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Mittwoch, 25. März 2015

Der schwedische Spion Bertil Ströberg

Als Bertil Ströberg am 25. März 2012 an den Folgen eines Krebsleidens im Alter von 79 Jahren starb, war es ihm trotz enormer Anstrengung nicht gelungen zu beweisen, dass er kein Spion war, sondern das unschuldige Opfer einer Konspiration, obwohl gerade dies in den letzten Jahren seiner Lebens immer wahrscheinlicher wurde. Rechtswissenschaftler fragen sich mittlerweile warum Ströberg überhaupt als Spion zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde, da es keinerlei Beweise gab und das Urteil nur deswegen zu Stande kam, weil die Richter seinen Aussagen keinen Glauben schenkten.

Bertil Ströberg war am 30. März 1932 in Västra Torsås zur Welt gekommen und meldete sich nach der sechsjährigen Volksschule freiwillig zum Militärdienst. Im Ausbildungszentrum der Verteidigung holte er anschließend die Hochschulreife nach und wurde zum Offizier der Luftwaffe. In dieser Eigenschaft hatte Ströberg Zugang zu sämtlichen Informationen des militärischen Kommunikationssystems, nicht jedoch zu anderen geheim gehaltenen Informationen. Der Offizier gehörte dennoch zur Gruppe der Personen, die ein Risiko für die Sicherheit des Landes ausmachen konnten und wurde daher routinemäßig von der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo überwacht.

Als Bertil Ströberg am 20. Mai 1983 einen an Sven-Roland Larsson adressierten Einschreibebrief bei einem Postamt in Stockholm abholen wollte, wurde er von der Säpo wegen Spionageverdacht festgenommen. Seine Aussage, dass er den Brief für eine dritte Person abholte, die gesundheitlich verhindert war, nahmen ihm weder Säpo noch die Richter ab. Da weder im Brief noch in der polnischen Botschaft, die als Spionage-Partner dienen sollte, Beweismaterial gefunden wurde, wurde das Urteil weder in erster noch in zweiter Instanz einheitlich gefällt, aber es kam zur Verurteilung Ströbergs, der bis zum Tode seine Unschuld beteuerte. Noch 2010 wurde bekannt, dass die Säpo den Namen Sven-Roland Larsson bereits 1957 benutzt hatte, was Ströberg nicht wissen konnte, und es wurde bekannt, dass die Sicherheitspolizei entlastende Dokumente geheim gehalten und weder den Gerichten noch der Verteidigung zur Verfügung gestellt hatte.


25. März: Der Waffeltag in Schweden 
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau 
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original 
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden 
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Dezember 2012

Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

Am 11. Dezember 2010 erfolgten im zentralen Stockholm im Abstand von nur zehn Minuten zwei Explosionen. Am Ort der Tat wurde ein sterbender Mann entdeckt, der, wie sich später herausstellte, der terroristische Attentäter Taimour Abdulwahab al-Abdaly war. Obwohl sich die Tat in der Vorweihnachtszeit ereignete und sehr viele Personen auf den Straßen waren, wurden nur zwei Passanten verletzt und der Sachschaden hielt sich in Grenzen.

Auch wenn die Presse unmittelbar von einem Selbstmordattentäter berichtete, so wollte dies die Stockholmer Polizei nie bestätigen. Sicher ist jedoch, dass die geplante Tat missglückte, denn der Audi, der auf der Olof Palmes Gata explodierte richtete einen verhältnismäßig geringen Schaden an und bei der Explosion in der Bryggargatan wurden zwei Personen verletzt. Die Polizei war über ihre Erkenntnisse extrem verschwiegen und das Aftonbladet meldete, dass der Attentäter einen Gürtel mit sechs Rohrbomben trug, wovon eine explodierte, sowie eine Tasche mit Nägeln bei sich hatte. Sollte diese Aussage stimmen, so explodierte eine der Röhren frühzeitig und der Täter plante die Bombe an einem sehr frequentierten Platz, zum Beispiel in einem Kaufhaus, anzubringen.

Auch wenn dieses Attentat dilettantisch ausgeführt war, so änderte es die Einstellung der schwedischen Regierung, die bis dahin Schweden nicht als ein von islamischen Extremisten bedrohtes Land hielt. Nur wenige Tage später veröffentlichte die schwedische Sicherheitspolizei Säpo einen Bericht über den gewaltbereiten islamischen Extremismus in Schweden, was auch dazu führte, dass das Abhören von Telefongesprächen erleichtert wurde und dass eine bedeutende Anzahl an Personen permanent überwacht wird. Mit diesem Attentat war der islamische Terrorismus offiziell nach Schweden gekommen.


11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 1865: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. November 2012

Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Als man am 24. November 1985 in Stockholm die Feuerwehrfahrzeuge Richtung Vergnügungspark Gröna Lund rasen sah, wusste man, dass entweder ein größeres Unglück geschehen war oder ein Teil des Parkes in Brand stand. Wer einen Blick auf den Park hatte, konnte die Rauchschwaden schon weitem sehen, auch wenn niemand so genau sagen konnte, welche Gebäude in Gröna Lund brannten.

Auch der Großeinsatz der Feuerwehr konnte das Lustige Haus (Lustiga Huset) im Vergnügungspark nicht mehr retten und den Schaden eines nahen Restaurants und der Attraktionen Grottbanan (Grottenbahn) und der Skrattkammaren (Lachkabinett) nur beschränken. Vor allem das Lustige Haus, das bereits 1917 gebaut worden war und eine der bedeutendsten Attraktionen von Gröna Lund war, schien eine Katastrophe. Es sollte zwei Jahre dauern bis das Lustiga Huset wieder aufgebaut war, allerdings dieses Mal in einer gespiegelten Version.

Heute ist das Lustige Haus mit seinen beweglichen Treppen, dem Fliegenden Teppich, dem sich drehenden Fußboden und anderen lustigen Ideen erneut das Zentrum des Vergnügungsparks, eine der Attraktionen, die von den Betreibern der Anlage selbst entwickelt wurde und schon bald 100 Jahre lang Jung und Alt in seinen Bann zieht. Bei der Neueröffnung zur Saison 1987 wurden allerdings einige Sicherheitsvorkehrungen hinzugefügt, da es vorher immer wieder einmal zu kleineren Unfällen gekommen war.


24. November 1741: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
24. November 1939: Marit Paulsen, von der Arbeiterliteratur zur Politik
24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt 

Copyright: Herbert Kårlin