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Dienstag, 23. April 2019

Der Erzbischof Erling Eidem

Erling Eidem kam am 23. Aril 1880 als Sohn eines Großhändlers in Göteborg zur Welt und besuchte erst die Universität Göteborg bevor er 1903 seine Studium an der Universität Lund fortsetzte um dort 1907 seine Kandidatur in Theologie, vier Jahre später seine Lizenz in Theologie und 1813 den ersten Doktorgrad zu erreichen. Im Jahr 1913 wurde Eidem Dozent an der Universität Lund und 1918 Assistent an der Universität Uppsala. Einige Jahre später erhielt Eidem die Kirchengemeinde Gårdstånga und wurde Professor in Exegenik an der Universität Lund. 1932 wurde Erling Eidem dann zum Erzbischof ernannt.

Als Erzbischof nahm Erling Eidem eine gewisse Sonderstellung ein, denn er vertrat die klassische Richtung der Kirche, kam jedoch in seinen Werken der modernen Richtung entgegen und lehrte dabei eine sehr subjektive Gottesbetrachtung, was sich sehr deutlich in seinem Buch Den lidande Guden zeigte, das geradezu ein Klassiker der Religionsauffassung wurde, da Eidem die Frage der Moral ins Zentrum setzte, und dabei auch die Mystik der Religion benutzte. Mit 50 Jahren gab Eidem seine Aufgabe als Erzbischof ab und war damit der erste Erzbischof Schwedens, der seit der Reformation sein Amt nicht bis zum Lebensende ausfüllte.

Erling Eidem war aber auch noch in einem anderen Punkt nicht in voller Linie konsequent, denn er war Vertreter der nationalistischen Bewegung Schwedens und wollte die konservativen Werte und Traditionen stützen, bekämpfte jedoch den Nationalismus und die Judenverfolgung in Deutschland, wobei er in diesem Punkt nicht nur die protestantische Kirche wegen ihrer Passivität kritisierte, sonder versuchte am 2. Mai 1934 auch Hitler persönlich umzustimmen, was er hinterher als Desaster bezeichnete. Die Berichtserstattung Eidems, die dieser auf der Rückreise verfasste, wurde in Schweden erst 1976 veröffentlicht, obwohl er in diesem Bericht Adolf Hitler als Person sehr klar schilderte.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1879: Der schwedische Schriftsteller Ane Randel
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. April 2019

Der Politiker Graf Gustaf Bonde

Gustaf Bonde kam am 17. Aril 1682 als Sohn eines Gerichtspräsidenten in Stockholm zur Welt und studierte ab 1695 erst an der Universität Åbo (Turku), bis er 1702 an die Universität Tübingen wechselte und dort sein Jurastudium beendete. Zwischen 1703 und 1705 unternahm Bonde eine ausgedehnte Studienreise durch Österreich, Italien, Frankreich und die Niederlande, um anschließend bei der Witwenkönigin Hedvig Eleonora als Kammerherr angestellt zu werden, einen Dienst, den Bonde rund zehn Jahre lang behalten sollte.

Im Jahr 1710 begann Gustaf Bonde dann eine politische Karriere, die allerdings dadurch geprägt war, dass er keinerlei Verantwortung übernehmen wollte und sich gegen alle Neuerungen wehrte, was ihm das Vertrauen in den Kreisen um den König brachte, da er dadurch auch die absolute Macht des Königs nicht in Frage setzte. Seine zögernde Haltung in politischen Fragen half Bonde zwar dazu nicht in Ungnade zu fallen, aber verzögerte auch seinen Aufstieg, der erst ab 1726 einsetzte, als Bonde sich der engen Gruppe um Arvid Horn anschloss und damit über diesen auch Zugang zu ausschlaggebenden Ämtern bekam.

Neben seinen politischen Tätigkeiten war Gustaf Bonde auch der Vorsitzende der Sicklakommission, einer konservativen religiösen Vereinigung von Pietisten, die nicht unbedingt den Werten der Staatsreligion entsprach. In diesem Rahmen betätigte sich Gustaf Bonde, der am 5. Dezember 1764 starb, auch als Schriftsteller und verfasste mehrere historische und naturwissenschaftliche Werke, allerdings im Sinne des Götizismus, der das klassische Heldentum in den Vordergrund stellte. Seine Werke kreisen daher teilweise um altnordische Könige, deren Existenz heute als extrem unwahrscheinlich eingestuft wird und die auch in der Zeit Gustaf Bondes stark angezweifelt wurden.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1840: Der Regisseur und Theaterdirektor Axel Bosin
17. April 1868: Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. April 2019

Der Schriftsteller Karl Vennberg

Karl Vennberg kam am 11. April 1910 als Sohn eines Landwirts in Blädinge zur Welt und wurde im strengen christlichen Glauben erzogen, da die Eltern ihn auch als Priester sehen wollten. Vennberg begann, nach seiner Hochschulreife, eine entsprechende Ausbildung an der Universität Lund, die er jedoch nicht zu Ende führte, sondern vorher nach Stockholm ging um dort, ebenfalls ohne Abschluss, die Universität zu besuchen. In diesen Jahren begann Vennberg auch erste Gedichte und Novellen in der Tagespresse zu veröffentlichen und versuchte sich, wenn auch wenig erfolgreich, ebenfalls an Kriminalnovellen.

