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Freitag, 10. Februar 2017

Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren

Als Lars-Eric Kjellgren am 10. Februar 2003 in Stockholm starb, gehörte er bereits zu jenen Regisseuren, die von der Masse des Volkes nahezu vergessen waren, obwohl Kjellgren in den 50er Jahren einer der bedeutendsten Regisseure Schwedens war, der zudem oft auch die Manuskripte für seine Filme geschrieben hatte. Dabei müsste Kjellgren auch heute eine Wiedergeburt erleben, denn die Themen seiner Filme entsprechen jenen zahlreicher moderner Erfolgsfilme, die die Gesellschaftsprobleme des heutigen Schwedens hervorheben, Themen, die heute noch genauso aktuell sind wie in den 50er Jahren.

Lars-Eric Kjellgren war am 28. August 1918 in Arvika im Värmland zur Welt gekommen und begann, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala und Stockholm, ab 1943 als Korrektor für Filmmanuskripte und Aufnahmeleiter für Ingmar Bergman, Alf Sjöberg und Gustaf Molander, bei der Svensk Filmindustri zu arbeiten. Nur drei Jahre später war Kjellgren dann Regisseur für den Film Tappa inte sugen, einen der besten Musical- und Tanzfilme, die je in Schweden produziert wurden und bei der Kritik und dem Publikum entsprechend aufgenommen wurde. Kjellgren verwirklicht noch einige dieser leicht verdaulichen Publikumserfolge, entschloss sich dann jedoch seinen persönlichen Weg als Regisseur zu gehen.

Mit dem Film Medan staden sover, nach einer Idee Ingmar Bergmans, verwirklicht Lars-Eric Kjellgren 1950 seinen ersten gesellschaftskritischen Film, der dem Film Dröm Vidare des Jahres 2017 gleichgestellt werden kann. Kjellgren bleibt in den Folgejahren bei der Gesellschaftskritik und zeichnet sich durch eine ungeahnte Stärke aus bei der auch die Schauspieler voll in ihren Rollen aufgehen. Weitaus weniger Stärke zeigen dann die Filme Kjellgrens der 60er Jahre, da er sich in dieser Zeit der Nouvelle vague anschließt, die von Frankreich aus auch die schwedische Produktion erobert. Allerdings ging Kjellgren in den 60er Jahren auch zum Fernsehen über, das nach Publikumserfolgen suchte und den Regisseur thematisch teilweise in die Anfangszeit seines Schaffen zurückführte.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. November 2016

Gekås in Ullared als Fernsehmagnet

Als am 2. November 2009 der private Fernsehkanal TV5 (Kanal 5) die erste Fernsehsendung Ullared übertrug, läutete dies nicht nur eine neue Ära für den Fernsehkanal ein, da bereits die erste Sendung Ullared von über einer Million Schweden gesehen wurde, sondern auch für das Kaufhaus Gekås  war dies der Weg zu neuen Verkaufsrekorden, denn ab diesem Tag konnte das Kaufhaus in Ullared täglich rund 2000 Käufer mehr zählen, da das größte Kaufhaus Schwedens durch die Sendung nahezu vermenschlicht wurde und ddurch zusätzliche Kunden anziehen konnte.

Mittlerweile wurde die achte Saison der Kaufhaus-Soap Ullared aufgezeichnet, die im Jahr 2017 ausgestrahlt wird, und der Erfolg für die Sendung und das Kaufhaus ist ungebremst. Während der Sendung entdeckt man nicht nur das gigantische Warenangebot von Gekås, sondern auch die Angestellten und vor allem die Kunden, die an den Tagen der Aufzeichnung besonders eifrig nach Ullared strömen um sich vielleicht im kommenden Jahr selbst kurz über den Schirm flimmern zu sehen. Auch die Kritik, dass die interviewten Kunden in der Sendung falsch dargestellt werden, kann den Erfolg von Ullared nicht bremsen.

Auf Grund des enormen Erfolges blieb Kanal 5 natürlich nicht bei einer jährlichen Serie über Ullared stehen, sondern mittlerweile wurde auch die dritte Saison von Jakten på storsäljaren aufgenommen, einen Serie bei der Kunden des Kaufhauses in wöchentlichem Rhythmus ihre eigenen Erfindungen vorstellen und, als ersten Preis, einen Platz im Angebot von Gekås finden können. Und es gab zudem bereits fünf Saisons der Weltreise der Gekås-Mitarbeiter Morgan Karlsson und Ola-Conny Wallgren, die den Zuschauer auf humoristische Weise über Sehenswürdigkeiten, Traditionen und Brauchtum in den besuchten Ländern informieren.


2. November 1822: Carl Gustaf Malmström und die Freiheitszeit Schwedens
2. November 1846: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
2. November 1866: Rutger Sernander, Botaniker, Archäologe und Geologe
2. November 1887: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

2. November 1890: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin
2. November 1961: August Strindberg und Harriet Bosse
2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Juli 2016

Der schwedische Komiker Jesper Odelberg

Jesper Odelberg wurde am 23. Juli 1970 als Jesper Eanuelsson in Härlanda bei Göteborg geboren und wuchs in Ljungskile auf, wo er im Alter von 22 Jahren auch erstmals als Komiker auf der Bühne stand, so überzeugend, dass er sich nur drei Jahre später als Komiker selbständig machen konnte, was für jemanden, der an Rollstuhl gebunden ist, einmalig sein dürfte, ihm andererseits auch ermöglichte auch von der Bühne aus einen relativ erfolgreichen Kampf gegen Vorurteile zu führen.

Seinen Durchbruch als Komiker hatte Jesper Odelberg im Jahr 1997 mit Släng dig i Brunnen, während der siebten Saison einer Fernsehserie, die in 63 Programmen 63 Stand-Up Künstler präsentierte, denn hier konnte Odelberg seine gesamte Stärke eigen, die sich durch eine treffsichere Kritik der Gesellschaft und eine Feinfühligkeit für schwache und der Kritik ausgesetzte Personen ausdrückte. Nach diesem Abend war Jesper Odelberg im ganzen Land bekannt und konnte sich vor Auftritten kaum retten. Odelberg war über Nacht ein Sprachrohr der Schwachen Schwedens geworden.

In den Folgejahren zeigte sich Jesper Odelberg jedoch nicht nur als Komiker, sondern auch als Musiker, hielt Vorträge und er arbeitet als Politiker. Nachdem Odelberg in den Jahren 2002 und 2003 als Berater des Sozialministers Lars Engqvist gearbeitet hatte, präsentierte er sich 2009 für die Linken Schwedens bei den Europawahlen und erhielt dabei die drittmeisten Stimmen der Wähler. 2010 präsentierte sich Odelberg auch erstmals für die Region Västra Götaland bei den Reichstagswahlen, erhielt jedoch erst bei den Wahlen des Jahres 2014 genügend Stimmen um dann als Ersatz der ins Parlament gewählten Politiker zu dienen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Juli 2016

Die Schauspielerin und Politikerin Solveig Ternström

Solveig Ternström, geborene Johansson, kam am 17. Juli 1937 als Tochter eines fahrenden Händlers in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch in Koppom im Värmland auf. Nach ihrer Hochschulreife zog Ternström unmittelbar nach Stockholm um dort Theatergeschichte zu studieren, aber ihre Teilnahme an studentischen Aufführungen führte dazu, dass sie sich mehr mehr für das Schauspiel interessierte. Nach einigen kurzen Filmversuchen besuchte Ternström dann zwischen 1959 und 1962 die Schauspielschule des Dramaten und erhielt anschließend ein festes Engagement an diesem Theater, jeweils kurz unterbrochen von Aufträgen im Film und für das Fernsehen.

Der Durchbruch im Dramaten kam für Solveig Ternström 1967 in der Rolle der Elvira in Cirkus Madigan und im Fernsehen mit dem Stück "Ein Puppenheim" im Jahre 1970. Während Ternström in diesen Rollen vor allem von einem kleinen Publikum und der Kritik bemerkt wurde, kam der Publikumserfolg bei einer Zusammenarbeit mit Carin Mannheimer in einer Fernsehserie in der sie die verschiedene ausgesetzte Frauenrollen spielte, zum Beispiel mit einem dementen Vater oder einem Alkoholiker als Mann. Auf Grund dieser Rollen war Ternström sehr bald jedem Schweden bekannt und als sie auch noch in der Fernsehserie Svenska Hjärtan spielte, war die Schauspielerin eine Kultfigur geworden.

Solveig Ternström ist den Schweden allerdings nicht nur als Schauspielerin ein Begriff, sondern auch als Politikerin, eine Aufgabe, die gewissermaßen in der Loge des Dramaten über sie hereinbrach, als eine unbekannte Stimme sie fragte, ob er sie auf die Wahlliste der Zentrumspartei schreiben dürfe. Auf diese Weise landete Ternström 2006 an der Spitze der Liste der Partei für den Wahlkreis Stockholm, und wurde in das Parlament gewählt, wo sie sich vor allem in sozialen Fragen engagierte, entsprechend ihrer Fernsehrollen. Die Zusammenarbeit mit der Centerpartiet sollte jedoch nicht sehr lange halten, denn am 7. Juli 2010 verließ sie die Partei aus Protest wegen der Untertützung des Ausbaus der Kernkraft, was die Politikerin und Schauspielerin als Verrat an den Wählern bezeichnete.


17. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
17. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
17. Juli 1813: Der schwedische Künstler Nils Månsson Mandelgren 
17. Juli 1862: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
17. Juli 1883: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. Juli 2016

Die iranisch-schwedische Schauspielerin Shima Niavarani

Shima Niavarani wurde am 7. Juli 1985 in Teheran geboren, verbrachte dort jedoch nur ihre ersten drei Jahre, da die Familie anschließend vom Krieg floh und über die Türkei und die Schweiz nach Schweden kam. Nach einem Aufenthalt in einem Flüchtlingslager im Jämtland ging die Familie erst nach Örnsköldsvik und anschließend nach Upplands Väsby, wo Niavarani schließlich ihre Kindheit und ihre Jugend verbrachte. Als Niavarani mit neun Jahren erstmals öffentlich auftrat und Mariah Creys Without You sang, spürte sie erstmals, dass sie nicht grundsätzlich willkommen war, denn aus dem Publikum wurde ihr ein Apfel an den Kopf geworfen. Mit etwas Ironie meinte Niavarani jedoch, dass ihr immerhin 199 der 200 Gäste keinen Apfel auf diese Weise zuwarfen.

Shima Niavarani wählte im Gymnasium die Theaterlinie und besuchte anschließend die Hochschule für Schauspiel in Stockholm. Allerdings hatte sie dann bereits mit 19 Jahren ihren Durchbruch mit ihrem Stück Autodidakt i enmansakt, bei dem die Schauspielerin gleichzeitig Regisseurin, Autorin, Komponistin, Kostümbildnerin und Beleuchterin war. Mit diesem Stück ging Niavarani über ein Jahr lang auf Tournee und sammelte dabei zahlreiche Preise, was ihr den Weg zu sämtlichen Theatern Schwedens öffnet. Niavarani spielte anschließend in Fernsehstücken und sie stand auf der Bühne des Dramaten, des Reichstheaters und anderen Bühnen dieser Größenordnung.

Shima Niavarani gilt heute als eine der Multikünstlerinnen Schwedens, die auf der Bühne und im Film die gesamte Breite zwischen dem ernsthaften Schauspiel bis zur ironischen Satire beherrscht und dabei auch noch als Sängerin auftritt, unter anderem 2014 in Allsång på Skansen, natürlich mit einem Song, der aus ihren eigenen Federn stammte. An der Seite von Gustaf Norén spielte Niavarani 2015 auch die weibliche Hauptrolle in She´s wild again tonight eine modernisierte Version von August Strindbergs Fröken Julie. Auf Grund ihrer Leistung wurde Shima Niavarani dann 2016 als beste weibliche Hauptrolle für einen Guldbagge nominiert.


7. Juli 1810: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
7. Juli 1933: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm
7. Juli 1997: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma 
 
Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. März 2016

Nordic Channel, der heutige Kanal 5

Am 27. März 1989 begann der heutige Kanal 5 unter dem Namen Nordic Channel mit seinen Sendungen, nur 19 Tage nachdem Matts Carlgren in Stockholm bekannt gegeben hatte dass ein weiterer privater Fernsehkanal in Schweden öffnen wird, der sich von Werbeeinnahmen finanzieren wird, was vor ihm nur Jan Stennbeck mit TV3 gewagt hatte. Während jedoch TV3 kein Problem damit hatte unmittelbar Zuschauer zu finden, hatte es Nordic Channel extrem schwierig ein Publikum zu finden. Bereits 1990 musste der Kanal Programmzeiten verkaufen und 1991 waren die Kassen des  Senders leer. Als auch Bingolotto, das über Nordic Channel gesendet werden sollte, einen Rückzieher machte und mit TV4 einen Vertrag schloss, konnte Matts Carlgren nur noch nach einem neuen Käufer suchen.

Allerdings fand sich im nordischen Raum kein Interessent dafür und nur der Amerikaner Harry E. Sloan, der Besitzer von SBS, zeigt sich interessiert. Sloan kauft Nordic Channel und ändert den Namen auf TV5 und benutzt damit den gleichen Namen eines französischen Senders, der bereits im nordischen Kabelnetz existierte. Es kam zu einer Klage, Kompromissversuchen und schließlich einer weiteren Umbenennung des Fernsehkanals in Femman. Finanziell ging es nun aufwärts, da man Programmzeit  an die Pingstkyrkan (Pfingskirche) verkaufte, das persische Programm Miniatyr ausstrahlte, Unilever als Werbekunden gewann und einen Vertrag mit Paramount abschließen konnte. Da jeder Versuch schwedische Soaps zu produzieren und auszustrahlen mit einem Fiasko verbunden war, begann SBS den Kanal mehr und mehr zu amerikanisieren, mit Star Trek, Mission Impossible und anderen amerikanischen Erfolgssendungen, die letztendlich Femman retteten.

Am 1. Februar 1996 änderte der Sender erneut seinen Namen und wurde zu Kanal 5. Erneut versuchte man den Zuschauern schwedisches Programm zu bieten, wenn auch mit sehr geringem Erfolg und selbst Aufklärungssendungen ab dem Jahre 2000 zeigen nur mäßigen Erfolg, denn das Publikum sucht im Kanal 5 keine nordische Soap. Ein Erfolg wurden dagegen Big Brother, die Talentjagd Popstar und vor allem die Kriminalserie CSI. Und mit der Übertragung des Weltmeisterschaftsspiels Schweden gegen Türkei im Jahre 2001 zählte Kanal 5 erstmals über eine Million Zuschauer und die Probleme des Kanals waren zu Ende. 2013 kaufte das amerikanische Unternehmen Discovery Communications Kanal 5, der weiterhin aus London ausgestrahlt wird und sich vor allem an eine Personengruppe wischen 15 und 44 Jahren richtet, weiterhin mit CSI und The Big Bang Theory als Zugpferde.


27. März 1794: Die schwedisch-dänische Konvention von 1794
27. März 1805: Johan Murberg und der Erfolg der schwedischen Sprache
27. März 1873: Der schwedisch-amerikanische Künstler David Edström
27. März 1904: Der erste Golfklub in Stockholm
27. März 1922: Die Öresundsvarvet in Landskrona geht in Konkurs
27. März 1940: Der schwedische Freiwilligen-Verband
27. März 1942: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren
27. März 1966: Ragnar Josephson wird in Lund verewigt
27. März 1966: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. Januar 2016

Der schwedische Schauspieler Sven Wollter

Sven Wollter kam am 11. Januar 1934 als Sohn eines Journalisten in Göteborg zur Welt und entschied sich bereits als Jugendlicher für eine Karriere als Schauspieler, denn mit 19 Jahren begann Wollter eine vierjährige Schauspielausbildung am Göteborger Stadttheater um jedoch anschließend erst an mehreren verschiedenen Theatern Schwedens engagiert zu werden. Erst 1967 kehrte Wollter dann an das Stadttheater in Göteborg zurück um diesem bis 1983 treu zu bleiben. Nach einigen Jahren im Volkstheater in Gävleborg wechselte Wollter 1986 letztendlich zum Stadttheater Stockholm.

Bekannt wurde Sven Wollter 1976 in einer Hauptrolle der Fernsehserie Raskens, die auf den gleichnamigen Roman von Vilhelm Moberg baute und zeitweise bis zu fünf Millionen Schweden vor den Bildschirm zog. Es folgten mehrere sehr erfolgreiche Filme, zumal Wollter in der Lage war sich in jede Rolle zu versetzen und als dementer Komponist Martin ebenso überzeugte als als Kommissar Van Veeteren. Auch wenn Wollter auch auf der Bühne ein bedeutendes Publikum anziehen konnte, so verdankt er seine Bekanntheit vor allem seinen Filmrollen.

Sven Wollter, der trotz seiner 88 Jahre, bis heute aktiv ist, war jedoch nicht nur auf der Bühne, im Film und auch als Radiomoderator aktiv, sondern bereits 1989 gab er eine LP mit Liedern von Leonard Cohen und Tom Waits heraus, und 2009 folgte ein weiteres Album, dieses Mal mit ausschließlich politischen Texten von Dan Berglund, Bertolt Brecht und Joe Hill, die auch der politischen Überzeugung des Schauspielers entsprechen, der sich sein ganzes Leben lang extrem links einstufte und als überzeugter Pazifist gilt. Wollter gehört jedoch zu den wenigen Schauspielern Schwedens, dem diese extreme persönliche Einstellung beruflich keinerlei Nachteile brachte.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. September 2015

Die Filmkrönikan im schwedischen Fernsehen

Am 26. September 1956, als die Kinobesuche in Schweden Rekordzahlen meldeten, wurde im schwedischen Fernsehen erstmals die Sendung Filmkrönikan ausgestrahlt, die in etwas unregelmäßigen Folgen über das Filmgeschehen in Schweden berichte und Filme rezensierte. Diese Sendung wurde ab Mitte der 60er Jahre so bekannt, dass die Filmkrönikan geradezu über den Erfolg oder Misserfolg eines Filmes entscheiden konnte und 2009 im Buch Tusen svenska klassiker aufgenommen wurde, was damit gleichzusetzen ist, dass diese Sendung als allgemein bekannt vorausgesetzt wird und als meinungsbildend betrachtet wird.

Auch wenn die Filmkrönikan von Beginn an sehr viele Zuschauer vor den Fernsehschirm lockte, so kam ihre bedeutendste Zeit mit Nils-Petter Sundgren, einem Literaturwissenschaftler, der sich als Kulturjournalist und Filmkritiker bereits einen Namen gemacht hatte. Sundgren sollte die Sendung bis 1991 leiten und entwickelte sich geradezu zu einer Kultfigur. Als Sundgren daher neue Aufgaben im Filmbereich suchte und übernahm, konnten seine Nachfolger das hohe Niveau der Sendung nicht halten und die Zuschauer verschwanden. 1992 wurde die Filmkrönikan dann eingestellt, um jedoch zwei Jahre später erneut ins Leben gerufen zu werden. Es folgten verschiedenste Moderatoren und Filmkritiker, aber die Sendung konnte nicht mehr an den früheren Erfolg anknüpfen und 2008 musste das Staatsfernsehen einsehen, dass diese Sendung am Ende angekommen war.

Der tatsächliche Todesstoß für die Filmkrönikan kam indes von Nils-Petter Sundgren, der den Niedergang der Zahlen nicht bei den Moderatoren suchte, denen einfach das Wissen fehlte, sondern daran, dass die Produktion von Stockholm nach Göteborg verlagert worden war, da man dort nicht in der Lage sein qualitatives kulturelles Geschehen zu dokumentieren, und die Zuschauer glaubten ihrem Guru. Ende des Jahres 2015 teilte der staatliche Sender SVT nun mit, dass ab Januar die Filmkrönikan in einer modernisierten Version wieder auferstehen soll und die erste von acht geplanten Sendungen im Januar ausgestrahlt wird. Der Erfolg ist allerdings im voraus in Frage gesetzte, denn die neue Sendung soll vor allem die Oscar-Gala, den Guldbaggen und das Göteborger Filmfestival abdecken, Bereiche, die eine sehr begrenzte Zuschauerzahl anziehen, zumal es hier sehr viel Konkurrenz gibt.


26. September 1748: König Karl XIII. von Schweden
26. September 1810: Die heutige schwedische Successionsordnung tritt in Kraft
26. September 1828: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
26. September 1832: Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern
26. September 1866: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
26. September 1896: Aina Cederblom, schwedische Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1925: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat
26. September 1978: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
26. September 1982: Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 3. Februar 2015

Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg

Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg wurde am 3. Februar 1916 in Nyadal im Schulhaus der Kinder der Angestellten eines Sägewerkes im Ångermanland geboren und begann mit 14 Jahren öffentlich als Sängerin aufzutreten. Vor dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Kjellberg  insbesondere als Jazzsängerin, im britischen Orchester Jack Hylton, musste allerdings 1935 nach Stockholm zurückkehren um dort dann mehr und mehr vom Jazz auf Volksweisen überzugehen.

Bereits 1935 trat Margareta Kjellberg in der Blanche-Revue in Stockholm auf, wurde ein Jahr später im neu gegründeten Verein Visans Vänner (Freunde der Volksweisen) Mitglied, die, unter anderen, von Evert Taube ins Leben gerufen wurde und machte sich vor allem durch ihre eigenen Interpretationen von Volksweisen einen Namen. Ihre Lieder begleitete die Sängerin meist selbst auf der Gitarre, dem Instrument, das sie als Jugendliche im Selbststudium erlernt hatte. Parallel zu ihren Auftritten als Sängerin wirkte Kjellberg in den 30er Jahren auch in drei Filmen mit, unter anderem in Ingmar Bergmans Smultronstället.

In den 40er und 50er Jahren war Margareta Kjellberg mit ihren Volksweisen ständig auf Tournee uund nahm 1954 auch das bekannte Lied Älvsborgsvisan auf, begann jedoch Ende der 50er Jahre auch häufig im Rundfunk und bei Fernsehen zu arbeiten, unter anderem im Familienprogramm Sigges Cirkus mit Sigge Fürst. In den 70er Jahren gehörte Kjellberg zu jenen Künstlern, die den Volksweisen zu einer Renaissance verhalfen. Ab den 80er Jahren traten dann jedoch die Volkslieder etwas mehr in den Hintergrund und Margareta Kjellberg wurde vor allem, gemeinsam mit Ewert Ljusberg, zur humoristischen Erzählerin in der Fernsehserie Har du hört den förut?, die bis 2005 einen großen Erfolg hatte. Margareta Kjellberg starb ab 10. September 2005 im Alter von 89 Jahren in Stockholm.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman 
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 1. Dezember 2014

Der erste Adventskalender im schwedischen Fernsehen

Genau 26 Jahre nachdem der erste Adventskalender in Schweden erschienen war, übernahm auch das schwedische Fernsehen diese Idee, die bis heute bei Kindern ein durchschlagender Erfolg ist, auch wenn sich im Laufe der mittlerweile 54 Jahre der Julkalender, wie er in Schweden genannt wird, einige Veränderungen erfuhr und eine Herausforderung für die Autoren ist, die dabei Tradition und modernes Denken mit Humor mischen müssen und dann auch noch eine Spannung erzeugen sollen die 23 Tage lang wächst.

Als man 1960 im Fernsehen den Julkalender (Weihnachtskalender) Titteliture zeigte, war dieser Kalender noch keine eigene Sendung, sondern er wurde im Kinderprogramm, das täglich um 18 Uhr begann, eingebettet. Titteliture wurde von Gösta Knutsson geschrieben, dem legendären Erfinder von Pelle Svanslös. Die Moderatorin Victoria Kahn öffnete bei diesem Adventskalender täglich ein Türchen hinter dem sich ein Gast, eine kleine Geschichte oder auch ein Rätsel verbarg. Die Handlungen spielten in diesem Jahr in einem Adventshaus das im Studio aufgebaut worden war und in dem man währen der Sendezeit alle möglichen pädagogischen Spiele machte, lernte Weihnachtsdekoration zu basteln und einfache Kreuzworträtsel löste.

Da man allerdings die 24 Türchen beibehalten wollte und der Kalender am 24 Dezember offen sein sollte, jedoch am Mittwoch nicht gesendet wurde, musste man sich etwas einfallen lassen. Man entschied sich daher dafür das erste Türchen bereits am 27. November zu öffnen. Heute beginnen natürlich auch in Schweden alle Julkalender am 1. Dezember. Da 1960 die Religion und der Namenstag noch eine wichtige Rolle in Schweden spielten, so verknüpfte man jeden Tag auch mit dementsprechenden Namenstag und erklärte die Herkunft und die Bedeutung biblischer Vornamen. Auf Grund des Erfolgs sind die meisten der Julkalender, die im Fernsehen übertragen wurden, mittlerweile auch auf DVD zu erhalten.


1. Dezember 1374: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren und die Svenska Akademien
1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1859: Das Södra Teatern in Stockholm 
1. Dezember 1879: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender
1. Dezember 1947: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Oktober 2014

Gunnel Linde und der Kinderhilfsverein BRIS

Gunnel Linde kam am 14. Oktober 1924 in Stockholm unter dem Namen Gunnel Geijerstam als Tochter eines Buchhändlers zur Welt. Die Jugendliche war zwar von der Welt der Bücher beeinflusst, machte dann jedoch eine Ausbildung als Werbezeichnerin, setzte ihre Ausbildung im Konstfack in Stockholm fort und perfektionnierte ihr Können am Nonington College in England. Im Anschluss daran begann Gunnel Linde als Zeichnerin und Journalistin für mehrere Zeitungen zu arbeiten, bis sie 1947 vom schwedischen Staatsfunk Sveriges Radio angestellt wurde und ihre wahre Begabung entdeckte.

Als Produzentin der Radioanstalt arbeitete Gunnel Linde vor allem mit Kinderprogrammen und zeichnete für das damals sehr populäre Programm Osynliga klubben. Diese Arbeit führte auch so langsam zu ihrem ersten Kinderbuch Osynliga klubben och hönshusbåten, das einen bedeutenden Erfolg verzeichnete. Als Linde zum Staatsfernsehen wechselte, arbeitete sie dort ebenfalls mit Serien für Kinder und schrieb weitere Bücher, die anschliessend zum Teil zu Fernsehserien wurden. Aufsehen erregte dabei insbesondere ihre TV-Serie Upp med händerna, die um die Zeichensprache der Tauben und Taubstummen handelte.

Als Gunnel Linde für Kinder zu schreiben begann, zeichete sie sich dadurch aus, dass sie einen grossen Wert auf die Integrität der Kinder legt und ihnen in Form von Literatur auch ihre Rechte näher brachte. Dass diese Einstellung nicht auf verkaufstechnische Gründe baute, zeigte sich vor allem im Jahr 1971, als die Schriftstellerin, gemeinsam mit Berit Hedeby den Verein BRIS gründete, einen Verein, der sich vor allem für die Rechte von Kindern einsetzt. Für diesen Einsatz und ihre Bücher wurde Linde mit mehreren bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Gunnel Linde starb am 12. Juni 2014 im Alter von 89 Jahren.


14. Oktober 1758: Die Entstehung der Norrköpings Tidningar
14. Oktober 1793: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
14. Oktober 1880: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie
14. Oktober 1941: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. Oktober 1983: Die Bjursundbrücke (Bjursundsbron) bei Västervik
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Juni 2014

Carl Zetterström, bekannt unter der Signatur Carl Z

Carl Zetterström wurde am 23. Juni 1950 als Sohn des Schriftstellers Kar de Mumma (Erik Zetterström) und der Schriftstellerin Viola (Marianne Zetterström) in Stockholm geboren und folgte ab 1968, im gleichen Jahr als er die Hochschulreife ablegte, mit dem Buch Varför lagar ni inte ert tak, Klosterhage? den Spuren seiner Eltern und seines Großvaters Hasse Z. (Harald Zetterström), wobei bereits sein erstes Buch seinen Humor und seine nahezu absurde Denkweise als Autor spiegelte und gewissermaßen auch ein Markenzeichen der Linie Zetterström war.

In der Tat begann Carl Zetterström allerdings schon weitaus früher zu schreiben, denn gerade einmal zehn Jahre alt zeichnete er als Herausgeber, Journalist und Zeichner des zweimal jährliche erscheinenden Carls Dagblad, die der Junge als Skandalzeitung bezeichnete und mit der er immerhin rund 100 permanente Leser ansprach. Weitaus ernster zu nehmen war dann jedoch die Arbeit Zetterströms ab 1968, denn ab dieser Zeit begann der Autor für die Theaterbühne zu schreiben, machte sich als Schriftsteller bemerkbar und zeichnete Buchumschläge und Plakate, Arbeiten, die ihm auch den Weg zur Presse öffneten.

Carl Zetterström wurde in den Folgejahren einer der produktivsten Revue-Autoren, dessen Revuen und Cabarets auf den bedeutendsten Bühnen Schwedens gespielt wurden. Neben dieser Tätigkeit arbeitete Zetterström für den Expressen, das Aftonbladet und andere Zeitungen, aber machte sich auch in den satirischen Zeitschriften Söndags-Nisse und Strix bemerkbar. Da seine Art von Humor bei der Bevölkerung sehr gut ankam, wurde Carl Zetterström mit den Jahren auch immer häufiger vom Rundfunk und Fernsehen gebeten Sketsche und Satiren zu schreiben. Carl Zetterström starb am 31. Oktober 2005 in Stockholm.


23. Juni 1743: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
23. Juni 1869: Karl Tirén und die Welt der Samen
23. Juni 1875: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens
23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus wird eingeweiht
23. Juni 1952: Mittsommer (midsommar) in Schweden
23. Juni 1981: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
23. Juni 1982: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. März 2014

Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Der private Fernsehkanal TV4 wird ausschliesslich von Werbung finanziert und ist heute der größte Kanal dieser Art in Schweden. Seine Geschichte geht im Grunde bis zum Jahr 1984 zurück, als Ingemar Leijonborg des staatlichen Fernsehens SVT und Gunnar Bergvall des Medienkonzerns Bonnier einen Plan für einen privaten Fernsehkanal ausarbeiteten der finanziell auch tragbar war. Auch wenn die Finanzierung bald geklärt war und TV4 sogar eine eigene Schule für Fernsehproduzenten und Randberufe geschaffen und auch Journalisten von SVT abgeworben hatte, sollte die erste Sendung noch bis zum 15. September 1990 auf sich warten lassen, ohne allerdings auf das analoge Funknetzt zugreifen zu dürfen, so dass die Übertragung vorerst nur über Kabel und Satellit erfolgte.

Die ersten Sendungen des Kanals TV4 waren ein Fiasko und die ersten selbst produzierten Fernsehfilme wurden von Kritikern geradezu zerrissen, aber die Idee und der Kanal lebten weiter. Als  dann im Herbst 1991 private Fernsehkanäle auf Werbebasis zugelassen werden sollten, verdankte TV4 sein Überleben dem gegenwärtigen Außenminister Schwedens, Carl Bildt, der damit drohte die Entscheidung der damaligen Regierung bei einem Wahlgewinn zu annullieren, da diese RIX TV die Genehmigung erteilt hatte und nicht TV4. Das Ergebnis war, dass RIX TV seinen Antrag zurückzog und sich bei TV4 einkaufte, also die zwei Kanäle sich zu einem einzigen zusammenschlossen. Die Besitzer von RIX TV, die bereits 55 Prozent der Aktien von TV3 besaßen, bekamen im Gegenzug dazu das Recht mit einem Parallelunternehmen die gesamte Werbung von TV4 zu verwalten.

Auf Grund der neuen Genehmigung für Werbekanäle konnte TV4 am 2. März 1992 mit seinen analogen Sendungen beginnen und damit dem staatlichen Fernsehen wirklich Konkurrenz machen. Bereits Ende des Jahres war es TV4 gelungen das Publikum mit Sendungen mit Bingolotto, Fångarna på fortet, Kär och galen und anderen publikumsnahen Übertragungen zu gewinnen. Eine Mischung aus Nachrichten, Sensationssendungen und amerikanischen Kopien machte TV4 Ende der 90er Jahre zum einzigen ernsthaften Konkurrenten des Kanals SVT, obwohl die Menge der Werbung die Zuschauer verärgerte. Die Sendezeit für Werbung, die bis 2002 sehr restriktiv war, wurde im Laufe der Jahre durch zwei neue Gesetze erleichtert, letztmals im Jahre 2010.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. November 2013

Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois

Mikael Dubois nahm sich am 30. November 2005 mit 46 Jahren in einem Kellerlager das Leben, ein Mann, der als einer der bekanntesten Komiker in ganz Schweden bekannt war, da er eine besondere Art von Humor hatte, den die einen bewunderten und andere geradezu in einen Schockzustand versetzen konnte. Auch wenn Mikael Dubois, der im Grunde nur unter seinem Künstlernamen Svullo bekannt war, auch Schauspieler und Sänger war, so kam der Erfolg vor allem durch seine Tätigkeit als Fernsehkomiker.

Svullo begann seine Karriere als Luftgitarrist, als er bei einem Wettbewerb in Stockholm den dritten Platz einnahm und dabei deutlich machte, dass er nicht Luftgitarre, sondern Luftbassgitarre spiele und damit der einzige schwedische Künstler sei, der diese Kunst beherrsche. Diesem Erfolg folgten Auftritte im Bern und schließlich im Rockklub Alexandra der schwedischen Hauptstadt wo er mit seiner besonderen Art von Humor sehr schnell eine Legende der Stockholmer Underground-Szene wurde.

Im Jahr 1988 hatte Mikael Dubois die Idee Svullo zu schaffen, in Anspielung auf seine Körpergröße und dessen Umfang. Mit seiner Aufsässigkeit gelang ihm schließlich der Zugang zum schwedischen Staatsfernsehen SVT, das in der Folge zahlreiche humoristische Sendungen mit Svullo übertrug, die alle im Stil von Svullo grisar vidare waren und den Hauptdarsteller, nämlich ihn selbst, als aufdringliches Ekel zeigten. Parallel dazu spielte er in einigen satirischen Filmen mit und machte sich als Sänger bemerkbar. Sein einziger wirklicher Hit wurde allerdings im Jahre 1990 der Song För fet för ett fuck. Am 7. November 2005 wurde Dubois wegen Depressionen vier Tage lang in der Psychiatrie behandelt und nicht einmal einen Monat später nahm er sich das Leben.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg

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Dienstag, 26. November 2013

Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm

Der Schauspieler und Regisseur Hannes Holm wurde am 26. November 1962 auf Lidingö geboren und gehört heute noch zu den umstrittensten Regisseuren Schwedens die vor allem wegen ihrer kontroversiellen Art und ihrem Humor einen großen Publikumserfolg aufweisen und mit jedem neuen Projekt unmittelbar ins Gespräch kommen. Sein vermutlich bedeutendster Film war das international erfolgreiche Filmdrama „Der Himmel ist unschuldig blau (Himlen är oskyldigt blå), das auf eine wahre Begebenheit aufbaut.

Hannes Holm begann im Jahre 1981 als Schauspieler im Film Inter Rail, einem Film ohne besondere Tiefe bei dem der Zuschauer der Reise Evas durch Europa folgt. Als der Schauspieler dann jedoch, gemeinsam mit Måns Herngren, die humoristische Fernsehserie Förspelet schuf, kam eine Kultserie auf den Fernsehschirm, die nicht nur von nahezu jedem Schweden mit Spannung erwartet wurde, sondern auch eine Serie, die öfter als jede andere wegen seinen sehr zweideutigen Aussagen beim Radioaufsichtsamt angezeigt wurde, wenn auch ohne negative Folgen für Holm und mit den Schlagzeilen in der Presse noch mehr Zuschauer vor den Fernseher lockten.

Hannes Holm blieb anschließend bei der Komödie und dem Humor. Er schuf die Kinderserie Bröderna Olson, die ebenfalls als Kultserie betrachtet wird und kam 1990 mit Smash zum Fernsehpublikum, einer mehr oder weniger erfundenen humoristischen Geschichte des Tennisspielers Einar Berg, was den Trainer von Björn Borg dazu brachte, gegen die Sendung Klage zu erheben, die jedoch niedergelegt wurde. Nach einigen Kinofilmen und Fernsehserien etwas seriöseren Charakters kehrte Holm zur Komödie für Kinder und Erwachsene zurück und drehte den Film Sune i Grekland, in der eine etwas ungewöhnliche Familie einen ungewöhnlichen Urlaub in Griechenland macht. Am 25. Dezember 2013 folgt in den schwedischen Kinos nun Sune på bilsemester, die die Familie nach Südtirol führt.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht 
26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen

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Dienstag, 19. November 2013

Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten

Am 19. November 1973 wurde der erste von 40 Teilen der legendären Kindersendung Fem myror är fler än fyra elefanter (Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten) im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt, ein Programm, das Kindern in unterhaltsamer Weise und mit zahlreichen Sketschen und Musik Buchstaben und Zahlen näher brachte. Die Sendungen dauerten jeweils 30 Minuten und gehören zu den Klassikern des pädagogischen Fernsehprogramm Schwedens. Im Jahr 2006 wurde die Serie sogar mit dem Titel des besten Kinderprogramms aller Zeiten ausgezeichnet.

Als 1974 der letzte der 40 Teile gesendet war, blieb im Kinderprogramm Schwedens geradezu eine Leere übrig. Aus diesem Grund tauchte dann die Idee auf einen Adventskalender aus der Serie zu machen, was allerdings auf das Problem stieß, dass 24 Tage nicht für das Alphabet ausreichten und der Adventskalender Fem myror är fler än fyra elefanter daher bereits ab dem 27. November 1977 gesendet wurde. Die Türchen des Kalenders wurden von den gleichen Schauspielern geöffnet, die auch die ursprüngliche Sendung moderierten. Eva Ramaeus ist eine der drei Schauspieler, die durch das Kinderprogramm auch ihren Durchbruch hatten.

Inwieweit die Idee der Sendung Fem myror är fler än fyra elefanter wirklich schwedisch war, wurde nie eindeutig erklärt, denn so manches kommt aus vorhergehenden Kindersendungen und der nordischen Sagenwelt, anderes erinnert an die Anfangszeit von Sesam Street, die damals vom Konkurrenzkanal TV2 übertragen wurde. Der Erfolg der einheimischen Serie war in Schweden auf jeden Fall bedeutender als die amerikanische Idee, denn bald wurden gezeichnete Versionen davon übertragen und es entstanden zwei aufeinander folgende DVD-Ausgaben, die allerdings aus Zeitgründen beide sehr stark bearbeitet waren.


19. November 1915: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas 
19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen

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Sonntag, 3. November 2013

Der schwedische Kapellmeister William Lind

Wiliam Reinhold Lind wurde am 3. November 1911 in Fristad bei Borås geboren und wurde bereits als Kind stark von der Musik beeinflusst, da sein Vater Fahnenjunker im Musikcorps war. Noch bevor Lind dann von 1933 bis 1936 das Stockholmer Musikkonservatorium besuchte, hatte er als Caféhauspianist reichlich Erfahrung gesammelt, denn bereits mit 13 begann er dort professionell zu spielen und mit 17 leitete er auch das Orchester der Revue in Borås.

Nachdem William Lind 1936 sein Examen als Organist abgelegt hatte und sein Studium am Konservatorium abgeschlossen hatte, kehrte der Musiker zurück zur Unterhaltungsmusik und spielte bis 1943 in Restaurants um dort die Gäste zu unterhalten. Der große Durchbruch kam für Lind im Jahre 1943, als er beim schwedischen Rundfunk als Pianist angestellt wurde, denn dort stieg er sehr bald zum Chef des Kabarettorchesters und schließlich zum Chef des Rundfunkorchesters auf, was 1959 dann zu einer Anstellung als Musikchef für das schwedische Fernsehen führte.

Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1976 war William Lind dann einer der bedeutendsten Musiker, Arrangeure und Komponisten Schwedens, der nahezu täglich im Radio zu hören war, aber auch Filmmusik komponierte und die gesamte Unterhaltungsmusik in Rundfunk, Fernsehen und auf der Theaterbühne beeinflusste. Lind gehört zu jenen Musikern Schwedens, die das absolute Gehör besaßen und sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen konnte. Nach dem Tode des Künstlers im Jahre 1995 wurde die William Lind-sällskapet gegründet, die jedes Jahr mit Stipendien junge Musiker unterstützt und die Erinnerung an William Lind aufrecht hält.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio 
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal

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Dienstag, 24. September 2013

Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens

Lennart Hyland wurde am 24. September 1919 in Tranås geboren und wurde vor allem ab den 60er Jahren als der bedeutendste Fernsehjournalist und Fernsehmoderator Schwedens betrachtet, der insbesondere mit seiner Sendung Hylands Hörna, die, mit einigen Unterbrechungen, von 1962 bis 1983 ausgestrahlt wurde die Volksmassen vor den Fernseher zog. Diese Sendung kann als die erste Talkshow Skandinaviens bezeichnet werden, auch wenn dieser Begriff in diesen Jahren noch gar nicht existierte.

Lennart Hyland begann seine journalistische Karriere im Jahre 1945 mit einem Vertrag beim damaligen Radiotjänst, der heute als die staatliche Radioanstalt Sveriges Radio (SR) bekannt ist. Eigentlich wurde er dort in Nachrichtenredaktion angestellt, was beinhaltete, dass er bisweilen auch als Sprecher einspringen musste. Schon bald brachten ihn seine Interessen und seine Leistungen dann jedoch zum Unterhaltungsprogramm und zum Sport. Zahlreiche Jahre lang teilte er die beiden Interessen und machte sich schließlich in beiden Bereichen nahezu unentbehrlich.

Als Publikumsliebling im Radio kam Lennart Hyland dann ab der Stunde Null im Jahre 1956 auch zum schwedischen Staatsfernsehen, wo er bereits 1961 mit seiner Talkshow Hylands Hörna begann, die vorher noch ausschließlich im Radio übertragen worden war. Nach dem großen Erfolg in Schweden entstanden dann unter Hyland auch vier der Sendungen für ein britisches und ein amerikanisches Publikum, was sich jedoch als Flop zeigte, da der Humor Hylands außerhalb Schwedens nicht verstanden wurde.


24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke 
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän

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Donnerstag, 5. September 2013

Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere

Am 5. September 1987 wurde im schwedischen Fernsehen erstmals die Sendung På Spåret (Auf der Spur) ausgestrahlt, eine Idee, die die Fernsehmoderatoren Sten Priwin und Ingvar Oldsberg, zusammen mit dem Journalisten Lennart Andersson, ausgearbeitet hatten. Ingvar Oldsberg sollte die Sendung dann bis 2009 auch selbst moderieren und wird deswegen noch heute mit dieser Erfolgsserie des Fernsehkanals SVT verknüpft.

På Spåret ist ein Fragespiel, das auf eine Zugreise aufbaut, wobei die eingeladenen schwedischen Persönlichkeiten mit Hilfe von verschiedenen Hinweisen Städte erraten müssen. In den letzten Jahren spielten jeweils drei Gruppen mit je drei Mannschaften zu je zwei Mitgliedern und die Sendung entwickelte sich zu einem Turnier mit Halbfinale und Finale, eine Form, die die Sendung På Spåret im Jahre 1993 annahm. Seit 2008 gewinnt das Paar mit den meisten Punkten einen Wanderpokal, der aus einem silbernen Globus besteht.

Der Hauptteil der Sendung besteht darin, dass die Teilnehmer kurze Filme von der Warte des Fahrers eines Fahrzeugs sehen und der Moderator kurze Hinweise gibt, die mit der Zeit immer deutlicher werden, wobei jedoch jeder Hinweise Punkte kostet. Die Sendung gehört noch heute mit zu den beliebtesten Fragesendungen Schwedens, die die staatliche Fernsehanstalt SVT ausstrahlt. Den Rekord erreichte man im Jahre 1990 mit einem insgesamt 3,7 Millionen Zuschauern, aber noch heute zählt man oft rund um zwei Millionen Schweden vor den Apparaten sobald På Spåret ausgestrahlt wird.


5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn 
5. September 2001: Der schwedische König wird mit Torte beworfen

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Montag, 3. Juni 2013

Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Als Aino Taube am 3. Juni 1990 im Alter von 77 Jahren in Stockholm starb, hatte sie die Bühnen Schwedens seit 12  Jahren verlassen und eine der bedeutendsten Karrieren einer schwedischen Schauspielerin hinter sich, wobei der in Dänemark geborenen Taube als Tochter des Schauspielers Mathias Taube und Enkelin eines Theaterdirektors in Kopenhagen die Welt der Bühne nahezu in die Wiege gelegt wurde, da sie von Beginn an mit dem Theater in Berührung kam.

Mit 18 wurde Aino Taube in die Schauspielschule des Stockholmer Dramaten aufgenommen, aber da sie bereits ein Jahr später eine tragende Rolle im Film Skepparkärlek unter Ivar Johansson hatte, im gleichen Jahr im Theater im Skansen engagiert wurde und auch im Folgejahre mehrere bedeutende Filmrollen bekam, machte sie die Schauspielschule nie zu Ende, denn der Erfolg kam schneller als die offizielle Ausbildung vor sich schritt. Im Jahre 1937 hatte Aino Taube dann bereits die Hauptrolle in Laila und wurde damit weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt. Vor allem in Deutschland hatte der Film einen großen Erfolg.

Ende der 40er Jahre erklärte Aino Taube, dass sie sich von der Bühne zurückziehe um auch ein Familienleben zu haben. Allerdings dauerte der Rückzug nicht sehr lange, denn bereits 1952 kam das Comeback, erst mit einem Gastspiel im Vasateatern und ab 1954 im Dramaten, wo sie ein Jahr später ein festes Engagement übernahm, um jedoch bald darauf beim Fernsehtheater zu landen. Während ihrer Zeit auf der Bühne spielte Aino Taube, parallel zu ihrem Altern, nahezu jede Charakterrolle, die vom jungen aristokratischen Mädchen bis zur alten Karolina Styf in der Serie Hedebyborna führte.


3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm 
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest

Copyright: Herbert Kårlin