Montag, 7. Dezember 2015

Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Am 7. Dezember 1979 wurde Stig Bergling, der als der bedeutendste Spions und Landesverräter Schwedens gilt, zu lebenslänglichem Gefängnis unter den härtesten Auflagen verurteilt, da man befürchtete, dass Bergling selbst vom Gefängnis aus noch Geheimnisse an den Feind verraten könne. Sämtliche Briefe des Spions wurden von der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo zensiert und jeder Besuch und jedes Telefongespräch konnten untersagt werden wenn diese auch nur das geringste Sicherheitsrisiko für Schweden ausmachen konnten.

Allerdings sollte Stig Bergling diese Gefängnisstrafe nicht in voller Höhe abdienen, da ihm eine geradezu spektakuläre Flucht gelang, nachdem sein Angebot gegen Raoul Wallenberg ausgetauscht zu werden daran scheiterte, dass die damalige Sowjetunion erklärte, dass Wallenberg 1947 im Gefängnis gestorben sei. Wann Bergling seine Flucht plante ist ungewiss, aber als er in das Gefängnis in Norrköping verlegt wurde, erhielt er die Genehmigung Besuch von seiner Jugendfreundin Elisabeth Sandberg zu erhalten. Die Besuche häuften sich und einen Tag nach dem Mord Olof Palmes durfte das Paar im Gefängnis heiraten, was auch dazu führte, dass Bergling seine Frau einige Male, wenn auch unter gewisser Überwachung, zu Hause besuchen durfte.

Mehrere Jahre lang plante das Paar die Flucht, die bei einem Freigang am 6. Oktober 1987 in die Tat umgesetzt wurde. Das Paar durfte die Nacht gemeinsam verbringen und die Sicherheitspolizei sollte lediglich den Eingang des Hauses vom Auto aus überwachen. Die Ehefrau Berglings hatte für diese Nacht drei Autos gemietet, die an unterschiedlichen Stellen der Stadt geparkt waren. Gegen Mitternacht verließ erst die verkleidete Ehefrau das Haus und wenig später kam Bergling, verkleidet als Jogger. Da in dieser Nacht der Nebel über der Stadt lag, bemerkte die Sicherheitspolizei die Flucht erst am folgenden Nachmittag, als das Paar bereits in der russischen Botschaft in Helsinki saß um in die Sowjetunion transportiert zu werden. Am 3. August 1994 kehrte das Paar aus Krankheitsgründen jedoch nach Schweden zurück und Bergling musste weitere drei Jahre im Gefängnis verbringen.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 2004: Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 6. Dezember 2015

Das Valhallabadet (Walhallabad) in Göteborg

Die Idee für den Bau eines Hallenbad entstand in Göteborg bereits im Jahre 1931, was zu einer Projektplanung im Jahre 1936 führte. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Plan dann allerdings auf Eis gelegt um erst 1952 wieder aufgenommen zu werden. Der Stadtrat Göteborgs hatte sich bereits auf den Namen Valhallabadet geeinigt und entschieden dass das Hallenbad dort gebaut werden sollte wo sich die Schrebergärten Burgården befanden, die ersten Schrebergärten Göteborgs. Es sollte jedoch weitere vier Jahre dauern bis dann das Valhallabadet am 6. Dezember 1956 eingeweiht werden konnte um am kommenden Tag für die ersten Badegäste öffnen zu können.

Dass man in Göteborg ein Hallenbad errichten wollte, hatte mehrere Gründe gleichzeitig, denn zum einen wuchs die Bevölkerung der Stadt in den 20er und 30er Jahren überdurchschnittlich schnell an und immer mehr Personen wohnten in Miethäusern in denen es keine Badezimmer gab, zum anderen wollte man in Göteborg eine Alternative zu den erfolgreichen Kaltbadhäusern an der Küste bieten und zum dritten kämpfte Sixten Högberg, der Gründer eines Göteborger Schwimmklubs, jahrzehntelang um ein Hallenbad, das den Schwimmsport ganzjährig ermöglichte und Sportlern aus Göteborg die Möglichkeit geben konnte sich auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten.

Der Architekt Nils Olsson, der leider starb bevor sein Projekt der Öffentlichkeit übergeben werden konnte, wollte indes kein gewöhnliches Hallenbad schaffen, sondern er dachte auch an Tribünen und beauftragte den Künstler Nils Wedel mit der Mosaikarbeit, die man an den Wänden des Bades finden kann. Auch wenn das Bad von der ersten Stunde stark besucht war, kam der Rekord im Jahre 1972, denn man zählte in diesem Jahr 760.000 Besucher, doppelt so viele wie ursprünglich für das Valhallabadet vorgesehen waren. 2013 wollte die Stadt Göteborg das Valhallabadet abreißen um den Platz „sinnvoller“ zu nutzen, ein Plan, der sich dank des Widerstands der Bürger letztendlich zerschlug.


6. Dezember 1723: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
6. Dezember 1829: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
6. Dezember 1830: Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet
6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht
6. Dezember 1984: Prinzessin Sofia Hellqvist und Prinz Carl Philip 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Dezember 2015

Vom Kallax zum Luleå Airport

Wer heute ins nordschwedische Luleå fliegt und auf dem am 5. Dezember 2013 neu eingeweihten Flugplatz landet, ist erstaunt über das Ausmaß dieses Flughafens im hohen Norden und nur die ältesten Bewohner der Umgebung wissen noch wie Kallax flygplats im Jahre 1944 aussah, der sich im Laufe von 70 Jahren in den internationalen Luleå Airport verwandelte, der mittlerweile jährlich über eine Million Passagiere zählt und der sechstgrößte Flugplatz Schwedens ist, mit fünf regulären Fluglinien und rund zehn Chartergesellschaften.

Genau genommen ist der Luleå Airport so groß, weil er nicht nur dem Linienflug dient, sondern auch zu den schwedischen, militärischen Luftbasen gehört. Unter den etwa 1100 Angestellten, die am Flughafen arbeiten, gehören 900 zur Luftwaffe, was der zivile Passagier jedoch kaum in Kenntnis nimmt. Indirekt ist natürlich gerade die militärische Aktivität von größter Bedeutung für den Zivilflug, denn die Linie von Arlanda nach Luleå ist mit über 800.000 Passagieren pro Jahr die wichtigste Einnahmequelle. Ein Großteil dieser Passagiere hängt eng von der Luftbasis ab.

Seit 2013 entspricht der Luleå Airport dem Standard für internationale Flüge und kann weitaus mehr Flugverkehr aufnehmen als bisher vorhanden. Wenn man sich von der Luft aus dem Flughafen nähert, so kann man hier auch die längste Landebahn Schwedens entdecken, die bereits 1999 gebaut wurde und selbst für die schwersten Langstreckenflugzeuge geeignet ist. Die Ursache dafür ist, dass der Luleå Airport als Tankstopp für diese Maschinen gedacht ist, da die kürzeste Flugstrecke zwischen Westeuropa und Japan an Luleå vorbeiführt. Leider kann diese Kapazität bisher kaum genutzt werden, da Russland der Überflug weitgehend verhindert und höhere Gebühren dafür verlangt als die Treibstoffkosten bei einem weitaus längeren Flug ausmachen.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 4. Dezember 2015

Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische Eisenbahn

Bereits 1991 begann man sich in Malmö ernsthaft Gedanken darüber zu machen wie man den Lokalverkehr innerhalb Malmös, aber auch den Fernverkehr nach Kopenhagen, verbessern konnte. Als vier Jahre später die Svedab AB verschiedene Alternativen ausarbeiten sollte, kam die Firma zur Entscheidung dass ein Eisenbahntunnel unter Malmö, verbunden mit dem Bau zusätzlicher unterirdischer Bahnhöfe, die ideale Lösung sei, weniger was den Zeitgewinn im Fernverkehr betrifft, aber die preisgünstigste Lösung mit den geringsten Schäden innerhalb Malmös.


Als der Citytunnel dann am 4. Dezember 2010 eingeweiht wurde, fand man unter der Stadt Malmö einen Eisenbahntunnel mit einer Länge von sechs Kilometer und aus dem Sackbahnhof der Stadt war ein Durchgangsbahnhof geworden. Aber auch wenn dieser Eisenbahntunnel bereits am 4. Dezember endgültig fertiggestellt war, so folgte am 11. Dezember noch eine öffentliche Einweihung und einen Tag später rollte ein Teil der Züge durch den Tunnel, was bedeutete, dass eine Reise von Malmö nach Kopenhagen um zwei Minuten schneller ging als vorher, die Bewohner Malmös jedoch bei einer Fahrt vom Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Triangeln, wo sich die meisten Arbeitsstellen der Stadt befinden, bis zu 20 Minuten gewinnen konnten.

Natürlich brachte der Citytunnel in Malmö nicht nur Vorteile, wobei man auch davon ausgeht, dass diese unterirdische Teilstrecke nie rentable wird, sondern Verluste einfahren kann. Die wesentlichen Probleme liegen jedoch auf einem anderen Niveau, denn Gefahrengut darf in einer Tunnelverbindung nicht transportiert werden, was bedeutet, dass im Prinzip keinerlei Güterzüge hier fahren können, und auch keine Dieselfahrzeuge. Die alte Eisenbahnstrecke muss daher aufrecht gehalten werden und verursacht, gemessen am Verkehr, nun höhere Kosten. Auch die Überschwemmungsgefahr konnte bisher nicht klar behoben werden, denn auch wenn es bisher nur ein einziges Mal ein Risikomoment gab, so führt die Klimaerwärmung dazu, dass der Wasserspiegel steigt und die Absicherung des Tunnels weitere hohe Kosten verursachen wird.

4. Dezember 1676: Die Schlacht bei Lund, ein Tag in der Geschichte Schwedens
4. Dezember 1734: Der Schriftsteller und Pädagoge Johan Murberg
4. Dezember 1843: Schwedische Verleger beschließen eine gemeinsame Politik
4. Dezember 1895: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
4. Dezember 1896: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
4. Dezember 1926: SKF, Kugellager aus Schweden
4. Dezember 1994: Der Storeplansmord in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Die schwedische Künstlerin Anna Boberg

Anna Boberg kam am 3. Dezember 1864 als Tochter eines Architekten und Künstlers unter dem Namen Anna Scholander in Stockholm zur Welt und erhielt eine gute Bildung, besuchte jedoch keinerlei Kunstschule. Vermutlich wurde Boberg von ihrem Vater, der ein sehr erfolgreicher Hobbymaler war, in die Grundlegen der Farbenlehre und des Malens eingeführt, denn die junge Frau hatte bereits im Alter von 18 Jahren, während einer Reise nach Spanien, zu malen begonnen und bewies dabei eine gewisse Fertigkeit die auf eine Grundausbildung in Malerei hinweist.

Als Anna Boberg 23 Jahre alt war, begann sie ernsthaft zu malen, vor allem in Aquarell, und nur ein Jahr später hatte sie ihre erste Ausstellung. Während der ersten Jahre ihrer Aktivität als Künstlerin versuchte sich Boberg an verschiedenen Kunstrichtungen, arbeitete an Wandmalereien, schuf eine Vase für die Glashütte Rörstrand und erstellte Webarbeiten. Einige Textilien der Künstlerin wurden selbst in der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 ausgestellt, bei der ihr Ehemann Ferdinand Boberg als Ausstellungsarchitekt beschäftigt war.

Die größten künstlerischen Werke Anna Bobergs entstanden jedoch erst ab 1901, als die Künstlerin die Landschaft Nordschwedens und des nördlichen Teils von Norwegen entdeckte. Vor allem die Lofoten sollten Boberg so stark beeinflussen dass sie dann 33 Jahre lang überwiegend die Natur und die Menschen der Lofoten malte, meist im Winter. Die Künstlerin hielt sich so oft auf den Lofoten auf, dass ihr Ehemann dort sogar ein kleines Häuschen baute in dem Boberg lange Monate über völlig allein lebte um zu malen. Als die Bilder der Künstlerin 1903 erstmals in Stockholm ausgestellt wurden, waren die Kritiker wenig begeistert, was jedoch Anna Boberg nicht von ihrem Ziel abhielt. Zwei Jahre später stellte sie ihre Bilder in Paris aus, was zu einer bedeutenden Karriere in Frankreich führte. Bis heute ist Anna Boberg, die am 27. Januar 1935 starb, in Schweden weitaus weniger bekannt als in Frankreich.


3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Der Politiker, Erzbischof und Vizeuniversitätskanzler Carl von Rosenstein

Carl von Rosenstein starb am 2. Dezember 1836 im Alter von 70 Jahren auf seinem Gut Brunna bei Uppsala nahezu vergessen und nahe dem persönlichen Konkurs, obwohl er nur wenige Jahre vorher noch eine der wichtigsten Rollen Schwedens eingenommen hatte, als Erzbischof Königin Desideria krönte, Kronprinz Oscar verheiratete und zwei künftige König in der Schlosskapelle in Stockholm getauft hatte. Möglicherweise hing sein Niedergang mit seinem steigenden Konservativismus zusammen, dass er kinderlos war und seine Ehefrau zudem an einer Geisteserkrankung litt. Die einzige Ehre, die Rosenstein letztendlich mit ins Grab nahm, war seine Mitgliedschaft in der Svenska Akademien.

Carl von Rosenstein, ursprünglich Carl Aurivillius, war am 13. Mai 1766 als Sohn eines Mediziners in Uppsala zur Welt gekommen, wurde jedoch, da seine Eltern sehr bald nach seiner Geburt starben, von seinem Großvater mütterlicherseits, dem berühmten Arzt Nils Rosén von Rosenstein, erzogen. Als der Großvater im Jahre 1773 geadelt wurde, adoptierte er Rosenstein, der dadurch ebenfalls in den Adelsstand gelangte, was ihm eine sichere Zukunft garantierte. Ungewöhnlich war, dass Carl von Rosenstein bereits im Alter von sechs Monaten an der Universität Uppsala eingeschrieben wurde und mit 20 Jahren, im Beisein von Gustav III. den Magistergrad erhielt.

Im Anschluss studierte Carl von Rosenstein erst klassische Literatur, wechselte dann jedoch zur Theologie über und 1790 wurde er Dozent für Theologie. Bald darauf wurde er Feldpriester und er schloss sich den modernen Strömungen des Landes an. Als Theologe versuchte Rosenstein in diesen Jahren einen Kompromiss zwischen der konservativen schwedischen Religion und der Erleuchtungsbewegung zu finden, was er jedoch Jahre später bereute um sich dann den konservativen Strömungen anzuschließen und sich bis zum Äußersten als königstreu zu zeigen. Als Rosenstein 1809 zum Bischof im Stift Linköping ernannt wurde, kam er automatisch in den Reichstag und gewann auch politischen Einfluss. Sein mehrfach bedeutender politischer Einsatz führte dazu, dass Rosenstein 1819 zum Erzbischof ernannt und damit gleichzeitig der Vizekanzler der Universität Uppsala wurde, was allerdings auch mit dem langsamen Niedergang von Rosenstein verknüpft war.


2. Dezember 1766: Schweden verfügt über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1933: Der Schauspieler, Dichter und Revueschreiber Kent Andersson
2. Dezember 1941: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens
2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis
2. Dezember 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Dezember 2015

Das Södra Teatern in Stockholm

Bereits im 18. Jahrhundert lag an der Stelle des heutigen Södra Teatern in Stockholm ein beliebtes Gasthaus, da man von hier aus einen weiten Blick über Stockholm hatte. Mit der Zeit kamen zu diesem Gasthaus eine Tanzbahn, Karusselle und schließlich auch ein Sommertheater. Als man 1853 dieses Gasthaus abriss, entstand an seiner Stelle nur noch ein Theater, das sich vor allem dem Lustspiel widmete. Allerdings sollte dieses Theater nur wenige Jahre überleben, denn bei einem größeren Brand im Jahre 1857 wurde nicht nur das Theater, sondern auch mehrere andere Gebäude auf dem Mosebacke vollkommen zerstört.

Der Architekt Johan Fredrik Åbom wurde unmittelbar mit dem Bau eines neuen Theaters an der gleichen Stelle beauftragt und schon am 1. Dezember 1859 konnte dann das Södra Teatern eingeweiht werden und wurde vom Aftonbladet als das schönste Theater Schwedens bezeichnet. Damit sollte allerdings die Leidensgeschichte der Theatergeschichte auf dem Mosebacke noch nicht zu Ende sein, denn 1873 erhängte sich dort der Theaterdirektor Ludvig Zetterholm, da er seine Schauspieler nicht mehr bezahlen konnte, wenige Jahre später kam es zu einem tödlichen Unglück während eines Auftritts und als der Reichstag 1896 den Alkohol während der Vorstellungen verbot, wurden die Zuschauer immer seltener.

Der Aufschwung für das Södra Teatern, das Schwedens ältestes noch aktives Privattheater ist, begann im Jahre 1905 mit der Revue Stockholmsluft. Ab diesem Jahr ging die Besucherzahl des Theaters nahezu permanent nach oben, auch wenn dort im Laufe der Zeit immer häufiger Gastspiele geboten wurden. Mittlerweile bietet das Theater das gesamte Jahr über verschiedene Vorstellung und Events auf seinen drei Bühnen an und kann mit über 500.000 Besuchern pro Jahr rechnen. Die große Bühne des Theaters ist allein deshalb schon interessant, weil diese auf das Baujahr 1859 zurückgeht.


1. Dezember 1374: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren und die Svenska Akademien
1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1879: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender
1. Dezember 1947: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
1. Dezember 1960: Der erste Adventskalender im schwedischen Fernsehen 
1. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!