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Dienstag, 17. April 2018

Der Regisseur und Theaterdirektor Axel Bosin

Axel Bosin wurde am 17. April 1840 als Sohn eines Kammerjunkers in Stockholm geboren und schrieb sich 1858 an der Universität Uppsala ein um sich dort auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1861 entschied sich Bosin dann jedoch seine berufliche Richtung vollständig zu ändern und er wurde Schüler an der Schauspielschule des Königlichen Theaters. Ab 1863 schloss sich Bosin dann den unterschiedlichsten reisenden Theatergesellschaften an, akzeptierte jedoch auch Engagement an schwedischen Theatern.

Nach einigen Jahren an Erfahrung als Schauspieler wurde Axel Bosin im Jahr 1867 Direktor des  Humlegårdsteatern, was der Beginn einer langen Karriere als Regisseur und Theaterdirektor in mehreren Theatern Schwedens und Finnlands war. Problematisch war jedoch, dass er zwar Erfolge mit seinen Stücken hatte, jedoch gegenüber den Schauspielern geradezu ein Ekel war, der beim kleinsten Problem die Angestellten beleidigte und beschimpfte, sich selbst jedoch als unfehlbar betrachtete. Die Stimmung in seinen Theatern war daher entsprechend schlecht und gewisse Schauspieler wollten nicht mit ihm arbeiten.

Der Erfolg seiner Theaterstücke war allerdings auch noch dabei zu suchen, dass Axel Bosin, der am 27. Dezember 191 in Stockholm starb, bei der Übersetzung der Theaterstücke und Operetten wenig vom Originaltext wissen wollte, sondern die Handlungen nach Schweden legte und die Texte so veränderte, dass sie vom schwedischen und finnischen Publikum besser akzeptiert wurden. Für Bosin gab es als Regisseur und Theaterdirektor nur ein Ziel, nämlich den Publikumserfolg mit leichter Unterhaltung. Man muss Bosin daher eine besondere Rolle in der Theatergeschichte Schwedens geben, da er in Schweden kein fremdes Kulturdenken bekannt machen wollte, sondern die Kulturgeschichte anderer Länder rücksichtslos an Schweden anpasste.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1868: Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. April 2017

Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman

Torbjörn Axelman kam am 28. Aril 1932 in Eskilstuna zur Welt und studierte an der Universität Uppsala, ein Studium, das er 1956 mit einem Magister in Philosophie abschloss. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums begann Axelman mit Owe Thörnqvist Revuen in Uppsala  aufzuführen, die so erfolgreich waren, dass einige der Sketche für die Casinorevue in Stockholm benutzt wurden und Axelman so bekannt machten, dass er ab 1956 vom schwedischen Fernsehen angestellt wurde und dort, unter anderem, die Sendung Aktuellt ins Leben rief.

Ende der 60er Jahre begann Torbjörn Axelman eine Zusammenarbeit mit Lee Hazelwood und setzte in die Film- und die Musikszene. In diesen Jahren nahm Axelman auch mehrmals an den Ausscheidungen in Montreux teil, unter anderem mit Lasse Åberg und Lill Babs, was dazu führte, dass er 1974 auch in die internationale Jury in Montreux gewählt wurde. Ebenfalls äb den 60er Jahren veröffentlichte Axelman mehrere Gedichtbände, die sämtliche im Verlag erschienen, den er gemeinsam mit Lee Hazelwood gegründet hatte. Nach dem Film Hommage á Harry Schein, bei dem Axelman 1984 Regie führte, wurde es ruhig um Axelmann, bis 2008, als er plötzlich wieder auf nationalem Niveau auf den Titelseiten zu finden war.

Am 1. Dezember 2008 führte ein persönlicher Streit zwischen Tornjörn Axelman und Joakim Hansson, der das Haus Axelmans gekauft hatte und Teile davon an diesen vermietet hatte, dazu, dass Axelman seinen Vermieterin in den Rücken schoss und, als die Polizei zum Tatort kam, auch auf die Polizei feuerte. Die Anklage lautete dann auf dreifachen Mordversuch. Der Gerichtspsychiater stellte schwere Störungen bei Axelman fest, der daraufhin in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wurde, die er erst zwei Jahre später wieder verlassen durfte.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. April 2017

Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren

Gustaf Edgren kam 1. April 1895 in Östra Fågelvik zur Welt und taucht in der schwedischen Filmgeschichte erstmals im Jahre 1922 auf, als er mit Fröken på Björneborg, einer Liebesgeschichte mit mehreren Intrigen, seinen ersten Film präsentierte. Der Journalist hatte hierfür die Produktionsfirma Värmlandsfilm gegründet, das Manuskript geschrieben und für den Film, der ohne jedes Studio entstand, selbst die Regie geführt. Obwohl Edgren keinerlei Ausbildung im Filmbereich hatte, war sein erster Film ein bedeutender Erfolg, möglicherweise, weil es Edgren gelungen war den Humor des Värmlands in seinem ersten Film zu fangen.

Nach diesem ersten Erfolg produzierte Gustaf Edgren weitere fünf Filme mit seiner eigenen Produktionsfirma, um jedoch 1927 einen Vertrag mit der Svensk Filmindustri zu schließen und dort für weitere 27 Filme zu zeichnen, die in dieser Zeit offiziell dem Unternehmen die höchsten Gewinne brachten, da kein anderer Regisseur Schwedens so viele Zuschauer vor die Leinwand lockte und dabei so preisgünstig produzierte. In diesen Jahren entdeckte Edgren auch den Schauspieler und Komiker Fridolf Rhudin, der mit seinem Humor die Zuschauer voll überzeugte und ein Liebling des Publikums wurde.

Der Erfolg von Gustaf Edgren, der am 10. Juni 1954 in Bromma starb, lag vor allem daran, dass er ein Meister der volkstümlichen Lustspiele war, was sich nicht nur bei seinem ersten Film zeigte, sondern auch bei Värmlänningarna aus dem Jahre 1932. Selbst die beiden politischen Filme Edgrens, insbesondere Röda dagen nach dem Roman von Erik Lindorm, werden zum Erfolg, auch wenn Edgren hier deutlich Stellung gegen den Nationalsozialismus nahm und dabei auch die Frauenbewegung Schwedens einband, was nicht von allen Schweden positiv gesehen wurde. Gustaf Edström verfolgte mit seinen Filmen im Grunde nur ein einziges Ziel, nämlcih dem Volk eine angenehme Unterhaltung zu bieten und selbst problematische Themen mit Humor zu versehen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. März 2017

Åke Grönberg, Schauspieler, Sänger und Regisseur

Åke Grönberg kam am 26. März 1914 als Sohn eines Schmiedes in ärmeren Verhältnissen in Stockholm zur Welt und hatte als Jugendlicher lediglich als Süßigkeitenverkäufer mit dem Kino Kontakt. Anschließend bildete sich Grönberg zum Schmied aus, aber da ihm der Beruf wenig sagte, wechselte er er mehrmals die berufliche Richtung. Seine wirkliche Karriere begann dann Anfang der 30er Jahre als Statist im Dramaten, denn während dieser Zeit entdeckte man sein Talent als Unterhalter, Schauspieler und Sänger. Schon 1936 arbeitete Grönberg dann an der Freilichtbühne im Skansen und in den Folgejahren zog er mit Theatergesellschaften durch Schweden.

Noch während der 30er Jahre entschied sich Åke Grönberg für eine sehr breite Aktivität, denn neben dem unterhaltenden Theater spielte er in Revuen und nahm die ersten Schallplatten auf, unter anderem mit den Erfolgshit Den gamla dansbanan. Innerhalb von nur zehn Jahren war Grönberg in ganz Schweden bekannt und trat auf den größten Bühnen des Landes auf. Insgesamt nahm Grönberg rund 300 Schallplatten auf, und auch auf der Theaterbühne überzeugte er mit einem extrem breiten Repertoire, das von einem Zirkusartisten und Landstreicher bis zu einer Rolle in August Strindbergs Fröken Julie reichte.

Åke Grönberg, der ohne jede Ausbildung zum Schauspiel gekommen war, hatte 1936 in Anders Henriksons 65, 66 och jag auch seine erste Filmrolle, der knapp 90 weitere Filmrollen folgen sollten, unter anderem in Paradis Oskar, der ersten Filmversion von Astrid Lindgrens Luffaren und Rasmus und in Ingmar Bergmans Gycklarnas afton. Gegen Ende seiner Karriere kehrte Grönberg mehr und mehr zum Theater zurück und ging dabei vom Lustspiel auf ernstere Rollen über, insbesondere im Dramaten und im Stadttheater in Stockholm. Åke Grönberg starb am 15. September 1969 im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden
26. März 1963: Das Stadtviertel Krämaren wird die Galerie Krämaren
26. März 2015: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 28. Februar 2017

Schamyl Bauman, Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor

Als Schamyl Bauman am 28. Februar 1966 in Boo starb, war sein Einsatz für den schwedischen Film kaum beachtet, da Baumann nie auf bedeutende oder literarische Filme gesetzt hatte, sondern das Lustspiel und die Komödie bevorzugte, da er das schwedische Volk unterhalten wollte, und dies in einer Zeit als Alf Sjöberg, später auch Ingmar Bergman, die Richtung des schwedischen Films festlegten. Hinzu kommt dass der bekannteste Film Baumans, Swing it, magistern mit Alice Babs, in die Kriegszeit fiel als viele Schweden Angst davor hatten mit in die Geschehnisse gezogen zu werden.

Schamyl Baumann war am 4. Dezember 1893 in einer Kaufmannsfamilie in Vimmerby zur Welt gekommen und hatte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala Jura und moderne Sprachen studiert. Zum Film kam Bauman, da er vor dem zweiten Weltkrieg als Maschinist im Kino arbeitete und 1917 ein Vertrag in der Werbeabteilung einer Filmgesellschaft erhielt, um dort die Texte der Stummfilme zu übersetzen, eine Aufgabe, die er bis 1929 wahrnahm, um dann jedoch, gemeinsam mit den Brüdern Scheutz die Filmgesellschaft Europafilm zu gründen, die in den 80er Jahren in die Svensk Filmindustri einverleibt wurde. Beim ersten Film der Gesellschaft, der Komödie Kärlek och Landstorm führte Bauman auch erstmals Regie.

Im Jahre 1939 begann Schamyl Bauman eine Zusammenarbeit mit dem Filmproduzenten Anders Sandrew, die mit dem Film Swing it, magistern eingeletet wurde und zwischen 1945 und 1955 auch zu neun Komödien mit der Sängerin und Schauspielerin Sickan Carlsson führte, die alle zu einem Zuschauererfolg wurden. 1957 verließ Bauman dann jedoch plötzlich die Welt des Films um sich ganz seinen beiden Restaurants in Stockholm zu widmen. Auf diese Weise wurde Mamma tar semester der letzte von 45 Filmen, die Bauman während seines Lebens verwirklichte.


28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
28. Februar 1912: Prinz Bertil, nahezu an der Spitze Schwedens
28. Februar 1924: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
28. Februar 1960: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
28. Februar 1962: Die schwedische Künstlerin Karin Mamma Andersson
28. Februar 1964: Lotta Lotass und die poetische Prosa des Surrealismus
28. Februar 1986: Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 21. Februar 2017

Der Schauspieler und Regisseur Ivar Kåge

Ivar Kåge kam am 21. Februar 1882 als Sohn eines Großhändlers unter dem Namen Ivar Nilsson in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine Karriere im Theater. Bereits im ersten Jahr als Schüler im Dramaten hatte Kåge in August Strindbergs Carl XII. eine erste kleinere Nebenrolle. Während seiner Ausbildung von 1902 bis 1906 hatte der Schauspieler dann mehrere bedeutendere Rollen und stand, unter anderem, auch mit Harriet Bosse auf der Bühne. Sein erstes festes Engagement erhielt Kåge dann unmittelbar nach seiner Ausbildung am Stora Teatern in Göteborg.

Bereits nach einem Jahr in Göteborg wurde Ivar Kåge von Albert Ranft entdeckt und stand für diesen mehrere Jahre lang auf den Bühnen Stockholms, wobei er dort insbesondere die Rolle eines Liebhabers oder eines Helden spielte. Insbesondere die Rolle eines Liebhaber war Kåge über Jahre hinweg vorbestimmt. Im Jahr 1912 kehrte Kåge jedoch an das Dramaten zurück, dem er bis 1943 treu bleiben sollte, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Schauspieler am Dramaten die Möglichkeiten hatten auf der Bühne und im Film gleichzeitig zu arbeiten.

Ivar Kåge gehört zu jenen Schauspielern, die Film und Theater ab 1912 auf hervorragende Weise verbinden konnten und in beiden Bereichen großen Erfolg hatten, denn während Kåge im Dramaten ab den 20er Jahren einer der bedeutendsten Charakterschauspieler wurde, stand er bereits 1912 im Stimmfilm Trädgårdsmästaren unter Victor Sjöström vor der Kamera. Nach vier Stummfilmen kam für Kåge, der am 2. April 1951 in Stockholm starb, der Tonfilm. Der Schauspieler wirkte in über 50 Filmen
mit, teilsweise auch als Regisseur, ohne jedoch im Film eine bestimmte Richtung zu gehen, denn er spielte in diesen Jahren jede Art von Rolle. Neben seiner Tätigkeit im Film und auf der Bühne war Ivar Kåge auch über viele Jahre hinweg die Person, die am meisten Gedichte im Radio vortrug und vorlas.

21. Februar 1527: Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson
21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman
21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Februar 2017

Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe

Ebbe Gilbe kam am 12. Februar 1940 in Örgryte, heute ein Stadtteil Göteborgs, zur Welt und begann nach Abschluss der Schulzeit erst als Gärtner zu arbeiten, bildete sich jedoch später zum Pfleger in der Psychiatrie aus und arbeitete dann im Krankenhaus Vipeholm in Lund. In seiner Freizeit interessierte sich Gilbe vor allem für den Film. Ohne in diesem Bereich eine Ausbildung zu machen, begann Gilbe 1970 dann für die neu gegründete Fernsehanstalt TV2 als Filmer zu arbeiten.

Sehr schnell war Ebbe Gilbe ein bekannter Name unter Dokumentarfilmern, denn er nahm seine Themen aus den eigenen Erfahrungen und zeigte Menschen in besonders ausgesetzten Situationen. Seine Filme beleuchteten Behinderte, Autismus, Personen, die in ihrer Entwicklung zurückgeblieben waren und andere Gruppen, die vorher kaum Gehör gefunden hatten. Gilbe wagte sich an Themen, die oft als Tabu betrachtet wurden und ihm auch den Ruf brachten der merkwürdigste Dokumentarfilmer Schwedens zu sein. Seine Arbeiten leiteten jedoch ein Umdenken ein und ermöglichte einer nahezu ausgestoßenen Gruppe an Menschen eine Rückkehr in das normale Leben und zur Anerkennung.

Im Jahre 1988 verwirklichte Ebbe Gilbe dann seinen ersten Langfilm Så går ett år und wählte dabei den Ort Sjöbo in Skåne (Schonen) der während der Dreharbeiten in die nationale Presse geriet, da man dort eine Volksbefragen zur Aufnahme von Flüchtlingen  durchführte. Nach 20 Jahren beim öffentlich rechtlichen Fernsehen machte sich Gilbe als Filmer selbständig, ohne jedoch seine Linie als Dokumentarfilmer aufzugeben, wobei insbesondere ein dreiteilige Serie über Autismus eine breite Öffentlichkeit ansprach. Der letzte Film Gilbes entstand im Jahre 2007 mit dem Titel Drömmen om det goda livet, der die Ferieninsel Rügen zum Thema hatte. Sein folgendes Projekt blieb auf Grund seines plötzlichen Todes am 29. April 2008 in Kristianstad unvollendet.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Februar 2017

Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren

Als Lars-Eric Kjellgren am 10. Februar 2003 in Stockholm starb, gehörte er bereits zu jenen Regisseuren, die von der Masse des Volkes nahezu vergessen waren, obwohl Kjellgren in den 50er Jahren einer der bedeutendsten Regisseure Schwedens war, der zudem oft auch die Manuskripte für seine Filme geschrieben hatte. Dabei müsste Kjellgren auch heute eine Wiedergeburt erleben, denn die Themen seiner Filme entsprechen jenen zahlreicher moderner Erfolgsfilme, die die Gesellschaftsprobleme des heutigen Schwedens hervorheben, Themen, die heute noch genauso aktuell sind wie in den 50er Jahren.

Lars-Eric Kjellgren war am 28. August 1918 in Arvika im Värmland zur Welt gekommen und begann, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala und Stockholm, ab 1943 als Korrektor für Filmmanuskripte und Aufnahmeleiter für Ingmar Bergman, Alf Sjöberg und Gustaf Molander, bei der Svensk Filmindustri zu arbeiten. Nur drei Jahre später war Kjellgren dann Regisseur für den Film Tappa inte sugen, einen der besten Musical- und Tanzfilme, die je in Schweden produziert wurden und bei der Kritik und dem Publikum entsprechend aufgenommen wurde. Kjellgren verwirklicht noch einige dieser leicht verdaulichen Publikumserfolge, entschloss sich dann jedoch seinen persönlichen Weg als Regisseur zu gehen.

Mit dem Film Medan staden sover, nach einer Idee Ingmar Bergmans, verwirklicht Lars-Eric Kjellgren 1950 seinen ersten gesellschaftskritischen Film, der dem Film Dröm Vidare des Jahres 2017 gleichgestellt werden kann. Kjellgren bleibt in den Folgejahren bei der Gesellschaftskritik und zeichnet sich durch eine ungeahnte Stärke aus bei der auch die Schauspieler voll in ihren Rollen aufgehen. Weitaus weniger Stärke zeigen dann die Filme Kjellgrens der 60er Jahre, da er sich in dieser Zeit der Nouvelle vague anschließt, die von Frankreich aus auch die schwedische Produktion erobert. Allerdings ging Kjellgren in den 60er Jahren auch zum Fernsehen über, das nach Publikumserfolgen suchte und den Regisseur thematisch teilweise in die Anfangszeit seines Schaffen zurückführte.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Januar 2017

Der Schauspieler und Regisseur Weyler Hildebrand

Weyler Hildebrand kam am 4. Januar 1890 als Sohn eines Steinbildhauers in Västervik zur Welt, wuchs jedoch überwiegend in Mörtfors im Småland auf. Im Alter von 17 Jahren zog Hildebrand nach Stockholm und arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen. Allerdings bleibt die Zeit zwischen 1907 und 1911 etwas im Dunkeln, da alle Angaben über seine Tätigkeiten von Hildebrand selbst stammen und nicht überprüft werden können. Seinen Weg fand Hildebrand dann im Jahre 1911, als er zu einer Theatergesellschaft stieß die einen Sänger suchte und in Hildebrand fündig wurde.

Ab 1911 wurde die Bühne die Heimat für Weyler Hildebrand, wobei er sich in den Folgejahren verschiedenen reisenden Theatergesellschaften anschloss, ohne sich jedoch auf eine bestimmten Bereich festzulegen, denn Hildebrand arbeitete sowohl als Schauspieler, als auch als Sänger von Volksweisen und trat selbst in La Traviata als Opernsänger auf. Diese sehr unterschiedlichen Engagements führten dazu dass Hildebrand eine breite Erfahrung erwarb, die ihm bei seiner späteren Rolle als Autor von Filmmanuskripten und als Regisseur eine große Hilfe sein sollten.

Diese Vielfältigkeit verhalf Weyler Hildebrand 1924 auch zum Eintritt in die Filmwelt, als er von der Svensk Filmindustri entdeckt wurde, zu Beginn als Schauspieler für die Rollen des Bösewicht, einige Jahre später dann auch als Regisseur. Während seiner Zeit als Regisseur bei der Svensk Filmindustri verwirklichte Hildebrand insgesamt 24 Filme, die eine ebenso breite Vielfalt zeigen wie seine Tätigkeit als Schauspieler. Dass Hildebrand trotz seiner intensiven Arbeit als Regisseur in diesem Bereich nicht voll anerkannt wird, liegt daran, dass Hildebrand, der am 17. November 1944 in Solna starb, sehr oft von der Kritik wegen seiner sehr volkstümlichen Werke kritisiert wurde, die zwar viele Besucher anlockten, jedoch nur selten eine Tiefe zeigten.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1919: Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
4. Januar 2013: Die feministische Literaturwissenschaftlerin Birgitta Svanberg
4. Januar 2014: Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. Dezember 2016

Der Schauspieler und Regisseur John W. Brunius

John W. Brunius kam am 26. Dezember 1884 als Sohn eines Schuldirektors und Schriftstellers in Stockholm zur Welt und besuchte von 1899 bis 1901 die Tekniska Skolan, heute Konstfack, in der schwedischen Hauptstadt.  Bevor Brunius dann ein Jahr später an der Schauspielschule des Dramaten aufgenommen wurde, arbeitete er in einem Architekturbüro und zeichnete Baupläne. Nach Studienreisen in mehrere europäische Zentralen wurde Brunius 1905 dann am Dramaten angestellt, wo er jedoch nur zwei Jahre lang blieb, da der Schauspieler von Albert Ranft entdeckt wurde, der ihn 1907 für das Svenska Teatern verpflichtete.

Am Svenska Teatern hatte John W. Brunius zu Beginn vor allem die Rollen leichtsinniger junger Männer, die er erst nach einigen Jahren gegen Charakterrollen wechselte, die der Schauspieler weitaus besser ausdrücken konnte. In diesen Jahren war Brunius auch mit Pauline Brunius verheiratet, die ebenfalls am Svenska Teatern arbeitete. Als das Svenska Teatern 1925 abbrannte, entschied sich das Ehepaar, gemeinsam mit Gösta Ekman, das Oscarsteatern zu übernehmen. Mit dem Ende der Ehe im Jahre 1935 arbeitete Brunius noch einige Zeit für das Reichstheater und das Göteborger Stadttheater, widmete sich jedoch mehr dem Film, den er bereits am 16. Dezember 1937 nach seinem frühen Tod und seiner Höhe als Filmregisseur verließ.

Als 1018 die Filmindustri AB Skandia gebildet wurde, heute die Svensk Filmindustri, gegründet wurde, wurde John W. Brunius dort, parallel zu seiner Theaterkarriere, unmittelbar als verantwortlicher Regisseur beschäftigt, was zum Stummfilm Mästarkatten i stövlar führte, der Verfilmung eines Theaterstücks, das der Regisseur selbst geschrieben hatte und dem Brunius auch selbst mitspielte. Die Filmgesellschaft setzte wenig später vor allem auf literarische Verfilmungen, die mit "Johan Ulfstjerna" Brunius die höchste Anerkennung fand, auch wenn der Regisseur anschließend auch für die historischen Filmdramen "Karl XII." und "Gustav Vasa" verantwortlich war, die zwar einen großen Erfolg hatten, jedoch mehr wegen ihrer monumentalen Hollywoodart Aufmerksamkeit erregten als wegen der große Leistung von John W. Brunius als Regisseur.


26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der liebestolle König Schwedens
26. Dezember 1302: Valdemar Birgersson, der Frauenheld unter den Königen
26. Dezember 1795: Johan Albrecht Pripp und die legendären Pripps Brauereien
26. Dezember 1849: Der schwedische Schriftsteller Samuel Johan Hedborn 
26. Dezember 1925: Die Uppståndelsekapellet im Stockholmer Waldfriedhof
26. Dezember 1965: Der Film Att angöra en brygga von Hasse und Tage

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 10. Dezember 2016

Der Regisseur und Theaterdirektor Gösta Folke

Gösta Folke kam am 10. Dezember 1913 in Stockholm zur Welt und begann ein Theologiestudium an der Universität Uppsala um Priester zu werden. Sehr schnell wurde Folke jedoch vom Studententheater der Universität angezogen und entwickelte sich in seiner Freizeit zum Schauspieler. Als dann Rune Lindström, eine Studienfreund aus Uppsala, ihn 1941 bat sein Bauerntheater Himlaspelet in Leksand, änderte sich für Folke alles. Das Stück hatte so großen Erfolg, dass Alf Sjöberg aus dem Theaterstück einen Film machen wollte und Folke bat sein Regieassistent zu werden. Ab diesem Zeitpunkt dachte Gösta Folke nicht mehr an Theologie, sondern widmete sich ganz dem Theater und dem Film.

Auch wenn Gösta Folke sich in erster Linie vom Theater angezogen fühlte, arbeitete er in den 40er Jahren vor allem als Filmregisseur, da während der Kriegszeit ein Mangel an ausländischen Filmen herrschte und man nahezu verzweifelt nach Filmregisseuren suchte. Bei Ödemarksprästen wurde Folke dann erstmals als leitender Regisseur beschäftigt, einem Drama, das in der Bergwelt Schwedens spielt und religiöse und wirtschaftliche Macht im Zentrum hat. Die Regie Folkes zeichnete sich bereits bei diesem Film dadurch aus dass er auch im Film der Logik des Theaters folgte und die Szenen entsprechend aufbaute, ohne jedoch dem Film eine neue Linie zu bieten, was in jener Zeit jedoch einen sicheren Erfolg bei den Zuschauern garantierte.

Im Jahre 1947 wurde Gösta Folke Regisseur am Stadttheater in Malmö, was ihm ermöglichte parallel an der Bühne und im Film zu arbeiten. Nachdem Folke mehrere Filme verwirklicht hatte und an den wichtigsten Bühnen Schwedens gearbeitet hatte, wurde er 1951 zum Direktor des neu gegründeten Upsala Stadsteater ernannt, einer Aufgabe, die er bis 1957 nachkam. Nach seiner Erfolgsinszenierung von My Fair Lady im Oscarsteatern in Stockholm, kehrte Gösta Folke 1960 als Direktor an das Stadttheater Malmö zurück, das er von Grund auf neu aufbauen musste, da sein Vorgänger, Ingmar Bergman, die bedeutendsten Schauspieler mit nach Stockholm genommen hatte und Folke nicht die gleiche Einstellung zum Theater hatte wie Bergman. Unter Folke erlebte das Malmöer Stadttheater einen bedeutenden Aufschwung, denn Folke bot ein extrem breites Repertoire, das von der Operette bis zum zeitnahen Drama reichte und damit ein sehr breites Publikum anzog.


10. Dezember 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist 
10. Dezember 1787: Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel
10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1901: Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. Mai 2016

Der Schauspieler und Theaterdirektor Torsten Hammarén

Torsten Hammarén wurde am 7. Mai 1884 als Sohn eines Großhändlers in Stockholm geboren und machte nach seiner Hochschulreife im Jahre 1904 eine Schauspielausbildung unter Signe Hebbe und Hedvig Winterhjelm. Drei Jahre später kam eine einjährige Anstellung im Dramaten in Stockholm, zwei Jahre in kleineren Theatern und von 1910 bis 1912 im Intima Teatern, das August Strindberg gegründet hatte. Auch wenn sich der Traum Hammaréns, fest am Dramaten beschäftigt zu werden, nicht erfüllte, so wurde er, auf Grund seiner Leistung und seiner Fähigkeit komische Charakterrollen zu beherrschen, von Albert Ranft an das Svenska Teatern gebunden, wo ihn Ranft bald auch zusätzlich zum Regisseur machte.

Im Jahre 1923 wurde Torsten Hammarén als Regisseur und Theaterdirektor an das Stadttheater Helsingborg gerufen, in Begleitung der künstlerischen Beraterin Gerda Lundequist. Gemeinsam gelang es den beiden das Theater aus den finanziellen und künstlerischen Tiefen zu wecken und durch die Wahl von modernen Schauspielen, dem Stadttheater Helsingborg eine Glanzzeit zu bieten. Nach nur drei Jahren entschied sich Hammarén dann jedoch nach Göteborg zu gehen, erst an das Lorensbergsteatern und anschließend an das Stadttheater Göteborg, wo er bis 1950 Theaterdirektor war und von 1950 bis 1954, nach seinem Abschied als Direktor, noch als Regisseur arbeitete.

Torsten Hammarén hatte nicht nur ein Gefühl für die Strömungen im Theater, sondern war sich auch der politischen Rolle eines Theaterdirektors bewusst, denn während des Zweiten Weltkriegs ließ er in Göteborg deutliche antifaschistische Stücke aufführen, die Göteborg während dieser Zeit eine Spitzenstellung des nordischen Theaters einbrachten, wobei er in diesem Bereich auch die experimentelle Dramatik nicht außer Acht ließ.  Als Schauspieler unter ihm zu arbeiten war indes kein Vergnügen, denn die Demokratie war ab dem Foyer des Theaters zu Ende. Gegenüber den Autoren der Stücke und den Schauspielern war Hammarén ein Despot, der keinerlei Kritik zuließ und nur extrem selten von einem Schauspieler meinte, dass er das auf der Bühne ausdrückte, was er selbst als Ideal der Schauspielkunst sah.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss Tre Kronor in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
7. Mai 1856: Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan
7. Mai 1916: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst
7. Mai 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
7. Mai 2001: Die schwedische Schauspielerin Margaretha Krook
7. Mai 2013: Die Swedish Music Hall of Fame in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. März 2016

Der Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Cederlund

Gösta Cederlund kam am 6. März 1888 als Gustaf Cederlund zur Welt und unternahm von 1904 bis 1907 Handelsstudien im deutschen Dresden um eine Karriere als Kaufmann einzuleiten. Als Cederlund jedoch nach seiner Ausbildung nach Schweden zurückkam, wollte er vom Handel nicht mehr viel wissen, sondern er wollte seinen Traum vom Theater verwirklichen. Hier kam Cederlund das Glück zu Hilfe, denn während seiner Ausbildung studierte er Ibsens Samfundets stötter, und als das Svenska Teater in Stockholm im Jahre 1908 einen Ersatz in diesem Stück suchte, wurde Cederlund akzeptiert und seine Theaterkarriere war gesichert.

Der Schauspieler Gösta Cederlund blieb dem Svenska Teater neun Jahre lang treu, bevor er zum Lorensbergsteatern in Göteborg wechselt, wo er 1925 auch zum Direktor ernannt wurde. Im folgenden Jahr ging Cederström als Direktor ans das Stadttheater in Helsingborg, wo er jedoch nur drei Jahre lang blieb um schließlich das Gröna Lund Teater in Stockholm zu leiten. Parallel zu seiner Aufgabe als Theaterdirektor, stand Cederlund nicht nur im Theater auf der Bühne, sondern nahm auch seine ersten Filmrollen an und begann im Radio zu arbeiten. Seine ersten Schritte im Film machte der Schauspieler im Jahre 1917 in Tösen från Stormyrtorpet unter Victor Sjöström.

Auch wenn sich Gösta Cederlund vor allem im Theater wohl fühlte und im Film nur als Schauspieler arbeiten wollte, sollte sich dies 1941 ändern, denn der Bedarf an schwedischen Filmen war enorm und jeder erfahrene und anerkannte Schauspieler wurde von der Filmindustrie geworben. Zwischen 1941 und 1945 realisierte Cederlund daher sieben Filme, die zwar alle die Kassen füllten, aber weder den Schauspieler, Theaterdirektor und Regisseur erfüllten, noch irgendeine Rolle innerhalb der schwedischen Filmgeschichte spielen. Cederlund sah dies wohl selbst ein und kehrte 1945 ganz zur Welt des Theaters zurück.


6. März 1808: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. März 1823: Gustaf Ljunggren und die klassische Literatur Schwedens
6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1943: Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste
6. März 1988: Die schwedische Sängerin Agnes Carlsson 

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 15. Februar 2016

Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor

Als Hasse Ekman am 15. Februar 2004 im Krankenhaus im spanischen Marbella starb, ging er als einer der produktivsten Regisseure und Schauspieler in die schwedische Geschichte ein, denn er führte bei 41 Filmen Regie und stand für 51 Filme vor der Kamera. Hasse Ekman ist sowohl im Theater als auch der Filmwelt bis heute eine Symbolfigur der 40er und 50er Jahre, was oft auch damit verbunden wird, dass Ekman für einige seiner Filme das Manuskript schrieb, die Regie führte und auch noch die Hauptrolle spielte, was in der schwedischen Filmgeschichte geradezu als einmalig betrachtet werden kann.

Hasse Ekman war am 10. September 1915 unter dem Namen Hans Ekman als Sohn des legendären Schauspielers und Theaterdirektors Gösta Ekman in Stockholm zur Welt gekommen und hatte sich mit 17 Jahren dazu entschieden eine wichtige Rolle im schwedischen Film zu spielen. Mit 20 Jahren ging er nach Hollywood um dort Film zu studieren. Als Ekman ein Jahr später nach Schweden zurückkehrte, erhielt er unmittelbar seine erste Nebenrolle im Film und stand neben seinem Vater und Ingrid Bergman bei Intermezzo vor der Kamera, gleitet vom Regisseur Gustaf Molander.

Es sollten nur vier Jahre vergehen bis Hasse Ekman seinen ersten eigenen Film Med dej i mina armar präsentierte. Allerdings war Ekman nicht nur im Film aktiv, sondern führte auch im Theater Regie, dem er sich ab den 60er Jahren mehr und mehr zuwandte, da er sich im damals modernen Film nicht mehr wohl fühlte. 1964 zog sich Ekman dann ganz von der Filmwelt zurück und führte nur noch gelegentlich Regie am Theater. Auch privat änderte sich in dieser Zeit das Leben des Regisseurs, Schauspielers und Filmers, denn er verkaufte seine gesamte Kunstsammlung um sich ein Leben in Marbella aufbauen zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 22. November 2015

Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander

Als Harald Molander am 22. November 1900 in Stockholm starb, galt er als Erneuerer des schwedischen Theaters, auch wenn man heute seine Leistung weitaus weniger hochhebt wie zu jener Epoche, denn Molander hatte eine Neigung zur historischen Realität und klare Vorstellungen zum Aufbau eines Stückes, was wenig Individualität zuließ. Die Stücke, die der Regisseur auf die Bühne brachte, waren zudem gezeichnet von hohem Aufwand, relativ viel Technik und pompöser Staffage, was jedoch in dieser Zeit, als Operetten ihren Höhepunkt hatten, sehr gut beim Publikum ankam.

Harald Molander kam am 17. März 1858 in Stockholm zur Welt und wurde von seinen Eltern sehr früh zur Literatur gebracht in denen Theaterspiele im Vordergrund standen. Auf diese Wiese lernte Molander seinen asthmatischen Problemen in eine Parallelwelt zu entfliehen. 1877 begann der Regisseur ein literarisches Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch wenig ernst nahm, denn er beteiligte sich mehr am Studententheater als an Vorlesungen und brach das Studium letztendlich auch ab um 1881 als Dramatiker mit der Komödie Rococo am Dramatischen Theater zu beginnen. Nur drei Jahre später wurde Molander dann als Regisseur am Nya Teatern in Stockholm beschäftigt und 1886 war er Direktor des Schwedischen Theaters in Helsingfors (Helsinki).

Nach mehreren Jahren an führenden Theatern wurde Harald Molander im Jahre 1898 von Albert Ranft als Direktor im Svenska Teatern eingesetzt. An diesem Theater konnte der Regisseur dann auch sein wenige Jahre vorher geschriebenes Buch En lyckoriddare dramatisieren und auf die Bühne bringen, ein Werk, das 21 Jahre nach seinem Tod von John W. Brunius mit Gösta Ekman in der Hauptrolle verfilmt wurde. Trotz dieses Erfolgs gelang es Harald Molander nicht seine beiden Träume zu verwirklichen, nämlich als überragender Literat und Dramatiker in die Geschichte einzugehen, da er sich aus den Normen der Zeit nicht lösen könnte und wenig Persönlichkeit zeigte, sondern überragende Kenntnisse und Wissen in den Vordergrund traten.


22. November 1595: Das Vadstena Kloster wird aufgelöst
22. November 1758: Carl Birger Rutström, Reichsantiquar und Medizinalrat
22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1906: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin
22. November 2009: Thomas Brylla, Sport im Jugendbuch und im Kriminalroman

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. Oktober 2015

Der Schauspieler und Theaterdirektor Edvard Stjernström

Edvard Stjernström kam am 11. Oktober 1816 als außereheliches Kind unter dem Namen Edvard Blomberg zur Welt und entschied sich sehr früh dafür Schauspieler zu werden. Im Alter von 17 Jahren wurde er in der Schauspielschule des Dramaten aufgenommen, musste die Schule jedoch wegen Lispeln bald wieder verlassen. Erst nach einer Zahnoperation, die ihm das normale Sprechvermögen gab, wurde er dort erneut aufgenommen und 1836 spielte er in Den okända sonen von August von Kotzenbue seine erste Rolle. Bereits 1842 wurde Stjernström, der seinen neuen Nachnamen mit der Konfirmation angenommen hatte, im Mindre Teatern angestellt.

Im Jahre 1850 entschied sich Edvard Stjernström eine eigene Schauspieltruppe aufzubauen und mietete in diesem Zusammenhang auch mehrere Theater in Finnland, was letztendlich dazu führte, dass Stjernström damit den finnlandschwedischen Theatermarkt beherrschte und auch die erste Theatertruppe bot, die in Helsingfors (Helsinki) regelmäßig auftrat. Diese Dominanz, die dem Theaterdirektor Stjernström auf drei Jahre garantiert war, führte zu enormen Gewinnen, die er 1853, bei seiner Rückkehr nach Stockholm sehr gut anzulegen wusste, denn ein Jahr später übernahm er die Leitung des Mindre Teatern und ein weiteres Jahr später besaß er die Bühne auf der er seine eigene sehr erfahrenen Theatergruppe einsetzen konnte.

Edvard Stjernström gilt als der Erneuerer des schwedischen Theaters, denn auf seinen Studienreisen in andere europäische Theatermetropolen holte er nicht nur in Schweden bis dahin unbekannte Stücke ins Land, sondern er ließ die Bühne auch mit Gaslampen beleuchten, so dass sich die Schauspieler erstmals frei auf der Bühne bewegen konnten und er schuf das Gruppenspiel. Bei Stjernström waren die Schauspieler in Schweden erstmals nicht mehr zu Monologen am Bühnenrand gezwungen, sondern präsentierten realistische Darstellungen. Stjernström war auch der erste Theaterdirektor Schwedens, der seinen Regisseuren einen künstlerischen Spielraum lies, was in den königlichen Theatern des Landes um diese Zeit undenkbar war.


11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1862: Der schwedische Künstler Alf Wallander
11. Oktober 1891: Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf
11. Oktober 1948: Göran Rosenberg und die Freiheit der Juden
11. Oktober 1996: Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. April 2015

Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman

Als Vilgot Sjöman am 9. April 2006 in Stockholm starb, verschwand ein schwedischer Regisseur, der als Skandalregisseur bekannt war, obwohl er mit seiner Zeitkritik und seiner Offenheit lediglich der Zeit vorausgeeilt war und Themen verfilmte, die im prüden und konservativen Schweden jener Tage als Tabu galten. Mehrere seiner Filme kamen nie in ihrer Gesamtheit in die schwedischen Kinos, da Teile davon der Schere der Filmkritik zu Opfer gefallen waren. Aber Sjöman gehörte auch zu jener kleinen Gruppe der schwedischen Filmer, die, gerade wegen ihrer Themen, weit über Schweden hinaus bekannt waren. Norman Mailer schrieb über Vilgot Sjöman sogar, das dieser einer der bedeutendsten Regisseur war, die je existierten.

Vilgot Sjöman war am 2. Dezember 1924 als Sohn eines Bauarbeiters in Stockholm zur Welt gekommen und begann nach einem Studium an der Universität Stockholm als Schriftsteller mit dem Roman Lektorn, der später von Gustaf Molander verfilmt wurde. Seine wahre Karriere begann dann jedoch 1955 mit einem Stipendium für ein Filmstudium an der Universität UCLA in Kalifornien. Zurück in Schweden entstand dann 1961 sein erster Langfilm Älskarinnan mit Bibi Andersson in der Hauptrolle, ein verwickeltes Dreierverhältnis, das bedeutende Aufmerksamkeit erregte. Parallel zu seiner Tätigkeit als Regisseur arbeitet Sjöman auch weiterhin als Schriftsteller und veröffentlichte, unter anderem, eine Reportage über Ingmar Bergman.

Im Jahr 1964 realisierte Vilgot Sjöman dann seinen Film 491 nach dem Roman von Lars Görling, der bereits vor der Premiere in die Presse kam, da die Filmkritik hier zahlreiche Szenen entfernte, dadurch allerdings das Publikum noch neugieriger auf den Film machte. Sjöman setzte mit den kritischen Gesellschaftsbetrachtungen fort und als 1967 der Film Jag är nyfiken - gul mit Lena Nyman in die Kinos kam, war der Filmer bis an die Grenzen des filmisch möglichen gegangen, wobei allerdings weniger über seine politische Nachricht im Film diskutiert wurde, sondern die sehr realistische Nacktszene ins Zentrum geriet. Den Höhepunkt seiner Karriere als Regisseur erreichte Vilgot Sjöman 1974 mit seinem Film En handfull kärlek mit Anita Ekström in der Hauptrolle für den der Filmer mit einem Guldbagge (Goldenen Käfer) belohnt wurde. Als Sjöman 1995 seinen letzten Film, ein Drama über Alfred Nobel präsentierte, dem thematisch die Brisanz fehlte, war die Kritik niederschmetternd und der Film wurde geradezu eine finanzielle Katastrophe.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin