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Freitag, 12. April 2013

Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung

Obwohl der Vorname Liv einer der ältesten nordischen Vornamen ist, war er in Schweden noch in den 70er Jahren nahezu ausgestorben und kam nur dank der Schauspielerin Liv Ullman wieder in Mode und zu Beginn des Jahres 2013 zählte man rund 5550 Frauen mit diesem Vornamen, wobei knapp über 3000 diesen Namen auch als Rufnamen trugen. Liv, die seit 2001 jeweils am 12. April Namenstag hat, wird oft mit „Leben“ übersetzt, kommt aus dem altisländischen Wort hlif und bedeutet ursprünglich „Verteidung“ und „Schutz“, auch wenn der Begriff „Leben“ sehr passend ist und den Inhalt der Worte wiedergibt.

Liv war nach der nordischen Mythologie die einzige Frau, die Ragnarök überlebte und mit Livtrasir, dem einzigen männlichen Überlebenden, die Welt neu bevölkerte. Das Paar hatte eine so große Stärke und klammerte sich beim Weltuntergang so stark ans Leben (seglivad), dass sie dem Schicksal der anderen entgingen und die Chance bekamen ein neues Leben auf der Erde zu schaffen. Die Aufgabe von Liv und Livtrasir war natürlich nicht nur für Nachwuchs zu sorgen, sondern sie mussten nach den großen Zerstörungen auch die Erde wieder neu aufbauen.

Liv ist daher die Urahnin aller Menschen, die heute die Welt bevölkern, eine der Ursachen dafür, dass dieser Vorname auch mit „Leben“ übersetzt wird, obwohl die Aussage weitaus weiter reicht. Die neue Erde in der Liv und Livtrasir lebten, wurde in der Mythologie Gimle genannt, was von christlichen Mönchen später mit „Himmel“ übersetzt wurde und dadurch die nordische Mythologie mit christlichem Denken in Einklang brachte. Was jedoch tatsächlich dem christlichen Bild nahe kommt, ist die Tatsache, dass Gimle und die neue Ära nur noch von einem der früheren Götter geleitet wird, nämlich von Balder, einem Sohn Odins.


12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin 
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. April 2013

Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman

Am 11. April 1973 wurde der erste von sechs Teilen des Filmes Szenen einer Ehe (Scener ur ett äktenskap) von Ingmar Bergman im Fernsehen übertragen, ein Film, der in seiner Originalversion 281 Minuten lang die Geschichte von Marianne und Johan erzählt und der Ausgangspunkt für den Kinofilm war, der auf eine Länge von 167 Minuten zurechtgeschnitten wurde, da sich vermutlich niemand die Originalversion im Kino angesehen hätte, auch nicht, wenn es sich um ein Meisterwerk Ingmar Bergmans handelt.

Szenen einer Ehe war die erste Fernsehserie, die Ingmar Bergman realisierte und der 1976 Ansikte mot Ansikte und 1982 Fanny och Alexander folgten, die beide ebenfalls in Kurzversion in die internationalen Kinos kamen. 30 Jahre nach der Premiere von Scener ur ett äktenskap drehte Ingmar Bergman mit Saraband die Fortsetzung, bei der sich Marianne und Johan erneut treffen. Allerdings verging zwischen den beiden Filmen eine zu lange Zeit als dass Saraband den Erfolg des ersten Filmes wiederholen könnte. Man spürt bei diesem Film auch, dass Bergman müde wurde und, in der Tat, es handelte sich dabei um seine letzte Regie und seinen ersten Film in digitalem Format.

In Szenen einer Ehe findet man die gesamte Filmkunst und Dramaturgie Ingmar Bergmans auf kleinstem Raum, vorausgesetzte, man sieht die Gesamtversion, denn die Missverständnisse, das Schweigen, die Leere, alles was den Filmer beschäftigt, verarbeitet er in Szenen einer Ehe, der umso überzeugender wird, da er mit Liv Ullman und Erland Josephson arbeitete, die beide wussten wie Bergman arbeitet und welche Schauspielkunst er von ihnen erwartete. Einer der Kernpunkte des Filmes ist ein kurzes Gespräch bei dem Marianne ihrem Mann nach einem Streit sagt, dass er, wenn er wolle, mit ihr schlafen könne und die Antwort lautet „Nein danke, ich bin saumüde.“ Und die Nachttischlampe erlischt.


11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol 
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland

Copyright: Herbert Kårlin

Pferdesport in Göteborg