Mittwoch, 16. März 2016

Die Kinderzeitschrift Kamratposten

Am 16. März 1892 gründete die Lehrerin und Frauenrechtlerin Stina Quint die Zeitschrift Folkskolans barntidning, die in einem Rhythmus von drei Wochen erschien und sich an die Altersgruppe zwischen acht und 15 Jahren richtete. Nach der Idee von Quint sollte diese Zeitschrift eine Art unendliches Buch sein, denn beim Inhalt handelte es sich, neben Rätseln, vor allem um Erzählungen bekannter Schriftsteller, die die Kinder im Gottesglauben stärken sollten, aber zur Liebe zur Heimat und dem Tierschutz anhalten sollte, und natürlich die Gefahr von Alkohol hervorzuheben hatte. Sehr wichtig war Quint auch die Sparte mit Leserbriefen, deren Antworten alle mit Nisse tidningstomte unterzeichnet waren.

Stina Quant und ihre Nachfolger gaben die Folkskolans barntidning bis 1930 mit Unterstützung des Königshauses heraus, verkauften sie dann jedoch an den Verlag Åhlén & Åkerlund, der später im Zeitschriftenkonzern Bonnier aufging. Unter dieser Regie wurden bald die ersten Seiten farbig und gleichzeitig begann auch Astrid Lindgren regelmäßig für die Kinderzeitschrift zu arbeiten, die bis 1950 das ursprüngliche Konzept aufrecht hielt, sich dann allerdings den moderneren Strömungen anpasste und auch den Namen vom Folkskolans barntidning in Kamratposten änderte.

Kamratposten, die heute ein relativ bescheidenes Dasein führt und Kindern mittlerweile vor allem von Eltern und Verwandten geschenkt wird, hatte seinen größten Erfolg ab 1969, als die Zeitschrift Kamratposten die Sexologin
Maj-Briht Bergström-Walan für eine regelmäßige Spalte gewinnen konnte, die bedeutend zur Aufklärung in dieser Altersgruppe beitrug und heute unter Kropp & Knopp weitergeführt wird. Kamratposten richtet sich heute vor allem an die Altersgruppe zwischen sechs und dreizehn Jahren, kann sich jedoch auch mit neueren Konzepten nur noch schwer durchsetzen. Kamratposten gehört zu den wenigen Zeitschriften Schwedens in denen man keine Werbung findet, wobei Bonnier die Rentabilität zum einen im Verkauf von Abonnements, aber auch im Angebot von Produkten, die die entsprechende Altersgruppe ansprechen, sieht.

16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist

Copyright: Herbert Kårlin

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