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Montag, 1. Januar 2018

Der Meteoritenschauer von Hessle

Insgesamt kann man in Schweden an 16 verschiedenen Stellen Meteoriten nachweisen. Der bedeutendste Meteoritenschauer ging allerdings am 1. Januar 1869 gegen die Mittagszeit in der Ortschaft Hessle, rund 30 Kilometer von Uppsala entfernt, nieder, was man nicht nur in Uppsala deutlich hören konnte, sondern selbst noch in Stockholm. Es handelte sich dabei um einen so lauten Knall, dass viele Stockholmer dachten, dass die Nitroglycerinfabrik explodiert sei, was sich glücklicherweise als Irrtum herausstellte.

Da der Meteoritenschauer, der sich über eine Länge von 18 Kilometer und eine Breite von drei Kilometer erstreckte, nur über einem landwirtschaftlichen Gebiet niederschlug, waren auch dadurch keinerlei Schäden entstanden. Aber da niemand so genau wusste was geschehen war und wo man nach der Ursache des Knalls suchen sollte, dauerte es mehrere Tage bevor Professor Edlund dann bei Hessle auf mehrere schwarze Steine stieß und dabei entdeckte, dass es sich tatsächlich um Meteorgestein handelte, das zu weiteren Untersuchungen an die Wissenschaftsakademie weitergegeben wurde.

Der Meteoritenschauer von Hessle war der erste bekannte Meteoritenschauer Schwedens, wobei man anschließend rund 700 Steine entdeckte, von denen allerdings nur die 100 größten Exemplare eingesammelt wurden. Der größte dieser schwarzen Steine wiegt 1760 Gramm und befindet sich, wie zahlreiche weitere Steine aus Hessle, heute im Naturhistorischen Museum in Stockholm. Nach wissenschaftlichen Auswertungen geht man davon aus, dass das Gesamtgewicht des Meteoriten bei 20 Kilogramm lag und dieser überwiegend aus Olivin und Pyroxen bestand.

1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1591: Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Juni 2016

Die Königliche Wissenschaftsakademie wird gegründet

Am 2. Juni 1739 trafen sich sechs schwedische Wissenschaftler und Politiker um, nach ausländischem Vorbild, auch in Schweden eine Königliche Wissenschaftsakademie (Kungliga Vetenskapsakademien) zu gründen. Zu den Gründern gehörten, neben Anders Johan von Höpken, Sten Carl Bielke, Mårten Triewald und Carl Wilhelm Cederhielm, auch Jonas Alströmer und Carl Linnaeus, der spätere Carl von Linné. Allerdings sollte sich, nach Meinung der Gründer, die schwedische Wissenschaftliche Akademie von der anderer Länder unterscheiden, denn die Gründer wollten vor allem die Wirtschaft in den Vordergrund setzten und die schwedischen politischen Strömungen modernisieren und verfassten daher auch sämtliche Schriftsätze in Schwedisch und nicht, wie allgemein üblich, in Latein.

Bereits 1745 wurden in der Kungliga Vetenskapsakademien auch ausländische Mitglieder zugelassen, auch wenn zu Beginn nur 75 Mitglieder keine schwedischen Bürger sein mussten und 100 nationale Wissenschaftler vertreten waren. Diese Bedingungen wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrmals geändert, wobei heute die Königliche Wissenschaftsakademie aus 460 Wissenschaftlern besteht, wovon 175 Ausländer sein dürfen. Auch die ursprünglich sieben Sparten der Akademie verwandelten sich mittlerweile in zehn Sparten, wobei die letzte Personen betrifft, die besondere Verdienste für die Wissenschaft erbrachten, ohne jedoch zwangsläufig selbst Wissenschaftler zu sein.

Auch wenn die Aufgabe der Kungliga Vetenskapsakademien auch die Förderung von Mathematik und Naturwissenschaft in schwedischen Schulen ist und die Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in populärwissenschaftlicher Form sein soll, so tritt sie vor allem durch die Vergabe von bedeutenden Preisen für herausragende Wissenschaftler auf, unter anderem die Wahl der Nobelpreisträger in Physik und Chemie  durch die verschiedenen Nobelkomitees der Akademie und den Preis für ökonomische Wissenschaften der schwedischen Reichsbank auf.


2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
2. Juni 1871: Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten
2. Juni 1879: Der Forscher und Ethnograph Eric von Rosen
2. Juni 1928: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
2. Juni 1938: Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden
2. Juni 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juni 1987: Der Sänger Darin Zanyar, bekannt als Darin

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. Oktober 2015

Der vergessene schwedische Histologe Gösta Häggqvist

Gösta Häggqvist kam am 18. Oktober 1891 als Gustav Häggqvist in Härnösand zur Welt und wurde bereits 1918 Doktor der Medizin am Karolinska Institut und ein Jahr später Dozent in Lund. Im Jahre 1923 wurde Häggqvist dann Professor in Histologie und Anatomie am Karolinska Institut und machte eine vorbildliche Karriere, die ihm eine Mitgliedschaft in der Wissenschaftsakademie öffneten und ihm 1952 auch den Vorsitz in der Ärztegesellschaft brachte. Erst nach seinem Tode am 28. März 1972 begann man den einst geschätzten Histologen, der auch im Vorstand des Rassenbiologischen Instituts saß, sehr schnell zu vergessen, da man plötzlich die versteckte Seite des Wissenschaftlers fand.

Das Vergessen von Gösta Häggqvist verursachte wenig Probleme, denn er hatte lediglich einen sehr guten Ruf als Wissenschaftler, jedoch keine bedeutende Entdeckung gemacht, die ihm die Unvergänglichkeit verleihen konnte. Der Fall Häggqvists lag vor allem an seiner Teilnahme an der internationalen Kommission, die 1943 die Massengräber in Winnyzja in der Ukraine  untersuchte um die Gräueltaten während des Stalinismus zu dokumentieren. Häggqvist hatte dabei ganz vergessen auch zu schreiben, dass an der gleichen Stelle auch 5000 Juden von der deutschen Wehrmacht ermordet worden waren, was jedoch nach Ende des Zweiten Weltkriegs bekannt wurde. Durch diese Unterlassung beschäftigte man sich etwas näher mit Häggqvist.

Bei diesen Nachforschungen entdeckte man, dass Gösta Häggqvist in der Führungsschicht des Samfundet Manhem saß und nicht nur die schwedische Rasse über jene aller anderen Rassen stellte, sondern ab 1942 auch aktiv an der Judenverfolgung in Schweden beteiligt war. Der Wissenschaftler hielt bereits vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs pronazistische Vorträge, arbeitete an der nazistischen Nationell Tidning mit und war im Vorstand des Sveriges Nationalla Förbund zu finden, der sich durch seine antisemitische Stellung auszeichnete und sehr gute Verbindungen zu nationalsozialistischen Gruppen Deutschlands hatte. Mit dieser Vergangenheit war der vorher gelobte Wissenschaftler bald als vergessen zu betrachten und es es wurde nie untersucht, warum Häggqvist als offener Nazist bis zu seinem Tode die höchsten medizinischen Auszeichnungen erhalten konnte.


18. Oktober 1807: Carl Fredrik Ridderstad und der schwedische Feuilletonroman
18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 1860: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
18. Oktober 1868: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
18. Oktober 1905: Der schwedische Komponist Dag Wirén
18. Oktober 1924: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 14. März 2015

Sten Carl Bielke, Wissenschaftler und Politiker

Sten Carl Bielke wurde am 14. März 1709 als Sohn eines Regierungspräsidenten in Stockholm geboren, wobei der Vater allerdings bereits starb als der Junge neun Jahre alt war. Dennoch erhielt Bielke eine dem Rang seines Vaters entsprechende Erziehung und Ausbildung, was bedeutete, dass er nach acht Jahren Studien an der Universität Uppsala und einem Aufenthalt im Ausland an der Königlichen Bibliothek angestellt wurde. Da sich Bielke kaum als Bibliothekar eignete, wechselte er bald darauf seine Laufbahn und begann als Jurist Karriere zu machen. Um diese Zeit wurde Freiherr Bielke auch in der Politik aktiv und stützte dabei die Partei der Mützen.

Als Reichstagspolitiker zeichnete sich Sten Carl Bielke dadurch aus, dass er als erbitterter Kriegsgegner auftrat und dagegen kämpfte, dass die Mitglieder des geheimen Ausschusses als Vertreter der Stände auftraten. Bielke ging sogar so weit zu fordern, dass der geheime Ausschuss beim folgenden Reichstag erst einen Rechenschaftsbericht abgeben musste bevor die neuen Mitglieder des nächsten geheimen Ausschusses gewählt werden konnten. Bielke wollte damit erreichen, dass die Mitglieder des Ausschusses verantwortungsbewusst arbeiteten und nicht in den Verdacht von einseitigem Verhalten und Korruption gerieten.

Auch wenn Sten Carl Bielke im Staatsdienst arbeitete, hatte er sich seit seiner Studentenzeit für Naturwissenschaften interessiert und dieser auch seine gesamte Freizeit gewidmet. Als enger Freund von Carl von Linné unterstützte er diesen auch bei seinen Arbeiten an der Systematik der Pflanzen und sammelte selbst die verschiedensten Samen während seiner Reisen, die er anschließend an Linné weitergab. Im Jahre 1739 war Bielke dann auch einer der sechs Gründungsmitglieder der Wissenschaftsakademie, die in Schweden, nach dem Vorbild anderer Länder, die Verbreitung der Naturwissenschaften fördern.


14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre 
14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1812: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin 
14. März 1816: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus 
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden 
14. März 1907: Der nordschwedische Schriftsteller Björn-Erik Höijer 
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens 
14. März 1922: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Copyright: Herbert Kårlin

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