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Mittwoch, 23. April 2014

Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens

Auch wenn die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (abgekürzt S oder SAP) erst am 23. April 1889 in Stockholm gegründet wurde, so geht die Geschichte der Socialdemokraterna bis ins Jahr 1881 zurück, als August Palm in Malmö seine Rede Hvad vilja socialdemokraterna? hielt. Bereits bei dieser ersten Rede legte Palm die Grundlinie der Partei vor, die notwendig war um die Sozialdemokraten an die Spitze zu führen, denn er forderte das allgemeine Wahlreicht aller Schweden, denn zu dieser Zeit entschieden nur etwa fünf Prozent der männlichen Schweden über die Politik des Landes.

Als dann 1889 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens entstand, so bildete die Partei als solches und der Gewerkschaftsbund LO eine Einheit die den Arbeitern des Landes Vertrauen geben sollte. Erst 1889 wurden Politik und Gewerkschaft voneinander getrennt, auch wenn der LO nach wie vor die gesamte Linie der Sozialdemokraten beeinflusste. Es sollte sieben Jahre dauern bis es der neuen Partei gelang mit Hjalmar Branting einen Vertreter der Arbeiterbewegung in den Reichstag zu bringen, da die konservative Schicht Schwedens die Gefahr der Arbeiterbewegung sehr schnell erkannt hatte und dessen Einfluss verhindern wollte.

Während des Ersten Weltkrieges begann sich die Sozialdemokratische Arbeiterpartei zu splittern was letztendlich dazu führe dass sich der kommunistische Flügel der Partei im Mai 1917 abspaltete und die Sozialdemokraten eine mehr moderate Stellung einnehmen konnten. Durch mehrere bedeutende Streiks zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann sich die Position der Partei zu stärken, auch wenn es noch bis 1919 dauern sollte um einen Arbeitstag von acht Stunden durchzusetzen und Frauen erst 1921 das erste Mal wählen durften.


23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Oktober 2011

Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident

Am 18. Oktober 1924 wurde Hjalmar Branting, nach zwei kurzen Unterbrechungen, zum dritten Mal sozialdemokratischer Ministerpräsident Schwedens. Bereits 1907 war Karl Hjalmar Branting Vorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens geworden und 1920 dann der erste Ministerpräsident der schwedischen Sozialdemokraten, trotz seines bürgerlichen Hintergrundes, der ihn ursprünglich weit von der Arbeiterschicht entfernte.

Hjalmar Branting Büste, öffentliches Werk des Künstlers Carl Eldh in Göteborg

Hjalmar Branting, der am 23. November 1869 geboren wurde und am 24. Februar 1925 starb, kam durch seine zahlreichen Reisen in Berührung mit dem Marxismus und bereits 1878, im Alter von 18 Jahren, bezeichnete er sich, vermutlich als der erste Schwede, als Sozialdemokrat. Das Vermögen, das er zwei Jahre später beim Tod seiner Eltern erbte, verschwand so schnell wie er es bekommen hatte, nämlich durch Feste, Bürgschaften und Kredite, die er freizügig vergab. Insbesondere durch seine Verstöße gegen die Pressefreiheit landete Branting zudem mehrmals im Gefängnis und wurde zu Geldstrafen verurteilt, was jedoch seinem Ruf als Kämpfer nur half.

Hjalmar Branting kämpfte von 1887 bis 1917 über die Zeitschrift Social-Demokraten für die Rechte der Arbeiter und das Allgemeine Wahlrecht in Schweden. Seinen Durchbruch hatte er jedoch im Jahre 2017, als er bei den Hungerkrawallen, die kurz vor heftigen Straßenschlachten waren, da sich rechte Bürgerwehren entwickelten, die den „hungernden Mob“ klein kriegen wollten, zwischen Regierung und Arbeitern vermittelte und damit die Krise abbaute und die Regierung die Bürgerwehren verbot. Aus gesundheitlichen Gründen musste Branting jedoch am 24. Januar 1925 von seinem Amt zurücktreten und Rickard Sandler wurde dadurch der neue Ministerpräsident Schwedens.

18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin