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Donnerstag, 10. Januar 2019

Der Schauspieler und Sänger Lasse Krantz

Lasse Krantz kam am 10. August 1903 von einem deutschen Vater und einer dänischen Mutter in Kristianstad zur Welt, verbrachte seine Kindheit und die Jugendjahre jedoch in Arvika im Värmland und entschied sich Anfang der 20er Jahre nach Stockholm zu gehen um im Unterhaltungsgeschäft seine Möglichkeiten zu erkunden. Seinen ersten Auftritt als Kabarettsänger hatte er dann im Arbeiterinstitut, gemeinsam mit Jan Claesson, Gustaf Fornander und Bertil Bondesson, von denen, neben Lasse Krantz, nur noch Jan Claesson später ebenfalls bekannt wurde.

Wenig später begann Lasse Krantz mit der Söderblom-Petterssonska Gesellschaft, war viel auf Tournee und kam auch zum Pallasteater in Stockholm, wo man seine Fähigkeit als Coupletsänger entdeckte, insbesondere seine Fähigkeit Frauen zu kopieren. Krantz spielte in den Folgejahren in Operetten und Revues, die ihn nicht nur durch Schweden führten, sondern auch nach Kopenhagen, dem Kulturzentrum Dänemarks. Als Krantz in den 40er Jahren bei Gösta Jonssons Revue im Folkan mitwirkte, war der Schauspieler und Sänger bereits in ganz Schweden bekannt.

Bei dieser Revue kam im Folkan machte sich Lasse Krantz dann unvergesslich, da seine Parodie von Greta Garbo als ein Meisterwerk des Kabaretts gesehen wurde. Vom Folkan wechselte Krantz zum Scalateatern um dort über 15 Jahre lang als einer der bedeutendsten Revuekünstler Schwedens zu wirken. Allerdings stand Krantz nicht nur mit Operetten und Revuen auf der Bühne, sondern er spielte zwischen 1931 und 1968 auch in insgesamt 28 Filmen, hatte zahlreiche Auftritte im Fernsehen und nahm rund 30 Schallplatten auf. Lasse Krantz starb am 10. Januar 1973 im Alter von 69 Jahren in Stockholm.


10. Januar 1765: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1839: Der schwedische Künstler Oscar Berg
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition
10. Januar 1916: Der schwedische Biochemiker Sune Bergström
10. Januar 1925: Der schwedische Schriftsteller Julius Regis 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. März 2018

Der Komiker und Schauspieler Fridolf Rhudin

Fridolf Rhudin kam am 10. Oktober 1895 als Sohn eines Schneiders in Ransäter im Värmland zur Welt, besuchte die Volksschule in Munkfors und begann eine Ausbildung bei seinem Vater, der hoffte, dass sein Sohn das Geschäfte weiterführen werde. Rhudin setzte seine Ausbildung in Kopenhagen und vor allem in Oslo, dem damaligen Kristiania, fort, hatte seine Gedanken jedoch beim Theater, mit dem er bereits in Munkfors engeren Kontakt hatte, da er dort zwischen 1914 und 1924 insgesamt 55 Rollen als Amateurschauspieler hatte und sich dadurch auch einen gewissen Namen gemacht hatte.

Während seines Militärdienstes bewarb sich Fridolf Rhudin dann bei sämtlichen reisenden Theatergesellschaften, die er kannte und wurde am 1919 auch immer wieder engagiert, anfangs als Bühnenarbeiter, dann in einer kurzen Rolle ohne einen einzigen Satz sagen zu dürfen und schließlich auch mit etwas bedeutenderen Rollen. Den Erfolg hatte er in diesen Jahren vor allem im Amateurtheater in Munkfors. Dies hing vermutlich damit zusammen, dass Rhudin eigentlich die Eigenschaften eines Schauspielers fehlten und er sich als Fridolf Rhudin auf die Bühne stellte und nur mit seinem Charisma überzeugen konnte. In eine fremde Persönlichkeit einzufühlen war für Rhudin nahezu unmöglich.

Das Talent Fridolf Rhudins zeigte sich dann in den volkstümlichen Filmen und seinen Revuen, denn hier konnte der Schauspieler aus seinem eigenen Leben schöpfen. Bereits seine erste größere Rolle in Fröken på Björneborg machte Rhudin und die von einem Freund, Gustaf Edgren, gegründete Filmgesellschaft Värmlandsfilm in ganz Schweden bekannt, zumal die Svensk Fimlindustri (SF) die kommende Produktionen des kleinen Unternehmens übernahm. Als Rhudin 1925 zusammen mit Ernst Rolf in einem Film spielte, wurde dieser auf den Schauspieler aufmerksam und engagierte ihn für seine Zirkusrevue des gleichen Jahres. Ab diesem Zeitpunkt galt Rhudin als einer der bedeutendsten Schauspieler Schwedens. Allerdings sollte die Karriere nicht sehr lange dauern, da Fridolf Rhudin bereits am 6. März 1935 an einer Gehirnentzündung in Stockholm starb.


6. März 1808: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. März 1823: Gustaf Ljunggren und die klassische Literatur Schwedens
6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1888: Der Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Cederlund
6. März 1909: Die schwedische Künstlerin Ebba Hedqvist
6. März 1943: Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste
6. März 1988: Die schwedische Sängerin Agnes Carlsson 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Mai 2017

Der Komponist und Theaterdirektor Nils Perne

Nils Perne kam am 4. Mai 1905 als Sohn eines kaufmännischen Direktors in Uppsala zur Welt, zog jedoch mit seinen Eltern bereits im Alter von zwölf Jahren nach Stockholm, wo er die Schartaus Handelsschule besuchte, um sich ebenfalls auf eine kaufmännische Karriere vorzubereiten. Gemeinsam mit seinem Studienkameraden Georg Eliasson entdeckte er jedoch während seines Studium seine Liebe zu Studentenrevuen und zum Studententheater und 1925 wurde dann das erste gemeinsame Stück der beiden Studenten auch mit großem Erfolg aufgeführt.

Nils Perne und Georg Eliasson waren gleichzeitig am populären Schlager interessiert, der in diesen Jahren seine erste Höhen erreichte und 1926 lieferten die beiden dann dem Mosebacketeatern in Stockholm die ersten Lieder, belieferten aber auch Ernst Rolf mit eigenen Kompositionen und gründeten einen Musikverlag, den Perne ab 1935 dann allein weiterführte. Ab dieser Zeit begann Perne sowohl für für den Rundfunk als auch für die Schallplattenindustrie und den Film zu arbeiten, wenn auch überwiegend unter dem Pseudonym Jokern. Sein größter Erfolg wurde dann im Zweiten Weltkrieg sein Lied Min soldat, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde und von Ulla Billquist im Jahre 1940 aufgenommen wurde.

Im Jahr 1948 wurde Nils Perne dann Direktor des Oscarsteatern in Stockholm und war, unter anderem auch Co-Produzent des Musicals My Fair Lady, das 1959 Premiere hatte und mit 766 Aufführungen zu den größten Erfolgen des Theaters gehörte. Auch wenn  Nils Perne Ende der 30er Jahre als Gunnar Gregor auch einige seiner Lieder selbst auf Schalllatte verewigte, trat er nur selten an die Öffentlichkeit und scheute das öffentliche Leben. Nils Perne starb am 27. Dezember 1965 in Stockholm und gehört heute zu jenen Künstlern, die nahezu vergessen sind, obwohl sie eine gesamte Epoche prägten.


4. Mai 1436: Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt
4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1871: Die schwedische Künstlerin Alice Nordin
4. Mai 1928: Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Sängerin und Schauspielerin Anita Lindblom

Anita Lindblom kam am 14. Dezember 1937 in Hille, heute ein Stadtteil Gävles, zur Welt und begann ihre künstlerische Karriere als Balletttänzerin. Im Jahr 1956 nahm Lindblom ihre erste Single Ljuva ungkarlstid auf, die zwar kein Erfolg wurde, aber dazu führte dass sie ein Jahr später in der Revue Scalarevys das Lied När den svenska flickan kysser, kysser hon med öppen mun sang und damit in ganz Schweden bekannt wurde und bald überall im Land in Revuen auftrat, unter anderem bei Hagge Geigert in Uddevalla und Kar de Mumma im Folkan in Stockholm.

1961 kam dann der Durchbruch Anita Lindbloms als Sängerin, mit der schwedischen Version des Welthits Milord, der bis heute mit Edith Piaf verbunden wird. Im Oktober des gleichen Jahres erschien auch Lindbloms bekanntestes Lied Sånt är livet, das nicht nur zu den schwedischen Tophits gehörte, sondern auch unter dem Titel "Laß die Liebe aus dem Spiel" in die deutschen Hitparaden einzog und die Sängerin unsterblich machte, da die Rundfunkhörer Schwedens die Aufnahme zum größten Hit aller Zeiten ernannten. Letztendlich wurde das Cover Lindbloms in Europa bekannter als die Originalversion You Can Have Her von Roy Hamilton.

Bereits Ende der 60er Jahre, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, begannen dann die Probleme für Anita Lindblom, denn die Presse interessierte sich mehr für die etwas turbulente Ehe mit dem Boxer Bo Högberg und ihre Steuerschulden als ihre Arbeit als Sängerin und als Schauspielerin und Lindblom zog in ein kleines Dorf beim südfranzösischen Cannes, wo sie heute noch sehr zurückgezogen lebt. Zweimal kehrte Lindblom für ihre Arbeit kurze Zeit nach Schweden zurück, aber ihre Lebensweise schien der Presse immer noch wichtiger als ihre Leistung. Ein Versuch eine neue Karriere in den USA zu beginnen, scheiterte an einer schwedischen Umzugsfirma, die sämtliche ihrer Möbel und ihren Flügel zerstörten ohne je einen Schadenersatz zu bezahlen. Seit dieser Zeit ist Anita Lindblom auch nicht mehr nach Schweden zurückgekehrt und hält nur sehr wenige ihrer früheren Kontakte aufrecht.


14. Dezember 1503: Sten Sture der Ältere,einer der Helden Schwedens
14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1915: Der schwedische Arzt Åke Senning
14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal
14. Dezember 1988: Christer Pettersson und der Mord an Olof Palme

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 14. September 2016

Die schwedische Sängerin Sarah Dawn Finer

Sarah Dawn Finer kam am 14. September 1981 in Stockholm zur Welt, auch wenn ihr Name über ihre Eltern, die aus den USA und Großbritannien kommen, nicht an ihre schwedische Herkunft erinnert. Da die Musik in der Familie Finer immer eine große Rolle spielte, kam auch Sarah Down Finer sehr früh mit der Bühne und dem Gesang in Berührung. Im Alter von acht Jahren hatte die Sängerin eine Rolle in der Fernsehserie Maskrosbarn und mit zwölf begann sie im Gospel- und Soulchor One Voice zu singen, einer Musikgruppe, der Finer sieben Jahre lang treu blieb.

Bevor Sarah Dawn Finer ihr erstes Soloalbum veröffentlichte, trat sie mit sehr vielen bekannten Sängern und Sängerinnen Schwedens auf und sammelte Erfahrung. So stand Finer sehr früh mit Björn Skifs, Peter Sjöback, Agnetha Fältskog, Mauro Scocco und vielen anderen Künstlern auf der Bühne, bis Finer 2007 ihr Album I Remember Love veröffentlichte und mit dem Titelsong auf den vierten Platz der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest kam, Platz Eins in den Svensktoppen eroberte und mit der ausgekoppelten Singel auch eine goldene Scheibe erhielt. Ihr zweites Album mit dem Song Moving On, mit dem sie ebenfalls an der Vorausscheidung des ESC teilnahm, und das zwei Jahre später erschien, hatte den gleichen Erfolg.

Sarah Down Finer, die mittlerweile sechs Alben vorweisen kann, machte sich jedoch nicht nur als Sängerin einen Namen, sondern wirkte auch als Schauspielerin in mehreren Filmen, nahm in Magnus Ugglas Revue im Jahre 2010 teil, spielte im Musical Rent und ist als Sprecherin und Sängerin in Zeichentrickfilmen zu hören. Für ihre Rolle im Musical Jekyll & Hyde im Jahre 2008 wurde Sarah Dawn Finer als beste weibliche Hauptrolle sogar für eine Goldmaske nominiert. Finer gehört zu den Sängerinnen Schwedens, die bereit sind auch Humor zu zeigen, was auch das internationale Publikum der Sängerin bemerken konnte, als Finer während des Eurovision Song Contests des Jahres 2013 in Malmö mehrere Sketche zum Besten gab.


14. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert 
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee 
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen
14. September 1974: Die schwedische Stiftung Contra
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden
 
Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Juni 2016

Der Schriftsteller und Theaterdirektor Hagge Geigert

Hagge Geigert kam am 30. Juni 1925 unter dem Namen Harry Johansson in Lerdal im Dalsland zur Welt. Im Alter von 20 Jahren begann er bei der Zeitung Bohusläningen in Uddevalla zu arbeiten und nahm bei dieser Gelegenheit auch den Namen Hagge Geigert an, unter dem er bis heute in der ganz Schweden bekannt ist. In den Jahren als Filmrezensent bei der Zeitung begann Geigert auch an Revuen zu arbeiten. Seine erste Revue Stan kring Thordén hatte dann 1955 in Uddevalla Premiere.

In kürzester Zeit entwickelte sich Hagge Geigert zum König der schwedischen Revue und es gelang ihm dafür Künstler wie Brita Borg und Nils Poppe nach Uddevalle zu ziehen, einen Stadt mit rund heute rund 30.000 Einwohnern. Aber Geigert verhalf auch vielen jungen Künstlern Schwedens den Durchbruch, denn Lill Lindfors, Laila Westersund und Anita Lindblom gehören zu jenen, die in Uddevalla erstmals einem größerem Publikum näher kamen und dank Hagge Geigert landesweit bekannt wurden.

Zwischen 1965 und 1997 war Hagge Geigert, der am 14. Februar 2000 in Göteborg starb, Theaterdirektor des Lisebergsteatern und seine jährliche Revue Hagges revy entwickelte sich zu einer Tradition des Theaters, auch wenn Geigert bei den meisten Theatern Schwedens einen schlechten Ruf hatte und ihm nachgesagt wurde nur oberflächliche Stücke aufzuführen. Dieser Ruf kam jedoch vor allem durch sein Engagement, das nicht von allen geteilt wurde, denn Geigert sprach sich deutlich gegen jeden Rechtsextremismus aus, stellte sich klar auf die Seite Israels, bettete Satirik in seine Revuen ein und führte einen Kampf gegen die Zigarettenindustrie, da er selbst unter einem Lungenemphysem litt, das auf starkes Rauchen zurückführte.


30. Juni 1812: Die schwedische Künstlerin Josabeth Sjöberg
30. Juni 1839: Johan Olof Wallin, von Gedichten zu Psalmen
30. Juni 1882: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
30. Juni 1887: Erik Berglund, der Schauspieler, der einer Wurst den Namen gab
30. Juni 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
30. Juni 1929: Der schwedische Textilkünstler Hans Krondahl
30. Juni 1939: Die schwedische Politikerin Anna-Greta Leijon
30. Juni 1944: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
30. Juni 1953: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch
30. Juni 2006: Klippans Bruk, die erste Papierfabrik Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 7. Juli 2015

Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma

Als Erik Zetterström, mehr bekannt unter seinem Pseudonym Kar de Mumma, am 7. Juli 1997 in Stockholm starb, gab es kaum einen Schweden, der den humoristisch satirischen Schriftsteller und Kolumnisten nicht kannte und nur wenige hatten nicht mindestens eine seiner Revuen besucht, auch wenn sein Humor, allein wegen seiner sehr bürgerlichen Herkunft, einen ausschließlich konservativen Charakter hatte. Auf Grund seiner verständlichen Sprache, gelang es Kar de Mumma selbst Zugang zu jenen zu finden, die seine Einstellungen nicht teilten.

Erik Zetterström war am 14. August 1904 auf Östermalm in Stockholm geboren worden und wollte, als er bereits drei Kinderbücher veröffentlicht hatte, eigentlich Schauspieler werden. Aber nach zwei Nebenrollen im Film, musste Kar de Mumma einsehen, dass er diesen Traum begraben musste und er begann seine erste Revue zu schreiben, genauer genommen seine ersten Sketsche. Bereits seit erster Sketch sagte dem Stockholmer Revuekönig Ernst Rolf zu und Zetterströms Werk wurde innerhalb der Rolf-Revue im Jahre 1926 aufgenommen. In den darauf folgenden Jahren arbeitete Zetterström an mehreren Revuen, unter anderem auch für Karl Gerhard, bis er ab 1937 jährlich eine eigene Revue präsentierte, eine Arbeit, die er bis 1978 fortsetzte.

Auch wenn Kar de Mumma mit seinen eigenen Revuen einen großen Erfolg hatte, so trat seine satirische und humoristische Veranlagung noch mehr bei seinen Kolumnen zu Tage, da er hier über aktuelle Angelegenheit schrieb und dabei auch zu Worten griff, die man mehr in der Umgangssprache suchen muss als im Hochschwedischen. Zetterström hatte seine erste Kolumne 1922 im Svenska Dagbladet veröffentlicht und die letzte nur kurz vor seinem Tod in der gleichen Tageszeitung. Die meisten seiner Publikationen findet man in den insgesamt rund 90 Büchern, die Kar de Mumma im Laufe seines Lebens schrieb. Die Anzahl seiner Kolumnen erreichte insgesamt die stolze Zahl von 20.000, was einen Eindruck über die Arbeitsleistung Zetterströms bietet.


7. Juli 1810: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
7. Juli 1933: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Juli 2015

Die schwedische Sängerin Ulla Billquist

Ulla Billquist, geborene Schönström, nahm sich am 6. Juli 1946 im Alter von 38 Jahren in Stockholm das Leben, zu einer Zeit, als sie mitten in ihrer Karriere stand und kurz bevor ihre dritte Scheidung ausgesprochen werden sollte, denn während die legendäre schwedische Sängerin einen enormen Erfolg auf der Bühne hatte, war ihr Privatleben weitaus weniger stabil. Billquist, deren Gesamtwerke noch heute auf CDs existieren, gilt als die bekannteste und erfolgreichste Sängerin Schwedens während des Zweiten Weltkriegs und veröffentlichte insgesamt knapp 200 Schallplatten.

Die Sängerin Ulla Billquist war am 14. August 1907 in Eslöv in Skåne zur Welt gekommen und begann ihre Karriere im Jahre 1925, als sie ihren späteren Mann Fritiof Billquist traf, der nicht nur am Stadttheater in Helsingborg beschäftigt war, sondern ihr auch die ersten Gesangsrollen am gleichen Theater vermittelte. Ein Jahr später folgte ihr erster Auftritt im Radio und 1927 engagierte sie ihr Schwager Thor Modéen für die Herbstrevue im Odeontheater in Stockholm. Ihr Erfolg dabei war so groß, dass sie anschließend von Ernst Rolf für zahlreiche weitere Revuen engagiert wurde.

Ihre erste Schallplatte Parfymvisan nahm Ulla Billquist im Jahre 1929 unter Pathé auf, um jedoch bereits im Folgejahr zu Columbia zu wechseln. Im Jahre 1940 wurde Billquist dann von Sonora geworben, wobei sie für dieses Plattenlabel so bedeutend wurde dass sie die erste Sängerin Sonoras wurde, der ein fester Monatsgehalt bezahlt wurde. Bei Sonora nahm Ulla Billquist 1940 auch ihren ersten wirklich großen Hit auf, denn mit Min soldat sprach sie sämtliche Soldaten des Landes an und unternahm eine erste große Tournee durch die Feldlager des Landes. Diesem Erfolg sollten sehr viele weitere folgen, unter anderem auch Öppna ditt fönster. Ihr überraschenden Selbstmord machte die Sängerin dann zu einer wahren Legende, die noch heute in ganz Schweden bekannt ist.


6. Juli 1774: Vom Vorname Gustav zu Gustav Vasa
6. Juli 1823: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. Juli 1859: Verner von Heidenstam und der Umbruch in eine neue Zeit
6. Juli 1859: Verner von Heidenstam, ein Erneuerer der schwedischen Literatur
6. Juli 1903: Der schwedische Biochemiker Hugo Theorell
6. Juli 1917: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. April 2015

Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue

Karl Gerhard kam am 14. April 1891 unter dem Namen Karl Johnson in Stockholm zur Welt und war ab seinem siebzehnten Lebensjahr als Schauspieler mit den verschiedensten schwedischen reisenden Theatergesellschaften unterwegs, lediglich unterbrochen von seinem Wehrdienst, den er allerdings auch dazu verwendete seine erste Revue Melins System zu schreiben, eine Anspielung auf das Stenographiesystem von Olof Melin. Nach Beendigung seines Wehrdienstes, schrieb Karl Gerhard dann, gemeinsam mit Karl-Ewert, sein erstes professionelles Theaterstück für das Folkteatern und begann sich dem Kabarett zuzuwenden. Bereits 1919 trat er Karl Gerhard als Coupletsänger im Kabaret Fenix in Stockholm auf.

Mit der Erfahrung aus Theater und Kabarett war für Karl Gerhard der nächste Schritt die Revue, die um diese Zeit von Ernst Rolf dominiert wurde. 1921 brachte der Schauspieler und Sänger dann seine erste eigene Revue auf die Bühne, ein Portrait von Gustav V., die zu seinen politisch milden Aufführungen gehört, denn Karl Gerhard brach mit dem dem vorgespielten Luxusleben, das Ernst Rolf auf die Bühne brachte, denn in seinen Revuen gab es keine Tabus und die gesellschaftlichen Spitzen waren sehr deutlich zu spüren, auch wenn er nach dem Tod von Ernst Rolf im Jahre 1932 in seinen Stücken erst einmal eine Mischung aus Kritik und luxuriösem Leben vereinte.

Mit dem Aufkommen der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland, wurden die Couplets von Karl Gerhard immer politischer, was sich, unter anderem, am Lied I skuggan av en stövel zeigte, das er für Zarah Leander schrieb und ein Protest gegen die europäische Judenverfolgung darstellt. Dass seine kritische Einstellung zum damaligen Deutschland von den Machthabern Schwedens nicht geteilt wurde, zeigte sich als Karl Gerhard in seiner Revue Lite Gullregn im Jahre 1940 sein Meisterstück Den ökända hästen från Troja vorführen wollte, denn dieses Couplet fiel der Zensur zum Opfer und Karl Gerhard musste zu anderen Mitteln greifen um die Deutschfreundlichkeit der Regierung zu kritisieren. Das Dalahäst erhielt einen Maulkorb und eine Schlafmütze. Der Künstler verzichtete zwangsläufig auf das Couplet und las dafür das Verbot mit dem längst überholten Gesetz vor. Karl Gerhard starb am 22. April 1964 im Krankenhaus in Solna.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae 
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt 
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band 
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung 
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Januar 2015

Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue

Ernst Rolf wurde am 20. Januar 1891 in Falun als Sohn eines Schneiders unter dem Namen Ernst Ragnar Johansson geboren und galt bereits als Kind als musikalisch begabt, was auch dazu führte, dass er sehr früh, gemeinsam mit seinem Bruder, sehr häufig bei Veranstaltungen des IOGT, dem größten Verband der Antialkoholiker Schwedens, auftrat. Allerdings machten ihn diese Auftritte nur sehr lokal bekannt und führten zu keiner künstlerischen Karriere.

Mit 15 Jahren begann Ernst Rolf dann bei der Postorderfirma Åhlén & Holm zu arbeiten und machte dort die Bekanntschaft des Volkskomikers Ragnar Åkerblom, der zu dieser Zeit bereits einige humoristische Stücke für das lokale Bauerntheater geschrieben hatte. Diese Freundschaft veranlasste Ernst Johansson bereits ein Jahr später dazu seinen Namen zu ändern, die Arbeitsstelle aufzugeben und als Sänger von Volksweisen und Schauspieler durch Schweden zu reisen. Da die Lieder, die Ernst Rolf schrieb, die ländliche Bevölkerung unmittelbar berührten und so einfach gehalten waren, dass man sie leicht nachsingen konnte, war der Künstler in kürzester Zeit überall im Land bekannt.

Am 12. Oktober 1910 nahm Ernst Rolf seine erste Schallplatte auf, der anschließend 851 Aufnahmen folgen sollten und den Sänger zum produktivsten Autor und Sänger der Grammaophonepoche machten. Als am 1. Januar 1924 im Oscarsteatern in Stockholm seine Revue Lyckolandet aufgeführt wurde, erneuerte er damit die Theaterform Schwedens, da er eine  Mischung zwischen Kabarett und amerikanischer Show bot, was um jene Zeit in Schweden noch nicht existierte und beim Publikum unmittelbar ankam. Am 25. Dezember 1932 starb Ernst Rolf im Alter von nur 41 Jahren an einer Lungenentzündung, der Folge eines abgebrochenen Selbstmordversuchs durch Ertrinken.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Dezember 2014

Der Schauspieler, Dichter und Revueschreiber Kent Andersson

Kent Andersson kam am 2. Dezember 1933 in einer Arbeiterfamilie in Lundby auf Hisingen, zur Welt und begann als Jugendlicher erst in einer Papierfabrik zu arbeiten, bis er sich entschied zur See zu gehen, was um diese Zeit für viele Arbeiterkinder im Raum Göteborg der Weg in die weite Welt war. Nach seiner Rückkehr von Großer Fahrt Anfang der 50er Jahre, hängte Andersson die See wieder an den Nagel und begann im Atelierteatern zu arbeiten, einem damals neu gegründeten Theater, das heute noch existiert.

Bereits 1955 stand Kent Andersson, der bis dahin keinerlei Ausbildung als Schauspieler hatte, dann bereits für den Film Vildfåglar vor der Kamera. Dank diesen Erfahrungen im Film und beim Atelierteatern wurde Andersson 1958 in der Schauspielschule des Göteborger Stadttheaters aufgenommen und nur zwei Jahre später wurde das Fernsehen auf den damals 27-jährigen Schauspieler aufmerksam. Schon bald reichte Andersson seine Arbeit nicht mehr aus und ab 1966 schrieb er, gemeinsam mit Bengt Bratt, die Göteborg-Trilogie Flotten, Hemmet und Sandlådan, die erst in den verschiedenen Theatern Europas aufgeführt wurden und 1972 mit Kent Andersson als Schauspieler auch vom Fernsehen verfilmt wurden.

In den 70er Jahren arbeitete Kent Andersson, unter anderem, am Folkteatern in Göteborg und begann politische Revuen zu schreiben mit denen er einen großen Erfolg hatte. Das folgende Jahrzehnt verbrachte Andersson dann vor allem in Stockholm um am Dramaten zu arbeiten und Revuen für das Folkan und den Göta Lejon zu schreiben. Zurück in Göteborg arbeitete Andersson erneut beim Stadttheater. Bei der Vorbereitung von August Strindbergs Ett drömspel starb der Schauspieler dann jedoch am 3. November 2005. Auch wenn seine Stücke von großer Bedeutung sind, so ist er den Schweden immer noch als der versoffene Ville Vingåker der Fernsehserie Hedebyborna am besten in Erinnerung.


2. Dezember 1766: Schweden verfügt über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1836: Der Erzbischof und Vizeuniversitätskanzler Carl von Rosenstein
2. Dezember 1941: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens
2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 28. Juli 2014

Die Sängerin und Revuekünstlerin Cilla Edström

Als Cilla Edström am 28. Juli 1998 nach längerer Krankheit im Alter von 67 Jahren in Stockholm starb, blieb in Schweden nicht nur die Erinnerung an eine große Revuekünstlerin des Landes erhalten, sondern auch ein Abguss ihrer Nase, der in der Nasothek des Café Athen in Lund zu sehen ist, einem der wichtigsten Treffpunkte der Studenten der Stadt. Diese Ehre wird nur jenen Personen gewährt, die sich im studentischen kulturellen Lebens  Lunds besonders hervorhoben.

Cilla Edström kam am 10. April unter dem Namen Agnes Cecilia Ingvar als Tochter eines Professors in Lund zur Welt und fühlte sich bereits in ihrer Kindheit von der Bühne angezogen und stand noch während der Schulzeit neben Max von Sydow auf den Brettern des Schultheaters. Als Edström dann an der Universität Lund ihr Studium begann, war es geradezu selbstverständlich, dass sie im Studententheater der Universität mitwirkte und dort in Revuen auftrat. Da sie sich noch lange nach ihrem Abschluss des Philosophiestudiums zu Lund verbunden sah, gehört Cilla Edström zur sehr kleinen Gruppe an ehemaligen Studenten, die an drei Lundakarnevaler, den studentischen Karnevals in Lund, teilnahm.

Entdeckt wurde Cilla Edström im Jahre 1955 von Karl Gerhard, was zu einer engen Zusammenarbeit bis zum Jahre 1963 führte. Edström spielte in dieser Zeit in nahezu allen Revuen Gerhards. Nach ihrer Ehe mit Ricardo Edström im Jahre 1964 verließ die Künstlerin dann jedoch das Rampenlicht um sich um die Familie kümmern zu können, auch wenn Edström zwischen 1970 und 1973 für den schwedischen Staatsfunk zu arbeiten begann. Erst 1978 gelang es Uno Myggan Ericson die Künstlerin nochmals zu überreden auf der großen Bühne in Liseberg einige Lieder aus den Revuen von Karl Gerhard zu singen.


28. Juli: Botvid, ein vergessener Name Schwedens
28. Juli 1878: Die Svalövs kyrka des Bistums Lund in Skåne
28. Juli 1900: Die schwedische Kinderbuchautorin Edith Unnerstad
28. Juli 1930: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
28. Juli 1963: Der schwedische Illusionist Joe Labero

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 23. Juni 2014

Carl Zetterström, bekannt unter der Signatur Carl Z

Carl Zetterström wurde am 23. Juni 1950 als Sohn des Schriftstellers Kar de Mumma (Erik Zetterström) und der Schriftstellerin Viola (Marianne Zetterström) in Stockholm geboren und folgte ab 1968, im gleichen Jahr als er die Hochschulreife ablegte, mit dem Buch Varför lagar ni inte ert tak, Klosterhage? den Spuren seiner Eltern und seines Großvaters Hasse Z. (Harald Zetterström), wobei bereits sein erstes Buch seinen Humor und seine nahezu absurde Denkweise als Autor spiegelte und gewissermaßen auch ein Markenzeichen der Linie Zetterström war.

In der Tat begann Carl Zetterström allerdings schon weitaus früher zu schreiben, denn gerade einmal zehn Jahre alt zeichnete er als Herausgeber, Journalist und Zeichner des zweimal jährliche erscheinenden Carls Dagblad, die der Junge als Skandalzeitung bezeichnete und mit der er immerhin rund 100 permanente Leser ansprach. Weitaus ernster zu nehmen war dann jedoch die Arbeit Zetterströms ab 1968, denn ab dieser Zeit begann der Autor für die Theaterbühne zu schreiben, machte sich als Schriftsteller bemerkbar und zeichnete Buchumschläge und Plakate, Arbeiten, die ihm auch den Weg zur Presse öffneten.

Carl Zetterström wurde in den Folgejahren einer der produktivsten Revue-Autoren, dessen Revuen und Cabarets auf den bedeutendsten Bühnen Schwedens gespielt wurden. Neben dieser Tätigkeit arbeitete Zetterström für den Expressen, das Aftonbladet und andere Zeitungen, aber machte sich auch in den satirischen Zeitschriften Söndags-Nisse und Strix bemerkbar. Da seine Art von Humor bei der Bevölkerung sehr gut ankam, wurde Carl Zetterström mit den Jahren auch immer häufiger vom Rundfunk und Fernsehen gebeten Sketsche und Satiren zu schreiben. Carl Zetterström starb am 31. Oktober 2005 in Stockholm.


23. Juni 1743: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
23. Juni 1869: Karl Tirén und die Welt der Samen
23. Juni 1875: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens
23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus wird eingeweiht
23. Juni 1952: Mittsommer (midsommar) in Schweden
23. Juni 1981: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
23. Juni 1982: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Juni 2014

Theaterdirektor Axel Engdahl

Axel Engdahl wurde am 21. Juni 1863 in Göteborg geboren und interessierte sich bereits als Schüler für das Theater, sah dies allerdings mehr als Freizeitvergnügen an und begann daher eine völlig gewöhnliche berufliche Laufbahn, erst als Telegrammausträger, später bei der Seefahrtsversicherung, bei denen sich sein Talent nur dadurch zeigte, dass Engdahl sehr witzig war, in seiner Freizeit Gedichte schrieb und erste Revuen zu verfassen begann. Erst als Engdahl 32 Jahre alt war, sollte sich seine Bahn ändern.

Seine erste Revue schrieb Axel Engdahl für die Ordensgesellschaft Par Bricole, die beim Stockholmer Theaterdirektor Albert Ranft einen solchen Eindruck hinterließ, dass dieser Endahl damit beauftragte weitere Revuen für das Stora Teatern in Göteborg zu schreiben, die dort ab 1895 mit beachtlichem Erfolg aufgeführt wurden. Bisweilen mietete Engdahl auch selbst das Theater um seine Stücke aufzuführen, denn auch wenn er keinerlei Ausbildung hatte, so zeigte sich, dass er sowohl als Schauspieler als auch als Autor ein Gefühl für das Volkstümliche hatte.

Als Axel Engdahl im Jahre 1903 das Folkteatern in Göteborg übernahm, zu Beginn gemeinsam mit Albin Lavén und ab 1906 allein, begann sich der Ruf Engdahls über ganz Schweden zu verbreiten, da er als Theaterdirektor die bedeutendsten Revueschauspieler jener Zeit engagierte und jedes Jahr bis zu drei eigene Revuen schrieb, die trotz des lokalen Einschlags, auf jeder Bühne des Landes ein breites Publikum anzogen. Als Engdal dann am 10. Januar 1922 in Göteborg starb, war er geradezu zu einer Institution geworden  dessen Stücke mittlerweile bereits bis zu 100 Jahren überlebt haben.


21. Juni: Der schwedische Vorname Alf und die nordische Mythologie
21. Juni 1865: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus
21. Juni 1874: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
21. Juni 1903: Alf Sjöberg, der Revolutionär des schwedischen Theaters
21. Juni 1945: Bert Karlsson, vom Musikproduzent zum Millionär 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Juni 2014

Die schwedische Schauspielerin Brita Borg

Brita Borg wurde am 10. Juni 1926 in Stockholm geboren und machte als Revuekünstlerin gewissermaßen eine Doppelkarriere, nämlich als Schauspielerin und als Sängerin. Ihre Karriere begann bereits 1943, als Borg gerade einmal 17 Jahre alt war und einen Nachwuchswettbewerb der Zeitschrift Vecko-Revyn gewonnen hatte, denn der erste Preis führte zu einem Auftritt mit der Revuetruppe Vårat gäng. Zwei Jahre später gründete Brita Borg das Gesangsquartett Flickery Flies und 1947 begann ihre Zusammenarbeit mit Povel Ramel und die Künstlerin entwickelte sich zu einer Schauspielsängerin in den publikumsträchtigsten Revuen Schwedens.

Parallel zu ihrer Karriere in den verschiedensten Revuen Schwedens entwickelte sich Brita Borg in den 50er Jahren, neben Zarah Leander und Anita Lindblom, auch zu einer der bedeutendsten Schlagersängerinnen des Jahrzehnts. Als der größte Hit der Sängerin gilt Fat Mammy Brown, der im Grunde Teil einer Revue war. Borg war Ende der 50er Jahre so populär in Schweden, dass man entschied, dass, egal welches Lied in der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest gewinnen sollte, Brita Borg den Schlager 1959 im französischen Cannes singen sollte. In Schweden gewann Siw Malmkvist und Brita Borg reiste mit Augustin nach Frankreich. Als die Karriere als Sängerin in den 60er Jahren dem Ende zuging, kehrte Borg auf die Bühne zurück und versuchte später, im Gegensatz zu zahlreichen anderen schwedischen Sängerinnen, nie ein Comeback.

Dies sollte natürlich nicht bedeuten, dass Brita Borg nicht mehr singen sollte, denn auch wenn sie nach ihrem Umzug nach Arvidsjaur im Jahre 1970 keine Schlager mehr sang, so blieb sie der Revue treu und begann eine Karriere im Reichstheater wo sie mit zahlreichen Musicals auf der Bühne stand, unter anderem mit Annie Get Your Gun. Als ernstzunehmenden Schauspielerin in einer Rolle ohne Musik zeichnete sich Brita Borg erstmals 1978 in Sjöhästen aus, einem Stück, das allerdings weitaus weniger bekannt ist als das Fernsehdrama Polskan och puckelryggen aus dem Jahre 1983 in dem sie mit Halvar Björk auftrat. Brita Borg starb am 4. Mai 2010 in Borgholm auf Öland, der Insel auf der sie die letzten Jahre ihres Lebens verbracht hatte.


10. Juni 1933: Das Tragen politischer Uniformen wird in Schweden verboten
10. Juni 1982: Prinzessin Madeleine feiert ihren 30. Geburtstag 
10. Juni 1982: Laleh Pourkarim, als Musikerin bekannt als Laleh 
10. Juni 2005: Svinesundbrücke, die Grenze zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Juni 2014

Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)

Am 5. Juni 1964 hatte im Chinatheatrer in Stockholm die Revue Gula Hund von Hans Alfredson und Tage Danielson Premiere, die vermutlich bekannteste Revue Schwedens, da Hasse & Tage hier die herkömmlichen Grenzen der damals üblichen Aufführungen sprengten und politische sowie gesellschaftliche Kritik einarbeiteten womit das Publikum vor 1964 nie konfrontiert worden war. Auch von der Besetzung her kann man Gula Hund heute als Klassiker bezeichnen, denn neben den beiden Autoren wirkten auch Personen wie Monica Zetterlund, Sonya Hedenbratt oder Gösta Ekman mit, die heute mit zu den größten Künstlern der Theater- und Musikgeschichte Schwedens gehören.

Gula Hund war eine aktuelle Kritik zum Zeitgeschehen, die von Hasse und Tage um die klassische Revue gebaut wurde bei denen zudem zahlreiche Sketsche erotische und politische Anspielungen waren. Neu war jedoch auch, dass es die Autoren wagten sogenannte vulgäre Tabuworte auf die Bühne zu bringen, Integrationsprobleme aufzunehmen, die Politik zur Inflation zu kritisieren oder den schwedischen Nationalsong Du gamla du fria als Csárdás zu präsentieren. Obwohl die Presse bereits Tage vor der Premiere vor Gula Hund gewarnt hatte, wurde das Publikum noch überrascht, was einerseits zu unzähligen Beschwerdebriefen und kritischen Artikeln in der Presse führte, andererseits aber auch für ein volles Haus sorgte.

Als die Revue Gula Hund dann am 6. Januar 1966 im Fernsehen übertragen wurde, brach erneut ein Sturm des Protestes aus, da die Sendung zu einem Zeitpunkt übertragen wurde als auch Kinder vor dem Bildschirm saßen. Das Ergebnis war, dass die Wiederholung nur spät am Abend übertragen werden durfte und sich wenige Tage später das Parlament mit Gula Hund beschäftigte, ein Zeichen dafür, dass Hasse und Tage mit ihrem Werk den Nagel auf den Kopf getroffen hatten. Einige der Redner forderten nach der Übertragung die Einführung eines Fernsehrates, der diese Art von Sendungen verhindern sollte. Auch wenn heute diese Revue mehr humoristisch gesehen wird, so war sie damals ein Sprengstoff, der einen Umbruch in ein moderner denkendes Schweden mit sich brachte.


5. Juni 1858: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde 
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein 
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 31. Juli 2011

Karl Gerhards Revue „Lite Gullregn“ erregt in Schweden Aufsehen

Am 31. Juli 1940 hatte Karl Gerhards stark antinazistische Revue „Lite Gullregn“ im Folkan (Folkteatern) am Östermalmtorg in Stockholm seine Uraufführung. Während einer Reise nach Moskau hatte Karl Gerhard das Lied „Den ökända hästen från Troja“ entdeckt, das er in seiner Revue integrierte und das noch heute als sein Meisterstück gegen die nazistische Bewegung in Deutschland gesehen wird.

Bereits wenige Tage nach der Uraufführung, wurde Karl Gerhard ins Außenministerium gerufen, weil Deutschland, das er als „dom“ (sie) bezeichnete, diesen Teil nicht mehr in der Revue sehen wollte, da es die deutsch-schwedische Freundschaft belaste. Karl Gerhard weigerte sich dem Außenminister Folge zu leisten, aber als er wieder am Theater ankam, wurde ihm von zwei Polizisten ein Schreiben überreicht, das sich auf ein altes Gesetz stützte und ihm verbot das Lied weiterhin vorzuführen.

Karl Gerhard arbeitete daraufhin die Revue etwas um, verzichtete zwar auf das Lied, präsentierte jedoch daraufhin das Trojanische Pferd mit einem Maulkorb auf der Bühne und las an Stelle des Lieder das königliche Verbot vor. Da das Gesetz jedoch nur für das Theater und die Aufführungen in Stockholm galt, konnte Karl Gerhard seinem Publikum in Göteborg ab 1941 im Storan wieder die ursprüngliche Version bieten und Achilles, wie er Hitler nannte, konnte dieses Mal kein neues Verbot erreichen.

31. Juli 1966: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
31. Juli 1968: Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen 

Copyright: Herbert Kårlin