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Donnerstag, 22. Februar 2018

Der schwedische Politiker Lennart Groll

Leonard Groll, bekannt als Lennart Groll, kam am 22. Februar 1845 als Sohn eines Händlers in gut situiertem Milieu in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1863 an der Universität Uppsala ein, die er sechs Jahre später mit einem Juraexamen verließ, um anschließend eine Karriere als Richter zu machen. 1887 verließ er jedoch als Leiter des Landgerichts diese Karriere um eine Stelle in der Justizkanzlei der Regierung zu finden. Ein Jahr später wurde Groll von Oscar II. zum Stadthalter des Schlosses in Kalmar ernannt und in der Region Kalmar als Regierungspräsident eingesetzt.

Nur ein weiteres Jahr später holte der König Lennart Groll zurück nach Stockholm und gab ihm das Amt als Zivilminister. Während der Jahre als Zivilminister wurde Groll in mehreren Bereichen sehr aktiv, denn er genehmigte zwei Eisenbahnlinien, schuf die schwedische Krankenkasse, reformierte das Patentamt und verbesserte die Arbeitsbedingungen in den schwedischen Bergwerken und der Landwirtschaft, unter anderem durch verbesserte Arbeitsgesetze und die Einrichtung von Fabriksinspektionen. Groll behielt dieses Amt bis 1896, stolperte dann jedoch über eine wenig überdachte Entscheidung.

Lennart Groll plante eine Lotterie zur Stockholm-Ausstellung 1897, wobei der Gewinn aus der Lotterie einen Teil der Kosten der Ausstellung decken sollte, wählte dafür jedoch einen wenig vertrauenswürdigen Geschäftsmann, was seine Gegner sofort ausnutzten. Als dann ein finanzkräftiges Konsortium für die Lotterie eingesetzt wurde, das Abkommen jedoch mehr den Geschäftsleuten als der schwedischen Krone diente, hatte Groll nur noch die Wahl, nämlich von seinem Ministeramt zurückzutreten. Groll wurde vom König anschließend noch zum Regierungspräsidenten der Region Stockholm eingesetzt, konnte jedoch sein Amt nur noch wenige Wochen lang ausüben, da Groll bereits am 25. Oktober 1896 starb.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1932: Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. März 2017

Freiherr Johan Nordenfalk, Justizstaatsminister

Als Johan Nordenfalk am 9. März 1846 in Stockholm starb, hatte er zwei bedeutende Dinge erreicht, die ihn in die Geschichte Schwedens eingehen ließen Zum einen war Nordenfalk derjenige, der maßgeblich an der Einführung der parlamentarischen Demokratie in Schweden beteiligt war und damit die Stände politisch entmachtete, zum anderen schuf er die Basis für die Schwedische Hypothekenbank, zwei Handlungen, die bis heute deutlich ihre Spuren in Schweden hinterlassen haben. So erfolgreich Nordenfalk in der Politik war, so nachlässig war er allerdings mit seiner Privatökonomie, denn bei seinem frühen Tod war er dem finanziellen Ruin nahe.

Johan Nordenfalk kam am 9. September 1796 als Sohn eines Fabrikbesitzers auf der Holms säteri in  Gålsjö zur Welt und erhielt daher eine sehr gute Bildung, die es ihm ermöglichte nach dem Gymnasium in Härnösand ab 1814 an der Universität Uppsala Jura zu studieren und das Examen für den Staatsdienst abzulegen. Bereits 1828 war Nordenfalk Staatssekretär an der Kriegsakademie und damit einer der einflussreichsten Personen Schwedens. Dieser erste Aufstieg sollte jedoch von Magnus Brahe unterbrochen werden. Nordenfalk kümmerte sich daher bald nur noch um seine Güter um erst 1844 erneut zur Politik zurückzukehren.

Dass Oscar I. Johan Nordenfalk als Justizstaatsminister haben wollte und ihn dazu ernannte, kann damit zusammenhängen dass der Jurist, Fabrikant und Politiker keine klare politische Linie hatte, sondern Verbindungen zu allen Parteien jener Zeit hatte, aber auch damit dass Nordenfalk die gewünschte politische Linie des Königs einhielt, zum Beispiel hinsichtlich des Erbgesetzes, nach dem auch Frauen erben sollten. Dieses Gesetz führte zu starken Spannungen im den beiden Kammern und war sicher auch mit ein Grund dafür dass Nordenfalk bereits ein Jahr nach Amtsantritt seinen Abschied begehrte um sich erneut ganz um seine Güter kümmern zu können, was er jedoch weitaus weniger beherrschte als die Politik.


9. März 1699: Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming
9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 30. Januar 2017

Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme

Olof Palme kam am 30. Januar 1927 als Sohn eines Versicherungsdirektors in der Stockholmer Nobelgegend Östermalm zur Welt uind erhielt daher auch von den jüngsten Jahren an eine ausgezeichnete Ausbildung. Man sagt, dass bereits der vierjährige Palme mit seinem Kindermädchen Französisch sprach, mit seiner Mutter Deutsch und seinen Geschwistern Schwedisch. Mit sieben Jahren begann Palme seine Schulbildung mit der zweiten Klasse des Beskowska Schule und als er zehn Jahre alt war, begann er mit dem Gymnasium. Nach der Hochschulreife im Jahre 1944 begann Palme für das Svenska Dagbladet zu schreiben und machte einen vierjährigen Militärdienst bevor er in den USA seine Studien begann. Als Olof Palme 1951 nach Schweden zurückkehrte, schrieb er sich an der Universität Stockholm ein um dort Jura zu studieren, parallele hierzu setzte er jedoch auch seine militärische Karriere fort und 1956 wurde er Leutnant der Kavallerie.

Obwohl Olof Palme in der bürgerlichen Schicht Schwedens aufgewachsen war, wurde er ab den 50er Jahren bei den Sozialdemokraten politisch aktiv. Nach eigenen Aussagen hatten ihn drei Ereignisse von der Politik der bürgerlichen Parteien entfernt. Zum einen die Steuerdebatten im Jahre 1947, zum anderen sein Aufenthalt in den USA, als der Politiker mit den Klassenunterschieden konfrontiert wurde, und zum dritten eine Asienreise im Jahre 1953, als Palme die Folgen des Kolonialismus mit eigenen Augen gesehen hatte. Olof Palme vertrat daher die Sozialdemokraten an 1958 im Parlament und hatte unter Ministerpräsident Tage Erlander auch mehrere bedeutende politischen Aufgaben. Dieser politische Wandel und die elitäre Herkunft Palmes ist nahezu einmalig in der schwedischen Politik und verhalf dem Politiker sicher auch teilweise zu seinem besonderen Ruf, nicht zuletzt deshalb, weil er als Nicht-Arbeiter der Politik Schwedens teilweise auch eine andere Richtung geben konnte.

Am 1. Oktober 1969 wurde Olof Palme zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokraten gewählt und am nur zwei Wochen später wurde er zum Ministerpräsidenten ernannt. Bereits während seiner ersten Phase als Ministerpräsident zeigte sich Palme mit einer deutlichen sozialistischen Linie, denn er kritisierte die USA auf Grund des Vietnamkrieges, er erreichte ein Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und er schwächte den Einfluss der Monarchie, da er dem König jeden Einfluss bei Regierungsbildungen nahm. Aber auch während seiner zweiten Phase als Ministerpräsident konnte Palme die schwedische Politik sehr deutlich prägen, auch wenn er sich nun mehr in der Verteidigung seiner Ideologie sehen musste, denn die bürgerlichen Parteien zeigten seine Verhandlungsbereitschaft mit der Sowjetunion als Schwäche und seine Kritik an Israel auf Grund des Palästina-Konflikts  wurden nicht als Friedensgedanke betrachtet, sondern als Angriff auf Israel. Die Israelkritik Palmes wird heute von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström weitergeführt, wenn auch weitaus aggressiver als durch Palme. Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 in Stockholm ermordet.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 9. März 2016

Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming

Als Lars Fleming von Liebelitz am 9. März 1699 schwer krank starb, galt er als einer der treuesten Diener von einer Königin und zwei Königen, da er unter dem Karl XII., dem dritten König in der Reihe, der die letzten zwei Jahre seines Lebens an der Macht war, keinerlei offiziellen Aufträge mehr annehmen konnte, auch wenn er sämtliche Könige nur für seine Zwecke ausgenutzt hatte und mit seinen diplomatischen Kenntnissen, dem Jurastudium an der Universität Uppsala und dem angeborenen kaufmännischen Gefühl immer nur an seinen Einfluss und vor allem an seine persönliche Bereicherung dachte.

Lars Flemming war am 3. Januar 1621 als Sohn des Reichsrates und Admirals Clas Larsson Fleming zur Welt gekommen, hatte an der Universität Uppsala studiert und war nach den obligatorischen Auslandsreisen im Jahre 1649 Kammerherr bei Königin Kristina geworden. Nur ein Jahr später zeigte sich bereits der Charakter Flemings, denn er wurde auf Grund zahlreicher Klagen der Bauern, die vom Gutsbesitzer ausgepresst wurden, angezeigt. Während der Verhandlung zeigte sich, dass er sein Steuerrecht unrechtmäßig ausgedehnt hatte und bei Nichtzahlung oder Ungehorsam brutale Strafen verhängte, die einige der Bauern sogar zu Krüppeln machten. Um seine Verträge durchzusetzen, machte er die Bauern betrunken, so dass sie jeden von ihm vorgelegten Akt unterzeichneten ohne zu wissen auf was sie sich eingelassen hatten. Die Verhandlung endete damit, dass er den Bauern einen Schadenersatz leisten musste und eine zusätzlich eine Strafe zu zahlen hatte.

Auch als Amtsmann kannte Lars Fleming keine Grenze, denn er verstand es bei den jeweiligen Königen seine persönlichen Feinde in Missgunst zu bringen um sich die Macht zu sichern und Ländereien zu erhalten die hohe Gewinne versprachen. Auf Grund seines Einflusses am Hof gelang es ihm auch Handelsbarrieren für seine persönlichen Geschäfte aufzuheben, wobei er, selbst nach dem Urteil des Jahres 1650, auch die Bauern weiterhin ausbeutete ohne dass diese sich zur Wehr setzen konnten. Seine Staatsämter behielt Fleming auch noch als er zu krank war um noch an den Sitzungen teilzunehmen, denn dadurch hatte er eine gewisse Entscheidungsgewalt und erhielt weiterhin die hohen Gehälter als Amtsmann. In der schwedischen Geschichte wird Fleming auch heute noch als großer Jurist und Amtsmann gehüllt, da die Geschichte dieser Epoche die Geschichte der Macht war.


9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Januar 2016

Der schwedische Dichter Johan David Valerius

Johan David Valerius kam am 13. Januar 1776 als Sohn eines Priesters in Göteborg zur Welt und schrieb sich 1788, nach Abschluss seiner Hochschulreife in Göteborg, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Mangels Kapital musste Valerius die Universität jedoch 1791 ohne Abschluss wieder verlassen und in seiner Heimatstadt als Privatlehrer arbeiten. Im Jahre 1793 schrieb sich Valerius dann an der Universität Uppsala ein und legte dort noch im gleichen Jahr sein Examen als Jurist ab und wurde unmittelbar danach als Kanzleiangestellter am Svea Hovrätt angestellt.

Als Johan David Valerius 1797 Sekretär und Ombudsmann am Königlichen Theater in Stockholm wurde, wollte er nicht auf der administrativen Seite bleiben, sondern träumte davon Opernsänger zu werden. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass er sein Lampenfieber nicht überwinden konnte und nach einigen kleinen Rollen als Schauspieler ging Valerius, neben seinem Auftrag als Sekretär und Ombudsmann, dazu über Opern, Operetten, Lustspiele und Dramen zu übersetzen, die alle zur Aufführung kamen, da sich Valerius sehr gut in die Personen der Stücke einfühlen konnte und sein Stil geschätzt war.

Neben seiner Karriere als Regierungsbeamter, die Johan David Valerius bis zum Kanzleirat führte, betätigte sich der Jurist immer wieder als Dichter und erhielt dafür auch einige bedeutende Preise jener Zeit. Auch wenn die Werke von Valerius, der am 4. August 1852 in Stockholm starb, heute kaum noch bekannt sind, so spielt er dennoch eine gewisse Rolle innerhalb der schwedischen Literaturgeschichte, denn zum einen schrieb er  Lehrgedichte, die sich durch seine Antithesen von anderen Gedichten seiner Zeit unterscheiden, zum anderen schrieb Valerius sehr viele Weisen und Lieder, die typisch für die gustavianische Zeit Schwedens sind und in jener Zeit extrem populär waren. Valerius wurde 1826 in die Svenska Akademien gewählt und nahm, nach Carl Birger Rutström, auf Stuhl Nummer 15 Platz.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. August 2015

Hugo Hamilton, der Gründer des schwedischen Patentamts

Hugo Hamilton kam am 21. August 1849 auf Gut Blomberg in Husaby zur Welt und erhielt durch Privatunterricht eine hohe, vor allem literarische, Bildung, die ihm ermöglichte ab 1869 Jura an der Universität Uppsala zu studieren, ein Studium, das er zwar 1878 mit einem Kandidatexamen beendete, jedoch immer wieder bereute, da er sich mehr als Naturwissenschaftler als als Jurist sah. Jura erlaubte ihm jedoch einen Zugang zu einer politischen Tätigkeiten und eine Karriere als Beamter.

Hugo Hamilton war vor allem in Stockholm als liberaler Politiker aktiv, wobei er sich insbesondere für den Freihandel einsetzte und den Liberalismus förderte. Dies war auch der Grund dafür, dass er in der schwedischen Hauptstadt bald als „der rote Graf“ bekannt war. Als die liberala samlingspartiet ihre Glanzzeit erreicht, setzte sich Hamilton erst voll für den damaligen Ministerpräsidenten Karl Staaff ein, aber als dieser nicht den Ideen des Politikers folgte, verließ er die Partei und kämpfte auf seine persönliche Weise weiter. Hamilton gehörte daher nie einer klaren politischen Linie an, sondern vertrat ausschließlich seine persönlichen Ideen, die er für die einzig richtigen hielt.

Unter Arvid Lindman wurde Hugo Hamilton zum Innenminister ernannt und konnte, dank seiner zahlreichen Verbindungen, mehrere bedeutende Reformen durchführen, vor allem aber den Verkehr zu Wasser und zu Land deutlich ausbauen. Im Jahre 1884 erhielt Hamilton dann den Auftrag die Einrichtung eines Patentbüros in Schweden zu studieren uns wurde als sein Direktor ernannt. Die tatsächliche Einrichtung des Patentamts erfolgte nur elf Jahre später. Neben dieser politischen Tätigkeit schrieb Hamilton auch mehrere Kinderbücher, die sich ursprünglich nur an seine eigenen Kinder richteten, jedoch bald eine breite Verbreitung hatten.


21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
21. August 1810: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
21. August 1813: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
21. August 1966: Der Essingeleden in Stockholm
21. August 1999: Das Schloss Vadstena in Östergötland
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 4. August 2015

Der schwedische Politiker Pehr von Ehrenheim

Pehr von Ehrenheim kam am 4. August 1823 als Sohn eines Hofmarschalls auf Schloss Grönsö in Kungs-Husby zur Welt und schrieb sich, nach einem intensiven Privatunterricht, im Alter von 16 Jahren in der philosophischen Fakultät der Universität Uppsala ein. Nur ein Jahr später wechselte er die Philosophie gegen Jura aus. Im Jahre 1846 legte von Ehrenfeld sein juristisches Examen ab und begann am Oberlandesgericht zu arbeiten. Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt in England verließ der Jurist jedoch 1853 die juristische Laufbahn um sich zum einen als Politiker zu betätigen, zum anderen um sich um die Eisenhütte Malingsbo bruk zu kümmern, die er von seinen Eltern übernahm.

Im Jahre 1861 entschied sich Pehr von Ehrenheim dazu ganz in die Politik zu wechseln und er verkaufte seine Eisenhütte zu extrem schlechten Konditionen. Als Mitglied der Kammer der Ritter und des Adels zeigte er sich, beeinflusst von seinem Aufenthalt in England, relativ offen und forderte die Abschaffung der Passpflicht und einer freiere Zollpolitik, sowie ein Lockern der Gesetze. Aber auch wenn von Ehrenheim mit seinen Gedanken Teil der Regierung von Louis De Geer wurde, so sah ihn Karl XV. als zu oppositionell an um ihm tatsächlich Macht zu geben. Als daher 1870 De Geer von seinem Amt zurücktrat, folgte diesem auch von Ehrenheim bei diesem Schritt, wenn auch mehr aus Stolz als aus einem Zwang heraus.

Allerdings war damit die politische Karriere von Pehr von Ehrenheim nicht beendet, denn er war auch im folgenden Parlament aktiv und zeigte hier eine weitaus konservativere Seite, denn er sprach sich dafür aus dem König eine übergreifende Macht zu erhalten und er widersetzte sich jedem Sozialsystem, da ein solches das Wirtschaftssystem des Landes schwächen könne. Neben seiner politischen Aktivität engagierte sich von Ehrenheim in diesen Jahren auch mit Kirchenfragen und er folgte De Geer sowohl als Universitätskanzler als auch als Mitglied der Svenska Akademien. Pehr von Ehreheim starb am 20. März 1918 im Alter von 94 Jahren in Stockholm.


4. August 1877: Gustav von Wasa, der Kronprinz ohne Thron
4. August 1892: Der schwedische Erfinder Bo Kalling
4. August 1912: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
4. August 1921: Harald Gripe und das schwedische Papiertheater
4. August 1964: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin Schwedens
4. August 1965: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens
4. August 1979: Der Stockholm Marathon wird zum Erfolg

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Oktober 2014

Der schwedische Rechtsgelehrte Laurentius Gunnari Banck

Laurentius Gunnari Banck, der am 13. Oktober 1662 im holländischen Franeker starb, gehört zu jenen wenigen Schweden die im 17. Jahrhundert in einem fremden Land eine wissenschaftliche Karriere machten, jedoch wegen ihren Schriften in der gleichen Epoche auch in Schweden zur intellektuellen Führungsschicht gehörten. Unbekannt ist bis heute, warum Banck zu jener Zeit in Holland blieb, denn in diesem Jahrhundert hatte die schwedische Wissenschaft einen sehr schlechten Ruf und es war daher als Wissenschaftler sehr schwierig außerhalb Schwedens anerkannt zu werden.

Bereits mit zwölf Jahren  schrieb sich Laurentius Gunnari Banck an der Universität Uppsala ein um diese jedoch im Alter von 19 Jahren ohne Examen zu verlassen. Banck reiste im selben Jahr nach Franeker, schrieb sich an der dortigen Universität ein und legte dort, was ebenfalls extrem ungewöhnlich für jene Zeit war, im Jahre 1642 dort sein Examen als Jurist ab. Im Anschluss begab sich der Rechtskundige mehrere Jahre lang auf eine Studienreise durch Frankreich, Spanien und Italien, kam jedoch 1647 zurück nach Holland und wurde im gleichen Jahr zum Professor in Jura in Franeker ernannt.

Während Laurentius Gunnari Banck, der 1917 in Norrköping geboren worden war, sich in Holland einen Ruf als Jurist machte, veröffentlichte er in Schweden, wie in diesem Jahrhundert üblich in lateinischer Sprache, mehrere aufsehenerregende historische Werke unter denen besonders seine Geschichte über die christlichen schwedischen Könige vor der Reformation und sein Werk über Königin Kristina (Christina von Schweden) als Grundlagewerke jener Zeit galten. Wenn man die Werke Bancks heute liest, so stellt man allerdings fest, dass er sich in ihnen massiv gegen den Katholizismus ausspricht und dabei Propaganda für den Protestantismus macht. Dies ist vermutlich auch einer der Gründe, warum der Wissenschaftler in Holland als Hexenmeister angezeigt wurde.


13. Oktober 1796: Anders Retzius, ein Wissenschaftler und seine Theorien
13. Oktober 1857: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
13. Oktober 1924: Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)
13. Oktober 1931: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
13. Oktober 1956: Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters 
13. Oktober 1962: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Oktober 2014

Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident

Als Hjalmar Hammarskjöld am 12. Oktober 1953 in Stockholm starb, ging er nicht nur als konservativer Ministerpräsident Schwedens in die Geschichte ein, sondern auch als Politiker und Jurist, der Schweden über Jahrzehnte hinweg seinen Stempel aufgedrückt hatte da er einige der wichtigsten Gesetze des Landes verfasst hatte, die zum Teil heute noch gültig sind. Der königstreue Jurist Hammarskjöld hatte zudem als ordentlicher Professor für Zivilrecht an der Universität Uppsala einen bedeutenden Einfluss auf die gesamte nordische Gesetzgebung und gilt selbst als Spezialist des damaligen Völkerrechts.

Hjalmar Hammarskjöld war am 4. Februar 1862 als ältester Sohn eines adeligen Gutbesitzers in Tuna zur Welt gekommen und verfügte daher über eine ausgezeichnete Bildung. Ab 1878 studierte Hammarskjöld an der Universität Uppsala und legte dort sechs Jahre später sein Examen als Jurist ab, das ihm unmittelbar eine Tätigkeit als Notar am Svea hovrätt einbrachte. In dieser Zeit bereitete Hammarskjöld vor allem Gesetze zum Aktienrecht vor und revidierte das Wirtschaftsrecht des Landes. Nur zwei Jahre später kam der Jurist dann als Dozent für Privatrecht an die Universität Uppsala und engagierte sich in der Politik. Auf Grund seiner Beziehungen und seines Rufes machte er in beiden Bereichen eine schnelle Karriere.

Als Hjalmar Hammarskjöld am 17. Februar 1914 zum Ministerpräsidenten Schwedens ernannt wurde, war seine Macht auf Grund des Ersten Weltkrieges jedoch sehr beschränkt, denn während seiner dreijährigen Regierungszeit war sein größtes Bemühen die Neutralität Schwedens zu erhalten, was voraussetzte, dass Russland das Land nicht angriff und Deutschland den Wunsch der Neutralität respektierte und Schweden nicht um Hilfe gegen Russland bat. Hammarskjöld und sein Außenminister Knut Wallenberg waren daher vor allem zur Diplomatie gezwungen. Hinzu kamen die Hungersnot in Schweden und die hohe Arbeitslosigkeit, die Hammarskjöld dazu zwangen teilweise eine linke Politik zu betreiben um Unruhen im eigenen Land weitgehend zu vermeiden.


12. Oktober 1617: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
12. Oktober 1831: Anders Gustaf Jönsson und die Abstinenzbewegung
12. Oktober 1908: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet
12. Oktober 1976: Die schwedische Hochspringerin Kajsa Bergqvist

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 23. September 2014

Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens

Als Ernst Trygger am 23. September 1943 im Alter von 85 Jahren in Stockholm starb, konnte er zwar auf eine großartige Karriere zurücksehen, aber er musste auch erkennen, dass seine politischen Träume endgültig einer neuen Zukunft Platz gemacht hatten, denn als erbitterter Kämpfer gegen den Parlamentarismus musste er erleben, dass der Einfluss des Parlaments in Schweden immer stärker wurde und die königliche Macht in immer mehr Punkten beschnitten wurde. Die Ironie des Schicksals wollte auch, dass Trygger an den Folgen eines gebrochenen Beines starb.

Nach seinem Jurastudium machte Ernst Trygger, der am 27. Oktober 1857 in Stockholm geboren worden war, eine der bedeutendsten Karrieren seiner Zeit, denn nach seinem Doktortitel im Jahre 1885 wurde er Dozent an der Universität Uppsala und schon 1889 erhielt er an dort eine Professur in Prozessrecht. Einige Jahre später nahm er in der Ersten Kammer des Reichstags Platz und ab 1905 war Trygger einer der wichtigsten Personen in den verschiedenen Ausschüssen und entschied weitgehend über die Gesetze Schwedens. Als erbitterter Gegner der Demokratie konnte der Politiker und Jurist daher über Jahre hinweg die Modernisierung Schwedens aufhalten und jedes Streben des Volkes nach Mitbestimmung unterbinden.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges musste Ernst Trygger jedoch akzeptieren, dass mit den Sozialdemokraten auch die Demokratie nach Schweden gekommen war. Als jedoch Hjalmar Branting in Fragen der staatlichen Unterstützung von Arbeitslosen im Jahre 1923 scheiterte, beauftrage Gustav V. Ernst Trygger mit der Regierungsbildung. Allerdings musste Trygger sein Amt als Ministerpräsident bereits nach den Wahlen im Jahr 1924 wieder an Branting abgeben. Sein Einfluss auf die poltische Geschichte Schwedens war daher gering. Nach den chaotischen Wahlen des Jahres 1928 gelang es Ernst Trygger nochmals für zwei Jahre unter Arvid Lindman Außenminister zu werden, aber als die rechte Regierung zwei Jahre später zurücktreten musste, begann sich Trygger ganz aus der Politik zurückzuziehen. Die letzten zehn Jahre seines Lebens blieb der Politiker daher ohne jeden politischen Auftrag und Einfluss
.

23. September 1535: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden
23. September 1835: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
23. September 1885: Kristina Nilssons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm
23. September 1934: Per Olov Enquist und die interpretierte Wirklichkeit im Roman
23. September 1944: Die Entwicklung des Stadttheaters in Malmö
23. September 1963: Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. März 2014

Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr

Wenn man heute von Carl Bildt spricht, so meint man in der Regel den aktuellen Außenminister und nicht den Diplomaten und Schriftsteller Carl Bildt, der am 15. März 1850 in Stockholm geboren wurde und am 26. Januar 1931 starb, auch wenn man in der Geschichte der beiden Männer gewisse Parallelen findet, die sich nicht nur auf die Diplomatie erstrecken. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Männern dürfte jedoch sein, dass der erste Carl Bildt seinen Aufstieg vor allem seinem Wissen, seinem Studium und dem diplomatischen Feingefühl verdankte, auch wenn er als Sohn des schwedischen Ministerpräsidenten Gillis Bildt gewisse Privilegien hatte.

Carl Bildt schloss im Jahre 1870 sein Jurastudium an der Universität Uppsala ab und kam danach als Attaché zuerst an die Botschaft in Paris und anschliessend jene in London und in Berlin. Seine Fähigkeiten als Diplomat bewies er während seines Aufenthalts in Washington, wo Carl Bildt von 1877 bis 1883 tätig war, und wo er als der amerikanischste Schwede seiner Zeit bezeichnet wurde, eine Art Auszeichnung, die er später auch in England und in Italien erhielt, da sich Bildt nicht mit der Diplomatie zufrieden gab, sondern auch versuchte das Volk zu verstehen in dem er tätig war. Als Diplomat hatte er daher die Fähigkeit jeweils zwei Länder gleichzeitig zufrieden zu stellen.

Ab 1896 zeichnete sich Carl Bildt auch als ausgezeichneter Schriftsteller zu historischen Themen aus, wobei zwei seiner Werke dabei besonders herausragen. In Anteckningar från Italien lässt er den Leser einige ältere Städte Italiens besuchen und verzichtet dabei darauf diese in ihrer ehemaligen Größe zu beschreiben, sondern reiht sie in der Vergangenheit ein, die nicht immer Grösse zeigt und deren Ruf von anderen Autoren oft mit Legenden aufrecht gehalten wurde. Das zweite Werk schildert die Jahre, die Königin Kristina in Italien verbrachte. Da Carl Bildt Zugang zu den wichtigsten Archiven, unter anderem im Vatikan, hatte, konnte er die letzten Jahre Kristinas nahezu rekonstruieren und nahm ihr den Glorienschein, den frühere Schriftsteller ihr augesetzt hatten. Noch heute gelten seine historischen Romane über die schwedische Königin zu den realistischsten, die je über sie veröffentlicht wurden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik 
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III. 
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland 
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Der schwedische Ministerpräsident Johan Olof Ramstedt
15. März 1999: SVT24, der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin