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Freitag, 20. Juli 2012

Einar Norelius und die Sagenwelt Schwedens

Einar Norelius, der am 20. Juli 1900 in Falun geboren wurde, gehört zu den bedeutendsten Zeichnern von Sagengestalten Schwedens und zählt gleichzeitig zu den wichtigsten Autoren, die die Märchenwelt Schwedens in der ganzen Welt bekannt machten. Dabei hatte sich Norelius gar nicht zu dieser Karriere entschieden, sondern begann an der Technischen Hochschule in Stockholm Schiffbau zu studieren. Erst auf Grund einer Krankheit entschloss sich Einar Norelius dann zu einer künstlerischen Laufbahn, die er dann bis zu seinem 80. Lebensjahr fortsetzte.

Nach seiner Ausbildung an der Carl Wilhelmsons Schule für Malerei begann Einar Norelius Filmplakate und Buchumschläge zu malen. Nach einer Ausstellung einer Bilderserie über Sindbad den Seefahrer änderte sich dann jedoch seine Laufbahn, da er gebeten wurde den Jahresband „Bland tomtar och troll“ zu illustrieren, eine Welt, die ihn im Laufe seines Lebens nicht mehr verlassen sollte und Norelius auf das gleiche Niveau hob wie John Bauer, der bereits seit 1907 als Illustrator für die jährliche Buchserie über schwedische Trolle und Zauberwesen arbeitete.

Im Jahre 1951 kam dann „Petter och hans fyra getter“ auf den Markt, das erste Buch, das Einar Norelius sowohl schrieb als auch bebilderte. Die Geschichte mit dem Troll Ludenben und der Katze Murre Svart, die die vier Ziegen Petters rettete, brachte Norelius dann in aller Munde. Als Zeichner der Serie „Pelle Svanslös“ von Gösta Knutsson und seinem Zeichentrickfilm „Nils Holgerssons underbara resa“ wurde Einar Norelius schließlich eine Legende unter den schwedischen Zeichnern von Sagenwesen, wobei er 53 Jahre lang Beiträge zu „Bland tomtar och troll“ lieferte, einer Buchserie, die dieses Jahr 105 Bände umfassen wird.


20. Juli 1901: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
20. Juli 1955: Stig Larsson, Schriftsteller und Filmregisseur

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Juli 2012

Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor

Am 17. Juli 1862 wurde Oscar Levertin in Norrköping geboren, ein Literat, der in den 44 Jahren seines kurzen Lebens eine geradezu bemerkenswerte Karriere machte und es verstand mehrere literarische Tätigkeiten miteinander zu verknüpfen. Seine Karriere als Poet begann Oscar Levertin im Jahre 1891 mit „Legender och visor“, einer Gedichtsammlung im Stile von Verner von Heidenstam, wobei bei Levertin jedoch die Romantik im Vordergrund steht und er ganz auf die nationalistischen Züge Heidenstams verzichtete.

Oscar Levertin begann seine Arbeit als Literaturkritiker erst beim Aftonbladet, wechselte dann zu Ord och Bild, erreicht jedoch seinen bedeutendsten Einfluss erst als er zum Svenska Dagbladet wechselte, denn hier entwickelte sich Levertin nicht nur zum maßgeblichen Literaturkritiker der Jahrhundertwende, sondern gab dem Beruf des Kritikers auch seine Autorität und seine Glaubwürdigkeit zurück, da er sich nicht von persönlichen Gefühlen leiten ließ, sondern jedes Werk so neutral wie nur möglich betrachtete und seine Kommentare darauf ausrichtete.

Seine wissenschaftliche Karriere begann Oscar Levertin als erster literaturhistorischer Professor an der Universität Stockholm, eine Stelle, die er im Jahre 1899 einnahm. In diesem Rahmen schrieb Oscar Levertin in nur sieben Jahren zahlreiche Abhandlungen zur schwedischen Literatur des 18. Jahrhunderts, die heute noch als Quellen der literarischen Forschung dienen. Am 22. September starb Levertin an einer allergischen Reaktion, als er nachts versehentlich statt Wasser eine Medizin gegen seine Halsprobleme trank.


17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Mai 2012

Olle Hedberg, der Autor der den Absprung verpasste

Olle Hedberg, oder genauer genommen Carl Olof Hedberg, wurde am 31. Mai 1899 in Norrköping geboren und hatte sich bereits als Kind vorgenommen Buchautor zu werden. Dennoch kam sein erstes Buch erst auf den Markt als er bereits 31 Jahre alt war und seit sieben Jahren mit der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Ruth Hedberg, genannt Chloë, verheiratet war. Von diesem Moment an kam dann jedoch jeden Herbst ein Roman von ihm auf den Markt, mit zwei Ausnahmen.

Im Jahre 1962 gab er statt einem Roman sein autobiographisches Buch „Mitt liv var en dröm“, das eines seiner Jugendwerke enthält, heraus und 1939 veröffentlichte er, außer seinem Roman, noch das satirische Werk „Ut med blondinerna“, in dem er den aufkommenden Nazismus auf ironische Weise verurteilte. Bis zu den 60er Jahren gehörte Olle Hedberg mit zu den beliebtesten Autoren Schwedens, verlor dann jedoch den Kontakt zu seinem Publikum, das sich um diese Zeit immer weniger für Schilderungen aus dem bürgerlichen Milieu interessierte.

Auch wenn Olle Hedbergs Werke sich im bürgerlichen Milieu abspielten, so neigten seine Themen immer zur Schwermut, was eventuell damit zusammenhing, dass er bereits als Dreijähriger seinen Vater verlor und von der Mutter allein aufgezogen wurde, aber nichts ist sicher, da Olle Hedberg nur sehr wenig über seine Gedanken oder seine Gefühle öffentlich sagte. Als 1974 die einzige Tochter des Paares an einer Hirnblutung starb, zog sich Hedberg zurück und wenige Wochen später beging er Selbstmord, was spätestens beim Tode der Tochter geplant gewesen sein muss, da Olle Hedberg, noch bevor er sich tötete, alle privaten Aufzeichnungen, Fotografien, Briefe und Manuskripte, darunter auch alle Jugendwerke, verbrannte.


31. Mai 1307: Halmstad wird zur Stadt
31. Mai 1520: Gustav Vasa auf der Flucht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Mai 2012

Die schwedische Wikipedia entsteht

Bereits drei Monate nachdem Jimmy Wales die englischsprachige Wikipedia gegründet hatte, führte er mit dem Schweden Linus Tolke einen regen Briefkontakt über die Gründung einer schwedischen Version der online-Enzyklopädie. Am 25. April 2001 war dann entschieden eine schwedische Version zu starten und bereits am 3. Mai 2001 reservierte sich dann Linus Tolke den Namen http://sv.wikipedia.com/, damit die Arbeit so schnell wie möglich aufgenommen werden konnte.

Die schwedische Wikipedia war damit, nach der englischen, der katalanischen und der deutschen Wikipedia die vierte, die Wissen in der nationalen Sprache verbreiten wollte. Der erste schwedische Artikel behandelte das Wort „Götaland“ und wurde am 23. Mai 2001 online gegeben. Da die ersten 100 Artikel nahezu ausschließlich von Linus Tolke geschrieben wurden, dauerte es natürlich seine Zeit bis die schwedische Wikipedia wirklich ins Laufen kam. Im November 2002 begann das Werk dann ernsthaft zu wachsen, nachdem 21 Autoren in nur einem Monat 1300 Artikel ins Netz stellten.

Allerdings dauerte es dann noch bis zum 14. Januar 2005 bis die schwedische Wikipedia das Konkurrenzunternehmen susning.nu mit der Anzahl der Artikel überholt hatte, und dies, obwohl ab Januar 2004 täglich rund 100 neue Artikel publiziert wurden, was sich noch bis 2006 steigerte und dann langsam wieder auf das Niveau von 2004 zurückfiel. Seit Februar 2012 benutzt die schwedische Wikipedia nicht mehr ausschließlich herkömmliche Autoren, sondern benutzt Robots um das Wissen der Wikipedia zu erweitern, was leider auch den Nachteil hat, dass immer häufiger Fehler in den Artikeln auftauchen.


3. Mai 1737: Berndt Johan Hastfer, ein schwedischer Verräter
3. Mai 1826: Karl XV, König von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. August 2011

Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden

Am 25. August 1955 erhielten in Schweden erstmals Autoren zwei Öre für jedes ihrer Bücher, das in einer allgemeinen Bibliothek ausgeliehen wurde. Heute liegt diese Summe, nach der letzten Erhöhung im vorigen Jahr, bei 132 Öre, wobei die Autoren jedoch nur etwa zwei Drittel der Summe tatsächlich ausbezahlt bekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern betrachtet Schweden dies jedoch nicht als Ersatz für einen ausgefallenen Verkauf an Büchern, sondern als Subvention für den Verfasser oder Übersetzer.

Sobald der Ersatz jedoch 154.000 Kronen erreicht, sinkt die Erstattung. Übersetzer erhalten in Schweden die Hälfte dessen, was ein Autor für sein Buch bekommt. Ausgeschlossen vom Ersatz ist der Verleih in wissenschaftlichen Bibliotheken. Da in Schweden nur jene Autoren und Übersetzer durch die Biblioteksersättning subventioniert werden, die in Schweden ihren Wohnsitz haben, werden die jährlich rund 50 Millionen Kronen ausschließlich an rund 4000 Personen ausbezahlt. Ausländische Autoren und Übersetzer erhalten keinerlei Gelder für ihre in Schweden ausgeliehenen Werke.

Als Schweden der Europäischen Union beitrat, so trat, zumindest theoretisch, auch die Direktive 92/100/EEG vom 19. November 1992 in Kraft, die alle europäischen Autoren in allen angeschlossenen Ländern gleichstellt. Ein Rapport der Europäischen Kommission stellte 2002 fest, dass Schweden in diesem Punkt der Direktive nicht folgt, da nur Autoren, die in Schweden ihren Hauptwohnsitz haben, bezahlt werden. Aber auch nach der Drohung im Jahre 2004 Schweden vor den Europäischen Gerichtshof zu zitieren, änderte sich an der schwedischen Einstellung nichts, sondern führte dazu, dass Schweden eine Ausnahmegenehmigung beantragte und bis heute nur Autoren und Übersetzer des eigenen Landes subventioniert.

25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa 

Copyright: Herbert Kårlin