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Freitag, 22. Februar 2019

Der Kinderbuchautor Harry Kullman

Harry Kullman kam am 22. Februar 1919 in einer armen und kinderreichen Arbeiterfamilie in Malmö zur Welt, kam jedoch im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Stockholm um dort die Volksschule zu besuchen. Nach Abschluss der Volksschule begann Kullman als Laufbursche zu arbeiten und besuchte gleichzeitig Abendkurse um die Realschulreife zu machen. Der spätere Schriftsteller zeigte sich als wissbegierig, machte anschließend noch das Abitur und studierte zudem Wirtschaftswissenschaften, ein Studium, das er Jahre später noch mit einem literaturwissenschaftlichen Studium ergänzte.

Nach seinem Studium an der Handelshochschule in Stockholm begann Harry Kullman in der Werbebranche zu arbeiten, strebte jedoch eine Karriere als Jugendbuchautor an. Während seine ersten Manuskripte alle abgelehnt wurden, kam 1948 mit seinem Buch Med hemlig order der erste Erfolg, da er hiermit nicht nur einen Jugendbuchwettbewerb gewann, sondern der ersten Auflage auch eine zweite mit 50.000 Exemplaren folgte, und sein zweites Buch Den svarta fläcken ein Jahr später eine bedeutende Aufmerksamkeit erregte, da seine Hautfigur auch Autos klaute, obwohl zu jener Zeit jede Straftat in einem Jugendbuch tabu war. Den svarta fläcken (Der schwarze Fleck) kam jedoch zur rechten Zeit., und das Buch gilt heute als Umbruch in der Jugendbuchliteratur Schwedens, und für Kullman bedeutete es, dass er in den 50er Jahren zu den bedeutendsten, schwedischen Autoren von Kinder- und Jugendbüchern zählte.

Ab dieser Zeit setzte sich Harry Kullman auch immer mehr für die Rechte von Jugendbuchautoren ein, schloss sich entsprechenden Verbänden an und schrieb zu diesem Thema zahlreiche Artikel. Neben zahlreichen Jugendbüchern schrieb Kullman zudem historische Romane, zwei Kriminalromane und er betätigte sich als Übersetzer von Jugendbüchern. Vor allem bei seinen Übersetzungen handelte es sich jedoch nahezu um Bücher Kullbergs selbst, denn er übernahm weder die Stilistik der Originale, noch die gesamten Texte und, in einem Fall, findet man kaum noch eine Übereinstimmung mit Kullmans Übersetzung und dem Originalwerk. Allerdings kann man heute nicht mehr sagen, ob dies vom Verlag oder vom Übersetzer entschieden wurde, denn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte man in Schweden sehr klare Vorstellungen wie ein Jugendbuch geschrieben sein musste und Kürzungen oder gestrichene Texte waren daher  an der Tagesordnung.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1845: Der schwedische Politiker Lennart Groll
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1932: Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. April 2018

Der schwedische Schriftsteller Ane Randel

Ane Randel kam am 23. April 1879 als Sohn eines Regimentspfarrers in Karlskoga zur Welt und bildete sich nach seiner Hochschulreife zum Lehrer aus, wobei er jedoch, nach seinem Examen als Lehrer im Jahr 1898, noch Philosophie an der Universität Uppsala studierte und dort 1904 seine Kandidatur machte. Nach Abschluss des Studiums begann Randel erst für das Svenska Dagbladet zu arbeiten, später wechselte er zu Ord och Bild, zum Aftonbladet und schließlich zur Göteborgs-Posten, wobei er seine Artikel grundsätzlich unter einem Pseudonym veröffentlichte.

Ab 1913 veröffentlichte Ane Randel jedes Jahr ein unterhaltsames Buch, das vor allem Tagesthemen, kulturhistorische Schriften und kulinarische Betrachtungen aus seiner sehr konservativen Haltung präsentierte. Trotz seiner permanenten Umschreibung und der Anwendung von einem Maximum an Synonymen konnte Randel mit seinem Humor und seinen lehrhaften Aussagen eine breites Publikum gewinnen, das sich auch mit seinen klassischen und konservativen Meinungen identifizierte. Während heute die kulturhistorischen Betrachtungen Randels überholt scheinen, haben seine Erzählungen über die Essenskultur noch heute eine gewisse Bedeutung.

Auch wenn Ane Randel als Übersetzer nicht sehr eifrig war, so ist seine Leistung bei der Übersetzung des Werkes Le Gran Testament von François Villon eine einzigartige Leistung, denn innerhalb von zehn Jahren übersetzte Randel das gesamte Werk und behielt bei der schwedischen Übersetzung selbst die Versform des Dichters, eine Leistung, die, nach Randel, nie wieder einem Übersetzer gelang. Um das Verständnis dieses gigantischen Werkes dem schwedischen Leser zu erleichtert, verfasste Randel ein wissenschaftliches Vorwort von 54 Seiten. Dieses Werk kam damals jedoch nicht nur in Buchform auf den Markt, sondern wurde auch ausschnittsweise im Svenska Dagbladet veröffentlicht.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. Dezember 2016

Der Schriftsteller und Übersetzer Jonas Magnus Stiernstolpe

Auch wenn Jonas Magnus Stiernstolpe, auch Stjernstolpe geschrieben, der am 17. Dezember 1831 in Stockholm starb, heute kaum noch eine Rolle in der Literaturgeschichte Schwedens spielt, so spielte er zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine sehr bedeutende Rolle, denn Stiernstolpe war es zwar nicht gelungen eines seiner eigenen Werke bekannt zu machen, aber er war für seine satirischen Beiträge in Zeitungen und als Übersetzer von größter Bedeutung, da er, zum Beispiel, die erste Übersetzung von Don Quijote in Schweden vorlegte, obwohl Stiernstolpe vorher nur Bücher aus dem Lateinischen, Deutschen und Französischen übersetzt hatte.

Jonas Magnus Stiernstolpe war am 8. Dezember 1777 in Stenkvista im Södermanland in adeliger, jedoch relativ armer, Familie zur Welt gekommen und schrieb sich,  nach seiner Hochschulreife in Strängnäs, an der Universität Uppsala ein. Da das Geld für ein ausgedehntes Studium fehlte, beendete Stiernstolpe seine wissenschaftliche Ausbildung mit dem Kanzleiexamen, das ihm den Zugang zum Staatsdienst ermöglichte. Bereits während seines Studiums hatte Stiernstolpe einen engen Kontakt mit Verlegern, seinen Roman Wilhelm geschrieben und kurze satirische Artikel in Zeitungen veröffentlicht, ohne jedoch davon leben zu können.

Nach Abschluss seines Studiums begann Jonas Magnus Stiernstolpe als Regierungsrat in der Kriegsexpedition zu arbeiten, wo er bis zu seinem Tode beschäftigt war, arbeitete sich jedoch überwiegend mit der Übersetzung literarischer Werke und verkehrte privat bald auch in der literarischen Kreisen Stockholms. Allerdings war Stiernstolpe, wie die meisten seiner Kollegen, auch zu Übersetzungen gezwungen, da man um diese Zeit vom Staatsdienst nicht leben konnte und ein Zusatzeinkommen benötigte. Von den meisten anderen Übersetzern jener Epoche unterschied sich Stiernstolpe dadurch, dass er auch Fachbücher mit großem Einfühlungsvermögen übersetzte. Unter seinen eigenen Werken wurden allerdings nur einige seiner satirischen Gedichte in größeren Kreisen bekannt. Seine Romane sind heute längst vergessen.


17. Dezember 1842: Der schwedische Künstler Nils Forsberg
17. Dezember 1860: Königin Desideria, die unschwedische Königin
17. Dezember 1863: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
17. Dezember 1877: Johan Erik Rydqvist und die schwedische Sprache
17. Dezember 1951: Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Hjalmar Edgren

Hjalmar Edgren wurde am 18. Oktober 1840 als Sohn eines Fabrikverwalters in Östanås im Värmland geboren und besuchte nach einigen Jahren Privatunterricht zu Hause das Gymnasium in Karlstad, um dann 1858 die Hochschulreife an der Universität Uppsala abzulegen. Statt einem Studium wählte Edgren anschließend jedoch eine militärische Karriere. Nach drei Jahren im Regiment Värmland entschied sich Edgren am amerikanischen Sezessionskrieg teilzunehmen. Als der Militär 1865 nach Schweden zurückkehrte, diente er weitere fünf Jahre als Leutnant, kehrte jedoch bereits 1970 dem Militär ganz den Rücken.

Hjalmar Edgren unternahm anschließend in Deutschland und in Frankreich Sprachstudien um dann erneut nach Amerika zu gehen, wo er nach einer Kandidatur in Philosophie unter anderem in Yale mehrere Sprachen unterrichtete. Nach seinem Doktorexamen in Yale im Jahre 1874 wurde Edgren dort Dozent für Französisch und Professor in Sanskrit. Bis 1901 war der Sprachwissenschaftler dann wechselweise an amerikanischen und schwedischen Universitäten aktiv, verbrachte jedoch die letzten beiden Jahre seines Lebens, als Mitglied der Svenska Akademien, in Stockholm, wo er am 9. Dezember 1903 starb.

Hjalmar Edgren war als Autor sehr produktiv, widmete sich jedoch überwiegend sprachwissenschaftlichen Werken und Übersetzungen. Als Übersetzer waren vor allem seine Übertragungen von altindischen Gedichten von großer Bedeutung. Neben einer Reiseschilderung Mexikos schrieb Edgren vor allem Gedichte mit einem deutlichen idealistischen Stempel. Sein erster Gedichtband Dikter erschien bereits 1884 und Brusta återljud kam erst nach seinem Tod auf den Markt. Gesamt gesehen spielen die Übersetzungen Edgrens innerhalb des literarischen Geschehens in Schweden eine weitaus bedeutendere Rolle als seine eigenen Werke, da er Strömungen aus den USA und England nach Schweden brachte.


18. Oktober 1807: Carl Fredrik Ridderstad und der schwedische Feuilletonroman
18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 1860: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
18. Oktober 1868: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
18. Oktober 1891: Der vergessene schwedische Histologe Gösta Häggqvist
18. Oktober 1905: Der schwedische Komponist Dag Wirén
18. Oktober 1924: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Juli 2016

Der schwedische Schriftsteller Harald Johnsson

Harald Johnsson wurde am 22. Juli 1886 in Östra Broby bei Kristianstad als Sohn des Direktors einer Gerberei geboren und besuchte nach seiner Hochschulreife in Kristianstad zwischen 1904 und 1908 die Universität Lund. Bereits während des letzten Jahres an der Universität hatte Johnsson auch begonnen für mehrere Zeitungen, unter anderem das Lunds Dagblad, gearbeitet und erste literarische Werke verfasst. Der tatsächliche Sprung zur Literatur kam jedoch 1910, als Johnsson nach Stockholm zog und bei Åhlén & Åkerlund literarischer Berater wurde. 1920, nach einer kurzen Anstellung bei der Skandinavischen Filmzentrale, entschied sich Johnsson dann jedoch freiberuflicher Schriftsteller und Übersetzer zu werden.

Zu Beginn seiner literarischen Karriere widmete sich Harald Johnsson der Lyrik und schrieb, mit mäßigem Erfolg, Stimmungsgedichte. Die Wende kam jedoch bereits 1913, als Olof Dahlberg einen Verlag für billige Unterhaltungsliteratur gründete und Johnsson, der den Verleger bereits seit mehreren Jahren kannte, als Autor geworben wurde. Innerhalb der ersten drei Jahre bei Dahlberg schrieb Johnsson nicht weniger als 28 Kriminalromane, die sich nahezu alle zu Bestsellern entwickelten und den Autor in ganz Schweden bekannt machten, allerdings unter dem Namen Robinson Wilkins, da Johnsson seine literarische Aktivität nicht mit volksnahen Kriminalromanen mischen wollte. Kritiker zeigten allerdings mit Johnsson wenig Gnade und nannten ihn oft einen unkritischen Schreiberling, da er mehr Quantität als Qualität produzierte, denn auch wenn Johnsson bereits am 30. April 1936 im Alter von 49 Jahren starb, so gehen nahezu 80 Werke mit Sicherheit auf ihn zurück.

Harald Johnsson machte sich jedoch nicht nur als Schriftsteller einen Namen, sondern war auch als Übersetzer extrem aktiv, wobei er auch hierbei zu nicht weniger als vier Pseudonymen griff, so dass man bis heute nicht genau weiß wie viele Bücher Johnsson wirklich übersetzte. Doppelt problematisch wird dabei dass Johnsson nicht unbedingt aus der eigenen Gedankenwelt schöpfte, sondern, zum Beispiel, auch Erich Kästners „Emil und die Detektive“ übersetzte und anschließend in ein eigenes Werk verwandelte und, unter anderem, aus Berlin Stockholm machte und die kulturellen Ereignisse Deutschlands durch schwedische Ereignisse austauschte. Literaturwissenschaftler sind bis heute nicht in der Lage zu sagen wie hoch die Eigenleistung Johnssons bei diesem Buch war, der natürlich Kästner mit keinem Wort erwähnte. Heute findet man die Bücher von Harald Johnsson nur noch in antiquarischen Buchhandlungen, da sie nicht neu aufgelegt werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Juni 2016

Der schwedische Schriftsteller und Übersetzer Lennart Hellsing

Lennart Hellsing kam am 5. Juni 1919 als Sohn eines Kaufmanns in Fagersta zur Welt und wuchs ab seinem fünften Lebensjahr bei den Eltern seiner Mutter auf. Nach Abschluss des Technischen Gymnasiums arbeitete Hellsing erst als Ingenieur, bald jedoch vor allem als Journalist, im Buchhandel und als Literaturkritiker in der Stockholms-Tidning. Seine Neigung zum Kinderbuch drückte sich in jenen Jahren dadurch aus, dass er für das Aftonbladet über Kinderbücher schrieb, die Sparte, die ihn später weit über Schweden hinaus bekannt machen sollte.

Im Jahre 1945 erschien das erste Buch von Lennart Hellsing, die Gedichtsammlung Akvarium, die jedoch weitaus weniger Aufmerksamkeit erweckte als das im gleichen Jahr publizierte Kinderbuch Katten blåser i silverhorn (Die Katze bläst das silberne Horn), das den Kritikern vor allem deshalb besonders auffiel, weil sich Hellsing als ausgezeichneter Kenner der schwedischen Sprache zeigte, der mit einer Art Experimentiergeist den Kindern bei der Erweiterung ihres Wortschatzes half und ihnen auf amüsante Weise auch grammatische Kenntnisse näher brachte.

Lennart Hellsing, der am 25. November 2015 im Alter von 95 Jahren in Stockholm starb, hatte sich 65 Jahre lang dem Kinderbuch gewidmet und dabei Figuren geschaffen wie Herr Gurka, Krakel spektakel oder Bagar Bengtsson, die noch heute jedem schwedischen Kind ein Begriff sind. Beim Schreiben seiner Bücher ließ sich Hellsing teilweise von seiner eigenen Vergangenheit inspirieren, denn er fand die Schule langweilig, und hatte daher den Gedanken Kindern das Lernen zu verschönern und sie neugierig zu machen. Sein Handwerkszeug war das Schreiben, denn für die Bebilderung wandte er sich an einige der bekanntesten Illustratoren Schwedens, unter anderem an den dänisch-schwedischen Karikaturisten Poul Ströyer.


5. Juni 1858: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
5. Juni 1964: Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 27. April 2016

Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund

Karl Asplund wurde am 27. April 1890 als Sohn eines Landhändlers in Jäder im Södermanland geboren. Da die Familie relativ wohlhabend war, erhielt Asplund eine gute Bildung und studierte nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Nyköping Kunstgeschichte an der Universität Uppsala. Nach einer Kandidatur in Philosophie wechselte Asplund 1913 zur Universität Stockholm um dort zwei Jahre später mit einer Monographie über den Künstler Egron Lundgren zu disputieren.

Bereits 1914 begann Karl Asplund als Kunstkritiker für die Dagens Nyheter zu schreiben. Neben dieser Arbeit begann der Schriftsteller auch als Übersetzer von Lyrik zu arbeiten und selbst Gedichte zu verfassen, neben wissenschaftlichen Abhandlungen zu bekannten Künstlern Schwedens. Gemeinsam mit Gunnar Mascoll Silfverstolpe und Sten Selander zählt Asplund zu den sogenannten lyriska intimister, jenen Skalden und Poeten, die ihre Themen aus dem Alltagsleben holten. Diesen Zug findet man bereits bei der ersten Gedichtsammlung Asplunds, die 1913 unter dem Titel Världsliga Visor erschien.

Auch als Übersetzer ging Karl Asplund seine eigene Wege und übertrug vor allem klassischere Gedichte aus dem englischen und französischen Raum, die um diese Zeit in Schweden völlig unbekannt waren. Asplund verzichtete dabei jedoch auf die wörtliche Übersetzung, sondern er versuchte die klassischen Versmaße an die schwedische Sprache anzupassen, was dazu führte, dass der Inhalt der Gedichte mehr eine gefühlsmäßige Übertragung wurden, die jedoch der schwedischen Musikalität eines Gedichtes folgten. Da Asplund vor allem Anthologien in Schweden veröffentlichte, gelang es ihm sehr viele Dichter Frankreichs und Englands in Schweden einzuführen. Asplund starb am 3. April 1978 im Alter von 87 Jahren in Stockholm.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. August 2011

Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden

Am 25. August 1955 erhielten in Schweden erstmals Autoren zwei Öre für jedes ihrer Bücher, das in einer allgemeinen Bibliothek ausgeliehen wurde. Heute liegt diese Summe, nach der letzten Erhöhung im vorigen Jahr, bei 132 Öre, wobei die Autoren jedoch nur etwa zwei Drittel der Summe tatsächlich ausbezahlt bekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern betrachtet Schweden dies jedoch nicht als Ersatz für einen ausgefallenen Verkauf an Büchern, sondern als Subvention für den Verfasser oder Übersetzer.

Sobald der Ersatz jedoch 154.000 Kronen erreicht, sinkt die Erstattung. Übersetzer erhalten in Schweden die Hälfte dessen, was ein Autor für sein Buch bekommt. Ausgeschlossen vom Ersatz ist der Verleih in wissenschaftlichen Bibliotheken. Da in Schweden nur jene Autoren und Übersetzer durch die Biblioteksersättning subventioniert werden, die in Schweden ihren Wohnsitz haben, werden die jährlich rund 50 Millionen Kronen ausschließlich an rund 4000 Personen ausbezahlt. Ausländische Autoren und Übersetzer erhalten keinerlei Gelder für ihre in Schweden ausgeliehenen Werke.

Als Schweden der Europäischen Union beitrat, so trat, zumindest theoretisch, auch die Direktive 92/100/EEG vom 19. November 1992 in Kraft, die alle europäischen Autoren in allen angeschlossenen Ländern gleichstellt. Ein Rapport der Europäischen Kommission stellte 2002 fest, dass Schweden in diesem Punkt der Direktive nicht folgt, da nur Autoren, die in Schweden ihren Hauptwohnsitz haben, bezahlt werden. Aber auch nach der Drohung im Jahre 2004 Schweden vor den Europäischen Gerichtshof zu zitieren, änderte sich an der schwedischen Einstellung nichts, sondern führte dazu, dass Schweden eine Ausnahmegenehmigung beantragte und bis heute nur Autoren und Übersetzer des eigenen Landes subventioniert.

25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa 

Copyright: Herbert Kårlin