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Freitag, 10. März 2017

Der schwedische Kaufmann Niclas Sahlgren

Als Niclas Sahlgren am 10. März 1776 in Göteborg starb, vermachte er 150.000 Silbertaler der Stadt, mit der Auflage ein Krankenhaus aufzubauen. Sahlgren ist daher als der Gründer des heutigen Sahlgrenska Universitätskrankenhauses zu betrachten, das auch seinen Namen trägt. Wenn man bedenkt, dass die 150.000 Silbertaler heute einen Wert von etwa zehn Millionen Kronen hätten, so versteht man wie bedeutend diese Spende war, in einer Zeit, als die Krankenversorgung sehr schlecht und die Armut der Bevölkerung bedeutend war. Aus letzterem Grund vermachte Sahlgren auch die doppelte Summe noch an ein zu gründendes Kinderheim.

Niclas Sahlgren kam am 18. März 1701 als Sohn eines Politikers mit englischer Mutter in Göteborg zur Welt und wurde im Alter von 16 Jahren nach Holland geschickt um dort beim Handelshaus Tietzen & Schröder eine gediegene Handelsausbildung zu erhalten. Nach dieser Ausbildung reiste er mit Jonas Alströmer durch die verschiedensten Länder um sich überall Kenntnisse zum internationalen Handel anzueignen, wobei sich Sahlgren auch für die technische Entwicklung in diesen Ländern interessierte. Als seine Mutter, Sara Herwegh, im Jahre 1729  starb, kehrte Niclas Sahlgren nach Göteborg zurück und begann, dank eines entsprechenden Erbes, seine kaufmännischen Aktivitäten.

Zurück in Göteborg investierte Niclas Sahlgren insbesondere bei der in der Gründung stehenden Ostindienkompanie, bei der er auch, dank seiner Kenntnisse und internationalen Verbindungen, bald als Direktor eingesetzt wurde. Der Asienhandel sollte sich für Sahlgren als Goldgrube zeigen, denn nicht nur dass der Gewinn der Gesellschaft zwischen 1731 und 1768 bei knapp 2000 Prozent lag, Sahlgren erhielt auch Gelder als Direktor und durch den Exporthandel, den er mit den importierten Waren betrieb. Bei seinem Tod galt Niclas Sahlgren als der reichste Mann Schwedens und all seine Spenden machten kaum zwölf Prozent seines Gesamtvermögens aus.


10. März 1383: Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson
10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Rickard Falkvinge, der Gründer der schwedischen Piratenpartei

Rickard Falkvinge, genannt Rick Falkvinge, kam am 21. Januar 1972 unter dem Namen Dick Greger Augustsson in Göteborg zur Welt und wählte im Gymnasium den naturwissenschaftlichen Zweig. In dieser Zeit hatte Augustsson im Grunde nur zwei Interessen, nämlich die politische Aktivität im Jungendverband der Moderaterna und ein großes Interesse für Technik, die, seiner Meinung nach, die Welt bald verändern sollte. Der Jugendliche beließ es allerdings nicht bei Theorie, sondern er gründete mit 16 seine erste Firma mit der er die Unternehmensführung schwedischer Firmen weitgehend digitalisieren wollte.

Seine ursprünglich Ein-Mann-Firma entwickelte sich sehr schnell und 1994 hatte Rickard Falkvinge ein Unternehmen mit fünf Angestellten, die sich in Göteborg, Kalmar und Strömsund mit Systementwicklung beschäftigten. Im Jahre 2004 beantragte der 32-Jährige einen Namenswechsel und wurde zu Rick Falkvinge. Im Herbst des Folgejahres kam Falkvinge dann auf die Idee eine neue Partei zu gründen, die sich hauptsächlich mit Filsharing, Urheberrecht und Patentrecht beschäftigen sollte. Als Falkvinge dann am 1. Januar 2006 über ein Chatforum seine Idee verbreitete, dauerte es nur wenige Tage bis ganz Schweden über die neue Partei sprach.

Aber auch wenn die von Rickard Falkvinge gegründete Partei wuchs, deren Vorsitzender er wurde, so war die finanzielle Lage katastrophal. Am 29. Dezember 2008 bat der Politiker daher alle Leser seines Blogs um ein Geldspende. Die Summe, die auf seinem Privatkonto einging, reichte dafür, dass Falkvinge die Führung der Partei hauptberuflich fortsetzen konnte und die Piratenpartei dann weitere 18 Monate über dem Wasser zu halten. Bei der Europawahl im Jahre 2009 erreichte die Piratenpartei 7,13 Prozent der Wählerstimmen und fand sich in der internationalen Presse, unter anderem bei CNN, BBC und Reuters. Am 1. Januar 2011 übergab Rickard Falkvinge dann jedoch die Parteiführung an Anna Troberg und begann sich den Lebensunterhalt durch Vorträge über seine Visionen zu verdienen. 2011 wurde Falkvinge von Foreign Policy unter den 100 größten Denkern der Welt aufgenommen und 2012 bezeichnete in Time als einen der 100 einflussreichsten Personen weltweit.


21. Januar 1598: Eine späte Beerdigung für Witwenkönigin Gunilla
21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten 
21. Januar 1860: Karl Staaf wird liberaler Ministerpräsident 
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens 
21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin