Sonntag, 8. Juli 2012

Magnus Erikssons Weg nach Russland

Der extrem gläubige König Magnus Eriksson, der am 8. Juli 1319 zum König Schwedens gewählt wurde, hatte den schwedischen Staat gegen 1344 in eine tiefe finanzielle Krise gestürzt, gegen den Willen des Adels seinen Sohn Erik als Nachfolger für den schwedischen und seine Sohn Håkan als den Nachfolger seines norwegischen Thrones ernannt und 1346 auch noch Birgitta Birgersdotter eine große Spende gemacht, damit diese das Kloster in Vadstena errichten konnte. Kurz bevor sich dann das Volk und der Adel gegen ihn auflehnte, glaubte Magnus Eriksson die rettende Idee zu haben.

Im Frühjahr 1348 schickte er einen Boten in das russische Novgorod und forderte den dortigen Adel auf den katholischen Glauben anzunehmen und fügte gleichzeitig hinzu, dass die Alternative nur ein Kreuzzug war, der Russland in die Knie zwingen würde. Sicher war dem König auch die Verbreitung des katholischen Glaubens wichtig, aber noch wichtiger war ihm, dass er durch einen Kreuzzug den Staatshaushalt sanieren konnte. Noch bevor die negative Antwort aus Novgorod eintraf, hatte Magnus Eriksson bereits Nöteborg belagert und nach der Ablehnung wurden die Bauern der Umgebung unmittelbar zwangsweise getauft. Wer sich weigerte, wurde getötet. Der Adel Nöteborgs konnte sich indes freikaufen. Als Eriksson nach Schweden zurückkehrte, nahmen die Russen Nöteborg nahezu unmittelbar wieder ein und töteten die schwedische Besatzung.

Als dann die Pest in Schweden zuschlug, gab es für Magnus Eriksson nur eine Ursache: Gott war mit ihm unzufrieden, weil er den katholischen Glauben nicht nach Russland gebracht hatte. Als er erneut Zwangsgelder in Schweden eingetrieben hatte, machte sich der König 1350 erneut auf den Kreuzzug nach Russland. Dieses Mal nahm er Orechov ein, ließ die Bevölkerung zwischen Taufe und Tod wählen, aber hatte erneut nicht mit dem mächtigen Russland gerechnet, das die Stadt in kurzer Zeit zurückeroberte. Magnus Eriksson konnte gerade noch dem Massaker entgehen und floh nach Schweden. Nach dieser erneuten Niederlage war für den König ein Kreuzzug keine Diskussion mehr, aber er verstrickte Schweden in die größten Unruhen seiner Zeit.


8. Juli 1319: Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König 
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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