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Dienstag, 17. April 2018

Der Regisseur und Theaterdirektor Axel Bosin

Axel Bosin wurde am 17. April 1840 als Sohn eines Kammerjunkers in Stockholm geboren und schrieb sich 1858 an der Universität Uppsala ein um sich dort auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1861 entschied sich Bosin dann jedoch seine berufliche Richtung vollständig zu ändern und er wurde Schüler an der Schauspielschule des Königlichen Theaters. Ab 1863 schloss sich Bosin dann den unterschiedlichsten reisenden Theatergesellschaften an, akzeptierte jedoch auch Engagement an schwedischen Theatern.

Nach einigen Jahren an Erfahrung als Schauspieler wurde Axel Bosin im Jahr 1867 Direktor des  Humlegårdsteatern, was der Beginn einer langen Karriere als Regisseur und Theaterdirektor in mehreren Theatern Schwedens und Finnlands war. Problematisch war jedoch, dass er zwar Erfolge mit seinen Stücken hatte, jedoch gegenüber den Schauspielern geradezu ein Ekel war, der beim kleinsten Problem die Angestellten beleidigte und beschimpfte, sich selbst jedoch als unfehlbar betrachtete. Die Stimmung in seinen Theatern war daher entsprechend schlecht und gewisse Schauspieler wollten nicht mit ihm arbeiten.

Der Erfolg seiner Theaterstücke war allerdings auch noch dabei zu suchen, dass Axel Bosin, der am 27. Dezember 191 in Stockholm starb, bei der Übersetzung der Theaterstücke und Operetten wenig vom Originaltext wissen wollte, sondern die Handlungen nach Schweden legte und die Texte so veränderte, dass sie vom schwedischen und finnischen Publikum besser akzeptiert wurden. Für Bosin gab es als Regisseur und Theaterdirektor nur ein Ziel, nämlich den Publikumserfolg mit leichter Unterhaltung. Man muss Bosin daher eine besondere Rolle in der Theatergeschichte Schwedens geben, da er in Schweden kein fremdes Kulturdenken bekannt machen wollte, sondern die Kulturgeschichte anderer Länder rücksichtslos an Schweden anpasste.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1868: Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. April 2013

Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Als Per Verner-Carlsson am 19. April 2004 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, hatte er einen bleibenden Eindruck im schwedischen Theatergeschehen hinterlassen und die Dramaturgie erneuert, eine Bühnenkunst, die auch nach seinem Tod weiterlebt und selbst die jüngsten Regisseure noch inspiriert, da die Grundidee Verner-Carlssons war dem Regisseur eine weite Freiheit bei der Inszenierung zu bieten.

Das Leben von Per Verner-Carlsson war seit seiner Jugend mit der Bühne verknüpft, denn noch als Jugendlicher spielte er in einer Jazzband, anschließend wurde er Regisseur beim Studententheater in Stockholm, er spielte in einer Revue von Karl Gerhard, schrieb Theaterkritiken, gründete 1956 die Zeitschrift Teaterkonst und war der Coautor des Manifestes für eine neue künstlerische und suchende Theaterkunst, die sich von den strikten Regeln der Bühnenkunst entfernte und damit das Theater auch einem neuen, weniger akademischen Publikum öffnet.

Per Verner-Carlsson folgte mit seinen Ideen der Entwicklung des modernen französischen Theaters jener Zeit und sah vor allem Antonin Artaud, Jean-Paul Sartre und Samuel Beckett als seine Vorbilder. Als im Jahre 1960 das Stadttheater in Stockholm seine erste Vorstellung bot, war Verner-Carlsson sein erster Regisseur und bot mit Pingpong einen ersten Eindruck des „Neuen Theaters“, das mit Jean Genets Skärmarna (Die Wände) im Jahre 1964 bereits seinen Höhepunkt fand, einem fünfstündiges Meisterwerk, das jedoch ein völliger Flop wurde, der nicht nur an der langen Vorstellung lag, sondern auch daran, dass er eine völlig neue Idee im Theater einführte auf die Publikum und Kritiker nicht vorbereitet waren.

Das Genie von Per Verner-Carlsson wurde jedoch noch während der 60er Jahre von weiten Kreisen erkannt, insbesondere als er August Strindbergs Pelikanen erst als Hörspiel in klassischer Form brachte, gefolgt von einer modernen Bühnenversion im Dramaten, einer weiteren in der Verner-Carlsson die beiden Werke parallel gegenüberstellt, was wiederum einige Jahre später zu einer letzten Version führt, die völlig von der damals noch offiziellen Theaterkunst wegführt. Sein persönliches Meisterwerk, für das der Regisseur auch das Manuskript schrieb, war jedoch Kajakkvinnan mit der Schauspielerin Marie Göranzon, ein Theaterstück in dem eine einsame Frau völlig dem Eismeer und ihrer Isolation ausgeliefert ist.


19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen 
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnitz

Copyright: Herbert Kårlin