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Samstag, 12. November 2011

Lars Gyllensten, ein schwarzes Schaf der Svenska Akademien

Am 12. November 1921 wurde Lars Johan Wiktor Gyllensten in Stockholm geboren, der ursprünglich Arzt am Karolinska Institutet war, bevor er sich im Alter von 52 Jahren dazu entschloss hauptberuflich Schriftsteller zu werden. Da Lars Gyllensten zu jener Zeit bereits 17 Bücher veröffentlicht hatte und seit mehreren Jahren Mitglied der Svenska Akademien war, sowie seit 1968 auch im Nobelkomitee saß, was dies für den Arzt sicher keine sehr schwierige Entscheidung.

Lars Gyllensten gehörte zu den schwedischen Autoren, die die Konfrontation suchten und dabei sehr klare Vorstellungen von Gesellschaft und Politik hatten. Insbesondere in Fragen des Verkehrs, der Umwelt und der Sozialpolitik attackierte er zahlreiche Politiker durch Debattenartikel in Tageszeitungen. Als Gegner jedes Autoverkehrs hatte Lars Gyllensten nie ein Auto, er kämpfte gegen die wirtschaftliche Nutzung der Flüsse und 1960 veranlasste er eine Unterschriftensammlung in der sich zahlreiche Akademiker zu einem geringeren Gehalt bereit erklären, vorausgesetzt dass das damit eingesparte Geld in Entwicklungshilfe gesetzt wird.

Lars Gyllensten überwarf sich auch mit der Svenska Akademien als sich die Mitglieder nicht darüber einigen konnten Ayatolla Khomeni wegen der Todesdrohung an Salman Rushdie zu verurteilen. Auch wenn er die Akademien nicht verlassen konnte, so legte er sein Amt als ständiger Sekretär nieder und nahm anschließend an keiner Versammlung mehr teil. In seinen Memoiren im Jahre 2002 griff er die Svenska Akademien auch wegen dem Mobbing von Harry Martinson nach dem Nobelpreis für Literatur an. In diesem Werk rechnet er auch mit Olof Lagercrantz ab, der jede moderne Strömung im Kulturleben ablehnte und alte schwedische Werte hoch hielt.

12. November 1921: Lars Gyllensten, philosphische Gedanken zum Alltagsleben
12. November 1965: Filippa K wird zum Modeimperium in Schweden
12. November 1987: Cornelis Vreeswijk, eine musikalische schwedische Legende 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Juli 2011

Jan Myrdal als anti-imperialistischer Kämpfer

Am 19. Juli 1927 wurde der schwedische Schriftsteller Jan Myrdal, Sohn von Alva und Gunnar Myrdal, in Bromma, Stockholm, geboren, einer der landeskritischsten Autoren Schwedens, der sich vom kommunistischen Politiker zum anti-imperialistischen Kämpfer entwickelte und im Laufe seines Lebens die Kritik jeder politischen Seite herausforderte. Bekannt wurde Jan Myrdal auf der ganzen Welt durch sein Buch „Bericht aus einem chinesischen Dorf“, einem Ort, den der Schriftsteller immer wieder besuchte um die Entwicklung der chinesischen Bevölkerung aufzuzeigen.

Ab Ende der 60er Jahre wurde Jan Myrdal als die zentralste Figur der schwedischen Linken betrachtet und galt als Führer der von Mao inspirierten Gruppen. Nach dem Niedergang der 60er und 70er Bewegung war Myrdal der einzige schwedische Autor und Politiker, der seine Meinung zu Stalin, Pol Pot und Mao nicht änderte und deren Politik weiterhin verteidigte, obwohl die ganze Welt sie bereits wegen Verbrechen der menschlichen Rechte verurteilte.

Auch in den Folgejahren stand Myrdal mit seiner politischen Meinung auf einsamem Posten, denn er verteidigte den Eingriff der chinesischen Regierung am Platz des Himmlischen Friedens 1989 und im gleichen Jahr bezeichnete er Khomeinis Fatwa hinsichtlich Salman Rushdies als formell korrekt, da Rushdie in seinem Buch die Pfeiler des Islams angriff. Selbst seine Stellung zur Homosexualität lief gegen den Zeitgeist des modernen Schwedens, indem er sagte, dass sie Vernuft und Gefühle kränke. Myrdals bisher letztes Werk „Das Bewusstsein macht uns verantwortlich“ erschien im Jahre 2007. Im Jahre 2008 heiratete er, in vierten Ehe, die um 34 Jahre jüngere Lokalpolitikerin Andrea Gaytán Vega.

19. Juli 1670: Olof Celsius der Ältere und die Botanik der Bibel
19. Juli 1772: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft

Copyright: Herbert Kårlin