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Freitag, 2. September 2016

Die schwedische Schriftstellerin Aurora Ljungstedt

Aurora Ljungstedt kam am 2. September 1821 unter dem Namen Aurora Hjort als Tochter eines Majors in Karlskrona zur Welt und erhielt, wie üblich in bürgerlichen Familien, eine relativ gute Bildung. Allerdings führte dies auch dazu, dass Ljungstedt sehr früh Schriftstellerin werden wollte, was ihre Mutter auf jeden Fall zu verhindern versuchte, da dies nicht dem Niveau einer Frau des Bürgerstands entsprach. Dies erklärt auch, warum die schriftstellerische Leistung Ljungstedts erst nach ihrer Ehe im Jahre 1846 in Bewegung kam, da ihr Ehemann ihren Wunsch unterstützte.

Aber auch wenn Aurora Ljungstedt sich nach der Ehe mehr dem Schreiben widmen konnte, so übernahm ihr Ehemann alle Kontakte mit Verlegern und sie selbst griff erneut zu einem Pseudonym, den sie einem Roman Eugène Sues entnahm. Unter dem Namen Claude Gérard sollten alle späteren Werke Ljungstedts veröffentlicht werden, wobei ihr Pseudonym erst 1875 auf Grund eines Missverständnisses aufgedeckt wurde. Bis dahin waren die Kritiker davon überzeugt gewesen dass es sich bei Claude Gérard um einen männlichen Autor aus der Bürgerschicht handele.

Zu Beginn schrieb Aurora Ljungstedt, die am 21. Februar 1908 in Stockholm starb, reine Unterhaltungsliteratur, die jedoch mehr und mehr zum Mesmerismus und der übernatürlichen Psychologie neigte. Mit den Werken, die Ljungstedt nach ihrer Ehe schrieb, entwickelte sich die Autorin zur ersten Kriminalautorin Schwedens, die zudem im Stil Edgar Allan Poe nahe kam. Die Leistung von Ljungstedt wird auch klar, wenn man zu ihren gesammelten Erzählungen greift, die zwischen 1872 und 1882 in insgesamt neun Bänden erschienen. Was heute etwas störend bei den Erzählungen Ljungstedts wirkt, ist die moralisierende Linie, die die Autorin einnimmt, auch wenn diese in jener Epoche nahezu als normal betrachtet werden muss.


2. September 1675: Der Beginn des Schonischen Krieges
2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland 
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland 
2. September 1889: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald 
2. September 1925: Gunnar Nilson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 
2. September 1932: Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland
2. September 2013: Oktoberfestbier in der schwedischen Systembolaget 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Juli 2016

Der schwedische Schriftsteller Harald Johnsson

Harald Johnsson wurde am 22. Juli 1886 in Östra Broby bei Kristianstad als Sohn des Direktors einer Gerberei geboren und besuchte nach seiner Hochschulreife in Kristianstad zwischen 1904 und 1908 die Universität Lund. Bereits während des letzten Jahres an der Universität hatte Johnsson auch begonnen für mehrere Zeitungen, unter anderem das Lunds Dagblad, gearbeitet und erste literarische Werke verfasst. Der tatsächliche Sprung zur Literatur kam jedoch 1910, als Johnsson nach Stockholm zog und bei Åhlén & Åkerlund literarischer Berater wurde. 1920, nach einer kurzen Anstellung bei der Skandinavischen Filmzentrale, entschied sich Johnsson dann jedoch freiberuflicher Schriftsteller und Übersetzer zu werden.

Zu Beginn seiner literarischen Karriere widmete sich Harald Johnsson der Lyrik und schrieb, mit mäßigem Erfolg, Stimmungsgedichte. Die Wende kam jedoch bereits 1913, als Olof Dahlberg einen Verlag für billige Unterhaltungsliteratur gründete und Johnsson, der den Verleger bereits seit mehreren Jahren kannte, als Autor geworben wurde. Innerhalb der ersten drei Jahre bei Dahlberg schrieb Johnsson nicht weniger als 28 Kriminalromane, die sich nahezu alle zu Bestsellern entwickelten und den Autor in ganz Schweden bekannt machten, allerdings unter dem Namen Robinson Wilkins, da Johnsson seine literarische Aktivität nicht mit volksnahen Kriminalromanen mischen wollte. Kritiker zeigten allerdings mit Johnsson wenig Gnade und nannten ihn oft einen unkritischen Schreiberling, da er mehr Quantität als Qualität produzierte, denn auch wenn Johnsson bereits am 30. April 1936 im Alter von 49 Jahren starb, so gehen nahezu 80 Werke mit Sicherheit auf ihn zurück.

Harald Johnsson machte sich jedoch nicht nur als Schriftsteller einen Namen, sondern war auch als Übersetzer extrem aktiv, wobei er auch hierbei zu nicht weniger als vier Pseudonymen griff, so dass man bis heute nicht genau weiß wie viele Bücher Johnsson wirklich übersetzte. Doppelt problematisch wird dabei dass Johnsson nicht unbedingt aus der eigenen Gedankenwelt schöpfte, sondern, zum Beispiel, auch Erich Kästners „Emil und die Detektive“ übersetzte und anschließend in ein eigenes Werk verwandelte und, unter anderem, aus Berlin Stockholm machte und die kulturellen Ereignisse Deutschlands durch schwedische Ereignisse austauschte. Literaturwissenschaftler sind bis heute nicht in der Lage zu sagen wie hoch die Eigenleistung Johnssons bei diesem Buch war, der natürlich Kästner mit keinem Wort erwähnte. Heute findet man die Bücher von Harald Johnsson nur noch in antiquarischen Buchhandlungen, da sie nicht neu aufgelegt werden.

Copyright: Herbert Kårlin