Dienstag, 24. März 2015

Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)

Am 24. März 1979 gründete Carl P. Herslow die schwedische regional aktive Skånepartiet (Schonenpartei), die bereits zwei Jahre vorher als politische Bewegung gegründet worden war. Herslow, der noch heute der Parteivorsitze ist, setzte von Beginn an auf private lokale Radiostationen über die er die Bewohner Skånes direkt erreichen konnte. Diese Idee zeigte sich extrem erfolgreich, denn bereits bei den Wahlen des Jahres 1985 zog die Partei mit mehreren Mandaten im Stadtrat Malmös ein und setzte damit, nach 66 Jahren an der Macht, der sozialdemokratischen Regierung der Stadt ein Ende. Auch wenn die Skånepartiet 1985 Malmö nicht allein regieren konnte, so kam es dennoch zu einer Rechtswendung der Stadt bei der die Ideen der Partei einen gewissen Einfluss zeigten.

Die Grundgedanken der Skånepartiet waren von Beginn an vor allem drei Punkte, die noch heute eine Leitlinie der Partei sind. Der wichtigste Punkt ist die Unabhängigkeit Skånes als eigenes Land, was später zeitweise abgemindert wurde und zur Frage der regionalen Autonomie wurde. Der zweite Grundpfeiler ist eine restriktive Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik und der dritte Punkt besteht darin den Islam aus ganz Skåne zu verbannen. Als Nebenpunkt kam noch die Forderung hinzu das Radio- und Fernsehmonopol in Skåne abzuschaffen. Allein diese Forderungen reichten aus um fünf Mandate der Regionalregierung zu erringen und in mehrere Stadträte der Region einzuziehen.

Als 1988 die Sverigedemokraterna die meisten Punkte der Skånepartei übernahmen, die Forderungen einer Republik Skåne jedoch ablegten, verlor die Skånepartiet ihre nationalistische Vormachtsstellung in Skåne, was allerdings auch damit zusammenhing, dass die Sverigedemokraterna auf nationaler Ebene arbeiteten und ihre Arbeit nicht auf Skåne beschränkten. Heute wird die Skånepartiet von den Wählern kaum noch beachtet und bei den letzten Wahlen im Jahre 2014 erreichte sie gerade einmal eine Wählerunterstützung von 0,6 Prozent, auch wenn sich die Partei mittlerweile auch stark für eine Mitgliedschaft Schwedens in der Nato macht und fordert, dass die beiden Reaktoren des Kernkraftwerks Barsebäcks, das 2005 endgültig abgeschaltet wurde, wieder gestartet werden um den Strompreis in Skåne zu verbilligen.


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Copyright: Herbert Kårlin

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