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Freitag, 22. Januar 2016

Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Alving

Als Barbro Alving, vor allem bekannt unter ihrer Signatur Bang, am 22. Januar 1987 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, ging sie gewissermaßen als Legende in die schwedische Geschichte ein, den es gab nur wenige Punkte in denen die Journalistin und Schriftstellerin nicht gegen die damaligen Normen verstieß und damit für viele Schweden, insbesondere für Frauen, ein Vorbild wurde, auch wenn nur wenige unter den Frauen auch in die Fußstapfen Bangs traten.

Barbro Alving war am 12. Januar 1909 als Sohn eines Lektors und einer Schriftstellerin in Uppsala zur Welt gekommen und begann 1928 als Journalistin für das Stockholms Dagblad zu arbeiten, wurde anschließend Reaktionssekretärin bei Idun und kam 1934 schließlich zu den Dagens Nyheter. Bei den Dagens Nyheter wurde Alving, die um diese Zeit bereits fast ausschließlich als Bang bekannt war, Reporterin und die erste weibliche Auslandskorrespondentin Schwedens. Alving berichtete von den Olympischen Spielen in Berlin, dem spanischen Bürgerkrieg unter Franco, dem finnischen Winterkrieg, dem sowjetischen Überfall in Ungarn und vielen anderen geschichtlichen Ereignissen in der ganzen Welt, und dies in einer im Verhältnis leicht zu lesenden Sprache. Aus diesem Grund ist Barbro Alving auch mehr als Journalistin bekannt als als Schriftstellerin, obwohl sie auch mehrere Bücher herausgab.

Der Einfluss von Barbro Alving ging jedoch weit über die journalistische Aktivität hinaus, denn 1938 bekam sie, mit dem Zeichner Birger Lundquist, eine Tochter, ohne dass Alving jedoch je an eine Heirat dachte. Als die Tochter, genannt Ruffa, ein Jahr alt war, bildete die Journalistin mit Anna Sjöcrona eine Familie, was dazu führte, dass vor allem
Sjöcrona für die Erziehung verantwortlich war, da Alving nahezu ständig unterwegs war. In den 50er Jahren kämpfte Alving, eine überzeugte Pazifistin, die auch zum katholischen Glauben übertrat, gegen den schwedischen Kauf von Kernwaffen und 1955 verweigerte sie die pflichtgemäße Teilnahme an Übungen des Zivilschutzes, was ihr einen Monat Gefängnis einbrachte. 1959 verließ die Journalistin die Dagens Nyheter, da der neue Chefredakteur ihre politische Meinung zu Kernwaffen und dem Atlantikpakt nicht teilte und begann für das Vecko-Journalen zu arbeiten. Barbro Alving war sehr stark von der Feministin Elin Wägner beeinflusst über die sie auch eine Biographie zusammenstellte.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Juli 2015

Die schwedische Schriftstellerin Gustava Svanström

Gustava Svanström wurde am 15. Juli 1874 in Stugun im Jämtland als Tochter eines Priesters geboren, aber da der Vater starb als das Mädchen zwei Jahre alt war, verschlechterte sich die finanzielle Situation der Familie, bis sich die Mutter sechs Jahre später erneut mit einem Priester verheiratete, der dafür sorgte, dass die beiden Geschwister eine gute Erziehung erhielten. Svanström kam nach dem Umzug der Familie nach Långsele in die Mädchenschule in Härnösand, die sie mit Erfolg abschloss. Nach dieser elementaren Schulbildung kehrte Svanström in den Pfarrhof nach Långsele zurück auf dem sie bis zu ihrem Lebensende am 21. Mai 1935 lebte um ihrem Bruder, der ebenfalls Priester wurde, den Haushalt zu führen.

Gustava Svanström zeigte sich nicht unbedingt als die ideale Haushälterin, aber das gute Verhältnis zu ihrem Bruder ließ dieses Manko vergessen, zumal die junge Frau sich sehr viel der Literatur widmete und 1904 ihren ersten Roman En historia från Ådalarna vorlegte, dem im Laufe ihres Lebens rund 20 weitere Romane folgen sollte. Bereits bei ihrem ersten Werk macht die Autorin ihren Lesern eine mystische Natur zugänglich und gab dem ländlichen Volksglauben eine wichtige Rolle, ohne jedoch auf Romantik zu verzichten. Svanström gelang es mit ihren Romanen die Volksseele jener Zeit zu treffen.

Im Jahre 1915 gewann Gustava Svanström den großen Literaturpreis der Zeitschrift Idun, die die Schriftstellerin für ihren farbenprächtigen Stil, die Beobachtungskraft lobte und Svanström als eine der größten Schriftstellerinnen des nordländischen Romans darstellte. Dass Svanström heute dennoch kaum bekannt ist, liegt daran, dass einige Kritiker später behaupteten, dass den Romanen Svanströms jedes literarische Vermögen abgehe und beim Schreiben von mitmenschlichen Gefühlen gesteuert worden sei, eine Aussage, die man mit Vorbehalt betrachten muss, da die gesamte literarische Welt zu jener Zeit von Männern dominiert wurde und Literatur sich nur an hoch gebildete Personen richten sollte.

Copyright: Herbert Kårlin