Dienstag, 22. März 2016

Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér

Auch wenn Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, heute kaum noch bekannt ist, so spielte er während seines Lebens eine wichtige Rolle im literarischen Leben Schwedens, denn Regnér war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Übersetzer und Journalist, wobei er selbst einige Lehrbücher veröffentlichte, die man noch heute in mehreren wissenschaftlichen Literaturangaben finden kann. Aufsehen erregte Regnér allerdings vor allem als Literaturkritiker, als er in einem monatelangen öffentlichen Disput gegen die Meinung von Carl Gustaf af Leopold auftrat.

Gustaf Regnér war am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt gekommen und schrieb sich 1767 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Laufbahn als Staatsdiener vorzubereiten, wobei er allerdings auch unmittelbar im Verein Apollini Sacra aktiv wurde. Nach Abschluss seines Studiums begann Regnér 1774 seine Laufbahn im Kanzleikollegium und arbeitete sich bis zum Expeditionssekretär hoch. Eine Änderung in Regnérs Leben sollte jedoch im Jahre 1784 eintreten, als er Redakteur der Stockholms post tidningar und der Inrikes tidningar wurde.

Ab diesen Jahren arbeite Gustaf Regnér nicht nur als Redakteur, sondern er verfasste auch zahlreiche Gedichte, für die er 1788 auch den Großen Preis der Svenska Akademien erhielt, und zwischen 1784 und 1786 gab er auch den Svenska Parnassen heraus, ein Sammlung damaliger Gegenwartsdichtung im Gustavianischen Stil. Regnér galt, trotz seines etwas zurückgezogenen Wesens, in seiner Zeit als literarischer Revolutionär, denn er wollte die Gesellschaft vom klassischen Denken abbringen und zum gefühlsbetonten Naturalismus führen, was sich sehr deutlich in seinen Schriften zeigt, insbesondere aber bei seinen Übersetzungen, da er sich dabei vom damaligen französischen Vorbild abwandte und, zum Beispiel, deutsche Autoren der Zeit übersetzte, aber auch Horaz und Vergil modernisiert.


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Copyright: Herbert Kårlin

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