Als Dichter zeigte sich Karl Vennberg erstmals 1937 mit seinem Erstlingswerk Hymn och hunger, das bereits die Zeitströmung der Dichter der 40er Jahre zeigte, jedoch vollständig um christliche Themen kreiste. Bereits in diesem Band fand man die Ironie, die Zeitkritik und die existentielle Fragestellung, die man auch in allen späteren Veröffentlichungen des Schriftstellers findet. Erst 1949 sollte Vennberg dann mit seinem Gedichtband Fiskefärd seinen Durchbruch haben, als er die Religion mehr mystifizierte, jedoch gleichzeitig zur Idylle neigte, womit sich der Leser weitaus einfacher identifizieren konnte. Erst ab den 70er Jahren sollte sich Vennberg etwas von den religiösen und politischen Themen, die seine Schöpfungen prägen, lösen und er sich selbst als Poet erneuern.

Über die Einstellung von Karl Vennberg zu Hitler wird noch heute diskutierte, da er vor allem in hitler-kritischen Zeitungen und Zeitschriften mitarbeitete, in den Jahren 1936 und 1937 jedoch Hitler auch verteidigte und mit ihm vor allem die Meinung teilte, dass Sigmund Freud den moralischen Verfall herbeileite, 1940 dann jedoch schrieb, dass alles Böse aus Deutschland komme. Wenige Jahre später kann man bei Karl Vennberg, der am 12. Mai 1995 starb, lesen, dass der Nazismus nichts anderes sei als der letzte Ausweg des Privatkapitalismus, er also die Bewegung Hitlers sogar in die linke Ideologie einbettete. Politisch schien sich Vennberg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf jeden Fall ganz von Hitlers Ideologie abzuwenden, da er später die Neutralität Schwedens als Grundpfeiler der Weltpolitik sah.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1882: Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller
11. April 1896: Der schwedische Künstler Olof Sager-Nelson
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Januar 2019

Die Schriftstellerin und Priesterin Vibeka Olsson

Vibeka Olson kam am 24. Januar 1958 als Tochter eines Schriftstellerpaares auf Lidingö zur Welt und schrieb mit 17 Jahren, noch bevor sie ein Theologiestudium begann, einen Jugendroman mit dem Titel Ulrike och Kriget, einen Roman, der ein blind an den Nazismus glaubendes Mädchen schildert, das die gesamte Propaganda der Zeit als Wahrheit nimmt. Im zweiten Band erlebt Ulrike dann das Nachkriegsdeutschland mit seiner Armut und kämpft nur noch ums Überleben. Auch wenn die beiden Bände noch keine große literarische Leistung sind, so zeigen sie dennoch bereits den Weg zur Gedankenwelt Olssons in späteren Werken.

Nach ihrem Theologiestudium wurde Vibeke Olsson Priesterin bei der Baptistenkirche und begann für mehrere religiöse Zeitschriften innerhalb der schwedischen Freikirchen zu schreiben, ohne indes ihre Karriere als Schriftstellerin zu unterbrechen. Bis 1982 beschäftigt sich Olsson literarisch nahezu ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen, ohne bereits den stark christlichen Einschlag anzunehmen, den ihre folgenden Werke, die im Römischen Reich handeln, einnehmen. Identisch bei allen Büchern Olssons ist indes, dass immer Frauen die „Helden“ der Handlungen sind und mehr das Seelenheil finden als das irdische Glück.

Zwischen 1982 und 1997 schreibt Vibeke Olsson zahlreiche Bücher, die überwiegend das Leben von Sklavinnen und deren Familien darstellen, die alle zum christlichen Glauben finden, aber deswegen letztendlich von den ungläubigen Römern verfolgt werden. Ein Teil dieser Romane handelt erneut in Deutschland, das in jeder Zeit zum Römischen Reich gehörte. Nach diesen Roman folgt ein Zyklus mit Arbeiterromanen, die das Leben des Mädchen Bricken ab ihrem zehnten Jahr zeigen, und schließlich einer 50-jährigen Frau enden. Bei den  im nordschwedischen Sägewerksmilieu spielenden Romanen ist das Arbeiterdasein bedeutender als die Religion, die indes immer im Gedankenkreis Olssons vorhanden ist.


24. Januar 1652: Gränna im Småland erhält die Stadtrechte
24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1861: Die schwedische Künstlerin Hellewi Kullman
24. Januar 1874: Die Künstlerin Olga Milles 
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau
24. Januar 1969: Das Ansichtsregister der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. April 2018

Der Schriftsteller Otto von Feilitzen

Otto von Feilitzen kam am 22. Aril 1820 in Skeda zur Welt und schrieb sich nach seiner Hochschulreife in Linköping 1838 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach seinem Magister im Jahr 1845 begann von Feilitzen im Reichsarchiv zu arbeiten, wurde jedoch ab 1851 gleichzeitig Direktor des Stockholmer Gymnasiums. Auch wenn die Arbeit im Reichsarchiv üblicherweise mit der Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke verbunden war, veröffentlichte von Feilitzen nur sehr wenige historische Werke in jener Zeit, die zudem sehr oberflächlich gehalten waren und daher, in wissenschaftlichen Kreisen, wenig Einfluss hatten.

Ein weitaus größeres Interesse zeigte Otto von Feilitzen am Ausbildungssystem, sowie den religiösen und humanitären Problemen der Gesellschaft. Im Schulwesen strebte von Feilitzen eine durchgreifende Reform an, die vom reinen theoretischen Unterricht zur Schaffung einer rein intellektuellen Schicht mehr zu einem Ausgleich von Theorie und Praxis führen sollte, damit auch die gehobene Schicht Schwedens die Bedeutung und den Werk von körperlicher Arbeit verstehen könne. Um sein Ziel zu erreichen, veröffentlichte von Feilitzen hierüber zahlreiche Broschüren und auch umfassendere Publikationen, die insbesondere auch August Strindberg beeindruckten und dessen Anschauen zum schwedischen Schulwesen beeinflussten.

Otto von Feilitzen hatte bereits mit 20 Jahren sein erstes literarisches Werk Granneran i skärgården verfasst und sah sich in den Spuren des Schriftstellers Carl Jonas Love Almqvist, sowohl in seiner konservativen Einstellung zur Religion als auch den humanistischen Werten und der Darstellung des Lebens der Landbevölkerung. Otto von Feilitzen, der am 3. September 1889 in Stockholm starb, verfasste mehrere Romane zur Volksschilderung, die jeweils in mehreren Auflagen erschienen und auch ins Dänische und Finnische übersetzt wurden, wobei man jedoch diesen Werken, von heutiger Warte, kaum überzeugt ist, da von Feilitzen zu sehr seinem Idol nacheiferte als wirklich eine eigene Persönlichkeit in seinen Werken zu entwickeln.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1919: Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Februar 2018

Der Erzbischof Jacob Benzelius

Jacob Benzelius kam am 25. Februar 1683 als Sohn des Erzbischofs Erik Benzelius in Uppsala zur Welt und studierte dort Philosophie. Ein Jahr nach Abschluss seines Studiums wurde er Studienrat in Philosophie an der gleichen Universität, wechselte jedoch 1706 in die theologische Fakultät und wurde in diesem Rahmen auch Priester in Näs. Ab 1707 machte Benzelius eine ausgedehnte Studienreise bei der er in Leipzig auch Karl XII. besuchte, der um diese Zeit dort sein Hauptquartier hatte. Zurück in Schweden suchte er vergebens nach einer Pfarrgemeinde und erst 1718 sollte Benzelius dann als Theologieprofessor an die Universität Lund berufen werden, was ihm eine Karriere in der Theologie ermöglichte.

Sechs Jahre nach seinem Doktortitel in Theologie im Jahr 1725 wurde Jacob Benzelius dann Bischof in Göteborg und gründete dort, unter anderem, auch ein Kinderheim. Der Weg zum Erzbischof wurde ihm dann durch seinen Bruder geöffnet, denn dieser wurde 1743 zum Erzbischof erhoben, starb jedoch noch kurz vor der Amtseinführung, so dass Jacob Benzelius als sein Nachfolger ausgewählt wurde und 1744, im Alter von 61 Jahren Erzbischof und Prokanzler der Universität Uppsala wurde, ein Aufstieg, der ihm ermöglichen sollte die Denkweise der schwedischen Kirche über rund 100 Jahre hinweg zu bestimmen, da er mehrere Lehrbücher verfasste, die für das gesamte schwedische Reich als Richtlinie gesehen wurden. Benzelius führte daher die Arbeit seines Vaters in direkter Linie fort.

Jacob Benzelius gehörte zu den Theologen, die die schwedische Kirche (Svenska Kyrka) als einzige Kirche des Landes betrachteten und einen erbitterten Kampf gegen das Aufkommen jeder Freikirche führte, insbesondere gegen den Pietismus, was zu einer kirchlichen Zensur in Schweden führte. Als deutlichstes Beispiel dient sein Kampf gegen den Pietisten Thomas Leopold aus Kungälv, der mit seinen Predigten das Volk bewegen konnte. Benzelius brachte Leopold nicht nur wegen Ketzerei vor Gericht, sondern erreichte auch dass dieser lebenslänglich in Festungshaft kam um eine Signal für alle andere Freidenker jener Zeit zu setzen. Da Jacob Benzelius sehr spät zum Erzbischof ernannt wurde, konnte er sein Amt nur wenige Jahre ausüben, wenn auch mit sehr großem Erfolg, denn er starb am 19. Juni 1747, nur drei Jahre nach seiner Ernennung, während eines Reichstags bei dem er die Priesterschaft Schwedens vertrat.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 
25. Februar 1995: Flashback, von der Zeitschrift zum Forum 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Januar 2018

Der schwedische Philosoph Vitalis Norström

Vitalis Norström kam am 29. Januar 1856 als Sohn eines Landvermessers in Åmål zur Welt und studierte am 1873 an der Universität Uppsala Philosophie, legte dort ein Examen nach dem anderen ab und begann nach seinem Doktortitel dort auch als Dozent zu arbeiten. Ab 1890 gab Norström dann an der Hochschule in Göteborg philosophische Vorlesungen und wurde dort drei Jahre später auch zum ordentlichen Professor ernannt. Im gleichen Jahr wurde Norström auch in der Akademie der Wissenschaften aufgenommen und vier Jahre später nahm er auf dem Stuhl 18 der Svenska Akademien Platz.

Vitalis Norström nimmt unter den schwedischen Philosophen eine sehr konservative Stellung ein, die geprägt ist von der Geschichte Griechenlands und den konservativen religiösen Strömungen seiner Zeit, verbunden mit einer Verehrung großer Helden der Geschichte. Für Norström hatte das Volk innerhalb der philosophischen Denkweise und Logik keinen Platz. Norström setzte daher innerhalb des philosophischen Denkens die Linie der beiden Philosophen Christopher Jacob Boström und Carl Yngve Sahlin fort, die bei fehlender Konsequenz die Logik Gott zuschrieben. Erst gegen die Jahrtausendwende wandte sich Norström dann von den Ideen seiner Vorgänger teilweise ab.

Im Laufe der Jahre entfernte sich Vitalis Norström mehr und mehr davon Philosophie mit der Realität zu verbinden, sondern er sah die Philosophie als rein wissenschaftliche Linie, die nicht grundsätzlich auch eine logische Erklärung erfordert. Gegen die Jahrtausendwende, mit dem Aufstreben der Nationalromantik, näherte sich Norström der Gedankenwelt Nietzsches und übernahm seine Lehre zur Kulturkritik, was sich sehr deutlich in den literarischen Werken des schwedischen Philosophen zeigt, der am 19. November 1916 im Alter von 60 Jahren in Alingsås starb.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1949: Der grüne Politiker Birger Schlaug 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. März 2017

Der pazifistische Baptist Helge Åkeson

Als Helge Åkeson am 23. März 1904 in Lindesberg starb, gehörte er zu den wenigen Schweden die eine eigne freireligiöse Gemeinschaft geschaffen hatten, die erst 1994 im Helgelseförbundet aufging, der sich wiederum drei Jahre später der Vereinigung der evangelischen Freikirchen anschloss. Zudem gehörte der baptistische Prediger zu jenen Personen, die die Bibel aus dem Altgriechischen übersetzten um dem Originaltext so nahe wie möglich zu kommen. Helge Åkeson ist daher aus der Religionsgeschichte Schwedens nicht wegzudenken.

Helge Åkeson war im Jahr 1831 als Sohn eines wohlhabenden Landwirts in Hult bei Helsingborg zur Welt gekommen und konnte seine Leselust als Kind nur mit der Hausbibel stillen, wobei er vom Vater dazu aufgefordert wurde das Werk nicht nur zu lesen, sondern auch danach zu leben. Auch wenn sich Åkeson an diesen Rat hielt, so ließ in der protestantische Glaube weitgehend unberührt, was sich erst änderte als er mit 17 Jahren erstmals die Zeitschrift Bibelvännen in die Hände bekam. Diese Zeitschrift überzeugte Åkeson davon dass ganz Schweden das Evangelium und die Bibelworte benötigte. Als Åkeson dann 1856 nach Stockholm reiste um an einem religiösen Treffen der Evangeliska Alliansen teilzunehmen, traf er den Baptist Anders Wiberg und dessen Zeitschrift Evangelisten. Dieses Treffen überzeugte Åkeson davon Baptist zu werden, und nur ein Jahr später ließ er taufen.

Nach seiner Taufe zum Baptisten wurde Helge Åkeson erst fliegender Händler für die Schriften der Baptisten und bald darauf Prediger. Bereits 1872 wurde Åkeson jedoch von den Baptisten ausgeschlossen, da er eigene Theorien geltend machte, unter anderem die ewige Strafe der Hölle in eine zeitbegrenzte Strafe verwandelte und pazifistische Gedenken in die christliche Lehre einfügte. Diese Exklusion von den Baptisten brachte Åkeson indes nur einen größeren Zulauf und bald hatte er in der gesamten südlichen Hälfte Schwedens den Fribaptistsamfundet gegründet, der die Lehre Åkesons zur Basis hatte und den Prediger, der seine Glaubenstheorie nicht nur lehrte, sondern auch lebte, zu einem religiösen Vorbild erhoben.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. März 2017

Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg

Anna Fredrika Ehrenborg, geborene Carlqvist, kam am 15. März 1794 als Tochter eines Händlers in Karlstad zur Welt. Da der Vater jedoch sehr früh starb, wurde das Mädchen von einer einfachen Bürgerfamilie adoptiert. Da Ehrenborg mit dem strengen Heim mit einer kaum gebildeten neuen Mutter kaum zurecht kam, heiratete sie bereits mit 17 Jahren den Beamten und Politiker Casper Ehrenborg. Da sie kaum eine Bildung vermittelt bekommen hatte, stürzte sich die junge Frau nach der Ehe in Selbststudien und bekam in kurzer Zeit auch fünf Kinder.

Als 1823 der Ehemann von Anna Fredrika Ehrenborg plötzlich starb, verließ sie mit ihren Kindern Stockholm und zog auf eines der Güter des Mannes. In dieser Zeit kam für Ehrenborg auch die große Wende, die ihre Zukunft prägen sollte, denn die bis dahin kaum religiöse Frau erinnerte sich nun an die Lektüre des christlichen Mannes, der ein starker Anhänger Emanuel Swedenborgs war. In diesem Glauben, der das Leben auf Erden und im Himmel verbindet, fand Ehrenborg eine enorme Stärke. Sie studierte alle Schriften Swedenborgs und wurde in nur wenigen Jahren eine der stärksten Vertreterinnen des Denkers, da Ehrenborg die Philosophie Swedenborgs in Kindererzählungen, Reisebereichte und religiöse Schriften einbettete, die sie später herausgab.

Als Schriftstellerin trat Anna Fredrika Ehrenborg erstmals 1845 hervor, als sie ihren sehr moralisierenden Roman Skildringar ur det husliga lifvet veröffentlichte, der ihre religiöse Einstellung zum Mystiker und Theosophen Swedenborg sehr deutlich ausdrückt. Auf Anraten der Schriftstellerin Sophie von Knorring widmete sich Ehrenborg nach ihrem ersten Roman vor allem der Literatur für Kinder, die unter dem Titel Läsning för barn veröffentlicht wurden. Die kritischsten Bücher Ehrenborgs erschienen erst ab 1860, als sie die schwedische Kirche mehr oder weniger offen kritisierte und die Philosophie Swedenborgs in eine neues Licht setzte, indem die Schriftstellerin, die am 20. Mai 1873 in Linköping starb, Swedenborgs Sittentheorien in ihren Werken verteidigte und das Moralverständnis relativierte.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 13. März 2017

Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson

Olof Björnsson, mit lateinischen Namen Olaus Beronis genannt, starb am 13. März 1332 in unbekanntem Alter als katholischer Erzbischof in Uppsala. Die größte bekannte Leistung Björnssons einige Jahre vor seinem Tod war die Änderung des Gesetzes des Hälsingelagen (alte Gesetzessammlung des Hälsinglands), denn nach dieser Gesetzessammlung wurde in der Region immer noch das bereits seit Jahren königlich verbotene sogenannte göttliche Gesetz der järnbörd praktiziert, eine Strafe, die als göttlich betrachtet wurde. Um die Unschuld zu beweisen, mussten mutmaßliche Täter mehrere Schritte mit glühendem Eisen in den Händen gehen oder mit nackten Füssen über glühendes Eisen gehen ohne hinterher einen Brandschaden zu zeigen. Björnsson gelang es ein endgültiges Verbot dieser Beweisführung durchzusetzen.

Olof Björnsson wurde von Erzbischof Esger 1314 in Lund zum Erzbischof geweiht, was bedeutende Proteste von Seiten Uppsalas auslöste, da man dies als Unterwerfung unter den Stift Lund betrachtete. Um dieses Problem zu beseitigen, war Olaus Beronis auch der letzte schwedische, katholische Erzbischof, der in Lund geweiht wurde. Da der Papst bereits 1312 eine sogenannte Kreuzzugsteuer von all seinen Kirchengemeinden forderte, war Olaus Björning auch derjenige, der diese Steuer in Schweden einführte, was ihn allerdings auch kaum im schwedischen Reich beliebt machte.

Während Olof Björnsson während des Nyköpings Gästabud (Gastmahl von Nyköping) nur eine geringe Rolle spielte, so war er der erste Erzbischof Schwedens, der sich sehr eifrig dabei zeigte die Samen zum „richtigen“ Glauben zu führen, in ihrem Land eine Siedlungspolitik zu betreiben und dort vor allem auch Steuern für die Kirche zu kassieren. Sein Eigeninteresse zeigte sich dabei deutlich durch die Tatsache, dass er sich in Umeå und am Lule älv Güter und Land aneignete und in mehreren Gegenden Nordschwedens das Fischrecht beanspruchte. Man kann daher auch davon ausgehen dass mit Björnsson die offizielle Kolonisation Lapplands einsetzte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Februar 2017

Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens

Ebba Busch Thor, eigentlich Ebba-Elisabeth Busch, geborene Busch-Christensen, kam am 11. Februar 1987 als Tochter eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Gamla Uppsala zur Welt und besuchte erst die extrem konservative Grundschule Livets Ord, die von der Schulinspektion häufig kritisiert wurde weil man dort den blinden Religionsglauben ins Zentrum setzt. Anschließend besuchte Busch Thor die renommierte Kathedralschule in Uppsala, wo sie auch die Hochschulreife ablegte. Da Busch Thor nur in der Politik eine Zukunft sah, schrieb sie sich nach der Hochschulreife an der Universität Uppsala für Friedens- und Konfliktwissenschaft ein, ohne jedoch das Studium abzuschließen.

Der Lebenslauf von Ebba Busch Thor ist kaum nachzuvollziehen, da sie in ihren Erzählungen immer wieder Lücken lässt. Sicher ist jedoch dass sie beim Europapolitiker Kars Wohlin ein Praktikum machte und vor den Wahlen des Jahres 2010 als politische PR-Beraterin arbeitete. Mit einem klaren Ziel in Augen nutzte die Politikerin jede Schwäche ihrer „Gegner“ zu ihren Gunsten und machte sich sehr früh bei den Christdemokraten Schwedens einen Namen. Von 2008 bis 2011 war Busch Thor Vorsitzende des Jugendverbands der Partei und 2010 wurde sie, nach einer gezielten Aktion gegen den damaligen Vorsitzenden, und dank eines Bloggs, die jüngste gewählte Christdemokratin im Wahlkreis Uppsala.

Ab dieser Zeit strebte Ebba Busch Thor auch den Vorsitz der Partei an und hatte eine klare Strategie, die es ihr ermöglichte, zumindest indirekt, den Parteivorsitzenden Göran Hägglund zum Rücktritt zu bringen und 2015 selbst an die Spitze der Kristdemokraterna zu gelangen. Nachdem bereits Hägglund mit seiner Politik immer mehr Wähler verloren hatte, glaubte Busch Thor durch eine sehr konservative Familien- und Flüchtlingspolitik diesen Niedergang zu wenden. Da die Politikerin jedoch nur an sich selbst zu glauben scheint und die Meinung der Parteibasis wenig beachtet, gelang es Busch Thor bis kurz vor den Reichstagswahlen 2018 nur die Partei nahezu ins Abseits zu steuern, da sie um diese Zeit bei Meinungsumfragen bei drei bis knapp unter vier Prozent lag und auf keinen Fall den Sprung ins Parlament machen konnte. Dank der Blockpolitik und der strategischen Wähler Schwedens erreichte Busch Thor dann jedoch im September 2018 rund 6,3 Prozent an Unterstützung und konnte im Parlament einziehen. Seit dieser Zeit setzt die Politikerin auf eine Unterstützung von extrem Rechts und hofft irgendwann auf einen bedeutenden Ministerposten.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius

Als Petrus Kenicius am 3. Februar 1636 in Uppsala starb, ging er als einer der konservativsten Erzbischöfe in die Geschichte Schwedens ein, der sich dafür eingesetzt hatte die Macht des Königs zu stärken, religiöse Bildung des Volkes ins Zentrum jeder Bildung zu stellen und der sich weigerte Kindern unter acht Jahren das Abendmahl zu erlauben wenn diese nicht nachweisen konnten dass sie den gesamten Katechismus kannten und seinen Sinn verstanden hatten. Kenicius gehörte auch zu jenen Kirchenfürsten, die der Meinung waren dass alle Entscheidungen in Kirchenfragen nur von der Priesterschaft kommen konnten.

Petrus Kenicius war 1555 als Sohn eines Händlers, der die Rechte hatte mit den Samen Handel zu treiben, in Baggböla bei Umeå geboren worden und schrieb sich nach der Hochschulreife in Gävle an der Universität Uppsala ein um dort Theologie und Philosophie zu studieren. 1582 wurde Kenicius zum Priester geweiht, mit dem Gedanken dass er anschließend die Priesterlaufbahn in Umeå beginnen solle. Kenicius fand dies wenig lockend und begab sich statt dessen erst an die Universität in Rostock, anschließend jene in Wittenberg, wo der Theologe 1587 den Magister ablegte, um in Deutschland die damals protestantisch dominierende Theologie zu studieren.

Die historische Bedeutung von Petrus Kenicius ist indes nicht beim Erzbischof zu suchen, sondern in seiner Eigenschaft als Prokanzler der Universität Uppsala, denn erst unter Kenicius erlangte die Universität ihren heutigen Ruf. Gemeinsam mit Laurentius Paulinus Gothus und Johannes Svenonis Raumannus verfasste Kenicius die Statuten der Universität, er war der Initiator für die Doktorpromotion in Uppsala und er verbot private Kollegien. Hinzu kommt sein Streben um religiöse Bildung, denn Petrus Kenicius veröffentlichte ein ABC-Buch, einen Katechismus, führte einen allgemeinen Gebetstag für Bildung ein und schuf  einen Erinnerungstag zur Reformation. Petrus Kenicius gehörte auch zur sehr einflussreichen Gruppe der Theologen, die sich sehr deutlich gegen die neue Liturgie von Johan III. aussprachen.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Februar 2017

Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg

Als Anton Niklas Sundberg am 2. Februar 1900 als Erzbischof in Uppsala starb, hatte er nicht nur eine außerordentliche Karriere hinter sich, sondern er ging auch als der einzige im Bohuslän geborene Führer der schwedischen Kirche und der ungewöhnlichste Erzbischof Schwedens in die Geschichte ein, da Sundberg Humor hatte und, trotz seines Amtes, auch nicht zögerte zu fluchen und seine eigenen Grenzen testete. Zudem hält Sundberg einen anderen Rekord, denn nach der Reformation gab es bis heute keinen anderen Erzbischof, der dieses Amt so lange innehatte wie Sundberg.

Anton Niklas Sundberg war am 27. Mai 1818 als Sohn eines Hutmachers in sehr einfachen Verhältnissen in Uddevalle im Bohuslän zur Welt gekommen. Über seine Jugend ist nichts bekannt, da der spätere Erzbischof immer der Meinung war dass seine Kindheit keinerlei Rolle spielte und es nicht der Rede wert war darüber zu sprechen. Mit 18 Jahren begann Sundberg an der Universität Uppsala ein Studium der Theologie, das er 1845 mit einem Doktorat in Philosophie abschloss. Im gleichen Jahr wurde Sundberg auch zum Priester geweiht und vier Jahre später wurde er Studienrat für Theologie an der Universität Lund. In relativ kurzer Zeit wurde der Theologe dann zum Professor ernannt, Bischof in Karlstad und 1870, im Alter von 52 Jahren, war Sundberg Erzbischof und Prokanzler der Universität Uppsala.

Anton Niklas Sundberg war der letzte Erzbischof bevor sich die Kirche Schwedens erneuerte und modernisierte und hatte hierfür bereits den Weg geöffnet, Dies zeigt sich, unter anderem, in seiner Abhandlung zur Taufe des Jahres 1851, als er die Baptisten mit ihrer konservativen Einstellung als gefährlicher bezeichnete als die katholische Kirche, da diese die subjektive Meinung über objektive Fakten stellen. Sundberg wehrte sich auch gegen die Meinung dass ein Kind, das ohne Taufe stirbt, verdammt sei. Auch in seiner Rolle als Erzbischof zeugt die Meinung Sundbergs, der 1874 in die Svenska Akademien gewählt wurde, deutlich von einem Reformwillen, der in vielen Punkten bei seiner einfachen Herkunft zu suchen ist, da Sundberg Religion auch im täglichen Leben gesehen hatte und nicht die akademische Warte als allgemeingültig betrachtete.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin


Donnerstag, 10. November 2016

Der Theologe und Erzbischof Laurentius Paulinus Gothus

Laurentius Paulinus Gothus kam am 10. November 1565 als Sohn eines Goldschmieds und Bürgermeisters in Söderköping zur Welt, wo er auch studierte bis er zur Hochschule des Graubrüderklosters auf Riddarholmen in Stockholm wechselte um dort Theologie zu studieren.1588 vervollständigte Gothus dann seine Studien in Rostock und fügte der Theologie auch Astronomie hinzu, ein Fach, das man um diese Zeit in Schweden nicht studieren konnte. In Rostock schloss sich der Theologe auch dem in Schweden wenig geachteten Ramismus an, was Gothus bei seinem Aufstieg als Theologe erheblich bremste.

Im Jahre 1593 wurde Laurentius Paulinus Gothus zum Professor in Theologie und Astronomie an der Universität Uppsala ernannt und errang dadurch sehr hohes Ansehen, wobei Gothus auch als der erste Professor in Astronomie an der Universität gilt. Fünf Jahre später ließ sich Gothus zum Priester weihen und 1606 erhielt er, neben seiner Aufgabe als Professor, auch ein Pastorat in Näs. Ab dieser Zeit wurde Gothus mehrmals als Bischof vorgeschlagen, aber bis 1608 stolperte er jedes Mal über politische Hürden. Schließlich wurde  Laurentius Paulinus Gothus jedoch zum Bischof im Stift Skara ernannt und 1617 gehörte er zu den ersten vier Personen, die an der Universität Uppsala zum Doktor in Theologie promovierten.

In seiner Rolle als Professor in Theologie, und zeitweise auch als Rektor, der Universität Uppsala hatte Laurentius Paulinus Gothus eine bedeutende Macht und prägte damit sehr deutlich die noch sehr junge Glaubensrichtung. Dies ging letztendlich so weit dass der Theologe sämtliche als von ihm als heidnisch eingestufte klassische Literatur verbannte und nur noch Vergil und Cicero Gnade fanden. Um das literarische Manko auszugleichen schrieb Gothus dann ein 3700 Seiten dickes Werk zur christlichen Ethik. Auch seine zahlreichen anderen Werke zeugen von der Idee eines bereinigten Protestantismus in dem Volksglauben nichts zu suchen hat. Für Ketzer wollte der Theologe sogar die Todesstrafe einführen. Gothus war es auch der die Macht der Bischöfe beschnitt um seinen eigenen Einfluss zu steigern. Laurentius Paulinus Gothus, der am 29. November 1648 in Uppsala starb und wenige Jahre vorher noch zum Erzbischof ewrnannt wurde, gilt als des ideologische Gegenstück zu Johannes Rudbeckius, der in jener Epoche versuchte die klassische theologische Lehre aufrecht zu halten.


10. November: Die Feier des Martinstags (Mårtensafton) in Schweden
10. November 1495: Dorothea von Brandenburg wird Königin in Schweden
10. November 1594: Katarina Vasa, der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
10. November 1835: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
10. November 1910: Biotopia, das Biologische Museum in Uppsala
10. November 1911: Christian Lundeberg wird Ministerpräsident Schwedens
10. November 1928: Beppe Wolgers, der Schriftsteller und Künstler mit dem Vollbart
10. November 1981: Der schwedische Musiker und Sänger Brolle
10. November 1991: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. November 2016

Die Tösse Kirche in Åmål

Auch wenn man in und bei Åmål heute mehrere Kirchen finden kann, so nimmt die Tösse Kirche, genau genommen beide Tösse Kirchen, eine besondere Rolle in der Stadt ein. Die ältere Kirche wurde bereits im 13. Jahrhundert im romanischen Stil gebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen weitgehend im Jahre 1741. Bereits 1812 ließ man dann jedoch diese Kirche verfallen und sie ging in Privateigentum über. Erst 1931 kam das Gebäude zurück zur Versammlung und 1961 wurde sie erneut eingeweiht um dort auch Gottesdienste feiern zu können. Ihre historische Bedeutung innerhalb Åmåls bekam die alte Tösse Kyrka allerdings dadurch nicht zurück.

Bevor die neue Tösse Kirche am 5. November 1848 eingeweiht werden konnte, wurde der Gottesdienst für die Kirchenversammlung in der nahen Tydje Kyrka abgehalten. Die neue Tösse Kyrka erhielt eine Basis aus Naturstein und wurde vom Architekten Carl Salin im neoklassischen Stil gebaut, im Grunde auch viel zu groß für die Kirchengemeinde, denn ganz Åmål hatte um jene Zeit nur etwas über 10.000 Einwohner und Tösse liegt rund einen Kilometer vom Zentrum entfernt und war im 19. Jahrhundert nur ein relativ kleines Kirchdorf. Während das Gesamtgebäude der Tösse Kirche seinen ursprünglichen Aspekt seit 1848 behalten hat, wurde der Innenraum bei späteren Renovierungsarbeiten zum Teil verändert und erhielt insbesondere eine völlig neue Farbgebung, die einen Bruch zur Neuklassik darstellt.

Den wahren Schatz der Tösse Kirche bilden der Taufstein und eine der Kirchenglocken, die beide noch von der mittelalterlichen Kirche stammen, wobei der Taufstein aus Speckstein doppelt interessant ist, den er entspricht der norwegischen Form und ist noch ein Zeichen der früheren engen kulturellen Verbundenheit dieser Gegend mit Norwegen. Die Kanzel der Kirche geht bis zum Jahr 1849 zurück und entspricht mit seinen vergoldeten Reliefs dem neoklassischen Stil der Kirche. Die alte Orgel des Jahres 1867 ist heute leider hinter der neuen Orgel versteckt und spielt, trotz ihrer historischen Bedeutung, keine größere Rolle mehr. Im älteren Teil des Friedhofs kann man auch noch ein geschmiedetes Grabkreuz entdecken das als Kulturerbe des Dalslands gilt.


5. November 1818: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
5. November 1829: Die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg
5. November 1879: Die Guttempler-Loge Schwedens wird in Göteborg gegründet
5. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
5. November 1921: Gustaf Fredrikson, vom Schauspieler zum Theaterdirektor
5. November 1932: Sonora, das schwedische Label für Schallplatten

Copyright: Herbert Kårlin