Sonntag, 23. Juni 2013

Stockholms Stadshus, das Rathaus der Hauptstadt wird eingeweiht

Das Stockholmer Stadshus, das oft als das Rathaus der Stadt bezeichnet wird, obwohl diese Übersetzung nur teilweise zutrifft, wurde am Mittsommerabend des Jahres 1923 eingeweiht, also am 23. Juni 1923, dem Tag, an dem Gustav Vasa 400 Jahre früher als Sieger in die schwedische Hauptstadt eingezogen war, ein Tag, der symbolisch für die Freiheit Schwedens steht und, wenn man steinernen Monumenten Glauben schenkt, bereits in der frühesten Geschichte des Landes gefeiert wurde.

Das Stockholmer Stadshuset in neuromantischem Stil

Bereits im Jahre 1908 hatte der Stockholmer Stadtrat entschieden ein Stadthaus zu bauen, das einerseits das Rathaus beherbergen sollte, zum anderen aber auch ein Gebäude für die bedeutendsten Feste Stockholms werden sollte, eine Bestimmung, die sehr klug war, denn durch diese Veranstaltungen, insbesondere das Nobelfest, wurde das Stadthaus eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Der 106 Meter hohe Turm des Stadshuset ist immer noch das vierthöchste Gebäude Stockholms und wurde zu einem Wahrzeichen der Hauptstadt, das nahezu jeder Tourist mindestens einmal fotografiert.

Für den Bau des Stadthauses hatte Stockholm das Gebiet der ehemaligen Dampfmühle Eldkvarn am Mälaren gekauft, was sich allerdings als Problem erwies, da über dem felsigen Grund elf Meter Lehm lag, die Verankerung des Gebäudes jedoch im Fels stattfinden musste. Der Architekt Ragnar Östberg meisterte jedoch alle Schwierigkeiten und konnte das Gebäude zudem zu einem Symbol für die Multikultur des Landes machen, denn er griff beim Bau zur italienischen Architektur, der nordischen Gotik und verschmolz das Ganze mit der Kunst des Islams. Während einer Führung im Stadshuset ist es leider unmöglich alle Kunstwerke des Gebäudes zu entdecken, gewinnt jedoch einen Eindruck vom schwedischen nationalromantischen Stil.


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23. Juni 1952: Mittsommer in Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

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