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Donnerstag, 30. März 2017

Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson

Anna Q. Nilsson kam am 30. März 1888 als Tochter eines Polizeikonstapels in Ystad zur Welt und kam acht Jahre später mit ihren Eltern nach Hasslarp bei Helsingborg. Wie für sehr viele Schweden dieser Zeit, so begann sie dort von Amerika und einer strahlenden Zukunft zu träumen. Um sich das Ticket in die Neue Welt leisten zu können, nahm Nilsson nahezu jede Arbeitsmöglichkeit wahr und arbeitete selbst auf den Feldern mit Zuckerrüben. 1905, als Nilsson 17 Jahre alt war, hatte sie bereits genügend Geld gespart um einen einfachen Fahrschein in die USA erwerben zu können.

In New York schien sich allerdings der Traum Anna Q. Nilssons nicht unmittelbar zu erfüllen, denn die einzige Arbeit, die sie bekam, war als Dienstmädchen. Zwei Jahre später sollte sich jedoch das Blatt wenden, denn der Künstler James Carrol Beckwith entdeckte die junge Frau auf der Straße und machte sie in kürzester Zeit zum am besten bezahlten Fotomodell New Yorks und Nilsson wurde zur schönsten Frau Amerikas ernannt, was auch dazu führte dass Nilsson bald als amerikanisches Schönheitsideal galt. Was in den USA nicht ausbleiben konnte, so wurde Nilsson 1911 auch für den Film entdeckt und sie erhielt die Hauptrolle in Molly Pitcher, was für sie der Beginn einer amerikanischen Filmlegende wurde.

Nach Molly Pitcher spielte Anna Q. Nilsson in über 200 weiteren Stimmfilmen und ab 1928 auch in 39 Tonfilmen, die, bis auf eine einzige Aufnahme, alle in den USA entstanden und Nilsson als erster gebürtigen Schwedin einen Stern im Hollywood Walk of Fame einbrachte. Eine der wichtigsten Eigenschaften der Schauspielerin war nie ein Double oder eine Stuntfrau zu akzeptieren, sondern auch die gefährlichsten Szenen selbst zu übernehmen. 1928 war Nilsson schließlich die am besten bezahlte Schauspielerin Hollywoods, die damals jede Woche 20.000 Dollar erhielt. Aber auch in einem anderen Punkt hatte Nilsson das Glück auf ihrer Seite, denn unmittelbar nachdem sie in Hollywood zu arbeiten begonnen hatte, kaufte sie ein größeres Grundstück in der Einöde, jedoch am Strand, und baute dort ein kleines Haus. Heute ist diese Gegend als Malibu bekannt. Anna Q. Nilsson starb am 11. Februar 1974 in Sun City in Kalifornien.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Februar 2017

Flashback, von der Zeitschrift zum Forum

1993 erschien die erste Nummer des Flashback Magazin, das, nach dem Herausgeber Jan Axelsson, die größte Underground-Zeitschrift Schwedens werden sollte. Das Konzept war einzigartig, denn die Artikel sollten um Nazismus, Anarchismus, Satanisten und Drogen handeln, Themen, die, ebenfalls nach Axelsson, in keiner anderen schwedischen Zeitschrift zu finden waren und damit die Meinungsfreiheit erweitern sollten. Knapp zwei Jahre später, am 25. Februar 1995, hatte das Flashback-Magazin seine erste Internetseite, die besonders dadurch auffiel, dass man hier Anzeigen für Drogen, Weiße Musik und selbst schusssichere Westen fand. Die Leserschicht war damit von Beginn an klar definiert.

Nach mehreren Jahren extremistischer Aktivität gründet Jan Axelsson im Jahr 2000 dann unter der Firma Flashback Media Group mit dem Motto das freie Wort in letzter Konsequenz zu verteidigen und jede Art von Meinung unzensiert zu veröffentlichen. Nachdem der Server des rein schwedischsprachigen Forums nach juristischen Problemen seit 2003 in den USA beheimatet ist, gibt es keinen offiziellen Moderator, keinen Verantwortlichen für den Inhalt und die ethischen Regeln der europäischen Presse werden geradezu mit den Füssen getreten, ein Konzept, das hervorragend funktioniert, denn pro Tag erscheinen bis zu 20.000 neue Beiträge und pro Woche zählt man etwa zwei Millionen Besucher.

Während ein Teil der Beiträge tatsächlich zum aufdeckenden Journalismus gehört, wird im Flashback-Forum Kriminalität gefördert, Rassismus geschürt und Einzelpersonen auf das schwerste gekränkt, da sich Sympathisanten der extrem rechten Gruppen in diesem Forum konzentrieren und das Fehlen einer Moderation für ihre Zwecke ausnutzen. Im Jahr 2010 unterstütze eine größere Gruppe an Lesern sogar den geplanten Selbstmord eines Forum-Teilnehmers. Ständige Leser des Forums nehmen die Artikel bedauerlicherweise grundsätzlich für Tatsachen, zumindest sobald diese ihre Meinung stützen, und verbreiten sie selbst im Netz weiter um dem Flashback-Forum weitere Leser zu bringen.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Juli 2016

Der schwedische Künstler John Carlson

John Carlson, oft auch Carlsson geschrieben, kam am 16. Juli 1896 in Överselö im Södermanland zur Welt und neigte sehr früh zur Kunst, denn bereits zwischen 1912 und 1915 besuchte er Abend- und Sonntagskurse an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, und ging anschließend in die USA um sein Kunststudium am Pratt Institute und der Art Students League in New York fortzusetzen. Carlson sollte bis 1929 in den USA bleiben und, neben Landschaften, insbesondere Indianer malen, was dem Künstler nicht nur in Schweden, sondern auch in den USA, eine besondere Rolle verleiht und ihm den Titel „Indianermaler“ einbrachte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden machte John Carlson zwischen 1932 und 1934 eine weitere Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm, vor allem um sich im Krokizeichnen zu verbessern. Parallel hierzu machte er Studienreisen in mehrere europäische Länder. Anschließend malte Carlson vor allem Landschaften aus Lappland, Gotland und der Umgebung Stockholms. Der Erfolg ließ auch in Schweden nicht lange auf sich warten, was eine Aufzeichnung des Künstlers aus dem Jahre 1959 zeigt, denn bei einer Ausstellung mit 73 Gemälden verkaufte er sämtliche Bilder am ersten Tag, einige davon sogar doppelt, was anschließend einige Probleme mit sich brachte. Carlson schrieb, dass es sich an diesem Tage mehrere Feinde fürs Leben gemacht hatte.

Obwohl über den Künstler John Carlson, der am 31. März 1979 in Sundbyberg starb, kaum etwas bekannt ist und nur wenige seiner Gemälde in schwedischen Museen zu finden sind, leben seine eigenen Erzählungen weiter, die einen gefragten Künstler und Exzentriker zeigen. So schreibt Carlson über eine Ausstellung im Folkets Hus in Sundbyberg des Jahres 1974, dass er dort eine 14-tägige Ausstellung hatte, aber als am Sonntag nach der Vernissage das Publikum kam, waren die Räume leer, da sämtliche Bilder bereits verkauft waren. Carlson hatte allerdings am Abend der Vernissage nicht nur alle Bilder verkauft, sondern sie den Käufern auch gegen Bezahlung ausgehändigt, nach dem Motto, dass es unsinnig sei noch zwei Wochen lang Bilder zu zeigen, die ohnehin nicht mehr verkäuflich seien.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden
16. Juli 1743: Henrik Magnus von Buddenbrock wird hingerichtet
16. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland
16. Juli 1868: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
16. Juli 1952: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
16. Juli 1983: Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 25. Dezember 2015

Der schwedische Opernsänger Rolf Björling

Rolf Björling kam am 25. Dezember 1928 als Sohn des bekannten schwedischen Opernsängers Jussi Björling in Jönköping zur Welt und studierte von 1953 bis 1954 an der Musikhochschule in Stockholm, einem Studium, dem weitere fünf Studienjahre in den USA folgten. Als Björling 1960 nach Schweden zurückkehrte, begann er insbesondere Romanzen und Schlager zu singen, was sich jedoch 1962 ändern sollte, als er in der Rolle von Pinkerton in Madame Butterfly im Storan in Göteborg seine erste Rolle in einer Oper bekam, denn dies sollte seine Zukunft verändern.

Bereits im darauffolgenden Jahr wurde Rolf Björling von der Deutschen Oper in Berlin engagiert, ein Vertrag, der ein weiteres Jahr verlängert wurde. Es folgte ein festes Engagement am Königlichen Theater in Stockholm, dem Björling 21 Jahre lang treu bleiben sollte, auch wenn zahlreiche andere Auftritte eingeschoben wurden, denn als Rolf Björling 1970 in Verdis Nabucco an der Oper in San Francisco Ismael spielte, wurden auch die Vereinigten Staaten auf ihn aufmerksam und wollten den Opernsänger öfter hören.

Der große Durchbruch kam für Rolf Björling, der am 31. März 1993 in Täby starb, im Jahre 1972 als Marico in Verdis Troubadour, denn nach den überragenden Kritiken, die folgten, stand ihm die Welt der Oper völlig offen und vor allem die Einladungen aus den USA mehrten sich. Allerdings gehörte Rolf Björling nicht zu jenen Sängern, die sich ganz auf die Oper festlegen wollten, denn er sang auch in Operetten und Lustspielen. Rolf Björling gründete auch, gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Gunnel Eklund, Rolf Jupither und Laila Andersson-Palme, das erfolgreicche Nya Björlingskvartetten zu dem, beim Austritt von Andersson-Palme, Kjerstin Dellert stieß. Nach 1985 wurden die Auftritte des Sängers seltener und er zog Konzerte einem permanentem Engagement vor.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1156: Der schwedische König Sverker den äldre
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Dezember 1909: Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander 
25. Dezember 1932: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue 
25. Dezember 1964: Jonas Sjöstedt, Vorsitzender der Linken Schwedens
25. Dezember 2005: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 3. Juni 2015

Der Nobelpreisträger Torsten Wiesel

Torsten Wiesel kam am 3. Juni 1924 als Sohn eines Psychiaters in Uppsala zur Welt, besuchte dann jedoch eine Privatschule am Rande Stockholms. Als Wiesel 17 Jahre alt war, begann er sich für Psychiatrie und Medizin zu interessieren, wobei ihn, nach eigenen Aussagen, vor allem das Nervensystem interessierte. Nach Abschluss seines Medizinstudiums am Karolinska Institut arbeitete Wiesel ein Jahr lang in der gleichen Einrichtung als Forscher im Labor von Professor Carl Gustaf Bernhard um dort an der Neurophysiologie zu arbeiten.

Im Jahre 1955 wurde Torsten Wiesel an das Stephan Kuffler's Labor in den USA eingeladen um dort an Forschungsarbeiten teilzunehmen und seine Kenntnisse zu perfektionieren. Wiesel sollte dann jedoch 54 Jahre lang in den USA bleiben und dort eine wissenschaftliche Karriere machen, denn 1973 wurde er Direktor der neurobiologischen Fakultät der Harvad Medical School und zwischen 1991 und 1998 war er Präsident der Rockefeller University. Erst mit 85 Jahren kehrte Torsten Wiesel dann zurück nach Stockholm, ohne jedoch seine internationale Forschungstätigkeit ganz aufzugeben.

Ab den 60er Jahren untersuchte Torsten Wiesel, gemeinsam mit seinem Kollegen David Hubel den Aufbau und die Informationsverarbeitung der visuellen Cortex bei Katzen und Affen und konnte damit grundlegende Inforationen zum Sehvermögen vorlegen. Für diese bahnbrechende Forschung erhielten die beiden Wissenschaftler im Jahr 1981 einen geteilten Nobelpreis für Medizin verliehen. Die Arbeit von Wiesel erklärt die Informationsverarbeitung im Gehirn beim Sehen und gehört mit zu den bedeutendsten neurobiologischen Erkenntnissen des vergangenen Jahrhunderts.


3. Juni 1605: Hogenskild Bielke wird in Stockholm hingerichtet
3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport

Annika Sörenstam wurde am 9. Oktober 1970 in Viksjö bei Stockholm geboren und interessierte sich sehr früh für Sport, auch wenn sie als Schülerin noch im Sportklub Bro Fußball spielte und in der Oberstufe dann zur Leichtathletik und dem Skisport griff. Als Sörenstam jedoch Golf wirklich entdeckte, ging alles sehr schnell und bereits mit 22 Jahren begann sie bei der Ladies European Tour mit dem professionellen Golfspiel.

Mit Golf hatte Annika Sörenstam ihre Passion und ihren Beruf endgültig gefunden, denn ab 1995 gewann sie eine Ausscheidung nach der anderen und im Mai 2008 zählt die Golferin 72 Siege während der LPGA-Tours und wurde damit unter den erfolgreichsten Golfspielerinnen weltweit genannt. Der Erfolg setzte sich fort und Sörenstam wurde achtmal Rolex Player of the Year und am 16. Oktober 2005 gelang es ihr als zweite Frau in der Geschichte des Golfspiels das fünfte Mal in der Reihe den Samsung World Championship zu gewinnen.

Auf Grund ihres enormen Erfolges wurde Annika Sörenstam im Jahre 2003 zur PGA-Tour The Colonial eingeladen, einer der bedeutendsten Golfausscheidungen für Herren zu der letztmals 1945 eine Frau eingeladen worden war. Am 13. Mai 2008 erklärte Sörenstam dann plötzlich ihren Rücktritt aus dem Golfsport und Ende des gleichen Jahres war sie zum letzten Mal als professionelle Golfspielerin auf dem Green zu sehen. Da Annika Sörenstam ab 2006 die amerikanische und die schwedische Staatsbürgerschaft besaß, spielte sie ab dieser Zeit, je nach Ausscheidung, für Schweden oder aber die USA.


9. Oktober 1847: Schweden schafft die Sklaverei ab 
9. Oktober 2006: Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Juni 2013

Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Robin Carlsson wurde am 12. Juni 1979 in Stockholm geboren und wuchs in einer tingelnden Theaterfamilie auf bei der der Vater Regisseur und die Mutter Schauspielerin war. Es war daher auch nicht verwunderlich, dass Robyn bereits im Alter von neun Jahren eine Statistenrolle in August Strindbergs Kronboden im Stockholmer Dramaten bekam und von dieser Zeit an immer wieder öffentlich auftrat und wegen ihrer ausgeprägten Stimme auch immer häufiger Aufträge als Sängerin bekam.

Als Robin Carlsson im Gymnasium beginnen sollte, so dauerte dieser Versuch gerade einmal drei Tage bevor sich das Mädchen dazu entschloss alles in eine Karriere in der Pop-Musik zu setzen und das Pauken zu vergessen. Als die Sängerin Meja Beckman der Gruppe Legacy of Sound während einer Konzertpause Robyn ein selbst komponiertes Lied singen hörte, kam der Durchbruch für die Sängerin und bereits im Jahre 1995 erschien die Single You've Got That Somethin' und noch im gleichen Jahr das Durchbruchsalbum Do You Really Want Me. Als Robyn dann 1997 die ersten Platten in den USA produzierte, zeigte sich, dass die Sängerin dort sogar noch mehr Erfolg hatte als in Schweden,  denn zwei ihrer Singles landeten in den Billboard Hot 100.

Im Jahre 2002 erschien dann Robin Carlssons drittes Album Don't Stop the Music in Schweden. Das Lied Oh Baby gehörte im folgenden Jahr zu den fünf meistgespielten Songs im Radio und Robyn bekam für ihr Album eine Platinplatte. Da ihre Plattenfirma nicht unbedingt ihre Meinung zu ihren Liedern teilte, gründete Robyn im Jahre 2004 die Produktionsfirma Konichiwa Records, die ausschließlich ihre eigenen Platten herausbringen sollte. Die erste Single der Firma wurde Be Mine! und war erneut ein Erfolg. Seit dieser Zeit ist Robyn sowohl in Europa als auch in den USA eine der meist gefragten schwedischen Sängerinnen, die zudem vollkommen autonom über ihre musikalische Entwicklung entscheidet.


12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1946: Schulessen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. September 2012

Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Am 30. September 2002 stürzte der schwedische Abenteurer Göran Kropp an der Sunshine Wall bei Seattle, USA, im Alter von 35 Jahren in den Tod. Nach einer Untersuchung waren mehrere Ursachen am Unfall verknüpft, unter anderem versagten vier von fünf Sicherungen, was letztendlich verursachte, dass der Bergsteiger nur etwas einem Meter vor der Spitze 21 Meter in die Tiefe stürzte und sich dabei so schwer verletzte, dass er am 2. September starb.

Göran Kropp, der bereits mit sechs Jahren den 2469 Meter hohen Galdhøpiggen in Norwegen bestiegen hatte, wurde vor allem wegen seiner Everest-Besteigung im Jahre 1996 bekannt, als er mit seiner Partnerin Renata Chlumska mit dem Fahrrad von Schweden nach Nepal fuhr, den Berg bestieg und die beiden dann mit dem Fahrrad wieder nach Schweden zurückkehrten. Allerdings mussten sie dabei einen kleinen Teil per Zug zurücklegen, da es Renata verboten war mit dem Fahrrad den Iran zu durchqueren.

Auch wenn Göran Kropp überwiegend von den höchsten Bergen der Welt angezogen wurde und auch einige der 7000er bezwungen hat, so war er jedem Abenteuer offen und hatte eine enorm gute Kondition, die er, unter anderem, dadurch gewann, das er täglich 100 Kilometer im Spurt nahm. Göran Kropp gilt noch heute als derjenige, der in Schweden das Bergsteigen populär machte und Abenteuer für Jedermann öffnete, da er nicht die Leistung in den Vordergrund setzte, sondern das Erlebnis.


Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. September 2012

Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Carl Milles, der bei Geburt noch Carl Andersson hieß, starb am 19. September 1955 im sogenannten Millesgården auf Lidingö, wo er sich regelmäßig im Sommer aufhielt und den er und seine Frau Olga Milles bereits 1936 in Form einer Stiftung dem schwedischen Volk geschenkt hatte. Die Anlage, die heute ein Skulpturengarten und ein Museum ist, war beim Tode von Carl Milles nahezu fertig, wobei man dort nicht nur Skulpturen findet, die der Künstler, aber auch seine Frau, in Schweden fertigte, sondern auch zahlreiche Werke, die in den USA entstanden.

Im Alter von 17 Jahren begann Carl Milles eine Schreinerlehre, wobei er jedoch unmittelbar Abendkurse am Konstfack (damals noch Technische Schule) in Stockholm besuchte, wo er nur drei Jahre später ganztägig zu studieren begann. Als er 1897 vom Verein der Kunsthandwerker ein Stipendium in Höhe von 200 Kronen erhielt, begab er sich nach Paris, wo er sich für mehrere Jahre niederließ und unter anderem an der Ecole des Beaux-Arts studierte. In Paris war er von den Arbeiten Auguste Rodins so beeindruckt, dass ihn diese Art der Skulptur nie wieder los ließ, was man beim Betrachten seiner Werke deutlich erkennen kann.

Carl Milles, der in Schweden als künstlerisches Genie betrachtet wird, und sich auch selbst als solches betrachtete, legte sich vor und während des Zweiten Weltkriegs mit allen damals als fortschrittlich betrachteten Journalisten und Medien Schwedens an, da er, im Gegensatz zur Mehrheit der Künstler und Journalisten der Zeit, ein absoluter Bewunderer von Hitler, Mussolini und Franco war, die in seinen Augen ein klares Ziel vor Augen hatten und ihre Länder "reinigen" würden. In diesem Rahmen verteidigte er auch jede völkerfeindliche Maßnahme dieser Staatsmänner. Im gleichen Jahr als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging wurde Carl Milles indes amerikanischer Staatsbürger.


Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Samstag, 19. November 2011

Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas

Am 19. November 1915 wurde Joel Emmanuel Hägglund, der allgemein nur als Joe Hill bekannt ist, in Salt Lake City hingerichtet, da eine Jury ihn des Mordes schuldig fand. Es gab keine Beweismittel, keine glaubhaften Zeugen und die Anwälte, die ihn kostenlos verteidigten, arbeiteten gleichzeitig für den Staatsanwalt. Selbst die weltweiten Proteste gegen ein manipuliertes Urteil konnten Joe Hill nicht retten und falls man ihn, wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten, zum Schweigen bringen wollte, so erreichte man das Gegenteil, denn von diesem Tag an wurde Joe Hill unsterblich.

Joe Hill verließ Schweden während der großen Auswanderungswelle und war einer der 1,2 Millionen Schweden, die um diese Zeit ihr Glück in den USA machen wollten. Wie so viele, so gelang es auch Joe Hill nicht der Arbeiterklasse zu entkommen und er zog in den USA, auf der Suche nach Arbeit, von Ort zu Ort. Sehr bald geriet er dabei an die amerikanische Gewerkschaftsbewegung in der er sich bedeutend engagierte. Er organisierte Streiks und vertrat die IWW vor allem mit seinen Protestliedern, die dazu führten, dass er bereits zu Lebzeiten eine Legende wurde, die nach zahlreichen Berichten an mehreren Orten gleichzeitig sein konnte.

Durch die Hinrichtung wurde Joe Hill die Galionsfigur der amerikanischen Arbeiterbewegung und ein Märtyrern der gerechten Sache. An seiner symbolischen Beerdigung nahmen 30.000 Personen teil, mehr als ein Staatsoberhaupt je erreichen konnte. Im Jahre 1960 wurde ein Brief mit einem Teil seiner Asche auch nach Schweden gebracht, die dann 1967 in Landskrona eingemauert wurde. 1969 kaufte die Sveriges Arbetares Centralorganisation das Haus in Gävle in dem der Poet, Musiker und Gewerkschaftler aufgewachsen war und verwandelte es in den Joe Hill-Gården, ein Museum, das für immer an Joe Hill erinnern soll. Die Protestsongs von Joe Hill haben Musiker wie John Lennon, Bob Dylan, Joan Baez und Woody Guthrie beeinflusst und der Song „I Dreamed I Saw Joe Hill Last Night“, den unzählige Musiker interpretierten, erinnern noch heute an den Kämpfer der Unterdrückten.

19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
19. November 1973: Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. November 2011

Der Vatertag in Schweden

Der Vatertag wird in Schweden jedes Jahr am zweiten Sonntag im November gefeiert, der dieses Jahr auf den 13. November fällt. Auch der schwedische Vatertag hat seinen Ursprung in den USA, genauer genommen bei Mrs. John B. Dodd in Spokane, die ihren Vater ehren wollte, weil er, nach dem Tod der Mutter, sechs Kinder allein aufzog und ihnen eine Zukunft bot. Diese Idee, die am 19. Juni 1910 aufkam, verbreite sich sehr schnell in den USA und als der Präsident Calvin Coolidge die Idee eines Vatertags im Jahre 1924 unterstützte, war der Tag offiziell in Amerika geboren.

Nach Schweden kam der Vatertag dann bereits sieben Jahre später über die schwedischen Auswanderer, die sich in den USA niedergelassen hatten und diesen Brauch mit den schönsten Worten schilderten. Allerdings war der Vatertag, der damals auch in Schweden im Juni gefeiert wurde, zu jener Zeit nur ein Feiertag an dem man den Vater ehrte, ohne dass dem Vater jedoch Geschenke überreicht wurden. Erst 1949, als das nordische Komitee der Geschäftsleute den Tag breiter bekannt machen wollten, kam man auf die Idee den Vatertag im November zu feiern, damit er nicht zu Nahe am Muttertag liegen sollte. Der Erfolg des Vatertags war jedoch begrenzt, da ihn die ältere Bevölkerung als unsinnig, unschwedisch und kommerziell betrachtete.

Die großenteils kommerziellen Befürworter des schwedischen Vatertags gaben jedoch nicht auf und als dann die Schulen ab den 60er Jahren über den Vatertag sprachen und Kinder Zeichnungen und Bastelarbeiten für die Väter anfertigten, war der Durchbruch gelungen. Ende der 80er Jahre begannen dann auch die Geschäftsleute Schwedens den Vorteil des Vatertags zu wittern und innerhalb von zehn Jahren entstanden im ganzen Land Schaufenster mit Vatertags-Geschenken. Der Vatertag wird ausschließlich von Schweden, Norwegen, Finnland und Estland am zweiten Sonntag im November gefeiert.

13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schwede

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Oktober 2011

Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Am 11. Oktober 1996 wurde die Radiostation in Grimeton, etwa 15 Kilometer östlich von Varberg, unter Denkmalschutz gestellt, und 2002 stellte die schwedische Regierung dann den Antrag die Sendeanlage in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Der Antrag war erfolgreich und führte dazu, dass die Radiostation in Grimeton als einzige der Welt am 2. Juli 2004 eines der vierzehn schwedischen UNESCO-Weltkulturerbe wurde.


Die Radiostation in Grimeton mit mehreren Sendestationen und den sechs Antennen, die mit ihren 127 Meter Höhe von großer Entfernung aus zu sehen sind, wurde bereits 1924 in Betrieb genommen und stellte die erste direkt Funkverbindung zwischen Schweden und Amerika her. Grimeton, die das Kennzeichen SAQ erhielt, war jedoch in jener Zeit nichts als der Sender, denn die Empfangsstation war in Kungsbacka eingerichtet und das Telegrafenamt befand sich in Göteborg von wo aus die Signale per Kabel nach Grimeton gingen und von dort aus in den Äther ausgestrahlt wurde.

Die Radiostation Grimeton, die heute auch ein Besuchszentrum enthält und vor allem im Sommer gut besucht ist, war Ende der 20er Jahre nichts Besonderes, denn überall in der Welt wurden ähnliche Sendeanlagen aufgebaut, die zu einem weltweiten Rundfunk- und Telegrafennetz führten. Die Radiostation Grimeton ist jedoch deshalb so einmalig, weil sie die einzige weltweit ist, die heute noch erhalten und funktionsfähig ist. Im Sommer können die Besucher einmal die Woche erleben dass die eindrucksvollen Geräte in Gang gesetzt werden.

Dass Grimeton nicht das gleiche Schicksal erlebte wie die anderen Sendestationen, verdankt die Station dem Zweiten Weltkrieg, denn da in dieser Zeit die Kabelverbindung mit den USA unterbrochen war, bot die Radiostation Grimeton für Schweden die einzige Kontaktmöglichkeit mit Amerika. Wie selbstverständlich wurde die Anlage anschließend für den, überwiegend militärischen, Seefunk eingesetzt. Einer der Sendetürme dient noch heute für Navigationswarnungen und das Senden des Wetterberichtes nach dem internationalen Navtex-System für die internationale Schifffahrt.

11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1891: Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf


Copyright: Herbert Kårlin