Montag, 30. Juli 2012

Karl Gustav Ossiannilsson, ein Literat der Widersprüche

Am 30. Juli 1875 wurde Karl Gustav Ossiannilsson, der eigentlich Ossian Nilsson hieß, in Lund geboren, der erste schwedische Schriftsteller aus bürgerlichem Haus, der sich in großen Zügen auf die Seite der arbeitenden Bevölkerung stellte, ohne jedoch alle Werte der Arbeiterbewegung zu übernehmen. Ossiannilson schrieb sein erstes Buch noch während seiner Zeit im Gymnasium in Malmö, wobei der Titel „Förteckning på svenska språket föremommande umbärliga främmande ord och uttryck“ bereits sehr provokativ war, da er damit eine reine schwedische Sprache ohne jedes Fremdwort forderte.

Im Jahre 1900 kam dann Ossianilssons Gedichtsammlung „5 dikter“ auf den Markt, die ihm unmittelbar einen Platz unter den beruflichen Autoren schaffte und ihm zu einem Aufenthalt in London verhalf, den Ellen Key organisierte und der Buchverlag Bonniers mit einem Stipendium von 1000 Kronen unterstützte, mit der Zusage verbunden, dass der Verlag alle künftigen Bücher des Autors verlegen werde. Insgesamt schrieb Karl Gustav Ossinnilsson dann, neben zahlreichen Artikeln in Zeitschriften, 120 Bücher und war ein oft eingeladener Redner.

Politisch engagierte sich Ossiannilsson im Sozialdemokratischen Jugendverband, wo er im Gründungsjahr 1903 auch zum Vorstand gewählt wurde. Diese Bindung hielt jedoch nur relativ kurze Zeit, da Karl Gustav gleichzeitig für nationalistische Propagandaschriften arbeitete. Schrittweise näherte sich Karl Gustav Ossionnilsson dann immer mehr der nationalistischen Bewegung, was dazu führte, dass er Mussolini als idealen Politiker Europas betrachtete und 1928 einer faschistischen Bewegung Schwedens beitrat. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm er dann von jeder politischen Bewegung Abstand, da er im Grunde gegen jede Unterdrückung des Volkes war.


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Copyright: Herbert Kårlin

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