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Sonntag, 21. April 2019

Die Balletttänzerin Elsa-Marianne von Rosen

Elsa-Marianne von Rosen kam am 21. April 1924 als Tochter des Künstlers Reinhold von Rosen in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch überwiegend im Sörmland auf. Ihre Karriere als Balletttänzerin begann im Grunde sehr spät, denn erst als 13-jährige, als sie wieder von ihren Eltern zu ihrer Großmutter nach Stockholm zog, begann sie eine Ausbildung als Tänzerin. Von Rosen setzte ab dieser Zeit alles in den Balletttanz und schon zwei Jahre später wurde sie erstmals, wegen ihres Könnens, von den Dagens Nyheter in einem Artikel genannt. Nach mehreren Jahren an Privatausbildung perfektionierte sich von Rosen dann mit Hilfe von Harald Lander, dem damaligen Ballettdirektor des Königlichen Theaters in Kopenhagen.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Tänzerin hatte Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1941 im Konzerthaus in Stockholm, was auch der Beginn ihrer Karriere wurde, denn 1943 erhielt sie das Angebot im Varieté "National Scala" in Kopenhagen zu tanzen, was ihr wiederum dazu verhalf Gastschülerin in der Ballettschule des Königlichen Theaters zu werden und Kontakte mit der internationalen Tanzwelt zu knüpfen. Als von Rosen dann nach Stockholm zurückkam, wurde ihre die Position der Primadonna im Oscarsteatern angeboten, das um diese Zeit einige Ballettabende auf den Spielplan setzte, ansonsten aber die Ballettgruppe auf internationale Tourneen schickte.

Bekannt wurde Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1950, als sie in der Königlichen Oper in Stockholm als Fröken Julie auf die Bühne trat, ein Stück mit dem sich die Künstlerin persönlich identifizierte. Bis heute gilt Elsa-Marianne von Rosen, die am 7. September 2014 in Kopenhagen starb, als die beste Julie aller Zeiten. Um die gleiche Zeit begann von Rosen auch als Choreographin zu arbeiten und gründete mit ihrem Ehemann das Skandinaviska Beletten. Von 1970 bis 1976 war von Rosen Ballettchef beim Stora Teatern in Göteborg und von 1980 bis 1987 beim Malmöbaletten. Obwohl von Rosen nach einer Operation nicht mehr sprechen konnte, wirkte sie noch im Jahr 2012 beim Dokumentarfilm Ballerina mit, mit dem Maja Friis das Leben der Künstlerin verfilmte.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1816: Der Kriegsherr Johan af Puke
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Januar 2019

Die Konzert- und Opernsängerin Birgit Finnilä

Birgit Finnilä kam am 20. Januar 1931 in Sibbarp im Halland auf einem Bauernhof zur Welt und zeigte als Kind wenig Interesse für die Schule, auch nicht für den Gesang, so dass es sehr lange dauerte bis jemand auf ihre Alt-Kontraalt-Stimme aufmerksam wurde. Relativ spät begann Finnilä daher bei Ingalill Lindén in Göteborg eine Gesangsausbildung, die sie dann an der Royal Academy of Music in Londen vervollständigte. Nach Beendigung der Ausbildung kehrte Finnilä nach Göteborg zurück und wurde dort vom Stora Teatern engagiert.

Zwischen 1963 und 1967 trat Birgit Finnilä dann in Göteborg vor allem als Konzertsängerin auf, wurde jedoch auch für Opernaufführungen engagiert. Im Jahr 1967 spielte die Sängerin in Orfeus und wurde von der Presse für ihre Leistungen außerordentlich gelobt, aber auch für ihre Interpretationen von Bach, Bruckner und Wagner, die damals in Mode waren. Auf diese Weise gelang es Finnilä unmittelbar von einer kleinen Bühne auf die Weltbühnen in Mailand, Paris und München zu gelangen und, unter anderem, mit Solti, Karajan und Barbirolli zu arbeiten. Nahezu über Nacht war Finnilä zu einer der gefragtesten Sängerinnen weltweit geworden.

Bereits 1968 ging Birgit Finnilä auf Welttournee und besuchte auch Australien, die USA und die damalige Sowjetunion. Im Gegensatz zu Sopransängerinnen, die insbesondere auf der Opernbühne Karriere machten, wurde Finnilä vor allem für Konzerte engagiert, da hier ihre Stimme weitaus mehr zum Tragen kam als in einer Oper. In diesem Zusammenhang wurde sie auch von mehreren Schallplattenfirmen für Konzertaufnahmen unter Vertrag genommen, unter anderem für Aufnahmen von Werken Schumanns, Bachs und Vivaldis, die ohne eine gute Alt-Stimme nicht zum Leben erweckt werden können.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1917: Der Künstler und Silberschmied Bertil Berggren Askenström

20. Januar 1918: Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 21. Februar 2017

Der Schauspieler und Regisseur Ivar Kåge

Ivar Kåge kam am 21. Februar 1882 als Sohn eines Großhändlers unter dem Namen Ivar Nilsson in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine Karriere im Theater. Bereits im ersten Jahr als Schüler im Dramaten hatte Kåge in August Strindbergs Carl XII. eine erste kleinere Nebenrolle. Während seiner Ausbildung von 1902 bis 1906 hatte der Schauspieler dann mehrere bedeutendere Rollen und stand, unter anderem, auch mit Harriet Bosse auf der Bühne. Sein erstes festes Engagement erhielt Kåge dann unmittelbar nach seiner Ausbildung am Stora Teatern in Göteborg.

Bereits nach einem Jahr in Göteborg wurde Ivar Kåge von Albert Ranft entdeckt und stand für diesen mehrere Jahre lang auf den Bühnen Stockholms, wobei er dort insbesondere die Rolle eines Liebhabers oder eines Helden spielte. Insbesondere die Rolle eines Liebhaber war Kåge über Jahre hinweg vorbestimmt. Im Jahr 1912 kehrte Kåge jedoch an das Dramaten zurück, dem er bis 1943 treu bleiben sollte, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Schauspieler am Dramaten die Möglichkeiten hatten auf der Bühne und im Film gleichzeitig zu arbeiten.

Ivar Kåge gehört zu jenen Schauspielern, die Film und Theater ab 1912 auf hervorragende Weise verbinden konnten und in beiden Bereichen großen Erfolg hatten, denn während Kåge im Dramaten ab den 20er Jahren einer der bedeutendsten Charakterschauspieler wurde, stand er bereits 1912 im Stimmfilm Trädgårdsmästaren unter Victor Sjöström vor der Kamera. Nach vier Stummfilmen kam für Kåge, der am 2. April 1951 in Stockholm starb, der Tonfilm. Der Schauspieler wirkte in über 50 Filmen
mit, teilsweise auch als Regisseur, ohne jedoch im Film eine bestimmte Richtung zu gehen, denn er spielte in diesen Jahren jede Art von Rolle. Neben seiner Tätigkeit im Film und auf der Bühne war Ivar Kåge auch über viele Jahre hinweg die Person, die am meisten Gedichte im Radio vortrug und vorlas.

21. Februar 1527: Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson
21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman
21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Februar 2017

Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist

Gerda Lundequist wurde am 4. Februar 1871 unter dem Familiennamen Lundqvist als uneheliche Tochter einer Friseuse geboren und von der Witwe eines Fabrikanten erzogen, die dem Mädchen eine solide Ausbildung bot. Mit 15 begann Lundequist an der Königlichen Theaterschule in Stockholm eine Schauspielausbildung, wobei sie bereits ein Jahr später auch gleichzeitig die Schauspielschule des Dramaten besuchte. Nach dem Ende ihrer Ausbildung wurde Lundequist 1891 am Stora Teatern in Göteborg engagiert und wechselte bald darauf zu Albert Ranft, der die Schauspielerin insbesondere im Svenska Teatern einsetzte.

Nahezu von Beginn an spielte Gerda Lundequist wichtige Rollen und überzeugte die Kritik in Hauptrollen bei Werken von Ibsen, Shakespeare und Strindberg. Nahezu ihr gesamtes Leben spielte Lundequist nur in Tragödien und erst am Ende ihrer 60-jährigen Karriere als Schauspielerin zeigte sie auch einige wenige Male ihr Können als Komödiantin. Bis heute gilt Gerda Lundequist, die an nahezu allen großen Theatern Schwedens auf der Bühne stand, als die größte Tragödin in der Welt des Theaters, wobei sie oft auch als Schwedens Sarah Bernhardt bezeichnet wird. Neben ihrem Beruf als Schauspielerin arbeitete Lundequist zeitweise auch als erfolgreiche Regisseurin und in der Ausbildung von Schauspielern.

Noch Mitte der 40er Jahre stand Gerda Lundequist in Hauptrollen auf der Bühne des Dramaten, wobei sie 1947 auch an Ingmar Bergmans Hörspiel „Der fliegende Holländer“ von August Strindberg teilnahm und 1955 übernahm sie eine Nebenrolle im Film Giftas an, eine der wenigen Möglichkeiten die Schauspielerin noch heute spielen zu sehen. Giftas war nicht der erste Film Lundequists, denn bereits 1924 wirkte sie an Mauritz Stillers Stummfilm Gösta Berlings Saga mit. Aber nach diesem ersten Film entschied sich die Schauspielerin dass nicht der Film ihre Heimat war, sondern die Bühne.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 4. November 2015

Die schwedische Schauspielerin Kjerstin Dellert

Kjerstin Dellert, geborene Häggbom, kam am 4. November 1925 in Stockholm zur Welt und nahm 1948 an einem Talentwettbewerb in New York teil, den sie gewann. Obwohl dies bedeutete, dass ihr eine Karriere in Amerika offen stand, kehrte die Gewinnerin zurück nach Schweden und begann ihre künstlerische Karriere als schöne Helena am Stora teatern in Göteborg. Auch wenn Dellert in Göteborg Erfolg hatte, so wollte sie zum Großstadtleben zurückkehren und in Stockholm auf der größten Bühne des Landes stehen, obwohl dies schlechter bezahlt war als in Göteborg.

Bereits im folgenden Jahr gelang Kjerstin Dellert der Sprung nach Stockholm, wo sie als Musette in La Boheme an der königlichen Oper engagiert wurde. 1954 wechselte Dellert dann von der Operette in die lyrisch-dramtische Oper und überzeugte in ihrer Rolle als Carmen. 25 Jahre lang sollte die Opernsängerin dann dem Königlichen Theater treu bleiben und dabei mehr und mehr Charakterrollen übernehmen, was die Künstlerin jedoch nicht davon abhielt 1972 mit Kärlek behöver inga ord an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teilzunehmen und dort den vierten Platz einzunehmen.

Als Diva war es Kjerstin Dellert immer wichtig im Zentrum zu stehen, was ihr auch gut gelang, da die Künstlerin auch Galas organisierte und vom Reichstag finanzierte Unterhaltungen für ein ausgewähltes Publikum, unter anderem für das Hochzeitsfest von König Carl Gustaf und Königin Silvia. Als Dellert im Alter von Mitte 50 immer mehr Charakterdarstellerin wurde, entdeckte sie 1981 bei einem Spaziergang das Ulriksdals Schlosstheater, genannt Confidencen, und entschied sich das älteste schwedische Rokokotheater wieder zum Leben zu erwecken. Heute ist Kjerstin Dellert die Direktorin dieses Theaters, das rund 200 Jahre zu schlafen schien und ohne Dellert weiterhin am Verfallen wäre.


4. November 1520: Kristian II. wird in Schweden zum König gekrönt
4. November 1842: Olof Arborelius und die Landschaft Dalarnas
4. November 1954: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
4. November 1954: Stig Dagerman, der depressive Schriftsteller Schwedens
4. November 1970: Die schwedische Opernsängerin Malena Ernman

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Juli 2014

Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens

Hjalmar Selander wurde am 2. Juli 1859 in Fässberg im Bohuslän als Sohn eines Landwirts geboren und entschied sich sehr früh dafür Schauspieler zu werden. Vermutlich mit 16 Jahren begann er daher eine Ausbildung an Mallanders Theaterschule, die um diese Zeit im Stora Teatern in Göteborg untergebracht war. Nach einigen Schüleraufführungen spielte Selander dann 1878 auch seine erste Rolle im gleichen Theater. In den Folgejahren hatte der Schauspieler mehrere Engagements an den verschiedensten Bühnen in Göteborg und in Stockholm, vor allem aber reiste er mit Theatergruppen durch Schweden, Norwegen und Finnland, was bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die wichtigste Einkommensquelle für schwedische Schauspieler war.

Seinen exzellenten Ruf als Schauspieler erwarb Hjalmar Selander jedoch mit der Schauspieltruppe von William Engelbrecht und Anna-Lisa Hwasser-Engelbrecht, die zu den anerkanntesten Schauspielern jener Zeit gehörten. Die Stücke der Truppe entsprachen dem höchsten Niveau der Schauspielkunst, waren jedoch finanziell problematisch, zumal die beiden Direktoren keinerlei Verhältnis zu Geld hatten. Engelbrecht musste in Viborg sogar einmal mit dem Geld seiner Schauspieler aus der Schuldhaft ausgelöst werden. Diese Erfahrung prägte Selander so stark, dass er später, als er eine eigene Truppe leitete, die finanzielle Lage bis ins kleinste Detail überwachte.

Im Jahre 1890 gründete Hjalmar Selander, gemeinsam mit seiner Frau Concordia Hård eine eigene Theatertruppe, die ein enormes Repertoire aufwies und nahezu permanent in Schweden, Finnland und Russland auf Tournee war. Die ersten Probleme tauchten jedoch auf als sich in Schweden immer mehr feste Theater installierten und Albert Ranft alle bedeutenden Schauspieler nach Stockholm zog, Selander daher nun mit einer zweitklassigen Besetzung arbeiten mussten. Als 1919 in Schweden auch noch eine Vergnügungssteuer zu bezahlen war und feste Theater, im Gegensatz zu reisenden Theatertruppen, daher eine Subvention erhielten, kamen auch noch finanzielle Probleme auf Selander zu. Nur sechs Jahre später musste Selander, der in 50 Jahren 700 verschiedene Rollen gespielt hatte, seine Theatergesellschaft auflösen, konnte jedoch darauf zurückblicken, dass er Schauspieler wie Karl Gerhard oder Gösta Ekman entdeckt hatte, die damals eine glänzende Karriere vor sich hatten.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral 
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire 
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China 
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden 
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg 
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Samstag, 21. Juni 2014

Theaterdirektor Axel Engdahl

Axel Engdahl wurde am 21. Juni 1863 in Göteborg geboren und interessierte sich bereits als Schüler für das Theater, sah dies allerdings mehr als Freizeitvergnügen an und begann daher eine völlig gewöhnliche berufliche Laufbahn, erst als Telegrammausträger, später bei der Seefahrtsversicherung, bei denen sich sein Talent nur dadurch zeigte, dass Engdahl sehr witzig war, in seiner Freizeit Gedichte schrieb und erste Revuen zu verfassen begann. Erst als Engdahl 32 Jahre alt war, sollte sich seine Bahn ändern.

Seine erste Revue schrieb Axel Engdahl für die Ordensgesellschaft Par Bricole, die beim Stockholmer Theaterdirektor Albert Ranft einen solchen Eindruck hinterließ, dass dieser Endahl damit beauftragte weitere Revuen für das Stora Teatern in Göteborg zu schreiben, die dort ab 1895 mit beachtlichem Erfolg aufgeführt wurden. Bisweilen mietete Engdahl auch selbst das Theater um seine Stücke aufzuführen, denn auch wenn er keinerlei Ausbildung hatte, so zeigte sich, dass er sowohl als Schauspieler als auch als Autor ein Gefühl für das Volkstümliche hatte.

Als Axel Engdahl im Jahre 1903 das Folkteatern in Göteborg übernahm, zu Beginn gemeinsam mit Albin Lavén und ab 1906 allein, begann sich der Ruf Engdahls über ganz Schweden zu verbreiten, da er als Theaterdirektor die bedeutendsten Revueschauspieler jener Zeit engagierte und jedes Jahr bis zu drei eigene Revuen schrieb, die trotz des lokalen Einschlags, auf jeder Bühne des Landes ein breites Publikum anzogen. Als Engdal dann am 10. Januar 1922 in Göteborg starb, war er geradezu zu einer Institution geworden  dessen Stücke mittlerweile bereits bis zu 100 Jahren überlebt haben.


21. Juni: Der schwedische Vorname Alf und die nordische Mythologie
21. Juni 1865: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus
21. Juni 1874: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
21. Juni 1903: Alf Sjöberg, der Revolutionär des schwedischen Theaters
21. Juni 1945: Bert Karlsson, vom Musikproduzent zum Millionär 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Oktober 2013

Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens

Albert Ranft hatte bei seinem Tod am 5. Oktober 1938 eine lange Karriere als Schauspieler und Theaterdirektor hinter sich und galt zu Beginn des 20. Jahrhundert als der ungekrönte Theaterkönig Stockholms, da er dort zeitweise bis zu alle sieben Privattheater der Stadt leitete und damit das kulturelle Leben der Stadt nahezu steuerte. Zwischen 1906 und 1926 war Ranft insbesondere für die Aufführungen am Oscarsteatern zuständig, das um diese Zeit des bedeutendste Theater der schwedischen Hauptstadt war.

Albert Ranft hatte sich sehr früh für eine Karriere im Theater entschieden und trat mit 18 Jahren erstmals mit der dänischen Theatertruppe Magda von Dolckes in Örebro auf. In den Folgejahren zog Ranft dann mit den verschiedensten Theatergruppen durch Schweden und sammelte die notwendige Erfahrung, die ihm später von großer Hilfe sein sollten. Sein erstes festes Engagement erhielt der Schauspieler im Jahre 1886 beim Stora Teatern in Göteborg, dem 1890 eine weitere Anstellung bei Hjalmar Selander folgen sollte.

1892 entschied sich Albert Ranft das Stora Teatern in Göteborg zu übernehmen und so nebenbei noch eine durch das Land reisende Theatergruppe aufzubauen. Nur wenig später übernahm Ranft dann, eines nach dem anderen, die Privatbühnen Stockholms und selbst die Oper. Seine Aufgabe war denn vor allem gute Intendanten zu finden mit denen er zusammenarbeiten konnte. Ranfts Lieblingsprojekt war dabei das Svenska Teatern für das er Harald Molander als Intendant anstellte. Zur Premiere führte er dort mehrere bedeutende Stücke des Landes auf, unter anderem auch Ett drömspel von August Strindberg. Bemerkenswert war dabei, dass Ranft allen seinen Schauspielern vertraglich verbot an Filmen mitzuwirken, er jedoch selbst zwei kleine Rollen annahm.


5. Oktober 1785: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern 
5. Oktober 1997: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schweden

Copyright: Herbert Kårlin