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Montag, 25. Juli 2011

Gustav Vasa und der Svea Kanal vom Mälaren zum Vänern

Am 25. Juli 1526 schlug Gustav Vasa vor durch einen Kanal vom Mälaren über den Hjälmaren und Vänern einen Wasserweg von der Ostsee zum Kattegat zu schaffen, da die dänische Vorherrschaft in Südschweden den Ostseehandel mit zahlreichen Ländern erschwerte und jede Passage des Kattegats mit Zöllen belegt war. Eine Schiffsverbindung vom Svealand nach Älvsborg vor dem heutigen Göteborg sollte durch den Svea Kanal alle Probleme mit dem kriegerischen Nachbarn verhindern.

Gustav Vasa beließ es jedoch bei diesem ideellen Plan und nahm den Bau des Svea Kanals nie in Angriff. Auch unter Erik XIV, der sogar davon bedroht war, dass die Dänen den Öresund ganz für den schwedischen Schiffsverkehr sperrten, kam es nicht zum ersten Spatenstich und Karl IX befestigte dann gerade einmal die Eskilstunaån, was den Beginn eines Kanals vom Mälaren zum Hjälmaren einleitete. Die Bauarbeiten wurden vor allem mit deutscher Hilfe geleistet, die beim Kanalbau mehr Erfahrung hatten als die Schweden.

Gustav II. Adolf verwirklichte 1629 schließlich eine neue Verbindung zwischen Mälaren und Hjälmaren, der etwas nördlich des heutigen Hjälmar Kanals liegt., aber damit endete das gigantische Bauprojekt erneut. Immer wieder kam dann in den folgenden Jahrhunderten der Plan Gustav Vasas von Monarchen und Politikern auf den Tisch, bis im Jahre 1999 das schwedische Parlament erneut über den Bau des Svea Kanals diskutierte und die Befürworter darauf hinwiesen, dass 95 Prozent des schwedischen Exports und Imports über Seewege transportiert werden. Eine genauere Analyse zeigte jedoch bald, dass Gustav Vasas Projekt für immer ein Traum bleiben muss.

25. Juli 1700: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
25. Juli 1823: Albert Lindhagen und die Planung Stockholms

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Juni 2011

Schulessen in Schweden

Am 12. Juni 1946 beschloss das schwedische Parlament, dass alle Schulkinder Recht auf ein kostenloses Essen in der Schule haben. In ganz Europa gibt es ein solches Gesetz auf ein kostenloses Essen bis heute nur in Schweden und Finnland. Nach dem Schulgesetz von 2007 müssen die Gemeinden für die Kosten aufkommen, wobei sie jedoch nur in Grundschulen kostenloses Essen servieren müssen. Die Kosten für jedes Essen liegen im Durchschnitt bei 29 Kronen pro Schüler und Tag. Auf die Nahrungsmittel selbst entfallen dabei etwa elf Kronen.

Das Schulessen als solches geht in Schweden bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Allerdings bekamen damals nur die ärmsten Kinder täglich Gröt och Mjölk (Grütze und Milch) serviert. Anfang des 20. Jahrhunderts gingen dann einzelne Gemeinden dazu über den Service auszudehnen und allen Kindern ein einfaches Mahl zu bieten. Am häufigsten war jedoch, dass die Kinder selbst ihre Brote und Milch mit in die Schule brachten und die Lehrer darauf achteten, dass auch alle Kinder etwas aßen.

Ab den 30er Jahren konnten Schulen, die den Kindern ein Essen anboten, staatliche Zuschüsse erhalten, was dazu führte, dass etwa 13 Prozent aller schwedischer Schulkindern ein Schulessen serviert wurde. Ab 1945 wurde dann über ein allgemeines kostenloses Schulessen diskutiert, wobei der Staat mit dem Schulessen die Kinder auch gleichzeitig an gute Tischsitten und ausgeglichenes Essen gewöhnen wollte. 1968 stellte der Staat dann seine Zuschüsse zum Schulessen ein und zwang die Gemeinden die Kosten für die Schulernährung zu übernehmen.

12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Mai 2011

Die schwedische Grundschule

Obwohl bereits 1949 einige Gemeinden Schwedens eine neunjährige Schulpflicht einführten, entschied das schwedische Parlament erst am 23. Mai 1962 über eine Umstellung von der Volksschule zur Grundschule und damit gleichzeitig über eine allgemeine neunjährige Schulpflicht in ganz Schweden. Bevor dann jedoch die Reform vollständig umgesetzt war, vergingen weitere neun Jahre.

Bis zum Jahre 1994 war die Grundschule dann in drei getrennte Niveaus aufgeteilt, nämlich das lågstadium (Unterstufe), das mellanstadium (Mittelstufe) und das högstadium (Oberstufe). Da dieses System Lehrer forderte, die mehr für eine Alterstufe ausgebildet waren als für bestimmte Fächer und die Leistung der Kinder dabei immer nur stufenweise gesehen wurden und das Gesamtziel oft nicht angesteuert wurde, stellte man dann das Schulsystem erneut um und wollte den Schülern eine bessere und gleichzeitig individuelle Grundausbildung bieten.

Da in Schweden das Schulsystem unter der Aufsicht der Gemeinden steht, die ihrerseits auch Freischulen zulassen und bei allen Schulen nur das Gesamtziel nach neun Jahren zählt, gibt es in Schweden keinen klaren Lehrplan, der für alle Schulen gilt. Die Qualität der Ausbildung, die Größe der Klassen und selbst die Leistungen der Lehrer hängen daher von den jeweiligen Gemeinde und teilweise auch einzelnen Schule ab. Die schwedische Grundschule verfügt bei der Bewertung nur über drei „Noten“: G für bestanden (godkänt), VG für gute Leistungen (väl godkänd) und MVG für sehr gut (mycket väl godkänd), eine System, das jedoch letztmals im Frühjahr 2014 angewandt wird. Ab diesem Zeitpunkt wird es dann nur noch eine Skala mit sieben Bewertungen geben.

23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung

Copyright: Herbert Kårlin