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Sonntag, 21. April 2019

Die Balletttänzerin Elsa-Marianne von Rosen

Elsa-Marianne von Rosen kam am 21. April 1924 als Tochter des Künstlers Reinhold von Rosen in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch überwiegend im Sörmland auf. Ihre Karriere als Balletttänzerin begann im Grunde sehr spät, denn erst als 13-jährige, als sie wieder von ihren Eltern zu ihrer Großmutter nach Stockholm zog, begann sie eine Ausbildung als Tänzerin. Von Rosen setzte ab dieser Zeit alles in den Balletttanz und schon zwei Jahre später wurde sie erstmals, wegen ihres Könnens, von den Dagens Nyheter in einem Artikel genannt. Nach mehreren Jahren an Privatausbildung perfektionierte sich von Rosen dann mit Hilfe von Harald Lander, dem damaligen Ballettdirektor des Königlichen Theaters in Kopenhagen.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Tänzerin hatte Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1941 im Konzerthaus in Stockholm, was auch der Beginn ihrer Karriere wurde, denn 1943 erhielt sie das Angebot im Varieté "National Scala" in Kopenhagen zu tanzen, was ihr wiederum dazu verhalf Gastschülerin in der Ballettschule des Königlichen Theaters zu werden und Kontakte mit der internationalen Tanzwelt zu knüpfen. Als von Rosen dann nach Stockholm zurückkam, wurde ihre die Position der Primadonna im Oscarsteatern angeboten, das um diese Zeit einige Ballettabende auf den Spielplan setzte, ansonsten aber die Ballettgruppe auf internationale Tourneen schickte.

Bekannt wurde Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1950, als sie in der Königlichen Oper in Stockholm als Fröken Julie auf die Bühne trat, ein Stück mit dem sich die Künstlerin persönlich identifizierte. Bis heute gilt Elsa-Marianne von Rosen, die am 7. September 2014 in Kopenhagen starb, als die beste Julie aller Zeiten. Um die gleiche Zeit begann von Rosen auch als Choreographin zu arbeiten und gründete mit ihrem Ehemann das Skandinaviska Beletten. Von 1970 bis 1976 war von Rosen Ballettchef beim Stora Teatern in Göteborg und von 1980 bis 1987 beim Malmöbaletten. Obwohl von Rosen nach einer Operation nicht mehr sprechen konnte, wirkte sie noch im Jahr 2012 beim Dokumentarfilm Ballerina mit, mit dem Maja Friis das Leben der Künstlerin verfilmte.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1816: Der Kriegsherr Johan af Puke
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. März 2018

Der schwedische Schauspielerin Augusta Lindberg

Augusta Lindberg kam am 17. März 1866 als Augusta Blomstedt in Stockholm zur Welt und begann 1880 in der Schauspielschule des königlichen Theaters Dramaten. Allerdings kam Lindberg mit der Leiterin der Schule nicht zurecht und suchte daher eine andere Möglichkeit Schauspielerin zu werden. Über eine andere Schülerin kam die junge Frau dann 1882 an August Lindberg, der vor kurzem eine Schauspielschule gegründet hatte, in Kontakt. Die angehende Schauspielerin konnte Lindberg überzeugen und wenige Tage nach dem Vorsprechen war sie Teil seiner Theatergesellschaft.

Nur zwei Jahre nach dem Treffen mit dem Theaterdirektor heirateten Augusta Lindberg und ihr Arbeitgeber. Vom ersten Tag an gelang es der Schauspielerin ihr Publikum zu fangen, da sie auch mit ihrer Persönlichkeit überzeugte und jede Bühnenrolle zur eigenen Rolle machte. Nach Susanna in Figaros Hochzeit und einer Reihe an Rollen in Ibsen-Stücken kam, nach Meinung der Kritik, ihre überzeugendste Rolle in Strindbergs Brott och brott, einem Stück, das für jede Schauspielerin eine enorme Herausforderung ist, da diese innerhalb des Stückes die unterschiedlichsten Gefühle überzeugend ausdrücken muss.

Auch wenn Augusta Lindberg insgesamt sechs Jahre lang bei der Theatergesellschaft ihres Mannes engagiert war, so trat sie auch mehrere Jahre lang im Stora Teatern in Göteborg auf, stand im Svenska Teatern in Helsingfors (Helsinki) ein Jahr lang auf der Bühne und wurde ab 1898 bis 1901 am Dramaten beschäftigt. Im Jahr 1919 bekam Lindberg  dann in Victor Sjöströms Film Hans nåds testamente ihre erste Filmrolle, der zwei weitere Filme folgten sollten, bis die Schauspielerin, die am 3. Dezember 1943 in Stockholm starb, an das Oscarsteatern als Schauspielerin und Theaterpädagogin ging.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1862: Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. März 2018

Gustav Wally, Schauspieler, Tänzer, Regisseur

Gustav Wally kam am 24. November 1905 als Gustaf Wallenberg zur Welt und war gewissermaßen das schwarze Schaf der Familie, da er als Sohn des Industriellen und Diplomaten Axel Wallenberg eigentlich in der Finanzwelt Karriere machen sollte und entsprechend erzogen wurde. Wally interessierte sich indes mehr für die Welt des Theaters und begann seine künstlerische Laufbahn im Jahre 1928 als Chorsänger in einem New Yorker Theater und trat dort auch ein Jahr später als Balletttänzer in der Operette Bitter Sweet auf, wenn auch ohne bei der Kritik besondere Eindrücke zu hinterlassen.

Nach einer Tournee durch die USA und Canada gründete Gustav Wally, gemeinsam mit dem Dänen Niels Wessel Bagge, die Tanztruppe Wally brothers. Wally kehrte nach Schweden zurück und, noch bevor seine Tanztruppe wirklich bekannt war, wurde er von Karl Gerhard entdeckt, was dazu führte, dass er in den 30er Jahren in mehreren Revuen Gerhards und Kar de Mummas auftrat. Mit dieser Erfahrung und guten Kritiken als Revuekünstler erhielt Wally dann 1937 einen sehr gut bezahlten Vertrag in Hollywood, allerdings ohne dann dort eine Filmrolle zu erhalten, was dazu führte, dass der Künstler bereits zwei Jahre später nach Stockholm zurückkehrte.

Von 1939 bis 1941 präsentierte Gustav Wally dann als Theaterdirektor des Södra Teatern in Stockholm mehrere Revuen und Operetten und setzte diese Tätigkeit von 1942 bis 1947 im Oscarsteatern fort. In dieser Zeit nahm Wally auch mehrere Schallplatten auf und wirkte in insgesamt neun Filmen mit. Diese Jahre in Stockholm waren die produktivsten Jahre Wallys, der eine enorme Energie an den Tag legen konnte. !947 entschied sich Wally plötzlich sich in New York niederzulassen um dort Schiffsreeder zu werden, auch wenn er das Theater dabei nicht ganz verließ, sondern auch an mehreren internationalen Produktionen von My Fair Lady beteiligt war. Bei einem Aufenthalt in Panama starb Gustav Wally am 3. März 1966 plötzlich an einem Herzinfarkt.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1770: Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler
3. März 1813: Die schwedische Kolonie Guadeloupe
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1844: Leonard Bygdén und die Universitätsbibliothek in Uppsala
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 1956: Der schwedische Modedesigner Claes Bondelid
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Januar 2018

Die Schauspielerin und Opernsängerin Rosa Grünberg

Rosa Grünberg kam am 4. Januar 1878 als Tochter eines Kaufmanns in Stockholm zur Welt und begann sehr früh eine Ausbildung in Gesang und Bühnenkunst. Als Grünberg 20 Jahre alt war, bekam sie im September 1898 ihren erstes Engagement am Svenska Teatern, wo die Sängerin und Schauspielerin vor allem durch ihre Stimme die Aufmerksamkeit auf sich zog. Dies führte auch dazu, dass sie bereits nach kürzester Zeit von Albert Ranft ins Vasateatern geschickt wurde um dort mit dem Stück Geisha ihren Durchbruch hatte.

Im Jahr 1902 wechselte Rosa Grünberg dann zur reisenden Theatergesellschaft Ranfts und übernahm dort während der folgenden zwei Jahre zahlreiche singende Rollen. 1904 wechselte die Künstlerin dann zum Östermalmteater, wo Grünberg zur Primadonna der Stockholmer Bühnen aufstieg. Als dann 1906 das Oscarsteatern eingeweiht wurde, gehörte Grünberg von Beginn an zum Ensemble, sang jedoch noch bis 1914 ausschließlich Operetten, um dann jedoch im Königlichen Theater in Tosca ihre erste Hauptrolle in einer Oper zu übernehmen.

Zwischen 1908 und 1911 übernahm Rosa Grünberg auch mehrere Rollen in Kurzfilmen und trat immer wieder mit volkstümlichen Weisen auf, was sich erst änderte als die Sängerin am Königlichen Theater war. 1911 tauchte in Stockholm auch das Gerücht auf dass Grünberg eine Affäre mit dem Kronprinzen Gustaf Adolf habe, was offiziell jedoch nie bestätigt wurde. Als Grünberg dann 1918 Professor Yngve Sjöstedt heiratete, verließ die Künstlerin die Bühne, aber arbeitete weiterhin als Gesangspädagogin. Rosa Grünberg starb am 11. April 1960 im Alter von 82 Jahren in Stockholm.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1890: Der Schauspieler und Regisseur Weyler Hildebrand
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1919: Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
4. Januar 2013: Die feministische Literaturwissenschaftlerin Birgitta Svanberg
4. Januar 2014: Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Mai 2017

Der Komponist und Theaterdirektor Nils Perne

Nils Perne kam am 4. Mai 1905 als Sohn eines kaufmännischen Direktors in Uppsala zur Welt, zog jedoch mit seinen Eltern bereits im Alter von zwölf Jahren nach Stockholm, wo er die Schartaus Handelsschule besuchte, um sich ebenfalls auf eine kaufmännische Karriere vorzubereiten. Gemeinsam mit seinem Studienkameraden Georg Eliasson entdeckte er jedoch während seines Studium seine Liebe zu Studentenrevuen und zum Studententheater und 1925 wurde dann das erste gemeinsame Stück der beiden Studenten auch mit großem Erfolg aufgeführt.

Nils Perne und Georg Eliasson waren gleichzeitig am populären Schlager interessiert, der in diesen Jahren seine erste Höhen erreichte und 1926 lieferten die beiden dann dem Mosebacketeatern in Stockholm die ersten Lieder, belieferten aber auch Ernst Rolf mit eigenen Kompositionen und gründeten einen Musikverlag, den Perne ab 1935 dann allein weiterführte. Ab dieser Zeit begann Perne sowohl für für den Rundfunk als auch für die Schallplattenindustrie und den Film zu arbeiten, wenn auch überwiegend unter dem Pseudonym Jokern. Sein größter Erfolg wurde dann im Zweiten Weltkrieg sein Lied Min soldat, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde und von Ulla Billquist im Jahre 1940 aufgenommen wurde.

Im Jahr 1948 wurde Nils Perne dann Direktor des Oscarsteatern in Stockholm und war, unter anderem auch Co-Produzent des Musicals My Fair Lady, das 1959 Premiere hatte und mit 766 Aufführungen zu den größten Erfolgen des Theaters gehörte. Auch wenn  Nils Perne Ende der 30er Jahre als Gunnar Gregor auch einige seiner Lieder selbst auf Schalllatte verewigte, trat er nur selten an die Öffentlichkeit und scheute das öffentliche Leben. Nils Perne starb am 27. Dezember 1965 in Stockholm und gehört heute zu jenen Künstlern, die nahezu vergessen sind, obwohl sie eine gesamte Epoche prägten.


4. Mai 1436: Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt
4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1871: Die schwedische Künstlerin Alice Nordin
4. Mai 1928: Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Dezember 2016

Der Regisseur und Theaterdirektor Gösta Folke

Gösta Folke kam am 10. Dezember 1913 in Stockholm zur Welt und begann ein Theologiestudium an der Universität Uppsala um Priester zu werden. Sehr schnell wurde Folke jedoch vom Studententheater der Universität angezogen und entwickelte sich in seiner Freizeit zum Schauspieler. Als dann Rune Lindström, eine Studienfreund aus Uppsala, ihn 1941 bat sein Bauerntheater Himlaspelet in Leksand, änderte sich für Folke alles. Das Stück hatte so großen Erfolg, dass Alf Sjöberg aus dem Theaterstück einen Film machen wollte und Folke bat sein Regieassistent zu werden. Ab diesem Zeitpunkt dachte Gösta Folke nicht mehr an Theologie, sondern widmete sich ganz dem Theater und dem Film.

Auch wenn Gösta Folke sich in erster Linie vom Theater angezogen fühlte, arbeitete er in den 40er Jahren vor allem als Filmregisseur, da während der Kriegszeit ein Mangel an ausländischen Filmen herrschte und man nahezu verzweifelt nach Filmregisseuren suchte. Bei Ödemarksprästen wurde Folke dann erstmals als leitender Regisseur beschäftigt, einem Drama, das in der Bergwelt Schwedens spielt und religiöse und wirtschaftliche Macht im Zentrum hat. Die Regie Folkes zeichnete sich bereits bei diesem Film dadurch aus dass er auch im Film der Logik des Theaters folgte und die Szenen entsprechend aufbaute, ohne jedoch dem Film eine neue Linie zu bieten, was in jener Zeit jedoch einen sicheren Erfolg bei den Zuschauern garantierte.

Im Jahre 1947 wurde Gösta Folke Regisseur am Stadttheater in Malmö, was ihm ermöglichte parallel an der Bühne und im Film zu arbeiten. Nachdem Folke mehrere Filme verwirklicht hatte und an den wichtigsten Bühnen Schwedens gearbeitet hatte, wurde er 1951 zum Direktor des neu gegründeten Upsala Stadsteater ernannt, einer Aufgabe, die er bis 1957 nachkam. Nach seiner Erfolgsinszenierung von My Fair Lady im Oscarsteatern in Stockholm, kehrte Gösta Folke 1960 als Direktor an das Stadttheater Malmö zurück, das er von Grund auf neu aufbauen musste, da sein Vorgänger, Ingmar Bergman, die bedeutendsten Schauspieler mit nach Stockholm genommen hatte und Folke nicht die gleiche Einstellung zum Theater hatte wie Bergman. Unter Folke erlebte das Malmöer Stadttheater einen bedeutenden Aufschwung, denn Folke bot ein extrem breites Repertoire, das von der Operette bis zum zeitnahen Drama reichte und damit ein sehr breites Publikum anzog.


10. Dezember 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist 
10. Dezember 1787: Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel
10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1901: Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. November 2015

Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst

Sigge Fürst kam am 3. November 1905 als Sohn eines Polizisten unter dem Namen Sigurd Fürst in Stockholm zur Welt. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1925 entschied sich Fürst, trotz seinem Interesse für Musik und Theater, den Spuren seines Vaters zu folgen und machte eine Ausbildung zum Polizisten. Der Beruf sollte ihn jedoch nur bis 1930 halten, bis Fürst, ohne jede schauspielerische Ausbildung, von Pauline Brunius und Gösta Ekman dem Älteren im Oscarsteatern (Oskartheater) engagiert wurde um dort mehrere kleinere Rollen zu spielen. Gleichzeitig mit seiner Theatertätigkeit arbeitete Fürst auch immer wieder für das Radio, das ebenfalls eine Faszination auf den Künstler auswirkte.

Nachdem Sigge Fürst Mitte der 30er Jahre nahezu ständig auf Tournee in den schwedischen Volksparks war, arbeitete er in den 40er Jahren auf mehreren kleineren Bühnen Stockholms, vor allem im Intima teatern, wo er in Tolv edsvurna män auch eine Hauptrolle hatte, einem Stück, das über 500 Aufführungen zählte. Zu Beginn der 60er Jahre wurde Fürst von Ingmar Bergman entdeckt, der den Schauspieler an das Dramaten holte und ihm wichtige Charakterrollen übergab. Fürst war um diese Zeit bereits so gefragt, dass er sich mehrmals vom Dramaten beurlauben lassen musste um Hauptrollen im Oscarsteatern übernehmen zu können.

Sigge Fürst, der am 11. Juni 1984 in Danderyd an Lungenkrebs starb, begnügte sich jedoch nicht mit der Bühne, sondern machte auch eine parallele Karriere als Sänger, machte den Frukostklubben zu einem Kultprogramm im Radio und spielte in über 130 Filmen mit. Während Fürst seinen Einstieg in das Filmgeschehen bei Meisterdetektiv Kalle Blomquist von Astrid Lindgren machte, übernahm er bald die Rolle eines Polizisten oder einer Gauners um ab den 70er Jahren auch bedeutende Charakterrollen zu erhalten. Seine letzte Filmrolle im Jahre 1981 war dann jene eines Polizisten in Tage Danielssons SOPOR. Noch heute gehört Sigge Fürst zu den Kultfiguren Schwedens, der auch nach über 30 Jahren noch nicht vergessen ist.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind
3. November 1995: Die Filmstadt Sergel in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 20. Januar 2015

Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue

Ernst Rolf wurde am 20. Januar 1891 in Falun als Sohn eines Schneiders unter dem Namen Ernst Ragnar Johansson geboren und galt bereits als Kind als musikalisch begabt, was auch dazu führte, dass er sehr früh, gemeinsam mit seinem Bruder, sehr häufig bei Veranstaltungen des IOGT, dem größten Verband der Antialkoholiker Schwedens, auftrat. Allerdings machten ihn diese Auftritte nur sehr lokal bekannt und führten zu keiner künstlerischen Karriere.

Mit 15 Jahren begann Ernst Rolf dann bei der Postorderfirma Åhlén & Holm zu arbeiten und machte dort die Bekanntschaft des Volkskomikers Ragnar Åkerblom, der zu dieser Zeit bereits einige humoristische Stücke für das lokale Bauerntheater geschrieben hatte. Diese Freundschaft veranlasste Ernst Johansson bereits ein Jahr später dazu seinen Namen zu ändern, die Arbeitsstelle aufzugeben und als Sänger von Volksweisen und Schauspieler durch Schweden zu reisen. Da die Lieder, die Ernst Rolf schrieb, die ländliche Bevölkerung unmittelbar berührten und so einfach gehalten waren, dass man sie leicht nachsingen konnte, war der Künstler in kürzester Zeit überall im Land bekannt.

Am 12. Oktober 1910 nahm Ernst Rolf seine erste Schallplatte auf, der anschließend 851 Aufnahmen folgen sollten und den Sänger zum produktivsten Autor und Sänger der Grammaophonepoche machten. Als am 1. Januar 1924 im Oscarsteatern in Stockholm seine Revue Lyckolandet aufgeführt wurde, erneuerte er damit die Theaterform Schwedens, da er eine  Mischung zwischen Kabarett und amerikanischer Show bot, was um jene Zeit in Schweden noch nicht existierte und beim Publikum unmittelbar ankam. Am 25. Dezember 1932 starb Ernst Rolf im Alter von nur 41 Jahren an einer Lungenentzündung, der Folge eines abgebrochenen Selbstmordversuchs durch Ertrinken.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Oktober 2013

Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens

Albert Ranft hatte bei seinem Tod am 5. Oktober 1938 eine lange Karriere als Schauspieler und Theaterdirektor hinter sich und galt zu Beginn des 20. Jahrhundert als der ungekrönte Theaterkönig Stockholms, da er dort zeitweise bis zu alle sieben Privattheater der Stadt leitete und damit das kulturelle Leben der Stadt nahezu steuerte. Zwischen 1906 und 1926 war Ranft insbesondere für die Aufführungen am Oscarsteatern zuständig, das um diese Zeit des bedeutendste Theater der schwedischen Hauptstadt war.

Albert Ranft hatte sich sehr früh für eine Karriere im Theater entschieden und trat mit 18 Jahren erstmals mit der dänischen Theatertruppe Magda von Dolckes in Örebro auf. In den Folgejahren zog Ranft dann mit den verschiedensten Theatergruppen durch Schweden und sammelte die notwendige Erfahrung, die ihm später von großer Hilfe sein sollten. Sein erstes festes Engagement erhielt der Schauspieler im Jahre 1886 beim Stora Teatern in Göteborg, dem 1890 eine weitere Anstellung bei Hjalmar Selander folgen sollte.

1892 entschied sich Albert Ranft das Stora Teatern in Göteborg zu übernehmen und so nebenbei noch eine durch das Land reisende Theatergruppe aufzubauen. Nur wenig später übernahm Ranft dann, eines nach dem anderen, die Privatbühnen Stockholms und selbst die Oper. Seine Aufgabe war denn vor allem gute Intendanten zu finden mit denen er zusammenarbeiten konnte. Ranfts Lieblingsprojekt war dabei das Svenska Teatern für das er Harald Molander als Intendant anstellte. Zur Premiere führte er dort mehrere bedeutende Stücke des Landes auf, unter anderem auch Ett drömspel von August Strindberg. Bemerkenswert war dabei, dass Ranft allen seinen Schauspielern vertraglich verbot an Filmen mitzuwirken, er jedoch selbst zwei kleine Rollen annahm.


5. Oktober 1785: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern 
5. Oktober 1997: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. September 2013

Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson

Annalisa Ericson wurde am 14. September 1913 als Tochter eines Regimentsmusikers geboren und begann mit sechs Jahren an der Ballettschule der königlichen Oper in Stockholm, was zu jener Zeit bedeutete, dass sie auch auf der Bühne stehen musste. Im Laufe der Jahre wurden die Rollen Ericsons immer etwas größer und 1929 wurde sie als Tanzschülerin an der Oper angestellt. Ein Jahr später ging ihre Karriere jedoch fast zu Ende, denn die Oper feuerte sie, weil sie „zu dick“ geworden war und nicht mehr dem künstlerischen Ideal des Hauses entsprach.

Da die erhoffte Tanzkarriere für die damals 16-jährige Annalisa Ericson damit zu Ende war, bewarb sie sich an der Schauspielschule des Dramaten, wurde dort jedoch abgelehnt, was sich später jedoch als Glück zeigen sollte, denn dadurch konnte sie beim Oscarsteatern eine Schauspielausbildung machen. Neben dem Theater arbeitete die Künstlerin auch als Statistin für SF (Svensk Filmindustri), was ihr 1932 die Hauptrolle als Anna im Film Värmlänningarna einbrachte. Obwohl Ericson im Film nicht selbst sang, wurde sie von der Kritik für ihre Stimme gelobt und ihr Name wurde als hervorragende Schauspielerin mit mehreren Talenten in ganz Schweden bekannt.

Rund 80 Jahre lang nahm Annalisa Ericson dann einen der bedeutendsten Plätze auf mehreren Bühnen Schwedens ein, wobei sie durch ihre Tanzkenntnisse auch Rollen bekam, die eine sehr ohe Anforderung an eine Schauspielerin stellten. Ericson spielte in dieser Zeit in einigen der bekanntesten Revuen, in Operetten und tingelte im Sommer mit Theatergruppen durch Schweden. Auch wenn Ericson dreimal verheiratet war, so kam die Familie immer erst nach der Kunst. Der Name Annalisa Ericson wird noch heute mit den Revuen von Kar de Mumma und von Ernst Rolf, sowie mit einigen Filmen von Nils Poppe und dem Film Sommarlek von Ingmar Bergman. Auch wenn Annalisa Ericson noch mit 85 Jahren erstmals vom Dramaten engagiert wurde, so entstanden ihre bedeutendsten Werke vor allem zwischen den 30er und Beginn der 60er Jahre.


14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. Juni 2013

Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

Als Nils Einar Poppe, geborener Jönsson am 28. Juni 2000 in Helsingborg starb, war er als einer der größten Komiker des schwedischen Theaters bekannt, auch wenn dies eigentlich nicht das Ziel des Schauspielers war, der 1930 im Hippodromteatern in Malmö mit dem Drama begann. Aber immer wenn er auf die Bühne kam, begann das Publikum selbst bei den tragischsten Szenen zu schmunzeln oder zu lachen, ein Problem, das mit seiner Mimik zusammenhing. Poppe blieb daher nichts anderes übrig als zur Komödie zu wechseln.

Nils Einar Poppe setzte daher seine Karriere im Hippdromteatern fort, spielte nun aber nur noch in Revuen und Operetten. Nach vier Jahren war Poppe so bekannt, dass er ein Angebot der Stockholmer Klangrevyn bekam. Dort konnte der Schauspieler dann zusätzlich seine akrobatischen Kenntnisse zeigen und begann mit Parodien zu Charlie Chaplin, mit dem er lange verglichen wurde, bis er seinen völlig eigenen Stil der Komik entwickelt hatte. Aber auch der Klangrevyn blieb Poppe nicht sehr lange treu, denn in den 40er Jahren wurde er von Gustaf Wally als Theaterdirektor angestellt.

Wally war um diese Zeit bereits für seine Musical-Aufführung bekannt, was dem Talent von Nils Einar Poppe entgegenkam. Schon 1942 hatte dieser dann mit der Operette Blåjackor (Boys in Blue von Lajos Lajtai) im Oscarsteatern einen durchschlagenden Erfolg. In dieser Zeit begann auch Poppes Zusammenarbeit mit Annalisa Ericson, die sich nicht nur auf die Theaterbühne beschränkte, sondern auch auf den komischen Tanzfilm ausdehnte, der von Kritikern mit den besten Worten gelobt wurde, aber beim Publikum kaum Beachtung fand. Nach insgesamt 1040 Auftritten auf nordischen Bühnen entschloss sich Poppe 1966 das Schauspiel aufzugeben und er übernahm das Fredriksdalsteatern in Helsingborg.


28. Juni 1824: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd 
28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Montag, 8. April 2013

Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius

Als Oskar Textorius am 8. April 1864 in einer kinderreichen Familie in Kristianstad zur Welt kam, dachte niemand, dass der Junge einst zu den bedeutendsten Schauspielern und Regisseuren Schwedens gehören sollte und selbst als Textorius nach nur wenigen Schuljahren nach Stockholm ging, gehörte das Schauspiel nicht in die Welt des späteren Künstlers, denn er begann in der schwedischen Hauptstadt eine Ausbildung als Hersteller von Farben. Erst nach dieser Ausbildung näherte sich Textorius der Welt der Bühne.

Seinen ersten Auftritt als Schauspieler hatte Oskar Textorius im Jahre 1887. Da er auf der Bühne überzeugte, wurde er in den kommenden Jahren von verschiedenen Theatergesellschaften engagiert und bis 1893 war Textorius daher nahezu ständig auf Tourneen durch Schweden. In diesem Jahr kam dann jedoch sein erstes festes Engagement am Folkteatern in Stockholm, wo er bis 1899 blieb. Von 1899 bis 1906 führte Textorius dann seine eigene Theatergesellschaft und spezialisierte sich auf die Operette, was dazu führte, dass seine Truppe ständig ausgebucht war. 1906 gab der Schauspieler seine Gesellschaft jedoch wieder auf um sich wieder mehr der Kunst auf der Bühne widmen zu können und arbeitete erneut für andere Theatergesellschaften Stockholms.

Der wahre Durchbruch kam für Oskar Textorius dann im Jahre 1911, als der Schauspieler vom Oscarsteatern engagiert wurde und dort der Operette zum Erfolg verhalf. Nach seinem siebenjährigen Engagement am Stockholmer Oscarsteatern standen Textorius die Bühnen Skandinaviens offen. Er arbeitete am Scakateatern in Kopenhagen und wurde 1918 künstlerischer Leiter des Stora Teatern in Göteborg. Mit seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ester Pettersson unterbrach der Schauspieler dann jedoch dieses Karriere wieder um einige Jahre lang erneut mit einer eigenen Theatergruppe durch die Folksparks Schwedens zu ziehen. Erst 1937 kehrte er wieder als künstlerischer Leiter an das Stora Teatern zurück wo er bis zu seinem Tod ein Jahr später arbeitete. Auch wenn der Schauspieler am 20. April 1938 in Göteborg starb, so wurde seine Leiche anschließend in Stockholm beigesetzt.


8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika

Copyright: Herbert Kårlin

Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013

Samstag, 12. Mai 2012

Lill Lindfors, 52 Jahre im Rampenlicht

Am 12. Mai 1940 wurde Lill Lindfors, die eigentlich Maj Lillemor Lindfors heißt, in Helsinki geboren. Über ihre Jugend, ihre Familie und die ersten 20 Jahre ihres Lebens weiß man nahezu nichts, da die Künstlerin damit nie an die Öffentlichkeit ging und auf Fragen schweigt. Das Leben der Sängerin, Komikerin und Schauspielerin scheint erst mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Jahre 1960 in Uddevalla zu beginnen, wo sie in Hagge Geigerts Neujahrsrevue „Sillidonien“ ihre künstlerische Karriere begann.

Im Jahre 1960 hatte Lill Lindfors dann weitere kleinere Auftritte und spielte in einer Studentenrevue an der Stockholmer Universität, wo sie von Talentscouts entdeckt wurde. Schon 1961 wurde Lill Lindfors dann für Karl Gerhards Revue „Ursäkta handsken“ engagiert und noch im gleichen Jahr kam auch ihre erste Schallplatte mit den Titeln „Lazy River” und ”Lagom åt dig”  auf den Markt. Der Höhepunkt kam dann mit der schwedischen Erstaufführung von „West Side Story“ im Stockholmer Oscarsteatern, wo sie Anita spielte. Seit dieser Zeit spielt die Künstlerin, die ihr Lebenszentrum mittlerweile auf die Insel Öland verlegt hat, in überwiegend komischen Revues, die ausgezeichnet zu ihrem Charakter passen.

Parallel zu ihrer Karriere auf der Theaterbühne entstanden bisher zudem rund 30 Schallplatten, die bisher letzte davon, „En sommarkonsert från Siljan“ wurde 2009 aufgenommen. Am meisten verbindet man mit Lill Lindfors jedoch nach wie vor ein Lied aus dem Jahre 1967: „Du är den ende“. Als Lill Lindfors im Jahre 1985 den Eurovision Song Contest präsentierte, kam sie weltweit in aller Munde, da sie auf der Bühne, wenn auch absichtlich, ihren Rock verlor, was man noch heute, in verschiedenen Versionen auf Youtube verfolgen kann.


12. Mai 1936: Das Unglück auf dem Ormsjö in Lappland
12. Mai 1967: Der Kaknästornet in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin