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Sonntag, 14. April 2019

Die schwedidsche Fotografin Mia Green

Mia Green wurde am 14. April 1870 als Maria Amalia Lundmark in Roslags-Bro im Uppland geboren, wuchs jedoch nicht mit ihren Eltern auf, sondern kam erst zu Pflegeeltern in Skellefteå, später nach Piteå, wo sie auch eine Ausbildung als Näherin machte. Gegen 1890 entschied sich Green dann jedoch nach Stockholm zu gehen um dort eine Ausbildung als Fotografin zu machen. Vier Jahre später entschied sich die junge Frau, mit abgeschlossener Ausbildung und einem Minimum an Erfahrung, in die Grenzstadt Haparanda zu ziehen und dort ein Atelier und einen Fotoladen zu öffnen.

In relativ kurzer Zeit gelang es Mia Green sich einen Ruf auf beiden Seiten der Grenze zu schaffen und selbst zwei Filialen zu öffnen. Niemand hat indes die Geschichte Haparandas zu Beginn des 20. Jahrhunderts so deutlich festgehalten wie Green, die bei ihrem Tod am 24. Juni 1949 ein immensen Fotoarchiv hinterließ. Green hatte zwischen 1895 und 1940 alles fotografiert, was man in Haparanda und im Tournedalen nur fotografieren konnte, angefangen von Politikern bis zu Kriegsgefangene, Zöllner und Schmuggler, aber auch Feste und das Alltagsleben. Einige ihrer bedeutendsten Bilder konnte die Fotografin auch an die Stockholmspressen verkaufen.

Mia Green begnügte sich jedoch nicht damit den Ersten und den Zweiten Weltkrieg auf ihren Fotos festzuhalten, sondern sie engagierte sich auch im gesellschaftlichen und politischen Leben. Der Fotografin ist daher auch das erste Altersheim in Haparanda zu verdanken, das sie, dank zahlreicher Spenden, gründen konnte, sie verhalf den Armen der Umgebung eine Arbeit zu finden und sie kümmerte sich um Kriegsinvaliden des Ersten Weltkriegs, was ihr auch die Medaille des Roten Kreuzes aus Deutschland und aus Österreich einbrachte. Auch wenn der Name Mia Green heute sehr vielen Schweden unbekannt ist, so hat Haparanda die Fotografin nicht vergessen, denn dort findet man einen Park, der ihren Namen trägt, und seit 1988 ist Green dort auch als Kupferbüste verewigt.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1622: Der Tagebuchschreiber Petrus Magni Gyllenius
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1943: Kristineberg-Boliden, die längste Seilbahn der Welt
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1970: Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. April 2019

Der Arzt Barthold Rudolf Hast

Barthold Rudolf Hast kam am 9. April 1724 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Landarztes im heute finnischen Vasa zur Welt und begann sich selbst sehr früh für Medizin zu interessieren. Im Jahr 1740 schrieb sich Hast an der Akademie in Åbo (Turku) ein um Medizin zu studieren. Nur vier Jahre später wechselte Hast dann zur Universität Uppsala, wo er bis 1747, unter anderem bei Carl von Linné und Nils Rosén studierte, da er Naturwissenschaft und Medizin verknüpfen wollte. 1747 war Hast dann der erste Arzt aus dem finnischen Teil Schwedens, der in Uppsala in Medizin promovierte.

Als Berthold Rudolf Hast nach Abschluss des Studiums nach Finnland zurückkehrte, wurde er erst als Feldarzt nach Helsingfors (Helsinki) beordert, aber als dann in ganz Schweden Provinzärzte eingesetzt werden sollten und der Vater des jungen Arztes starb, wurde Hast bereits 1849 als Provinzarzt nach Österbotten geschickt und erhielt dort auch drei junge Mediziner, die sich durch praktische Einsätze qualifiziert zum Beruf gemacht hatten. Auch wenn Hast als Provinzarzt im Grunde nur Allgemeinmediziner sein sollte, richtete er 1760 in Vasa eine Apotheke ein und sechs Jahre später auch ein Lazarett. Nach offiziellen Aufzeichnungen impfte der Arzt zwischen 1768 und 1784 auch 15.848 Kinder gegen Pocken, was ihm auch ein bedeutendes Zusatzeinkommen von Seiten der Regierung einbrachte und Österbotten zu einem Vorbild in Impffragen machte.

Berthold Rudolf Hast zeigte sich auch in vielen anderen Bereichen als etwas außergewöhnlicher Arzt, denn bereits 1750 öffnete er ein Heilbad, er betätigte sich als Veterinär, indem er die Epidemien der landwirtschaftlichen Tiere bekämpfte, und er betätigte sich auch als Chirurg, was für einen Landarzt extrem ungewöhnlich war, da diese Aufgabe Spezialisten überlassen wurde. Diese Fähigkeit auch schwere Fälle zu operieren, ging vermutlich auf die Kindheit von Hast zurück, als er seinem Vater bei Operationen assistierte. Berthold Rudolf Hast blieb bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1784 Provinzarzt in seiner Heimat und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Ärzte Finnlands.


9. April 1557: Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache
9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1802: Der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. April 2019

Der Politiker Jacob Magnus Sprengtporten

Jacob Magnus Sprentporten kam am 11. Dezember 1727 im heute finnischen Nyland als Sohn eines Majors zur Welt und schloss sich im Alter von zwölf Jahren der militärischen Abteilung zum Bau von Festungsanlagen an. Sprengtporten arbeitete sich bis zum Fähnrich der Leibgarde hoch bis er 1744 bei Bau der Verteidigungsanlagen und der militärischen Verteidigung Finnlands eingesetzt wurde. Im Jahr 1755 wurde Sprengtporten nicht nur zum Kapitän ernannt, sondern er wurde auch in das königliche Amt zur Planung von Festungen versetzt, wo er unter Augustin Ehrensvärd auch an der Festung Sveaborg arbeitete.

Während des preußisch-schwedischen Krieges in Pommern, der 1757 ausbrach, erhielt Jacob Magnus Sprengtporten eine eigene Einheit, die man als den ersten Jägerverband Schwedens bezeichnen kann, und brachte der schwedischen Krone einige Siege, was ihm den Ruf eines hervorragenden Strategen brachte. Nach dem Sieg wurde Sprentporten königlicher Berater in Verteidigungsfragen und 1766 wurde der Feldherr nicht nur zum Freiherren ernannt, sondern er wurde auch Teil der Festungskommission, die die Verteidigungsmöglichkeiten Finnlands ausarbeitete und letztendlich den Vorschlag Sprengtportens übernahm.

Im Jahr 1772 arbeitete Jacob Magnus Sprengtporten, der am 2. April 1786 in Stockholm starb, gemeinsam mit Gustav III. und Johan Christopher Toll einen Revolutionsplan aus um dem König mehr Macht zu garantieren. Sprengtporten begab sich in diesem Zusammenhang nach Finnland um von dort aus das Militär zur Revolution zu bewegen. Der Plan zeigte sich erfolgreich, auch wenn Sprengtporten mit seinen Soldaten Stockholm nicht mehr zum vorgesehenen Zeitpunkt erreichte und Gustav III. daher die Stadt bereits selbst in seine Hände gebracht hatte. Sprengtporten hatte mit diesem Schritt jedoch die volle Gunst des Königs gewonnen und konnte das Militär weitgehend seinen Ideen anpassen, bis der Widerstand der Offiziere so groß wurde, dass selbst Gustav III. reagieren musste und Sprengtporten sich schließlich in die Pension zurückziehen müsste.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1857: Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström 
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Januar 2019

Die schwedischen Brigaden und der finnische Freiheitskrieg

Nur zwei Tage nachdem in Finnland der sogenannte Freiheitskrieg, ein Bürgerkrieg,  ausgebrochen war bei dem sich die kommunistisch-sozialistische rote Seite (Rote Brigaden) und die weiße Seite, die die Selbständigkeit und Selbststeuerung Finnlands verteidigen wollten, gegenüberstanden, gründete man am 29. Januar 1918 in Stockholm die schwedischen Brigaden, die das Ziel hatten Finnland in seinem Kampf nach Selbständigkeit zu unterstützen, sich also der weißen Seite anschließen wollte, eine Idee, die von den schwedischen Sozialdemokraten und Kommunisten nahezu als Verrat gesehen wurde.

Innerhalb von nur zwei Monaten gelang es den „Freunden Finnlands“ eine Stärke von rund 1000 Soldaten zu vereinen, zu denen sich sehr viele schwedische Berufsoffiziere gesellten, auch wenn die schwedische Verteidigung die Bewegung nicht offiziell unterstützte. Das Ergebnis war jedoch, dass die schwedischen Brigaden dadurch gewissermaßen eine Eliteeinheit bildeten, die denn finnischen Kräften sehr schnell zur Verfügung gestellt werden konnten, gerade rechtzeitig für die große Offensive des weißen Finnland.

Nach Ende des finnischen Bürgerkrieges im Mai des gleichen Jahres, der vom unabhängigen, weißen Finnland gewonnen wurde, kehrten die schwedischen Brigaden in die Heimat zurück und veranstalteten am 30. Mai 1918 einen Siegeszug durch Stockholm. Während die Berufsoffiziere problemlos zurück an ihre Arbeitsplätze in der schwedischen Armee kehren konnten, hatten Arbeiter, die sich als Freiwillige den schwedischen Brigaden angeschlossen hatte, oft keine Chance zurück in ihre Berufe zu kommen, da die Gewerkschaften ihnen den Kampf für Finnland nicht verziehen. Ein Teil dieser Gruppe verdingte sich anschließend als Soldat in Estland, andere wurden von der schwedischen Gesellschaft ausgeschlossen und landeten auf der Straße.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1856: Der schwedische Philosoph Vitalis Norström
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1949: Der grüne Politiker Birger Schlaug 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. Januar 2019

Der Feldmarschall Johan August Sandels

Als Johan August Sandels am 22. Januar 1831 im Alter von 66 Jahren in Stockholm starb, ging er als der letzte Feldmarschall Schwedens in die Geschichte ein. Aber auch deshalb, weil er in einigen Gedichten des finnischen Nationaldichters Johan Ludvig Runeberg genannt wird und es seit 1971 sogar eine Biermarke in Finnland gibt, die vom Namen dieses Feldherrn inspiriert ist. Sandels ist es als einem der wenigen Feldherren Schwedens gelungen eine geschichtliche Brücke von knapp 200 Jahren zu schlagen, ohne indes eine führende Rolle in der Politik getragen zu haben.

Als Johan August Sandels am 31. August 1764 in einem Priestergeschlecht zur Welt kam und der spätere Feldherr ab 1776 auch noch Theologie an der Universität Uppsala studierte, wies nichts auf seine spätere militärische Karriere hin, auch wenn er bereits ein Jahr vorher, wie üblich in seinen Kreisen, Kadett der Artillerie geworden war. 1746 schrieb sich Sandels dann am Bergkollegium ein und begann eine Karriere in der Administration im Bergbau, wobei er insbesondere der Grube in Falun zu ihrem wirtschaftlichen Erfolg verhalf. Der Umbruch kam für Sandels mit dem Finnischen Krieg von 1808 bis 1809.

Während des Ausbruchs des Finnischen Krieges war Johan August Sandels als Generalmajor in Stockholm stationiert und als Gustav IV. Adolf abgesetzt wurde, verlangte er, wenn auch erfolglos, eine Waffenruhe. Als die russische Armee über Kalix und Piteå bis nach Umeå vorgedrungen war und die Stadt erobert hatte, übernahm Sandels, nach Georg Carl von Döbeln, den Befehl über das schwedische Heer. Als es ihm nicht gelang Umeå vom Süden aus zurückzuerobern, nahm Sandels den Seeweg bis nördlich Umeås und konnte die Stadt auf diese Weise zurückerobern. Dieses Ereignis führte dazu, dass Russland bereit war Friedensverhandlungen einzuleiten und Sandels gelang es den schwedischen Teil des Reiches intakt zu halten.


22. Januar 1806: Der schwedische Politiker Ludvig Manderström
22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1971: Die schwedische Künstlerin Linnéa Jörpeland
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Alving 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2018

Der Kriegsherr Johan af Puke

Johan af Puke kam am 16. Februar 1751 als Sohn eines Militärs zur Welt, wuchs jedoch ab seinem fünften Jahr in großer Armut mit seiner Mutter auf, da der Vater 1756 wegen einer Konspiration hingerichtet worden war. Als af Puke zehn Jahre alt war, schrieb er sich als Jungmatrose bei der Marine im Karlskrona ein, um dann 1765 als Bootsmann seinen regelmäßigen Dienst aufzunehmen. Ab 1770 diente af Puke erst für die holländische Flotte, anschließend für die Briten und, als er 1777 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Leutnant der schwedischen Kriegsmarine ernannt.

Der erste Krieg, an dem Johan af Puke dann auf schwedischer Seite teilnahm, war der Krieg gegen Russland, der 1788 ausbrach und zwei Jahre dauern sollte. Af Puke ging bei diesem Krieg vor allem damit in die Geschichte ein, dass die schwedischen Schiffe bei Viborg von der russischen Flotte in einer Bucht eingeschlossen worden war, woraufhin er von König Gustav III. gebeten wurde unter dem Einsatz seines Lebens den Ausbruch zu leiten, was der Kriegsherr auch tatsächlich verwirklichte, obwohl der Feind in der Übermacht war. Dieses Ereignis ging als der Viborgska gatloppet in der schwedischen Geschichte ein.

Nur neun Jahre später nahm Johan af Puke am nächsten Krieg teil, dem Finnischen Krieg, als er 1812, gegen Ende des Krieges, den Oberbefehl über die Flotte hatte, mit dem Auftrag den russischen Stärken bei Umeå in den Rücken zu fallen. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen von Gustaf Wachtmeister, der die Truppen führte, musste af Puke jedoch unverrichteter Dinge zurückkehren. Johan af Puke, der am 21. April 1816 in Karlskrona starb, wurde 1813 Generalmajor und erhielt, in Hinsicht auf einen geplanten Feldzug gegen Norwegen, den Auftrag die schwedische Westküste auf eine Verteidigung vorzubereiten. Dies war af Pukes letzter militärische Einsatz, den zwei Jahre später nahm er vom Kriegsdienst abschied, nur ein Jahr vor seinem Tod.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. April 2018

General Carl Nathanael af Klercker

Carl Nathanael af Klercker, vor der Erhebung in den Adelsstand nur Klerck, kam am 1. November 1734 in Kågeröd in Skåne (Schonen) als Sohn eines Priesters zur Welt. Im Jahr 1748 schrieb sich Klerck an der Universität Lund ein um dort Theologie zu studieren, ohne das Studium jedoch je abzuschließen, denn bereits 1751 meldete er sich freiwillig beim Militär um dort Karriere zu machen. Bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1757 hatte Klerck den Rang eines Kondukteurs erreicht und nur zwei Jahre später war er Adjutant des Oberbefehlshabers Augustin Ehrensvärd.

In den Folgejahren machte Carl Nathanael af Klercker eine schnelle Karriere in der Marine und erhielt 1776 einen der bedeutendsten Aufträge seiner Zeit. Af Klercker sollte die gesamte Geographie Finnlands untersuchen und einen Verteidigungsplan ausarbeiten. Nachdem er diese Arbeit ab 1780 allein durchführen musste, konnte der Oberleutnant erst 1805 seine Arbeiten abschließen und dabei auch ein bedeutendes Kartenmaterial präsentieren. In diesen Jahren gelang es af Klercker zudem die gesamte Flotte zu erneuert, so dass die Verteidigung vom Meer aus bereits ab 1790 so stark war wie nie zuvor.

Als im Jahr 1808 der Finnische Krieg ausbrach war Carl Nathanael af Klercker zwar bereits 73 Jahre alt, aber da Feldmarschall Mauritz Klingspor gerade vom Dienst freigestellt war, musste Generalleutnant af Klercker die gesamte Verteidigung Finnlands vorbereiten. Als  Klingspor dann im März an die Front zurückkehrte, verwarf er die Pläne af Klerckers, was letztendlich zum schwedischen Verlust führte. Als es jedoch ein Jahr später zum Friedensvertrag kam, musst diesen Carl Nathanael af Klercker, der am 18. Aril 1817 in Stockholm starb, unterzeichnen.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1873: Die Künstlerin Gisela Trapp
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. April 2018

Der Tagebuchschreiber Petrus Magni Gyllenius

Petrus Magni Gyllenius kam am 14. April 1622 als Peder Månsson in Ölme im Värmland zur Welt, aber da der Vater bereits 1624 starb und die Mutter in ärmsten Verhältnissen lebte, wurde Månsson 1632 vom Priester der Gemeinde aufgenommen und von diesem auch erzogen und unterrichtet. Als Månsson 1636 in die Schule in Karlstad kam, nahm er den Namen Gyllenius an. Im Jahr 1658 schrieb sich Gyllenius an der Universität Åbo (Turku) ein, wo er acht Jahre später auch den Magister ablegte. Nach Abschluss des Studiums wurde Gyllenius als Lehrer an die Schule von Mariestad berufen.

Auf Grund seiner pädagogischen Fähigkeiten und seines Wissens kam Petrus Magni Gyllenius bereits 1660 als Lehrer nach Karlstad, wo er innerhalb von fünf Jahren bis zum Lektor in Mathematik aufstieg. Weitere zwei Jahre später wurde Gyllenius dann zum Priester in Bolstad ernannt, ein Amt, das er jedoch erst 1669 antreten konnte. Während seiner Zeit als Lehrer und Priester schrieb Gyllenius mehrere wissenschaftliche Abhandlungen, die allerdings bereits zu seiner Zeit wenig Beachtung fanden, da man diese Werke kaum als Forschung bezeichnen kann.

Dass Petrus Magni Gyllenius, der am 11. Januar 1675 in Bolstad bei Mellerud starb, dennoch in die Geschichte Schwedens und Finnlands einging, liegt daran, dass er sein Leben lang Tagebuch führte, das gerade wegen seiner Einfachheit als extrem glaubwürdig gilt. In diesem Tagebuch kann man nicht nur das Leben von Gyllenius  verfolgen, sondern es handelt sich um eine Kulturgeschichte Schwedens und Finnlands, da Gyllenius sehr deutlich schildert auf welche Probleme man zu seiner Zeit stieß, wenn man als einfacher Mann Karriere machen wollte, wie das einfache Volk zu jener Zeit lebte und welches Brauchtum von der Landbevölkerung aufrecht gehalten wurde.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1943: Kristineberg-Boliden, die längste Seilbahn der Welt
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1970: Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. April 2018

Der Reichsadmiral Klas Fleming

Klas Fleming kam gegen 1530 als Sohn eines adeligen Militärs in Pargas (Paraisten), im heutigen Finnland, zur Welt und begann daher ebenfalls eine militärische Laufbahn, die allerdings während der ersten Jahre sehr träge vor sich ging, da Fleming keinerlei höhere Bildung hatte. Erst als König Gustav Vasa während des russischen Krieges zu Ohren kam dass Fleming ein ausgezeichneter Skiläufer war, gab er diesem den Befehl über eine kleinere Einheit von Bauern aus Savolax (Savo). Dieser Auftrag führte letztendlich auch dazu, dass Fleming bei der Krönung des Königs Johan III. zum Freiherrn ernannt wurde und ein Jahr später Admiral wurde.

Eine wichtige politische Rolle bekam Klas Fleming im Jahr 1592, nach dem Tod von Johan III., denn nun schloss er sich König Sigismund an, der ihn zwei Jahre später als treuer Diener zum Reichsmarschall ernannte. Auf Grund dieses Schrittes entwickelte sich Klas Fleming, der am 13. April 1597 starb, zum bedeutendsten Gegner Herzog Karls, was sich auch dadurch ausdrückte, dass Fleming auch nach Ende des russischen Krieges im Jahr 1593 den Befehl über die in Finnland stationierten Truppen und Flotte behielt und nur den Befehlen Sigismunds folgte, was Herzog Karl bedeutende Probleme verursachte, da er damit einen bedeutenden Teil des Militärs gegen sich gerichtet sah.

Auch wenn Karl Fleming bei seinen Soldaten beliebt war, so keimte ab 1594 der Widerstand gegen den Kriegsherren, denn er zeigte sich gegenüber der Landbevölkerung Finnlands als Tyrann und zwang die Bauern seinen Soldaten Unterkunft und Nahrung zu bieten ohne ihnen auch nur die kleinsten Entschädigungen zu bieten. Fleming gelang es zwar die zwei kriegerischen Aufstände der Landbevölkerung Österbottens niederzuschlagen, aber er sah sich 1597 dennoch gezwungen  die Rückführung seiner Armee nach Schweden einzuleiten, mit dem Vorsatz dort gegen Herzog Karl zu ziehen. Allerdings sollte es zu diesem Schritt nicht mehr kommen, da Fleming 1597 dann plötzlich starb.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1888: Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. April 2018

Der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot

Elias Lönnrot wurde am 9. April 1802 im heute finnischen Sammatti als Sohn eines Schneiders geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Bereits im Alter von fünf Jahren lernte Lönnrot, neben der schwedischen Sprache, die für jede höhere Ausbildung nötig war, auch Finnisch. Lönnrot besuchte die Kathedralschule in Åbo, musste jedoch aus Geldmangel die Ausbildung abbrechen um 1822 eine Stelle als Apothekerlehrling zu suchen. Zwei Jahre später konnte er sich dann jedoch an der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) einschreiben, wo er seine Liebe zur finnischen Volksdichtung entdeckte. Nach einem Magister in Åbo schrieb sich Lönnrot 1829 an der medizinischen Fakultät der Universität Helsingfors (Helsinki) ein. Das Studium schloss er mit der Doktorarbeit über die magische Medizin Finnlands ab.

Bereits während seines Studiums reiste Elias Lönnrot nach Karelien und nach Savolax um dort nach Material zu suchen, das später zum finnischen Nationalepos Kalevala werden sollte, wobei Lönnrot 1830 auch Mitgründer der finnischen Literaturgesellschaft wurde. Bereits 1835 kam dann die erste Version des Kalevala auf den Markt, auch wenn diese Lönnrot noch nicht zufrieden stellte. Auch in seiner Zeit als Arzt nahm Lönnrot immer wieder frei um Zeit für seine Forschung zu haben, wobei seine Reise nach Estland im Jahr 1844 von großer Bedeutung wurde, da er dort Friedrich Reinhold Kreutzwald traf, der am Nationalepos Estlands arbeitete. Nach seiner Rückkehr erweiterte Lönnrot daher sein Hauptwerk, das dann 1847 bedeutend erweitert herausgegeben wurde.

Die Verbindung zur schwedischen Literatur findet man bei Elias Lönnrot in seinen wissenschaftlichen Werken und Zeitungsartikeln, die er in Schwedisch abfasste, und in seiner sprachwissenschaftlichen Forschung. Zwischen 1867 und 1880 verfasste Lönnrot das erste und umfassendste Wörterbuch Finnisch-Schwedisch, das 200.000 Nachschlageworte beinhaltete. Da Lönnrot hierbei auch neue Worte schöpfte, die er rein sprachtheoretisch ableitete, gingen natürlich später nie alle seiner Worte in die finnische Sprache ein, aber ein Teil davon wurde später zum Basiswortschatz Finnlands gerechnet. Dieses Werk Lönnrots, der am 19. März 1884 starb, blieb, trotz der Wortschöpfungen, rund 80 Jahre lang das Grundwerk der finnischen Sprache.


9. April 1557: Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache
9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Januar 2018

Die schwedische Skiläuferin Toini Rönnlund

Toini Rönnlund kam am 17. Januar 1938 als Toini Karvonen im finnischen Dorf Suomussalmi nahe der russischen Grenze zur Welt. Im Alter von sechs Jahren kam das Mädchen dann als sogenanntes Kriegskind nach Björkenäs im Värmland und hatte das Glück in eine bürgerliche Familie zu kommen, die Rönnlund sehr früh bei ihren sportlichen Ambitionen unterstützte. Wie viele dieser Kriegskinder, so blieb auch Rönnlund nach dem Krieg in Schweden und nahm Mitte der 50er Jahre auch die schwedische Staatsbürgerschaft an.

Toini Rönnlund engagierte sich Mitte der 50erJahre erst im Sportklub Likenäs, den sie später gegen jenen in Skellefteå austauschte und machte 1957 ihr Debut als Skilangläuferin bei der schwedischen Meisterschaft in Malung. Bereits zu Beginn der 60er Jahre gehörte Rönnlund dann zu den besten Skiläuferinnen weltweit und gewann während der Olympiade der Jahre 1964 und 1968 jeweils eine Silbermedaille für Schweden, nachdem sie bei schwedischen und europäischen Ausscheidungen bereits vorher Medaillen gesammelt hatte.

Im Herbst 1968 heiratete Toini Rönnlund, die damals noch Gustafsson hieß, dann Assar Rönnlund, einen anderen Skiläufer, und entschied sich plötzlich ihre Karriere an den Nagel zu hängen um das Leben ruhiger zu nehmen, sowie mehr Zeit mit ihrem Ehemann und mit ihren damaligen drei Kindern zu verbringen. Rönnlund bildete sich in diesen Jahren auch zur Krankengymnastin aus, ohne jedoch ihre Skier völlig an den Nagel zu hängen, denn noch heute bricht sie zu ihren regelmäßigen Skiwanderungen auf. Rönnlund wird heute, am 17. Januar 2018, in Umeå 80 Jahre alt und ist immer noch eine Legende des schwedischen Skilaufs.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1918: Die Schriftstellerin und Künstlerin Elsa Grave
17. Januar 1938: Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. April 2017

Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache

Als der Bischof und Reformator Mikael Agricola am 9. April 1557 im Alter von 50 Jahren auf der Heimreise von den Friedensverhandlungen mit Ivan IV. verstarb, ging er nicht nur in die schwedische Geschichte ein, sondern auch in die finnische, da er als der Gründer der finnischen Schriftsprache gesehen wird. Agricola hatte sich, im damaligen schwedischen Reich, nämlich für die finnische Sprache eingesetzt, obwohl er selbst ursprünglich schwedisch sprach. Bis heute konnte man nicht erfahren auf welche Weise er damals die Sprache des dortigen Volkes lernte, sicher ist jedoch, dass er die Grundregeln für das Finnische festlegte.

Mikael Agricola war der Sohn eines Landwirts, der, katholisch erzogen wurde, sehr bald jedoch zum protestantischen Glauben fand und 1529 Sekretär des Bischofs Martin Skytte in Åbo (Turku) wurde. Nach einigen Jahren begann Agricola dann ein Theologiestudium, unter anderem unter Martin Luther, in Wittenberg. Nach Erhalt des Magisters kehrte der Theologe nach Åbo zurück und wurde dort zum Rektor der Kathedralschule ernannt. 1548 wurde Agricola dann der Assistent des Bischofs Martin Skytte und, als dieser zwei Jahre später starb, wurde er zum ersten protestantischen Bischof auf finnischem Raum ernannt.

Vermutlich um die ländliche Bevölkerung der schwedischen Provinz Finnland zu erreichen, lernte Agricola spätestens um diese Zeit die finnische Sprache und veröffentlichte bald darauf die ersten gedruckten Bücher in finnischer Sprache. Da sein erstes Buch ein Lesebuch für Grundschüler war, das in ganz Finnland benutzt wurde, gefolgt von christlichen Werken und Gebeten, entstand damit eine Norm der finnischen Sprache. Bereits 1544 veröffentlichte Mikael Agricola ein umfassendes Gebetsbuch, 1548 übersetzte er das Neue Testament, und 1551 veröffentlichte er ein Psalmbuch. Auch wenn Agricola bei den grammatischen Strukturen auf die schwedische Sprache baute, so gelang es ihm dadurch dennoch in nur wenigen Jahren, neben Latein, Schwedisch und Deutsch die Grundlagen für die Sprache des dortigen Volkes zu schaffen und damit eine breite Schicht der Bevölkerung zu erreichen.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. November 2016

Die schwedische Graveurin Lea Ahlborn

Lea Ahlborn, geborene Lundgren, starb am 13. November 1897 und gilt als eine der bedeutendsten Münzgraveurinnen Schwedens, die sich allerdings nicht nur durch ihr hohes Können auszeichnete und zahlreiche Auszeichnungen für ihre Arbeiten erhielt, sondern auch eine wichtige Rolle in der Frauenbewegung Schwedens spielte, denn Ahlborn war die erste Frau Schwedens, die vom Staat angestellt wurde, sich trotz des enormen männlichen Widerstand in ihrem Beruf behaupten konnte und in Fragen ihrer Pension sämtliche staatlichen Instanzen in Bewegung setzte, da die Frage auftauchte ob eine Frau nach der Pension die gleiche Rente erhalten solle wie ein Mann, die Hälfte der Summe, oder aber gar keine Rente erhalten solle. Leider wurde die Frage nie geklärt, da Lea Ahlborn bis zu ihrem Tod  weiterarbeitete.

Lea Ahlbom kam am 18. Februar 1826 als Tochter des Münzgraveurs Ludvig Lundgren zur Welt und interessierte sich sehr früh für die Arbeit des Vaters. Als Ahlborn 23 Jahre alt war, gelang es ihr, gemeinsam mit drei anderen Frauen eine Sondergenehmigung zu erhalten um an der Kunstakademie studieren zu können. Zwei Jahre später unternahm die Münzgraveurin eine Studienreise nach Frankreich um sich dort insbesondere der dortigen Münz- und Medaillengravur zu widmen. Zurück in Schweden wurde Lea Ahlborn 1855 beim Königlichen Münzamt angestellt und war damit die erste Frau Schwedens die in den Staatsdienst aufgenommen wurde. Noch im gleichen Jahr wurde Ahlborn dann auch als Mitglied in der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen.

Lea Ahlborn war indes nicht nur für alle Münzen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schweden entstanden, verantwortlich, sonder gravierte auch rund 400 Stempel für die Herstellung von Medaillen der verschiedenen Akademien des Landes. Auf Grund ihrer enormen Fähigkeiten wurde Ahlborn dann auch damit beauftagt die Stempel für die norwegischen Goldmünzen und die ersten Münzen Finnlands zu schaffen. Als besondere Auszeichnung wird betrachtet, dass Ahlborn für die Medaille George Washingtons zum 100. Jubiläum des Staatsmannes und für jene von Columbus und dem 400. Jubiläum der Entdeckung Amerikas verantwortlich war, da man Ahlborn in jener Zeit in den USA für die geschickteste Graveurin weltweit hielt. Im Länsmuseum des Västra Norrland in Härnösand findet man rund 30 Münzen Ahlborns, die aus den Jahren 1855 bis 1896 stammen.


13. November 1748: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule
13. November 1782: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1884: Der Schauspieler und Liedertextschreiber Johan Jolin
13. November 1918: Werner Aspenström und die Poesie der 40er Jahre
13. November 1931: Der Vatertag in Schweden
13. November 1951: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schweden

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Dienstag, 13. September 2016

Der schwedisch-finnische Künstler Johan Knutson

Als Johan Knutson am 13. September 1899 in Helsingfors (Helsinki) starb, waren seine Landschaften aus Skåne (Schonen) und seine schwedische Herkunft nahezu verblasst, was sich noch heute daran zeigt, dass sich die größte Sammlung seiner Gemälde im finnischen Borgå (Porvoo) befindet. Dass Knutson heute nahezu schon als finnischer Künstler betrachtet wird, liegt aber auch daran, dass er mehrere Porträts von Johan Ludvig Runeberg malte und 48 der 120 Lithografien des Werkes Finland framstäldt i teckningar verwirklichte und bei dieser Arbeit auch Finnland sehr gut kennenlernte.

Johan Knutson war am 28. September 1816 in Allum in Skåne zur Welt gekommen und hatte in Lund, in Kopenhagen und schließlich auch an der Kunstakademie in Stockholm Kunst studiert. Als Knutson sein Studium im Jahre 1840 beendete, suchte Constantin Öhman einen Graveur und Zeichner für sein geplantes Werk über die finnischen Orte. Seine Wahl fiel auf Knutson, der sich sofort bereit erklärte dafür für einige Jahre nach Finnland zu ziehen. Der Künstler zog daher nach Helsingfors, auch wenn das geplante Werk nicht so schnell in Gang kam. Knutson verdiente sich daher sein Geld erst als Porträtmaler und machte gleichzeitig Karikaturen des Straßenlebens von Helsingfors, das er in Finnland jedoch nicht veröffentlichen durfte, da die Polizei diese Art der Karikaturen verbot. Erst 1844 begann Knutson den etwa ein Jahrzehnt lang Finnlands Landschaften und seine Orte zu zeichnen.

Johan Knutson galt in Finnland sein Leben lang als etwas eigenwilliger Künstler, der seine Stärke im Malen von Porträts und den Zeichnungen über Finnland zeigte, während in Schweden seine Karikaturen mit Schilderungen jener Epoche am meisten beeindruckten, was jedoch auch damit zusammenhing dass die Karikatur in Schweden ab den 30er Jahren als Gegenpol zur traditionellen Kunst ihren Durchbruch hatte, in Finnland jedoch um diese Zeit noch als abartig galt. Ab 1860 zeigt sich im Werdegang des Künstlers eine Wende, denn ab dieser Zeit begann er farbenstarke romantische Landschaften im Stil von Carl Larsson zu malen, die allerdings nicht zu seinen besten Werken zählen und nicht mit seinen Landschaften aus Finnland und Skåne konkurrieren können.


13. September 1612: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
13. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
13. September 1757: Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse
13. September 1881: Stockholm wird mit Strom versorgt
13. September 1891: Der schwedische Pianobauer Johan Gustaf Malmsjö
13. September 1924: Der schwedische Architekt Lars Kellman 
13. September 1932: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg
13. September 1943: Gunder Andersson, ein linker Autor der Sport zu Literatur macht

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. Februar 2016

Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs

Am Abend des 22. Februar 1944 vernahmen die Bewohner in Stockholm und Strängnäs plötzlich lautes Fluggeräusch war, und wenig später fielen dann die ersten Bomben auf die nicht verdunkelten Städte. Wie sich später zeigte, hatten in dieser Nacht russische Bomber ihre Last nicht nur über Finnland abgeworfen, sondern auch über Schweden, wobei diese Last in Strängnäs sehr nahe der Kasernen abgeworfen wurde und in Stockholm mehrere Gebiete davon betroffen waren. Der Angriff kam ohne jede Vorwarnung und ohne dass Schweden offiziell in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war.

Nach offiziellen Angaben war in dieser Nacht ein Luftangriff auf das finnische Åbo (Turku) geplant, wobei 220 russische Flugzeuge nach Finnland geschickt wurden und der massive Angriff Finnland zu einem Friedensvertrag mit der Sowjetunion zwingen sollte. Obwohl an diesem Tag ausgezeichnetes Flugwetter herrschte, hatten einige der Flugzeuge Schwierigkeit mit der Navigation und kehrten kurz nach dem Start wieder nach Leningrad zurück. Nach ebenfalls offiziellen Angaben hatten auch die anderen Bomber Schwierigkeiten ihre Route zu halten, was wiederum dazu führte, dass nicht nur Åbo, sondern mehrere Teile Finnlands, aber auch Åland und ein Teil Schwedens bombardiert wurden.

Bis heute ist nicht klar was die Ursache für die Bombardierung von Stockholm und von Strängnäs war und ob sie absichtlich oder versehentlich geschah. Die russische Seite behauptete in jedem Fall dass die mit kyrillischen Zeichen versehenen Bomben nicht aus Russland stammten, da nie ein russisches Flugzeug über Schweden war. Von schwedischer Seite gibt es bis heute mehrere Theorien, denn der Angriff kann auch eine Warnung gewesen sein um zu verhindern dass man von Stockholm aus deutsche Truppen nach Finnland reisen lässt, es war möglich dass man damit die Freilassung eines russischen Spions, der in Schweden gefangen genommen worden war, erwirkt werden sollte, und auch Navigationsprobleme können nicht ausgeschlossen, obwohl allen russischen Piloten bekannt war, dass in Finnland ein Verdunklungsgesetz bestand, Stockholm und Strängnäs jedoch voll beleuchtet waren.

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Donnerstag, 14. Januar 2016

Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius

Zacharias Topelius wurde am 14. Januar 1818 als Sohn eines Lehrers im heute finnischen Nykarleby (Uusikaarlepyy) geboren und besuchte einige Jahre lang die Schule in Uleåborg (Oulu) bis er bei Johan Ludvig Runeberg in Helsingfors (Helsinki) als Privatschüler auf sein Studium in Philosophie und Geschichte vorbereitet wurde. Noch bevor Topelius 1847 seinen Doktor in Geschichte machte, hatte er, unter anderem, bereits einige Jahre lang als Redakteur bei den Helsingfors Tidningar gearbeitet. 1854 wurde Topelius dann als Professor in Geschichte an die Universität Helsingfors berufen, an der er 1875 auch Rektor wurde.

Parallel zu seiner Doktorarbeit, seiner Tätigkeit als Journalist und als Privatlehrer, veröffentlichte Zacharias Topelius im Jahre 1845 auch seine erste Gedichtsammlung Ljungblommor und 1847, im Jahr als er auch sein Doktorat mit der Abhandlung De modo matrimonia jugendi apud Fennos quondam vigente ablegte, erschien seine erste Sammlung an Sagen, die sich jedoch weniger an Kinder als vielmehr an Erwachsene richtete. Auch wenn diese frühen Sagen von Topelius noch stark an jene des dänischen Schriftstellers H. C. Andersen angelehnt waren, so entwickelte er bald einen eigenen Stil und erhielt damit die ursprünglich nur mündlich weitergegebenen Sagen Finnland.

Anfang der 50er Jahre veröffentlichte Zacharias Topelius die zwei historischen Romane Hertiginnan av Finland und Fältkärns berättelser, die beide, wenn auch in Schwedisch, dem damaligen nationalistischen Geist Finnlands entsprachen und gleichzeitig zeigten dass die christliche Frömmigkeit letztendlich jeden Irrglauben vernichten wird. Diese Romane waren mit verantwortlich dafür dass Topelius, mit Hilfe von Fredrik Cygnaeus, zum ordentlichen Professor der finnischen Geschichte ernannt wurde, ohne die sonst dafür nötigen wissenschaftlichen Voraussetzungen mitzubringen. Topelius, der am 12. März 1898 starb, gehört damit zu den letzten Vertretern eines schwedischsprachigen Finnland, der jedoch gleichzeitig die finnischen Besonderheiten seiner Zeit hervorhob.

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Sonntag, 29. November 2015

Der schwedische Philosoph Carl Mesterton

Als Carl Mesterton am 29. November 1772 im heute finnischen Åbo (Turku) starb, galt er als einer der bedeutendsten Philosophen des Nordens, da er insbesondere in Finnland das Interesse für Philosophie wecken konnte, auch wenn er seinen Lehrstuhl in Philosophie gegen Ende seines Lebens gegen einen in Theologie eintauschte und teilweise von seiner ursprünglichen Lehre Abstand nahm. Der einstige revolutionäre Philosoph Mesterton ist heute in nahezu allen Ländern vergessen.

Carl Mesterton, der schottische Ahnen hatte, war 1715 in Göteborg zur Welt gekommen und hatte 1738 an der Universität Lund seinen Magister in Philosophie abgelegt, um jedoch anschließend noch weitere fünf Jahre an holländischen und deutschen Universitäten zu verbringen um sich mit den dortigen philosophischen Strömungen vertraut zu machen. Im Jahre 1746 wurde Mesterton dann zum Professor in Logik und Metaphysik an der Königlichen Akademie in Åbo ernannt und sechs Jahre später promovierte er dann an der Universität Uppsala und erwarb dadurch seinen Doktortitel in Theologie, der er sich ab 1767 ganz zuwandte.

Der große Erfolg Carl Mestertons in der Philosophie lag darin, dass er sich während seines Aufenthalts in Deutschland mit der Philosophie Christian Wolffs vertraut gemacht hatte, einem in Deutschland sehr umstrittenen Philosophen, der Gott in seiner Lehre ausklammerte und alles mit einer eindeutigen logischen Linie erklärte die geradezu mathematischen Strukturen folgt. Da Wolff die Meinung vertrat, dass selbst eine heidnische Religion zu hohem ethischen Denken und Verhalten führen kann, war dieser philosophische Zweig für den Norden wie geschaffen, da hier zu dieser Zeit heidnisches Gedankengut dem christlichen sehr nahe lag und eine klare Logik nach dem Rationalismus in der Wissenschaft häufiger vertreten wurde als göttlichen Einflüsse als einzig leitende Linie. Nur dank der Wolffschen Philosophie gelang es im damaligen Finnland wirklich Interesse für Philosophie zu wecken.


29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

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Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 11. September 2015

Der schwedische Künstler Carl Eneas Sjöstrand

Carl Eneas Sjöstrand wurde am 11. September 1882 als Sohn eines Historienmalers in Stockholm geboren und schrieb sich im Alter von 15 Jahren an der Kunstakademie ein um dort Ornamentmalerei zu studieren. Mit seiner Tätigkeit als Ornamentmaler konnte sich Sjöstrand dann ab 1847 ein weiteres Studium in den sogenannten Antikabteilung der Kunstakademie finanzieren, das zu jener Zeit Bildhauer ausbildete. Bereits 1852 stellte Sjöstrand seine ersten beiden Skulptur aus, wobei eine davon Johan Ludvig Runeberg darstellte. Diese beiden Arbeiten führten dazu, dass Sjöstrand nur ein Jahr später zwei Aufträge als Skulpteur erhielt, zum einen eine Büste von Prinz Gustaf, zum anderen eine Christusstatue für die Dreifaltigkeitskirche in Uppsala.

Als Carl Eneas Sjöstrand noch während seiner Studienjahre von seinem Vater mit Künstlern der finnischen Künstlerkolonie in Stockholm bekannt gemacht wurde, machte er auch die Bekanntschaft mit dem finnischen Nationalepos Kalevala, das ihn nachhaltig beeindruckte und zu zahlreichen Kunstwerken animierte. Nach seinen Studienaufenthalten in Kopenhagen, München und Rom, sowie seiner Statue von Henrik Gabriel Porhtan, arbeite Sjöstrand noch einige Jahre in Stockholm bevor er sich 1863 dazu entschied nach Finnland umzusiedeln, wo er nicht nur Figuren der Kalevale als Skulpturen verewigte, sondern 1865 auch Lehrer für Skulptur an der Schule des Kunstvereins in Helsingfors (Helsinki) wurde.

Carl Eneas Sjöstrand sollte bis wenige Monate vor seinem Tode am 14. Februar 1905 in Finnland bleiben um dort die ersten und bedeutendsten Skulpturen des Landes zu verwirklichen, was auch dazu führte, dass Sjöstrand als der erste finnischer Skulpteur gilt, dem es zudem gelang die aufstrebende Kraft des Landes mit seiner Geschichte zu verbinden. Trotz seines hohen Ansehens als Nationalkünstler ging die Ära Sjöstrand bald zu Ende, denn der Künstler weigerte sich sich den liberalen Strömungen Finnlands anzupassen, so dass er 1881 seinen Lehrstuhl verlor und seine monumentalen Kunstwerke immer mehr im Abseits landeten. Auch wenn die meisten Werke Sjöstrands in Finnland zu finden sind, so kann man mehrere seiner Skulpturen auch im Kunstmuseum in Göteborg betrachten, unter anderem eine Büste Runebergs.


11. September 1380: Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht
11. September 1656: Königin Ulrika Eleonora von Schweden
11. September 1795: Der schwedische Erzbischof Henrik Reuterdahl
11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben
11. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin