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Mittwoch, 26. Dezember 2012

Der Film Att angöra en brygga von Hasse und Tage

Am 26. Dezember 1965 hatte die Komödie Att angöra en brygga im Kino Röda Kvarn in Stockholm Premiere, der zweite Film den die Produktionsgesellschaft AB Svenska Ord produzierte, hinter der sich niemand anders als die beiden Schauspieler Hans (Hasse) Alfredson und Tage Danielsson verbargen, die allgemein nur als Hasse och Tage oder Hasseåtage bekannt waren und in ihrem Film auch zwei tragende Rollen übernahmen. Att angöra en brygga, wobei das Wort angöra bewusst falsch angewendet wurde, ist einer der Kultfilme Schwedens, die Witz und Tradition des Landes verbinden.

Der Film Att angöra en brygga handelt nur von acht Personen, nämlich einem bösartigen Fischer, der auf der Schäreninsel Ensamholmen wohnt und sieben Freunden, die auf dieser Insel gemeinsam eine Kräftskiva (Krebsessen) veranstalten wollen. Während drei davon die Krebse bereits auf der Insel haben und das Kochen vorbereiten, wollen die vier anderen Freunde mit einem Segelboot, auf dem sich der Alkohol zum Fest befindet, von Stockholm aus zur Insel fahren. Die Probleme, auf die die Segler treffen, werden unüberwindlich, was letztendlich dazu führt, dass die Krebse von den Dreien auf der Insel gegessen werden während der dazugehörende Schnaps auf dem Segelboot getrunken wird.

Hasse und Tage hatten sich zu Beginn der 60er Jahre bei Sveriges Radio getroffen, dem Staatsradio an dem damals beide beschäftigt waren, und nahezu unmittelbar erkannt, dass sie für eine Zusammenarbeit wie geschaffen waren. Bereits die erste gemeinsame Produktion Gröna Hund, die in Gröna Lund in Stockholm aufgeführt wurde, war ein durchschlagender Erfolg und 1964 wurd das Duo bereits als die lustigsten Komiker Schwedens ausgezeichnet. Bis zum Tode von Tage Danielssons am 13. Oktober 1985 zeichneten Hasse und Tage für zahlreiche Komödien und Filme, spielten aber auch etwa 30 Langspielplatten ein. Das Komikerpaar ist heute eine Legende Schwedens, was sich auch an der Gründung des Hasse & Tage Museums in Tomelilla am 1. Juli 2006 ausdrückte, ein Museum, das immer nur acht Besucher auf einmal besichtigen können.


26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der Frauenheld unter den Königen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. Dezember 2012

Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Am 17. Dezember 1951 hatte der schwedische Film Hon dansade en sommar (Sie tanzte nur einen Sommer) Premiere, ein Film, der sich nicht nur in Schweden zu einem Kultfilm entwickeln sollte, sondern weltweit Aufsehen erregte und Schweden den Ruf brachte das sexuell offenste Land der Welt zu sein, obwohl die Geschichte nichts anderes als eine romantische Liebesgeschichte mit traurigem Schluss war, die wenig mit Sex, aber viel mit der religiösen Kulturgeschichte Schwedens zu tun hatte.

Im Film Hon dansade en sommar treffen sich die 17-jährige Kerstin (Ulla Jacobsson) und der 19-jährige Göran Stendal (Folke Sundquist) und erleben eine spontane unendliche Liebe für die sie alles geben wollen. Die Schwierigkeiten auf die sie stoßen ist ein konservativer Priester, eine streng gläubige Familie und der Wunsch eines Vaters, dass der Sohn Ingenieur werden soll und nicht Arbeiter oder Landwirt ohne große Zukunft. Über dem gesamten Film lastet der gesellschaftliche Druck der 50er Jahre, der individuelles Denken nahezu unmöglich macht und letztendlich zur Katastrophe führt.

Während Folke Sundquist, der männliche Hauptdarsteller, zur Bühne in Malmö zurückkehrte und dort eine Legende Malmös wurde, machte Ulla Jacobsson nach ihrer Rolle als Kerstin eine internationale Karriere, auch wenn sie zu Beginn wegen einer kurzen Szene am See, wo man ihre nackte Brust in Nahaufnahme sehen konnte, die ersten Jahre außerhalb Schwedens gegen das Vorurteil einer Skandaldarstellerin ankämpfen musste. Ulla Jacobsson starb im Alter von 53 Jahren an Krebs in Wien, Folke Sundquist starb 2009 im Alter von 83 Jahren nach einer Krankheit in Malmö.


17. Dezember 1860: Königin Desideria, die unschwedische Königin
17. Dezember 1861: Axel Lundegård, der Gründer des dokumentarischen Romans 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Februar 2012

Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin

Am 15. Februar 1950 wurde Christer Gustav Svensson in Stockholm geboren, der vor allem unter dem Namen „Stoffe“ bekannt wurde und am 22. März 1978 an einer Überdosis an Heroin starb. Stoffe und sein Schicksal wären wohl nie bekannt geworden, wenn nicht der Filmer Stefan Jarl eine Dokumentation in drei Teilen über Gustav Svensson gedreht hätte und ihn daher zur Christiane F. Schwedens gemacht hätte.

Eigentlich wollte Stefan Jarl nur die Jugendbewegung Stockholms der 60er Jahre verfolgen, einer Revolution, die Jugendliche weiter von ihren Eltern entfernten als je zuvor. Stefan Jarl konnte Stoffe (Gustav Svensson) und Kenta (Kenneth Gustaffson) für seine Idee gewinnen und drehte mit den beiden in der Hauptrolle den Kultfilm Dom kallar oss mods, der das Leben einer Jugendgang schildert, die nur von einer Sekunde zur anderen leben. Als der Film 1968 in die Kinos kam, schlug er wie eine Bombe ein und machte Stoffe zu einer Kultfigur, einem Außenseiter, den plötzlich alle kennen wollten.

Stefan Jarl verfolgte die Entwicklung seiner beiden Hauptfiguren weiter, die in den 70er Jahren eine bedeutende Wende erlebten, als immer mehr Personen aus ihrer Umgebung in das bürgerliche Leben zurückkehrten. Während Kenta jedoch bei Haschisch blieb, griff Stoffe zu immer härteren Drogen. Aus dem Mädchenidol wurde bald ein obdachloser Drogensüchtiger. Im Alter von 28 Jahren starb Stoffe dann an einer Überdosis Heroin in einer Toilette der Stockholmer U-Bahn. Sein Tod im Jahre 1978 schlug wie eine Bombe ein und führte im Jahre 1993 zum letzten Film der Trilogie über das Leben Stoffes.

15. Februar 1890: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin