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Mittwoch, 18. April 2018

General Carl Nathanael af Klercker

Carl Nathanael af Klercker, vor der Erhebung in den Adelsstand nur Klerck, kam am 1. November 1734 in Kågeröd in Skåne (Schonen) als Sohn eines Priesters zur Welt. Im Jahr 1748 schrieb sich Klerck an der Universität Lund ein um dort Theologie zu studieren, ohne das Studium jedoch je abzuschließen, denn bereits 1751 meldete er sich freiwillig beim Militär um dort Karriere zu machen. Bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1757 hatte Klerck den Rang eines Kondukteurs erreicht und nur zwei Jahre später war er Adjutant des Oberbefehlshabers Augustin Ehrensvärd.

In den Folgejahren machte Carl Nathanael af Klercker eine schnelle Karriere in der Marine und erhielt 1776 einen der bedeutendsten Aufträge seiner Zeit. Af Klercker sollte die gesamte Geographie Finnlands untersuchen und einen Verteidigungsplan ausarbeiten. Nachdem er diese Arbeit ab 1780 allein durchführen musste, konnte der Oberleutnant erst 1805 seine Arbeiten abschließen und dabei auch ein bedeutendes Kartenmaterial präsentieren. In diesen Jahren gelang es af Klercker zudem die gesamte Flotte zu erneuert, so dass die Verteidigung vom Meer aus bereits ab 1790 so stark war wie nie zuvor.

Als im Jahr 1808 der Finnische Krieg ausbrach war Carl Nathanael af Klercker zwar bereits 73 Jahre alt, aber da Feldmarschall Mauritz Klingspor gerade vom Dienst freigestellt war, musste Generalleutnant af Klercker die gesamte Verteidigung Finnlands vorbereiten. Als  Klingspor dann im März an die Front zurückkehrte, verwarf er die Pläne af Klerckers, was letztendlich zum schwedischen Verlust führte. Als es jedoch ein Jahr später zum Friedensvertrag kam, musst diesen Carl Nathanael af Klercker, der am 18. Aril 1817 in Stockholm starb, unterzeichnen.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1873: Die Künstlerin Gisela Trapp
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Februar 2018

Der schwedische Künstler Carl d'Unker

Carl d'Unker kam am 3. Februar 1828 als Sohn eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm zur Welt und begann nach seiner Schulbildung, entsprechend seines Vaters, die militärische Laufbahn. Ab 1848 nahm d'Unker an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung teil. Nach seiner Rückkehr nach Schweden entschied sich der Unterleutnant dann plötzlich die militärische Laufbahn aufzugeben um Künstler zu werden. König Oscar I. unterstütze den jungen Mann und ermöglichte ihm zwischen 1851 und 1853 ein Kunststudium in Düsseldorf.

Die Unterstützung des Königs verdankte Carl d'Unker einer Herausgabe von lithografischen Karikaturen über das Leben Stockholms aus dem Jahr 1847, da diese den König nicht nur amüsierten, sondern ihn auch von der Begabung d'Unkers überzeugten. Carl d'Unker war damit der erste einer langen Reihe schwedischer Künstler, die die Düsseldorfer Schule in Schweden bekannt machten, wobei der Künstler auch das Glück hatte Carl Ferdinand Sohn als Lehrer zu haben, der seinem Schüler seine Neigung zur Charakterdarstellung ließ, ihm jedoch in sehr kurzer Zeit alle Techniken beibrachte, die ein Künstler benötigte, so dass sich Carl d'Unker in Schweden auch der Porträtmalerei widmen konnte.

Während seiner Aufenthalts in Deutschland lernte Carl d'Unker eine reiche russische Erbin kennen, die er heiratete und die ihm die finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte, so dass sich d'Unker vollkommen seiner Kunst widmen konnte. Gegen 1858 hatte der Künstler dann plötzlich den großen Durchbruch in Schweden und schon 1860 wurde er von Karl XV. zum Professor ernannt. Nur ein Jahr später erlahmte der rechte Arm des Künstlers, was ihn jedoch nicht vom Schaffen abhielt, denn nun begann er mit der linken Hand zu malen. Als d'Unker dann jedoch auch noch an einer Lungenentzündung erkrankte, war der Tod nahe. Carl d'Unker starb am 23. Juni 1866 im Alter von nur 38 Jahren in Düsseldorf, wo er auch begraben wurde.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen
3. Februar 1636: Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. Mai 2017

Der schwedische Künstler Hjalmar Mörner

Hjalmar Mörner kam am 7. Mai 1794 als Sohn eines Feldmarschalls in Stockholm zur Welt und begann eine militärische Karriere in der Svea Leibgarde. Wie sehr viele Militärs jener Zeit, so betätigte sich auch Mörner sehr früh mit der Amateurmalerei, was zahlreiche seiner erhaltener Skizzen über den Feldzug nach Deutschland und die Szenen aus dem Gesellschaftsleben der Epoche ausdrücken. Im Jahr 1816 entschied sich Mörner dann jedoch ganz zur Malerei zu wechseln, wobei er zu diesem Zweck nach Deutschland, Frankreich und Italien reiste, eine Studienreise, die letztendlich bis 1828 dauern sollte.

Bekannt ist, dass Hjalmar Mörner in Italien Schüler von Johan Niclas Byström wurde und eine Schlüsselfigur der dortigen Künstlerkolonie ausmachte. Auch wenn die Erwartungen in Mörner sehr hoch waren und man von ihm in Stockholm bedeutende Malereien von Kriegsszenen erhoffte, zeigte sich, dass Mörner keine Zukunft mit Ölgemälden hatte, und bereits seine Zeichnungen mehr Karikaturen nahe kamen als das Kriegsgeschehen zu schildern. Den größten Erfolg in diesem Bereich hatte Mörner mit seinen italienischen Volksschilderungen, obwohl er auch hierbei kaum über das Amateurniveau hinauskam.

Weitaus mehr Erfolg hatte Hjalmar Mörner mit seinen Lithographien, einer damals neuen Technik, mit der er in Rom vertraut wurde, denn hier trat nicht nur seine Fähigkeit als Zeichner hervor, sondern er beherrschte diese Technik auch zur Perfektion. Nachdem er sich zudem auf Szenen aus dem Volksleben, angefangen vom Karneval bis zum Straßenleben in Rom, Neapel, London und Stockholm beschränkte, leistete Hjalmar Mörner, der am 15. Setember 1837 in Paris starb, eine beachtliche Leistung innerhalb der Kunstgeschichte Schwedens, mit Werken, die auch im Nationalmuseum und im Kunstmuseum in Göteborg zu finden sind.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss Tre Kronor in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
7. Mai 1856: Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan
7. Mai 1884: Der Schauspieler und Theaterdirektor Torsten Hammarén
7. Mai 1916: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst
7. Mai 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
7. Mai 2001: Die schwedische Schauspielerin Margaretha Krook
7. Mai 2013: Die Swedish Music Hall of Fame in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. April 2017

Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller

Ragnar Ring kam am 11. April 1882 in Kinnarumma im Västra Götaland zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im Småland. Nach seiner Hochschulreife in Växjö im Jahre 1901 verließ Ring jedoch das Småland um in Stockholm eine militärische Karriere zu beginnen. Schon 1905 wurde Ring dann Unterleutnant und begann eine Weiterbildung an der Kriegsschule Karlberg. Hier zeigte sich erstmals eines der Talente Rings, denn er komponierte während der Ausbildung den Walzer Karlsbergsboston, der nur wenig später zum ständigen Repertoire des Musikkorps KKS wurde.

Im Jahre 1906 wurde Ragnar Ring dann ins Regiment im Västernorrland versetzt, wo er zwei Jahre später zum Leutnant ernannt wurde. In diesen Jahren nahm der Rang dann das Pseudonym Lasse Rang an um, neben der militärischen Karriere, auch Feste zu arrangieren und vor allem um für die Härnösand-Posten und das Sollefteå-Bladet zu schreiben. In der Eigenschaft als Journalist fiel Ring 1912 dann dem Regisseur Mauritz Stiller auf, der ihn bat das Manuskript zu einem Film über die ersten Kriegshunde Schwedens zu schreiben, den Film När larmklockan ljuder. Diese Arbeit sollte die Zukunft Lasse Rings bedeutend beeinflussen.

Auch wenn Ragnar Ring weiterhin im Militärdienst blieb, so arbeitete er zwischen 1912 und 1918 immer wieder als Drehbuchautor für Svenska Biografen und die schwedische Niederlassung von Pathé Frères. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien dann auch der erste Roman Rings, Madame de Menasjévitj, der stark autobiographisch war und vor allem ein Rückblick auf die Geschehnisse am Torne älv war. Ab dieser Zeit widmete Ragnar Ring immer mehr Zeit dem Film und, nach seinem Rückzug aus dem Militärdienst im Jahre 1923, begann er auch als Regisseur zu arbeiten, wobei er sich hierbei vor allem für den frühen Werbefilm einsetzte. Insgesamt verwirklichte Ring über 1000 Werbefilme für die schwedische Industrie, unter anderem den mittlerweile restaurieren Film Herr och Frau Stockholm über das Kaufhaus PUB des Jahres 1920, in dem auch Greta Garbo eine Rolle spielt. Ragnar Ring starb am 1. August 1956 in Stockholm.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. November 2016

Der Politiker und Generalmajor Thure Gustaf Rudbeck

Thure Gustaf Rudbeck kam am 21. November 1714 als Sohn eines Militärs in Västerberga im Uppland zur Welt, wurde jedoch, da sein Vater bereits zwei Jahre nach der Geburt des Jungen starb, von seinem Großvater, dem Sprach- und Naturwissenschaftler Olof Rudbeck, erzogen. Nach einigen Jahren an der Universität Uppsala gab Rudbeck jedoch sein Studium ohne jeden Abschluss auf um 1731 eine militärische Laufbahn zu beginnen. Acht Jahre später machte Rudbeck seine Offiziersprüfung und schon 1742 zeigte er seine militärischen Fähigkeiten bei der Verteidigung Ålands während des Finnischen Krieges und wurde daher wenig später zum Leutnant ernannt.

Nach seinem Erfolg in Åland ging Thure Gustaf Rudbeck nach Stockholm, genau zu jener Zeit als die Dalkalarna die schwedische Hauptstadt besetzten. Hier gelang es ihm während der drei Tage dauernden Besetzung die Brücke nach Riddarholm, wo sich die Königsfamilie befand, gegen die Eindringlinge zu verteidigen. Zum Dank dafür erhielt er von König Fredrik I. (Friedrich I.) nicht nur eine größere Geldsumme, sondern wurde auch bald darauf zum Major im Regiment Uppland ernannt, und Rudbeck wurde ein Günstling des Königshofes, was ihm einen gewissen Einfluss brachte.

Noch bedeutender für Thure Gustaf Rudbeck waren allerdings die finanziellen Vorteile seines Einflusses und seines Ranges, denn 1757 gelang es ihm dadurch das Schloss Edsberg zu erwerben, das anschließend rund 200 Jahre lang Familienbesitz bleiben sollte. Rudbeck ließ nach dem Kauf die vorhandenen Holzgebäude abreißen um diese durch einen soliden Steinbau zu ersetzen. Auch wenn das Schloss, das heute Sollentuna gehört, bereits 1955 verkauft werden musste, konnten die Erben Rudbecks noch bis 1979 im westlichen Flügel des Schlosses wohnen. Ab den 90er Jahren wurde Schloss Edsberg renoviert und seit 2006 sind einige Teile auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute sind die Nachfahren des Militärs Thure Gustaf Rudbeck, der am 8. Januar 1786 auf Schloss Edberg starb, finanziell wieder in einer ähnlichen Situation wie der Feldherr vor seinem Aufstieg.


21. November 1875: Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson
21. November 1921: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
21. November 1928: Esaias Tegnér der Jüngere und die Rechtschreibreform
21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden
21. November 2014: Das Kulturhaus Väven in Umeå 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Der Komponist und Pianist Oscar Byström

Oscar Byström wurde am 13. Oktober 1821 als Sohn eines Oberleutnants in Stockholm geboren und begann 1834 Musik zu studieren, schrieb sich jedoch bereits zwei Jahre später an der Kriegsakademie in Karlberg ein und machte dort eine Offiziersausbildung, was dazu führte dass Byström bis zu seiner Pension im Jahre 1872 eine doppelte Aktivität betrieb, denn bereits in den 50er Jahren interessierte er sich mehr für die Komposition und Kammermusik als für die militärische Karriere, ohne jedoch in einer der beiden Richtungen eine wahre Größe zu erreichen oder sich für eine Linie zu entscheiden.

Seiner Freundschaft mit dem Sängerprinzen Prinz Gustaf verdankte Oscar Byström dass er am Hof Prinzessin Eugénie Klavierunterricht geben durfte und 1866 zum Inspektor an der Musikalischen Akademie ernannt wurde. Dass die Leistungen Byströms als Pianist allerdings nur beschränkt waren, schließt man aus der Tatsache, dass er bei keinem seiner Konzerte je ein anspruchsvolleres Stück spielte und vor allem zu leichteren Kompositionen von Bach, Chopin und Schubert griff. Aber allein sein Ruf als Komponist und Musiker verhalfen Byström dazu 1876 zum Direktor des Musikalischen Gesellschaft in Åbo (Turku) zu werden und als Kapellmeister in Helsingfors (Helsinki) zu wirken.

Bereits als Inspektor des Stockholmer Konservatoriums, der Musikalischen Akademie, gab Oscar Byström mehrere Musiklehren für unterschiedliche Instrumente heraus und begann schwedische Volksmusik zu sammeln, obwohl ihm seine Aufgabe als Militär nur eine begrenzte Zeit dafür ließ. Wirklich bedeutend wurde Byström für seine Leistungen innerhalb der Kirchenmusik Schwedens, denn der Musiker studierte sehr intensiv die Choräle und gab in nur wenigen Jahren in etwa 1700 Orten des Landes Kirchenkonzerte, wo er insbesondere die ältere Kirchenmusik Schwedens präsentierte. Byström verdankt man auch eine bedeutende Sammlung an lutherischen Chorälen, die für die Musikgeschichte noch heute noch von hohem Wert sind.


13. Oktober 1662: Der schwedische Rechtsgelehrte Laurentius Gunnari Banck
13. Oktober 1796: Anders Retzius, ein Wissenschaftler und seine Theorien 
13. Oktober 1857: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
13. Oktober 1924: Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)
13. Oktober 1931: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
13. Oktober 1956: Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters 
13. Oktober 1962: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. September 2015

Der schwedische Architekt Fredrik Blom

Als Fredrik Blom am 25. September 1853 starb, ging er als der Erfinder des transportablen Fertighauses in die Geschichte ein, da er der erste Architekt war, der auf die Idee gekommen war Holzhäuser zu erfinden, die aus verschiedenen Bauteilen in kurzer Zeit zusammengesetzt werden konnten und, bei Bedarf, auch wieder zerlegt wurden um an eine neue Stelle transportiert zu werden. Selbst Teile der Einrichtung wie Treppen oder der Kachelofen konnten an Wunschstellen verlagert werden. Der Erfolg dieser Häuser war so groß, dass sie selbst nach Frankreich und Russland exportiert wurden.

Fredrik Blom war am 24. Januar 1781 in Karlskrona als Sohn eine Kompassherstellers zur Welt gekommen und begann in seiner Jugend eine Offiziersausbildung bei der schwedischen Marine in seiner Heimatstadt. Da um diese Zeit zu einer Offiziersausbildung auch eine Ausbildung zum Bauingenieur gehörte, entdeckte Blom sehr bald, dass seine Neigung zur Architektur ging. Allerdings gab Blom seine militärische Karriere deshalb nicht auf, sondern er entschied sich als Architekt für die Marine zu arbeiten. In diesem Zusammenhang entstanden auch Brücken, Kaianlagen und zahlreiche militärische Bauten, die die Fähigkeiten Blums allgemein bekannt machten. Dank seiner Begabung wurde der Militärarchitekt 1817 selbst zum Professor in Bautechnik an die Kunstakademie berufen.

Wenn man heute die Bauwerke von Fredrik Blom betrachtet, der den Stadtteil Södra Djurgården in Stockholm prägte, so stellt man fest, dass seine Bauten nahezu einfallslos sind und deutlich die militärische Schule zeigen, auf der anderen Seite jedoch einen Bauingenieur zeigen, der für jedes technische Problem eine Lösung fand. Dies erklärt auch, dass seine transportablen Gebäude, also Pavillons und Lusthäuser so erfolgreich waren. Auch wenn Karl XIV. Johan zahlreiche dieser Blomska husen erwarb, so existieren heute nur noch wenige dieser Bauwerke. Eines des Lusthäuser kann man jedoch im Skansen in Stockholm noch aus nächster Nähe betrachten.


25. September 1826: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
25. September 1828: Charlotte Seuerling, die blinde Harfenspielerin
25. September 1935: Maj Sjöwall und Kommissar Beck
25. September 1935: Sjöwall-Wahlöö und Polizist Martin Beck
25. September 1963: Der schwedische Schauspieler Mikael Persbrandt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. März 2015

Der schwedische Spion Bertil Ströberg

Als Bertil Ströberg am 25. März 2012 an den Folgen eines Krebsleidens im Alter von 79 Jahren starb, war es ihm trotz enormer Anstrengung nicht gelungen zu beweisen, dass er kein Spion war, sondern das unschuldige Opfer einer Konspiration, obwohl gerade dies in den letzten Jahren seiner Lebens immer wahrscheinlicher wurde. Rechtswissenschaftler fragen sich mittlerweile warum Ströberg überhaupt als Spion zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde, da es keinerlei Beweise gab und das Urteil nur deswegen zu Stande kam, weil die Richter seinen Aussagen keinen Glauben schenkten.

Bertil Ströberg war am 30. März 1932 in Västra Torsås zur Welt gekommen und meldete sich nach der sechsjährigen Volksschule freiwillig zum Militärdienst. Im Ausbildungszentrum der Verteidigung holte er anschließend die Hochschulreife nach und wurde zum Offizier der Luftwaffe. In dieser Eigenschaft hatte Ströberg Zugang zu sämtlichen Informationen des militärischen Kommunikationssystems, nicht jedoch zu anderen geheim gehaltenen Informationen. Der Offizier gehörte dennoch zur Gruppe der Personen, die ein Risiko für die Sicherheit des Landes ausmachen konnten und wurde daher routinemäßig von der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo überwacht.

Als Bertil Ströberg am 20. Mai 1983 einen an Sven-Roland Larsson adressierten Einschreibebrief bei einem Postamt in Stockholm abholen wollte, wurde er von der Säpo wegen Spionageverdacht festgenommen. Seine Aussage, dass er den Brief für eine dritte Person abholte, die gesundheitlich verhindert war, nahmen ihm weder Säpo noch die Richter ab. Da weder im Brief noch in der polnischen Botschaft, die als Spionage-Partner dienen sollte, Beweismaterial gefunden wurde, wurde das Urteil weder in erster noch in zweiter Instanz einheitlich gefällt, aber es kam zur Verurteilung Ströbergs, der bis zum Tode seine Unschuld beteuerte. Noch 2010 wurde bekannt, dass die Säpo den Namen Sven-Roland Larsson bereits 1957 benutzt hatte, was Ströberg nicht wissen konnte, und es wurde bekannt, dass die Sicherheitspolizei entlastende Dokumente geheim gehalten und weder den Gerichten noch der Verteidigung zur Verfügung gestellt hatte.


25. März: Der Waffeltag in Schweden 
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau 
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original 
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden 
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. März 2014

Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler

Johan Wilhelm Palmstruch wurde am 3. März 1770 geboren und solle nach dem Willen seines Vaters, einem Major, die militärische Karriere einschlagen. Bereits mit elf Jahren wurde Palmstruch daher Fähnrich im Regiment. Da der Junge jedoch die Marine bevorzugte, wurde er 1786 versetzt, nahm dadurch an den Seeschlachten bei Svensksund teil, kam nach Marokko und wurde auf Grund seines Mutes und seiner Leistungen schließlich Kapitän und Rittmeister. 1798 nahm Palmstruch jedoch plötzlich Abschied von der Marine.

Nachdem Johan Wilhelm Palmstruch ein Jahr lang als Lehrer gearbeitet hatte, entschied sich der ehemalige Militär der Landwirtschaft zu widmen. Durch diese Tätigkeit fand Palmstruch dann seine wahre Neigung, die ihn auch in die Geschichte Schwedens eingehen ließ, denn aus dem Kriegsherr wurde ein Liebhaber der Natur, der versuchte die Pflanzenwelt seiner Umgebung mit den kleinsten Details festzuhalten und zeichnete sämtliche Pflanzen, die man heute in seinem noch heute bekannten Werk Svensk Botanik finden kann.

Anfangs begnügte sich Johan Wilhelm Palmstruch mit dem Zeichnen und Major Carl Wilhelm Venus sorgte für die Stiche, aber bald hatte Palmstruch selbst den Kupferstich erlernt und übernahm auch diese Arbeit. Sehr bald erhielt der Künstler dann auch den Auftrag die Tiere für das Werk Svensk zoologi zu zeichnen. Aber auch wenn sich der Künstler extrem produktiv zeigte, so konnte er die beiden Werke nicht bis zu seinem Tod am 30. August 1811 beenden, denn von der botanischen Serie waren nur sieben Bände fertig gestellt und von der Zoologie neun Bände. Beide Werke wurden erst später von Gustaf Johan Billberg im Auftrag der Vetenskapsakademin beendet.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung 
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden 
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 8. Februar 2014

Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm

Sven Olov Lindholm wurde am 8. Februar 1903 in Jönköping geboren und begann nach der Mittleren Reife eine militärische Karriere, die er 1933 als Sergeant beendete. Die Ordnung des Militärs und die Idee Schweden zu dienen und dem Land zu einer Weltmacht zu verhelfen, steuerten bereits sehr früh seine Gedanken. Als daher im Jahre 1927 die SFKO, Schwedens Faschistische Kampforganisation, gegründet wurde, war Lindholm einer der ersten Mitglieder.

Bis 1932 folgte Sven Olov Lindholm der Partei, die mehrmals den Namen wechselte und 1932 als Svenska Nationalsocialistiska Partiet (SNSP) von Birger Furugård geleitet wurde. 1932 entschied sich dann Lindholm, gemeinsam mit der jüngeren Garde der Partei, aus der SNSP auszutreten und nur ein Jahr später gründete er die NSAP, die nationalsozialistische Arbeiterpartei und führte diese in kürzester Zeit zur führenden nationalistischen Partei Schwedens, die vor allem in Göteborg eine starke Unterstützung fand.

Während Sven Olov Lindholm im Jahre 1938, als er die NSAP in SSS, schwedische sozialistische Vereinigung, umbenannte noch einen bedeutenden Zustrom hatte, nahm dieser im Laufe des Zweiten Weltkriegs mehr und mehr ab und war beim Ende des Krieges im Grunde nicht mehr existent, obwohl Lindholm die Partei erst 1950 auflöste. Auch die Ideologie Lindholms änderte sich im Laufe der Zeit, denn aus einem Bewunderer Hitlers  wurde in den 60er Jahren ein Kommunist, der gegen den amerikanischen Vietnamkrieg demonstrierte.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Pilzfachmann 
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
8. Februar 1914: Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs
8. Februar 1966: Wille Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden 
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Die vielseitige Karriere des Eric Ruuth

Da Eric Ruuth am 24. Oktober 1746 als Sohn eines hohen Militärs geboren war, war es logisch, dass auch er die militärische Karriere ergreifen musste. Schon mit elf Jahren wurde Ruuth daher Kadett in Karlskrona und erklomm im Laufe der Jahre den Rang eines Kapitäns. Im Jahre 1768 entschied sich Ruuth jedoch seine militärische Karriere gegen eine am Hof einzutauschen. Auch hier stieg der ehemalige Militär schnell im Rang, bewies jedoch wenig politisches Gefühl und sein Aufstieg beruhte mehr darauf, dass er nahezu blind das gustavianische Regime vertrat und einer der treuesten seiner Diener war.

Nach dem Mord an Gustav III. ging das höfische Leben für Eric Ruuth zu Ende und er musste sogar einen bedeutenden Betrag an das neue Königshaus zurückzahlen, da er für die Misswirtschaft und den russischen Krieg verantwortlich gemacht wurde. Nach diesem Misserfolg wechselte Ruuth in die Wirtschaft über. Da der ehemalige Finanzminister mehrere Schlösser in Skåne besaß, gründete er dort Keramikfabriken, die ihm den Wohlstand erhalten sollten. Als er bei Höganäs Steinkohle fand, begann er auch diese, mit Hilfe von Thomas Stawford und Anders Polheimer, auszubeuten, was jedoch mit einem Konkurs endete. Das einzige, was Ruuth anschließend blieb, war die Höganäsbolaget, die sich mittlerweile zu einem weltweiten Unternehmen entwickelte, ihm selbst jedoch wenig einbrachte.

Eric Ruuth versuchte um diese Zeit erneut die Politik Schwedens zu beeinflussen und die gustavianische Linie wieder an die Macht zu bringen, was jedoch nicht weiter führte als dass er dadurch das Vertrauen von Königin Elisabet Charlotta von Holstein-Gottorp gewann und ihre Tagebuchaufzeichnungen verwalten durfte. Wenig bekannt ist, dass Eric Ruuth sich seit 1786 auch intensiv dafür einsetzte eine Käseproduktion nach Schweden zu bringen und dafür einen schweizer Fachmann nach Schweden holte. Das Ergebnis ist der heute in ganz Schweden bekannte Herrgårdsost.


24. Oktober 1998: Der Datenschutz in Schweden 
24. Oktober 2004: Der Södra Länken in Stockholm und der Stadtverkehr

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. November 2012

Ein Super Puma stürzt vor Göteborg ins Meer

Bei einer Rettungsübung auf See, die eine harmlose Routine sein sollte, stürzte am 18. November 2003 ein Militärhubschrauber Super Puma, der die militärische Bezeichnung HKP 10 hatte, bei der Schäreninsel Rörö vor Göteborg ins Meer. Beim Aufprall mit der Wasseroberfläche zerbrach der Hubschrauber in zahllose Einzelteile und sechs der sieben Besatzungsmitglieder starben durch den kräftigen Aufprall. Nur ein 19-jähriger Wehrpflichtiger überlebte diesen Unfall.

Die schwedische Luftwaffe besaß um diese Zeit zwölf Super Puma, die vor allem für die Seerettung, den Einsatz bei Waldbränden und den Transport von schwerem Material gedacht waren, da bei normalem Transport bis zu 24 Personen im Hubschrauber Platz hatten und bei Notfällen bis zu acht Baren mitgeführt werden konnten, eine ideale Voraussetzung für Rettungseinsätze. Die Helikopter zeigten sich auch als äußerst robust, denn seit die ersten beiden Hubschrauber im Herbst 1988 geliefert worden waren, hatte es bis 2003 keinerlei Abstürze gegeben.

Da der Absturz des Super Puma wie aus heiterem Himmel kam und der Pilot keinerlei Notruf abgab, wurde die Ursache des Absturzes aus allen Winkeln beleuchtet ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen, denn auch wenn die Wetterverhältnisse mit starkem Wind und tiefen Wolken mit Regen nicht ideal waren, so blieb das plötzliche Unglück ein Rätsel. Es gab keine technischen Probleme und kein menschliches Versagen. Die Kommission, die den Absturz untersuchte, kritisierte allerdings, dass der HKP 10 weder mit den angeratenen schwarzen Boxen ausgerüstet war noch über eine Warnsystem für eine Bodenkollision verfügte.


18. November 1844: Die inoffizielle schwedische Nationalhymne
18. November 1888: Der schwedische Filmregisseur Gustaf Molander 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Juli 2012

Die erste Frau bei der schwedischen Luftwaffe

Am 21. Juli 1980 trat die erste Frau Schwedens ihren Dienst bei der schwedischen Luftwaffe in der Upplands Flygflottilj F16 an, was die Folge der vorjährigen Parlamentsentscheidung war, die die Gleichberechtigung der Frauen ausdehnen sollte. Diese Entscheidungsfindung dauerte fünf Jahre ohne dass jedoch 1980 die Frauen tatsächlich zum Wehrdienst zugelassen wurden, denn zum einen war ihnen nur die Luftwaffe offen und zum anderen nur ein Dienst, der jede Kampfhandlung ausschloss, auch wenn jede Bewerberin bereits bei der Musterung beweisen musste, dass sie in jedem Punkt die gleiche Leistung bringen kann wie ein Mann.

Nach weiteren neun Jahren wurde das Gesetz dann erweitert und Frauen durften sich auch zu anderen Einheiten bewerben. Allerdings war jede Bewerbung an ein wichtiges Detail geknüpft, denn zwischen 1989 und 1994 mussten die Bewerberinnen unterschreiben, dass sie sich zum Offizier ausbilden wollten, was damit gleichgesetzt wurde, dass sie von kriegerischen Handlungen ausgeschlossen waren und für den Bürodienst und die Planung vorgesehen waren. Die Ausreden der Verteidigung, die ohnehin gegen jedes Einstellen von Frauen war und nur politisch zur Öffnung des Militärdienstes gezwungen war, waren auf dem niedrigsten Niveau zu finden.

Da die Bestimmungen von 1989 bald als überholt betrachtet wurde, wurden diese 1994 erneut geändert und ein Jahr später durften sich schwedische Frauen zu jeder Art von Militärdienst bewerben, auch ohne die Offizierslaufbahn ergreifen zu wollen und mit der Entscheidung des Parlaments im Jahre 2004 wurden sie den Männern letztendlich vollkommen gleichgestellt, wobei man in diesem Jahr auch von der Invasionsverteidigung auf eine Einsatzverteidigung überging und eine militärische Zusammenarbeit mit den Nachbarländern entschlossen wurde. 2011 wurde dann die Militärpflicht abgeschafft und eine berufliche Verteidigung geschaffen zu der Frauen gleichberechtigt zugelassen sind.


21. Juli 1878: Das Segelschiff Vega und die Entdeckung der Nordostpassage
21. Juli 1959: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Juni 2012

Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd

Am 28. Juni 1824 wurde Adolf Wilhelm Edelsvärd in Östersund geboren. Wie sein Vater, so folgte auch er einer militärischen Karriere, bei der er allerdings seine wahre Berufung fand. Als er vom Dalregimentet in die Ingenieurtruppe für Befestigungsanlagen verlegt wurde, wurde sein Interesse für monumentale Bauwerke geweckt, ein Interesse, das seine gesamte Zukunft beeinflussen sollte und ihn, zumindest über seine Bauwerke, unvergesslich machte.

Als Adolf Wilhelm Edelsvärd 1855 die militärische Laufbahn hinter sich ließ, wurde er, auf Grund seiner Erfahrungen beim Bau von Befestigungsanlagen, von der schwedischen Eisenbahn als Chefarchitekt eingestellt, noch ein Jahr, bevor die erste offizielle Eisenbahnstrecke überhaupt eröffnet wurde. 40 Jahre lang leitete Edelsvärd dann das Architektenbüro der staatlichen Eisenbahn, eine Zeit, in der er 5725 Gebäude bauen ließ, darunter 297 Bahnhöfe.

Wer heute heute in den Hauptbahnhöfen in Stockholm, Göteborg, Malmö, Uppsala, Örebro und anderen ankommt, betritt grundsätzlich eines der Gebäude des Bauingenieurs und Architekten Adolf Wilhelm Edelsvärd. Um die Arbeit zu rationalisieren und dem hohen Bedarf an Gebäuden nachzukommen, entwickelte Edelsvärd sehr bald zehn Modelle, die er nach den ersten Gebäuden, die er in diesem Stil gebaut hatte, benannte. Trotz kleinerer Änderungen und Anpassungen kann man noch heute auf Anhieb sehen, nach welchem Edelsvärd-Stil ein Eisenbahngebäude erbaut wurde. Allerdings wurden mittlerweile sehr viele der kleineren Gebäude entweder abgerissen oder umgebaut, so dass bald nur noch die monumentalen Bauten erhalten bleiben.


28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

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Mittwoch, 18. April 2012

Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund

Am 18. April 1962 wurde Jan Björklund in Skene, Västergötland, geboren. Jan Björklund ist seit dem 7. September 2007 der Vorsitzende der schwedischen Folkpartiet (Volkspartei), seit 2010 zweiter Mann nach Fredrik Reinfeldt und war von 2007 bis 2014 Kultusminister des Landes. Bereits ab der ersten Regierungsbildung von Fredrik Reinfeldt wurde Jan Björklund an die Spitze des schwedischen Ausbildungswesen gesetzt, auf der Basis seiner sozialwissenschaftlichen Spezialisierung im Gymnasium und der schulpolitische Erfahrung als Lokalpolitiker.

Die wahre Karriere von Jan Björklund begann mit seiner Wehrpflicht im Jahre 1981, denn nach Abdienen des Pflichtdienstes wurde er Zeitsoldat im gleichen Regiment in Borås. 1985 schloss er dann die Offiziershochschule der Infanterie ab. Anschließend besuchte er die Kriegshochschule in Karlsberg, wo er zum Leutnant ernannt wurde. Seine weiteren Studien beim Militär führten ihn dann im Laufe von elf Jahren bis zum Major. Nachdem er alle Prüfungen der militärischen Laufbahn mit Auszeichnung bestanden hatte, ließ er sich 1994 dann freistellen um eine politische Laufbahn zu beginnen. 2005 wurde Björklund Reserveoffizier und 2008 beendete er seine militärische Laufbahn vollständig zu Gunsten der Politik.

Jan Björklund trat 1976 dem Jugendverband der Folkpartiet bei und wurde bereits 1985, noch während seiner militärischen Karriere, Vice-Vorsitzender der Partei. Ab 1991 wurde Björklund dann, auf lokaler Ebene und parallel zu seiner militärischen Tätigkeit, im Schulwesen aktiv, was der direkte Weg zu seinem Ministerposten wurde. Björklunds Politik ist stark von seiner rein militärischen Karriere beeinflusst, was sich auch daran zeigt, dass er einen Beitritt Schwedens in die NATO fordert, sich für den schwedischen Einsatz im Irak und anderen Krisengebieten aussprach, das Budget der Verteidigung grundsätzlich erhöhen will und für eine deutliche schwedische Europapolitik ist. Sein Amt als Kutusminister musste Björklund am 3. Oktober 2014 an Gustav Fridolin der Grünen abgeben.

18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

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Samstag, 24. März 2012

Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte

Fritz von Dardel wurde am 24. März 1817 in Neuchâtel in der Schweiz geboren, obwohl bereits seine Eltern überwiegend in Schweden lebten und 1810 auch in Schweden geadelt worden war. Mit sechzehn begann Fritz von Dardel dann seine militärische Laufbahn und wurde 1850 Adjudant beim damaligen Kronprinzen und späteren König Karl XV., was ihm einen tiefen Einblick in das Leben am Hofe bot.

Auch wenn Fritz von Dardel nur eine relativ oberflächliche Ausbildung als Künstler hatte, wurde er 1864 unter Karl XV. der Vorsitzende in der Akademie für Freie Kunst in Stockholm und nur drei Jahre später auch Sprecher des Nationalmuseums. In dieser Zeit wurde er dann als führender Kunstkenner in ganz Europa bei zahlreichen Kunstausstellungen in die Jury berufen, was er insbesondere seinen früheren Karikaturen und Zeichnungen verdankte, auch wenn diese nicht veröffentlicht worden waren.

Während die militärischen Leistungen von Fritz von Dardel, und auch seine öffentliche Arbeit, kaum über durchschnittliche Leistungen einer Person mit guten Beziehungen hinausgingen, hinterließ er mit seinen Karikaturen und Aquarellen, die vor allem zwischen 1840 und 1860 entstanden, einen bedeutenden kulturhistorischen Beitrag, da diese Zeichnungen, teilweise in Tagebuchform, das bürgerliche und das höfische Leben der Epoche sehr eindrucksvoll vermitteln. Fritz von Dardel hatte seine Werke in französisch kommentiert, wobei alle sieben Bände von seinen Söhnen ins Schwedische übertragen und dann posthum herausgegeben wurden.

24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden

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Sonntag, 29. Mai 2011

Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden

Am 29. Mai 1940 entschied das schwedische Parlament über die Einführung der Hemvärnet (Heimwehr), die nicht an den Grenzen des Landes aktiv werden, sondern für den Schutz des Hinterlandes und der Zivilbefölkerung zuständig sein sollte. Der Aufbau dieser Heimwehr wurde dem schwedischen Oberst Gustaf Petri erteilt, der dann bis 1947 auch der Chef der Hemvärnet blieb.

Der Grund für die Einrichtung einer Hemvärnet, die im Aufbau der staatlichen militärischen Organisation entspricht, war die Angst vor einem deutschen Überfall und die Tatsache, dass es nicht genügend Soldaten in Schweden gab, die Grenzen und Hinterland gleichzeitig schützen konnten. Der Hemvärnet konnten sich dagegen sowohl Personen über 47 anschließen, die nicht mehr für den Militärdienst geeignet waren und Jugendliche, die noch zu jung für eine Einberufung waren. Innerhalb kürzester Zeit schlossen sich in Schweden 90.000 Personen dieser paramilitärischen Organisation an um das Land gegen deutsche Angriffe zu verteidigen.

Während des Kalten Krieges erreichte die schwedische Hemvärnet mit 120.000 Freiwilligen ihren Höhepunkt, wobei sie jedoch noch bis Mitte der 90er Jahre ihre Waffen ausschließlich vom schwedischen Militär vererbt bekamen. Gegenwärtig versucht man die Hemvärnet, die mittlerweile über eigene Waffen und selbst eine eigene Marineeinheit verfügt und über 22.000 Freiwillige in 40 Bataillons verfügt, vor allem noch aufrecht zu halten. Die Ausbildung der Hemvärnet entspricht in großen Zügen der militärischen Grundausbildung der Armee.

29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck 

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Freitag, 20. Mai 2011

Die schwedische Polizei wird verstaatlicht

Am 20. Mai 1964 beschloss das schwedische Parlament die Polizei zum 1. Januar 1965 zu verstaatlichen. Bis zu diesem Zeitpunkt war jede Kommune selbst für die Organisation einer Polizei zuständig, was nicht nur dazu führte, dass es 554 verschiedene und unabhängige Einheiten in Schweden gab, sondern auch, dass bei übergreifenden Ereignissen die Staatspolizei oder das Militär zu Hilfe geholt werden musste, da die Einsätze jeder Einheit auf die eigene Kommune beschränkt war.

Mit der Reform, die am 20. Mai 1964 beschlossen wurde, verschwand auch der Säbel, der seit 1840 die Hauptwaffe der schwedischen Polizei war und wurde von Pistole und Schlagstock ersetzt. Bis etwa 1890 lieh sich die Polizei die Säbel vom Militär und erst zur Jahrhundertwende verfügte jeder Polizist über den Polizeisäbel, den man heute nur noch in zahlreichen Museen finden kann.

Am 1. Januar 1965 wurde Schweden in 119 Polizeidistrikte eingeteilt und die Koordination erfolgte ab diesem Zeitpunkt durch das sogenannte Rikspolisstyrelse, die Reichspolizei. Gegenwärtig findet man in Schweden rund 18.000 Polizeibeamte und weitere 8000 Personen, die im zivilen Dienst von der Polizeibehörde angestellt sind.

Der Schlagstock wird in Schweden als Waffe betrachtet und darf daher nur mit Sondergenehmigung und nach einer Prüfung getragen werden.

20. Mai 1948: Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa
20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens

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Samstag, 14. Mai 2011

Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens

Am 14. Mai 1931, vor genau 80 Jahren, wurden vom schwedischen Militär fünf Personen getötet und fünf weitere verletzt, weil sich die Arbeiter in Ådalen für ihre Rechte einsetzten und mit einer Lohnsenkung nicht einverstanden waren. Die tatsächlichen Geschehnisse wurden bis heute nicht vollständig geklärt, da die Berichte der Arbeiter nicht mit jenen der Unternehmer oder des Militärs übereinstimmen und die Presse ebenfalls sehr unterschiedlich berichtete.

Sicher ist jedoch, dass die Krise der 30er Jahre zu Absatzschwierigkeiten führte, die Arbeiter jedoch nicht mit noch weniger Geld auskommen konnten. Seit Anfang 1930 brodelte bereit ein Konflikt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft wegen Lohnsenkungen, was auch zu mehreren Streiks führte und am 13. Mai 1931 ihren Höhepunkt erreichte und 6000 Arbeiter zu gemeinsamen Aktionen zusammenführte.

Da die Unternehmen, trotz der Streiks, ihre Aktivitäten aufrecht halten wollten, stellten sie Studenten und professionelle Streikbrecher für die notwendigen Arbeiten ein, was teilweise zu sehr gewaltsamen Ausschreitungen führte. Da es in Schweden damals noch keine nationale Polizei gab, durften die zu Hilfe gerufenen Beamten nicht eingreifen und die Lokalregierung bat um Hilfe des Militärs. Während einer abschließenden Demonstration glaubten einige Soldaten Waffen in den Händen der Demonstranten zu sehen und Schüsse zu hören. Sie eröffneten daher selbst das Feuer und töteten vier Demonstranten und einen Zuschauer.

Dieses Ereignis in Ådalen, das als reiner Arbeitskampf begann und von dem die linken Parteien Schwedens noch heute sprechen, hatte vor allem zwei Wirkungen auf die schwedische Geschichte. Zum einen richtete sich eine starke Kritik gegen das militärische Eingreifen und das Volk forderte, dass sich Schüsse von Militärs auf Streikende nie mehr wiederholen dürfen. Zum anderen wurde nach dem Ereignis die Diskussion über eine nationale Polizei eingeleitet, die dann bereits 1933 gegründet wurde und das Militär bei Aufruhr ersetzte.

14. Mai 1959: Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt

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