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Samstag, 6. April 2019

Der Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1893, nach seiner Hochschulreife, an der Universität Uppsala ein um dort nordische Sprachen zu studieren. Bereits während seiner Studienzeit beschäftigte sich Hesselman mit den verschiedenen Dialekten Schwedens und der Herkunft von Ortsnamen. Seine späteren Veröffentlichungen zu diesen Themen sollen ein bedeutender Beitrag zur Sprachforschung werden und sind bis heute großteils gültig.

Mit der Erforschung zum Beginn einer schwedischen Reichssprache, konnte Bengt Ivar Hesselman nachweisen, dass es erst ab dem 17. Jahrhundert zur Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache kam und alle vorhergehenden Lexika von dialektalen Ausdrücken geprägt waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte Hesselman damit eine Grundlage für die Entwicklung eines modernen Schwedisch, was sich auch bei den folgenden Ausbildungsreformen deutlich zeigte. Hesselman ging damit den Weg der Svenska Akademien, die eine offizielle Hochsprache in Schweden anstrebt.

In den 30er Jahren begann sich Bengt Ivar Hesselman, der am 6. April 1952 starb, mit der Sprachentwicklung im nordischen Raum zu beschäftigen und versuchte Geschichte, Kulturgeschichte und Sprachgeschichte von der Zeit der Wikinger bis heute zu verbinden und zu erklären. Diese, von heutiger Warte, sehr konservative Sprachforschung führte auch dazu, dass Hesselman 1935 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, auch wenn seine Ergebnisse in diesem Rahmen mehr unter nationalistischer Sicht gesehen werden müssen als innerhalb einer modernen Sprachforschung.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
6. April 1944: Die Schriftstellerin Viveca Lärn
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager
6. April 1962: Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. April 2019

Die Schriftstellerin Gunnel Vallquist

Gunnel Vallquist kam am 19. Juni 1918 als Tochter eines Oberleutnants in Stockholm zur Welt und studierte nach ihrer Hochschulreife an der Universität Uppsala Literaturgeschichte sowie nordische und romanische Sprachen. Während dieser Jahre näherte sich Vallquist immer mehr dem katholischen Glauben und begann auch für katholische Zeitschriften zu arbeiten. Nach Abschluss ihres Studiums zog Vallquist nach Frankreich, um jedoch von dort aus insbesondere für die Dagens Nyheter und das Svenska Dagbladet Essays zu schreiben und, ab 1950, die Werke Marcel Prousts zu übersetzen.

Mitte der 50er Jahre zog Gunnel Vallquist dann für einige Jahre nach Rom um an einer Biographie des italienischen Propheten Giorgio La Pira zu schreiben, wobei 1956 auch ihr erstes Buch erschien, die Essaysammlung Något att leva för, dem später weitere Essaybände folgen sollten. Die 50er und 60er Jahre waren daher geprägt davon, dass Vallquist einerseits die französische Literatur nach Schweden brachte, zum anderen davon, dass sie sich in Glaubensfragen für den Katholizismus einsetzte, den man in allen ihren Werken, und der Auswahl ihrer Übersetzungen finden kann.

Gunnel Vallquist war ab 1973 auch Mitglied der Bibelkommission, die eine moderne Version der Bibel schaffen sollte, trat jedoch aus der Kommission aus, weil sie der Meinung war, dass sich die Übersetzung zu wenig an den ursprünglichen Inhalt der Bibel halte, was man auch in Zusammenhang mit ihren eigenen Werken sehen muss, die stilistisch hochstehend sind, jedoch immer zu altertümlichen Ausdrücken und Redewendungen neigen, daher abseits der modernen Literatur liegen. Im Jahr 1981 wurde Gunnel Vallquist, die am 11. Januar 2016 starb, die Doktorwürde verliehen und am 1. April 1982 wurde sie in die Svenska Akademien gewählt um, nach Anders Österling, auf dem Stuhl Nummer 13 Platz zu nehmen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1820: Der Chemiker und Industrielle Henrik Gahn
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1895: Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Gustaf Regnér

Gustaf Regnér kam am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt und begann 1767 ein Studium an der Universität Uppsala, wo er sich auch dem Studentenverein Apollini Sacra anschloss. Bereits 1772 wurde er auch Mitglied im Stockholmer Utile Dulci, wo er für eines seiner Skaldestücke einen Preis erhalten hatte. Nach Ende seines Studiums wurde Regnér als Kanzleiangestellter im Kanzleikollegium beschäftigt und zog in diesem Zusammenhang nach Stockholm, wobei er seiner schriftstellerischen Neigung nur in seiner Freizeit nachging.

Auch wenn sich Gustaf Regnér als Skalde und Schriftsteller sah, und ab 1784 auch Redakteur der Stockholms post tidning und der Inrikes tidningar war, so waren seine Leistungen in diesem Bereich, von heutiger Warte aus gesehen, wenig überzeugend, denn seine  Werke zwischen 1776 und 1788 zeigen keine Persönlichkeit des Autors, sondern sind lediglich den Zeitströmungen angepasst, auf eine Weise, dass er damit zwar literarische Preise der Vitterhetsakademien und der Svenska Akademien erhielt, jedoch von den Literaten der Zeit kaum wahrgenommen wurden.

Die tatsächliche Leistung des Schriftstellers Gustaf Regnér ist indes auf einem anderen Gebiet zu finden, nämliche seinen Kritiken und den Beiträgen zur literarischen Entwicklung des damaligen Schweden. Regnér widersetzte sich dabei dem damaligen Einfluss der französischen Literatur und des Theaters und kämpfte für eine modernere Literatur, die, seiner Meinung nach, vor allem aus Deutschland kam, aber auch im nordischen Raum keimte. Einerseits unterstützte Regnér Thomas Thorild, der sich vom gereimten Vers abwandte, andererseits wollte Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, die ältere schwedische Poesie wieder zum Leben erwecken, ein gewisser Widerspruch, was vermutlich mit dem Romantizismus verbunden ist, der um diese Zeit in der deutschen Literatur zu finden war, die Regnér als Leitbild zukünftiger schwedischer Literatur sah.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1918: Der Designer Olle Eksell
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. April 2018

Der Musiker und Kunstkritiker Ulf Linde

Ulf Linde kam am 15. April 1929 als Sohn eines Ingenieurs in Stockholm zur Welt und entschied sich nach seiner Hochschulreife für die Karriere als Jazzmusiker. Zu Beginn der 50er Jahre spielte er, unter anderem mit Musikern wie Arne Domnérus und Putte Wickman. Gleichzeitig begann Linde jedoch auch ein Studium an der Universität Stockholm, wo er erst ein Chemiestudium begann, dann jedoch Philosophie, Ethnographie und Kunstgeschichte wählte. Parallel hierzu ging dann seine berufliche Karriere als Musiker immer mehr Richtung Kunst über.

Ab 1952 begann Ulf Linde Kunstkritiken in den Dagens Nyhetern zu schreiben, was nur vier Jahre später zu einer festen Zusammenarbeit führte, da sich Linde bei seinen Kritiken von den herkömmlichen Werten eines Kunstkritikers entfernte und die Kritik in eine eigene literarische Kunstform verwandelte, aber auch den Betrachter eines Werkes zu einer Art „Zusammenarbeit“ aufforderte. Erst als Linde 1968 an der Kunsthochschule eine Professur in theoretischer Kunst erhielt, endete seine Tätigkeit bei den Dagens Nyheter.

Nachdem Ulf Linde zwischen 1973 und 1976 bereits Intendant des Moderna Museet in Stockholm war, wurde er 1977 Direktor der Thielska Gallerie, eine Aufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 behielt. Im gleichen Jahr wurde Ulf Linde, der am 12. Oktober 213 in Stockholm starb, auch in die Svenska Akademien gewählt und nahm, nach Eyvind Johnson, auf dem Stuhl Nummer 11 Platz. Diesen Stuhl verdankte Linde insbesondere seinen Kunstkritiken, obwohl zu jener Zeit der Umfang und die Reichweite seiner Arbeiten nicht bekannt war, da die Arbeiten Lindes weit verteilt waren und erst später in gesammelter Form vorgelegt wurden.

15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
15. April 1992: Die schwedische Sängerin Amy Diamond
15. April 2003: Karin Fryxell und die Sagenwelt des Värmland

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. März 2018

Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Fredrik Ferdiand Carlson kam am 13. Juni 1811 als Sohn eines Juristen und Regierungspräsidenten in Alsike zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1825 Geschichte und Philosophie an der Universität Uppsala, an der er auch von 1849 bis 1876 Professor in Geschichte war, was dem Wissenschaftler auch dazu verhalf 1859 in die Svenska Akademien aufgenommen zu werden. Bedeutend für Carlson war allerdings sein Aufenthalt an der Universität in Berlin, da er sich dort, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala, mit der modernen Quellkritik auseinandersetzte, die seine spätere Karriere in der Geschichte stark beeinflusste.

Nach Abschluss seines Studiums und seines Aufenthalts in Berlin kehrte Fredrik Ferdiand Carlson nach Stockholm zurück und akzeptierte den Dienst als Lehrer der Söhne des Königs Oscar I., was zu zahlreichen Aufenthalten im Ausland führten. Während seiner Zeit in England machte er sich in diesem Zusammenhang mit den liberalen Strömungen des Landes vertraut. Diese Erfahrungen waren dafür verantwortlich, dass Carlson später, in seiner Rolle als Staatsrat, zum einen für die Religionsfreiheit kämpfte, zum anderen aber, sehr erfolgreich, das gesamte Ausbildungssystem Schwedens reformierte. Bei sämtlichen Reformvorschlägen Carlsons bewährten sich seine Geschichtskenntnisse, da er mit Hilfe dieser Argumente eine Logik seiner Ausführungen aufzeigen konnte.

Auch wenn Fredrik Ferdinand Carlson, der am 18. März 1887 in Stockholm starb, sich als Geschichtswissenschaftler auf die Zeit der Könige Karl X. Gustav und Karl XII. spezialisiert hatte, muss seine Leistung weitaus umfassender gesehen werden, denn Carlson war der erste Geschichtswissenschaftler Schwedens, der die schwedische Geschichte nicht mehr als eigenständig betrachtete, sondern diese im Zusammenhang mit den anderen europäischen Ländern betrachtete, da der Wissenschaftler davon ausging, dass jede bedeutende Handlung eines europäischen Landes auch andere Länder beeinflussen muss.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. Februar 2018

Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson

Hans Larsson starb am 16. Februar 1944 in Lund und ging als einer der modernen Philosophen in die Geschichte Schwedens ein, da er er These folgte, dass das Bewusstsein eines Menschen vor allem intuitiv sei und nicht auf eine pure Logik aufbaue. Larsson nahm damit einen Streit mit dem populären französischen Philosophen Henri Bergson auf, der Verstand und Intuition im philosophischen Denken voneinander trennte. Larsson befand sich daher in der akademischen Welt relativ isoliert, da er die Denkweise Kants weiterentwickelte und damit gegen herrschende Strömungen anging.

Hans Larsson kam am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirtes zur Welt, besuchte dennoch die Kathedralschule in Lund und schrieb sich nach seiner Hochschulreife 1881 an der Universität Lund ein, legte 1888 mehrere Examen ab und wurde noch im gleichen Jahr Dozent für theoretische Philosophie an der gleichen Universität. Nach einigen Jahren als Dozent an der Universität Uppsala kam Larsson 1901 als ordentlicher Professor zurück nach Lund und blieb der Universität bis zu seiner Pensionierung treu, wobei Larsson 1925 auch in die Svenska Akademien gewählt wurde.

Hans Larsson, der auch mehrere erfolgreiche Romane schrieb, leitete dennoch den Umbruch des philosophischen Denkens in Schweden ein und beeinflusste deutlich andere Philosophen wie Alf Ahlberg oder Gunnar Aspelin. Larsson beschränkte sich jedoch nicht nur auf theoretische Philosophie, sondern begann sich ab 1910 auch in die politische Debatte einzumischen indem er in der Presse deutlich Stellung gegen den wachsenden Nationalismus einnahm und sich vom autoritären Denken der neuen Aristokratie abwandte. Insbesondere die Philosophie Nietzsches sah er als falschen Weg an, da diese die persönliche Entfaltung in Frage stellte. Für Larsson war nicht die Macht eines Landes oder einer Person anzustreben, sondern ein übergreifendes Denken.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Februar 2018

Die schwedische Schriftsteller Per Adolf Granberg

Per Adolf Granberg kam am 17. April 1770 in einer kinderreichen und sehr armen Familie in Göteborg zur Welt, da der Vater drei Jahre vor seiner Geburt in Konkurs gegangen war und mit seiner Tätigkeit als Kontrolleur der Ostindien Gesellschaft kaum die Familie ernähren konnte. Erschwerend kam hinzu, dass Granberg ohne linken Unterarm geboren wurde und daher eine Holzhand hatte. Ohne eine besondere Bildung zu erhalten, gelang es Granberg jedoch einige Sprachkurse zu besuchen und eine Vielzahl der deutschen, englischen und französischen Schriftsteller zu lesen, um anschließend in der gehobenen Gesellschaft Anstellungen als Privatlehrer, insbesondere für Englisch und Französisch, zu erhalten.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer betätigte sich Per Adolf Granberg insbesondere als Poet und 1797 erschien auch sein erster Gedichtband Odödlighetens hopp, dem während der folgenden 13 Jahre mehrere Weitere Gedichtbände und Novellen folgen sollten. Auch wenn Granberg Stimmungen sehr gut erfassen und darstellen konnte, so sind seine Werke leider mehr von seinen ausgezeichneten Kenntnissen anderer Autoren geprägt als einem persönlichen Stil, was auch verhinderte, dass er in literarischen Kreisen Schwedens wirklich anerkennt wurde. In diesem Punkt zeigte sich auch deutlich wie schwierig es war für einen Autodidakten den gesellschaftlichen Aufstieg zu schaffen.

Ab 1810 stürzte sich Per Adolf Granberg in eine bedeutende literarische Aktivität, ging jedoch nun mehr den Weg eines wissenschaftlichen Autors und arbeitete jahrelang an geschichtlichen und ökonomischen Werken, teilweise auch auf Auftrag, auch wenn ihn diese Aufgaben nicht aus der ständigen finanziellen Not befreien konnten. Letztendlich akzeptierte Granberg auch eine Tätigkeit als Beamter und übersetzte Dramen aus dem Englischen, die zwar aufgeführt wurden, aber von der gehobenen literarischen Schicht Schwedens auf das härteste kritisiert wurden, obwohl es Granberg gelungen war sogar einen Preis der Svenska Akademien zu erringen. Per Adolf Granberg starb am 5. Februar 1841 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti
5. Februar 2010: Die Linnéuniversität in Kalmar 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Januar 2018

Der schwedische Philosoph Vitalis Norström

Vitalis Norström kam am 29. Januar 1856 als Sohn eines Landvermessers in Åmål zur Welt und studierte am 1873 an der Universität Uppsala Philosophie, legte dort ein Examen nach dem anderen ab und begann nach seinem Doktortitel dort auch als Dozent zu arbeiten. Ab 1890 gab Norström dann an der Hochschule in Göteborg philosophische Vorlesungen und wurde dort drei Jahre später auch zum ordentlichen Professor ernannt. Im gleichen Jahr wurde Norström auch in der Akademie der Wissenschaften aufgenommen und vier Jahre später nahm er auf dem Stuhl 18 der Svenska Akademien Platz.

Vitalis Norström nimmt unter den schwedischen Philosophen eine sehr konservative Stellung ein, die geprägt ist von der Geschichte Griechenlands und den konservativen religiösen Strömungen seiner Zeit, verbunden mit einer Verehrung großer Helden der Geschichte. Für Norström hatte das Volk innerhalb der philosophischen Denkweise und Logik keinen Platz. Norström setzte daher innerhalb des philosophischen Denkens die Linie der beiden Philosophen Christopher Jacob Boström und Carl Yngve Sahlin fort, die bei fehlender Konsequenz die Logik Gott zuschrieben. Erst gegen die Jahrtausendwende wandte sich Norström dann von den Ideen seiner Vorgänger teilweise ab.

Im Laufe der Jahre entfernte sich Vitalis Norström mehr und mehr davon Philosophie mit der Realität zu verbinden, sondern er sah die Philosophie als rein wissenschaftliche Linie, die nicht grundsätzlich auch eine logische Erklärung erfordert. Gegen die Jahrtausendwende, mit dem Aufstreben der Nationalromantik, näherte sich Norström der Gedankenwelt Nietzsches und übernahm seine Lehre zur Kulturkritik, was sich sehr deutlich in den literarischen Werken des schwedischen Philosophen zeigt, der am 19. November 1916 im Alter von 60 Jahren in Alingsås starb.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1949: Der grüne Politiker Birger Schlaug 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Januar 2018

Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing

Gottfrid Billing kam am 19. April 1841 als Sohn eines Regionalpolitikers in einem alten Geschlecht Skånes in Önnestad zur Welt und studierte an der Universität Lund Theologie, wobei der Theologe von Beginn an sowohl in der Politik als auch der Religion eine sehr konservative Haltung einnahm, was, auf Grund seines Einflusses, auch die Entwicklung Schwedens zum Teil über Jahre hinweg bremste. Mit 40 Jahren wurde Billing Professor der Theologie an der Universität Lund, 1884 Bischof des Stiftes Västerås und nur ein Jahr später auch oberster Hofprediger der Königshauses.

Seine engen Beziehungen zum Königshaus und den konservativen kirchlichen  Kreisen führten dazu, dass Gottfrid Billing gefragt wurde, ob er Anton Niklas Sundberg als Erzbischof folgen wollte. Billing lehnte das Angebot ab, ließ sich dafür jedoch in die Svenska Akademien wählen, da dies mit mehr Prestige verbunden war. Billig vertrat die Svenska Kyrkan auch als konservativer Politiker beim Reichstag von Västerås. Hier gelang es dem Politiker jede Anfrage nach einem allgemeinen Wahlrecht zu blockieren, wobei er insbesondere Frauen von der gesellschaftlichen Entwicklung ausschließen wollte.

Auch in theologischen Fragen zeigte sich Gottfrid Billing als extrem konservativ, was sich insbesondere darin ausdrückte, dass er noch 1910 die Existenz des Teufels vertrat, denn schließlich habe Jesus selbst diese Aussage verbreitet. In diesen Jahren gab es mehrere fortschrittliche Theologen, die die Kirche erneuern wollten und daher die Existenz des Teufels bereits als Dummheit bezeichneten. Billing konnte die Verbreitung dieser modernen Meinung weitgehend bremsen. Nach dem ersten Weltkrieg zog sich Gottfrid Billing, der am 14. Januar 1925 in Lund starb, aus dem öffentlichen Leben zurück, behielt jedoch bis zu seinem Tod das Amt als Bischof und erster Hofprediger und war weiterhin aktives Mitglied der Svenska Akademien.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. Januar 2017

Der schwedische Politiker Ludvig Manderström

Ludvig Manderström wurde am 22. Januar 1806 als Sohn eines Kammerherren in Stockholm geboren. 1819, im Alter von 13 Jahren schrieb sich Manderström an der Universität Uppsala ein, wo er fünf Jahre später das Kanzleiexamen ablegte um unmittelbar danach als Kanzleiangestellter in der Handels- und Finanzinspektion beschäftigt zu werden. Auf Grund seiner extrem guten Kenntnisse der französischen Sprache fiel Manderström auch König Karl XIV. auf, der den angehenden Politiker 1837 zum zweiten Sekretär des Kabinetts für ausländischen Briefwechsel machte und zwei Jahre später dann zum ersten Sekretär dieses Amtes ernannte.

Da Ludvig Manderström auch eine Ausbildung als Diplomat erhalten hatte, wollte Oscar I. ihn bei seinem Amtsantritt zum Außenminister machen, was Manderström jedoch ablehnte, da er zum einen wenig von der Außenpolitik des neuen Königs hielt, noch aber dem Skandinavismus die Bedeutung geben wollte, die Oscar I. anstrebte. Als dann jedoch Karl XV. auf den Thron Schwedens kam, konnte er dies nicht mehr ablehnen, da ihn der König dafür aus Frankreich, wo er um diese Zeit als Diplomat arbeitete, zurückbeordnete. Für Manderström brachte dies mehrere Probleme mit sich, da er auch nicht hinter allen Ideen des neuen Königs stand, andererseits jedoch die einzige Person war, die um jene Zeit dieses Amt übernehmen konnte.

Die Rolle als Außenminister zwang Ludvig Manderström immer wieder zu Kompromissen zwischen dem Interesse des Königs, der ein großes gemeinsames und starkes Skandinavien suchte und der Vermeidung eines Krieges. Aus diesem Grund geriet Manderström auch immer wieder zwischen die Stühle der offiziellen Politik des Landes, was letztendlich auch dazu führte dass er ab 1866 einen ehrenhaften Weg für den Rücktritt sichte, den er nur zwei Jahre später auch fand. Auf diese Weise konnte Manderström, der Mitglied der Svenska Akademien war und am 18. August 1873 in Köln in Deutschland starb, eine wichtige politische Rolle in der schwedischen Politik behalten und wurde auch zum Präsidenten des Kammerkollegiums ernannt.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Bang 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Januar 2017

Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg

Carl Wilhelm August Strandberg, bekannt als Talis Qualis, wurde am 16. Januar 1818 als Sohn eines Priesters in Sigtoma im Södermanland geboren und schrieb sich, nach seiner Hochschulreife in Strängnäs und einigen Jahren als Privatlehrer, 1834 an der Universität Uppsala ein, um jedoch bereits ein Jahr später zur Universität Lund zu wechseln. Ab 1844 war Strandberg dann als Journalist aktiv und arbeitete, unter anderem, auch beim Stockholms Dagblad. Zur gleichen Zeit veröffentlichte Strandberg auch seine ersten Gedichte, die unmittelbar ein bedeutendes Aufsehen erregten.

Die ersten Gedichte von C. V. A. Strandberg waren sehr stark vom sogenannten Jungen Deutschland geprägt und zeugten vom politischen Freiheitsdrang und der Unterstützung der Unterdrückten, was sich vor allem in seinem ersten Gedichtsband Sångar i pansar des Jahres 1845 sehr deutlich ausdrückt. Nur drei Jahre später zeigte der Poet dann bereits mehr Reife und weniger Aggression in seinen Gedichten, denn bei seinem Werk Vilda rosor des Jahres 1848 ist der Stil seiner Werke ausgeglichen und die politischen Botschaften verschwinden. Aus dem Revolutionär Talis Qualis war damit ein ausgereifter Dichter geworden.

Auf Grund seiner permanenten schlechten finanziellen Situation war  C. V. A. Strandberg gezwungen auch als Übersetzer zu arbeiten, eine Aufgabe, bei der seine wahre Fähigkeit hervorkam, denn nach zahlreichen Kritikern legte er die beste Übersetzung von Don Juan vor, die jemals in Schweden veröffentlicht wurde, denn Talis Qualis war in der Lage alle Gefühle des Originals ins Schwedische zu übertragen, als ob er die Handlung selbst erlebt hätte. Erst ab 1860 verbesserte sich die finanzielle Lage des Schriftstellers, als ihn die Svenska Akademien zu unterstützen begann und Strandberg damit offiziell als Poet anerkannt wurde. Nur zwei Jahre später wurde er dann auch in die Svenska Akademien gewählt. Am 5. Februar 1877 starb  C. V. A. Strandberg an seinem Schreibtisch.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute 
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Januar 2017

Der schwedische Historiker Hans Forssell

Hans Forssell wurde am 14. Januar 1843 als Sohn eines Prosten in Gävle geboren und schrieb sich bereits mit 16 Jahren an der Universität Uppsala ein um dort Geschichte und Philosophie zu studieren. Forssell war die ersten Jahre ohne klare Richtung, denn in Geschichte suchte er nach einer für ihn interessanten Epoche und in der Philosophie war es mehr die Suche nach dem Sinn des Lebens, denn der extrem religiöse Student suchte die Verbindung zwischen Glauben und Wissenschaft, was allerdings gleichzeitig dazu führte dass er von seinen Eltern als Freidenker gesehen wurde, der sich langsam vom wahren Glauben abwandte.

Obwohl sich Hans Forssell nach Ende seines Studiums vor allem als Historiker sah, der sich vor allem mit der Zeit von Gustav I. beschäftigte und eine wissenschaftliche Karriere vor sich sah, so musste seine Forschung immer wieder zurückstehen, da er mehrere bezahlte Aufgaben akzeptieren musste um seine 1867 gegründete Familie, später auch seine Mutter, versorgen zu können. Herausragend war um diese Zeit die Arbeit Forssells für die Svensk litteraturtidskrift, da er hier nicht nur die Redaktion leitete, sondern auch zahlreiche Artikel schrieb. In der Fortsetzung verfasste Forssell dann auch mehrere Hefte zur allgemeinen Volksbildung. Diese intensive Arbeit führte 1881 auch dazu dass der Schriftsteller und Wissenschaftler in der Svenska Akademien aufgenommen wurde.

Wie in jenen Kreisen üblich, so war Hans Forssell auch politisch aktiv. Als er knapp 30 Jahre alt war, sah man ihn mit seinem liberalen Gedankengut bereits als die „Zukunft“ Schwedens, aber sein persönlicher Charakter verhinderte den großen Aufstieg, auch wenn Forssell unter Louis De Geer Finanzminister war. Kaum eine seiner Ideen konnte verwirklicht werden, da Forssell extrem unsozial und zudem arrogant wirkte, was in keinem der Ausschüsse in denen er vertreten war, geschätzt wurde. Hans Forssell, der am 2. August 1901 in Graubünden in der Schweiz starb, konnte daher nie seine innersten Wünsche erfüllen und selbst sein Geschichtswerk blieb gewissermaßen unvollständig.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius 
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. Dezember 2016

Der schwedische Literaturwissenschaftler Horace Engdahl

Horace Engdahl kam am 30. Dezember 1948 als Sohn eines Offiziers in Karlskrona zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Stockholm Literaturwissenschaft, ein Studium, das er 1987 mit des Disputation Den romantiska texten abschloss. Diese Abhandlung sollte für die Zukunft Engdahls von Bedeutung werden, da er dabei die Linie von Walter Benjamin und Paul de Man einnahm und daher sehr deutlich mit allen damaligen schwedischen Theorien und Abhandlungen zur Romantik brach. Noch heute wird in Schweden diese Arbeit des Literaturwissenschaftlers als kontrovers betrachtet.

Horace Engdahl richtete seine gesamte Forschung zur Literaturgeschichte auf eine Konfrontation aus, was sich bereits 1977 zeigte, als der Literaturwissenschaftler einer der Gründer der Zeitschrift Kris war und dabei gegen die traditionelle Betrachtungsweise der Literaturtheorie ankämpfte. Diese Konfrontation brachte Engdahl zwar sehr viele Feinde unter Akademikern, führte jedoch gleichzeitig dazu dass er eine neue Denkweise in der Literaturwissenschaft öffnete und damit Bestseller schuf die mittlerweile zu einem neuen literaturwissenschaftlichen Denken führten. Weiterhin gelang es Engdahl damit Leser zu finden, die sich vorher nicht für wissenschaftliche Abhandlungen interessierten.

Das bedeutendste Werk Horace Engdahls, der 1997 in die Svenska Akademien gewählt wurde, war vermutlich das Beröringens ABC: essä om rösten i litteraturen, eine Art Literaturgeschichte in chronologischer Ordnung in der Engdahl die Frage stellt wie der Text eines Autors aufgefasst werden muss, da die literarische Sprache sehr viele Elemente enthält die nicht klar zu definieren sind und daher auch bei jeder Übersetzung verloren gehen. Engdahl geht auch hier einen eigenen Weg, der unmittelbar logisch klingt, aber auch Kritik herausfordert, da auch die Vorgehensweise der Literaturwissenschaftlers subjektiv ist und daher in Frage gesetzt werden kann.


30. Dezember 1661: Das Schloss Drottningholm brennt ab
30. Dezember 1886: Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab
30. Dezember 1913: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
30. Dezember 1915: Der schwedische Diplomat Sverker Åström
30. Dezember 1923: Carl-Göran Ekerwald, ein literarischer Forscher des Jämtland
30. Dezember 1923: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden
30. Dezember 1946: Die Stadt Kramfors erhält ihr Stadtwappen
30. Dezember 1967: Es erfolgt der erste Spatenstich für die Ölandbrücke
30. Dezember 1995: Katarina Taikon, die bekannteste Roma-Autorin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Dezember 2016

Der Dichter und Journalist Johan Nybom

Johan Nybom kam am 5. Dezember 1815 als Sohn eines Schuhmachers und Zollbeamten in Uppsala unter sehr bescheidenen Verhältnissen zur Welt. Da Nyblom sich als sehr intelligent zeigte, unterstützten ihn mehrere Bekannte des Vaters und ermöglichten ihm die Kathedralschule Uppsalas zu besuchen und, nach seiner Hochschulreife, die Universität Uppsala zu besuchen. Während Nybom seinen Traum Priester zu werden mangels seiner Leistungen aufgeben musste, zeigte er eine außerordentliche Fähigkeit als Dichter. Bereits als Student trat Nybom daher immer wieder als Repräsentant der Studentenschaft an die Öffentlichkeit, zeigte jedoch seine Fähigkeiten auch bei einigen Reisen durch Schweden.

Das neue Ziel Johan Nybloms war daher Dichter zu werden. Die ersten romantischen Gedichte veröffentlichte Nybom in verschiedenen Zeitschriften und Kalendern, wobei ihn jedoch auch in dieser Zeit nur die Unterstützung von Gönnern vom Leben in der Armut retteten. Um als Dichter Anerkennung zu finden, nahm Nyblom auch mehrmals an den Wettbewerben der Svenska Akademien teil, wo er jedoch 1838 für Sista Natten i Alhambra nur den Zweiten Preis erhielt, der ihm einige Jahre später erneut für ein späteres Werk verliehen wurde. Der Erfolg Nyboms als Dichter lag vor allem daran, dass er immer in der Zeitströmung blieb und die Sprache bis zur Perfektion meisterte.

Zwischen 1844 und 1848 veröffentlichte Johan Nyblom seine gesammelten Gedichte in vier Bänden und lebte vor allem von öffentlichen Vorträgen seiner Gedichte, aber auch davon, dass er jährlich eine gewisse Summe von der Svenska Akademien erhielt die an die bedeutendsten Dichter der Zeit vergeben wurde. Als Nyblom, der am 23. Mai 1889 in Västerås starb, im Jahre 1860 von Uppsala nach Västerås zog, folgte ihm zwar sein Ruhm, aber die Zeit als Dichter war vorbei. Nyblom begann daher als Journalist bei der Westmanlands läns tidning zu arbeiten, wo einer seiner Freunde aus Uppsala Chefredakteur war. Auch wenn Nyblom dort immer mehr dem Alkohol verfiel, konnte er bis zu seinem Tod als Journalist arbeiten.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt
5. Dezember 2013: Vom Kallax zum Luleå Airport 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. November 2016

Der philosophische Schriftsteller Lars Magnus Enberg

Lars Magnus Enberg  kam am 3. November 1787 offiziell als Sohn eines Schöffen in Millesvik im Värmland zur Welt, wobei jedoch das Geburtsdatum nicht in den Kirchenbüchern eingetragen wurde und des Gerücht lief dass Enberg der nicht anerkannte Sohn des Philosophen Nils von Rosenstein sei. Als Enberg neun Jahre alt war, zog die Familie nach Stockholm, wo der spätere Schriftsteller auch die Hochschulreife machte, wobei er einen Teil seiner Bildung auch von seinem mutmaßlichen Vater erhielt an den er von König Gustav IV. Adolf verwiesen wurde als der Junge einmal vor dem König seine ausgezeichneten Bibelkenntnisse bewiesen hatte.

Am 3. Oktober 1802 schrieb sich Lars Magnus Enberg an der Universität Uppsala ein um dort Philosophie zu studieren. Bis zur Promotion im Jahre 1809 wurde Enberg sowohl vom König als auch vom Philosophen von Rosenstein finanziell unterstützt. Nach Abschluss des Studiums kehrte Enberg nach Stockholm zurück um dort im Schuldienst zu arbeiten und, unter anderem, auch Philosophie, Schwedisch, Englisch und Hebräisch zu unterrichten, was allerdings auch Kritik hervorrief, da die Stärke Enbergs in Philosophie, Schwedisch, Latein und Literatur zu finden war, auf keinen Fall jedoch in Hebräisch. Innerhalb der Philosophie war Enberg eine der Personen, die mit der alten Philosophie Rosensteins, Immanuel Kants und Johann Gottlieb Fichtes brachen um der Lehre eine neue Richtung zu geben.

Die literarische Aktivität von Lars Magnus Enberg setzte spätestens während seines Studiums in Uppsala ein, denn ab dieser Zeit schickte er Beiträge an die Svenska Akademien, die ihm 1814 für Äreminne öfver riksrådet och fältmarskalken grefve Johan Banér  den Großen Preis der Akademie verlieh, dem zwei weitere Große Preise folgten, was wiederum dazu führte dass Enberg 1824, nach dem Tod Rosensteins, in die Svenska Akademien aufgenommen wurde. Sein erster bedeutender Einsatz als Akademiemitglied war die Herausgabe einer schwedischen Sprachlehre, die allerdings kaum Neues brachte, sondern mehr als Materialsammlung zu sehen ist. Neben Lehrbüchern zu unterschiedlichen Themen veröffentlichte Lars Magnus Enberg, der am 20. November 1865 starb, insbesondere Werke zur Philosophie und der Geschichte, die allerdings heute kaum noch eine Bedeutung haben.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1905: Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind
3. November 1995: Die Filmstadt Sergel in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Hjalmar Edgren

Hjalmar Edgren wurde am 18. Oktober 1840 als Sohn eines Fabrikverwalters in Östanås im Värmland geboren und besuchte nach einigen Jahren Privatunterricht zu Hause das Gymnasium in Karlstad, um dann 1858 die Hochschulreife an der Universität Uppsala abzulegen. Statt einem Studium wählte Edgren anschließend jedoch eine militärische Karriere. Nach drei Jahren im Regiment Värmland entschied sich Edgren am amerikanischen Sezessionskrieg teilzunehmen. Als der Militär 1865 nach Schweden zurückkehrte, diente er weitere fünf Jahre als Leutnant, kehrte jedoch bereits 1970 dem Militär ganz den Rücken.

Hjalmar Edgren unternahm anschließend in Deutschland und in Frankreich Sprachstudien um dann erneut nach Amerika zu gehen, wo er nach einer Kandidatur in Philosophie unter anderem in Yale mehrere Sprachen unterrichtete. Nach seinem Doktorexamen in Yale im Jahre 1874 wurde Edgren dort Dozent für Französisch und Professor in Sanskrit. Bis 1901 war der Sprachwissenschaftler dann wechselweise an amerikanischen und schwedischen Universitäten aktiv, verbrachte jedoch die letzten beiden Jahre seines Lebens, als Mitglied der Svenska Akademien, in Stockholm, wo er am 9. Dezember 1903 starb.

Hjalmar Edgren war als Autor sehr produktiv, widmete sich jedoch überwiegend sprachwissenschaftlichen Werken und Übersetzungen. Als Übersetzer waren vor allem seine Übertragungen von altindischen Gedichten von großer Bedeutung. Neben einer Reiseschilderung Mexikos schrieb Edgren vor allem Gedichte mit einem deutlichen idealistischen Stempel. Sein erster Gedichtband Dikter erschien bereits 1884 und Brusta återljud kam erst nach seinem Tod auf den Markt. Gesamt gesehen spielen die Übersetzungen Edgrens innerhalb des literarischen Geschehens in Schweden eine weitaus bedeutendere Rolle als seine eigenen Werke, da er Strömungen aus den USA und England nach Schweden brachte.


18. Oktober 1807: Carl Fredrik Ridderstad und der schwedische Feuilletonroman
18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 1860: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
18. Oktober 1868: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
18. Oktober 1891: Der vergessene schwedische Histologe Gösta Häggqvist
18. Oktober 1905: Der schwedische Komponist Dag Wirén
18. Oktober 1924: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin