Posts mit dem Label Protestantismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Protestantismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 25. April 2017

Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp

Auch wenn der Ort Broddetorp heute nur noch knapp 140 Einwohner zählt, so spielte er während der Reformation eine bedeutende Rolle, da hier am 25. April 1529 der Widerstand gegen Gustav Vasas protestantische Kirche beendet wurde, zwar auf Grund von wagen Versprechen des Königs, der damit Zeit gewinnen konnte um innerhalb weniger Tage einen Plan auszuarbeiten, der auch jeden zukünftigen Widerstand gegen die Lutherische Kirche begraben sollte, aber Gustav Vasa gelang es in Broddetorp auch die gesamte religiöse Linie Schwedens über Jahrhunderte hinweg festzulegen und den rotestantischen Glauben zur Staatskirche zu erheben.

Der Aufstand hatte Anfang April des Jahres 1529 im Småland begonnen, als katholische Bischöfe, die reiche Bürgerschicht und die Bauern Gustav Vasa absetzen wollten um damit ihren katholischen Glauben behalten zu können. Den Aufständischen gelang es Margareta, die Schwester des Königs, gefangen zu nehmen, den Vogt des Königs zu töten und begonnen die anderen Regionen Schwedens für einen Aufstand zu gewinnen, was Gustav Vasa zu schnellen Entscheidungen zwang, da er einen allgemeinen Bürgerkrieg nicht gewinnen konnte, jedoch weder die Macht verlieren wollte, noch die Reformation durch Sondergenehmigungen verändern wollte.

Bereits am 16. April 1529 schickte Gustav Vasa daher einen Brief an die Aufständischen, dankte diesen, dass sie seine Schwester so freundlich aufgenommen hatten, gab dem Vogt selbst Schuld an seinem Tod, da er eigenmächtig gehandelt habe und bat um ein Treffen bei dem die unterschiedlichen Standpunkte besprochen werden sollten und er den Bauern zuhören werde. Gleichzeitig warnte er jedoch auch die anderen Regionen davon sich den Aufständischen anzuschließen und er brachte einige Drohungen gegen die gehobene Bürgerschicht unter, die für den Aufstand verantwortlich war. Auf diese Weise gelang es Gustav Vasa die Bauern und die adeligen Führungsschicht zu trennen, wobei Ture Jönsson und Bischof Magnus die Drohung auch richtig interpretierten und unmittelbar das Land verließen, trotz der versprochenen Amnestie.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. März 2017

Der pazifistische Baptist Helge Åkeson

Als Helge Åkeson am 23. März 1904 in Lindesberg starb, gehörte er zu den wenigen Schweden die eine eigne freireligiöse Gemeinschaft geschaffen hatten, die erst 1994 im Helgelseförbundet aufging, der sich wiederum drei Jahre später der Vereinigung der evangelischen Freikirchen anschloss. Zudem gehörte der baptistische Prediger zu jenen Personen, die die Bibel aus dem Altgriechischen übersetzten um dem Originaltext so nahe wie möglich zu kommen. Helge Åkeson ist daher aus der Religionsgeschichte Schwedens nicht wegzudenken.

Helge Åkeson war im Jahr 1831 als Sohn eines wohlhabenden Landwirts in Hult bei Helsingborg zur Welt gekommen und konnte seine Leselust als Kind nur mit der Hausbibel stillen, wobei er vom Vater dazu aufgefordert wurde das Werk nicht nur zu lesen, sondern auch danach zu leben. Auch wenn sich Åkeson an diesen Rat hielt, so ließ in der protestantische Glaube weitgehend unberührt, was sich erst änderte als er mit 17 Jahren erstmals die Zeitschrift Bibelvännen in die Hände bekam. Diese Zeitschrift überzeugte Åkeson davon dass ganz Schweden das Evangelium und die Bibelworte benötigte. Als Åkeson dann 1856 nach Stockholm reiste um an einem religiösen Treffen der Evangeliska Alliansen teilzunehmen, traf er den Baptist Anders Wiberg und dessen Zeitschrift Evangelisten. Dieses Treffen überzeugte Åkeson davon Baptist zu werden, und nur ein Jahr später ließ er taufen.

Nach seiner Taufe zum Baptisten wurde Helge Åkeson erst fliegender Händler für die Schriften der Baptisten und bald darauf Prediger. Bereits 1872 wurde Åkeson jedoch von den Baptisten ausgeschlossen, da er eigene Theorien geltend machte, unter anderem die ewige Strafe der Hölle in eine zeitbegrenzte Strafe verwandelte und pazifistische Gedenken in die christliche Lehre einfügte. Diese Exklusion von den Baptisten brachte Åkeson indes nur einen größeren Zulauf und bald hatte er in der gesamten südlichen Hälfte Schwedens den Fribaptistsamfundet gegründet, der die Lehre Åkesons zur Basis hatte und den Prediger, der seine Glaubenstheorie nicht nur lehrte, sondern auch lebte, zu einem religiösen Vorbild erhoben.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Januar 2017

Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala

Andreas Laurentii Björnram wurde zu unbekanntem Zeitpunkt als Sohn eines Statthalters geboren und wurde nach seinem Theologiestudium an der Universität Rostock erst zum Priester in Umeå und später in Gävle ernannt. Nachdem sich Björnram um diese Zeit stark an die liturgischen Pläne des Königs Johan III. hielt und damit der erste Priester Schwedens wurde der sich an das röda boken anlehnte, wurde der Priester bereits 1577 zum Bischof des Stiftes Växjö ernannt. Dass sich Björnram in religiösen Fragen hinter Johan III. stellte, muss man jedoch als taktische Eigenschaft sehen, denn der Priester war weit davon entfernt Katholizismus und Protestantismus näher zusammenzuführen.

Trotz der offiziell unentschiedenen Haltung von Andreas Laurentii Björnram, wurde der Bischof 1583 vom König zum Erzbischof ernannt und hatte damit die Aufgabe dafür zu sorgen dass die neue Liturgie in ganz Schweden durchgesetzt wird, eine Aufgabe der Björnram nur sehr oberflächlich und nachlässig nachkam, obwohl Johan III. immer wieder versuchte Druck auf den Erzbischof auszuüben. Diese Haltung Björnrams könnte sich daraus erklären dass sich die Priester und Bischöfe Schwedens in Fragen der neuen Liturgie in zwei Gruppen geteilt hatten, die der Erzbischof indes zusammenhalten wollte, da das Risiko einer gespaltenen schwedischen Kirche bestand.

Während Johan III. die Macht und den Einfluss des Erzbischofs Andreas Laurentii Björnram, auch Bothniensis Bureus genannt, kannte und daher den Erzbischof nicht zu stark kritisierte, kam es zwischen Björnram und Herzog Karl zu einem Machtkampf, den der Herzog allerdings nicht gewinnen konnte. Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die Aussage des Erzbischofs dass Herzog Karl das Testament von Gustav Vasa wohl falsch auslegen würde. Als Folge dieser Auseinandersetzung kann man sehen dass Björnrams Stellung unter der Priesterschaft bei seinem Tod am 1. Januar 1591 ungebrochen war und der Erzbischof nahezu als Legende betrachtet wurde.


1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. Oktober 2016

Der Priester und Historiker Joen Petri Klint

Auch wenn man über die Herkunft des Priesters und Historikers Joen Petri Klint nicht sehr viel weiß, so hinterließ er bei seinem Tode am 21. Oktober 1608 in Östra Stenby ein relativ umfangreiches Werk und hatte sich als deutlicher Verfechter des neuen protestantischen Glaubens ausgezeichnet. Klint gehört zu den wenigen Personen Schwedens, die uns ein deutliches Bild dieser Epoche hinterließen und damit einen wichtigen Beitrag für die Kulturgeschichte Schwedens leisteten, die ohne den Historiker verloren gegangen wären.

Wann Joen Petri Klint geboren wurde, ist nicht überliefert, daher wird er erstmals 1558 genannt, als er sich an der Universität Uppsala einschrieb, wo er 1564 auch zum Priester geweiht wurde. Bereits vier Jahre später erhielt Klint das Pastorat in Östra Stenby, das er bis zu seinem Tod behielt. In seiner Eigenschaft als Priester zeichnete sich Klint dadurch aus, dass er zum einen auch den Priesterstand im Reichstag vertrat, sich zum anderen als Gegner der Kirchenpolitik des Königs Johan III. zeigte und sehr deutlich jede katholische Strömung Schwedens bekämpfte, unter anderem bei der Synode von Uppsala (Uppsala möte) des Jahres 1593.

Neben allgemeinen historischen und religiösen Werken, sowie einer illustrierten Chronik über Gustav Vasa, hinterließ Joen Petri Klint ein selbst illustriertes Manuskript über die religiösen Omen seiner Epoche, wobei er in diesem Werk auch die katholischen Omen neu deutete und dem protestantischen Glauben anpasste. In der Järnteckensamling (Gesammelte religiöse Vorzeichen) beschrieb Klint alle Wunder und ungewöhnlichen Ereignisse, die den Glauben jener Epoche prägten und zeigten wie Gott den Ungehorsam der Menschheit bestraft. Indem Klint in diesem Werk auch sämtliche Anzeichen deutet und erklärt, bietet das Werk heute einen klaren Einblick in das religiöse Volksdenken jener Zeit. Vieles aus diesem Werk diente später auch der religiösen Propaganda und Teile davon wurden selbst als persönliche Meinung Gottes interpretiert, insbesondere im Streit zwischen dem protestantischen und dem katholischen Glauben.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1880: Der schwedische Dadaist Viking Eggeling
21. Oktober 1892: Die feministische Schriftstellerin Anne Charlotte Leffler
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden
21. Oktober 1994: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Februar 2015

Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus

Laurentius Petri Gothus ging nach seinem Tod in Uppsala am 12. Februar 1579, neben Olaus Petri, als einer der bedeutendste Psalmdichter und Erneuerer der schwedischen Kirche in die schwedische Geschichte ein, zumal er sich erst im Laufe der Jahre immer mehr vom früheren Katholizismus entfernte und daher für die Bevölkerung glaubwürdig wirkte. Eine wichtige Rolle hierbei spielte sicher auch, dass der Theologe einen bedeutenden Einfluss bei der Herausgabe der Psalmbücher der Jahre 1567 und 1572 hatte und dabei auch sehr aktiver als Autor von Psalmen auftrat.

Laurentius Petri Gothus, der vermutlich 1529 zur Welt gekommen war, hatte das Glück Ericus Petri als Privatlehrer zu erhalten, der gleichzeitig Herzog Erik, den künftigen Erik XIV. unterrichtete, denn dadurch entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden, was wiederum dazu führte, dass ihm der Herzog ab 1546 ein theologisches Studium in Wittenberg ermöglichte, das dieser 1558 mit einem Magister beendete. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1961 war Herzog Erik bereits König geworden und machte seinen Günstling zum Hofprediger und bald darauf auch zum Professor an der Universität Uppsala.

Im Jahre 1574 ernannte der König Laurentius Petri Gothus zum Erzbischof, obwohl das Wahlkollegium zu einer anderen Entscheidung gekommen war, da der Theologe um diese Zeit noch stark von der katholischen Liturgie geprägt war, die er erst einige Jahre später vollkommen ablehnte. Mit dieser Entscheidung hoffte Erik XIV. sicherlich Schweden langsam zum katholischen Glauben zurückführen zu können, denn als sich Laurentius Petri Gothus 1578 eindeutig gegen den Papst aussprach und damit den protestantischen Glauben in Schweden festigte, entzog ihm der König sämtliche Gehälter und stürzte den Reformer in die Armut, was dessen Einfluss jedoch nur stärken konnte.


12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Oktober 2014

Der schwedische Rechtsgelehrte Laurentius Gunnari Banck

Laurentius Gunnari Banck, der am 13. Oktober 1662 im holländischen Franeker starb, gehört zu jenen wenigen Schweden die im 17. Jahrhundert in einem fremden Land eine wissenschaftliche Karriere machten, jedoch wegen ihren Schriften in der gleichen Epoche auch in Schweden zur intellektuellen Führungsschicht gehörten. Unbekannt ist bis heute, warum Banck zu jener Zeit in Holland blieb, denn in diesem Jahrhundert hatte die schwedische Wissenschaft einen sehr schlechten Ruf und es war daher als Wissenschaftler sehr schwierig außerhalb Schwedens anerkannt zu werden.

Bereits mit zwölf Jahren  schrieb sich Laurentius Gunnari Banck an der Universität Uppsala ein um diese jedoch im Alter von 19 Jahren ohne Examen zu verlassen. Banck reiste im selben Jahr nach Franeker, schrieb sich an der dortigen Universität ein und legte dort, was ebenfalls extrem ungewöhnlich für jene Zeit war, im Jahre 1642 dort sein Examen als Jurist ab. Im Anschluss begab sich der Rechtskundige mehrere Jahre lang auf eine Studienreise durch Frankreich, Spanien und Italien, kam jedoch 1647 zurück nach Holland und wurde im gleichen Jahr zum Professor in Jura in Franeker ernannt.

Während Laurentius Gunnari Banck, der 1917 in Norrköping geboren worden war, sich in Holland einen Ruf als Jurist machte, veröffentlichte er in Schweden, wie in diesem Jahrhundert üblich in lateinischer Sprache, mehrere aufsehenerregende historische Werke unter denen besonders seine Geschichte über die christlichen schwedischen Könige vor der Reformation und sein Werk über Königin Kristina (Christina von Schweden) als Grundlagewerke jener Zeit galten. Wenn man die Werke Bancks heute liest, so stellt man allerdings fest, dass er sich in ihnen massiv gegen den Katholizismus ausspricht und dabei Propaganda für den Protestantismus macht. Dies ist vermutlich auch einer der Gründe, warum der Wissenschaftler in Holland als Hexenmeister angezeigt wurde.


