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Montag, 7. Januar 2019

Die schwedische Schauspielerin Tora Teje

Tora Teje, geborenen Johansson, kam am 7. Januar 1893 in sehr einfachen Verhältnissen in Stockholm zur Welt und besuchte, als eine der jüngsten Schülerinnen, zwischen 1908 und 1911 die Schauspielschule des Dramaten, wo die Schauspielerin auch ihren Künstlername Teje annahm. Nach einer kurzen Zeit am Dramaten wechselte Teje zu Alberts Ranfts Svenska Teatern, wo sie sich zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen Schwedens entwickelte. Erst 1923 kehrte Tora Teje dann zurück zum Dramaten um dieser Bühne dann weitgehend treu zu bleiben.

Während der Zeit als Tora Teje bei Ranft arbeitete, zeigte sich auch ein für jene Zeit sehr moderner Zug der Schauspielerin, denn sie liebte Luxus, Aufmerksamkeit, Sensation und gesellschaftliche Ausgelassenheit. Während andere sehr bekannte Schauspieler eher ein relativ zurückgezogenes Leben führten, trat Teje mit ihrem Streben nach Luxus an die Öffentlichkeit und schuf damit ein neues Frauenbild, das man bis heute in der Frauenpresse weltweit aufrecht hält.

Da zu jenen Jahren die Bühnen Schwedens ihre Schauspieler mit Restriktionen belegten, spielte Tora Teje nur in relativ wenigen Filmen, übernahm jedoch, unter anderem, eine Rolle in Erotikon von Mauritz Stiller und in Gubben kommer von Victor Sjöström, mit der Teje ihr Können auch der Zukunft vermitteln konnte. In den 50er Jahren gehörte Tora Teje, die am 29. April 1970 in Stockholm starb, zu den bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens. Ihre letzte Rolle spielte Teje im Alter von 65 Jahren im Jahr 1958 im schwedischen Reichstheater.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1842: Der schwedische Komponist Johan Lindegren
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1876: Der Künstler und Zeichner David Wallin 
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation
7. Januar 1945: Salz wird in Schweden als Mangelware rationalisiert
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. April 2018

Die Schriftstellerin Stina Bergman

Stina Bergman kam am 29. April 1888 als Elsa Kristina Lindberg, als Tochter eines Schauspielerpaares, in Stockholm zur Welt und wuchs gewissermaßen im Theater auf, da ihr Vater eine reisende Theatergesellschaft hatte, während die Mutter am Dramaten angestellt war. Mit 17 Jahren lernte die damalige Lindberg dann Hjalmar Bergman kennen, den sie drei Jahre später heiratete, als dieser noch ein relativ unbedeutender Schriftsteller war. Vom ersten Tag an half Stina ihrem Mann bei der Bearbeitung seiner Aufträge und 1913 begann sie sich dann intensiv für den Film und die Verfassung von Szenarien zu interessieren.

Zwischen 1913 und 1924 arbeitete Stina Bergman intensiv mit ihrem Mann zusammen, ohne jedoch selbst in Erscheinung zu treten, auch wenn das Paar innerhalb dieser Zeit rund 40 Filmmanuskripte schrieb und 1919 ihr Ehemann mit dem Roman Markurells i Wadköping bekannt wurde, an dem auch Stina eine bedeutende Rolle spielte. Als 1924 Victor Sjöström, Mauritz Stiller und Greta Garbo nach Hollywood gingen, hoffte auch das Paar Bergman, das in diesen Jahren als unzertrennlich galt, dort Karriere zu machen. Auch wenn wenig über diese Zeit bekannt ist, so kehrte das Paar Bergman nach knapp vier Monaten in Hollywood wieder nach Schweden zurück und Stina Bergman brach die Zusammenarbeit mit ihrem Mann ab und verteidigte ihn persönlich, im Gegensatz zu den gemeinsamen Werken, nicht mehr in der Öffentlichkeit, so dass allgemein bekannt wurde, dass ihr Ehemann nicht nur homosexuell und stark drogenabhängig war, sondern zudem Kinder missbrauchte.

Nach dem Tod Hjalmar Bergmans im Jahr 1931 hatte Stina Bergman einen kompletten Nervenzusammenbruch, der sie erst vier Jahr später zu einer Art Neugeburt führte, als sie, gemeinsam mit Gustaf Molander das Filmmanuskript Swedenhielms schrieb, bei dem auch deutlich wurde, dass sie bei der Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann immer gebremst wurde, denn ab dieser Zeit waren die Werke Bergmans menschlicher und daher dem Publikum auch zugänglicher. Im Jahr 1940 wurde Stina Bergman dann für die Auswahl aller Manuskripte bei der Svensk Filmindustri verantwortlich, einer Zeit des Umbruchs, da kaum noch ausländische Filme nach Schweden kamen, der Bedarf an rein schwedischen Filmen daher bedeutend wurde. Stina Bergman legte bei der Auswahl der Manuskripte ein hohes Qualitätsniveau voraus, was dadurch vereinfacht wurde, da Manuskriptschreiber damals zur Arbeitszeit im Büro von SF schrieben und Bergman daher die Autoren auch maßgeblich beraten und steuern konnte. Stina Bergman starb am 3. Juli 1976 in Stockholm. Bergman ist es auch zu verdanken, dass Ingmar Bergman bei der Svensk Filmindustri angestellt wurde.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1805: Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1828: Der Industrielle Carl Otto Bergman
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt
29. April 2011: Der Beginn und das Ende des Smålands Folkblad

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. April 2017

Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller

Ragnar Ring kam am 11. April 1882 in Kinnarumma im Västra Götaland zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im Småland. Nach seiner Hochschulreife in Växjö im Jahre 1901 verließ Ring jedoch das Småland um in Stockholm eine militärische Karriere zu beginnen. Schon 1905 wurde Ring dann Unterleutnant und begann eine Weiterbildung an der Kriegsschule Karlberg. Hier zeigte sich erstmals eines der Talente Rings, denn er komponierte während der Ausbildung den Walzer Karlsbergsboston, der nur wenig später zum ständigen Repertoire des Musikkorps KKS wurde.

Im Jahre 1906 wurde Ragnar Ring dann ins Regiment im Västernorrland versetzt, wo er zwei Jahre später zum Leutnant ernannt wurde. In diesen Jahren nahm der Rang dann das Pseudonym Lasse Rang an um, neben der militärischen Karriere, auch Feste zu arrangieren und vor allem um für die Härnösand-Posten und das Sollefteå-Bladet zu schreiben. In der Eigenschaft als Journalist fiel Ring 1912 dann dem Regisseur Mauritz Stiller auf, der ihn bat das Manuskript zu einem Film über die ersten Kriegshunde Schwedens zu schreiben, den Film När larmklockan ljuder. Diese Arbeit sollte die Zukunft Lasse Rings bedeutend beeinflussen.

Auch wenn Ragnar Ring weiterhin im Militärdienst blieb, so arbeitete er zwischen 1912 und 1918 immer wieder als Drehbuchautor für Svenska Biografen und die schwedische Niederlassung von Pathé Frères. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien dann auch der erste Roman Rings, Madame de Menasjévitj, der stark autobiographisch war und vor allem ein Rückblick auf die Geschehnisse am Torne älv war. Ab dieser Zeit widmete Ragnar Ring immer mehr Zeit dem Film und, nach seinem Rückzug aus dem Militärdienst im Jahre 1923, begann er auch als Regisseur zu arbeiten, wobei er sich hierbei vor allem für den frühen Werbefilm einsetzte. Insgesamt verwirklichte Ring über 1000 Werbefilme für die schwedische Industrie, unter anderem den mittlerweile restaurieren Film Herr och Frau Stockholm über das Kaufhaus PUB des Jahres 1920, in dem auch Greta Garbo eine Rolle spielt. Ragnar Ring starb am 1. August 1956 in Stockholm.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Februar 2017

Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist

Gerda Lundequist wurde am 4. Februar 1871 unter dem Familiennamen Lundqvist als uneheliche Tochter einer Friseuse geboren und von der Witwe eines Fabrikanten erzogen, die dem Mädchen eine solide Ausbildung bot. Mit 15 begann Lundequist an der Königlichen Theaterschule in Stockholm eine Schauspielausbildung, wobei sie bereits ein Jahr später auch gleichzeitig die Schauspielschule des Dramaten besuchte. Nach dem Ende ihrer Ausbildung wurde Lundequist 1891 am Stora Teatern in Göteborg engagiert und wechselte bald darauf zu Albert Ranft, der die Schauspielerin insbesondere im Svenska Teatern einsetzte.

Nahezu von Beginn an spielte Gerda Lundequist wichtige Rollen und überzeugte die Kritik in Hauptrollen bei Werken von Ibsen, Shakespeare und Strindberg. Nahezu ihr gesamtes Leben spielte Lundequist nur in Tragödien und erst am Ende ihrer 60-jährigen Karriere als Schauspielerin zeigte sie auch einige wenige Male ihr Können als Komödiantin. Bis heute gilt Gerda Lundequist, die an nahezu allen großen Theatern Schwedens auf der Bühne stand, als die größte Tragödin in der Welt des Theaters, wobei sie oft auch als Schwedens Sarah Bernhardt bezeichnet wird. Neben ihrem Beruf als Schauspielerin arbeitete Lundequist zeitweise auch als erfolgreiche Regisseurin und in der Ausbildung von Schauspielern.

Noch Mitte der 40er Jahre stand Gerda Lundequist in Hauptrollen auf der Bühne des Dramaten, wobei sie 1947 auch an Ingmar Bergmans Hörspiel „Der fliegende Holländer“ von August Strindberg teilnahm und 1955 übernahm sie eine Nebenrolle im Film Giftas an, eine der wenigen Möglichkeiten die Schauspielerin noch heute spielen zu sehen. Giftas war nicht der erste Film Lundequists, denn bereits 1924 wirkte sie an Mauritz Stillers Stummfilm Gösta Berlings Saga mit. Aber nach diesem ersten Film entschied sich die Schauspielerin dass nicht der Film ihre Heimat war, sondern die Bühne.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 10. September 2016

Das älteste noch existieren Kino Stockholms: Zita

Wer heute das Kino Zita in Stockholm besucht, ahnt kaum dass es sich hierbei um das älteste noch existierende Kino Stockholms handelt, das bereits am 10. September 1913 unter dem Namen Vinter-Palatset eingeweiht wurde, mit dem Film Germinal des französischen Schriftstellers Emile Zola, realisiert von Albert Capellani. Da der damalige Besitzer Axel Nilsson ursprünglich ein Pferdehändler war, so erhielt er auch den Spitznamen Häst-Nisse, also Pferde-Nisse. Das Kino Zita, das 1930 den Namen Rita erhielt, ist heute längst renoviert und von den ersten Jahren zeugen nur noch einige wenige Details am Stuck neben der großen Leinwand. An diesem Detail kann man auch noch erkennen, dass der Bau kein Kino werden sollte, sondern im Dezember des Vorjahres als Theater fertiggestellt worden war, das Mauritz Stiller betreiben sollte, ein Plan, der sich im September 1913 völlig zerschlagen hatte.

Nilsson behielt das Bio Zita lediglich ein Jahr lang, anschliessend wechselten die Besitzer mehrmal, bis der Vinter-Palatset 1929 geschlossen wurde. Nach einigen Umbauten öffnete das Kino 1930 wieder unter einem neuen Besitzer und erhielt den Namen Rita. Das Kino hatte nie den erhofften Erfolg und änderte, nach weiteren Umbauten im Jahre 1965, seinen Namen in Nya Rita, bis Europafilm 1983 der Besitzer des Kinos wurde und sich sehr schnell dazu entschied es ganz zu schließen, was jedoch nicht das Ende des Gebäudes in seiner Eigenschaft als Kinos war, denn am 2. April 1984 öffnete Filminvest die Räume erneut unter dem Namen Zita.

Allerdings hatte sich 1984 so einiges geändert, denn Filminvest setzte auf Pornografie, was erneut Umbauten erforderte, da auch Kabinen für jeweils eine Person eingerichtet wurden. Auch pornografische Filme konnten das Publikum jedoch nur einige Jahre lang anlocken und 1991 schloss das Zita erneut. Auch diese Pause war nur kurz, denn im gleichen Jahr übernahm Folkets Bio das Kino, baute die Räume erneut um und öffnete bereits am 2. April 1993 erneut unter dem Namen Zita. Folkets Bio setzt allerdings ausschließlich auf Filme hoher Qualität für ein anspruchsvolles Publikum, das mittlerweile das Bio Zita auch entdeckte und eine Weiterführung dieser Stockholmer Kinolegende erlaubt.


10. September 1380: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
10. September 1797: Der schwedische Chemiker Carl Gustaf Mosander
10. September 1821: August Jahnke, der Gründer der Allmänna Sångföreningen
10. September 1866: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
10. September 1892: Anders Anderson, ein Arzt als schwedischer Skalde
10. September 1924: Die Lottabewegung in Schweden
10. September 1942: Otto von Friesen und die Runenlehre Schwedens
10. September 1970: Die schwedische Sängerin Anna Book
10. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Mai 2016

Der schwedische Filmer Gustaf Boge

Gustaf Boge wurde am 21. Mai 1891 in Göteborg geboren und begann seine Karriere als Filmer und Regisseur im Jahre 1916, als er bei Mauritz Stillers Film Kärlek och journalistik hinter der Kamera stand, einer glücklichen Liebesgeschichte der Stummfilmzeit. Auch für Stillers Filme Herr Arnes pengar (1919) und Johan (1921) stand Boge hinter der Kamera, allerdings beide Male als zweiter Kameramann, obwohl er bereits in Victor Sjöströms Film Karin Ingmarsdotter des Jahres 1920 als erster Kameramann beschäftigt gewesen war.

In den gleichen Jahren entwickelte sich Gustaf Boge auch zu einem der ersten Filmjournalisten, denn zwischen 1920 und 1956 lieferte er eine bedeutende Menge an Beiträgen zum SF-Journalen, der wöchentlichen Revue, die in den schwedischen Kinos der Svensk Filmindustri vor Beginn der Hauptfilme gezeigt wurden. Seine bekannteste und wichtigste filmhistorische Arbeit erfolgte in diesem Rahmen in den Jahren 1923 und 1924, als Boge, gemeinsam mit dem Schriftsteller Sigfrid Siewerts, im Auftrage der Svenska Filmindustrin eine Reise um die Welt unternahm und diese filmisch dokumentierte.

Gustaf Boge war bis zu den 40er Jahren einer der gefragtesten Kameramänner Schwedens, der nicht nur die Augen eines Kameramanns hatte, sondern auch als Journalist, Regisseur und Filmer eine bedeutende Erfahrung aufwies. Zwischen 1930 und 1948 hatte Boge eine enge Zusammenarbeit mit Prinz Wilhelm und schuf dabei die sogenannten Landschaftsschilderung, die ein Bild Schwedens jener Epoche zeigen. Nach Ende dieser Produktion ging Gustaf Boge leider mehr und mehr auf den Industriefilm und Reklamefilme über und legte die Dokumentation, die seine gröbste Stärke war, zur Seite.


21. Mai 1085: Knut der Heilige verleiht Helsingborg die Stadtrechte
21. Mai 1742: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
21. Mai 1751: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche Schwedens
21. Mai 1800: Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler
21. Mai 1875: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
21. Mai 1894: Der schwedische Künstler Kurt Jungstedt
21. Mai 1949: Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person
21. Mai 1968: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen
21. Mai 2010: Die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 17. Juli 2014

Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller

Mauritz Stiller kam am 17. Juli 1883 in einer russisch-jüdischen Familie unter dem Namen Moshe Stiller im finnischen Helsingfors (Helsinki) zur Welt, verließ Finnland jedoch bereits als Jugendlicher um sich in Stockholm zum Schauspieler auszubilden. Bis Stiller dann 1912 von Charles Magnusson als Regisseur für das Svenska Biografteatern engagiert wurde, arbeitete er vor allem in der schwedischen Hauptstadt, erst nur als Schauspieler, später auch als Theaterregisseur.

Mauritz Stiller, der neben Victor Sjöström, zu den bedeutendsten Regisseuren der schwedischen Stummfilmzeit gehört, zeigte sich während der ersten Jahre im Filmgeschehen  extrem produktiv, denn zwischen 1912 und 1916 zeichnete er für nicht weniger als 34 Filme unterschiedlichster Art. Sein vermutlich bedeutendstes Werk dieser Zeit war der Film Vingarne nach der Vorlage eines Romans von Herman Bang und der Skulptur Vingarne von Carl Milles. Die Rahmenhandlung des Filmes, die für das Verständnis des typisch schwedischen Filmes wichtig ist, wurde jedoch bei allen Vorführungen außerhalb Schwedens entfernt.

Im Jahre 1922 gründete Mauritz Stiller, gemeinsam mit Sjöström, die Filmproduktion AB Svensk Filminspelning und zwei Jahre später realisierte er seinen bekanntesten Film „Die Gösta Berling Saga“ nach einem Roman von Selma Lagerlöf, der auch Greta Garbo den Durchbruch brachte. Nur zwei Jahre später ging Stiller, mit Garbo am Schlepptau, nach Amerika um in Hollywood zu arbeiten. Mauritz Stiller blieb jedoch nur vier Jahre lang in den USA und kehrte 1928 schwer krank nach Schweden zurück. Am 18. November des gleichen Jahres starb der Regisseur dann in Stockholm.


17. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
17. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
17. Juli 1862: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 3. Januar 2013

Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms

Victor David Sjöström starb am 3. Januar 1960 im Sophiaheim in Stockholm, ein Schauspieler und Regisseur, der, neben Mauritz Stiller, die wichtigste Figur des schwedischen Stummfilms war. Eines seiner bedeutendsten Werke als Regisseur und Schauspieler gleichzeitig war die Verfilmung des Buches Jerusalem von Selma Lagerlöf im Jahre 1919, das unter dem Titel Ingmarssönerna in die Kinos kam. International berühmt wurde er als Schauspieler mit seiner letzten Rolle, als er in Ingmar Bergmans Smultronstället den alternden Arzt Isak Borg spielte.

Victor David Sjöström gehört zu jenen Filmgrößen, die mangels Geld nicht die Bühnenschule des Dramaten in Stockholm besuchen konnten und daher den Beruf über Theatergesellschaften lernen musste. Bevor Sjöström daher zum Film kam, war er zwischen 1898 und 1912 nahezu ständig mit wechselnden Theatergruppen in Schweden und Finnland auf Tournee. Als sich der Schauspieler daher im Februar 1912 von Charles Magnusson als Regisseur und Schauspieler für das Svenska Biografteatern engagiert wurde, hatte er mehr Erfahrung gesammelt als andere, die die offiziellen Wege zur Bühne nahmen.

Seine ersten Schritte im Film machte Victor David Sjöström im Film Vampyren, wo er unter Mauritz Stiller als Schauspieler arbeitete, damit er lernen konnte welche Unterschiede zwischen Theater und Film bestehen. Noch im gleichen Jahr war er dann Regisseur des Filmes Trädgårdsmästaren. Allein während der ersten fünf Jahre beim Svenska Biografteatern drehte Sjöström insgesamt 30 Filme. Auch wenn einige dieser Filme auch internationales Aufsehen erregten, so kam der Durchbruch für Sjöström erst 1917 mit der Verfilmung Henrik Ibsens Terje Vigen, der auch den internationalen Durchbruch des schwedischen Films brachte. Der Film war die bis dahin teuerste Produktion Schwedens und einer der ersten Filme weltweit, die in natürlicher Umgebung bei Nynäshamn eingespielt wurden.

Als 1919 das Unternehmen Svensk Filmindustri entstand, schuf Victor David Sjöström mit dem Film Körkarlen, bei dem er neue Tricktechniken anwandte, ein Meisterwerk, das ihn nach einer sehr positiven Kritik in der New York Times weltberühmt machte. Die Folge war, dass er 1923 bei der neu gegründeten Firma Metro-Goldwyn-Meyer in Hollywood zu arbeiten begann. 1930, nachdem er seinen ersten Tonfilm Bröllopsnatten noch in den USA gedreht hatte, kehrte Sjöström zurück nach Schweden, wo er nur noch zwei Filme drehte, darunter Markurells i Wadköping. Ansonsten wandte sich der Regisseur dann jedoch wieder der Schauspielerei zu. Am 1. Februar 1943 wurde er künstlerischer Leiter der Svensk Filmindustri.


3. Januar 1947: Nylonstrümpfe kommen nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin