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Freitag, 26. April 2019

Die Schriftstellerin Birgitta Stenberg

Birgitta Stenberg wurde am 26. April 1932 in Stockholm geboren, wuchs jedoch überwiegend in Visby auf Gotland auf und reiste bereits sehr früh durch Europa, wobei sie auch das letzte Jahr in einem Gymnasium in Paris machte, ohne Abschluss, was ihr später Stoffe für ihre Romane bieten sollte und ihr zu ausgezeichneten Sprachkenntnissen verhalf. Als Stenberg Mitte der 50er Jahre zurück nach Schweden kam, begann sie die ersten Jahre über als Dolmetscherin und Schauspielerin zu arbeiten.

Birgitta Stenberg gehörte von Jugend an zu den Freidenkern Schwedens, wobei sie in den 50er Jahren Mitglied der literarischen Gruppe Metamorfos gehörte und in diesen Jahren auch ein kürzeres Verhältnis mit dem ägyptischen König Farouk hatte. Während des kalten Krieges war Stenberg die Sekretärin des Svenska kommittén för kulturens frihet und Redakteur der Zeitschrift Kulturkontakt, beides finanziert durch das amerikanische CIA, wenn auch unter dem Denkmantel der Ford Foundation. Stenberg gehört auch zu jener Gruppe an ersonnen, die Drogen nicht vollständig ablehnen, sondern den Verkauf von Haschisch und Marihuana in Apotheken forderte.

Birgitta Stenberg veröffentlichte ihren ersten Roman Mikael och Poeten im Jahr 1956, der in mehr poetischer Form die Affäre Kejne betraf, bei der ein Teil der gehobenen Schicht Stockholms angeklagt wurde organisierte, homosexuelle Prostitution in der schwedischen Hautstadt zu betreiben. Sehr bekannt wurde auch ihr Roman Chans, der 1962 veröffentlicht wurde und von den Klassenunterschieden in Schweden handelt. Birgitta Stenberg, die am 23. August 2014 an den Folgen eines Lungenkrebses starb, stand bei ihren journalistischen und literarischen Arbeiten immer auf der Seite der Arbeiter und Angestellten, wobei sich dies auch bei ihren Kinderbüchern bemerkbar macht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1894: Der Kunsthandwerker Erik Fleming
26. April 1910: Der schwedische Komponist Erland von Koch
26. April 1946: Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. April 2019

Der Schriftsteller Karl Vennberg

Karl Vennberg kam am 11. April 1910 als Sohn eines Landwirts in Blädinge zur Welt und wurde im strengen christlichen Glauben erzogen, da die Eltern ihn auch als Priester sehen wollten. Vennberg begann, nach seiner Hochschulreife, eine entsprechende Ausbildung an der Universität Lund, die er jedoch nicht zu Ende führte, sondern vorher nach Stockholm ging um dort, ebenfalls ohne Abschluss, die Universität zu besuchen. In diesen Jahren begann Vennberg auch erste Gedichte und Novellen in der Tagespresse zu veröffentlichen und versuchte sich, wenn auch wenig erfolgreich, ebenfalls an Kriminalnovellen.

Als Dichter zeigte sich Karl Vennberg erstmals 1937 mit seinem Erstlingswerk Hymn och hunger, das bereits die Zeitströmung der Dichter der 40er Jahre zeigte, jedoch vollständig um christliche Themen kreiste. Bereits in diesem Band fand man die Ironie, die Zeitkritik und die existentielle Fragestellung, die man auch in allen späteren Veröffentlichungen des Schriftstellers findet. Erst 1949 sollte Vennberg dann mit seinem Gedichtband Fiskefärd seinen Durchbruch haben, als er die Religion mehr mystifizierte, jedoch gleichzeitig zur Idylle neigte, womit sich der Leser weitaus einfacher identifizieren konnte. Erst ab den 70er Jahren sollte sich Vennberg etwas von den religiösen und politischen Themen, die seine Schöpfungen prägen, lösen und er sich selbst als Poet erneuern.

Über die Einstellung von Karl Vennberg zu Hitler wird noch heute diskutierte, da er vor allem in hitler-kritischen Zeitungen und Zeitschriften mitarbeitete, in den Jahren 1936 und 1937 jedoch Hitler auch verteidigte und mit ihm vor allem die Meinung teilte, dass Sigmund Freud den moralischen Verfall herbeileite, 1940 dann jedoch schrieb, dass alles Böse aus Deutschland komme. Wenige Jahre später kann man bei Karl Vennberg, der am 12. Mai 1995 starb, lesen, dass der Nazismus nichts anderes sei als der letzte Ausweg des Privatkapitalismus, er also die Bewegung Hitlers sogar in die linke Ideologie einbettete. Politisch schien sich Vennberg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf jeden Fall ganz von Hitlers Ideologie abzuwenden, da er später die Neutralität Schwedens als Grundpfeiler der Weltpolitik sah.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1882: Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller
11. April 1896: Der schwedische Künstler Olof Sager-Nelson
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. April 2019

Der Schriftsteller Josef Bertil Kjellgren

Josef Bertil Kjellgren wurde am 13. November 1907 als Sohn eines Seemanns auf der Insel Mörkö geboren. Als Kjellgren sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Stockholm, wo der spätere Schriftsteller nach der Grundschule auch in den verschiedensten Arbeiterberufen arbeitete. Als Kjellgren 15 Jahre als war, stellten die Ärzte erstmals Tuberkulose bei ihm fest, was seine Zukunft stark beeinflussen sollte, da er aus diesem Grund auch einige Jahre im Sanatorium verbrachte. Noch in seiner Jugend fing Kjellgren, gemeinsam mit seinem Freund Erik Asklund, die ersten Novellen zu schreiben, ermuntert und beraten vom Schriftsteller Rudolf Värnlund, der in der gleichen Straße wohnte wie Kjellgren.

1929, im Jahr als Josef Bertil Kjellgren erstmals in einer Anthologie veröffentlicht wurde, machte er sich mit Asklund zu Fuß auf den Weg nach Paris, eine Reise, die die beiden Schriftsteller durch Reisebriefe und Zeitungsartikel finanzierten. Nachdem Kjellgren einige Zeit mit Eyvind Johnson verbracht hatte, der sich in Paris niedergelassen hatte, heuerte er für die Rückfahrt nach Schweden auf einem Fahrzeug an. Das Ergebnis dieser Reise war dann På snålskjuts genom Eurpa, ein Reisebuch, das bereits 1930 erschien und als das erste Werk des Schriftstellers zählt. Im Jahr 1931 erschien dann Kjellgrens erster Gedichtband Frysken, den 1933 der Band Occident folgte.

Nach einem Winteraufenthalt auf Åland im Jahre 1936 kehrte Josef Bertil Kjellgren mit einer schweren Erkältung zurück, die allerdings zum Ausbruch der ruhenden Tuberkulose führte. Die folgenden zwölf Jahre verbrachte Kjellgren, der am 8. April 1948 in Stockholm starb, überwiegend in Sanatorien in denen er, trotz seiner Krankheit weiterhin schriftstellerisch tätig war. In diesen Jahren entstand, neben einem Filmmanuskript, das den Streik in den Götaverken in Göteborg behandelte, auch ein Theaterstück, das 1948 unter dem Titel Främmande hamn von Arne Lyden ebenfalls verfilmt wurde. Die schriftstellerische Breite des Arbeiterschriftstellers war enorm, denn neben Gedichten, Manuskripten für Film und Theater, schrieb er vor allem Reisebücher und auch Jugendbücher.


8. April 1800: Der schwedische Künstler Carl Jacob Lindström
8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1961: Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. April 2019

Die Schriftstellerin Gunnel Vallquist

Gunnel Vallquist kam am 19. Juni 1918 als Tochter eines Oberleutnants in Stockholm zur Welt und studierte nach ihrer Hochschulreife an der Universität Uppsala Literaturgeschichte sowie nordische und romanische Sprachen. Während dieser Jahre näherte sich Vallquist immer mehr dem katholischen Glauben und begann auch für katholische Zeitschriften zu arbeiten. Nach Abschluss ihres Studiums zog Vallquist nach Frankreich, um jedoch von dort aus insbesondere für die Dagens Nyheter und das Svenska Dagbladet Essays zu schreiben und, ab 1950, die Werke Marcel Prousts zu übersetzen.

Mitte der 50er Jahre zog Gunnel Vallquist dann für einige Jahre nach Rom um an einer Biographie des italienischen Propheten Giorgio La Pira zu schreiben, wobei 1956 auch ihr erstes Buch erschien, die Essaysammlung Något att leva för, dem später weitere Essaybände folgen sollten. Die 50er und 60er Jahre waren daher geprägt davon, dass Vallquist einerseits die französische Literatur nach Schweden brachte, zum anderen davon, dass sie sich in Glaubensfragen für den Katholizismus einsetzte, den man in allen ihren Werken, und der Auswahl ihrer Übersetzungen finden kann.

Gunnel Vallquist war ab 1973 auch Mitglied der Bibelkommission, die eine moderne Version der Bibel schaffen sollte, trat jedoch aus der Kommission aus, weil sie der Meinung war, dass sich die Übersetzung zu wenig an den ursprünglichen Inhalt der Bibel halte, was man auch in Zusammenhang mit ihren eigenen Werken sehen muss, die stilistisch hochstehend sind, jedoch immer zu altertümlichen Ausdrücken und Redewendungen neigen, daher abseits der modernen Literatur liegen. Im Jahr 1981 wurde Gunnel Vallquist, die am 11. Januar 2016 starb, die Doktorwürde verliehen und am 1. April 1982 wurde sie in die Svenska Akademien gewählt um, nach Anders Österling, auf dem Stuhl Nummer 13 Platz zu nehmen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1820: Der Chemiker und Industrielle Henrik Gahn
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1895: Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Gustaf Regnér

Gustaf Regnér kam am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt und begann 1767 ein Studium an der Universität Uppsala, wo er sich auch dem Studentenverein Apollini Sacra anschloss. Bereits 1772 wurde er auch Mitglied im Stockholmer Utile Dulci, wo er für eines seiner Skaldestücke einen Preis erhalten hatte. Nach Ende seines Studiums wurde Regnér als Kanzleiangestellter im Kanzleikollegium beschäftigt und zog in diesem Zusammenhang nach Stockholm, wobei er seiner schriftstellerischen Neigung nur in seiner Freizeit nachging.

Auch wenn sich Gustaf Regnér als Skalde und Schriftsteller sah, und ab 1784 auch Redakteur der Stockholms post tidning und der Inrikes tidningar war, so waren seine Leistungen in diesem Bereich, von heutiger Warte aus gesehen, wenig überzeugend, denn seine  Werke zwischen 1776 und 1788 zeigen keine Persönlichkeit des Autors, sondern sind lediglich den Zeitströmungen angepasst, auf eine Weise, dass er damit zwar literarische Preise der Vitterhetsakademien und der Svenska Akademien erhielt, jedoch von den Literaten der Zeit kaum wahrgenommen wurden.

Die tatsächliche Leistung des Schriftstellers Gustaf Regnér ist indes auf einem anderen Gebiet zu finden, nämliche seinen Kritiken und den Beiträgen zur literarischen Entwicklung des damaligen Schweden. Regnér widersetzte sich dabei dem damaligen Einfluss der französischen Literatur und des Theaters und kämpfte für eine modernere Literatur, die, seiner Meinung nach, vor allem aus Deutschland kam, aber auch im nordischen Raum keimte. Einerseits unterstützte Regnér Thomas Thorild, der sich vom gereimten Vers abwandte, andererseits wollte Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, die ältere schwedische Poesie wieder zum Leben erwecken, ein gewisser Widerspruch, was vermutlich mit dem Romantizismus verbunden ist, der um diese Zeit in der deutschen Literatur zu finden war, die Regnér als Leitbild zukünftiger schwedischer Literatur sah.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1918: Der Designer Olle Eksell
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. März 2019

Die Schriftstellerin Barbro Lindgren

Barbro Lindgren wurde am 18. März 1937 unter dem Namen Barbro Enskog als Tochter eine Ingenieurs in Bromma geboren und besuchte nach der Hochschulreife erst das Konstfack in Stockholm und ab 1959 dann die Kunsthochschule in der gleichen Stadt. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Lindgren als Reklamezeichnerin, aber auch in der Krankenpflege und, gemeinsam mit Marianne Eriksson, als Herausgeberin von Kinderbüchern. Ab 1965 machte sich Lindgren dann als Kinderbuchautorin und Illustratorin der eigenen Werke einen Namen, der bald weit über Schweden hinaus bekannt wurde.

Die literarische Karriere von Barbro Lindgren begann mit der dreiteiligen Kinderbuchserie über Mattias, die das Alltagsleben eines Fünfjährigen in der Stadt schildert, ohne dass die Autorin jedoch den Jungen wirklich viel erleben lässt. Als Lindgren dann vier Jahre später mit der Serie Loranga beginnt, wo sie Fantasie und tatsächliche persönliche Erlebnisse vermischt, werden auch die Verlage in anderen Ländern auf die Autorin, die um diese Zeit noch sämtliche ihrer Bücher selbst illustrierte, aufmerksam und Loranga wird zu einem internationalen Erfolg.

Im Laufe der Jahre schrieb Barbro Lindgren rund 100 Bücher, die in bis zu 30 verschiedene Sprachen übersetzt wurden, auch wenn die Schriftstellerin nie richtig die Phantasie frei walten lässt, sondern immer das Alltagsleben der handelnden Figuren in den Vordergrund stellte. Barbro Lindgren gehört in Schweden zu den typischen Autoren, die sich dem Entwicklungsroman widmen, der immer nur das Positive eines Menschen als Ziel sieht und daher im modernen Schweden eine Randposition einnimmt, jedoch als Gegenpol zu den Problemromanen weiterhin eine literarische Nische findet. Barbro Lindgren lebt heute auf Öland, wobei ihr bisher letztes Kinderbuch Titta Hamlet, das 2017 erschien, noch immer zu den Erziehungsromanen der Gattung Entwicklungsroman gehört.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1887: Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. März 2019

Der Dichter und Priester Carl Christian Eberstein

Carl Christian Eberstein kam am 23. März 1794 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt und gilt als einer der intelligentesten Personen seiner Epoche, denn bereits mit 14 Jahren legte er eine Abhandlung zur hebräischen und syrischen Philosophie vor, mit 17 Jahren schloss er sein Studium ab und nur ein Jahr später wurde Eberstein Dozent für Griechisch, und 1821 war er Professor in theoretischer Philosophie. Im Jahr 1823 wurde Eberstein dann auch zum Priester geweiht und erhielt sein erster Pfarramt, das ihm allerdings nur sehr geringe Einnahmen brachte, da es sich um eine relative arme und kleine Gemeinde handelte.

Bereits 1812 hatte Carl Christian Eberstein auch einige Gedichte und Belletristik veröffentlicht, die ihn, seiner eigenen Meinung nach, auf nahezu die gleiche Stufe stellte wie Carl Gustaf af Leopold, einen der bekanntesten Dichter jener Zeit. Dass Eberstein trotz seiner hohen Intelligenz ab 1823 zahlreiche Ämter, um die er sich beworben hatte, aber auch in der Literatur, nicht mehr erreicht, lag an seiner maßlosen Arroganz und dass er alle Personen als minderwertig betrachtete. Dies führte auch dazu, dass Eberstein mächtige Feinde bekam, die seinen Aufstieg weitgehend bremsten. Zu den bedeutendsten Gegnern Ebersteins rechnete auch Esaias Tegnér.

Nachdem die wissenschaftliche und die kirchliche Karriere Carl Christian Ebersteins nach den ersten Erfolgen stagnierte, übernahm er 1820 die Leitung des Gymnasiums in Helsingborg, ohne sich jedoch hierbei Mühe zu geben, denn sehr bald gründete er dort die Helsingborgsposten und leitete die Zeitung mit extremer Härte, da die Zeitung nur seine persönliche Meinung verbreiten durfte. Da Eberstein als konservativer Priester zudem jeden Versuch einer Veränderung stark bestrafte und Unwissen nicht tolerierte, wurde er im Laufe der Jahre in zahlreiche Prozesse verstrickt und 1855 wurde Carl Christian Eberstein, der am 16. März 1858 starb, selbst die Diözese genommen. Jeder Versuch Ebersteins erneut eine wissenschaftliche Karriere einzuleiten, wurde, nach seiner Professur, die er lediglich als Titel nutzen konnte, abgelehnt.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1831: Der schwedische Schauspielerin Elise Hwasser
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1892: Die Kinderzeitschrift Kamratposten
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist
16. März 1976: Die schwedische Radrennfahrerin Susanne Ljungskog

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. März 2019

Der Diplomat und Schriftsteller Carl Gyllenborg

Carl Gyllenborg kam am 7. März 1679 als Sohn eines königlichen Rates in Uppsala zur Welt und wurde im Alter von sieben Jahren an der Universität Uppsala eingeschrieben um dort Jura, Latein und Geschichte zu studieren. Gyllenborg beendete sein Studium im Jahr 1698 mit ausgezeichneten Noten und begann ein Jahr später im Reichsarchiv zu arbeiten. Fünf Jahre später wurde Gyllenborg als Kommissionssekretär nach London geschickt und begann seine diplomatische Laufbahn, wobei seine politischen Entscheidungen allerdings sehr stark von seiner englischen Frau beeinflusst waren, die dem rechten politischen Flügel des Landes angehörte.

Im Jahr 1710, kurz nach seiner Ehe mit Sara Derith, wurde Carl Gyllenborg Resident in London und 1715 auch Minister. Seine Zukunft in London endete jedoch damit, dass er zwei Jahre später Georg Heinrich von Götz in seinen konspiratorischen Plänen unterstützte, was die englische Regierung rechtzeitig aufdecken konnte. Das Ergebnis davon war, dass Gyllenborg im Gefängnis der Festung in Plymouth landete. Nach einem halben Jahr wurde der Diplomat zwar aus dem Gefängnis entlassen, aber er musste auch nach Schweden zurückkehren, wo er unmittelbar zum Staatssekretär ernannt wurde und zwei Jahre später sogar zum Hofkanzler aufstieg.

Carl Gyllenborg gilt auch als einer der frühen Schriftsteller Schwedens, wobei es sich bei seinen Werken nicht nur um seine Reden im Reichstag handelt und die politische Abhandlung New discoveries of the danger of Popery, die 1714 erschien, sowie einige wenige andere politische Werke, sondern auch um das Theaterstück Svenska Sprätthöken, das 1717 im Stora Bollhuset aufgeführt wurde. Svenska Sprätthöken gilt als die erste schwedischsprachige Komödie, wobei das satirische Stück deutlich französische Einflüsse zeigt, was jedoch die Bedeutung für die schwedische Komödie und die Literaturgeschichte des Landes nicht mindert. Lars Gyllenborg starb am 9. Dezember 1746 in Uppsala.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1896: Der Künstler und Karikaturist Gunnar Wallin
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1910: Das Rathaus in Borås 
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Olof Kexél

Olof Kexél kam am 28. November 1748 als Sohn eines Priesters unter dem Namen Olof Kexhelius in Kalmar zur Welt und besuchte dort die Schule bis er sich als 13-jähriger an der Universität Uppsala einschrieb um dort Jura zu studieren. Während der sieben Jahre in Uppsala machte sich Kexél vor allem einen Namen als Mitgründer der literarischen Zeitschrift Apollini Sacra und dafür, das er sich mehr für das Vergnügen und Alkohol interessierte als sein Studium. Nach seiner Disputation nahm der junge Mann unter dem Namen Kexelius eine Arbeit im Kammerkollegium an und änderte seinen Familiennamen in Kexél, mit dem er später auch bekannt wurde.

Bereits während seiner Tätigkeit im Kammerkollegium verkehrte Olof Kexél überwiegend in literarischen Kreisen Stockholms und gab, unter anderem, auch fünf Nummern der Zeitschrift Hatten heraus. Da Kexél die Freiheit der Literatur sehr weit auslegte, wurde er 1768 wegen der Herausgabe eines Flugblattes, das allerdings Anders Botin geschrieben hatte, wegen der Verletzung des Gesetzes zur Pressefreiheit zu einer Strafe in Höhe von 300 Silbertalern verurteilt, was sich auch im Folgejahr wegen seiner Schrift Bref om Mössornas ursprung och uppförande wiederholte. Als er dann 1770 auch noch wegen einer Bürgschaft zur Rechenschaft gezogen wurde, verließ Kexél Schweden.

Bereits zwei Jahre später kehrte der mittlerweile hoch verschuldete Olof Kexél zurück nach Schweden und wurde vom königlichen Theater angestellt, wurde dort bald Sekretär und erhielt, nach dem Tode Carl Michael Bellmans, die Leitung des Theaters  übertragen. Nachdem Kexél wegen seiner Schulden ein Jahr im Gefängnis saß, gab er Anekdoten und Erzählungen zu dieser Zeit heraus, und der Inhalt wurde als antireligiös und gegen die Sitten verstoßend betrachtet, mit der Folge, dass Kexél erneut zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde, die er ohnehin nicht bezahlen konnte, was den Schriftsteller jedoch nicht davon abhielt weitere Werke zu veröffentlichen. Olof Kexél starb am 5. März 1796, im Alter von nur 47 Jahren in Stockholm.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1893: Der schwedisch-amerikanische Politiker Hans Mattson
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios
5. März 2011: Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. März 2019

Der Schriftsteller und Journalist Tage Aurell

Tage Aurell kam am 2. März 1895 als Sohne eines Eisengießers im norwegischen Kristiania, dem heutigen Oslo, zur Welt. Da die Familie jedoch 1901 zurück nach Karlstad zog, ging Aurell auch dort zur Schule. Im Jahr 1913 verließ Aurell, kurz vor dem Abitur, jedoch das Gymnasium um als Journalist zu arbeiten. Sechs Jahre später verließ Aurell Schweden um erst eine kurze Zeit in Berlin zu verbringen, sich dann jedoch rund zehn Jahre lang in Paris niederzulassen, wo er auch einige Zeit an der Universität Sorbonne studierte und, unter anderem, Stendhal ins Schwedische übersetzte.

In Paris lernte Tage Aurell seine norwegische Frau kennen und heiratete sie. Aber dort begann auch seine schriftstellerische Karriere, denn in Paris schrieb Aurell seinen ersten Roman Tybergs gård, der allerdings erst 1932 als Buch erscheinen sollte, als das Ehepaar bereits nach Mangskog im Värmland gezogen war. Seine Anerkennung als Schriftsteller kam dann jedoch erst 1943 mit seinem Buch Skillingtryck, das vor allem auch wegen der ausgeprägten Stilistik gut bewertet wurde. Allerdings musste Aurell während der 40er Jahre weiterhin in Radiosendungen mitwirken, Bücher übersetzen und, gemeinsam mit seiner Frau, an Filmmanuskripten arbeiten.

Auch wenn Tage Aurell nach seinem Buch Skillingtryck in den literarischen Kreis um Gunnar Ekelöf und Harry Martinson kam, so kann man seine literarischen Werke zählen, was damit zusammenhängt, dass Aurell sehr langsam arbeitete und einem komprimierten Stil hatte bei dem der Autor sich über jedes Wort Gedanken machen musste und jeder Satz stilistisch perfekt sein sollte. Aurell war daher mehr im Rundfunk aktiv, wobei ihm bei Hörspielen vor allem seine Frau eine sehr große Hilfe war, da Kathrine Aurell in diesem Bereich zu Hause war. Tage Aurell starb am 21. Februar 1976 in Mangskog und hatte sein letztes Buch bereits 1969 veröffentlicht.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1821: Der JustizministerAxel Adlercreutz
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Februar 2019

Der Kinderbuchautor Harry Kullman

Harry Kullman kam am 22. Februar 1919 in einer armen und kinderreichen Arbeiterfamilie in Malmö zur Welt, kam jedoch im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Stockholm um dort die Volksschule zu besuchen. Nach Abschluss der Volksschule begann Kullman als Laufbursche zu arbeiten und besuchte gleichzeitig Abendkurse um die Realschulreife zu machen. Der spätere Schriftsteller zeigte sich als wissbegierig, machte anschließend noch das Abitur und studierte zudem Wirtschaftswissenschaften, ein Studium, das er Jahre später noch mit einem literaturwissenschaftlichen Studium ergänzte.

Nach seinem Studium an der Handelshochschule in Stockholm begann Harry Kullman in der Werbebranche zu arbeiten, strebte jedoch eine Karriere als Jugendbuchautor an. Während seine ersten Manuskripte alle abgelehnt wurden, kam 1948 mit seinem Buch Med hemlig order der erste Erfolg, da er hiermit nicht nur einen Jugendbuchwettbewerb gewann, sondern der ersten Auflage auch eine zweite mit 50.000 Exemplaren folgte, und sein zweites Buch Den svarta fläcken ein Jahr später eine bedeutende Aufmerksamkeit erregte, da seine Hautfigur auch Autos klaute, obwohl zu jener Zeit jede Straftat in einem Jugendbuch tabu war. Den svarta fläcken (Der schwarze Fleck) kam jedoch zur rechten Zeit., und das Buch gilt heute als Umbruch in der Jugendbuchliteratur Schwedens, und für Kullman bedeutete es, dass er in den 50er Jahren zu den bedeutendsten, schwedischen Autoren von Kinder- und Jugendbüchern zählte.

Ab dieser Zeit setzte sich Harry Kullman auch immer mehr für die Rechte von Jugendbuchautoren ein, schloss sich entsprechenden Verbänden an und schrieb zu diesem Thema zahlreiche Artikel. Neben zahlreichen Jugendbüchern schrieb Kullman zudem historische Romane, zwei Kriminalromane und er betätigte sich als Übersetzer von Jugendbüchern. Vor allem bei seinen Übersetzungen handelte es sich jedoch nahezu um Bücher Kullbergs selbst, denn er übernahm weder die Stilistik der Originale, noch die gesamten Texte und, in einem Fall, findet man kaum noch eine Übereinstimmung mit Kullmans Übersetzung und dem Originalwerk. Allerdings kann man heute nicht mehr sagen, ob dies vom Verlag oder vom Übersetzer entschieden wurde, denn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte man in Schweden sehr klare Vorstellungen wie ein Jugendbuch geschrieben sein musste und Kürzungen oder gestrichene Texte waren daher  an der Tagesordnung.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1845: Der schwedische Politiker Lennart Groll
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1932: Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Februar 2019

Die Schriftstellerin Eva von Zweigbergk

Eva von Zweigbergk kam am 16. Februar 1906 als Tochter eines Chefredakteurs und einer Journalistin als Eva Alkman in Göteborg zur Welt und begann nach einer kürzeren Ausbildung an der Kunsthochschule Valand und einem Studium in Kunstgeschichte und Englisch an der Universität Uppsala 1929 bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, der Zeitung, der sie bis 1969 treu bleiben sollte. Von Zweigbergk arbeitete die ersten Jahre insbesondere als Kritikerin von Kinder- und Jugendbüchern, schrieb über Kunstgeschichte und arbeitete zudem als Übersetzerin, bevor sie in den 40er Jahren selbst die ersten Kinderbücher veröffentlichte.

Die ersten Jahre ihres Berufslebens waren für Eva von Zweigbergk auch von privaten Problemen begleitet, da sie sich in der Ehe mit Einar Malm nicht zufrieden fühlte und ihr Liebhaber Vilhelm Moberg lediglich eine stabile Affäre suchte, sich jedoch nicht von seiner Frau scheiden lassen wollte. Von Zweigbergk ließ sich nach der einjährigen Affäre jedoch scheiden und fand mit der nächsten Ehe mit einem Rechtsanwalt die Stabilität um sich auch für die Rechte der Frau im Journalismus einzusetzen, wobei die Journalistin 1937 auch Chefredakteur für die neu eingeführter Frauenseiten der Dagens Nyheter wurde.

Ab den 40er Jahren begann Eva von Zweigbergk auch mehr und mehr als Kulturjournalistin zu arbeiten und begann eigene Kinderbücher zu schreiben, angefangen von Bilderbüchern, die bekannte Illustratoren bebilderten, bis zu Anthologien und Jugendromanen. Die bedeutendste Leistung der Schriftstellerin wurde 1965 dann die erste Geschichte des Kinderbuches in Schweden, das die Zeitspanne von 1750 bis 1950 umfasste. Die Kinder- und Jugendbücher der Autorin zeigen auch deutlich den Übergang von den traditionellen Werken, die immer eine Art gesellschaftliche Lehre beinhalteten zur moderneren Literatur, da die Werke  von Zweigbergks in der Stadt, im Arbeitsleben und anderen Umgebungen spielen, die in der älteren Kinderliteratur Schwedens nicht beachtet wurden.  Eva von Zweigbergk starb am 15. Februar 1984 in Stockholm.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
16. Februar 1944: Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Wörterbuch Deutsch-Schwedisch

Donnerstag, 24. Januar 2019

Die Schriftstellerin und Priesterin Vibeka Olsson

Vibeka Olson kam am 24. Januar 1958 als Tochter eines Schriftstellerpaares auf Lidingö zur Welt und schrieb mit 17 Jahren, noch bevor sie ein Theologiestudium begann, einen Jugendroman mit dem Titel Ulrike och Kriget, einen Roman, der ein blind an den Nazismus glaubendes Mädchen schildert, das die gesamte Propaganda der Zeit als Wahrheit nimmt. Im zweiten Band erlebt Ulrike dann das Nachkriegsdeutschland mit seiner Armut und kämpft nur noch ums Überleben. Auch wenn die beiden Bände noch keine große literarische Leistung sind, so zeigen sie dennoch bereits den Weg zur Gedankenwelt Olssons in späteren Werken.

Nach ihrem Theologiestudium wurde Vibeke Olsson Priesterin bei der Baptistenkirche und begann für mehrere religiöse Zeitschriften innerhalb der schwedischen Freikirchen zu schreiben, ohne indes ihre Karriere als Schriftstellerin zu unterbrechen. Bis 1982 beschäftigt sich Olsson literarisch nahezu ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen, ohne bereits den stark christlichen Einschlag anzunehmen, den ihre folgenden Werke, die im Römischen Reich handeln, einnehmen. Identisch bei allen Büchern Olssons ist indes, dass immer Frauen die „Helden“ der Handlungen sind und mehr das Seelenheil finden als das irdische Glück.

Zwischen 1982 und 1997 schreibt Vibeke Olsson zahlreiche Bücher, die überwiegend das Leben von Sklavinnen und deren Familien darstellen, die alle zum christlichen Glauben finden, aber deswegen letztendlich von den ungläubigen Römern verfolgt werden. Ein Teil dieser Romane handelt erneut in Deutschland, das in jeder Zeit zum Römischen Reich gehörte. Nach diesen Roman folgt ein Zyklus mit Arbeiterromanen, die das Leben des Mädchen Bricken ab ihrem zehnten Jahr zeigen, und schließlich einer 50-jährigen Frau enden. Bei den  im nordschwedischen Sägewerksmilieu spielenden Romanen ist das Arbeiterdasein bedeutender als die Religion, die indes immer im Gedankenkreis Olssons vorhanden ist.


24. Januar 1652: Gränna im Småland erhält die Stadtrechte
24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1861: Die schwedische Künstlerin Hellewi Kullman
24. Januar 1874: Die Künstlerin Olga Milles 
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau
24. Januar 1969: Das Ansichtsregister der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. April 2018

Der Schriftsteller und Künstler Åke Hodell

Åke Hodell kam am 30. April 1919 als Sohn des Schriftstellers Björn Hodell in Stockholm zur Welt und wurde nach seinem Abitur Kampfpilot in der schwedischen Luftwaffe. Als Hodell nach einer Bruchlandung im Jahre 1941 dann zwei Jahre im Krankenhaus verbringen musste, änderte sich sein gesamtes Leben und seine Einstellung zum Militär, da er sich in dieser Zeit zu einem starken Antimilitarist entwickelte und dies auch in all seinen Werken deutlich wird. Noch im Krankenhaus lernte Hodell den Dichter Gunnar Ekelöf kennen mit dem er einige Jahre später auch nach Rom reiste. Nach dem Krankenhausaufenthalt begann Hodell im Kindertheater in Malmö zu arbeiten und 1944 schrieb er sein erstes Stück Rännstensungar.

Nach seinen Erfahrungen im Kindertheater arbeitete Åke Hodell dann in den 60er Jahren am Pistolteatern in Stockholm und begann sich dort zum Experimentalkünstler zu entwickeln, der Text, Ton und Musik kombinierte um das Publikum zu fesseln. Diese Zeit gehört auch zur aktivsten Epoche des Künstlers, denn er schrieb Theaterstücke bei denen er auch die Regie übernahm, er veröffentlichte Langspielplatten und er gründete den Verlag Kerberos, in dem er auch seine eigenen Werke veröffentlichte. Im Jahr 1963 erschien auch Hodells bekanntestes Gedichtband General Bussig, den man als Sprachexperiment bezeichnen kann und der ein sehr aufmerksames Lesen erfordert.

Ab den 70er Jahren betätigt sich Åke Hodell dann insbesondere als Produzent von Hörspielen, wobei er hierbei zwischen 1970 und 1995 insgesamt 16 Hörspiele verwirklicht bei denen er ebenfalls neue Hörerlebnisse vermittelt, da Hodell bei allen seinen Werken versucht die Grenzen einer Bildsprache zu erreichen und die Kommunikationsmöglichkeit zwischen Menschen mit einer technischen Zukunftsvision sah. Åke Hodell war ab 1978 mit der erotisch-feministischen Dichterin Ann Smith verheiratet und starb am 29. Juli 2000 in Stockholm.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April: Die Walpurgisfeuer in Schweden
30. April 1659: Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. April 2018

Der schwedische Schriftsteller Ane Randel

Ane Randel kam am 23. April 1879 als Sohn eines Regimentspfarrers in Karlskoga zur Welt und bildete sich nach seiner Hochschulreife zum Lehrer aus, wobei er jedoch, nach seinem Examen als Lehrer im Jahr 1898, noch Philosophie an der Universität Uppsala studierte und dort 1904 seine Kandidatur machte. Nach Abschluss des Studiums begann Randel erst für das Svenska Dagbladet zu arbeiten, später wechselte er zu Ord och Bild, zum Aftonbladet und schließlich zur Göteborgs-Posten, wobei er seine Artikel grundsätzlich unter einem Pseudonym veröffentlichte.

Ab 1913 veröffentlichte Ane Randel jedes Jahr ein unterhaltsames Buch, das vor allem Tagesthemen, kulturhistorische Schriften und kulinarische Betrachtungen aus seiner sehr konservativen Haltung präsentierte. Trotz seiner permanenten Umschreibung und der Anwendung von einem Maximum an Synonymen konnte Randel mit seinem Humor und seinen lehrhaften Aussagen eine breites Publikum gewinnen, das sich auch mit seinen klassischen und konservativen Meinungen identifizierte. Während heute die kulturhistorischen Betrachtungen Randels überholt scheinen, haben seine Erzählungen über die Essenskultur noch heute eine gewisse Bedeutung.

Auch wenn Ane Randel als Übersetzer nicht sehr eifrig war, so ist seine Leistung bei der Übersetzung des Werkes Le Gran Testament von François Villon eine einzigartige Leistung, denn innerhalb von zehn Jahren übersetzte Randel das gesamte Werk und behielt bei der schwedischen Übersetzung selbst die Versform des Dichters, eine Leistung, die, nach Randel, nie wieder einem Übersetzer gelang. Um das Verständnis dieses gigantischen Werkes dem schwedischen Leser zu erleichtert, verfasste Randel ein wissenschaftliches Vorwort von 54 Seiten. Dieses Werk kam damals jedoch nicht nur in Buchform auf den Markt, sondern wurde auch ausschnittsweise im Svenska Dagbladet veröffentlicht.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin