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Sonntag, 1. April 2018

Der Chemiker und Industrielle Henrik Gahn

Henrik Gahn der Jüngere kam am 1. April 1820 als Sohn eines Chemiker und Bergmeisters in Falun zur Welt und schrieb sich 1838 an der Universität Uppsala ein, die er drei Jahre später verließ um seine Ausbildung an der Falu Bergbauschule fortzusetzen. Nach einem Stipendium und einigen Reisen beschäftigte sich Gahn dann jedoch nicht mehr mit dem Bergbau, sondern er widmete sich zwischen 1848 und 1862 insbesondere der Forstwirtschaft. Die Wende für Gahn kam im Jahr 1862, als er, trotz seines wirtschaftlichen Erfolgs als Forstwirt, nach Uppsala zog und dort eine kleine chemisch-technische Fabrik gründete.

Henrik Gahn wollte in seiner Fabrik eigentlich Tinte herstellen und dabei die Qualität der Tinte verbessern, aber sehr bald änderte sich die Richtung, denn Gahn entwickelte das Konservierungsmittel Aseptin, mit dem man vor allem Fleisch konservieren konnte. Und wenig später kam dann auch das antiseptische Desinfektionsmittel Amykos hinzu, zwei Produkte, die in der Lebensmittelindustrie und in den Krankenhäusern verzweifelt gesucht wurden. Und so nebenbei weitete Gahn dann 1884 seine Produktpalette auch noch mit der Seifenherstellung aus. Auch wenn die Produkte Gahns bald von zahlreichen anderen Firmen imitiert wurden, so war er als Erfinder dennoch einen Schritt voraus.

Henrik Gahn erkannte die Vielseitigkeit seines Mittels Apsetin und aromatisierte dieses mit Pfefferminzöl, Nelke und anderen Mittel, so dass sein Produkt auch in zahlreichen kosmetischen Präparaten angewandt werden konnte. Ab 1870 war seine Erfindung so beliebt, dass seine Firma auch mehrere Preise bei internationalen Ausstellungen erhielt und die Produkte nahezu als Wundermittel betrachtet wurden. Bald stellte Henrik Gahn, der bereits am 15. Februar 1874 starb, auch Hautcreme, Puder, Nagellack, Pomaden und viele Produkte mehr her. Auf Grund seines frühen Todes konnte Gahn den Erfolg seines Werkes jedoch nicht mehr erleben und 1964 verkaufte der Enkel die Firma an das Unternehmen Barnängen, das die Tradition Gahns in gewisser Weise fortsetzt.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1895: Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. März 2018

Simon Boëthius, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Simon Boëthius wurde am 6. März 1859 als Sohn eines Priesters in Säfnäs geboren und studierte, nach seiner Hochschulreife in Falun, an der Universität Uppsala Philosophie und Geschichte. Ab 1877 wurde Boëthius Dozent an der gleichen Universität. Wenige Jahre später wechselte der Wissenschaftler als Dozent zum Gymnasium in Uppsala, um dann jedoch 1901 als ordentlicher Professor an die Universität zurückzukehren. Nur zwei Jahre vorher war Boëthius auch in den Stadtrat Uppsalas gewählt worden, um eine Parallelkarriere als Politiker einzuleiten.

Als Wissenschaftler interessierte sich Simon Boëthius insbesondere für die Freiheitszeit Schwedens, aber auch die französische Revolution, wobei er in all seinen Schriften die Geschichte eng in die Entwicklung des Staates einbettete und der Kulturgeschichte Schwedens einen höheren Rang gab als der Kriegsgeschichte. Der größte wissenschaftliche Einsatz von Boëthius lag nicht in der Forschung, sondern daran die in Schulen verwendeten Geschichtsbücher zu überarbeiten und damit ein für die damalige Zeit moderneres Geschichtsdenken einzuführen. Indem der Wissenschaftler auch zahlreiche populärwissenschaftliche Artikel veröffentlichte, gelang es ihm auch die schwedische Geschichte einer breiteren Schicht der Bevölkerung zugänglich zu machen.

Als Politiker hatte Simon Boëthius im Grunde zwei Interessen, die er auch in gewisser Weise durchsetzen konnte. Zum einen gelang es ihm die Bildung auf einen klassischen Weg zu bringen bei dem Geschichte eine wichtige Rolle spielte, aber er führte auch die Realschulprüfung ein, die vor allem dazu dienen sollte, dass die Bevölkerung allgemein eine höhere Bildung erhalten sollte, um jedoch nach der Realschule ins Berufsleben überzugehen. Zum anderen war das Wahlrecht für ihn eine sehr bedeutende Frage, auch wenn er hierbei seine konservative Einstellung nicht aufgab, aber Simon Boëthius, der am 29. März 1924 in Uppsala starb, war der Meinung, dass der Adel nur beschränkt über das Land entscheiden sollte, die Bauern dagegen an einem demokratischen Prozess Schwedens beteiligt werden müssen.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1915: Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. März 2018

Der Erzbischof Henrik Karlsson

Henrik Karlsson, auch Henricus Caroli genannt, kam vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts in Åbo (Turku) zur Welt und arbeitete, nach einem Hinweis in einem Brief, in Rom für die Heilige Birgitta, vor er 1383 zum Erzbischof ernannt wurde und nach Uppsala zog. Bereits ein Jahr vorher war Karlsson zum Bischof gewählt worden, ohne allerdings vom Papst ernannt zu werden, da er wegen nicht bezahlter Schulden ins Gefängnis musste und nur nach der Zahlung der Gerichtskosten wieder frei kam. Auch die Ernennung zum Erzbischof war mit einer Hürde verbunden, da König Albrecht von Mecklenburg Karlsson nicht anerkennen wollte, jedoch nichts gegen die Unterschrift des Papstes einwenden konnte.

Die Situation des Erzbischofs Henrik Karlsson verbesserte sich  ab 1389 deutlich, denn er war nicht nur in Söderköping anwesend als Königin Margareta den schwedischen Thron bestieg, sondern sie stellte dem Erzbischof sogar einen Schutzbrief aus. Nur ein Jahr später lieh sich die Regentin auch 1000 Mark vom Erzbischof und schickte Karlsson, nach dem Tode von Bo Jonsson, nach Åbo (Turku) um über die Übergabe der dortigen Schlösser zu verhandeln. Im Jahr 1396 nahm Karlsson dann an den Steinen von Mora auch von Erich von Pommern den Königseid ab und nur ein Jahr später gehörte der Erzbischof zu den zehn Personen, die ihr Sigel unter den Unionsbrief hinsichtlich der Kalmarer Union.

Obwohl Henrik Karlsson in einer politisch sehr bedeutenden Zeit Erzbischof Schwedens war, waren seine politischen Aktivitäten relativ beschränkt, da sich Karlsson mehr um seine persönliche Ökonomie als das Wohl des Staates kümmerte und daher einer der reichsten Schweden seiner Zeit wurde. Als Henrik Karlsson dann am 20. März 1408 starb, stellte man fest, dass er sein gesamtes Vermögen testamentarisch der Domkirche in Uppsala hinterlassen hatte. Königin Margareta war davon wenig begeistert und ließ dann, als die Schatzkiste Karlssons zur Domkirche transportiert wurde, diese unterwegs beschlagnahmen.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1790: Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. Januar 2018

Der Meteoritenschauer von Hessle

Insgesamt kann man in Schweden an 16 verschiedenen Stellen Meteoriten nachweisen. Der bedeutendste Meteoritenschauer ging allerdings am 1. Januar 1869 gegen die Mittagszeit in der Ortschaft Hessle, rund 30 Kilometer von Uppsala entfernt, nieder, was man nicht nur in Uppsala deutlich hören konnte, sondern selbst noch in Stockholm. Es handelte sich dabei um einen so lauten Knall, dass viele Stockholmer dachten, dass die Nitroglycerinfabrik explodiert sei, was sich glücklicherweise als Irrtum herausstellte.

Da der Meteoritenschauer, der sich über eine Länge von 18 Kilometer und eine Breite von drei Kilometer erstreckte, nur über einem landwirtschaftlichen Gebiet niederschlug, waren auch dadurch keinerlei Schäden entstanden. Aber da niemand so genau wusste was geschehen war und wo man nach der Ursache des Knalls suchen sollte, dauerte es mehrere Tage bevor Professor Edlund dann bei Hessle auf mehrere schwarze Steine stieß und dabei entdeckte, dass es sich tatsächlich um Meteorgestein handelte, das zu weiteren Untersuchungen an die Wissenschaftsakademie weitergegeben wurde.

Der Meteoritenschauer von Hessle war der erste bekannte Meteoritenschauer Schwedens, wobei man anschließend rund 700 Steine entdeckte, von denen allerdings nur die 100 größten Exemplare eingesammelt wurden. Der größte dieser schwarzen Steine wiegt 1760 Gramm und befindet sich, wie zahlreiche weitere Steine aus Hessle, heute im Naturhistorischen Museum in Stockholm. Nach wissenschaftlichen Auswertungen geht man davon aus, dass das Gesamtgewicht des Meteoriten bei 20 Kilogramm lag und dieser überwiegend aus Olivin und Pyroxen bestand.

1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1591: Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. März 2017

Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson

Olof Björnsson, mit lateinischen Namen Olaus Beronis genannt, starb am 13. März 1332 in unbekanntem Alter als katholischer Erzbischof in Uppsala. Die größte bekannte Leistung Björnssons einige Jahre vor seinem Tod war die Änderung des Gesetzes des Hälsingelagen (alte Gesetzessammlung des Hälsinglands), denn nach dieser Gesetzessammlung wurde in der Region immer noch das bereits seit Jahren königlich verbotene sogenannte göttliche Gesetz der järnbörd praktiziert, eine Strafe, die als göttlich betrachtet wurde. Um die Unschuld zu beweisen, mussten mutmaßliche Täter mehrere Schritte mit glühendem Eisen in den Händen gehen oder mit nackten Füssen über glühendes Eisen gehen ohne hinterher einen Brandschaden zu zeigen. Björnsson gelang es ein endgültiges Verbot dieser Beweisführung durchzusetzen.

Olof Björnsson wurde von Erzbischof Esger 1314 in Lund zum Erzbischof geweiht, was bedeutende Proteste von Seiten Uppsalas auslöste, da man dies als Unterwerfung unter den Stift Lund betrachtete. Um dieses Problem zu beseitigen, war Olaus Beronis auch der letzte schwedische, katholische Erzbischof, der in Lund geweiht wurde. Da der Papst bereits 1312 eine sogenannte Kreuzzugsteuer von all seinen Kirchengemeinden forderte, war Olaus Björning auch derjenige, der diese Steuer in Schweden einführte, was ihn allerdings auch kaum im schwedischen Reich beliebt machte.

Während Olof Björnsson während des Nyköpings Gästabud (Gastmahl von Nyköping) nur eine geringe Rolle spielte, so war er der erste Erzbischof Schwedens, der sich sehr eifrig dabei zeigte die Samen zum „richtigen“ Glauben zu führen, in ihrem Land eine Siedlungspolitik zu betreiben und dort vor allem auch Steuern für die Kirche zu kassieren. Sein Eigeninteresse zeigte sich dabei deutlich durch die Tatsache, dass er sich in Umeå und am Lule älv Güter und Land aneignete und in mehreren Gegenden Nordschwedens das Fischrecht beanspruchte. Man kann daher auch davon ausgehen dass mit Björnsson die offizielle Kolonisation Lapplands einsetzte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. März 2017

Der Sänger und Musiker Owe Thörnqvist

Owe Thörnqvist wurde am 12. März 1929 unter dem Namen Ove Törnqvist als Sohn eines Fabrikanten in Uppsala geboren und begann nach seiner Hochschulreife ein Jurastudium an der Universität Uppsala, ohne dieses allerdings je abzuschließen. In seiner Jugend träumte Thörnkvist allerdings nicht von einer Karriere als Sänger, sondern dachte mehr an den Boxkampf, und wurde Distriktmeister der Region. Während seiner Studienzeit ging Thörnqvist dann jedoch mehr und mehr zur Musik über und 1953 kam bereits sein erster Hit Rumba i Engelska Parken.

Auch wenn Owe Thörnqvist die ersten Jahre mehr in Revuen sang und mit Melodien der Zeit Erfolg hatte, gehörte er nur zwei Jahre später mit zu den ersten schwedischen Musikern und Sängern, die Rock ins Land brachten, ein Schritt, der für Thörnqvist über den Boogie ging. Nur ein Jahr nachdem Elvis Presley in den USA seinen Durchbruch hatte, war Thörnqvist der erste Schwede, der bei seinem Titel Rotmosrock, den Begriff Rock mit in einem Songtitel hatte. Wie bei seinen anderen Kollegen jener Jahre, handelte es sich natürlich um schwedischen Rock, der auch in der Landessprache gesungen wurde.

Im Jahre 1965 erlitt die Karriere von Owe Thörnqvist dann jedoch einen Knick, denn er schlug einen berauschen Besucher seines Konzerts nieder, der, in seinen Augen, die Show störte. Die Folge davon war dass Thörnqvist von Radiostationen und Journalisten boykottiert wurde. Die Reaktion Törnqvists darauf war, dass er nach Spanien zog, wo er immer noch einen Wohnsitz hat, neben Florida und Schweden. In den 70er Jahren kehrte Thörnqvist zurück zur schwedischen Bühne um wieder regelmäßig aufzutreten und Schallplatten zu produzieren. Auch wenn Thörnqvist 2009 in Stockholm sein Abschiedskonzert gab, kehrte er 2017 mit Boogieman Blues als Teilnehmer der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest auf die Bühne zurück und wurde vom Publikum auf Anhieb in das schwedische Finale gewählt.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1899: Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Februar 2017

Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens

Ebba Busch Thor, eigentlich Ebba-Elisabeth Busch, geborene Busch-Christensen, kam am 11. Februar 1987 als Tochter eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Gamla Uppsala zur Welt und besuchte erst die extrem konservative Grundschule Livets Ord, die von der Schulinspektion häufig kritisiert wurde weil man dort den blinden Religionsglauben ins Zentrum setzt. Anschließend besuchte Busch Thor die renommierte Kathedralschule in Uppsala, wo sie auch die Hochschulreife ablegte. Da Busch Thor nur in der Politik eine Zukunft sah, schrieb sie sich nach der Hochschulreife an der Universität Uppsala für Friedens- und Konfliktwissenschaft ein, ohne jedoch das Studium abzuschließen.

Der Lebenslauf von Ebba Busch Thor ist kaum nachzuvollziehen, da sie in ihren Erzählungen immer wieder Lücken lässt. Sicher ist jedoch dass sie beim Europapolitiker Kars Wohlin ein Praktikum machte und vor den Wahlen des Jahres 2010 als politische PR-Beraterin arbeitete. Mit einem klaren Ziel in Augen nutzte die Politikerin jede Schwäche ihrer „Gegner“ zu ihren Gunsten und machte sich sehr früh bei den Christdemokraten Schwedens einen Namen. Von 2008 bis 2011 war Busch Thor Vorsitzende des Jugendverbands der Partei und 2010 wurde sie, nach einer gezielten Aktion gegen den damaligen Vorsitzenden, und dank eines Bloggs, die jüngste gewählte Christdemokratin im Wahlkreis Uppsala.

Ab dieser Zeit strebte Ebba Busch Thor auch den Vorsitz der Partei an und hatte eine klare Strategie, die es ihr ermöglichte, zumindest indirekt, den Parteivorsitzenden Göran Hägglund zum Rücktritt zu bringen und 2015 selbst an die Spitze der Kristdemokraterna zu gelangen. Nachdem bereits Hägglund mit seiner Politik immer mehr Wähler verloren hatte, glaubte Busch Thor durch eine sehr konservative Familien- und Flüchtlingspolitik diesen Niedergang zu wenden. Da die Politikerin jedoch nur an sich selbst zu glauben scheint und die Meinung der Parteibasis wenig beachtet, gelang es Busch Thor bis kurz vor den Reichstagswahlen 2018 nur die Partei nahezu ins Abseits zu steuern, da sie um diese Zeit bei Meinungsumfragen bei drei bis knapp unter vier Prozent lag und auf keinen Fall den Sprung ins Parlament machen konnte. Dank der Blockpolitik und der strategischen Wähler Schwedens erreichte Busch Thor dann jedoch im September 2018 rund 6,3 Prozent an Unterstützung und konnte im Parlament einziehen. Seit dieser Zeit setzt die Politikerin auf eine Unterstützung von extrem Rechts und hofft irgendwann auf einen bedeutenden Ministerposten.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Februar 2017

Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg

Als Anton Niklas Sundberg am 2. Februar 1900 als Erzbischof in Uppsala starb, hatte er nicht nur eine außerordentliche Karriere hinter sich, sondern er ging auch als der einzige im Bohuslän geborene Führer der schwedischen Kirche und der ungewöhnlichste Erzbischof Schwedens in die Geschichte ein, da Sundberg Humor hatte und, trotz seines Amtes, auch nicht zögerte zu fluchen und seine eigenen Grenzen testete. Zudem hält Sundberg einen anderen Rekord, denn nach der Reformation gab es bis heute keinen anderen Erzbischof, der dieses Amt so lange innehatte wie Sundberg.

Anton Niklas Sundberg war am 27. Mai 1818 als Sohn eines Hutmachers in sehr einfachen Verhältnissen in Uddevalle im Bohuslän zur Welt gekommen. Über seine Jugend ist nichts bekannt, da der spätere Erzbischof immer der Meinung war dass seine Kindheit keinerlei Rolle spielte und es nicht der Rede wert war darüber zu sprechen. Mit 18 Jahren begann Sundberg an der Universität Uppsala ein Studium der Theologie, das er 1845 mit einem Doktorat in Philosophie abschloss. Im gleichen Jahr wurde Sundberg auch zum Priester geweiht und vier Jahre später wurde er Studienrat für Theologie an der Universität Lund. In relativ kurzer Zeit wurde der Theologe dann zum Professor ernannt, Bischof in Karlstad und 1870, im Alter von 52 Jahren, war Sundberg Erzbischof und Prokanzler der Universität Uppsala.

Anton Niklas Sundberg war der letzte Erzbischof bevor sich die Kirche Schwedens erneuerte und modernisierte und hatte hierfür bereits den Weg geöffnet, Dies zeigt sich, unter anderem, in seiner Abhandlung zur Taufe des Jahres 1851, als er die Baptisten mit ihrer konservativen Einstellung als gefährlicher bezeichnete als die katholische Kirche, da diese die subjektive Meinung über objektive Fakten stellen. Sundberg wehrte sich auch gegen die Meinung dass ein Kind, das ohne Taufe stirbt, verdammt sei. Auch in seiner Rolle als Erzbischof zeugt die Meinung Sundbergs, der 1874 in die Svenska Akademien gewählt wurde, deutlich von einem Reformwillen, der in vielen Punkten bei seiner einfachen Herkunft zu suchen ist, da Sundberg Religion auch im täglichen Leben gesehen hatte und nicht die akademische Warte als allgemeingültig betrachtete.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin


Mittwoch, 18. Januar 2017

Der schwedische Erzbischof Samuel Troilius

Als Samuel Troilius am 18. Januar 1764 in Uppsala starb, ging er als Religionserneuerer in die Geschichte ein, wobei der ehemalige Erzbischof bis heute als die Person zählt, die die Säkularisation der Kirche einleitete, eine Meinung, die geschichtlich nicht unbedingt als gesichert gilt, da Troilius als sehr konservativ für seine Zeit galt, der sich dafür einsetzte dem König mehr politische Macht zu geben und während der Hexenprozesse sechs Jahre dafür kämpfte dass 13 Frauen als Hexen verurteilt werden sollten, wenn auch vergebens. Der Beginn der Säkularisation passt daher nicht unbedingt in das Bild des Erzbischofs.

Samuel Troilius war am 22. Mai 1706 als Sohn eines Priesters und Bergwerkbesitzers in Stora Skedvi zur Welt gekommen und schrieb sich im Alter von acht Jahren an der Universität Uppsala ein, wo er die ersten Jahre lang Privatunterricht erhielt. Troilius beendete, dank eines Stipendiums, seine Studien im Jahre 1732 mit einer Disputation. Anschließend wurde der Theologe Hausprediger bei Ture Bielke, wurde zum Priester geweiht und bereits 1740 war es Troilius gelungen Hofprediger und Beichtvater von Friedrich I., und Königin Ulrika Eleonora zu werden, was gleichzeitig bedeutete dass ihm die Riddarholmskyrkan anvertraut wurde und er einen bedeutenden politischen Einfluss erhielt.

Der Aufstieg von Samuel Troilius ging sehr schnell, denn 1751 wurde er zum Bischof des Stifts Västerås ernannt und nachdem er Doktor in Theologie geworden war, erhielt er 1758 das höchste kirchliche Amt Schwedens, Troilius wurde zum Erzbischof ernannt. Als Politiker setzte sich Troilius sehr deutlich für die Hutpolitik ein und gilt als der geistige Führer der Partei ab Ende der 50er Jahre. Nur zwei Jahre nach seiner Wahl zum Erzbischof übernahm Troilius auch den Vira bruk, ein Bergwerk, das vorher sein Schwager Reinhold Angerstein geführt hatte.


18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1928: Das schwedische Folkhemmet als politische Bewegung
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 1964: Vi på Saltkråkan von Astrid Lindgren
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. Januar 2017

Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala

Andreas Laurentii Björnram wurde zu unbekanntem Zeitpunkt als Sohn eines Statthalters geboren und wurde nach seinem Theologiestudium an der Universität Rostock erst zum Priester in Umeå und später in Gävle ernannt. Nachdem sich Björnram um diese Zeit stark an die liturgischen Pläne des Königs Johan III. hielt und damit der erste Priester Schwedens wurde der sich an das röda boken anlehnte, wurde der Priester bereits 1577 zum Bischof des Stiftes Växjö ernannt. Dass sich Björnram in religiösen Fragen hinter Johan III. stellte, muss man jedoch als taktische Eigenschaft sehen, denn der Priester war weit davon entfernt Katholizismus und Protestantismus näher zusammenzuführen.

Trotz der offiziell unentschiedenen Haltung von Andreas Laurentii Björnram, wurde der Bischof 1583 vom König zum Erzbischof ernannt und hatte damit die Aufgabe dafür zu sorgen dass die neue Liturgie in ganz Schweden durchgesetzt wird, eine Aufgabe der Björnram nur sehr oberflächlich und nachlässig nachkam, obwohl Johan III. immer wieder versuchte Druck auf den Erzbischof auszuüben. Diese Haltung Björnrams könnte sich daraus erklären dass sich die Priester und Bischöfe Schwedens in Fragen der neuen Liturgie in zwei Gruppen geteilt hatten, die der Erzbischof indes zusammenhalten wollte, da das Risiko einer gespaltenen schwedischen Kirche bestand.

Während Johan III. die Macht und den Einfluss des Erzbischofs Andreas Laurentii Björnram, auch Bothniensis Bureus genannt, kannte und daher den Erzbischof nicht zu stark kritisierte, kam es zwischen Björnram und Herzog Karl zu einem Machtkampf, den der Herzog allerdings nicht gewinnen konnte. Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die Aussage des Erzbischofs dass Herzog Karl das Testament von Gustav Vasa wohl falsch auslegen würde. Als Folge dieser Auseinandersetzung kann man sehen dass Björnrams Stellung unter der Priesterschaft bei seinem Tod am 1. Januar 1591 ungebrochen war und der Erzbischof nahezu als Legende betrachtet wurde.


1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Dezember 2016

Ericus Olai, Geschichtswissenschaftler und Theologe

Als der Geschichtswissenschaftler und Theologe Ericus Olai am 24. Dezember 1486 in Uppsala starb, wurde er geradezu als Heiliger verehrt und sein Grab in der Kathedrale von Uppsala wurde von unzähligen Pilgern besucht. Erst die Reformation setzte den Pilgern ein Ende. Heute gilt Ericus Olai noch als einer der ersten Geschichtsschreiber Schwedens und vor allem als Vorreiter des Gotizismus, also der erste Schwede, der die schwedische Sprache, die schwedische Kultur und die schwedische Geschichte als Zentrum der abendländischen Kultur betrachtete.

Über die Kindheit und die Jugend von Ericus Olai kann nur spekuliert werden, denn seine Spuren gehen nur bis zum 1. Oktober 1447 zurück, als er sich an der Universität Rostock einschrieb, wo er fünf Jahre später das Magisterexamen ablegte. Nach einigen Jahren in Uppsala wurde Olai 1475 in Siena Doktor in Theologie, was ihm anschließend den Weg zu einer Professur an der Universität Uppsala öffnete. Trotz seiner hohen Stellung taucht Ericus Olai nur sehr wenig in der Politik auf, um so mehr jedoch als Geschichtswissenschaftler, da er das Werk Chronica regni Gothorum, das bis heute in fünf etwas abweichenden Versionen erhalten blieb, verfasste.

Genau genommen hatte Ericus Olai von König Karl Knutsson (Bonde) den Auftrag erhalten die Geschichte Schwedens schriftlich festzuhalten, wobei der König dabei wenig Wert auf eine kritische Geschichtsschreibung setzte, sondern Schweden als das Urheim der Goten sehen wollte, eine Meinung, die auch Olai vertrat. Nach der Theorie des Geschichtswissenschaftlers brachen die Goten vom Norden auf um letztendlich das Römische Reich auszulöschen. Um dies zu beweisen griff Ericus Olai zur Etymologie, was ihm ermöglichte auch verschiedene Volksgruppen zu mischen. Auch wenn bald die Kritik von den südlicher gelegener Länder kam, so ließ sich Olai in seiner Meinung nicht beirren und erst gegen 1870 wurde seine Lehre auch im eigenen Land sehr stark in Zweifel gezogen, was allerdings auch dazu führte, dass die nazistischen Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneut die Thesen des Theologen und Geschichtswissenschaftlers an die Öffentlichkeit brachten.


24. Dezember: Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden
24. Dezember 1643: Israel Kolmodin und der bekannteste Psalm Schwedens
24. Dezember 1731: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
24. Dezember 1861: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius
24. Dezember 1930: Die Schriftstellerin und Künstlerin Henny Utsi Åhlin
24. Dezember 1967: Die schwedische Sängerin Pernilla Wahlgren
24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens


Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 11. Dezember 2016

Der Blaue Zug (Blå Tåget) Schwedens

Am 11. Dezember 2011 verkehrte der Blaue Zug (Blå Tåget) das erste Mal zwischen Göteborg und Uppsala, mit einem Aufenthalt in Stockholm, und war auf Anhieb eine Attraktion die weniger dem normalen Transport von Personen diente, sondern für einen Tagesausflug genutzt wurde, denn der ganz in blauer Farbe gehaltene Zug hatte nur neu renovierte und sehr bequeme Waggons aus den 60er Jahren, wobei der Betreiber bis 2013 auch nur Fahrscheine für die erste Klasse anbot um das Angebot exklusiver zu gestalten. Mittlerweile kann man sogar ein Gesamtpaket buchen bei dem eine Übernachtung in Stockholm und ein abendliches Programm eingeschlossen ist.

Auch wenn die Waggons alle aus den 60er Jahren stammen, so findet man in den Wagen der ersten Klasse auch einen Internetanschluss und im Speisewagen wird im Zug zubereitetes Essen serviert, ein Luxus, den kaum eine andere Eisenbahnlinie bieten kann. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten konnte der Blaue Zug ab Ende 2012 die ersten Gewinne einfahren und auch normale Reisende gewinnen, da die Preise, trotz des gebotenen Luxus, teilweise unter jenen der staatlichen Eisenbahn SJ lagen. Im Juni 2016 kam dann jedoch das Ende, denn der Zug wurde als verkehrsunsicher eingestuft und stand damit bald darauf still.

Skandinaviska Jernbanor, das Unternehmen, das den Blauen Zug betreibt, gab jedoch nicht auf und fand ein Unternehmen, das seit dem 11. Dezember 2016 nicht nur für die Sicherheit garantiert, sondern auch die Lok und die Lokfahrer stellt. Ab Dezember gehen nun mehr Züge ab als bisher, aber sie verkehren in den meisten Fällen nur noch zwischen Göteborg und Stockholm, den Hauptzielen der meisten Reisenden. Zum Blå Tåget, der mittlerweile wieder nur eine Erste Klasse hat, kam mittlerweile auch die Billigvariante Gröna Tåget (Grüner Zug), der nur die Zweite Klasse und einfacheres Bistroessen anbietet.


11. Dezember 1317: Birger Magnusson kommt in Schweden an die Macht
11. Dezember 1741: Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius
11. Dezember 1849: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 1865: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
11. Dezember 1898: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
11. Dezember 1921: Die Gründung des Vereins junger schwedischer Ärzte
11. Dezember 1934: Die Korskyrkan in Uppsala, früher Betaniaförsamlingen 
11. Dezember 1966: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm
11. Dezember 2010: Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische Eisenbahn 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 5. Dezember 2016

Der Dichter und Journalist Johan Nybom

Johan Nybom kam am 5. Dezember 1815 als Sohn eines Schuhmachers und Zollbeamten in Uppsala unter sehr bescheidenen Verhältnissen zur Welt. Da Nyblom sich als sehr intelligent zeigte, unterstützten ihn mehrere Bekannte des Vaters und ermöglichten ihm die Kathedralschule Uppsalas zu besuchen und, nach seiner Hochschulreife, die Universität Uppsala zu besuchen. Während Nybom seinen Traum Priester zu werden mangels seiner Leistungen aufgeben musste, zeigte er eine außerordentliche Fähigkeit als Dichter. Bereits als Student trat Nybom daher immer wieder als Repräsentant der Studentenschaft an die Öffentlichkeit, zeigte jedoch seine Fähigkeiten auch bei einigen Reisen durch Schweden.

Das neue Ziel Johan Nybloms war daher Dichter zu werden. Die ersten romantischen Gedichte veröffentlichte Nybom in verschiedenen Zeitschriften und Kalendern, wobei ihn jedoch auch in dieser Zeit nur die Unterstützung von Gönnern vom Leben in der Armut retteten. Um als Dichter Anerkennung zu finden, nahm Nyblom auch mehrmals an den Wettbewerben der Svenska Akademien teil, wo er jedoch 1838 für Sista Natten i Alhambra nur den Zweiten Preis erhielt, der ihm einige Jahre später erneut für ein späteres Werk verliehen wurde. Der Erfolg Nyboms als Dichter lag vor allem daran, dass er immer in der Zeitströmung blieb und die Sprache bis zur Perfektion meisterte.

Zwischen 1844 und 1848 veröffentlichte Johan Nyblom seine gesammelten Gedichte in vier Bänden und lebte vor allem von öffentlichen Vorträgen seiner Gedichte, aber auch davon, dass er jährlich eine gewisse Summe von der Svenska Akademien erhielt die an die bedeutendsten Dichter der Zeit vergeben wurde. Als Nyblom, der am 23. Mai 1889 in Västerås starb, im Jahre 1860 von Uppsala nach Västerås zog, folgte ihm zwar sein Ruhm, aber die Zeit als Dichter war vorbei. Nyblom begann daher als Journalist bei der Westmanlands läns tidning zu arbeiten, wo einer seiner Freunde aus Uppsala Chefredakteur war. Auch wenn Nyblom dort immer mehr dem Alkohol verfiel, konnte er bis zu seinem Tod als Journalist arbeiten.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt
5. Dezember 2013: Vom Kallax zum Luleå Airport 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Dezember 2016

Die schwedische Künstlerin Hanna Winge

Hanna Winge kam am 4. Dezember 1838 als unter dem Familiennamen Tengelin als Tochter eines Werkzeugschmieds in Göteborg zur Welt und gehörte mit zu den ersten Frauen Schwedens, die an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen wurde, nachdem sich Winge vorher fünf Jahre lang bei Johan Ringdahl auf die Prüfung vorbereitet hatte. Allerdings verließ Winge die Kunstakademie bereits 1867 wieder um den Künstler Mårten Eskil Winge zu heiraten und mit diesem allegorische Kindergruppen zu malen, zum Beispiel im Schloss Kulla Gunnarstorps in Skåne (Schonen).

Diese Zusammenarbeit mit ihrem Mann hinderte Hanna Winge jedoch nicht auch an ihrer eigenen künstlerischen Karriere weiterzuarbeiten. In diesem Bereich wandte sich Winge jedoch mehr und mehr von der Malerei ab und dem Kunsthandwerk zu, insbesondere der Textilkunst. Schon 1874 wurde Winge, gemeinsam mit Sofie Adlersparre, eine der Gründerinnen der Handarbetets vänner (Freund der Handarbeit) und war über Jahre hinweg auch die künstlerische Leiterin des Vereins. Diese erste Epoche als Textilkünstlerin zeichnet sich durch Werke aus, die sehr stark von altnordischen Motiven geprägt ist und ein Komplement der nationalromantischen Bewegung Schwedens war. Die um diese Zeit von Winge geschaffenen Muster wurden eine Beilage der Frauenzeitschrift Tidskrift för Hemmet.

Als Hanna Winge nur einige Jahre später von Studienreisen nach Deutschland und Italien zurückkehrte, ging die Textilkünstlerin von nationalromantischen Motiven auf kirchliche Motive über und schuf einige der bekanntesten kirchlichen Textilien Schwedens, unter anderem auch das Altartuch der Kathedrale in Uppsala. Dieses Altartuch ist eines der wenigen, die so bekannt wurden, dass sich zahlreiche andere Kirchen des Landes eine möglichst nahekommende Reproduktion dieses Altartuchs beschafften. Werke von Hanna Winge, die am 9. März 1896 in Göteborg starb, findet man heute insbesondere auch im Nationalmuseum und dem Nordischen Museum in Stockholm, aber auch in den Museen von Norrköping und Linköping.


4. Dezember 1676: Die Schlacht bei Lund, ein Tag in der Geschichte Schwedens
4. Dezember 1734: Der Schriftsteller und Pädagoge Johan Murberg
4. Dezember 1843: Schwedische Verleger beschließen eine gemeinsame Politik
4. Dezember 1895: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
4. Dezember 1896: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
4. Dezember 1926: SKF, Kugellager aus Schweden
4. Dezember 1994: Der Storeplansmord in Stockholm
4. Dezember 2010: Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische  Eisenbahn

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 8. November 2016

Der schwedische Naturwissenschaftler Carl Bovallius

Als Carl Bovallius am 8. November 1907 im Alter von 58 Jahren in Georgetown im britischen Guyana starb, ging er weniger als Wissenschaftler in die Geschichte Schwedens ein, sondern als Abenteurer mit sehr verschiedenen Interessen. Dank seiner Reiseberichte und seiner wissenschaftlichen Schriften, die er der Universitätsbibliothek in Uppsala überließ und seiner ethnographischen Sammlung, die man heute im Ethnographischen Museum in Stockholm findet, kann man sich jedoch einen Eindruck über das Leben des Naturwissenschaftlers Bovallius machen, der seine letzten Lebensjahre vor allem in Südamerika verbrachte.

Carl Bovallius war am 31. Juli 1849 als Sohn eines Geschichtswissenschaftlers in Stockholm zur Welt gekommen und legte 1868 dort auch seine Hochschulreife ab um anschließend Naturwissenschaften an der Universität Uppsala zu studieren. Sieben Jahre später erhielt Bovallius mit einer Arbeit über die Embryologie die Doktorwürde in Philosophie und wurde noch im gleichen Jahr Dozent in Zoologie und Hilfskraft im Zoologischen Museum. Seiner Karriere an der Universität stand allerdings seine Reiselust und seine zahlreichen Interessen im Weg, denn Bovallius war wenig für die Lehre geeignet, dafür jedoch für die Forschung vor Ort.

Carl Bovallius, der zahlreiche Publikationen hinterließ, besuchte nach seinem Studienabschluss die gesamte schwedische und norwegische Küste für seine zoologischen Studien, reiste durch ganz Europa und landete schließlich in Westindien, Zentralamerika und Südamerika, wo er sich insbesondere von den Wäldern und bis dahin unerforschten Gegenden angezogen fühlte. Da der Wissenschaftler seine Erkenntnisse nicht nur schriftlich festhielt, sondern möglichst viele Fundstücke und Sammlungen nach Schweden schickte, verdankt man viele der Entdeckungen Ende des 19. Jahrhunderts Bovallius. Der Wissenschaftler erkannt auch sehr früh die Bedeutung von Gummi, denn 1901 gründete er auf Trinidad sogar einer eigene Kautschukplantage.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens
8. November 1777: Königin Desideria, die unschwedische Königin
8. November 1789: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
8. November 1890: Ester Lindin und der vergessene Bestseller
8. November 1903: Die Teilnehmer der Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1922: Carl Magnus von Seth, ein Schriftsteller, der nach Worten sucht
8. November 1923: Alfhild Agrell und die Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht
8. November 1966: Die Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) in Göteborg
8. November 2011: Die religiöse Künstlerin Eva Spångberg 

Copyright: Herbert Kårlin