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Freitag, 29. März 2019

Die Regisseurin und Schauspielerin Catti Edfeldt

Catti Edfeldt kam am 29. März 1950 als Catharina Edfeldt in Gävle zur Welt und gehört zu jenen Frauen, die, trotz ihrer enormen Einsätze kaum bekannt sind, da sie nie in großen Rollen auf der Bühne stand. Dies begann bereits bei ihrer ersten Rolle in Olle Hellboms Film Barnen i Bullerbyn (Wir Kinder aus Bullerbü), aus dem Jahre 1960, denn Edfeldt ist dabei nicht einmal zu sehen, da sie nur die sprechende Rolle Lisas „spielt“ und über das Leben auf Bullerby erzählt. Erst vier Jahre später konnte man Edfeldt dann in Mai Zetterlings Älskande Barn erstmals vor der Kamera sehen, und weitere zwei Jahre später in Jan Troells Film Här har du ditt liv, beide Male jedoch nur in kleineren Rollen.

Catti Edfeldt zeigte jedoch auch nach diesen Erfahrungen als Schauspielerin wenig Interesse vor der Kamera zu stehen. Edfeldt wurde daher bald Teil des festen Teams um Olle Hellbom, wurde seine Regieassistentin und war verantwortlich für sämtliche Rollenbesetzungen der Astrid-Lindgren-Filme, die der Regisseur bis zu seinem Tod drehte. Später übernahm Edfeldt die gleiche Rolle unter Tage Danielsson und Lasse Hallström, der 1980 erneut die Bullerbü-Filme zum Leben erweckte. In all diesen Jahren sammelte Catti Edfeldt die Arbeit mit Kindern, vom Casting bis zur Rollenverteilung und den Bewegungen vor der Kamera. Bis heute ist es keiner anderen Regisseurin gelungen Kindern soviel Zuversicht mitzugeben wie Edfeldt.

Im Jahr 1988 machte Catti Edfeldt dann die Feuertaufe mit ihrem ersten eigenen Fernsehfilm Mimmi, der zu zahlreichen Aufträgen hinter der Kamera und und hinter den Kulissen führte. !994 kam dann der erste Kinofilm Edfeldts, wobei die Regisseurin auch hierbei natürlich auf Kinder setzte und Ulf Starks Kinderbuch Sixten verfilmte. Auch bei den folgenden Spielfilmen Edfeldts spielten Kinder die Hauptrolle, wobei sie jedoch von der Idylle Astrid Lindgrens immer mehr zum problematischen Aufwachsen in schwedischen Vororten überging, was der Regisseurin auch einige bedeutende Preise brachte.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1915: Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius
29. März 1924: Simon Boëthius, Politiker und Geschichtswissenschaftler
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Februar 2019

Die Schauspielerin und Regisseurin Pernilla August

Pernilla August kam am 13. Februar 1958 in Stockholm zur Welt und begann ihre Karriere im Grunde bereits im Alter von acht Jahren als Kinderschauspielerin im Vår Teater. Mit 17 bekam die Schauspielerin dann erstmals eine kleine Rolle im Film Giliap, aber als sie das Gymnasium abgeschlossen hatte, schien die Karriere zu Ende zu sein und August begann mit entwicklungsgestörten Kindern zu arbeiten. Als sie jedoch 1979 an der Theaterhochschule in Stockholm als Studentin akzeptiert wurde, kehrte sie unmittelbar zurück zum Schauspiel. Noch während ihrer Ausbildung kam ein Angebot von Ingmar Bergman für die Rolle des Kindermädchens Maj in Fanny und Alexander.

Diese Rolle machte Pernilla August nahezu über Nacht bekannt und führte nicht nur zu einer längeren Zusammenarbeit mit Bergman, sondern auch zu mehreren Rollen im Dramaten, wo sie, unter anderem, in Nora, Ein Puppenheim und Eine Wintersage spielte und die Hauptrolle in Maria Stuart erhielt. Einer der Höhepunkte in der Karriere von Pernilla August war die Auszeichnung als Beste Schauspielerin im Jahr 1992 in Cannes, für ihre Rolle in Den goda viljan, einer Fernsehserie, bei der ihr damaligen Mann, Bille August, die Regie führte. Seit 1985 gehört August auch zum festen Ensemble des Dramaten in Stockholm.

Im Jahr 2005 stellte Pernilla August auch ihren ersten Kurzfilm Blindgångare  vor, dem fünf Jahre später der Spielfilm Svinalängorna folgte, ein Film in dem Noomi Rapace die Hauptrolle hatte. Dieser dramatische Film, der in den 70er Jahren spielt, brachte der Regisseurin August einen Preis während der Filmfestspiele in Venedig und 2011 den schwedischen Filmpreis Guldbagge als beste Regisseurin des Jahres. Seit dieser Zeit arbeitet Pernilla August sowohl als Schauspielerin, als auch als Regisseurin und schreibt zudem einen Teil ihrer Drehbücher selbst. Ihre Tochter Alba August nimmt den Weg der Mutter und spielte 2018 die junge Astrid Lindgren im Film Astrid.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1822: Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1947: Der schwedische Künstler Pelle Swedlund 
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Januar 2019

Die Opernsängerin Elisabeth Forsselius

Elisabeth Forsellius kam am 23. Januar 1771 vermutlich als Tochter eines Finanzbeamten als Elisabeth Forsell auf die Welt, wobei weder über ihre Kindheit, noch ihre Ausbildung etwas bekannt ist. Die Biographie von Forsellius beginnt daher mit ihrem ersten Vertrag an der Oper in Stockholm im Jahre 1783, das heißt im Alter von nur zwölf Jahren. Die Schauspielerin und Sängerin erwarb dort ihre grundlegenden Bühnenerfahrung, wechselte jedoch 1786 zum Munkbroteatern, wo sie erste Erfolge als Sängerin feierte und 1787 wurde die Künstlerin dann von Adolf Fredrik Ristell für das Bollhuset verpflichtet.

Nur ein Jahr später gründete Gustav III. unter Ristell das Dramaten und Elisabeth Forsellius wurde damit nicht nur ein Pioniermitglied des Dramaten, sondern übernahm dort auch die Leitung der Schauspielerkooperative, die allerdings vom ersten Tag an den Ruf hatte kaum objektiv zu sein, sondern von Manipulation und Einfluss gesteuert zu werden. Auch wenn Forsellius bis 1810 fest mit dem Dramaten verbunden war, so stand sie auch der Oper weiterhin als Sängerin zur Verfügung.

Elisabeth Forsellius galt als gute Sängerin, aber insbesondere als exquisite Schauspielerin der Komödie, wobei sie sich hier insbesondere Rollen junger Männer und sehr junger Frauen erhielt. Ihr Ruf und ihr gesellschaftlicher Einfluss verhinderte allerdings auch den Aufstieg anderer Künstler, denn nicht nur Forsellius versuchte sich in den Vordergrund zu drücken, sondern auch das Dramaten konnte mit ihrem Namen ein bedeutendes Publikum anziehen. Wie zu jener Zeit üblich beim Schauspielberuf, so wurde Forsellius im Jahr 1810, also im Alter von 39 Jahren pensioniert und verließ damit die Bühne. Forsellius starb am 15. Februar 1850, zwei Jahre nachdem ihr um 15 Jahre jüngere Mann Johan Jacob Fahlgren, ebenfalls ein Schauspieler und Opernsänger, gestorben war.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1573: Die Schlacht bei Schloss Lode
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
23. Januar 1910: Der schwedische Gewerkschaftsbund Kommunal
23. Januar 1926: Das Elitegymnasium Sigtunaskolan
23. Januar 1934: Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 7. Januar 2019

Die schwedische Schauspielerin Tora Teje

Tora Teje, geborenen Johansson, kam am 7. Januar 1893 in sehr einfachen Verhältnissen in Stockholm zur Welt und besuchte, als eine der jüngsten Schülerinnen, zwischen 1908 und 1911 die Schauspielschule des Dramaten, wo die Schauspielerin auch ihren Künstlername Teje annahm. Nach einer kurzen Zeit am Dramaten wechselte Teje zu Alberts Ranfts Svenska Teatern, wo sie sich zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen Schwedens entwickelte. Erst 1923 kehrte Tora Teje dann zurück zum Dramaten um dieser Bühne dann weitgehend treu zu bleiben.

Während der Zeit als Tora Teje bei Ranft arbeitete, zeigte sich auch ein für jene Zeit sehr moderner Zug der Schauspielerin, denn sie liebte Luxus, Aufmerksamkeit, Sensation und gesellschaftliche Ausgelassenheit. Während andere sehr bekannte Schauspieler eher ein relativ zurückgezogenes Leben führten, trat Teje mit ihrem Streben nach Luxus an die Öffentlichkeit und schuf damit ein neues Frauenbild, das man bis heute in der Frauenpresse weltweit aufrecht hält.

Da zu jenen Jahren die Bühnen Schwedens ihre Schauspieler mit Restriktionen belegten, spielte Tora Teje nur in relativ wenigen Filmen, übernahm jedoch, unter anderem, eine Rolle in Erotikon von Mauritz Stiller und in Gubben kommer von Victor Sjöström, mit der Teje ihr Können auch der Zukunft vermitteln konnte. In den 50er Jahren gehörte Tora Teje, die am 29. April 1970 in Stockholm starb, zu den bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens. Ihre letzte Rolle spielte Teje im Alter von 65 Jahren im Jahr 1958 im schwedischen Reichstheater.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1842: Der schwedische Komponist Johan Lindegren
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1876: Der Künstler und Zeichner David Wallin 
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation
7. Januar 1945: Salz wird in Schweden als Mangelware rationalisiert
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. März 2018

Der schwedische Schauspielerin Augusta Lindberg

Augusta Lindberg kam am 17. März 1866 als Augusta Blomstedt in Stockholm zur Welt und begann 1880 in der Schauspielschule des königlichen Theaters Dramaten. Allerdings kam Lindberg mit der Leiterin der Schule nicht zurecht und suchte daher eine andere Möglichkeit Schauspielerin zu werden. Über eine andere Schülerin kam die junge Frau dann 1882 an August Lindberg, der vor kurzem eine Schauspielschule gegründet hatte, in Kontakt. Die angehende Schauspielerin konnte Lindberg überzeugen und wenige Tage nach dem Vorsprechen war sie Teil seiner Theatergesellschaft.

Nur zwei Jahre nach dem Treffen mit dem Theaterdirektor heirateten Augusta Lindberg und ihr Arbeitgeber. Vom ersten Tag an gelang es der Schauspielerin ihr Publikum zu fangen, da sie auch mit ihrer Persönlichkeit überzeugte und jede Bühnenrolle zur eigenen Rolle machte. Nach Susanna in Figaros Hochzeit und einer Reihe an Rollen in Ibsen-Stücken kam, nach Meinung der Kritik, ihre überzeugendste Rolle in Strindbergs Brott och brott, einem Stück, das für jede Schauspielerin eine enorme Herausforderung ist, da diese innerhalb des Stückes die unterschiedlichsten Gefühle überzeugend ausdrücken muss.

Auch wenn Augusta Lindberg insgesamt sechs Jahre lang bei der Theatergesellschaft ihres Mannes engagiert war, so trat sie auch mehrere Jahre lang im Stora Teatern in Göteborg auf, stand im Svenska Teatern in Helsingfors (Helsinki) ein Jahr lang auf der Bühne und wurde ab 1898 bis 1901 am Dramaten beschäftigt. Im Jahr 1919 bekam Lindberg  dann in Victor Sjöströms Film Hans nåds testamente ihre erste Filmrolle, der zwei weitere Filme folgten sollten, bis die Schauspielerin, die am 3. Dezember 1943 in Stockholm starb, an das Oscarsteatern als Schauspielerin und Theaterpädagogin ging.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1862: Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. März 2018

Der schwedische Schauspielerin Elise Hwasser

Elise Hwasser kam am 16. März 1831 als Tochter eines Zöllners unter dem Namen Elisa Jacobsson in Stockholm zur Welt. Als die junge Frau 18 Jahre alt war bewarb sie sich an der Schauspielschule des Dramaten, und wurde unmittelbar aufgenommen. Bereits vier Jahre nach Beginn ihrer Ausbildung war Hwasser eine führende Schauspielerin am Theater und, dank ihrer hohen Leistung, erhielt sie im Jahr 1863 einen lebenslangen Vertrag am königlichen Theater, dem Dramaten. Hwasser sollte dann bis 1888 dort auf der Bühne stehen, wobei Hwasser 1858 Daniel Hwasser heiratete, der zu jener Zeit Sekretär am Dramaten war, ein Jahr später jedoch Intendant wurde und für das gesamte Repertoire des Theaters verantwortlich war.

In den ersten Jahren ihrer Karriere spielte Elise Hwasser überwiegend die Rollen von naiven jungen Frauen, ging dann jedoch auf die Rollen von Liebhaberinnen in anspruchsvollem, klassischem Theaterstücken von Shakespeare, Schiller und anderen klassischen Autoren über. In diesen Jahren versuchte Hwasser vor allem die Bewegungen und das Spielen von Jenny Lind zu imitieren, was sicher ihre individuelle Entwicklung verzögerte, die sie später zu einer der bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens machte, auch wenn vor allem ihre Rollen ab 1858 bereits das Publikum überzeugten und faszinierten.

Die Glanzzeit kam für Elise Hwasser nach 1860, als sie ihr gesamtes Können in dramatische Rollen setzte und dabei jede Rolle zu einem individuellen Erlebnis machte, da sich Hwasser dabei vollständig in die Bühnenpersönlichkeiten einleben konnte, dabei jedoch immer Wert darauf legte die damals moderne Frau in den Vordergrund zu stellen. Nach den Kritiken der Zeit war Hwasser zu ihrer Zeit die beste Darstellerin Ibsens, auch wenn sie dann mit knapp 50 Jahren von manchen Kritikern als zu alt für Nora angesehen wurde. Der Vielzahl ihrer Bewunderer und ihrer schauspielerischen Leistung verdankte Hwasser, die am 28. Januar 1894 in Fiskebäckskil starb, dass sie ihre Rollen in einer relativ modernen Form präsentieren konnte und, vor allem während der letzten zehn Jahre ihrer Karriere, nicht die ursprüngliche, klassische Schauspielkunst wahren musste.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1892: Die Kinderzeitschrift Kamratposten
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist
16. März 1976: Die schwedische Radrennfahrerin Susanne Ljungskog

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Februar 2018

Elise Frösslind, Opernsängerin und Schauspielerin

Elise Frösslind kam am 27. Februar 1793 als Tochter eines Feuerwehrmanns in Stockholm zur Welt und begann, nach dem Tod des Vaters, im Alter von elf Jahren in der neu gegründeten Gesangsschule des Königlichen Theaters (Dramaten) eine Ausbildung zur Sängerin. Frösslind wohnte zu dieser Zeit bei der sehr offenen Sofia Lovisa Gråå, der ersten Leiterin der Opernschule, also des heutigen Dramaten. Als Gesangslehrer hatte Frösslind während der ersten Jahre Johan Fredrik Wikström, der dafür bekannt wurde, dass er seine Schülerinnen über alle Massen prügelte, in einer Zeit, als die körperliche Strafe als solches als normal betrachtet wurde.

Mit 16 Jahren erzählte Elise Frösslind dem Direktor der Oper vom Misshandel, mit der Aussage, dass dadurch sämtliche Schülerinnen die Lust am Lernen verloren hätten. Wikström wurde entlassen und der Direktor nahm die junge Schülerin unter seine Fittiche, was der Beginn einer bedeutenden Karriere wurde, denn Anders Fredrik Skjöldbrand, der Direktor, gab Frösslind 1811 die Hauptrolle in der Oper Cendrillon, obwohl die Sängerin ihre Ausbildung noch nicht beendet hatte. Die Oper wurde ein bedeutender Erfolg, was Frösslind dabei half unter den anderen Sängern und Schauspielern anerkannt zu werden, nach anfänglichem Misstrauen und Mobbing.

Elise Frösslind gilt bis heute als die führende Opernsängerin und Schauspielerin ihrer Zeit, die erst von Jenny Lind entthront wurde, wobei Frösslind allerdings ihre Altersversorgung durch eine hohe Freisprachlichkeit einbüßte und sich dabei für die Anerkennung der Frau im Theater einsetzte, da Frauen nicht nur weniger als Männer verdienten, sondern es für diese selbst noch einen Arrest gab. Nach den ersten Theaterstreiks im Jahr 1836 wurde sie daher entlassen, um zwei Jahre später, mit gekürztem Lohn, erneut eingestellt zu werden. Ab 1841 wurde Frösslind dann ganz von der Gehaltsliste gestrichen und ihr wurde nur noch eine kleine Pension gewährt. Dass die Sängerin nicht auf der Straße landete, verdankte sie ihren Kollegen, die zu ihren Gunsten eine Vorstellung organisierten. Elise Frösslind starb am 24. Oktober 1861 in Göteborg.


27. Februar 1477: Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson
27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Januar 2018

Die Schauspielerin und Opernsängerin Rosa Grünberg

Rosa Grünberg kam am 4. Januar 1878 als Tochter eines Kaufmanns in Stockholm zur Welt und begann sehr früh eine Ausbildung in Gesang und Bühnenkunst. Als Grünberg 20 Jahre alt war, bekam sie im September 1898 ihren erstes Engagement am Svenska Teatern, wo die Sängerin und Schauspielerin vor allem durch ihre Stimme die Aufmerksamkeit auf sich zog. Dies führte auch dazu, dass sie bereits nach kürzester Zeit von Albert Ranft ins Vasateatern geschickt wurde um dort mit dem Stück Geisha ihren Durchbruch hatte.

Im Jahr 1902 wechselte Rosa Grünberg dann zur reisenden Theatergesellschaft Ranfts und übernahm dort während der folgenden zwei Jahre zahlreiche singende Rollen. 1904 wechselte die Künstlerin dann zum Östermalmteater, wo Grünberg zur Primadonna der Stockholmer Bühnen aufstieg. Als dann 1906 das Oscarsteatern eingeweiht wurde, gehörte Grünberg von Beginn an zum Ensemble, sang jedoch noch bis 1914 ausschließlich Operetten, um dann jedoch im Königlichen Theater in Tosca ihre erste Hauptrolle in einer Oper zu übernehmen.

Zwischen 1908 und 1911 übernahm Rosa Grünberg auch mehrere Rollen in Kurzfilmen und trat immer wieder mit volkstümlichen Weisen auf, was sich erst änderte als die Sängerin am Königlichen Theater war. 1911 tauchte in Stockholm auch das Gerücht auf dass Grünberg eine Affäre mit dem Kronprinzen Gustaf Adolf habe, was offiziell jedoch nie bestätigt wurde. Als Grünberg dann 1918 Professor Yngve Sjöstedt heiratete, verließ die Künstlerin die Bühne, aber arbeitete weiterhin als Gesangspädagogin. Rosa Grünberg starb am 11. April 1960 im Alter von 82 Jahren in Stockholm.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1890: Der Schauspieler und Regisseur Weyler Hildebrand
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1919: Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
4. Januar 2013: Die feministische Literaturwissenschaftlerin Birgitta Svanberg
4. Januar 2014: Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. März 2017

Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson

Anna Q. Nilsson kam am 30. März 1888 als Tochter eines Polizeikonstapels in Ystad zur Welt und kam acht Jahre später mit ihren Eltern nach Hasslarp bei Helsingborg. Wie für sehr viele Schweden dieser Zeit, so begann sie dort von Amerika und einer strahlenden Zukunft zu träumen. Um sich das Ticket in die Neue Welt leisten zu können, nahm Nilsson nahezu jede Arbeitsmöglichkeit wahr und arbeitete selbst auf den Feldern mit Zuckerrüben. 1905, als Nilsson 17 Jahre alt war, hatte sie bereits genügend Geld gespart um einen einfachen Fahrschein in die USA erwerben zu können.

In New York schien sich allerdings der Traum Anna Q. Nilssons nicht unmittelbar zu erfüllen, denn die einzige Arbeit, die sie bekam, war als Dienstmädchen. Zwei Jahre später sollte sich jedoch das Blatt wenden, denn der Künstler James Carrol Beckwith entdeckte die junge Frau auf der Straße und machte sie in kürzester Zeit zum am besten bezahlten Fotomodell New Yorks und Nilsson wurde zur schönsten Frau Amerikas ernannt, was auch dazu führte dass Nilsson bald als amerikanisches Schönheitsideal galt. Was in den USA nicht ausbleiben konnte, so wurde Nilsson 1911 auch für den Film entdeckt und sie erhielt die Hauptrolle in Molly Pitcher, was für sie der Beginn einer amerikanischen Filmlegende wurde.

Nach Molly Pitcher spielte Anna Q. Nilsson in über 200 weiteren Stimmfilmen und ab 1928 auch in 39 Tonfilmen, die, bis auf eine einzige Aufnahme, alle in den USA entstanden und Nilsson als erster gebürtigen Schwedin einen Stern im Hollywood Walk of Fame einbrachte. Eine der wichtigsten Eigenschaften der Schauspielerin war nie ein Double oder eine Stuntfrau zu akzeptieren, sondern auch die gefährlichsten Szenen selbst zu übernehmen. 1928 war Nilsson schließlich die am besten bezahlte Schauspielerin Hollywoods, die damals jede Woche 20.000 Dollar erhielt. Aber auch in einem anderen Punkt hatte Nilsson das Glück auf ihrer Seite, denn unmittelbar nachdem sie in Hollywood zu arbeiten begonnen hatte, kaufte sie ein größeres Grundstück in der Einöde, jedoch am Strand, und baute dort ein kleines Haus. Heute ist diese Gegend als Malibu bekannt. Anna Q. Nilsson starb am 11. Februar 1974 in Sun City in Kalifornien.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. März 2017

Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin

Else Fisher kam am 1. März 1918 als Tochter einer schwedischen Textilkünstlerin und eines norwegischen Ingenieurs in Melbourne in Australien zur Welt und kam erst mit vier Jahren nach Schweden, als der Vater mit Tuberkulose in ein Sanatorium in Norwegen kam und die Mutter mit ihren Kindern nach Stockholm zog damit sie die Familie ernähren konnte. Das Mädchen wollte sehr früh Tänzerin werden, was die Mutter ermunterte. Mit 21 Jahren beendete Fisher dann ihre Ausbildung als Tänzerin mit dem Diplom einer Tanzlehrerin und begann eine vielversprechende Karriere als Solotänzerin, die allerdings der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahezu beendete, auch wenn Fisher noch bei Karl Gerhards Revue Lite Gullregn auftrat und auch kleinere Auftritte akzeptierte.

Als Else Fisher 1941 Ingmar Bergman traf, begann eine engere Zusammenarbeit, wobei sie noch im gleichen Jahr ¨für ihn die Choreographie für Fågel Blå machte und dabei auch als Tänzerin auftrat. In dieser Zeit begann Fisher auch mehr und mehr als Choreographin zu arbeiten und setzte auch auf das Schauspiel, wobei Fisher dabei ihr sehr vielseitiges Talent bewies. Als Bergman nach Helsingborg ging, war geplant dass Fisher auch dort für ihn arbeite, aber als die Schauspielerin an Tuberkulose erkrankte, musste sie die Bühne gegen einen Sanatorium tauschen, was letztendlich auch die kurze Ehe mit Bergman zum Scheitern brachte. Nach ihrer Genesung arbeitete Else Fisher an mehreren Theatern, schrieb Stücke und übernahm auch häufig die Regie. Erst 1957 kam es erneut zu einer Zusammenarbeit zwischen Fisher und Bergman, als Fisher für die Choreographie von Det sjunde inseglet (Das siebente Siegel) zeichnete. 

Als Else Fisher dann am 3. März 2006 in Stockholm starb, wurde sie immer noch mehr als die Ehefrau von Ingmar Bergman gesehen, obwohl diese Ehe gerade einmal drei Jahre gehalten hatte, als als eigenständige Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Tänzerin. Selbst im Dramaten wird Fisher heute nur noch kurz in sieben Rollen genannt und ihre beiden Kinderbücher, die die Schauspielerin auch selbst illustrierte, sind längst vergessen, ohne dass jemand den Grund hierfür nennen könnte. Else Fisher gehört heute zu den vergessenen Künstlern Schwedens, obwohl sie in vielen Punkten viele ihrer Kollegen weit überragte.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. Februar 2017

Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz

Elsa Prawitz kam am 22. Februar 1932 in Stockholm zur Welt und wuchs im Stadtteil Östermalm auf, wo sie auch das Mädchengymnasium besuchte und Mitglied des literarischen Vereins wurde in dem sie ihre ersten Schritte auf der Theaterbühne unternahm. Mit 18 Jahren begann Prawitz dann ein Schauspielstudium am Dramaten, von dem sie nach Abschluss der Ausbildung im Jahre 1954 auch übernommen wurde, bald aber auch im Intiman auftrat.

Im Jahre 1959 spielte Elsa Prawitz im Stück Ägget im Intiman und hatte damit ihren Durchbruch als Schauspielerin und konnte sich vor Aufträgen kaum retten, wobei sie 1961 auch mit der Revue Ursäkta handsken von Karl Gerhard auf der Bühne stand. Prawitz begnügte sich jedoch nicht mit dem Theater, sondern übernahm 1963 auch das Alléteatern als Direktorin, arbeitete als Programmchefin im Radio und führte Regie. Wie sehr viele Schauspieler, die im Dramaten ausgebildet wurden und dort arbeiteten, so zog es Prawitz allerdings auch zum Film.

Zwischen 1956 und 1965 spielte Elsa Prawitz in nicht weniger als 26 Filmen mit, bei denen überwiegend ihr damaliger Ehemann Arne Mattsson Regie führte, sie selbst aber bisweilen das Manuskript geschrieben hatte. Während Prawitz im Theater jede Rolle darstellen konnte, bekam sie im Film nahezu ausschließlich die Rolle der femme fatale und sehr sensuelle Rollen, was mit ihrem südländischen Aussehen zusammenhing, das zu dieser Art der Rollen passte. Als Elsa Prawitz 1977 zum Stadttheater in Borås kam, hatte sie allerdings noch ein weiteres Ziel, sie wollte die Altstadt von Borås retten, ein Unternehmen, das Prawitz leider nicht gelang.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 4. Februar 2017

Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist

Gerda Lundequist wurde am 4. Februar 1871 unter dem Familiennamen Lundqvist als uneheliche Tochter einer Friseuse geboren und von der Witwe eines Fabrikanten erzogen, die dem Mädchen eine solide Ausbildung bot. Mit 15 begann Lundequist an der Königlichen Theaterschule in Stockholm eine Schauspielausbildung, wobei sie bereits ein Jahr später auch gleichzeitig die Schauspielschule des Dramaten besuchte. Nach dem Ende ihrer Ausbildung wurde Lundequist 1891 am Stora Teatern in Göteborg engagiert und wechselte bald darauf zu Albert Ranft, der die Schauspielerin insbesondere im Svenska Teatern einsetzte.

Nahezu von Beginn an spielte Gerda Lundequist wichtige Rollen und überzeugte die Kritik in Hauptrollen bei Werken von Ibsen, Shakespeare und Strindberg. Nahezu ihr gesamtes Leben spielte Lundequist nur in Tragödien und erst am Ende ihrer 60-jährigen Karriere als Schauspielerin zeigte sie auch einige wenige Male ihr Können als Komödiantin. Bis heute gilt Gerda Lundequist, die an nahezu allen großen Theatern Schwedens auf der Bühne stand, als die größte Tragödin in der Welt des Theaters, wobei sie oft auch als Schwedens Sarah Bernhardt bezeichnet wird. Neben ihrem Beruf als Schauspielerin arbeitete Lundequist zeitweise auch als erfolgreiche Regisseurin und in der Ausbildung von Schauspielern.

Noch Mitte der 40er Jahre stand Gerda Lundequist in Hauptrollen auf der Bühne des Dramaten, wobei sie 1947 auch an Ingmar Bergmans Hörspiel „Der fliegende Holländer“ von August Strindberg teilnahm und 1955 übernahm sie eine Nebenrolle im Film Giftas an, eine der wenigen Möglichkeiten die Schauspielerin noch heute spielen zu sehen. Giftas war nicht der erste Film Lundequists, denn bereits 1924 wirkte sie an Mauritz Stillers Stummfilm Gösta Berlings Saga mit. Aber nach diesem ersten Film entschied sich die Schauspielerin dass nicht der Film ihre Heimat war, sondern die Bühne.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 27. Dezember 2016

Die schwedische Schauspielerin Barbro Kollberg

Barbro Kollberg Hildestrand wurde am 27. Dezember 1917 als Tochter eines Kaufmanns in Eskilstuna geboren, kam jedoch bereits 1924 mit ihren Eltern nach Stockholm. Nach ihrer Hochschulreife im Jahre 1937 wurde Kollberg als Schauspielschülerin im Dramaten aufgenommen, was zwei Jahre später auch zur ersten Rolle am Dramaten führte. 1943 wechselte Kollberg zum Blancheteatern und erhielt gleichzeitig in Gösta Cederlunds Kungsgatan die erste Rolle als Filmschauspielerin. Die Rolle als armes Bauernmädchen brachte Kollberg unmittelbar den Durchbruch.

In den 40er und den 50er Jahren zeigte Barbro Kollberg eine enorme Energie, denn sie stand auf der Theaterbühne, spielte in Filmen, war ab 1945, neben Lorens Marmstedt, Direktorin des Skansenteatern und erzog so nebenbei auch ihre vier Kinder, die ihre frühen Jahre vor allem in Garderoben und hinter der Bühne verbrachten. 1960 war es Kollberg jedoch klar dass diese Situation nicht haltbar war und die Schauspielerin zog sich vollkommen vom Theater und Film zurück und ging nach Motala um dort, gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, das Stadthotel zu führen. Kollberg sollte 19 Jahre lang von Bühne und Film verschwinden bis es zum Comeback kam.

Das Comeback für Barbro Kollberg, die am 6. März 2014 in Stockholm starb, kündigte sich jedoch bereits 1976 an, als sie als Pädagogin bei der Bühnenschule in Göteborg zu arbeiten begann. Als Kollberg dann 1979 als Kaufmannsfrau in der Fernsehserie Mor gifter sig, nach dem gleichnamigen Buch von Moa Martinson, zu sehen war, zeigte sich, dass sie weder das Schauspielen vergessen hatte, noch aber von ihrem Publikum vergessen war. Die letzte Rolle im Film spielte Barbro Kollberg dann im Jahr 2004, als sie bereits 86 Jahre alt war. Der Film Så som i himmelen, in dem Kollberg die Rolle von Olga spielte, gilt heute als einer der Kultfilme Schwedens.


27. Dezember 1813: Gustaf Adolf Reuterholm regiert Schweden
27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet
27. Dezember 1971: Das Wunder von Gottröra
27. Dezember 1973: Tobias Billström, schwedischer Migrationsminister
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden
27. Dezember 1983: Der größte Stromausfall Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Sängerin und Schauspielerin Anita Lindblom

Anita Lindblom kam am 14. Dezember 1937 in Hille, heute ein Stadtteil Gävles, zur Welt und begann ihre künstlerische Karriere als Balletttänzerin. Im Jahr 1956 nahm Lindblom ihre erste Single Ljuva ungkarlstid auf, die zwar kein Erfolg wurde, aber dazu führte dass sie ein Jahr später in der Revue Scalarevys das Lied När den svenska flickan kysser, kysser hon med öppen mun sang und damit in ganz Schweden bekannt wurde und bald überall im Land in Revuen auftrat, unter anderem bei Hagge Geigert in Uddevalla und Kar de Mumma im Folkan in Stockholm.

1961 kam dann der Durchbruch Anita Lindbloms als Sängerin, mit der schwedischen Version des Welthits Milord, der bis heute mit Edith Piaf verbunden wird. Im Oktober des gleichen Jahres erschien auch Lindbloms bekanntestes Lied Sånt är livet, das nicht nur zu den schwedischen Tophits gehörte, sondern auch unter dem Titel "Laß die Liebe aus dem Spiel" in die deutschen Hitparaden einzog und die Sängerin unsterblich machte, da die Rundfunkhörer Schwedens die Aufnahme zum größten Hit aller Zeiten ernannten. Letztendlich wurde das Cover Lindbloms in Europa bekannter als die Originalversion You Can Have Her von Roy Hamilton.

Bereits Ende der 60er Jahre, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, begannen dann die Probleme für Anita Lindblom, denn die Presse interessierte sich mehr für die etwas turbulente Ehe mit dem Boxer Bo Högberg und ihre Steuerschulden als ihre Arbeit als Sängerin und als Schauspielerin und Lindblom zog in ein kleines Dorf beim südfranzösischen Cannes, wo sie heute noch sehr zurückgezogen lebt. Zweimal kehrte Lindblom für ihre Arbeit kurze Zeit nach Schweden zurück, aber ihre Lebensweise schien der Presse immer noch wichtiger als ihre Leistung. Ein Versuch eine neue Karriere in den USA zu beginnen, scheiterte an einer schwedischen Umzugsfirma, die sämtliche ihrer Möbel und ihren Flügel zerstörten ohne je einen Schadenersatz zu bezahlen. Seit dieser Zeit ist Anita Lindblom auch nicht mehr nach Schweden zurückgekehrt und hält nur sehr wenige ihrer früheren Kontakte aufrecht.


14. Dezember 1503: Sten Sture der Ältere,einer der Helden Schwedens
14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1915: Der schwedische Arzt Åke Senning
14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal
14. Dezember 1988: Christer Pettersson und der Mord an Olof Palme

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 14. September 2016

Die schwedische Sängerin Sarah Dawn Finer

Sarah Dawn Finer kam am 14. September 1981 in Stockholm zur Welt, auch wenn ihr Name über ihre Eltern, die aus den USA und Großbritannien kommen, nicht an ihre schwedische Herkunft erinnert. Da die Musik in der Familie Finer immer eine große Rolle spielte, kam auch Sarah Down Finer sehr früh mit der Bühne und dem Gesang in Berührung. Im Alter von acht Jahren hatte die Sängerin eine Rolle in der Fernsehserie Maskrosbarn und mit zwölf begann sie im Gospel- und Soulchor One Voice zu singen, einer Musikgruppe, der Finer sieben Jahre lang treu blieb.

Bevor Sarah Dawn Finer ihr erstes Soloalbum veröffentlichte, trat sie mit sehr vielen bekannten Sängern und Sängerinnen Schwedens auf und sammelte Erfahrung. So stand Finer sehr früh mit Björn Skifs, Peter Sjöback, Agnetha Fältskog, Mauro Scocco und vielen anderen Künstlern auf der Bühne, bis Finer 2007 ihr Album I Remember Love veröffentlichte und mit dem Titelsong auf den vierten Platz der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest kam, Platz Eins in den Svensktoppen eroberte und mit der ausgekoppelten Singel auch eine goldene Scheibe erhielt. Ihr zweites Album mit dem Song Moving On, mit dem sie ebenfalls an der Vorausscheidung des ESC teilnahm, und das zwei Jahre später erschien, hatte den gleichen Erfolg.

Sarah Down Finer, die mittlerweile sechs Alben vorweisen kann, machte sich jedoch nicht nur als Sängerin einen Namen, sondern wirkte auch als Schauspielerin in mehreren Filmen, nahm in Magnus Ugglas Revue im Jahre 2010 teil, spielte im Musical Rent und ist als Sprecherin und Sängerin in Zeichentrickfilmen zu hören. Für ihre Rolle im Musical Jekyll & Hyde im Jahre 2008 wurde Sarah Dawn Finer als beste weibliche Hauptrolle sogar für eine Goldmaske nominiert. Finer gehört zu den Sängerinnen Schwedens, die bereit sind auch Humor zu zeigen, was auch das internationale Publikum der Sängerin bemerken konnte, als Finer während des Eurovision Song Contests des Jahres 2013 in Malmö mehrere Sketche zum Besten gab.


14. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert 
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee 
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen
14. September 1974: Die schwedische Stiftung Contra
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden
 
Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. August 2016

Die Schriftstellerin Irma Sankt Cyr Jonsson

Irma Sankt Cyr Jonsson wurde am 6. August 1902 als Tochter einer Gutsbesitzers bei Mellerud geboren, wuchs jedoch überwiegend bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf Gut Irvingsholm bei Örebro auf, wo sie auch die Schule besuchte. Mit 20 kam Jonsson erstmals enger mit der Literatur in Berührung, als sie das Buch „Peter Pan und Wendy“ übersetze, das von Maj Lindman illustriert wurde, einer Künstlerin, die ebenfalls die Risbergska skolan in Örebro besucht hatte. Diese literarische Begegnung sollte für die junge Frau von größter Bedeutung werden.

Anschließend zog Irma Sankt Cyr Jonsson nach Stockholm und begann bei Bonniers als Buchhalterin zu arbeiten, eine Beschäftigung, die sie jedoch bald gegen eine Anstellung in einer Buchhandlung austauschte und zudem eine Nebenrolle im Film Bröllopet i Bränna annahm. Jonsson lernte dort ihren späteren Mann kennen, heiratete 1928 und die Familie zog bald darauf nach Enköping. Auch wenn Jonsson bereits in Stockholm ihre ersten Mädchenbücher geschrieben hatte, so wurde sie erst in Enköping zur Schriftstellerin, engagierte sich in der Lokalpolitik und in mehreren Vereinen, unter anderem im Verein der Hausfrauen und im Fredrika-Bremer-Verbund.

Irma Sankt Cyr Jonsson schrieb bis zu ihrem Tod am 30. Juli 1984 in Enköping rund 50 Bücher, überwiegend Mädchenbücher, in denen die Hauptfiguren eine Mischung aus idealer Hausfrau und selbstbewussten Frau darstellt, eine Rolle, die die Autorin selbst im Leben spielte. Die Mädchen und jungen Frauen in ihren Bücher zeigen eine Handlungskraft, sind kreativ und gehen einer für Frauen geeigneten Berufstätigkeit nach, aber auf der anderen Seite gilt für sie die Ehe als ideale Zukunft der Frau und jede Haushaltstätigkeit gilt als positiver Zug. Diese sehr traditionelle Denkweise Jonssons führte vermutlich auch dazu dass ihre Bücher heute nicht mehr aufgelegt werden.


6. August 1828: Das Vermächtnis von Charlotta Lovisa von Kræmer
6. August 1904: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
6. August 1932: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman 
6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden
6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström
6. August 1986: Beppe Wolgers, der Schriftsteller mit dem Vollbart

Copyright: Herbert Kårlin