken im Werte von drei, sechs, acht und 24 Schilling verteilt wurden. Ein üblicher Brief für vier Schillinge durfte damals 1 1/4 Lod wiegen, also 16,6 Gramm.

Aber auch wenn der Versand von Briefen im Jahre 1855 noch nicht gerade für Jedermann üblich war, da ein Arbeiter ganze 90 Minuten arbeiten musste um nur eine einzige Briefmarke kaufen zu können, so wurden im gleichen Jahr bereits 9,3 Millionen Briefe in Schweden verschickt. Durch die Vereinheitlichung des Portos und die Erscheinung von Briefkästen, machte der Postversand dann in den folgenden Jahren einen gewaltigen Sprung nach oben, denn 1870 hatte sich die Anzahl der Briefsendungen bereits auf 19,5 Millionen erhöht.


1. Juli 1987: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin