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Donnerstag, 30. März 2017

Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson

Anna Q. Nilsson kam am 30. März 1888 als Tochter eines Polizeikonstapels in Ystad zur Welt und kam acht Jahre später mit ihren Eltern nach Hasslarp bei Helsingborg. Wie für sehr viele Schweden dieser Zeit, so begann sie dort von Amerika und einer strahlenden Zukunft zu träumen. Um sich das Ticket in die Neue Welt leisten zu können, nahm Nilsson nahezu jede Arbeitsmöglichkeit wahr und arbeitete selbst auf den Feldern mit Zuckerrüben. 1905, als Nilsson 17 Jahre alt war, hatte sie bereits genügend Geld gespart um einen einfachen Fahrschein in die USA erwerben zu können.

In New York schien sich allerdings der Traum Anna Q. Nilssons nicht unmittelbar zu erfüllen, denn die einzige Arbeit, die sie bekam, war als Dienstmädchen. Zwei Jahre später sollte sich jedoch das Blatt wenden, denn der Künstler James Carrol Beckwith entdeckte die junge Frau auf der Straße und machte sie in kürzester Zeit zum am besten bezahlten Fotomodell New Yorks und Nilsson wurde zur schönsten Frau Amerikas ernannt, was auch dazu führte dass Nilsson bald als amerikanisches Schönheitsideal galt. Was in den USA nicht ausbleiben konnte, so wurde Nilsson 1911 auch für den Film entdeckt und sie erhielt die Hauptrolle in Molly Pitcher, was für sie der Beginn einer amerikanischen Filmlegende wurde.

Nach Molly Pitcher spielte Anna Q. Nilsson in über 200 weiteren Stimmfilmen und ab 1928 auch in 39 Tonfilmen, die, bis auf eine einzige Aufnahme, alle in den USA entstanden und Nilsson als erster gebürtigen Schwedin einen Stern im Hollywood Walk of Fame einbrachte. Eine der wichtigsten Eigenschaften der Schauspielerin war nie ein Double oder eine Stuntfrau zu akzeptieren, sondern auch die gefährlichsten Szenen selbst zu übernehmen. 1928 war Nilsson schließlich die am besten bezahlte Schauspielerin Hollywoods, die damals jede Woche 20.000 Dollar erhielt. Aber auch in einem anderen Punkt hatte Nilsson das Glück auf ihrer Seite, denn unmittelbar nachdem sie in Hollywood zu arbeiten begonnen hatte, kaufte sie ein größeres Grundstück in der Einöde, jedoch am Strand, und baute dort ein kleines Haus. Heute ist diese Gegend als Malibu bekannt. Anna Q. Nilsson starb am 11. Februar 1974 in Sun City in Kalifornien.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. November 2016

Der schwedische Regisseur Ivar Johansson

Ivar Johansson kam am 20. November 1889 als Sohn eines Postbeamten in Stråtjära im Hälsingland zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Hochschule in Stockholm Geisteswissenschaften. Nachdem Johansson einige Jahre lang als freier Journalist gearbeitet hatte, erhielt er 1916 einen ersten Vertrag beim Film, als Redakteur von Texten von Stummfilmen. Da sich Johansson jedoch für den gesamten Produktionsprozess beim Film interessierte,so wurde er bald Cutter, begann Manuskripte zu schreiben und landete 1921 letztendlich als Regisseur seines ersten Filmes. Der erste Film Ivar Johanssons wurde Filmrevyn, eine Stummfilmdokumentation bei der aktuelle Ereignisse Schwedens, begleitet von Zeichnungen des Künstlers Nils Melander, kommentiert wurden, also mehr ein redaktionelle Arbeit als tatsächlich eine Regie.

Nach zahlreichen weiteren Manuskripten zu Stummfilmen erhielt Ivar Johansson dann acht Jahre später die Chance die Regie für den Spielfilm Rågens rike zu übernehmen, ein ländliches Drama nach dem gleichnamigen Gedicht von Jarl Hemmer. Johansson, der hier ein Meisterwerk des Stummfilms geschaffen hatte, hatte jedoch das Pech dass am Tag der Premiere auch der erste schwedische Tonfilm Premiere hatte und daher die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Thema des Films Rågens rike sollte Johansson allerdings verfolgen, denn 1950 drehte er eine neue Version von Rågens rike, dieses Mal jedoch als Tonfilm.

Rågens rike war jedoch nur der Auftakt für Ivar Johansson, denn während der kommenden 27 Jahre war er bei 37 Filmen als Regisseur tätig. Die Stärke zeigte Johansson bei Filmen, die im ländlichen Milieu spielten, das er persönlich sehr gut kannte. Dadurch konnte der Regisseur auch weitgehend die Klischees der Landbevölkerung vermeiden, auch wenn Johansson dabei die Neigung zeigte die Natur des Landes geradezu als Paradies darzustellen. Eine Ausnahme bildet das damals sehr zeitnahe Drama Gula Kliniken aus dem Jahre 1942, als Johansson die Problematik der Abtreibung behandelte, und so nebenbei auch noch dem Hauptdarsteller Arnold Sjöstrand seinen Stempel als schwedischer Filmliebhaber verpasste.


20. November 1700: Die Schlacht bei Narva und der schwedische Sieg
20. November 1858: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
20. November 1858: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
20. November 1872: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
20. November 1918: Das Schicksal des Dampfers S/S Brahe
20. November 1918: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
20. November 1927: Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent
20. November 1933: Per Wästberg und die Dritte Welt
20. November 1937: Der Pilz (Svampen) am Stureplan in Stockholm
20. November 1949: Ulf Lundell, Musiker und Schriftsteller
20. November 1955: Are Waerland, der Gesundheitsphilosoph Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin