Montag, 5. Januar 2015

Alfred Ander, das Leben vor dem Raubmord und der Guillotine

Alfred Ander, der heute fast ausschließlich als der letzte und einzige Mörder bekannt ist, der unter der Guillotine starb, kam am 27. Oktober 1873 in Ljusterö bei Stockholm als Sohn eines ehemaligen Seemanns zur Welt, der um diese Zeit ein kleineres landwirtschaftliches Anwesen betrieb. Da die Mutter von Alfred Ander bereits starb als der Junge ein Jahr alt war, wurde er bis zum Alter von zehn Jahren allein von seinem Vater erzogen. Die Beziehung zur Stiefmutter, die er um diese Zeit erhielt schien angespannt, auch wenn darüber wenig berichtet wird.

Als Alfred Ander 14 Jahre alt war, verließ er das Elternhaus und fand noch im gleichen Jahr eine Anstellung in einem Restaurant in dem er in relativ kurzer Zeit bis zum Kellner aufstieg. In den folgenden Jahren arbeitete Ander in verschiedenen Restaurants als Kellner, lernte seine Frau kennen, die er nach seinem Wehrdienst in den Jahren 1893 und 1894 heiratete. Gleichzeitig mit der Ehe gab Ander auch seinen Beruf auf um sich selbständig zu machen. Sein erstes eigenes Geschäft wurde ein Tabakhandel in dem seine Frau zu jener Zeit arbeitete. Als er ein Jahr später das Geschäft verkaufte, geriet er an einen Betrüger, der ihm nur rund 20 Prozent der vereinbarten Summe auszahlte.

Alfred Ander kehrte zurück zu seiner Arbeit als Kellner, taucht dann jedoch erstmals 1900 im Polizeiregister auf und wird wegen dem Diebstahl eines Fahrrads zu drei Monaten Strafarbeit verurteilt. Nachdem die Strafe gebüßt ist, zog das Ehepaar nach Finnland und Ander begann erneut als Kellner zu arbeiten. Bereits zwei Jahre später kehrte das Paar jedoch zurück nach Schweden und Ander gründete sein eigenes Restaurant, das er jedoch ein Jahr später wieder verkaufte, da ihm die Schankgenehmigung entzogen wurde. Ander versuchte sich nun als Hotelier, musste jedoch so hohe Kredite aufnehmen dass das Unternehmen von Beginn an zum Scheitern verurteilt war und mit dem Konkurs endete. Es folgten einige kriminelle Kleintaten, die Ander nicht nur Gefängnisstrafen einbrachten, sondern auch dazu führten dass er keinerlei Einkommen mehr hatte und selbst die Wohnung verlor, was letztendlich zum Raubmord und dem Todesurteil am 5. Januar 1910 führte.


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Copyright: Herbert Kårlin

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