13. Oktober 1796: Anders Retzius, ein Wissenschaftler und seine Theorien
13. Oktober 1857: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
13. Oktober 1924: Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)
13. Oktober 1931: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
13. Oktober 1956: Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters 
13. Oktober 1962: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Juli 2013

Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden

Jacob Serenius, geborener Sirenius, kam am 25. Juli 1700 in einer Priesterfamilie zur Welt, was in jener Epoche fast immer bedeutete, dass ihm seine Laufbahn ebenfalls in die Wiege gelegt wurde. Es war daher logisch, dass Serenius in Uppsala Philosophie und Theologie studierte. Auf Grund seiner außerordentlichen Leistungen fiel er Bischof Svedberg auf, der dann dafür sorgte, dass der junge Theologe Pastor der lutheranischen Kirche in London wurde. In London sorgte der Priester dann für den Neubau einer Kirche und organisierte die Unterstützung der Armen.

Als Jacob Serenius dann 1735 nach Schweden zurückkam, wurde er unmittelbar Priester in Nyköping und ein Jahr später auch Propst. In England hatte sich Serenius ausgiebig mit der dortigen protestantischen Bewegung vertraut gemacht, was ihn auf die Idee brachte, die beiden Glaubensrichtungen besser zu verbinden. In diesem Rahmen veröffentlichte er ein englisch-schwedisch-lateinisches Wörterbuch mit einer Abhandlung zur historischen Einstellung der Götar und der Svear zu den Briten, ein Dokument, das noch heute von geschichtlichem Interesse ist.

Jacob Serenius wurde 1763 in einem für die damalige Zeit fortgeschrittenen Alter Bischof in Strängnäs, wo der Theologe dann nicht nur die allgemeinen kirchlichen Aufgaben wahrnahm, sondern auch Änderungen im Schulsystem durchsetzte und den Grundstein dafür legte, dass die Konfirmation in ganz Schweden eingeführt wurde, wobei er hierbei einen Wert darauf legte, dass die religiöse Erziehung der Kinder nur von Priestern vorgenommen wurde und die Kinder jeden Sonntag vor der Messe öffentlich zu ihren Kenntnissen ausgefragt wurden. Diese durchgreifenden Änderungen waren vor allem deswegen möglich, weil sich Serenius auch sehr aktiv in der Landespolitik betätigte.


25. Juli 1526: Gustav Vasa und der Svea Kanal vom Mälaren zum Vänern 
25. Juli 1823: Albert Lindhagen und die Planung Stockholms

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. November 2012

Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen

Am 26. November 1867 wurde Hans Jakob Lundborg in einer Priesterfamilie in Gagnef geboren, was in jener Zeit auch nahezu richtungsweisend für die Kinder war, so dass Lundborg vom ersten Tag an auf seinen späteren Beruf innerhalb der Svenska Kyrkan vorbereitet wurde. Dennoch arbeitete Lundborg nach seinem Studium erst einige Jahre lang in Uppsala als Lehrer, bis er 1851 plötzlich den Ruf Gottes spürte. Bereits 1853 wurde Lundborg dann in Västerås zum Priester geweiht.

Da  Hans Jakob Lundborg, der sehr gut predigen konnte, im Amt jedoch deutlich zeigte, dass er das Priesteramt und die Lehre der Svenska Kyrkan etwas anders sah als die offizielle Lehre forderte und sich Lundborg geistig zudem der Erweckungsbewegung (Väckelserörelsen) angeschlossen hatte, wurde er ständig an neue Orte versetzt, in der Hoffnung, dass sich dadurch seine Theorien nicht bei der Bevölkerung festsetzen können, was sich jedoch sehr bald als Irrtum herausstellte, denn überall wo Lundborg ankam, kam auch der Kern der Erweckungsbewegung an.

Dass Hans Jakob Lundborg ganz zum Erweckungsbewegung kam, lag an einer Krankheit im Jahre 1855, denn dadurch bekam er einen längeren Erholungsurlaub und konnte seine Brieffreunde in Schottland und Irland besuchen, insbesondere aber auch James Lumsden von der freikirchlichen Universität in Aberdeen. Sein Aufenthalt dort vertiefte nicht nur seinen Glauben an die Erweckungsbewegung, sondern er erfuhr auch wie er diese Glaubensrichtung in Schweden verbreiten konnte, nämlich durch gedruckte Schriften. Zurück in Schweden begann Lundborg dann unmittelbar vier Zeitschriften zur Erweckungsbewegung herauszugeben, was der Bewegung in Schweden letztendlich zum Durchbruch verhalf.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm 

Copyright: Herbert Kårlin