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Dienstag, 8. Januar 2019

Die Künstlerin Ida von Schulzenheim

Ida von Schulzenheim kam am 8. Januar 1859 in einer sehr wohlhabenden Familie in Skedvi zur Welt und schrieb sich im Alter von 17 Jahren an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, in Stockholm ein, jedoch nur um sich auf den Besuch der Kunstakademie ab dem Jahre 1878 vorzubereiten. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1884 sollte es jedoch weitere sieben Jahre dauern bis sie mit ihrem Schaffen anerkannt war und ein Stipendium erhielt, das der Künstlerin ermöglichte zwei Jahre lang auch in Paris zu studieren.

Ida von Schulzenheim, die bei Tryggve Hermelin auch die Kunst des Kupferstichs gelernt hatte, nahm ab 1885 an den meisten Ausstellungen der Kunstakademie teil und konnte sich, nach der Rückkehr aus Frankreich vor allem über Ausstellungen einen Namen machen. Um gegen die männliche Dominanz in der Kunst angehen zu können, gründete Schulzenheim 1910 auch den Verein „Schwedische Künstlerinnen“, der bereits ein Jahr später eine Ausstellung in der Kunstakademie organisieren konnte und 180 Beiträge von weiblichen Künstlern zeigte. Die Künstlerin war damit eine der wichtigsten Frauen im Kunstleben, die den Frauen die Tür zum Künstlerdasein öffnete.

Die Künstlerin Ida von Schulzenheim wollte Frauen auch zur Kunstkritik anregen, ein weiteres Reich der Männer. 1911 gründete sie daher die Zeitschrift „Kunst“ die ein Ansatz dazu war Frauen auch den Weg zur Kunstkritik zu öffnen. Nach dem Tod der Künstlerin am 24. April 1940 organisierte das Nationalmuseum in Stockholm eine Erinnerungsausstellung, die die gesamte Schaffensbreite der Künstlerin zeigte, insbesondere auch ihre Landschaftsmalereien, die um diese Zeit weitaus weniger bekannt waren als ihre Hundeportraits, da Schulzenheim während der letzten Jahre ihres Lebens als die beste Hundeporträtistin Europas galt und eine enorme Menge an Hundeportraits hinterließ.


8. Januar 1810: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
8. Januar 1864: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur 
8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden
8. Januar 1934: Der Komponist und Musiker Georg Riedel
8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt in Spanien
8. Januar 1940: Briefzensur in Schweden
8. Januar 1994: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
8. Januar 2005: Der Orkan Gudrun hinterlässt ein Chaos in Schweden
8. Januar 2007: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. April 2018

Elsa Björkman-Goldschmidt, Schriftstellerin und Künstlerin

Elsa Björkmann-Goldschmidt kam am 16. April 1888 als Tochter einer Offiziers in Linköping zur Welt und wuchs erst dort, anschließend in Stockholm auf, wo sie auch Elsa Brändström und Harriet Löwenhjelm kennenlernte. Entgegen dem Wunsch ihrer Eltern entschied sich Björkmann-Goldschmidt Künstlerin zu werden und besuchte, neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin die Graveurschule von Axel Tallberg und anschließend die Kunstakademie. Ab 1910 reiste die Künstlerin dann nach Belgien, Italien und Deutschland um sich in der Gravierkunst weiterzubilden. Nach ihrer Rückkehr nach Schweden kamen dann mehrere Ausstellungen in Europa, wobei sich Björkmann-Goldschmidt vor allem auf Holzschnitt, Kupferstich und Lithographie spezialisiert hatte.

Zwischen den beiden Weltkriegen gab Elsa Björkmann-Goldschmidt dann plötzlich ihre künstlerische Tätigkeit auf um sich humanitär, in der Volksbildung und als Journalistin zu betätigen. Bereits 1916 hatte sich die Künstlerin, gemeinsam mit Elsa Brändström, beim Roten Kreuz engagiert und von 1919 bis 1924 war sie im Vorstand von Rädda Barnen in Wien, wo sie von 1928 bis 1938 auch als Journalistin aktiv wurde, insbesondere für die Dagens Nyheter. Als Österreich dann von Hitler annektiert wurde, musst  Björkmann-Goldschmidt dann nahezu über Nacht nach Stockholm fliehen, da ihr Ehemann, der Arzt Waldemar Goldschmidt, jüdischer Herkunft war.

Ab den 40er Jahren begann Elsa Björkmann-Goldschmidt dann vor allem als Schriftstellerin zu arbeiten, ohne allerdings die humanitäre Arbeit zu vergessen, und sie setzte sich für die Bildung der Frauen ein Die Bücher der Schriftstellerin situieren sich zum großen Teil in Wien, auch wenn sie einige freistehende Romane und mehrere Biographien veröffentlichte. Elsa Björkmann-Goldschmidt, die am 6. April 1982 starb, und ab 1950 Mitglied der literarischen Gruppe De Nio war, wurde von Harriet Löwenhjelm als Nachlassverwalterin ausgewählt und veröffentlichte daher auch ihre bis dahin unveröffentlichten Gedichte und Briefe. Gleichzeitig schrieb Björkmann-Goldschmidt dann auch die erste Biographie über Löwenhjelm.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1862: Hanna Rönnberg, finnlandschwedische Künstlerin und Schriftstellerin 
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch
16. April 1937: Henric Westman und die Stadt Linköping
16. April 1938: Die schwedische Künstlerin Margot Öjemark Wiik
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. April 2018

Die schwedische Schriftstellerin Eva Neander

Eva Neander kam am 3. April 1921 als Tochter eines Schulinspektors in Jukkasjärvi zur Welt, wuchs jedoch überwiegend in Härnösand und in Borås auf. Nach ihrer Hochschulreife studierte Neander erst an der Universität Göteborg und anschließend an der Universität Uppsala, ohne jedoch ihr Studium je abzuschließen. Nach dem Studienabbruch arbeitete Neander als Korrekturleserin beim Västgöta-Demokraten in Borås, begann jedoch auch für andere Zeitungen und Zeitschriften Filmkritiken und Gedichte zu schreiben.

Im Jahr 1945 nahm Eva Neander an einem Wettbewerb junger Schriftsteller teil und gewann mit ihrer Novelle, die die Basis ihres ersten Romans Dimman war, den ersten Preis. Dieser erste Roman Dimman spielt in Härnösand und zeigt bereits das Hauptthema der Autorin, nämlich das Problem ein Fremder in der Gesellschaft zu sein, denn nur wer in Härnösand geboren ist und die dortigen Werte lebt, gehört zur Stadt, alle anderen haben keine Chance wirklich Teil der Gemeinschaft zu werden. Dieses Thema sollte auch in den Folgewerken Neanders das Leitthema werden und ihr persönliches Erlebnis schildern.

Eva Neander, die am 22. Februar 1950, knapp 30 Jahre alt, auf dem Eis des Sees Unden verschwand, schrieb in den wenigen Jahren mehrere Novellen, einen Gedichtband und den unvollendeten Roman Vatten (Wasser), der posthum herausgegeben wurde. Neben dem Thema der Exklusion findet man in den Werken Neanders auch deutlich die unterschiedlichsten Frauenschicksale, die von der zwangsweisen Anpassung an die Gesellschaft oder aber der Einsamkeit durch die Ausgrenzung handeln und schildern daher sehr beeindruckend die Unterdrückung der Frau in den 40er Jahren. Nahezu 50 Jahre wurden die Werke der Autorin nahezu vergessen, und erst in jüngerer Zeit entdeckte man in Schweden erneut die Tragweite und die Aussagekraft der Schriftstellerin, was sich auch an einigen Neuauflagen ihrer Werke zeigt.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1791: Die schwedische Hushållningssällskapet
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1884: Der Maler und Schriftsteller Akke Kumlien

3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. März 2018

Die Textilkünstlerin Hannah Ryggen

Hannah Ryggen kam am 21. März 1894 als Hannah Jönsson als Tochter eines Werkstattarbeiters in Malmö zur Welt und hatte sehr früh die Neigung zu einer künstlerischen Karriere, entschied sich dann jedoch für einen soliden Beruf und wurde mit 19 Jahren Lehrerin in Lund und dann in Malmö. Während dieser Zeit nahm Ryggen jedoch auch Privatunterricht im Zeichnen und Malen, unter anderem bei Fredik Krebs, der in Lund sein Atelier hatte. Im Jahr 1922 erhielt Ryggen ein Stipendium für ihre künstlerische Leistung, das sie für eine Studienreise durch Europa nutzte. Bereits in Dresden lernte sie dann den norwegischen Künstler Hans Ryggen kennen, heiratet ihn noch im gleichen Jahr und zog dann 1924 nach Norwegen.

Auch wenn das Künstlerpaar unter extrem einfachen Verhältnissen wohnte und arbeitete, war Hannah Ryggen sowohl in der Arbeiterbewegung Norwegens engagiert als auch in der Frauenbewegung Skandinaviens. Neben der eigenen künstlerischen Aktivität gab Ryggen auch Web- und Pflanzenfärbekurse in ihrer Umgebung um die Bevölkerung für die Kunst zu öffnen. Ab Ende der 30er Jahre hatte Ryggen auch immer mehr Ausstellungen, wobei sie 1937 an der Weltausstellung in Paris und 1939 an jener in New York teilnahm, dem Jahr, in dem sie als Textilkünstlerin ihren großen Durchbruch hatte.

Die Werke Hannah Ryggens sind nicht nur künstlerische Meisterwerke, sondern auch politische Manifeste, die die antifaschistische, antimilitaristische und feministische Einstellung der Künstlerin ausdrücken. Trotz dieser Aussagen konnte Ryggen auch während des Zweiten Weltkriegs im von Hitler besetzten Norwegen weiterarbeiten, auch wenn der Ehemann 1944 als Widerstandskämpfer und Waffenschmuggler festgenommen wurde. Hannah Ryggen, die am 2. Februar 1970 in Trondheim starb, hinterließ die Mehrheit ihrer Werke Museen, hinterließ jedoch auch ein unvollendetes gewebtes Selbstportrait, das noch im Rahmen festgespannt war.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1940: Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. Februar 2018

Die Schriftstellerin Agneta Pleijel

Agneta Pleijel kam am 26. Februar 1940 als Tochter eines Mathematikers und einer Schriftstellerin in Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Göteborg Ethnographie, Philosophie und Literaturwissenschaft. Nach ihrem Studium begann Pleijel 1968 bei der Abendzeitung Aftonbladet als Literaturkritikerin zu arbeiten, wechselte dann drei Jahre lang zur Zeitschrift Ord & Bild, um jedoch 1975 als Kulturchefin zurück zum Aftonbladet zu kommen. Allerdings sah sich Pleijel bereits zu dieser Zeit nicht nur als Kritikerin und Journalistin, sondern sie hatte eine Parallelkarriere vorbereitet.

Bereits 1970 machte sich Agneta Pleijel auch einen Namen als Dramatikerin gemacht, denn in diesem Jahr wurde in Berlin ihr erstes Drama Ordning härskar i Berlin aufgeführt, das sie gemeinsam mit Ronny Ambjörnsson geschrieben hatte. 1977 sollte dann ihr Meisterwerk Kollontaj im Dramaten aufgeführt werden, mit Margaretha Krook in der Hauptrolle und in der Regie von Alf Sjöberg. Alexandra Kollontaj war die erste Ministerin weltweit und eine Zentralfigur der Russischen Revolution. Für Pleijel sollte dieses Werk das erste in einer längerer Reihe sein in denen sie die Rolle der Frau in Geschichte und Gesellschaft hervorhebt, insbesondere den permanenten Kampf gegen die männliche Dominanz.

Agneta Pleijel beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Schreiben von Theaterstücken und Filmmanuskripten, sondern sie veröffentlichte auch Gedichte und Romane, darunter ihren größten Erfolg Vindspejare (Der Weg des Windes), einen stark autobiographischen Roman. Neben diesen Aktivitäten war Pleijel zwei Jahre lang Sprecherin des schwedischen PEN-Klubs, acht Jahre lang Stilist in der Bibelkommission, vier Jahre lang Professor in Drama am Dramatiska Institutet und aktiv als Journalistin, die sehr zeitkritische Themen in Angriff nahm. Der bisher letzte, nicht ins Deutsche übersetzte, Roman Pleijels erschien 2017 unter dem Titel Doften av en man, als die Autorin, die heute in Stockholm lebt, bereits 76 Jahre alt war.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1880: Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. April 2017

Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens

Als Fredrika Wilhelmina Carstens am 13. April 1888 im finnischen Helsingfors (Helsinki) starb, war sie in literarischen Kreisen nahezu unbekannt und selbst die aufkommenden Frauenbewegungen zeigten sich an ihrem einzigen größeren Werk nicht interessiert. Heute gilt ihr Roman Murgrönan, ein in Briefform abgefasstes Werk, als der erste finnische Roman, auch wenn J. V. Snellmann im Jahr 1840, also im gleichen Jahr, ebenfalls ein Prosawerk in finnischer Sprache veröffentlicht hatte, das von der Kritik, im Gegensatz zu Carstens Werk, sehr positiv aufgenommen worden war und Murgröna anonym herausgegeben worden war und das Buch nur in gewissen Städten des heutigen Finnland vorbestellt werden konnte.

Wilhelmina Carstens kam am 5. Juni 1808 in Nådendal zur Welt und besuchte, da sie aus einem gebildeten Haus kam, die höhere Mädchenschule in Helsingfors, wobei man annimmt, dass sie vor ihrer Ehe mit Unterleutnant Carl Adolf Otto Carstens auch einige Zeit in Stockholm verbracht hatte. Das in schwedischer Sprache geschriebene Werk Murgröna von knapp 400 Seiten wurde von Carstens in der damals sehr verbreiteten Feuilleton-Form geschrieben, wobei sie eine Stärke darin zeigte das damalige Gesellschaftsleben, teils in satirischer Form, zu beschreiben. Die tatsächliche literarische Leistung des Buches ist bis heute allerdings umstritten, aber als erster Roman Finnlands findet Murgröna jedoch einen festen Platz in der finnlandschwedischen Literatur.

Da Wilhelmina Carstens, wie zu jener Zeit üblich bei weiblichen Literaten, sämtliche ihrer Werke unter Pseudonym, also nur mit einer Signatur versehen, veröffentlichte, so ist bis heute auch unbekannt wie viele Gedichte oder kürzere Artikel sie  während ihres Lebens schrieb und nur einige Veröffentlichungen in der Borgå Tidning können eindeutig der Schriftstellerin zugeordnet werden, von ihrem unveröffentlichten Jugendwerk abgesehen. Über die private Wilhelmina Carstens ist sehr wenig bekannt, außer ihrem Streben nach einem besseren Leben und der Anerkennung in der höheren Gesellschaft, die sich jedoch in keiner Weise der Schriftstellerin gegenüber öffnete, nicht zuletzt deshalb, weil sie nahezu ihr gesamtes Leben lang mehr oder weniger nahe der Armut lebte.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. April 2017

Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor

Als Eva Moberg mit 79 Jahren starb, ging sie im Grunde nicht wegen ihren Leistungen als Kämperin gegen Kernkraft, Kämpferin für die Umwelt oder ihre literarischen Werke in die Geschichte ein, sondern für einen Aufsatz, den Moberg am 6. April 1962 bei Bonnier veröffentlicht hatte. Der Aufsatz Kvinnor och Människor (Frauen und Menschen) hatte nach seiner Veröffentlichung einen Stein ins Rollen gebracht, der für die gesamte Frauenbewegung Schwedens bedeutend wurde und noch heute oft zu Diskussionen führt.

Eva Moberg drückte in ihrem Buch Kvinnor och Människor deutlich aus dass das Frau sein und ein Kind zur Welt bringen zu können nicht bedeutet dass sie damit gleichzeitig zur Hausfrau und Putzfrau geboren wurde. Moberg forderte dabei das Umdenken des Mannes, der in der Frau in erster Linie ein Geschlecht sehe, das im Haushalt besser aufgehoben sei als in der Berufswelt. Sie verwarf dabei auch die weit verbreitete Meinung dass eine Frau, die nicht gleichzeitig das Dienstmädchen im Haushalt war keine richtige Frau sei. Moberg war die erste Frau Schwedens, die in ihrem Aufsatz diese neue Denkweise einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte.

Das Buch Kvinnor och Människor war aber auch eine Antwort auf Alva Myrdals und Viola Kleins Buch Kvinnans två roller, da Moberg die Aussage Myrdals, dass eine Frau immer zwei Rollen habe und ein Drittel ihres Lebens ihren Kindern widmen muss, nicht vertreten konnte, da dies nur die Emanzipation der Männer verhindere. Nach Moberg war es wichtig nicht von Mann und Frau und nicht von der Doppelrolle der Frau zu sprechen, sondern bei beiden Geschlechtern von Menschen. Da diese Theorie zu sehr starken Diskussionen führte, leitete Moberg mit ihrem Aufsatz auch ein politisches Umdenken ein, die, zumindest auf dem Papier, dem Patriarchat in Schweden ein Ende bereitete. Als Folgewerk von Kvinnor och Människor kann man einen Aufsatz sehen, den Eva Moberg 1995 schrieb, in dem sie die Forderung nach einer neuen Rolle des Mannes aufstellte.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark 
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager 
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. April 2017

Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren

Gustaf Edgren kam 1. April 1895 in Östra Fågelvik zur Welt und taucht in der schwedischen Filmgeschichte erstmals im Jahre 1922 auf, als er mit Fröken på Björneborg, einer Liebesgeschichte mit mehreren Intrigen, seinen ersten Film präsentierte. Der Journalist hatte hierfür die Produktionsfirma Värmlandsfilm gegründet, das Manuskript geschrieben und für den Film, der ohne jedes Studio entstand, selbst die Regie geführt. Obwohl Edgren keinerlei Ausbildung im Filmbereich hatte, war sein erster Film ein bedeutender Erfolg, möglicherweise, weil es Edgren gelungen war den Humor des Värmlands in seinem ersten Film zu fangen.

Nach diesem ersten Erfolg produzierte Gustaf Edgren weitere fünf Filme mit seiner eigenen Produktionsfirma, um jedoch 1927 einen Vertrag mit der Svensk Filmindustri zu schließen und dort für weitere 27 Filme zu zeichnen, die in dieser Zeit offiziell dem Unternehmen die höchsten Gewinne brachten, da kein anderer Regisseur Schwedens so viele Zuschauer vor die Leinwand lockte und dabei so preisgünstig produzierte. In diesen Jahren entdeckte Edgren auch den Schauspieler und Komiker Fridolf Rhudin, der mit seinem Humor die Zuschauer voll überzeugte und ein Liebling des Publikums wurde.

Der Erfolg von Gustaf Edgren, der am 10. Juni 1954 in Bromma starb, lag vor allem daran, dass er ein Meister der volkstümlichen Lustspiele war, was sich nicht nur bei seinem ersten Film zeigte, sondern auch bei Värmlänningarna aus dem Jahre 1932. Selbst die beiden politischen Filme Edgrens, insbesondere Röda dagen nach dem Roman von Erik Lindorm, werden zum Erfolg, auch wenn Edgren hier deutlich Stellung gegen den Nationalsozialismus nahm und dabei auch die Frauenbewegung Schwedens einband, was nicht von allen Schweden positiv gesehen wurde. Gustaf Edström verfolgte mit seinen Filmen im Grunde nur ein einziges Ziel, nämlcih dem Volk eine angenehme Unterhaltung zu bieten und selbst problematische Themen mit Humor zu versehen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Februar 2017

Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs

Karin Smirnoff kam am 26. Februar 1880 als Tochter von August Strindberg und Siri von Essen in Stockholm zur Welt. Als die Elfjährige von der Mutter erfuhr dass die Scheidung bevorstand, reagierte Smirnoff eher beruhigt und kehrte mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Finnland zurück. Noch während ihres Studiums lernte Smirnoff den Lektor der russischen Sprache an der Universität Helsinki kennen, einen späteren russischen Revolutionär, und nahm bei der Ehe im Jahre 1914 auch seinen Namen an. Wegen seiner radikalen Einstellung verlor der Ehemann seinen Lehrauftrag und vier Jahre später zog das Ehepaar nach Stockholm.

Auch wenn Karin Smirnoff nie ein Verhältnis zu ihrem Vater aufbaute, so hatte sie doch einen seiner wichtigsten Charakterzüge geerbt, nämlich keine Angst vor der Gesellschaft zu haben. Dies drückte sich vor allem dadurch aus dass Smirnoff ganz offen Gesellschaftskritik betrieb und sich sehr stark für die Rechte der Frauen einsetzte und die Homosexualität verteidigte, beides absolute Tabuthemen jener Zeit. Vor allem hinsichtlich der Homosexualität zeigte sich Smirnoff extrem offen, was vermutlich damit zusammenhing dass ihre Mutter einige Jahre mit einer offen lesbischen Frau im Haus lebte und Smirnoff daher die Vorurteile der Zeit abschütteln konnte.

In den 20er und 30er Jahren begann Karin Smirnoff in Stockholm mehrere Romane zu veröffentlichen, die zwar von der Kritik gut aufgenommen wurden, aber bald nach der Erscheinung wieder vergessen waren, denn ihr literarischer Konkurrent war August Strindberg, der diese Jahre im literarischen Schweden dominierte. Auch die Themenwahl Smirnoffs war ein Problem, da sie in ihren Werken die Frau zum Widerstand aufrief, die Gesellschaft jedoch eine reine Männergesellschaft war. Ihr Schauspiel Ödesmärkt hatte dabei das größte Problem, denn erst zehn Jahre nach der Veröffentlichung wagte sich eine Experimentalbühne in Brüssel an das Stück und die erste größere Aufführung musste bis 1999 warten, fand also erst 26 Jahre nach dem Tod der Schriftstellerin, am 10. Mai 1973, die verdiente Anerkennung, und war auch um diese Zeit, wegen dem homosexuellen Thema, noch ein Vorreiter.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Januar 2017

Die Schriftstellerin und Künstlerin Elsa Grave

Elsa Grave wurde am 17. Januar 1918 als Tochter eines Bergbauingenieurs in Norra Vram in Skåne (Schonen) geboren und besuchte ab 1935 das Mädchengymnasium in Helsingborg und nahm gleichzeitig Unterricht im Zeichnen, schrieb aber auch bereits erste Gedichte. Nach der Hochschulreife im Jahre 1938 schrieb sich Grave an der Universität Lund ein, nach eigenen Aussagen lediglich um Wissen zu sammeln, nicht um einen Beruf zu erlernen, was auch logisch klingt, denn Grave studierte parallel hierzu auch Kunst in Paris und anschließend bei Isaac Grünewald in Stockholm. Dennoch schloss sie ihr Studium in romanischen Sprachen, Kunstgeschichte und Religionsgeschichte in Lund 1942 mit einer Kandidatur in Philosophie ab.

Nach Ende ihres Studiums beschäftigte sich Elsa Grave sowohl mit der Malerei als auch der Dichtkunst ohne sich zwischen den beiden Bereichen wirklich entscheiden zu können. 1943 erschien dann der Gedichtband Inkräktare bei Bonnier und ein Jahr später hatte Grave auch ihre erste Kunstausstellung in Lund. Das Schicksal leitete Grave dann jedoch zur Literatur, denn während bereits ihr erstes Werk Dank ihrer Symbolsprache das Interesse der Kritik geweckt hatte, so veröffentlichte sie 1948 mit Bortförklaring geradezu ein Meisterwerk und wurde damit zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen der 40er Jahre, eine Vorreiterin der Modernisten.

Elsa Grave, die neben Gedichten auch Dramen schrieb, gehört zu jenen weiblichen Schriftstellerinnen, die in allen ihren Werken nicht nur eine Zeitkritik ausdrückt, sondern auch immer wieder auf die Rolle der Mutter innerhalb der Gesellschaft zurückkommt und damit auch eine wichtige Rolle innerhalb der Frauenbewegung Schwedens spielt. Elsa Grave, die die 1957 Halmstad zu ihrer Heimat machte und am 17. Juni 2003 in Laholm im Halland starb, wurde ab den 60er Jahren mit mehreren bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem 1963 mit dem Bellmanpriset, ist aber heute nahezu vergessen in der literarischen Landschaft Schwedens.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1938: Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. November 2016

Die Künstlerin und Schriftstellerin Sofia Ahlbom

Sofia Ahlbom, die auch Sophie Ahlbom geschrieben wird, kam am 25. November 1803 als Tochter eines Goldschmieds in Västerås zur Welt. Schon als sehr junges Mädchen war Ahlbom vom Zeichnen fasziniert, wobei ihre Detailtreue auch dem Kupfergraveur Lars Grandell auffiel, der als bereits 80-jähirger Ahlborn im Zeichnen und der Gravur unterrichtete, da um diese Zeit Frauen noch nicht in der Kunstakademie oder entsprechenden Einrichtungen aufgenommen wurden. Die Verbindung zu Grandell und die hohe Leistung Ahlboms führten sehr bald dazu dass die junge Frau in Västerås als Künstlerin anerkannt wurde und dort zahlreiche Aufträge erhielt.

Als Sofia Ahlbom 19 Jahre alt war, starb der Vater und Ahlbom gründete, gemeinsam mit ihrer Schwester, eine Mädchenschule, ohne jedoch ihre Arbeit als Graveurin aufzugeben. 1832 schloss die Schule wieder und Ahlbom zog mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Stockholm, da dort ein Künstler weitaus mehr Möglichkeiten hatte als in Västerås, wobei dieser Umzug nur dank der Unterstützung einer reichen Bekannten möglich war. Die Lithographin Ahlbom hinterließ aus dieser Zeit eine gravierte Stadtkarte von Stockholm und von Visby, die etwas später zu Aufträgen der schwedischen Navigationsschule führten. Auch wenn die Lithografien Ahlbom einige Preise einbrachten, so arbeitete die Künstlerin auch mit Kupfer, Silber und Gold und schuf Werke, die mehr für den Privatgebrauch geeignet waren.

Als Sofia Ahlbom von einem längeren Studienaufenthalt in Frankreich zurückkehrte, wo sie sich insbesondere mit Lithographie beschäftigt hatte, fügte sie ihrer Tätigkeit als Graveurin und Schriftstellerin die Fotografie hinzu und begann sich intensiv für die Rechte der Frauen einzusetzen. Ahlbom kämpfte in diesem Punkt insbesondere für das Pensionsrecht von Lehrerinnen, denn auch wenn es in jener Zeit für eine unverheiratete Frau möglich war in einigen wenigen Berufen ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so galt das Pensionsrecht ursprünglich nur für Männer, was unverheiratete Frauen völlig abhängig von ihrer Familie machte oder zu Armut führte. Auch wenn Ahlbom, eine Freundin von Fredrika Bremer, eine sehr wichtige Rolle in der Frauenbewegung Schwedens spielte, so ist die Künstlerin heute nahezu vergessen.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein
25. November 1786: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte
25. November 1909: Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås
25. November 1974: Das Industriemuseum Bergvik
25. November 1994: Ein Katastrophenkrankenhaus in Stockholm
25. November 2010: Die letzte Reise der HMS Visborg (A265)

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Oktober 2016

Die schwedische Künstlerin Anna Maria Ehrenstrahl

Anna Maria Ehrenstrahl starb am 22. Oktober 1729 in Stockholm und gilt als eine der bedeutendsten Malerinnen ihrer Zeit, auch wenn es sich bei einem sehr großen Teil ihrer Werke um Gemäldekopien handelt, was damals allerdings als Kunst anerkannt war. Neben den Kopien hinterließ Ehrenstrahl jedoch auch einige bedeutende eigene Werke, insbesondere eine Porträtsammlung von sechs ehemaligen Präsidenten des Oberlandesgerichts, die sie auch dem Gericht schenkte. Auch die Tierporträts der Künstlerin zeigen dass Ehrenstrahl eine sehr persönliche Einstellung zur Kunst hatte.

Anna Maria Ehrenstrahl war am 4. September 1666 als Tochter eines aus Deutschland eingewanderten Hofmalers in Stockholm zur Welt gekommen und erhielt von ihrem Vater die Ausbildung zur Malerin, was auch dazu führte, dass sie sehr früh in seinem Atelier als Assistentin arbeitete und bereits als Jugendliche kleinere Aufträge selbständig ausführen durfte. Ihre Hauptaufgabe während der ersten Jahre war jedoch vor allem die Details in den Gemälden ihres Vaters zu vollenden. Diese Aufgabe zwang die Künstlerin auch dazu den Malstil des Vaters so gut wie nur möglich zu imitieren.

Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Frauen ihrer Zeit, die sich der Kunst nur bis Ehe widmeten, arbeitete Anna Maria Ehrenstrahl auch nach 1688, als sie Johan Wattrang heiratete, weiterhin als Künstlerin und begann ab dieser Zeit auch deutlich einen eigenen Stil zu entwickeln, auch wenn ihre Kunst von vielen Kritikern bis heute als amateurhaft bezeichnet wird. Aber unabhängig von der tatsächlichen künstlerischen Leistung Ehrenstrahls, so war die Künstlerin eine Pionierin der künstlerischen Frauenbewegung und öffnete, gemeinsammit ihrer Freundin Sophia Elisabet Brenner vielen Frauen den Weg zu einer selbständigen Tätigkeit.


22. Oktober 1592: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
22. Oktober 1848: Der schwedische Historiker Emil Hildebrand
22. Oktober 1894: Gillis Bildt als Ministerpräsident Schwedens
22. Oktober 1896: Die Geschichte der Kekse aus Örebro
22. Oktober 1897: Carl Anders Kullberg, der unsichere Dichter
22. Oktober 1921: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
22. Oktober 2011: Der Filborna skogspark in Helsingborg 

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 21. September 2016

Die feministische Schriftstellerin Enel Melberg

Enel Melberg kam am 21. September 1943 in Tallin im Estland als Tochter eines Metallarbeiters zur Welt, kam jedoch bereits im Alter von einem Jahr mit ihren Eltern nach Schweden, wo die Familie erst in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften untergebracht war, bald jedoch nach Göteborg zog wo Mellberg auch ihre Hochschulreife machte, bevor sie Literatur, nordische Sprachen und Religionsgeschichte an der Universität Lund studierte. Nach Abschluss des Studiums ging Melberg als Lehrerin nach Stockholm und begann zu schreiben. Im Jahre 1977 erschien dann ihr erster Roman Modershjärtat.in der die Schriftstellerin die Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter zum Thema hat.

Das erste Buch Enel Melbergs muss auch als eine Art Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte gesehen werden, denn im Alter von 30 Jahren trennte sich die Schriftstellerin von ihrem estnischen Mann, was zu einem Bruch mit ihrer gesamten Familie führte. Gleichzeitig wurde Melberg auch in der feministischen Bewegung jener Zeit aktiv, unter anderem dem Verein Kvinnokultur (Frauenkultur), der Gruppe 8 und anderen Gruppen, die sich für die Rolle der Frau innerhalb der Arbeiterliteratur interessierten und die Rolle der Frau ändern wollten. Vieles aus dieser Zeit hielt Melberg später in ihrem autobiografischen Werk Separator fest.

Nachdem einige Bücher von Enel Melberg in Schweden mit Erfolg veröffentlicht worden waren, zog die Schriftstellerin nach Oslo, wo sie, neben dem Värmland, auch heute noch großteils lebt. In Norwegen legte Melberg einem dortigen Verlag ein in Schwedisch geschriebenes Manuskript vor, das der Verlag dann ins Norwegische übersetzte und was zu einem Buch führte das erst später auch in Schweden erschien. Da jedoch Melbergs andere, in Schwedisch geschriebenen, Bücher ebenfalls in Norwegen erschienen, kehrte sie danach ganz zur schwedischen Sprache und einem schwedischen Verleger zurück. Noch heute arbeitet Enel Melberg als Schriftstellerin, wobei sie sich jedoch auch einen Namen als Übersetzerin aus dem Estnischen und dem Norwegischen machte. Als Schriftstellerin zeichnet sich Melberg dadurch aus, dass sie in ihren Büchern häufig den Sprachstil und das Sprachniveau wechselt, was sie selbst damit erklärt dass Schwedisch eben nicht ihre Muttersprache sei, sondern ihre Schreibsprache.


21. September 1568: Jöran Persson wird auf qualvolle Weise hingerichtet
21. September 1619: Die Stadt Alingsås erhält die Stadtprivilegien
21. September 1884: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
21. September 1916: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar
21. September 1918: Die Werft Öresundsvarvet in Landskrona 
21. September 1994: Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. August 2016

Die Schriftstellerin und Journalistin Elin Brandell

Elin Brandell, geborene Henriques, wurde am 14. August 1882 als Tochter eines Professors in Norrköping geboren, wuchs jedoch in Stockholm auf. Als Brandell 1906 ihr Studium an der Universität Uppsala mit einer Kandidatur in Philosophie beendete, begann sie bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, einer Tageszeitung, der sie 31 Jahre lang treu blieb und der sie teilweise auch ein neues Gesicht gab. Brandell zeichnete ihre Artikel, die vor allem aktuelle Tagesthemen betrafen, mit der Signatur Regan. Als Journalistin zeichnete sich Brandell dadurch aus, dass sie bei diesen Themen nie eine politische Stellung einnahm, sonder immer sachlich blieb, was ihr auch eine treue Leserschaft einbrachte.

Nach ihren Beiträgen im Lördagsklubben Histan, in dem eine fiktive Frauengruppe Tagesthemen, unter anderem das Wahlrecht für Frauen, diskutiert, begab sich Elin Brandell in die politische Szene, wenn auch erneut ohne politisch einzugreifen. Brandell besuchte den Reichstag und karikierte auf literarische Weise die verschiedenen Politiker, die sie sehr genau beobachtete. Die Journalistin schrieb über das Verhalten der Politiker, ihr Aussehen und ihr Engagement. Für Brandell zählte nur die Person und ihr Verhalten auf der politischen Tribüne, ein Zug, der der Dagens Nyheter sehr viele Leser brachte und Politiker in die Hoffnung versetzte von Brandell bemerkt zu werden.

Elin Brandell, die zur sogenannten Ligan gehörte, der Gruppe an Journalistinnen wie Elin Wägner, Ester Blenda Nordström und Gerda Marcus, war eine der wenigen Frauen jener Zeit, die nicht auf die weiblichen Spalten einer Zeitung verwiesen wurde, auch wenn gerade sie 1924 vermutlich eine Sonntagsbeilage für Frauen bei den Dagens Nyheter durchsetzte, obwohl sie sich persönlich wenig für Haushalt interessierte. Brandell hatte jedoch erkannt, dass diese Beilage der Zeitung eine größere Leserschicht bringen konnte, was sich unmittelbar bestätigte, denn diese Beilage wurde zur beliebtesten Sonntagsbeilage der weiblichen Leser der Zeitung.


14. August 1790: Der Frieden von Värälä und der schwedisch-russischen Krieg
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
14. August 1904: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma
14. August 1914: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman
14. August 1919: Der schwedische Künstler Gösta Sandels

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 19. Februar 2016

Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens

Elfrida Andrée wurde am 19. Februar 1841 als Tochter eines Landarztes in Visby auf Gotland geboren und gehört zu jenen Frauen Schwedens, die sehr früh für die Rechte der Frau eintraten, ohne jedoch in einer der offiziellen Frauenbewegungen zu finden zu sein. Dennoch war Andrée die erste Organistin einer Domkirche, die erste Telegrafistin des Landes und eine der wenigen Komponistinnen Schwedens, die selbst eine Gesetzesänderung erwirkte um allen Frauen den Weg zur Organistin zu ebnen. Jede Errungenschaft Andrées war mit einem Kampf für die Rechte der Frauen verbunden.

Im Alter von 19 Jahren stellte Elfrida Andrée ihren ersten Antrag um Telegrafistin zu werden, einen Beruf, der Frauen grundsätzlich verwehrt war. Obwohl ihr Vater den Antrag unterschrieb, mit dem Hinweis, dass die Tochter umsonst arbeiten würde und bereits über die nötigen Kenntnisse verfüge, wurde der Antrag abgelehnt, da diese Arbeit ungeeignet für Frauen sei. Zwei Jahre später schrieb Andrée persönlich an den König und stellte einen neuen Antrag, der jedoch erneut abgelehnt wurde. Erst 1864 öffnete dann das Telegrafenamt den Beruf auch für Frauen und akzeptierte die ersten 23 Frauen bei einer entsprechenden Ausbildung, darunter Elfrida Andrée, die anschließend drei Jahre lang als Telegrafistin arbeitete.

Bereits 1861 war Elfrida Andrée auch bei der finnischen Kirche und der französisch reformierten Kirche in Stockholm als Organistin beschäftigt, was ihr in der offiziellen Kirche des Landes um diese Zeit nicht möglich war. Auch hier kämpfte Andrée um ihre Rechte und, dank ihrer Fähigkeiten, gelang es ihr dann 1867 als Organistin in der Göteborger Domkirche beschäftigt zu werden, eine Arbeit, die sie bis zu ihrem Lebensende am 11. Januar 1929 behielt. Nachdem die Musikerin auch komponieren wollte, machte sie beim dänischen Komponisten Niels W. Gade eine Privatausbildung, denn in einem Konservatorium wurden Frauen in Schweden um diese Zeit nicht aufgenommen. Andrée schrieb mehrere Symphonien, Librettos und Orgelquintette, aber nur sehr wenige davon wurden bisher aufgeführt, denn auch dies war kein Beruf für eine Frau.

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Mittwoch, 3. Februar 2016

Die schwedische Feministin Stina Sundberg

Am 3. Februar 2011 starb die schwedische Feministin Stina Sundberg im Alter von 56 Jahren an Krebs und hinterließ damit in der feministischen Bewegung Schwedens eine große Lücke, da Sundberg sich auf jedem Niveau für die Rechte der Frau eingesetzt hatte und in gewissem Sinne auch mit dafür verantwortlich ist dass lesbische Frauen in Schweden offen zu ihrer sexuellen Neigung stehen können, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie die erste Vorsitzende einer Partei war, die damit an die Öffentlichkeit getreten war und der Feministischen Initative, neben Gudrun Schyman, einen gewissen Stempel aufdrückte.

Stina Sundberg kam am 11. August 1954 zur Welt. Über ihren Werdegang und ihre Ausbildung wird bis heute kaum etwas veröffentlicht. Mit knapp 30 Jahren hinterlässt Sundberg ihre ersten deutlichen Spuren, denn 1983 gehört sie zu den Gründungsmitgliedern der Frauenvolkshochschule in Göteborg. Sundberg trägt ab dieser Zeit ihre lesbische Neigung immer mehr in die Öffentlichkeit und arbeitet in sehr vielen feministischen Gruppen mit, unter anderem der Lesbisk Front und in der Entwicklung der Frauenhäuser in Schweden. Sundberg wurde dadurch in nur wenigen Jahren geradezu eine Symbolfigur der schwedischen Frauenbewegung.

Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Stina Sundberg auch in der Partei Feministisk Initiativ aktiv wird als sich diese im Jahre 2005 gründet. Von 2007 bis zu ihrem Tod ist Sundberg auch eine der beiden Vorsitzenden der Partei, wobei sie in dieser Position 2010 auch an der aufsehenerregenden Aktion auf Gotland beteiligt war, als die Feministisk Initiativ 100.000 Kronen öffentlich verbrannte um damit darauf aufmerksam zumachen, dass auch Frauen den gleichen Lohn wie Männer erhalten müssen und dies ein wichtiger Schritt in der Gleichstellung von Mann und Frau sei.

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Freitag, 22. Januar 2016

Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Alving

Als Barbro Alving, vor allem bekannt unter ihrer Signatur Bang, am 22. Januar 1987 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, ging sie gewissermaßen als Legende in die schwedische Geschichte ein, den es gab nur wenige Punkte in denen die Journalistin und Schriftstellerin nicht gegen die damaligen Normen verstieß und damit für viele Schweden, insbesondere für Frauen, ein Vorbild wurde, auch wenn nur wenige unter den Frauen auch in die Fußstapfen Bangs traten.

Barbro Alving war am 12. Januar 1909 als Sohn eines Lektors und einer Schriftstellerin in Uppsala zur Welt gekommen und begann 1928 als Journalistin für das Stockholms Dagblad zu arbeiten, wurde anschließend Reaktionssekretärin bei Idun und kam 1934 schließlich zu den Dagens Nyheter. Bei den Dagens Nyheter wurde Alving, die um diese Zeit bereits fast ausschließlich als Bang bekannt war, Reporterin und die erste weibliche Auslandskorrespondentin Schwedens. Alving berichtete von den Olympischen Spielen in Berlin, dem spanischen Bürgerkrieg unter Franco, dem finnischen Winterkrieg, dem sowjetischen Überfall in Ungarn und vielen anderen geschichtlichen Ereignissen in der ganzen Welt, und dies in einer im Verhältnis leicht zu lesenden Sprache. Aus diesem Grund ist Barbro Alving auch mehr als Journalistin bekannt als als Schriftstellerin, obwohl sie auch mehrere Bücher herausgab.

Der Einfluss von Barbro Alving ging jedoch weit über die journalistische Aktivität hinaus, denn 1938 bekam sie, mit dem Zeichner Birger Lundquist, eine Tochter, ohne dass Alving jedoch je an eine Heirat dachte. Als die Tochter, genannt Ruffa, ein Jahr alt war, bildete die Journalistin mit Anna Sjöcrona eine Familie, was dazu führte, dass vor allem
Sjöcrona für die Erziehung verantwortlich war, da Alving nahezu ständig unterwegs war. In den 50er Jahren kämpfte Alving, eine überzeugte Pazifistin, die auch zum katholischen Glauben übertrat, gegen den schwedischen Kauf von Kernwaffen und 1955 verweigerte sie die pflichtgemäße Teilnahme an Übungen des Zivilschutzes, was ihr einen Monat Gefängnis einbrachte. 1959 verließ die Journalistin die Dagens Nyheter, da der neue Chefredakteur ihre politische Meinung zu Kernwaffen und dem Atlantikpakt nicht teilte und begann für das Vecko-Journalen zu arbeiten. Barbro Alving war sehr stark von der Feministin Elin Wägner beeinflusst über die sie auch eine Biographie zusammenstellte.

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Dienstag, 12. Januar 2016

Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt

Marika Stiernstedt kam am 12. Januar 1875 als Tochter des Militärs und Freiherren Wilhelm Stiernstedt in Stockholm zur Welt und erhielt von ihrer polnischen Mutter eine rein katholische Erziehung. Obwohl sich Stiernstedt, die in Uppsala aufwuchs, sehr früh gegen das Frauenbild, das ihre Religion sah, wehrte, blieb sie bis zum Ende ihres Lebens katholisch. Trotz der Widerstände ihrer gesellschaftlichen Umgangsschicht sah Stiernstedt die Zukunft der Frau bei Bildung und einer gewissen persönlichen Freiheit, die ihr der Katholizismus nicht genehmigte.

Da die Erziehung und die Ausbildung von Marika Stiernstedt nach gehobenem katholischem Ideal erfolgen sollte und zu Hause vor allem Französisch gesprochen wurde, wurde die junge Stiernstedt im Alter von 13 Jahren in eine Klosterschule bei Paris geschickt, was vor allem dazu führte, dass die spätere Schriftstellerin nach ihrer Rückkehr nach Schweden sich als Autodidakt eine gewisse Bildung aneignen musste. Sehr viele ihrer Denkanstöße kamen von Ola Hansson und August Strindberg, deren Werke sie verschlang. Erstaunlich für jene Zeit war jedoch, dass Stiernstedts Vater ihre ersten Schritte zur Autorin unterstützte und daher 1894 Sven Vingedal, der erste Roman von Marika Stiernstedt, unter dem Pseudonym Mark Stern erscheinen konnte.

Ab 1905 trat Marika Stiernstedt mit ihrem Namen Marika Cederström als Schriftstellerin an die Öffentlichkeit, ging jedoch ein Jahr später, nach der Scheidung von Carl Cederström auf ihren Mädchenname zurück. Im Gegensatz zu den meisten Autorinnen ihrer Zeit, schildert Stiernstedt nicht das Leben ihrer Epoche, sondern das Verhältnis zwischen Mann und Frau und bindet dabei auch die Erotik ein. Auch wenn dies als skandalös betrachtet wurde, so hatte sie als Adelige und sich selbstversorgende Frau einen gewissen Freibrief, den sie auch während ihrer zweiten Ehe mit Ludvig Nordström behalten konnte. Die meisten Romane von Marika Stiernstedt, die am 25. Oktober 1954 in Finja in Skåne (Schonen) starb, haben kein glückliches Ende, da es in ihren Werken unmöglich scheint dass sich ein Liebesleben mit dem Selbständigkeitsstreben einer Frau vereinen lässt.

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Montag, 4. Januar 2016

Die feministische Literaturwissenschaftlerin Birgitta Svanberg

Als Birgitta Svanberg, geborene Barthelson, am 4. Januar 2013 in Stockholm starb, galt sie als eine der bedeutendsten Frauen der schwedischen Frauenbewegung, denn nicht nur dass Svanberg eine der Gründerinnen der feministischen Grupp 8 war, die sich in kurzer Zeit als Bewegung in ganz Schweden verbreitete, sondern Svanberg gilt als Pionierin der Forschung über Schriftstellerinnen, was sich bereits bei ihrer Disputation zeigte, denn sie wählte Agnes von Krusenstjerna zum Thema, die erste wissenschaftliche Abhandlung Schwedens zur weiblichen Literaturgeschichte.

Birgitta Svanberg war am 30. Dezember 1930 in Linköping zur Welt gekommen, war jedoch in Skövde aufgewachsen. Bevor Svanberg sich in den 60er Jahren der feministischen Bewegung Schwedens anschloss und in Uppsala Literaturwissenschaft studierte, hatte sie als Gymnasiallehrerin gearbeitet. Ab dieser Zeit forschte die feministische Wissenschaftlerin über die Mann-Frau-Rolle und sie veröffentlichte eine Vielzahl an Artikeln über Schriftstellerinnen Schwedens. In diesem Rahmen arbeitete Svanberg ab 1993 auch am Werk Nordisk kvinnolitteraturhistoria mit, der Geschichte der Frauenliteratur des Nordens.

Als Birgitta Svanberg Ende der 60er Jahre mit der Erforschung weiblicher Autoren begann, gab es kaum eine wissenschaftliche Abhandlung oder Zusammenstellung dieser Literatur, da Frauen immer noch nicht als relevant innerhalb der schwedischen Literatur galten. Erst Svanberg gelang es über ihre Veröffentlichungen darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen ebenso lange wie Männer literarisch aktiv waren und einen bedeutenden kulturellen Einfluss hatten. Gemeinsam mit Ebba Witt-Brattström stellte Svanberg daher zum Jahrtausendwechsel auch eine dreibändige Anthologie vor die erstmals das literarische Schaffen von schwedischen Frauen von der geschichtlichen Vorzeit bis heute beleuchtet. 

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