Posts mit dem Label Zwangssterilisation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zwangssterilisation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. Dezember 2013

Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman

Arvid Lindman starb am 9. Dezember 1936 bei einem Flugzeugabsturz am Croydon Airport bei London, nur ein Jahr nachdem er seine politische Aktivität aufgegeben hatte, der er einen Großteil seines Lebens gewidmet hatte, parallel zu seinen Aktivitäten im Wirtschaftsleben, die er mit seinen Ideen zur Politik Schwedens verband, auch wenn Lindman für seine Zeit als sehr modernen Politiker der rechten Gruppe bezeichnet wurde. Vor allem als Vorstand der Telefongesellschaft war eng mit seiner politischen Aufgabe verbunden.

Die politische Aktivität des ehemaligen Militärs und Wirtschaftsführers Arvid Lindman begann bereits im Jahre 1892 in der Regionalpolitik Gävleborgs wo er sehr schnell Karriere machte. Ab 1904 war Lindman Mitglied des Parlaments, ein Jahr später wurde er Minister für Seefahrt und am 29. Mai 1906 wurde er erstmals Schwedens Ministerpräsident, eine Karriere, die jedoch mit einem neuen Wahlrecht im Jahre 1911 vorübergehend endete. Auf Grund des Aufstiegs der linken Gruppen und Parteien sollte es bis 1928 dauern bis Lindman dann erneut zum Ministerpräsidenten des Landes aufstieg.

Die Politik von Arvid Lindman war in vielen Punkten von Kompromissen begleitet, denn durch die wachsende politische Opposition war er gezwungen die Partei umzubilden, sich aber auch massiv gegen nazistische und extreme Einflüsse zu wehren. In seiner Rolle als Parteivorsitzender der Högerns riksorganisation und des Allmänna valmansförbundet zwischen 1913 und 1935 führte er in Schweden auch Wahlpropaganda mit Hilfe von Wahlplakaten ein. Im Jahre 1920 setzte er sich, gemeinsam mit seinem politischen Gegner Hjalmar Branting auch für die Einrichtung eines Rassenbiologischen Institutes ein, das im Sinne von Gustaf Retzius errichtet wurde und zur Zwangssterilisation in Schweden führte.


9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Mai 2011

Rassenstudien in Schweden

Am 13. Mai 1921 wurde in Schweden mit einer absoluten politischen Mehrheit das seit 1909 diskutierte Staatliche Institut für Rassenbiologie eingeführt. Sowohl die rechte Seite unter Arvid Lindman als auch die linke unter Hjalmar Branting waren beunruhigt darüber, dass Menschen mit schlechten Eigenschaften mehr Kinder bekamen als Menschen mit guten Eigenschaften. In den Augen der beiden Politiker war dies ein Zeichen, dass die schwedische Gesellschaft der Dekadenz entgegen geht.

1926 legte das Rassenbiologische Institut einen Bericht über die ersten Erkenntnisse vor, der dann in etwas verkürzter Form als das Lehrbuch Svensk raskundskap in den schwedischen Gymnasien verwendet wurde. 1936 änderte sich die Richtung des Instituts, als vielen Schweden klar wurde, dass die Arbeit des Instituts jenen des Nazideutschlands entsprach. Das Institut wurde jedoch nicht aufgelöst, sondern begann sich nun mehr mit der Forschung über Erblichkeit zu beschäftigen, was, unter anderem, zur Zwangssterilisation von Behinderten führte, ein Gesetz, das erst 1976 wieder abgeschafft wurde.

Noch 1939 schrieb der damalige Leiter des Instituts, Bertil Lundman, der später Professor an der Universität Uppsala wurde, dass sich die nordischen Rassen ihrer psychischen und physischen Überlegenheit bewusst werden müssen und eine Vermischung der Rassen verhindert werden muss. Die geringste Vermischung mit Zigeunerblut würde sämtliche moralische Werte einer Person zerstören. 1959 ging das Institut für Rassenbiologie im Institut für medizinische Genetik der Universität in Uppsala auf, dem heutigen Genetikzentrum der Universität. Store Rayner, einer der letzten Doktoranden des Instituts, verteidigte noch 1999 die damalige Zwangssterilisation in der Läkartidningen.

13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen
13. Mai 1979: Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin