Montag, 23. April 2018

Der schwedische Schriftsteller Ane Randel

Ane Randel kam am 23. April 1879 als Sohn eines Regimentspfarrers in Karlskoga zur Welt und bildete sich nach seiner Hochschulreife zum Lehrer aus, wobei er jedoch, nach seinem Examen als Lehrer im Jahr 1898, noch Philosophie an der Universität Uppsala studierte und dort 1904 seine Kandidatur machte. Nach Abschluss des Studiums begann Randel erst für das Svenska Dagbladet zu arbeiten, später wechselte er zu Ord och Bild, zum Aftonbladet und schließlich zur Göteborgs-Posten, wobei er seine Artikel grundsätzlich unter einem Pseudonym veröffentlichte.

Ab 1913 veröffentlichte Ane Randel jedes Jahr ein unterhaltsames Buch, das vor allem Tagesthemen, kulturhistorische Schriften und kulinarische Betrachtungen aus seiner sehr konservativen Haltung präsentierte. Trotz seiner permanenten Umschreibung und der Anwendung von einem Maximum an Synonymen konnte Randel mit seinem Humor und seinen lehrhaften Aussagen eine breites Publikum gewinnen, das sich auch mit seinen klassischen und konservativen Meinungen identifizierte. Während heute die kulturhistorischen Betrachtungen Randels überholt scheinen, haben seine Erzählungen über die Essenskultur noch heute eine gewisse Bedeutung.

Auch wenn Ane Randel als Übersetzer nicht sehr eifrig war, so ist seine Leistung bei der Übersetzung des Werkes Le Gran Testament von François Villon eine einzigartige Leistung, denn innerhalb von zehn Jahren übersetzte Randel das gesamte Werk und behielt bei der schwedischen Übersetzung selbst die Versform des Dichters, eine Leistung, die, nach Randel, nie wieder einem Übersetzer gelang. Um das Verständnis dieses gigantischen Werkes dem schwedischen Leser zu erleichtert, verfasste Randel ein wissenschaftliches Vorwort von 54 Seiten. Dieses Werk kam damals jedoch nicht nur in Buchform auf den Markt, sondern wurde auch ausschnittsweise im Svenska Dagbladet veröffentlicht.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

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