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Freitag, 13. April 2018

Der Reichsadmiral Klas Fleming

Klas Fleming kam gegen 1530 als Sohn eines adeligen Militärs in Pargas (Paraisten), im heutigen Finnland, zur Welt und begann daher ebenfalls eine militärische Laufbahn, die allerdings während der ersten Jahre sehr träge vor sich ging, da Fleming keinerlei höhere Bildung hatte. Erst als König Gustav Vasa während des russischen Krieges zu Ohren kam dass Fleming ein ausgezeichneter Skiläufer war, gab er diesem den Befehl über eine kleinere Einheit von Bauern aus Savolax (Savo). Dieser Auftrag führte letztendlich auch dazu, dass Fleming bei der Krönung des Königs Johan III. zum Freiherrn ernannt wurde und ein Jahr später Admiral wurde.

Eine wichtige politische Rolle bekam Klas Fleming im Jahr 1592, nach dem Tod von Johan III., denn nun schloss er sich König Sigismund an, der ihn zwei Jahre später als treuer Diener zum Reichsmarschall ernannte. Auf Grund dieses Schrittes entwickelte sich Klas Fleming, der am 13. April 1597 starb, zum bedeutendsten Gegner Herzog Karls, was sich auch dadurch ausdrückte, dass Fleming auch nach Ende des russischen Krieges im Jahr 1593 den Befehl über die in Finnland stationierten Truppen und Flotte behielt und nur den Befehlen Sigismunds folgte, was Herzog Karl bedeutende Probleme verursachte, da er damit einen bedeutenden Teil des Militärs gegen sich gerichtet sah.

Auch wenn Karl Fleming bei seinen Soldaten beliebt war, so keimte ab 1594 der Widerstand gegen den Kriegsherren, denn er zeigte sich gegenüber der Landbevölkerung Finnlands als Tyrann und zwang die Bauern seinen Soldaten Unterkunft und Nahrung zu bieten ohne ihnen auch nur die kleinsten Entschädigungen zu bieten. Fleming gelang es zwar die zwei kriegerischen Aufstände der Landbevölkerung Österbottens niederzuschlagen, aber er sah sich 1597 dennoch gezwungen  die Rückführung seiner Armee nach Schweden einzuleiten, mit dem Vorsatz dort gegen Herzog Karl zu ziehen. Allerdings sollte es zu diesem Schritt nicht mehr kommen, da Fleming 1597 dann plötzlich starb.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1888: Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. Januar 2018

Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich

Der vierte Reichstag, den König Gustav Vasa 1544 in Västerås einberief gilt als einer der bedeutendsten Reichstage Schwedens, der das schwedische Königssystem völlig ändern sollte und auch im militärischen Bereich ein Schritt in die Zukunft war, da die Verteidigung modernisiert wurde und sich auch gegen innere Unruhen vrbereitete. Zudem wurde beim Reichstag 1544 die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) endgültig zur dauerhaften Staatskirche Schwedens, eine Entscheidung, die bis zum Jahr 2000 gültig blieb.

Für die Königsmacht war indes nur die Entscheidung am 13. Januar 1544 von Bedeutung, denn beim Übereinkommen, das als Västerås arvförening in die Geschichte einging, sicherte den Nachkommen Vasas das königliche Erbrecht. Bis zu diesem Tag galt ein altes Gesetz, nach dem ein König Schwedens gewählt werden musste und ausdrücklich nicht über eine Successionsfolge innerhalb einer Familie an die Macht kommen durfte. Gustav Vasa legte damit den Grundstein der bis heute, wenn auch leicht veränderten, Erbfolge der schwedischen Könige, was nur mangels Erben unterbrochen werden kann.

Allerdings tauchte bereits einige Jahre später das erste Problem mit diesem Gesetz auf und man ergänzte die Bestimmungen. Erik XIV. hatte nämlich die Frechheit das Hoffräulein Karin Månsdotter zu heiraten und zur Königin zu machen. Dies führte dazu, dass der König letztendlich dem Thron enthoben, die Königin gefangen genommen wurde und der Sohn des Paares von der Thronfolge ausgenommen wurde und Johan III. als Thronerbe eingesetzt wurde. Ab dieser Zeit durfte ein künftiger König keine bürgerliche Frau mehr heiraten ohne die Thronrechte zu verlieren, zumindest bis die Linie Bernadotte Schweden zu regieren begann.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Dienstag, 25. April 2017

Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp

Auch wenn der Ort Broddetorp heute nur noch knapp 140 Einwohner zählt, so spielte er während der Reformation eine bedeutende Rolle, da hier am 25. April 1529 der Widerstand gegen Gustav Vasas protestantische Kirche beendet wurde, zwar auf Grund von wagen Versprechen des Königs, der damit Zeit gewinnen konnte um innerhalb weniger Tage einen Plan auszuarbeiten, der auch jeden zukünftigen Widerstand gegen die Lutherische Kirche begraben sollte, aber Gustav Vasa gelang es in Broddetorp auch die gesamte religiöse Linie Schwedens über Jahrhunderte hinweg festzulegen und den rotestantischen Glauben zur Staatskirche zu erheben.

Der Aufstand hatte Anfang April des Jahres 1529 im Småland begonnen, als katholische Bischöfe, die reiche Bürgerschicht und die Bauern Gustav Vasa absetzen wollten um damit ihren katholischen Glauben behalten zu können. Den Aufständischen gelang es Margareta, die Schwester des Königs, gefangen zu nehmen, den Vogt des Königs zu töten und begonnen die anderen Regionen Schwedens für einen Aufstand zu gewinnen, was Gustav Vasa zu schnellen Entscheidungen zwang, da er einen allgemeinen Bürgerkrieg nicht gewinnen konnte, jedoch weder die Macht verlieren wollte, noch die Reformation durch Sondergenehmigungen verändern wollte.

Bereits am 16. April 1529 schickte Gustav Vasa daher einen Brief an die Aufständischen, dankte diesen, dass sie seine Schwester so freundlich aufgenommen hatten, gab dem Vogt selbst Schuld an seinem Tod, da er eigenmächtig gehandelt habe und bat um ein Treffen bei dem die unterschiedlichen Standpunkte besprochen werden sollten und er den Bauern zuhören werde. Gleichzeitig warnte er jedoch auch die anderen Regionen davon sich den Aufständischen anzuschließen und er brachte einige Drohungen gegen die gehobene Bürgerschicht unter, die für den Aufstand verantwortlich war. Auf diese Weise gelang es Gustav Vasa die Bauern und die adeligen Führungsschicht zu trennen, wobei Ture Jönsson und Bischof Magnus die Drohung auch richtig interpretierten und unmittelbar das Land verließen, trotz der versprochenen Amnestie.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson spielt in Schweden eine besondere Rolle, denn zum einen handelt es sich um einen katholischen Erzbischof, zum anderen den Erzbischof, der 46 Jahre lang im Amt war und damit den Rekord der Amtszeit aufstellt, und zum dritten, weil Ulvsson am 27. Februar 1477 vom Papst die Genehmigung erhielt die Universität Uppsala zu gründen, wobei der Erzbischof nur drei Jahre später auch den Buchdruck in Schweden einführte und damit eine neue Ära in Schweden einleitete, auch wenn der Katholizismus bereits 50 Jahre später in Schweden zu Grabe getragen wurde.

Jakob Ulvsson war zwischen 1430 und 1440 in Hacksta zur Welt gekommen und studierte ab 1457 in Rostock Theologie. Da Ulvsson zwischen 1465 und 1470 in der päpstlichen Kurie in Rom lebte, konnte er auch eine enge Beziehung zum damaligen Papst Paulus II. aufbauen, der ihn noch 1470 zum schwedischen Erzbischof weihte und damit den offiziellen Anwärter für das Amt überging. Als Ulvsson wenig später nach Schweden zurückkehrte, war eine seiner ersten Handlungen ein landesweites Gedenkfest zur in der katholischen Kirche verehrten Birgitta anzuordnen und sich dafür einzusetzen dass Birgitta heilig erklärt wird, was 1482 erst einmal zur Seligsprechung Birgittas führte.

Als Jakob Ulvsson im Jahre 1521 in Mariefred starb, geschah dies bereits im Umbruch zwischen Katholizismus und Reformation, denn nur zwei Jahre später wurde Gustav Vasa König Schwedens und verordnete die Reformation. Dies führte dazu, dass Ulvsson für über 300 Jahre aus der schwedischen Geschichte nahezu verschwand und erst beim 400-jährigen Jubiläum der Universität Uppsala wieder als der Gründer der Universität bedeutend und für seinen Einsatz das Wissen in Schweden zu verbreiten geehrt wurde. Auch seine Rolle als Politiker rückt seit dieser Zeit wieder mehr in die Öffentlichkeit.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. Januar 2017

Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala

Andreas Laurentii Björnram wurde zu unbekanntem Zeitpunkt als Sohn eines Statthalters geboren und wurde nach seinem Theologiestudium an der Universität Rostock erst zum Priester in Umeå und später in Gävle ernannt. Nachdem sich Björnram um diese Zeit stark an die liturgischen Pläne des Königs Johan III. hielt und damit der erste Priester Schwedens wurde der sich an das röda boken anlehnte, wurde der Priester bereits 1577 zum Bischof des Stiftes Växjö ernannt. Dass sich Björnram in religiösen Fragen hinter Johan III. stellte, muss man jedoch als taktische Eigenschaft sehen, denn der Priester war weit davon entfernt Katholizismus und Protestantismus näher zusammenzuführen.

Trotz der offiziell unentschiedenen Haltung von Andreas Laurentii Björnram, wurde der Bischof 1583 vom König zum Erzbischof ernannt und hatte damit die Aufgabe dafür zu sorgen dass die neue Liturgie in ganz Schweden durchgesetzt wird, eine Aufgabe der Björnram nur sehr oberflächlich und nachlässig nachkam, obwohl Johan III. immer wieder versuchte Druck auf den Erzbischof auszuüben. Diese Haltung Björnrams könnte sich daraus erklären dass sich die Priester und Bischöfe Schwedens in Fragen der neuen Liturgie in zwei Gruppen geteilt hatten, die der Erzbischof indes zusammenhalten wollte, da das Risiko einer gespaltenen schwedischen Kirche bestand.

Während Johan III. die Macht und den Einfluss des Erzbischofs Andreas Laurentii Björnram, auch Bothniensis Bureus genannt, kannte und daher den Erzbischof nicht zu stark kritisierte, kam es zwischen Björnram und Herzog Karl zu einem Machtkampf, den der Herzog allerdings nicht gewinnen konnte. Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die Aussage des Erzbischofs dass Herzog Karl das Testament von Gustav Vasa wohl falsch auslegen würde. Als Folge dieser Auseinandersetzung kann man sehen dass Björnrams Stellung unter der Priesterschaft bei seinem Tod am 1. Januar 1591 ungebrochen war und der Erzbischof nahezu als Legende betrachtet wurde.


1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. Oktober 2016

Das Kloster in Vadstena wird eingeweiht

Auch wenn das Kloster in Vadstena noch von der Heiligen Birgitta geplant und gezeichnet wurde, so verzögerte sich die Genehmigung des Papstes und es konnte erst am 23. Oktober 1384 eingeweiht werden, elf Jahre nach dem Tod Birgittas. In den folgenden zwei Jahrhunderten sollen das Kloster Vadstena jedoch eine tragende Rolle einnehmen, da es das Mutterkloster des Ordens war und hier zudem eine Abteilung für Nonnen und eine für Mönche existierte, die allerdings getrennt voneinander leben sollten und sich nur durch eine besondere Vorrichtung sprechen und Bücher austauschen konnten, ohne sich zu sehen und ohne sich zu berühren.

Die Grundlage für das Kloster Vadstena legten im Jahre 1346 König Magnus Eriksson und Königin Blanka von Namur, die das Grundstück testamentarisch dem zukünftigen Kloster schenkten, mit der Auflage, dass sie beide in der geplanten Klosterkirche begraben werden und die Priester des Klosters während der letzten Tage ihres Lebens für ihr Seelenheil beten würden. Allerdings sollte die Klosterkirche erst 1430 fertiggestellt werden, so dass der Wunsch des Paares nur teilweise erfüllt werden konnte, da beide starben noch bevor überhaupt das Kloster vom Papst genehmigt war.

Aber auch in anderer Hinsicht spielte das Kloster Vadstena eine besondere Rolle, denn auch wenn Birgitta klare Regeln für den Umgang zwischen Nonnen und Mönchen festgelegt hatte, so beweist ein Brief der Nonne Ingrid Pärsdotter aus dem Jahre 1498, zumindest zeitweise, ein wenig klösterliches Leben. Entgegen der Klosterregeln trafen sich Nonnen und Mönche zu gemeinsamen Festen, Nonnen nahmen Geschenke männlicher Bewohner der Umgebung an und einzelne Paare verbrachten die Nächte auch gemeinsam in den Klosterzellen. Mit der Reformation unter Gustav Vasa war die Entwicklung der katholischen Klöster, auch des Klosters in Vadstena, jedoch ab 1527 besiegelt und erst in jüngster Zeit konnte auch in Vadstena wieder ein Kloster in Erinnerung an die Heilige Birgitta entstehen.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. Oktober 2016

Der Priester und Historiker Joen Petri Klint

Auch wenn man über die Herkunft des Priesters und Historikers Joen Petri Klint nicht sehr viel weiß, so hinterließ er bei seinem Tode am 21. Oktober 1608 in Östra Stenby ein relativ umfangreiches Werk und hatte sich als deutlicher Verfechter des neuen protestantischen Glaubens ausgezeichnet. Klint gehört zu den wenigen Personen Schwedens, die uns ein deutliches Bild dieser Epoche hinterließen und damit einen wichtigen Beitrag für die Kulturgeschichte Schwedens leisteten, die ohne den Historiker verloren gegangen wären.

Wann Joen Petri Klint geboren wurde, ist nicht überliefert, daher wird er erstmals 1558 genannt, als er sich an der Universität Uppsala einschrieb, wo er 1564 auch zum Priester geweiht wurde. Bereits vier Jahre später erhielt Klint das Pastorat in Östra Stenby, das er bis zu seinem Tod behielt. In seiner Eigenschaft als Priester zeichnete sich Klint dadurch aus, dass er zum einen auch den Priesterstand im Reichstag vertrat, sich zum anderen als Gegner der Kirchenpolitik des Königs Johan III. zeigte und sehr deutlich jede katholische Strömung Schwedens bekämpfte, unter anderem bei der Synode von Uppsala (Uppsala möte) des Jahres 1593.

Neben allgemeinen historischen und religiösen Werken, sowie einer illustrierten Chronik über Gustav Vasa, hinterließ Joen Petri Klint ein selbst illustriertes Manuskript über die religiösen Omen seiner Epoche, wobei er in diesem Werk auch die katholischen Omen neu deutete und dem protestantischen Glauben anpasste. In der Järnteckensamling (Gesammelte religiöse Vorzeichen) beschrieb Klint alle Wunder und ungewöhnlichen Ereignisse, die den Glauben jener Epoche prägten und zeigten wie Gott den Ungehorsam der Menschheit bestraft. Indem Klint in diesem Werk auch sämtliche Anzeichen deutet und erklärt, bietet das Werk heute einen klaren Einblick in das religiöse Volksdenken jener Zeit. Vieles aus diesem Werk diente später auch der religiösen Propaganda und Teile davon wurden selbst als persönliche Meinung Gottes interpretiert, insbesondere im Streit zwischen dem protestantischen und dem katholischen Glauben.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1880: Der schwedische Dadaist Viking Eggeling
21. Oktober 1892: Die feministische Schriftstellerin Anne Charlotte Leffler
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden
21. Oktober 1994: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. September 2016

Die Ehe von Gustav Vasa und Katarina von Sachsen

Als Gustav Vasa 1523 zum König gekrönt wurde, war ihm sehr schnell bewusst dass er seine Macht nur bewahren konnte wenn er auch starke Freunde in den Nachbarstaaten hatte und einen ahnenreiche Prinzessin heiratete. Dies sollte sich jedoch als gewisses Problem zeigen, denn zum einen galt Schweden als kaltes und ungemütliches Land, zum anderen gab es nicht sehr viele Prinzessinnen, die auch eine entsprechende Ahnentafel hatten, und letztendlich musste seine zukünftige Ehefrau auch noch dem protestantischen Glauben treu sein, denn die Reformation lag dem König sehr am Herzen.

Schließlich fand Gustav Vasa die entsprechende Ehefrau in der 15-jährigen Katharina von Sachsen-Lauenburg, die protestantisch erzogen, beim deutsch-römischen Kaiser hoch angesehen und deren Schwester zudem mit dem dänischen Kronprinzen Kristian verheiratet war. In kürzester Zeit führten Vermittlungen zum gewünschten Ziel, auch wenn der Ehevertrag, nach gewissen Querelen und Forderungen von beiden Seiten, erst am 19. März 1531 in Lübeck geschlossen wurde. Die Ehe selbst wurde dann auf den 24. September 1531 in Stockholm gelegt, den Geburtstag der Königin, die 17 Jahre jünger war als ihr Gemahl.

Aber selbst die erste Ehe des Monarchen sollte noch Probleme verursachen, da man hierfür einen Erzbischof benötigte, Schweden jedoch zu jener Zeit zwei Erzbischöfe hatte, die allerdings beide Schweden verlassen hatten. Gustav Vasa ernannte daher kurzerhand Laurentius Petri zum neuen Erzbischof, der damit der erste Erzbischof Schwedens protestantischen Glaubens wurde und die Bande zu Rom später endgültig abschnitt. Die aus politischen Gründen geschlossene Ehe sollte allerdings sehr schlecht laufen, da Königin Katarina kein Schwedisch sprach und Schweden absolut nichts abgewinnen konnte, dem König jedoch vor ihrem Tod im Jahre 1535 noch einen Thronfolger zur Welt brachte, den späteren Erik XIV. Nach Gerüchten, die allerdings nie bestätigt werden konnten, soll Gustav Vasa seine junge Frau ermordet haben.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1838: Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten 
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. September 2016

Das Neue Testament erscheint auf Schwedisch

Auch wenn die sogenannte Gustav Vasa Bibel in seiner Gesamtfassung erst im Jahre 1541 erschien, so kam bereits am 16. September 1526 das Neue Testament als erster Teil der Bibel auf den Markt. Vermutlich wurde dieser Teil von Laurentius Andreae und Olaus Petri übersetzt ohne dass sich die beiden Theologen der Tragweite dieser Arbeit wirklich bewusst wurden, abgesehen davon, dass die beiden natürlich wussten dass die Übersetzung ein Umbruch war, denn bis dahin waren die Bibelausgaben grundsätzlich auf Lateinisch verfasst und bauten zudem auf den katholischen Glauben.

Mit der Übersetzung des Neuen Testaments machte die Bibel erstmals Einzug in die gesamte schwedische Gesellschaft, da nun die Botschaft jeder Schwede verstehen konnte, und zum anderen war dieses Werk der Umbruch zwischen dem Vorschwedisch und dem Neuschwedisch, denn das Neue Testament war das erste Buch, das in Neuschwedisch erschien und damit die Sprache im ganzen Land vereinheitlichen sollte, denn bis dahin hatte jede Region des Landes ein etwas unterschiedliches Schwedisch mit sehr unterschiedlicher Schreibweise. Mit diesem Buch wurde daher das Schwedisch, das in Stockholm und dem Mälartal gesprochen wurde, eine Leitlinie für die gesamte moderne Entwicklung der schwedischen Sprache.

Natürlich wurden bereits bei der Gesamtausgabe der Vasa Bibel im Jahre 1641 einige als altertümlich betrachtete Schreibweisen bereits modernisiert, aber schon 1526 führte man die Buchstaben ä und ö ein, die auch im heutigen Schwedisch vorhanden sind. Die Verbreitung einer gemeinsamen Schriftsprache wurde auch durch gefördert, dass Gustav Vasa mehr oder weniger sämtliche Kirchengemeinden dazu zwang ein Neues Testament zu kaufen, was einige der Gemeinden sehr belastete, denn jede Bibel kostete drei Mark, was heute über 10.000 Kronen entspräche. Die Gesamtausgabe, die 15 Jahre später erschien, kostete dann sogar zehn Mark. Natürlich wurde diese Sprache der Kirche und der Administration nie in dieser Weise gesprochen, aber sie prägte bis zum 18. Jahrhundert die Schriftsprache Schwedens, die erst mit Erscheinung der ersten Zeitungen abgeschliffen und volksnaher wurde.


16. September 1583: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung
16. September 1962: Der schwedische Politiker Håkan Juholt
16. September 1967: Glasskulptur in Schweden: Das Prisma in Norrköping 
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. August 2016

Das Sameting in Schweden

Seit die Samen unter Gustav Vasa ihre Selbständigkeit verloren haben und das gesamte samische Volk verpflichtete Steuern in Schweden zu bezahlen, versuchte diese Volksgruppe erst eine gewisse Unabhängigkeit zu behalten und später, als die Regierung in Stockholm im 17. Jahrhundert das Land der Samen verteilte, seine Kultur und seine Rechte zu erhalten, wenn auch zum großen Teil erfolglos. Selbst als die Samen in Finnland und Norwegen bereits, in Form eines Sametingets, eine Mitsprache in Fragen, die ihr Leben betrafen, erhalten hatten, wurde in Schweden noch diskutiert ob man der Ursprungsbevölkerung des Nordens überhaupt Rechte geben solle.

Diese Frage wurde in Schweden ab 1982 diskutiert, wobei der damit beauftragte politische Ausschuss erst 1989 einen Vorschlag unterbreitete und erst als man sicher war die Rechte der Samen so weit wie nur möglich einzuschränken, kam es am 26. August 1993 zur Gründung des Sametingets in Schweden, auch wenn der Begriff Thing nur symbolisch gesehen werden darf, da den Samen damit keinerlei politischer Einfluss gegeben wurde und die gesamte Verwaltung in schwedischer Hand blieb. Selbst die alten Rechte auf Jagd und Fischfang müssen heute erst die Gerichte entscheiden.

Dass die Gründung des Sametingets in Schweden unter der Regie Schwedens funktionieren sollte, sieht man auch der Tatsache, dass die erste Sitzung am 26. August 1993 von König Carl XVI. Gustaf eröffnet wurde. Die Aufgaben des Sametingets ist heute weitgehend darauf beschränkt sich dafür einzusetzen die Kultur der Samen zu erhalten und eine Meinung in Fragen der Rentierhaltung zu äußern, nicht zuletzt auch deswegen, weil die samische Kultur immer mehr Touristen in den hohen Norden zieht. Bei allen Ausführungen und Vorschlägen ist das Sametinget auch heute noch an jede Entscheidung der Regierung in Stockholm gebunden und muss diese Entscheidungen auch im schwedischen Sápmi, dem Land der Samen, durchsetzen.


26. August 1551: Die schwedische Königin Margareta Eriksdotter
26. August 1861: Der Komponist, Dirigent und Violinist Johan Fredrik Berwald
26. August 1932: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu
26. August 1932: Olov Svedelid und der Stockholmer Kriminalroman
26. August 1977: Die schwedische Schwimmerin Therese Alshammar
26. August 1996: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens
26. August 2005: Der Schwein- und Schlittschuhverein GOSF in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. August 2016

Das Västmanlands teater in Västerås wird eingeweiht

Erik Hahr, der damalig Stadtarchitekt von Västerås, baute 1915 in relativ kurzer Zeit ein Gebäude, das das zukünftige Theater der Stadt beherbergen sollte und dem schwedischen Funktionalismus entspricht, der damals modernsten Architektur, die weitgehend auf Ausschmückungen verzichtet, selbst bei einem Theater. Die Bauarbeiten gingen so zügig voran, dass das Gebäude bereits am 19. August 1915 eingeweiht werden konnte. Da das Västmanlands teater natürlich noch keine eigenes Ensemble hatte, führte am Abend das reisende Theater von Allan Ryding  das Stück Gustav Vasa von August Strindberg auf, ein Stück, das Strindberg in Schweden die Anerkennung gebracht hatte und im Dramaten in Stockholm seine Uraufführung hatte.

Als das Västmanlands teater fertig gestellt war, so verfügte es über etwa 500 Sitzplätze, die nach mehreren Modernisierungen auf 400 Plätze schrumpften, wobei das Theater dabei allerdings auch zwei weitere, kleinere Bühnen erhielt. Wie zu jener Zeit üblich, so wurden im Västmanlands teater natürlich zu Beginn nicht  nur Theaterstücke von reisenden Gesellschaften geboten, sondern auch lokale Revuen, und vor allem handelte es sich um ein Kino, das noch bis Mitte der 50er Jahre existierte. Theater und Kino waren in jenen Jahren in nahezu ganz Schweden als Einheit zu sehen, was auch zum Namen teaterbio, also Theaterkino, führte.

Mit dem Ende der Kinovorstellungen im Västmanlands teater tauchte im Stadtrat von Västerås auch erstmals die Frage nach einem eigenen Theaterensemble auf. Allerdings sollte es noch bis 1963 dauern bis der Stadtrat einen Intendanten anstellte, der sich mit dieser Frage ernsthaft auseinandersetzen sollte. Vier Jahre später verfügte das Theater in Västerås über ein eigenes Ensemble. Weitere zehn Jahre später war das Västmanlands teater dann zu einer regionalen Einrichtung geworden und das Ensemble wurde ebenfalls auf regionalem Niveau geschaffen. Seit einer weiteren Umstrukturierung des Theaters im Jahre 2012 verfügt das Västmanlands teater über elf fest angestellte Schauspieler.


19. August 1252: Die zweifelhafte Gründung von Stockholm
19 August 1745: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1826: Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 6. Juni 2016

Die Regierungsreform des Jahres 1809

Auch wenn der schwedische Nationaltag erst seit 1983 gefeiert wird, so geht er auf drei sehr wichtige Ereignisse zurück, denn am 6. Juni 1523 wurde Gustav Vasa zum König gewählt, am 6. Juni 1809 wurde von König Karl XIII. die bedeutendste Regierungsreform Schwedens unterzeichnet und am 6. Juni 1974 wurde auch die jüngste Regierungsform Schwedens unterschrieben. Mit welchem der Daten der Nationaltag tatsächlich in Verbindung zu bringen ist, bleibt daher eine Diskussionsfrage. Das logische Datum wäre vermutlich der 6. Juni 1809, denn an diesem Tag ging ein Teil der Macht des Königs auf den Reichstag über, was der erste Schritt zum modernen Schweden war.

Die Ursache der Regierungsreform des Jahres 1809 ist zum einen dabei zu suchen, dass man die Diktatur des Königs Gustav III. für immer brechen wollte, zum anderen aber auch nicht zur Freiheitszeit zurückkehren wollte, als der König kaum eine Entscheidungsgewalt hatte und die Mitglieder des Reichstags durch Bestechungen nur das eigene Wohl im Sinne hatte, was das Land ebenfalls in schwere Probleme stürzte. 1809 wollte man daher eine Reform schaffen, die die Macht des Königs eindeutig regelte, aber auch  dem Reichsrat eine klare Aufgabe schuf, die dem Volke zu Gute kommen sollte.

Das Ergebnis der Regierungsreform des Jahres 1809 war daher, dass dem König zwar die Leitung des Landes übertragen wurde, jedoch nur in Zusammenarbeit mit Ministern und Staatssekretären. Das Steuerrecht wurde in seinen Grundlinien ganz dem Reichstag übergeben, die Rechtsgebung wurde in mehrere Bereiche aufgeteilt, bei der der König nur über die wirtschaftliche Linie allein entscheiden konnte und die Rechtsprechung unterlag ab 1809 dem Obersten Gerichtshof, dessen Mitglieder allerdings vom König ernannt wurden. Natürlich erhielt der König dadurch weiterhin eine bedeutende Machte, aber das Staatssystem war nun in vier Bereiche geteilt, die eine eindeutig Aufgabe hatten, eine Grundlage, die auch bei der Reform des Jahres 1974 weitgehend beachtet wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 21. Februar 2016

Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson

Knut Mikaelsson, der allgemein nur Meister Knut genannt wurde, wurde am 21. Februar 1527 auf dem Stortorget in Stockholm öffentlich hingerichtet, da er sich mit Peder Jakobsson zusammengeschlossen hatte und die Regierung von Gustav Vasa kritisiert hatte und dabei auch eine Revolution plante, den sogenannten ersten Dalupproret, der allerdings im Sande verlief, wie auch die beiden später folgenden geplanten Revolutionen, da es zu schwierig war die einfachen Bauern in Dalarna zu aufrührerischen Kriegern zu machen, die auch noch dem Heer des Königs trotzen konnten.

Dabei hatte die Karriere von Knut Mikaelsson sehr vielversprechend begonnen, denn nach seiner Hochschulreife wurde er zum Magister ernannt, später nahm er an der Versammlung teil bei der Kristian II. zum König Schwedens erklärt wurde, dann wurde Mikaelsson zum Dompropsten des Stiftes Västerås und letztendlich auch zum Kanzler unter Gustav Vasa, was auch bedeutete, dass er am Reichstag des Jahres 1523 teilnahm. Im gleichen Jahr wurde Mikaelsson dann auch noch, gemeinsam von Gustav Vasa und Papst Hadrianus V. zum Erzbischof Schwedens erhoben. Allerdings wurde er in diesem Amt nicht mehr offiziell eingeführt da er vorher wegen seiner Zusammenkünfte mit Peder Jakobsson als Revolutionär angeklagt wurde und dabei sämtliche Ämter verlor.

Nach der Anklage gelang es Knut Mikaelsson noch nach Norwegen zu entkommen, aber von dort wurde er unter Geleit zu seiner Verhandlung nach Stockholm gebracht. Hier zeigte sich sehr schnell dass Gustav Vasa sich nicht an seine Versprechen halten wollte, denn statt dem zugesagten kirchlichen Gericht wurde sein Fall vom Gericht des Königs verhandelt, was dazu führte, dass Mikaelsson des Hochverrats für schuldig befunden wurde. Auch wenn der Reichsrat den König anschließend darum bat Mikaelsson zu begnadigen, so wollte dieser Mikaelsson hingerichtet und ihn gedemütigt zum Schafott geführt sehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. September 2015

Der Malmö recess, das Ende des Befreiungskrieges

Auch wenn der sogenannte Malmö recess (Vertrag von Malmö) vom 1. September 1524 nie ratifiziert wurde und Schweden dieses Abkommen damals sogar als Verlust betrachtete, so änderte das geplante Abkommen die schwedische Geschichte auf nachhaltige Weise, denn das Treffen zwischen dem neu ernannten schwedischen König Gustav Vasa und dem neu gekrönten dänisch-norwegischen König Fredrik I. beendete den Freiheitskrieg Gustav Vasas, der durch das Abkommen international als König Schwedens anerkannt wurde und der recess setzte den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Nachbarreichen ein Ende.

Gustav Vasa war zu den Verhandlungen zum Malmö recess persönlich, wenn auch im Beisein einiger wichtiger Geiseln, nach Dänemark gekommen, obwohl vereinbart war, dass Vertreter der Hanse aus Lübeck über den Zwist zwischen Schweden und Dänemark entscheiden sollten. Noch in Malmö musste der schwedische König dann offiziell auf seinen Anspruch auf Skåne (Schonen) verzichten und sich aus Schweden und Gotland zurückziehen, aber noch war die Zukunft des Bohuslän und auch die Zukunft Gotlands in den Händen der Hanse, die allerdings kaum neutral betrachtet werden konnte, da Dänemark schließlich die Schiffsrouten längs der schwedischen Süd- und Ostküste beherrschte, die für den Handel der Hanse unumgänglich waren.

Auch wenn Lübeck nie zu einem Schiedsspruch kam und Gustav Vasa nach dem Vertrag nach wie vor nicht über das gesamte heutige Schweden regieren durfte, so hatte der schwedische König mit dem Vertrag von Malmö (Malmö recess) zwei wichtige Punkte besiegelt, denn Fredrik I, verzichtete auf Stockholm und einen Krieg mit Schweden und es war Gustav Vasa ebenfalls gelungen die Union von Kalmar (Kalmarunionen) zu beendet, was seine Stellung in Schweden maßgeblich verbesserte. Die große Vereinigung Schwedens sollte Gustav Vasa allerdings nicht mehr erleben, denn erst der Frieden von Roskilde und der Malmö recess des Jahres 1662 vereinten auch Skåne und Blekinge endgültig mit Schweden.


1. September 1145: Die Kathedrale in Lund wird eingeweiht
1. September 1526: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
1. September 1625: Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung
1. September 1736: Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze
1. September 1882: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm
1. September 1913: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen
1. September 1958: Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö
1. September 1971: Gunnel Linde und der Kinderhilfsverein BRIS
1. September 1977: Umweltskandal in Skåne

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Mittwoch, 19. August 2015

Die zweifelhafte Gründung von Stockholm

Da Birger Jarl und Erzbischof Jarler am 19. August 1252 ihre Sigel unter ein Dokument setzten, das eindeutig und erstmals den Namen Stockholm enthielt, gilt dieses Datum als das Gründungsdatum der schwedischen Hauptstadt, obwohl man die Rolle Stockholms jener Tage nicht kennt und kein Dokument vorliegt nach dem Stockholm damals bereits die Stadtrechte besaß oder erhielt. Als daher Stockholm im 2002 sein 750-jähriges Jubiläum feierte, tauchte auch die Frage wieder auf ob die Stadt nicht bereits weitaus älter sei.

In der Tat schrieb Olaus Petri im 16. Jahrhundert in seiner Chronik, die hinsichtlich der Gründung Stockholms auf die Erikskrönikan des 14. Jahrhunderts zurückgreift, dass Sigtuna, die größte und einzige schwedische Stadt des 12. Jahrhunderts, im Jahre 1187 überfallen und abgebrannt wurde. Es ist daher gut möglich, dass nach diesem Ereignis der Platz für eine neue und gut zu befestigende Stadt gesucht wurde. Da die Umgebung Stockholms wiederum der einzige Ort wer, der einen Zugang zum Mälaren bot und strategisch daher von höchstem Interesse war, liegt auch der Gedanke nahe, dass man nach der Zerstörung Sigtunas an den Bau der heutigen schwedische Hauptstadt ging.

Zu bedenken ist dabei auch, dass zwar die Umgebung Stockholms bereits zur Steinzeit bewohnt wurde, jedoch Stockholm, auf Grund der Landhebung, erst gegen 900 ständig bewohnt werden konnte, zumindest teilweise. Wenn man wiederum nach einem Privilegienbrief sucht, der Stockholm als Stadt bestätigt, so muss man bis zum 1. Mai 1436 warten, denn erst dann wurde dieser vom Reichsrat ausgefertigt. Heute nimmt man dieses Datum jedoch nicht als Gründungsdatum Stockholms, sondern geht davon aus, dass damit die Vorherrschaft Stockholms befestigt wurde und diese damit zur Hauptstadt des Landes wurde. Auch dies lässt sich natürlich diskutieren, denn Gustav Vasa, der „Gründer“ des schwedischen Großreiches, zog erst am 24. Juni 1523 in Stockholm ein .


19 August 1745: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1826: Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

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Visit Göteborg!

Montag, 17. August 2015

Nya Lödöse, ein Vorläufer der Stadt Göteborg

Wenn man heute durch den Göteborger Stadtteil Gamlestaden (Altstadt) geht, so findet man, außer einigen wenigen Grabsteinen, kaum noch ein Zeichen einer Altstadt, trotz seines Namens. Und nur Eingeweihte wissen heute, dass sich hier einst die Stadt Nya Lödöse befand, die am 17. August 1473 ihre Stadtrechte bekam, ursprünglich Göthaholm heißen sollte und einer der Vorläufer der heutigen Stadt Göteborg war, die um diese Zeit noch überwiegend ein Sumpfgebiet war und kaum für eine Besiedelung geeignet schien. Bei Ausgrabungen konnten keine Zeichen mehr das frühere Kloster entdeckt werden und die letzte Kirche Nya Lödöses wurde 1993 abgerissen.

Wie später auch Göteborg, so war Nya Lödöse eine Stadt, die aus strategischen Gründen entstanden war und das frühere Lödöse ersetzte, das zwar zur der Zeit der Wikinger eine große Rolle spielte, jedoch im 15. Jahrhundert den Feinden zu sehr ausgesetzt war um überleben zu können. Im Jahre 1526 entzog daher Gustav Vasa Lödöse die Stadtprivilegien und betonte, das nun Nya Lödöse als wichtige Handelsstadt befestigt werden müsse. Da die Befestigung sich jedoch verzögerte, wollte der König 1542 die neue Stadt zum Schloss Älvsborg verlegen, aber musste, auf Grund der Dackefejden, dann auf diesen Schritt vorerst verzichten.

Als Gustav Vasa denn 1547 den Umzug durchsetzen konnte und die Stadt Älvsborg zu Füssen des gleichnamigen Schlosses entstand, sollte dies jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1563 zerstörten die Dänen diese neue Stadt und die Bewohner konnten zurück nach Nya Lödöse ziehen. 1612 nahm dann der dänische König Kristian IV. auch Nya Lödöse ein und ließ die gesamte Stadt abbrennen. Erneut war eine Verlegung der Stadt geplant, wobei erst Alingsås in Diskussion stand, dann erneut Älvsborg, bis Gustav II. Adolf schließlich das heutige Zentrum Göteborgs, die Stadt innerhalb des Wallgrabens, gründete. Nur drei Jahre nachdem Göteborg die Stadtprivilegien erhalten hatte, zwang der König dann alle Bewohner aus Nya Lödöse in seine neue und stark befestigte Stadt umzuziehen. In diesem Rahmen ließ der König auch die alte Stadt abbrennen.


17. August 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. August 1801: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur
17. August 1947: Prinz Eugen von Schweden und die Kunst
17. August 1995: Der Mord an John Hron bewegt Schweden

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Donnerstag, 13. August 2015

Die Forsby kyrka bei Skövde

Nur etwa sechs Kilometer von Skövde entfernt findet man die Forsby kyrka (Kirche von Forsby), die älteste datierte Kirche Schwedens, denn hier findet man sehr deutlich die Inschrift  XIII KL AUG DED MCXXXV ANN, was bedeutet, dass diese Kirche am 13. August 1135 eingeweiht wurde und damit vermutlich auch eine wichtige Rolle in der Christianisierung Schwedens spielte. Natürlich kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Mönche, die die Schweden um diese Zeit zum „wahren Glauben“ bringen wollten, nicht schon vorher Kapellen oder auch Kirchen bauten, aber es gibt hierfür keinerlei Beweise und Skara, das nicht weit entfernt von der Forsby kyrka liegt, spielte um in dieser Epoche ein sehr wichtige Rolle für die Christianisierung des Landes.

Die Forsby kyrka ist jedoch nicht nur wegen ihres Alters von großer Bedeutung, sondern auch deswegen, weil sie auf einem Grabhügel der Eisenzeit gebaut wurde und hier bei Ausgrabungen im Jahre 2002 eine mittelalterliche Kalkbrennerei entdeckt wurde. Hinzu kommt, dass man in der Nähe der Kirche auch die zwei einzigen husabyar Västergötlands findet, also Königshöfe, die man sonst vor allem im Mälartal sieht. Dies lässt darauf schließen, dass die Umgebung der Kirche bereits zur Zeit der Wikinger ein wichtiges Machtzentrum mit einem bedeutenden Markt war. Weitere Ausgrabungen könnten daher zusätzliche Erkenntnisse bringen und Teile des schwedischen Geschichtsbilds verändern.

Die Bauweise der turmlosen Forsby kyrka zeigt deutliche Einflüsse der romanischen Bauweise Skånes (Schonen), auch wenn die Kirche mittlerweile mehrmals renoviert und teilweise umgebaut wurde. Dass die Kirche von Forsby erhalten blieb, gilt nahezu als Wunder, da sie als katholisches Zentrum während der Reformation unter Gustav Vasa nicht mehr benutzt werden durfte und sich daher nahezu bald darauf in eine Ruine verwandelte und erst im 17. Jahrhundert wieder instand gesetzt wurde. Auch der daneben stehende Glockenturm und das nahe Vorratsgebäude der damaligen Gemeinde entstanden erst im 17. Jahrhundert. Zu den interessantesten Inventaren der Forsby kyrka gehört ein kleines Madonnengemälde, das aus dem frühen Mittelalter stammt. Die beeindruckende Deckengemälde der Kirche verdankt man dem Künstler Johan Risberg, der 1745 ursprünglich fünf davon malte, aber da die Darstellung der Hölle so erschreckend war, dass die Gläubigen die Kirche nicht mehr betreten wollten, wurde diese letzte Malerei wieder entfernt.


13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1840: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden